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In dieser Folge sprechen wir mit Susanne, die aus der quirligen Berliner Gastroszene mit ihrem Mann in die fränkische Provinz gezogen ist, um dort ein Wirtshaus zu eröffnen. Von Jugend an war Alkohol ein ständiger Begleiter, vor allem als Belohnung und Tröster - nach extrem fordernder Arbeit im Service, nach Streß, zum Runterkommen, gegen Einsamkeit. Wir erfahren, wie der tödliche Unfall von Susannes Bruder in ihrer Kindheit die Familie zerrüttet und die Eltern in einem Kokon aus Kummer der Welt entreißt, wie sie keine Nähe und Geborgenheit erfuhr und im Alkohol ein "fehlendes Puzzleteil" zu finden glaubte: nämlich Wärme, Nähe und eine Zugehörigkeit, die es im gutbürgerlichen Zuhause nicht gab. Wir hören, wie der Konsum stärker wurde, wie die Anforderungen, ein neues Geschäft im Nirgendwo aufzubauen, eine Familie zu gründen und ein Haus zu sanieren, sie immer unkontrollierter zur Weinschorle greifen ließen. Wie sie sich das Trinken in der Schwangerschaft verbot, um es sofort nach dem Abstillen wieder anzufangen. Wie sie mit Alkohol Depressionen bekämpfen wollte, die der Alkohol erst ausgelöst hatte. Wie sie Streits vom Zaun brach, ihren Mann verbal immer heftiger angriff, immer weniger Halt fand. Susanne berichtet, dass sie trotz glasklaren Problembewusstseins zwei volle Jahre innerer Verhandlungen brauchte, bis sie tatsächlichen nüchtern werden konnte. Wir erfahren aber auch, wie sich durch die Nüchternheit alles in ihrem Leben verbesserte und wie sie ihre persönlichen Baustellen - die transgenerationalen Traumata, die Depressionen, eine sehr späte ADHS-Diagnose - endlich angehen konnte. Eine starke und gleichzeitig fragile Folge, die einen tiefen Einblick gewährt und deutlich zeigt: Man muss nicht warten, bis der Alkohol alles im eigenen Leben zerstört hat, bis man anfängt aufzuhören.
Hier findet ihr Susannes Wirtshaus in Franken: https://www.loewe-rieneck.de
In dieser intimen Zweierfolge lassen Holger und Lasse im wahrsten Sinne des Wortes die Hosen runter, denn es geht - streng nach dem "ABC der Abhängigkeit" beim Buchstaben "I" - um Intimität. Dabei geht es nicht (nur) um Sexualität: Wir erfahren von fehlender Nähe in der Kindheit, davon, Berührungen vor allem als strafend erlebt zu haben und von einer tiefsitzenden Angst vor Ablehnung, wenn man sich wirklich und echt - also intim - zeigt. Wir hören von kindlich-naiven Harmoniebedürfnissen, die im Rausch zu Umarmungen und Liebesbekundungen ausuferten, von einem Hunger nach Leben und nach Berührungen, aber auch von düsteren Abschleppgeschichten am Rande der Artikulationsfähigkeit. Es geht um Selbsterniedrigung, um die vermeintliche Sicherheit im gewohnten Gefühl von Schuld und Scham und darum, wie ein T-Shirt Streicheleinheiten ersetzen kann. Wir erleben den Teufelskreis, in dem Alkohol scheinbar als Mittel zu mehr Intimität benutzt wird, um genau diese Intimität am Ende komplett zu verhindern. In dieser Folge wird ungewöhnlich viel um Worte gerungen, werden passende Beschreibungen gesucht und ziemlich viel Seele preisgegeben. Geht vorsichtig mit dieser Folge um - sie ist zerbrechlich.
In dieser wahrhaftigen XXl-Folge, die nur knapp unter der Zwei-Stunden-Grenze bleibt, lernen wir die großartige Konstanze kennen. Sie ist Wienerin, höchst erfolgreiche Schauspielerin, Kabarettistin, Romanautorin, Regisseurin und nicht zuletzt Drehbuchautorin - und feiert hier mit uns auf den Tag genau ein Jahr Nüchternheit. Konstanze erzählt, wie im Kulturbetrieb Alkohol einfach immer dazugehört hat, wie er als Problemlöser diente, wie er Unsicherheit und Schüchternheit verschwinden ließ, wie er scheinbar half, strukturelle Ungerechtigkeiten, denen sie als Frau ausgesetzt war, auszuhalten. Sie spricht auch über ihre schmerzhafte Kindheit in einem Weinbauerndorf südlich von Wien, von einer "eiskalten Mutter" und einem überstrengen Vater, den der Alkoholkonsum ins Grab bringt - und davon, wie das Gefühl "Ich bin falsch" als stigmatisierende Überschrift über ihrer Kindheit stand und warum sie früh lernte, sich "von sich selbst wegzutrinken". Wir hören vom Regiment des "Königs Alkohol" am Theater und erfahren, wie Konstanze lange Jahre ihren Selbstbetrug aufrecht erhielt, wie sie aufwändige "Genussinszenierungen" erfand, um immer weiter und mehr trinken zu können. Erst, als sie betrunken mit dem Weinglas in der Hand beim Spielen mit der heißgeliebten Enkelin weggedämmert, gelingen ihr Erkenntnis und der finale Absprung. Ein ganz persönliches, anrührendes und lebenskluges Gespräch mit einer Frau, die heute sagt: "Es ist niemals zu spät aufzuhören!"
Hier findet ihr Konstanzes eigenen Podcast "Generation O ...wie Omi!": https://open.spotify.com/show/0XR1dfJElgvABm9SW6R6gZ
Und hier findet ihr Informationen zur No&Low-Messe "Unbeschwipst" am 04.10. in Wien: https://www.markterei.at/zukuenftig/unbeschwipst-wiens-erste-messe-fuer-no-low-getraenke-curated-by-keinlow
Wenn ihr diese Folge hört, ist irgendetwas schiefgegangen. Denn diese "Notfolge", im Januar 2026 als "zeitlose Folge" produziert, wird nur eingesetzt, wenn eine andere geplante Folge nicht erscheinen kann. Und weil sich in einer Notfolge als Thema "Not" direkt anbietet, geht es in dieser Folge um verschiedene Nöte: die Nöte, die es gab, als wir noch getrunken haben, die neuen Nöte, die in der Nüchternheit entstehen können und wie wir ihnen begegnen. Eine kleine, aber feine Folge!
In dieser Folge lernen wir Kevin kennen, Sohn einer Gastwirtsfamilie in dritter Tradition in einem kleinen fränkischen Weindorf. Kevin hat lange gebraucht, bis er den Mut hatte, über seine Geschichte offen zu sprechen. Das ist auch kein Wunder: Wir erfahren von einem generationalen Problem, bei dem Großvater und auch Vater Alkoholiker waren, von Kevins eigenem Trinken, um irgendwie entspannen zu können, um schlafen zu können. Wir hören von einer schwierigen Kindheit inmitten einer kaputten Ehe voller Streß, Streits und Trinkexzessen des Vaters, von der Scham, die Kevin für seinen offen vor Gästen betrunkenen Vater empfand und wie er trotzdem immer das Gefühl hatte: "Ich kann ihn retten!" Wie es Kevin nach der Übernahme des Wirtshauses mit dem pegeltrinkenden Vater in der Küche erging, warum er nach weiteren Tiefschlägen dicht machen musste und wie er nach Österreich flüchtete, während sein eigener Konsum immer weiter anstieg, ist ebenso Teil der Geschichte wie die Tatsache, dass die Corona-Krise alle Probleme verstärkte und wieso der erste Entzugsversuch scheiterte. Welche Rolle ein spät gestellte ADHS-Diagnose spielte und warum Kevin heute anderen Menschen Mut machen will, unbedingt den ersten Schritt in die Nüchternheit zu wagen, hört ihr in dieser besonderen Folge!
Hier findet ihr weitere Infos zur Fachklinik Weibersbrunn:
https://www.hephata.de/fachklinik-weibersbrunn
Hier ist der Link zur Homepage der Suchtberatungsstelle der Caritas in Bad Kissingen, die Kevin auf seinem Weg begleitet hat:
https://caritas-kissingen.de/beratung-hilfe/suchtberatung/
In dieser Folge geht es um die Erlebnisse - ja, man kann fast sagen: die Aventüren - von Bruno, der erst vor kurzem nüchtern geworden ist nach einen überreichen Leben voller Exzesse, Höhenflüge und tiefster Tiefen. Wo andere die Hoffnung aufgegeben haben, weit hinten im Leben noch etwas verändern zu können, sagt Bruno mit 73 Jahren voller Überzeugung: Es ist nie zu spät! Wir erfahren, wie Bruno in schwierigsten Verhältnissen, als Kind einer italienischstämmigen Mutter und eines Schweizer Vaters aufwuchs, in einem Haushalt, der buchstäblich von Sprachlosigkeit, Vereinsamung und auch von brutaler Gewalt bestimmt war. Wir hören, wie er in seiner Einsamkeit den Exzess suchte und den "verlässlichsten Freund seines Lebens" fand, den Alkohol, auf den er immer wieder zurückfiel und der im Triumph wie im Elend immer "helfen konnte". Wir hören vom Ausbruch aus der Dorfenge, von einem ungeahnten Leben in gehobensten Kreisen, innerlich aber immer als Außenseiter, wir sind Zeuge von von irrwitzigen Glücksfällen, von der Fähigkeit, selbst Katastrophen noch in Erfolge zu wenden. Und: nie die Hoffnung zu verlieren. Das gilt besonders für den letzten, schwierigsten Kampf: Gegen die Abhängigkeit vom "falschen Freund Alkohol" und für die Rettung seiner großen Liebe. Eine Folge, die ihr nicht verpassen dürft.
Triggerwarnung: Suizid (ca. Minute 11 - Minute 31). In dieser Folge - die mit einer ziemlich heftigen Geschichte in der Befindlichkeitsrunde anfängt - führen wir das "ABC der Abhängigkeit" mit dem Buchstaben "H" weiter. Der steht für "Heimlichkeit", und was das bedeutet, erklären wir ausführlich. Heimlichkeit wird unweigerlich nötig, weil der oder die Konsumierende eine Normalität vorgaukeln muss, die es längst nicht mehr gibt. Es wird heimlich getrunken, um die Symptome von Kater zu verstecken oder um die körperlichen Probleme von zu geringem Pegel im Körper auszugleichen. Es wird heimlich getrunken, weil man längst weiß, dass das Umfeld den eigenen Konsum kritisch beobachtet. Alles wird überbaut mit komplizierten Lügen- und Rechtfertigungsgebilden, mit "Showflaschen", mit angeblicher "Me-Time", alles, um bloß weiter trinken zu können. Wir sprechen über eingeladene Gäste, die beim Trinken stören und über verbrannte Menüs. Über "Preßhalbe" bei kleinen Besorgungsgängen, um auf Pegel zu kommen. Über den Schleier der Heimlichkeit, der heftiges Trinken ohne Beobachtung oder Verurteilung erst möglich macht und über das innere Kommando "Let's get lost". Und wir reden glasklar über das, was Heimlichkeit beim Trinken immer bedeutet - nämlich Lügen, Lügen und immer wieder Lügen. Eine intime, in jedem Bereich intensive Folge.
Das ist unsere erste Folge mit einem waschechten Grimme-Preis-Träger! Marti, besser bekannt als "Marti Fischer", ist mehrfach preisgekrönter Musiker, Moderator, Schauspieler, Comedian und war als ein Teil des Duos "Ragazzki" mit dem Song "Ciao Ragazzki" dieses Jahr im ESC-Vorentscheid dabei. Außerdem ist er trockener Alkoholiker mit ADHS-Diagnose. Marti spricht ernst wie nie über seine scheinbare Erfolgsgeschichte, über die Scham wegen dauerndem Lügen und Verstellen und über die regelmäßige Rückkehr zu etwas, das den "Stummschalte-Knopf im Kopf" zuverlässig betätigen konnte. Wir hören über Trauer und Krisen, die hinter permanenter Fröhlichkeit versteckt wurden, über wichtige Gespräche mit Torsten Sträter, über Helfersyndrom und Überlastung und darüber, wie er bis zuletzt den Rausch, den er so liebte, schützen wollte. Bei uns sagt er, dass er nicht mehr betrunken sein will, warum ihm Selbstakzeptanz heute leichter fällt und warum man nach dem Aufhören vom Leben etwas zurückbekommt - und nichts verliert. Eine großartige, sehr intime Folge!
In dieser außergewöhnlichen Folge sprechen wir mit Christoph, den viele "Deutschlands erfolgreichsten Brenner" nennen. Christoph ist der Mann hinter den Ultrapremiumbränden der "Stählemühle" und dem Welterfolgs-Gin "Monkey 47". Er bezeichnet sich selbst als "komplett abstinent bis auf kleine Ausnahmen" und mag Alkohol sehr gerne - allerdings nicht zum Trinken. Ein Brenner, den der Aspekt des Rauschs beim Alkohol immer abgestoßen hat, der mit Kontrollverlust überhaupt nichts anfangen kann und der sagt: "Die Plörre, die ich gemacht habe, muss ich nicht noch selber trinken." All das vertreten mit großer Klarheit, auch mit Streitbarkeit und verbunden mit einem Plädoyer zur Bescheidenheit. Warum Christoph denkt, dass in seiner aktiven Zeit nur 1% seiner Kunden verstanden haben, was er machte, wieso ihm "Statuskunden" ein Graus waren, warum er den Rausch trotz allem für ein bewahrenswertes Kulturgut hält und wieso er neuartige alkoholfreie Alternativen komplett ablehnt, hört ihr in dieser kontroversen Folge!
Schnallt euch an! In dieser Folge gibt es knallehrliche Einblicke in den Lebensweg von Maximiliane, deren Konsumzeit mit 15 anfing und mit 37 endete. Sie hat in der Gastro alles gesehen: Das Fünf-Sterne-Hotel, in dem jeder heimlich trank und in dem man nach durchfeierten Nächten selbstverständlich im Morgengrauen den Frühstücksservice machte. Sternegastronomie, in der nicht nur getrunken wurde, sondern wo es ein tägliches "Standing Order" für Kokain gab, mit dem sich der Service versorgte. Am Ende das eigene Gourmet-Projekt, bei dem der eigene Konsum immer früher am Tag anfing und hinter sorgfältig gepflegter Kulisse völlig entgleiste. Kokain, Ketamin, Alkohol, eine lange Phase, in der sie sich selbst erzählte, sie sei "nüchtern", obwohl sie in ihrer Wohnung weiter Weinflaschen leerte - all das konnte Maximiliane hinter sich lassen und sagt heute: Sie ist unglaublich dankbar für die Nüchternheit, denn das Leben ist viel, viel größer geworden, seit sie mit dem Trinken aufgehört hat. Eine Pflichtfolge!
Maximilianes Sober-Begleitservice (Disclaimer: bei dem auch Holger gebucht werden kann) findet ihr hier: https://www.yoursober.life
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Ein Leben ohne Alkohol, wie geht das überhaupt? Holger Schwarz und Lasse Nolte, beide inzwischen nüchtern, versuchen, diese…