In Claude Debussys Kantate »La damoiselle élue« blickt eine junge Verstorbene sehnsuchtsvoll vom Himmel auf ihren Geliebten auf Erden – ein zart-schwebendes Bild voller Sinnlichkeit und Verlangen. Daran anschließend entfaltet Arthur Honegger in seinem dramatischen Oratorium »Jeanne d’Arc au bûcher« die Lebensgeschichte der Jungfrau von Orléans, die im Angesicht des Scheiterhaufens um Beistand fleht und ihre bedeutenden Stationen noch einmal durchlebt.
Dramaturg Konrad Kuhn führt in die musikalischen Welten der beiden Werke ein, die unterschiedliche Epochen und Stile verbinden: Debussys impressionistische Jugendkomposition und Honegger‘s vielschichtiges Bühnenoratorium. Die Inszenierung bringt die historische Figur Jeanne d’Arc als kraftvolle Zeitgenossin ins Heute – eine Begegnung von Glaube, Leidenschaft und politischer Relevanz.
Text: Konrad Kuhn
Redaktion: Anne-Marie Antwerpen
Produktion: Christian Wilde