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In dieser Folge sprechen ich mit Roman Töppel über Kriegstagebücher als wichtige Quellen der Militärgeschichte. Wir schauen uns amtliche Kriegstagebücher, private Tagebücher und Memoiren an und erklären, wie diese Texte entstehen, welche Informationen sie enthalten und wie sich ihre Perspektive je nach Führungsebene unterscheidet.
Dabei geht es vor allem um die Frage: Was kann man solchen Quellen eigentlich glauben? Wir zeigen, warum Kriegstagebücher keineswegs immer ein unmittelbares Abbild des Geschehens liefern, sondern lückenhaft, verkürzt oder nachträglich geglättet sein können. Wir sprechen über Selbstrechtfertigung und Zensur und erklären, wie Quellenverlust, Zweitschriften und die Überlieferung in Archiven beeinflussen, was Historikerinnen und Historiker heute überhaupt über vergangene Kriege wissen können.
Wer militärhistorische Quellen besser verstehen und selbst einschätzen möchte, warum eine Quelle etwas erzählt und warum sie vielleicht gerade etwas anderes verschweigt, bekommt in dieser Folge das nötige Handwerkszeug.
Shownotes
051 – Die Schlacht bei Kursk 1943
086 – Generalfeldmarschall von Manstein – Eine Edition (1939/40)
Klaus Gerbet (Hrsg.): Generalfeldmarschall Fedor von Bock – Zwischen Pflicht und Verweigerung – Das Kriegstagebuch, München 1995.
Negativbeispiele:
Franz Halder: Kriegstagebuch – Tägliche Aufzeichnungen des Chefs des Generalstabes des Heeres 1939-1942, Stuttgart 1962-1964.
Heinz Guderian: Erinnerungen eines Soldaten – Autobiografie, Stuttgart 2003.
Schriften von Albert Speer
Literaturempfehlungen
Roman Töppel (Hrsg.): Manstein: Kriegstagebücher und Briefe 1939-1941, Paderborn 2025.
Roman Töppel: Kursk 1943: Die größte Schlacht des Zweiten Weltkriegs , Paderborn 2017.
Kriege machen nicht nur etwas mit Menschen, sondern auch mit Landschaften. Sie verändern sich, wenn sie von Schützengräben durchzogen oder von Artillerie beschossen werden. Und die Soldaten wiederum müssen auf diese Veränderungen reagieren oder mit ihnen umgehen. Genau darüber hat Christoph Nübel geforscht und darüber sprechen wir.
Shownotes
Zugang ins Projekt
Karl von Wenninger
Räume
Johann Gustav Droysen
Alfred von Schlieffen
Umwelt
Russisch-Japanischer Krieg
Westfront (Erster Weltkrieg)
Landschaft
Ernst Friedrich
Adolf Hitler im Ersten Weltkrieg
Über Quellen
Ernst Jünger
Erich Maria Remarque
Literaturempfehlungen
Christoph Nübel: Durchhalten und Überleben an der Westfront – Raum und Körper im Ersten Weltkrieg, Paderborn 2014.
Jan Philipp Bothe: Die Natur des Krieges – Militärisches Wissen und Umwelt im 17. und 18. Jahrhundert, Frankfurt am Main 2021.
Richard P.Tucker u.a. (Hrsg.): Environmental Histories of the First World War, Cambridge 2018.
Gastempfehlungen
Martin Clauss
Nina Leonhardt
Die sozialen Medien machen auch vor der Geschichte nicht Halt. Aber wie wird Geschichte dort behandelt? Über welche Themen wird dort überhaupt gesprochen? Und dann wie? Das Projekt SocialMediaHistory hat sich genau damit befasst. Und dazu begrüße ich Kristin Oswald und Tobias Enseleit.
Shownotes
Über Public History
Public History
Über Citizen Science
Citizen Science
Christian Bunnenberg
Thorsten Logge
Nils Steffen
Coronarchiv
Geschichte für die Menschen
Tomas Tomasek
SocialMediaHistory
Das Projekt SocialMediaHistory
Mittelalter in Social Media
Mittelalter
LARP
Robin Hood (2010)
Klöster in Social Media
Hexenverfolgung
Hildegard von Bingen
Ablass
Der Name der Rose (Film)
Der Name der Rose
Kingdom Come: Deliverance
Literaturempfehlungen
Sammelband: SocialMediaHistory (in Vorbereitung)
Mia Berg/Andrea Lorenz: #InstaHistory – Akteur:innen und Praktiken des Doing History in den sozialen Medien, in: Jürgen Büschenfeld, Marina Böddeker, Rebecca Moltmann (Hrsg.): Praktiken der Geschichtsschreibung – Vergleichende Perspektiven auf Forschungs- und Vermittlungsprozesse, Bielefeld 2023, S. 55-68.
René Smolarski, Hendrikje Carius, Martin Prell (Hrsg.): Citizen Science in den Geschichtswissenschaften – Methodische Perspektive oder perspektivlose Methode?, Göttingen 2023.
Publikationen von SocialMediaHistory
Arnold Angenendt: Toleranz und Gewalt. Das Christentum zwischen Bibel und Schwert. Aschendorff, Münster 2007.
Bücher von Arnold Angenendt
Tobias Enseleit, Christian Peters: Bilder vom Mittelalter: Vorstellungen von einer vergangenen Epoche und ihre Inszenierung in modernen Medien, Münster 2017.
Mittelalter Digital
Im Schatten des westdeutschen Wirtschaftswunders wurde Untertage in den Zechen des Ruhrgebiets der Brennstoff für den Boom gewonnen. Und ähnlich, wie die steigende Wirtschaftskraft, stieg die Anzahl der Bergleute mit Staublunge besorgniserregend an. Die Krankheit machte sie erst zu Invaliden in den Fenstern der Zechensiedlungen und ließ sie dann langsam dahinsiechen. Daniel Trabalski hat sich in seiner Forschung angeschaut, wie die Staublunge entdeckt, behandelt und vergessen wurde.
Shownotes
Die Staublunge
Ruhrbergbau
Pneumokoniose
Silikose
Knappschaft
Rentenversicherung
Eine Krankheit
Unfallversicherung
Bergmannsheil Bochum
Bergmannsheil Buer
Bergmann
Berufsunfähigkeitsrente
Leben mit der Staublunge
IG Bergbau
Finanzielle Unterstützung
Blutgasanalyse
Pflegegeld
Literaturempfehlungen
Daniel Trabalski: Weg vom Fenster – Die Staublunge der Ruhrbergleute zwischen wissenschaftlicher Entdeckung, betrieblicher Regulierung und gesellschaftlichem Vergessen in der Bundesrepublik, Stuttgart 2023.
Ralf Piorr (Hrsg.): Die Männer von Luise Taschenbuch – Erzählung eines unbekannten Bergmanns, Essen 2017.
Desiderat:
Arbeitergeschichte
Geschichte der Berufserkrankungen
Polnische Juden stellten nicht nur die größte Gruppe unter den Opfern des Holocaust dar. Auch hatte kein anderes Land Europas in den 1930er Jahren mehr jüdische Einwohner und einen so vielfältigen jüdischen Zeitungsmarkt wie Polen. Anne-Christin Klotz erforschte in ihrem Projekt die andere, eher unbekannte Seite, indem sie den Blick von Ost nach West richtet und die polnischen Juden nicht länger als Block passiver Opfer begreift, sondern als handelnde Subjekte, die den Antisemitismus, der sie bedrohte, aktiv bekämpften.
Shownotes
Über die polnisch-jiddische Presse
Hajnt
Naye Folkstsaytung
Akkulturation
Assimilation
Bundisten
Die „Polenaktion“
Polenaktion
Literaturempfehlungen
Anne-Christin Klotz: Gemeinsam gegen Deutschland – Warschaus jiddische Presse im Kampf gegen den Nationalsozialismus (1930-1941), Berlin 2022.
Samuel Kassow: Who Will Write Our History?, Bloomington 2007.
Gastempfehlungen
Agnieszka Wierzcholska
Mariusz Kałczewiak
Im kalten Krieg war China irgendwie der vergessene Juniorpartner im Poker der Weltmächte. Man wusste relativ wenig über das Land. Nicht einmal die genaue Bevölkerungszahl war bekannt. Aber mit dem Besuch des US-amerikanischen Präsidenten Richard Nixon in China 1972 entbrannte in Westdeutschland eine Diskussion über eine Außenpolitik mit dem Land in einer multipolaren Weltordnung. Andreas Plöger hat sich in diese politische Auseinandersetzung gestürzt, zu den westdeutschen Diskursen zu China im Weltgefüge geforscht und ist mein Gesprächspartner.
Shownotes
Nixon wirkt auf deutsche Politik
Wilhelm Fucks
Wilhelm Starlinger
Literaturempfehlungen
Heinz Gollwitzer: Geschichte des weltpolitischen Denkens, 2 Bd., Göttingen 1972-1982.
Martin W. Lewis/Kären Wigen: The Myth of Continents – A Critique of Metageography, Berkley 1997.
Jürgen Osterhammel: Weltordnungskonzepte, in: Jost Dülffer/Wilfried Loth: Dimensionen internationaler Geschichte, München 2012, S. 409-428.
Gastempfehlungen
Martin Deuerlein
Lange bestand der Glaube an die Macht des Willens, sich der Gefahr auszusetzen und diese auszuhalten. Der Offizier stand für Herrschaft und dafür Verantwortung zu übernehmen. Er verkörperte den Willen zum Kampf, zum Töten und zum Sterben. Die Realität des Krieges brach diese Annahmen. Weder war der Wille stark genug immer und immer wieder das Trommelfeuer der Artillerie auszuhalten. Noch war der Offizier stets in der Lage seine angenommenen Attribute auszufüllen. Gundula Gahlen hat zu psychisch erkrankten deutschen Offizieren geforscht und erzählt uns etwas über ein bisher unterbelichtetes Forschungsgebiet.
Shownotes
Der Weg zum Projekt
Deutsch-Französischer Krieg (1870/71)
Offizier
Reserveoffizier
Der deutsche Offizier
Kriegerverein
Psychische Erkrankungen vor dem Ersten Weltkrieg
Posttraumatische Belastungsstörung
Neurasthenie
Psychische Erkrankungen im Ersten Weltkrieg
Franc-tireurs
Stellungskrieg
Kriegstrauma
Zwischenkriegszeit
Wehrverband
Freikorps
Reichsbanner
Kontinuitäten und Änderungen
Anciennität
Literaturempfehlungen
Gundula Gahlen: Nerven, Krieg und militärische Führung – Psychisch erkrankte Offiziere in
Deutschland (1890-1939), Frankfurt am Main 2022.
Nikolas Funke/Gundula Gahlen/Ulrike Ludwig (Hrsg.): Krank vom Krieg – Umgangsweisen und kulturelle Deutungsmuster von der Antike bis in die Moderne, Frankfurt am Main 2020.
Gundula Gahlen/Ralf Gnosa/Oliver Janz (Hrsg.), Nerven und Krieg – Psychische Mobilisierungs- und Leidenserfahrungen in Deutschland 1900-1933, Frankfurt am Main 2020.
Thomas Becker/Heiner Fangerau/Peter Fassl (Hrsg.): Psychiatrie im Ersten Weltkrieg, Konstanz 2018.
Gastempfehlungen
Julia Barbara Köhne
Stephanie Neuner
Von „Kolonialwarenläden“ habt ihr bestimmt schon gehört. Sicherlich wisst ihr, dass Deutschland bis zum Versailler Vertrag Kolonien in Afrika besaß und diese Länder ausgebeutet hat. Aber war euch klar das die koloniale Herrschaft und hanseatisches Unternehmertum miteinander zusammenhingen? Kim Todzi ist mein heutiger Gesprächspartner und hat zum Aufstieg und Fall des Hamburger Woermann-Konzerns geforscht. Ein Unternehmen, das wie kein anderes, mit der deutschen Kolonialherrschaft in Afrika verbunden ist. So verwundert es fast nicht, dass in dieser symbiotischen Beziehung Woermann, während des Völkermordes an den Herero und Nama (1904-1908) die Truppentransporte von Hamburg nach Deutsch-Südwestafrika organisierte.
Shownotes
Woermann
C. Woermann
Adolph Woermann
Woermann-Linie
Deutsche, Woermann und Afrika
Wettlauf um Afrika
Kanonenbootpolitik
Kamerun (als deutsche Kolonie)
Über Schutzverträge
Duala
Schutzvertrag
Gustav Nachtigal
Ins Hinterland und die deutsche Schutzmacht
Schutztruppe
Jesko von Puttkamer (Gouverneur von Kamerun)
Vom Plantagenbesitzer zum Reeder
Völkermord an den Herero und Nama
HAPAG
Elder Dempster & Company
Literaturempfehlungen
Kim Todzi: Unternehmen Weltaneignung – Der Woermann-Konzern und der deutsche Kolonialismus, 1837-1916, Göttingen 2023.
Tristan Oestermann: Kautschuk und Arbeit in Kamerun unter deutscher Kolonialherrschaft, 1880-1913, Wien 2023.
Gastempfehlungen
Tristan Oestermann
Nina Kleinöder
Manuela Bauche
Am 10. Juni 1944 war die 2. SS-Panzer-Division „Das Reich“ auf dem Weg zu den Stränden in der Normandie, um die alliierte Landung zu bekämpfen. In dem Dorf Oradour sur Glane verübten Soldaten dieser Division ein Massaker an der Zivilbevölkerung und zerstörten die Stadt. Andrea Erkenbrecher hat zu der juristischen und gesellschaflichen Aufarbeitung geforscht und ist meine Gesprächspartnerin.
Shownotes
Wie es zum Massaker kam
Limoges
Oradour-sur-Glane
2. SS-Panzer-Division „Das Reich“
Résistance
Heinz Lammerding
Massaker von Tulle
Kriegsvölkerrecht
Der Denkmalort
Massaker von Oradour
Literaturempfehlungen
Andrea Erkenbrecher: Oradour und die Deutschen – Geschichtsrevisionismus, strafrechtliche Verfolgung, Entschädigungszahlungen und Versöhnungsgesten ab 1949, Berlin/Boston 2023.
Sarah Famer: Martyred Village – Commemorating the 1944 Massacre at Oradour-sur-Glane, Berkeley 1999.
Jean-Jacques Fouché: Oradour, Paris 2001.
Gastempfehlungen
Claudia Moisel
Jens Schley
Vor 1000 Jahren kam eine neue Dynastie an die Macht, die Salier. Vor 900 Jahren endete der Streit zwischen den Saliern und dem Papst, der so genannte Investiturstreit. Und heute sprechen wir nicht über den allseits bekannten Karl den Großen und auch nicht über Friedrich Barbarossa, sondern über den eher unbekannten Heinrich V. Wieso, weshalb, warum, möchte uns Gerd Lubich erklären.
Shownotes
Die Salier
Salier
Staufer
Ottonen
Investiturstreit
Höhenburg
Heinrich III.
Dienstadel
Heinrich V.
Heinrich V.
Mathilde von Tuszien
Die Krise
Friedrich von Schwaben
Wormser Konkordat
Kurfürstenkolleg
Ausblick
Lothar III.
Konrad III.
Friedrich Barbarossa
Literaturempfehlungen
Gerd Althoff: Heinrich V. (1106–1125), in: Bernd Schneidmüller/Stefan Weinfurter (Hrsg.): Die deutschen Herrscher des Mittelalters – Historische Portraits von Heinrich I. bis Maximilian I. (919–1519), München 2003, S. 181-200.
Stefan Weinfurter: Salisches Herrschaftsverständnis im Wandel – Heinrich V. und sein Privileg für die Bürger von Speyer, in: Frühmittelalterliche Studien, Bd. 36 (2002), S. 317-335.
Gerold Meyer von Knonau: Jahrbücher des Deutschen Reiches unter Heinrich IV. und Heinrich V., 7 Bände, Leipzig 1890-1909.
Gastempfehlungen
Björn Weiler
Eva Schlotheuber
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