Aufgeschlossen - Türen zur Geschichte

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Aufgeschlossen - Türen zur Geschichte episodes

  • Nach 1945: Wie Hessen NS-Täter verfolgte – und wo die Justiz an Grenzen stieß
    Wie wurden die Verbrechen des Nationalsozialismus nach 1945 juristisch aufgearbeitet – und warum blieben so viele Täterinnen und Täter am Ende ungestraft? Was erzählen uns die überlieferten Ermittlungs- und Prozessakten heute über Schuld, Verantwortung und den Umgang mit der NS-Vergangenheit?
    In dieser Folge von „Aufgeschlossen – Türen zur Geschichte“ sprechen wir mit den Historikern Dr. Albrecht Kirschner und Felix Maskow über die sogenannten NSG-Verfahren. Beide arbeiten in einem von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Projekt des Hessischen Landesarchivs, das die Akten zu nationalsozialistischen Gewaltverbrechen (kurz NSG) erschließt, digitalisiert und für die Forschung zugänglich macht.
    Wir erfahren, was genau unter NSG-Verfahren zu verstehen ist, wie solche Verfahren in Gang kamen – häufig durch Anzeigen von Überlebenden – und welche Rolle Polizei, Staatsanwaltschaften, Spruchkammern und die Zentrale Stelle in Ludwigsburg dabei spielten. Im Mittelpunkt stehen die umfangreichen Bestände der hessischen Staatsanwaltschaften, allen voran der Staatsanwaltschaft Frankfurt mit den Akten zum ersten Frankfurter Auschwitz-Prozess, der heute zum Weltdokumentenerbe zählt, sowie die Unterlagen der 1960 gegründeten Sonderkommission des Hessischen Landeskriminalamts.
    Vernehmungsprotokolle, Zeugenaussagen und Fotografien dokumentieren das Ausmaß der Verbrechen oft schonungslos. Am Beispiel der sogenannten „Boger-Schaukel“ in Auschwitz und der „Latrinenmorde“ im KZ Buchenwald wird deutlich, wie belastend die Arbeit mit diesen Quellen sein kann – und warum etwa die Rolle der Kapos, also der Funktionshäftlinge in den Lagern, differenziert betrachtet werden muss.
    Zugleich werfen die Akten kritische Fragen an die Justiz der Nachkriegszeit auf: Warum wurden so viele Verfahren eingestellt? Welche Folgen hatten ein hessisches Gesetz von 1946, das nur Taten „im öffentlichen Interesse“ verfolgen ließ, und das Straffreiheitsgesetz von 1949? Und welche Rolle spielten Juristen, die selbst schon im NS-Staat tätig gewesen waren? Ein Fall aus Frankfurt, in dem ein Staatsanwalt gegen seinen früheren militärischen Vorgesetzten ermittelte, zeigt, wie eng Aufarbeitung und Verstrickung beieinanderliegen konnten.
    Die Folge macht deutlich, welches Potenzial in den rund 2.400 bis 2.600 im Hessischen Landesarchiv überlieferten Verfahren mit geschätzt 4,5 bis 5 Millionen Blatt steckt. Und sie veranschaulicht, warum es so wichtig ist, dass diese Quellen erschlossen und dauerhaft zugänglich bleiben.
    Mehr Informationen zu dieser Episode und zu den Beständen des Hessischen Landesarchivs findet ihr auf der Website des Hessischen Landesarchivs (landesarchiv.hessen.de) sowie auf hla-media.de. Abonniert „Aufgeschlossen – Türen zur Geschichte“ auf Spotify, Apple Podcasts oder der Plattform eurer Wahl, um keine Folge zu verpassen.
    Shownotes:
    Zum ersten Frankfurter Auschwitz-Prozess siehe den sechsteiligen Video-Podcast des Hessischen Landesarchivs:
    Teil 1: Das Memory of the World Register der UNESCO MoW: https://www.youtube.com/watch?v=8P7k3SDowlM
    Teil 2: Das Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz: https://www.youtube.com/watch?v=D0L5rzz8WPM
    Teil 3: Die Strafverfolgung vor dem 1. Frankfurter Auschwitz-Prozess: https://www.youtube.com/watch?v=y8X3IFcGq-M
    Teil 4: Der 1. Frankfurter Auschwitz-Prozess: https://www.youtube.com/watch?v=XPrvY4PGXSY&t=8s
    Teil 5: Die Verfahrensakte: https://www.youtube.com/watch?v=KuDl6CV_yWY
    Teil 6: Quellen zu nationalsozialistischen Gewaltverbrechen im Hessischen Landesarchiv: https://www.youtube.com/watch?v=IEld-wQNS88
    Zentrale Quellenbestände zur NS-Zeit und deren Aufarbeitung nach 1945, darunter die sogenannten Entnazifizierungsakten, befinden sich für ganz Hessen im Hessischen Hauptstaatsarchiv in Wiesbaden. Sie können in Arcinsys recherchiert (https://arcinsys.hessen.de/arcinsys/showItemsList.action?nodeId=s147464) und in Wiesbaden im Lesesaal eingesehen werden.
    49 min
  • Verfolgt, verhört, verurteilt: Hexenverfolgung in Hessen
    Wie entstand der Glaube an Hexen – und wie konnte aus Vorstellungen von Magie, Teufelspakt und Schadenszauber ein Verbrechen werden, für das Menschen verfolgt, gefoltert und hingerichtet wurden? Und was verraten uns die überlieferten Akten heute über die Mechanismen der Hexenverfolgung?
    In dieser Folge von „Aufgeschlossen – Türen zur Geschichte“ werfen wir gemeinsam mit Dr. Karl Murk vom Hessischen Staatsarchiv Marburg und dem Historiker Dr. Ronald Füssel einen Blick auf die Geschichte der Hexenverfolgung und auf konkrete Fälle aus hessischen Gebieten.
    Dabei räumen wir auch mit verbreiteten Vorstellungen auf: Hexenverfolgungen waren kein ausschließlich mittelalterliches Phänomen und gingen keineswegs nur von der katholischen Kirche aus. Vielmehr entwickelte sich der Hexenglaube über Jahrhunderte aus Vorstellungen von Zauberei, Häresie und dem Bund mit dem Teufel. Wirtschaftliche Not, Missernten, Krieg und gesellschaftliche Krisen konnten Verfolgungswellen zusätzlich begünstigen.
    Doch wie wurde aus einem Gerücht ein Gerichtsverfahren? Welche Rolle spielten der „Hexenhammer“, die Strafgerichtsordnung Carolina, Zeugenaussagen und sogenannte „Besagungen“? Und welche Bedeutung hatten Folter, Geständnisse und Verteidigung vor Gericht? Am Beispiel der 1655 bei Marburg der Hexerei beschuldigten Elisabeth Seip zeigt die Folge eindrücklich, wie umfangreich solche Prozesse sein konnten – und wie aus der Beschuldigung einer einzelnen Person weitere Verfahren entstehen konnten.
    Prozessakten, Verhörprotokolle und Chroniken machen zugleich die Schicksale der Betroffenen sichtbar. Sie zeigen, dass Frauen ebenso wie Männer und sogar Kinder in die Verfolgungen hineingezogen wurden – und dass hinter dem heute oft klischeehaft dargestellten „Hexenwahn“ reale Menschen, soziale Konflikte und tödliche Konsequenzen standen.
    Die Folge zeigt, wie sich Angst, Glaube, gesellschaftliche Krisen und Rechtsprechung gegenseitig verstärken konnten – und wie sich der Umgang mit Hexerei im Zuge der Aufklärung schließlich veränderte. Gleichzeitig wird deutlich, welchen besonderen Wert die im Hessischen Landesarchiv überlieferten Quellen für das Verständnis dieses dunklen Kapitels der Geschichte besitzen.
    Mehr Informationen zu dieser Episode und zu den Beständen des Hessischen Landesarchivs findet ihr auf der Website des Hessischen Landesarchivs (landesarchiv.hessen.de) sowie auf hla-media.de. Abonniert „Aufgeschlossen – Türen zur Geschichte“ auf Spotify, Apple Podcasts oder der Plattform eurer Wahl, um keine Folge zu verpassen.
    Shownotes:
    Die Prozessakten zum Fall der Elisabeth Seip sind im Hessischen Staatsarchiv Marburg im Bestand 260 Marburg, Nr. 199 und 560 zu finden:
    https://arcinsys.hessen.de/arcinsys/showArchivalDescriptionDetails.action?archivalDescriptionId=850542&executionId=V3YvexqfHL
    https://arcinsys.hessen.de/arcinsys/showArchivalDescriptionDetails.action?archivalDescriptionId=3951531&executionId=wXifKJXWHN
    Die Online-Ausstellung „Zauberei ist des Teufels selbs eigen Werk“ – Hexenglaube und Hexenverfolgung in Hessen – Ausstellung des Staatsarchivs Marburg ist unter folgendem Link zu erreichen: https://ausstellungen.deutsche-digitale-bibliothek.de/hexenverfolgung
    Zur Publikation: Murk, Karl (Hg.): Hexenglaube und Hexenverfolgung im regionalen und interdisziplinären Vergleich, Marburg 2022: https://landesarchiv.hessen.de/geschichte-erleben/neuerscheinungen-2023-02
    49 min
  • Geschwärzt und verborgen: Die geheimnisvollen Tagebücher des Fabian von Massenbach
    Was verraten private Tagebücher über Geschichte – und was passiert, wenn Teile davon bewusst unlesbar gemacht werden? Welche Geheimnisse verbergen sich hinter den geschwärzten Seiten eines außergewöhnlichen Nachlasses?
    In dieser Folge von „Aufgeschlossen – Türen zur Geschichte“ öffnen wir die Tagebücher des Freiherrn Fabian von Massenbach. Gemeinsam mit Dr. Rouven Pons, Leiter des Hessischen Staatsarchivs Darmstadt, sprechen wir über eine der faszinierendsten Quellen zur hessischen Geschichte des 20. Jahrhunderts. Massenbach gehörte als Flügeladjutant zum engsten Umfeld des letzten Großherzogs von Hessen und hielt zwischen 1896 und 1948 seine Erlebnisse, Reisen, politischen Beobachtungen und persönlichen Gedanken in umfangreichen Tagebüchern fest. Als homosexueller Mann reflektierte er darin zudem seine persönlichen Beziehungen und die damit verbundenen gesellschaftlichen Zwänge seiner Zeit.
    Die Aufzeichnungen eröffnen einzigartige Einblicke in das Leben am großherzoglichen Hof, die Revolution von 1918/19, die Weimarer Republik, den Nationalsozialismus und die unmittelbare Nachkriegszeit. Gleichzeitig erzählen sie von Reisen quer durch Europa, persönlichen Beziehungen, gesellschaftlichen Konventionen und einem Menschen, dessen politische Haltung sich im Laufe der Jahrzehnte deutlich verändert.
    Besonders rätselhaft sind die zahlreichen Passagen, die Jahrzehnte nach ihrer Entstehung vom damaligen Leiter des Staatsarchivs mit schwarzer Tusche dauerhaft unkenntlich gemacht wurden. Warum geschah das? Welche Inhalte sollten verborgen bleiben? Und besteht heute noch die Hoffnung, diese Schwärzungen mit modernen technischen Methoden sichtbar zu machen?
    Außerdem erfahrt ihr, wie die rund 1.000 Seiten umfassenden französischsprachigen Tagebücher transkribiert, übersetzt und digital erschlossen wurden, warum Tagebücher für Archive eine so wertvolle Quelle darstellen und welche neuen Forschungsmöglichkeiten sich dadurch eröffnen.
    Mehr Informationen zu dieser Episode sowie zur Ausstellung „Die Massenbach-Tagebücher – Hessen zwischen Großherzogtum und Demokratie“ findet ihr auf der Website des Hessischen Landesarchivs (landesarchiv.hessen.de) sowie auf hla-media.de. Abonniert „Aufgeschlossen – Türen zur Geschichte“ auf Spotify, Apple Podcasts oder der Plattform eurer Wahl, um keine Folge zu verpassen.
    Shownotes:
    • https://landesarchiv.hessen.de/sites/landesarchiv.hessen.de/files/2026-06/archivnachrichten_01_2026_barrierefrei_hessisches_landesarchiv_end_i7_ow_2026-06-29.pdf, S. 51-55;
    • Bestand Fabian von Massenbach im Staatsarchiv Darmstadt (HStAD Best. D 24, Nr. 62/1-15: https://arcinsys.hessen.de/arcinsys/detailAction?detailid=g436812
    43 min
  • Seuchen, Sorge, Staatsmacht: Was historische Akten über Epidemien verraten
    Was geschieht, wenn eine Krankheit ein ganzes Dorf erfasst? Wie reagierten Obrigkeit, Ärzte und Bevölkerung lange bevor es moderne Medizin, Impfstoffe oder Gesundheitsämter gab?
    In dieser Folge von „Aufgeschlossen – Türen zur Geschichte“ werfen wir gemeinsam mit Dr. Karsten Ude (Archivschule Marburg) einen Blick auf den Umgang mit Epidemien in der Frühen Neuzeit. Ausgangspunkt ist ein außergewöhnlicher Aktenbestand aus dem Hessischen Landesarchiv: Im Jahr 1786 erfasst eine rätselhafte Krankheit das nordhessische Dorf Balhorn. Innerhalb weniger Wochen erkrankt ein Großteil der Bevölkerung – und die landgräfliche Verwaltung reagiert erstaunlich schnell.
    Anhand der historischen Quellen verfolgen wir, wie Ärzte, Behörden und Apotheker zusammenarbeiteten, welche Maßnahmen zur Eindämmung der Krankheit ergriffen wurden und welche Vorstellungen die Medizin damals prägten. Dabei geht es um Quarantäne, Ernährung, Arzneien und die Viersäftelehre ebenso wie um die Frage, weshalb viele Maßnahmen trotz fehlenden Wissens über Krankheitserreger erstaunlich vertraut wirken.
    Die Episode zeigt eindrucksvoll, wie Archive nicht nur große historische Ereignisse dokumentieren, sondern auch den Alltag vergangener Krisen sichtbar machen. Die Akten erzählen von staatlichem Handeln, medizinischem Wissen und den Lebensbedingungen der Menschen – und schlagen zugleich eine überraschende Brücke zu unseren Erfahrungen während der Corona-Pandemie.
    Mehr Informationen zu dieser Episode und zu den Beständen des Hessischen Landesarchivs findet ihr auf landesarchiv.hessen.de sowie auf hla-media.de. Abonniert „Aufgeschlossen – Türen zur Geschichte“ auf Spotify, Apple Podcasts oder der Plattform eurer Wahl, um keine Folge zu verpassen.
    Shownotes:
    • https://landesarchiv.hessen.de/sites/landesarchiv.hessen.de/files/2026-06/archivnachrichten_01_2026_barrierefrei_hessisches_landesarchiv_end_i7_ow_2026-06-29.pdf
    , S. 11-14
    • Akte zum Fall Balhorn im Staatsarchiv Marburg (HStAM Bestand 5 Nr. 970: https://arcinsys.hessen.de/arcinsys/detailAction?detailid=v1412974)
    • https://flexikon.doccheck.com/de/Humoralpathologie
    • https://home.uni-leipzig.de/helium/Querdenker/Referate2025/Humoralpathologie%20Handout.pdf
    43 min
  • Gefährdete Geschichte: Wie Archive Akten retten und bewahren
    Was passiert, wenn Geschichte buchstäblich unter Wasser gerät? Und wie lassen sich Akten, Urkunden und Dokumente bewahren, wenn Feuer, Schimmel, Schädlinge oder Papierzerfall sie bedrohen?
    In dieser Folge von „Aufgeschlossen – Türen zur Geschichte“ geht es um ein Thema, das oft im Hintergrund bleibt, für Archive aber unverzichtbar ist: die Bestandserhaltung. Gemeinsam mit Dr. Sabine Fees aus dem Hessischen Staatsarchiv Marburg sprechen wir darüber, wie gefährdete Unterlagen gesichert, gereinigt, verpackt und langfristig nutzbar gemacht werden.
    Ausgangspunkt ist eine Katastrophe in Bad Hersfeld: In der Nacht vom 19. Juli 1956 trat nach starken Regenfällen die Geis über die Ufer. Die Altstadt wurde überflutet, Keller liefen voll – darunter auch das Landratsamt Hersfeld. Dort gelagerte Akten versanken in Wasser und Schlamm. Betroffen waren nicht nur Verwaltungsunterlagen, sondern auch Quellen zur Geschichte einer ganzen Region: Akten aus der Nachkriegszeit, Unterlagen zu Schulen, Gesundheit, Verkehr, Wahlen, Ein- und Ausbürgerungen und zur besonderen Lage des Kreises an der innerdeutschen Grenze.
    Die Folge zeigt, wie schwierig der Umgang mit solchen beschädigten Beständen ist. Durchnässte Akten können verblocken, verschimmeln und dadurch für die Nutzung gesperrt werden. Am Beispiel des Landratsamts Hersfeld wird deutlich, welche Maßnahmen notwendig sind, um beschädigte Unterlagen zu retten – von Reinigung und Neuverpackung über die Zusammenarbeit mit Dienstleistern bis hin zur Massenentsäuerung gegen den fortschreitenden Papierzerfall.
    Doch Bestandserhaltung beginnt nicht erst im Katastrophenfall. Auch Klima, Staub, Verpackung, Lagerung und Schädlingsmanagement spielen eine zentrale Rolle. Deshalb geht es in der Folge auch um Papierfischchen, Quarantäneboxen, Integrated Pest Management (IPM) und die Frage, wie Archive verhindern, dass wertvolle Unterlagen überhaupt erst Schaden nehmen.
    Die Folge macht deutlich: Bestandserhaltung ist eine dauerhafte Aufgabe – analog wie digital. Sie sorgt dafür, dass Geschichte nicht verloren geht, sondern auch in Zukunft erforscht, verstanden und weitergegeben werden kann.
    Mehr Informationen zu dieser Episode und zu den Beständen des Hessischen Landesarchivs findet ihr auf landesarchiv.hessen.de sowie auf hla-media.de. Abonniert den Podcast auf Spotify, Apple Podcasts oder der Plattform eurer Wahl, um keine Folge zu verpassen.
    Shownotes:
    Bestandserhaltung: Ein Ratgeber für Verwaltungen, Archive und Bibliotheken: https://archivberatung.hessen.de/sites/archivberatung.hessen.de/files/2022-11/Bestandserhaltung-2019-online_0.pdf
    Koordinierungsstelle für die Erhaltung des schriftlichen Kulturguts - Wissensdatenbank: https://www.kek-spk.de/wissensdatenbank
    Archivberatung Hessen: https://archivberatung.hessen.de/
    Fees, Sabine: Wenn Geschichte im Hochwasser versinkt – Ein 70 -jähriges Bestandserhaltungsprojekt: Archivnachrichten aus Hessen, Ausgabe 2026/1
    54 min
  • Verfälscht und verbreitet: Fake News aus vergangenen Jahrhunderten
    Was haben gefälschte Urkunden aus dem Mittelalter mit heutigen Fake News gemeinsam? Und wie helfen uns Archive dabei, historische Fakten von bewussten Falschmeldungen zu unterscheiden?
    In dieser Folge von „Aufgeschlossen – Türen zur Geschichte“ sprechen wir mit Dr. Anna Krabbe vom Staatsarchiv Darmstadt über Fake News in Geschichte und Gegenwart. Ausgangspunkt sind überraschende Beispiele aus archivalischen Quellen, von dem Gerücht, George Washington sei eine Frau gewesen, über die angeblich überlebende Zarentochter Anastasia bis zur Behauptung, die Nationalsozialisten hätten die Autobahn erfunden.
    Dabei wird deutlich, dass Falschmeldungen kein Phänomen des digitalen Zeitalters sind. Schon in früheren Jahrhunderten wurden Informationen verfälscht und umgedeutet, sodass sich Geschichten gezielt verbreiteten. Anhand von Überlieferungen aus Hessen zeigt die Folge, wie sich solche Behauptungen nachvollziehen lassen und welche historischen Interessen dahinterstanden.
    Außerdem geht es um die Frage, wie Archive helfen können, Fake News zu entlarven. Sie ermöglichen es, Aussagen zu überprüfen, Zusammenhänge sichtbar zu machen und historische Entwicklungen genauer einzuordnen.
    Eine Folge für alle, die erfahren möchten, wie sich Wahrheit und Fälschung in historischen Quellen begegnen und warum Archive eine wichtige Rolle im Umgang mit Desinformation spielen.
    Mehr Informationen zu dieser Episode und zu den Beständen des Hessischen Landesarchivs findet Ihr auf landesarchiv.hessen.de sowie auf hla-media.de. Abonniert den Podcast auf Spotify, Apple Podcasts oder der Plattform Eurer Wahl, um keine Folge zu verpassen.
    Shownotes:
    Archivnachrichten aus Hessen: "Fakes und (F)Akten - Archive als Orte der Verlässlichkeit?" https://landesarchiv.hessen.de/sites/landesarchiv.hessen.de/files/2025-12/archivnachrichten_02_2025_barrierefrei_hessisches_landesarchiv_end_ow_2025-12-11.pdf, S. 18-22
    Anastasia Romanowa Anastasia Romanowa: Es gibt einige Verfilmungen, die meist davon handeln, dass Anna Anderson Anastasia sein könnte.
    Schtonk! Ist eine deutsche Filmkomödie von Helmut Dietl über die Veröffentlichung der gefälschten Hitler-Tagebücher in der Hamburger Illustrierten Stern 1983.
    Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) ist die Cybersicherheitsbehörde des Bundes und Gestalter einer sicheren Digitalisierung in Deutschland: https://www.bsi.bund.de/DE/Home/home_node.html
    43 min
  • Zwischen Schutz und Aufklärung: Verantwortung im Umgang mit belastenden Unterlagen
    Was passiert mit Unterlagen, die für Betroffene belastend sein können? Wie gehen Archive mit sensiblen Informationen um, etwa zu Verfolgung, Diskriminierung oder persönlichen Schicksalen? Und welche Verantwortung tragen Archive, wenn sie solche Quellen bewahren und zugänglich machen?
    In dieser Folge von „Aufgeschlossen – Türen zur Geschichte“ sprechen wir über den Umgang mit belastenden Unterlagen im Archiv. Gemeinsam mit Andrea Heck, zuständig für Themen der Erschließung und des Gesundheitsmanagements im Hessischen Staatsarchiv Darmstadt sowie dem Archivleiter des Fritz-Bauer-Instituts in Frankfurt am Main, Johannes Bermann-Schön, werfen wir einen Blick auf Dokumente, die schwierige und oft schmerzhafte Kapitel der Geschichte überliefern.
    Dabei geht es um Quellen, die von staatlichem Handeln ebenso zeugen wie von individuellen Lebensgeschichten. Solche Unterlagen können für Forschung und Aufarbeitung von großer Bedeutung sein. Gleichzeitig stellen sie Archive immer wieder vor die Frage, wie sich der Zugang zu diesen Materialien verantwortungsvoll gestalten lässt.
    Wir sprechen darüber, welche rechtlichen und ethischen Rahmenbedingungen dabei eine Rolle spielen und wie Archive zwischen Transparenz, Schutz der Persönlichkeitsrechte und historischer Aufklärung abwägen.
    Eine Folge für alle, die erfahren möchten, welche Herausforderungen mit sensiblen Archivbeständen verbunden sind und wie Archive mit der Verantwortung umgehen, schwierige Geschichte zu bewahren.
    Mehr Informationen zu dieser Episode und zu den Beständen des Hessischen Landesarchivs findet Ihr auf landesarchiv.hessen.de und hla-media.de. Abonniert den Podcast auf Spotify, Apple Podcasts oder der Plattform Eurer Wahl, um keine Folge zu verpassen.
    45 min
  • Klassenzimmer der Vergangenheit: Wie Schulgeschichte überliefert wird
    Was verraten Schulakten über den Alltag früherer Generationen? Welche Spuren hinterlassen Unterricht und Schulverwaltung in den Archiven? Und warum sind gerade scheinbar alltägliche Dokumente wichtige Quellen für die Geschichtsforschung?
    In dieser Folge von „Aufgeschlossen – Türen zur Geschichte“ sprechen wir über Schule als historischen Ort und über die Überlieferungen, die dabei entstehen. Gemeinsam mit Dr. Elisabeth Schläwe, stellvertretende Leiterin des Referats Überlieferungsbildung im Hessischen Staatsarchiv Marburg, schauen wir darauf, welche Unterlagen aus Schulen ins Archiv gelangen und was sie über Bildung und über gesellschaftliche Entwicklungen erzählen.
    Dabei geht es auch um typische Quellen aus dem Schulalltag und um die Frage, welche Einblicke sie in vergangene Lebenswelten ermöglichen. Selbst unscheinbare Einträge oder Randnotizen können zeigen, wie sich größere historische Entwicklungen im Alltag von Schule widerspiegeln.
    Außerdem sprechen wir darüber, wie Archive entscheiden, welche Unterlagen zu Archivgut werden. Denn aus der großen Zahl von Schulen kann nicht jede vollständig archivisch überliefert werden. Umso wichtiger ist eine bewusste Auswahl, die langfristig aussagekräftige Einblicke in die Geschichte des Schulwesens ermöglicht.
    Eine Folge für alle, die wissen möchten, wie Schulgeschichte im Archiv bewahrt wird und welche Geschichten sich hinter den Akten des Schulalltags verbergen.
    Mehr Informationen zu dieser Episode und zu den Beständen des Hessischen Landesarchivs findet Ihr auf https://landesarchiv.hessen.de/ und https://hla-media.de/. Abonniert den Podcast auf Spotify, Apple Podcasts oder der Plattform Eurer Wahl, um keine Folge zu verpassen.
    Shownotes: Mehr Hinweise zu den Schulchroniken im Hessischen Staatsarchiv Marburg, Best. Prot. IV:
    https://arcinsys.hessen.de/arcinsys/showFondsDetails?fondsId=1635
    Bewertungskatalog Schulämter: https://landesarchiv.hessen.de/sites/landesarchiv.hessen.de/files/2022-11/schulaemter_2018_0.pdf
    Bewertungsmerkblatt: https://landesarchiv.hessen.de/sites/landesarchiv.hessen.de/files/2022-11/bewertungsmerkblatt_schulen_hla.pdf
    41 min
  • Erinnern, Forschen, Verstehen: Jugendgeschichte auf Burg Ludwigstein
    Was bedeutet Jugendbewegung eigentlich und warum spielt sie für die deutsche Geschichte eine so große Rolle? Welche Vorstellungen und Spannungen verbinden sich mit Pfadfindern und bündischen Gruppen? Und wie lässt sich all das heute im Archiv nachvollziehen?
    In dieser Folge von „Aufgeschlossen – Türen zur Geschichte“ werfen wir gemeinsam mit der Leiterin des Archivs der deutschen Jugendbewegung auf Burg Ludwigstein, Dr. Susanne Rappe-Weber, einen Blick auf mehr als hundert Jahre Jugendkultur. Wir sprechen über die Entstehung um 1900 und darüber, wie aus Reformgedanken gemeinschaftliche Lebensformen entstanden. Zugleich geht es um politische Vereinnahmung, umtiefe Einschnitte sowie Neuanfänge nach 1945.
    Die Bestände reichen von Protokollen und Mitgliederlisten bis hin zu Nachlässen und Fotografien. Sie erzählen von Wanderfahrten und Zeltlagern ebenso wie von Protest und gesellschaftlichen Veränderungen. So wird deutlich, wie eng persönliche Erinnerungen und historische Entwicklungen miteinander verwoben sind.
    Wir diskutieren, unter welchen Bedingungen sich Jugendbewegungen zwischen eigenem Gestaltungswillen und politischem Zugriff bewegten. Außerdem schauen wir auf die Bedeutung von Orten wie Burg Ludwigstein als Erinnerungsorte und darauf, weshalb
    diese Überlieferungen bis heute wichtige Quellen für die Sozial- und Kulturgeschichte sind.
    Eine Folge für alle, die erfahren möchten, wie Jugend Generationen geprägt hat und welche Spuren davon bis heute in Archiven erhalten sind.
    Mehr Informationen zu dieser Episode und zu den Beständen des Hessischen Landesarchivs findet Ihr auf landesarchiv.hessen.de. Abonniert den Podcast auf Spotify, Apple Podcasts oder der Plattform Eurer Wahl, um keine Folge zu verpassen.
    Shownotes:
    • Zu den Beständen des Archivs:
    Arcinsys | Detailseite: Archiv der deutschen Jugendbewegung
    https://arcinsys.hessen.de/arcinsys/showArchiveDetails?archiveId=76
    • Der Link zum Sammlungsprofil https://www.burgludwigstein.de/forschen/profil/sammlungsergaenzung
    • Die Jugendmusikbewegung:
    https://www.adjb-jugendmusikbewegung.de/
    41 min
  • Geschichte in Bewegung: Wie Sport Gesellschaft prägt
    Wie prägt Sport unser Leben – und seit wann eigentlich? Was erzählen Vereinsregister, Polizeiakten oder Turnordnungen über Macht, Disziplin und Gemeinschaft? Und warum ist Sportgeschichte weit mehr als nur eine Randnotiz?
    In dieser Folge von „Aufgeschlossen – Türen zur Geschichte” sprechen wir mit Dr. Katrin Marx-Jaskulski und Dr. Alexander Priebe über Sport als historische Quelle im Archiv. Gemeinsam werfen wir einen Blick auf die vielfältigen Spuren, die sportliche Aktivitäten in den Beständen des Hessischen Landesarchivs hinterlassen haben – von frühen Turnvereinen und Arbeitersport bis hin zu Sport im Nationalsozialismus.
    Die Überlieferungen reichen von Vereinsstatuten und Mitgliederlisten über Bauakten zu Turnhallen und Schwimmbädern bis hin zu Gerichtsakten. Sie dokumentieren nicht nur körperliche Betätigung, sondern auch Fragen von Disziplin, Gesundheit, Integration und politischer Einflussnahme – und eröffnen damit aufschlussreiche Einblicke in Sozial- und Alltagsgeschichte.
    Wir sprechen darüber, welche Dokumente Aufschluss über Vereinsleben und gesellschaftliche Normen geben, wie Sport zur Gemeinschaftsbildung beitrug und warum gerade scheinbar alltägliche Unterlagen wertvolle Quellen für die historische Forschung sind.
    Eine Folge für alle, die verstehen möchten, wie eng Sport, Politik und Gesellschaft historisch miteinander verbunden sind.
    Mehr Informationen zu dieser Episode und zu den Beständen des Hessischen Landesarchivs findet ihr auf landesarchiv.hessen.de und hla-media.de. Abonniert den Podcast auf Spotify, Apple Podcasts oder der Plattform eurer Wahl, um keine Folge zu verpassen.
    Shownotes:
    Sport und Geschichte - Landessportbund Hessen e.V.: https://www.landessportbund-hessen.de/geschaeftsfelder/sport-und-geschichte/
    100 Jahre Institut für Sportwissenschaft und Motologie - Institutsjubiläum 2024 - Institut für Sportwissenschaft und Motologie - Philipps-Universität Marburg: https://www.uni-marburg.de/de/fb21/sportwissenschaft-motologie/ifl100
    Deutsche Arbeitsgemeinschaft von Sportmuseen, Sportarchiven und Sportsammlungen e.V.: https://www.dags-ev.de/?title=Hauptseite
    Marx-Jaskulski, Katrin: „Auf die Plätze, fertig, los! Sport und Spiel in und um Marburg, Archivnachrichten aus Hessen (2024/2): https://landesarchiv.hessen.de/sites/landesarchiv.hessen.de/files/2024-12/archivnachrichten_webpdf_02_2024_hessisches_landesarchiv_end_ow_18122024.pdf
    45 min

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Taucht ein in die Welt der Geschichte mit „Aufgeschlossen – Türen zur Geschichte“, dem Podcast des Hessischen Landesarchivs. Moderiert von Jan-Hendrik Evers und Maria Kobold, erwartet euch ein spannender Blick hinter die Kulissen historischer Dokumente, die Jahrhunderte alte Geschichten erzählen.