In dieser Podcast-Folge sprechen wir über ontisch/ontologische Erschöpfung.
Wenn unsere Patient:innen müde sind, nicht mehr können, keine Kraft mehr haben, dann sollten wir uns fragen, inwieweit sich diese Erschöpfung allein mit biographischen Faktoren begründen lässt.
Dabei gilt es zu erkunden, inwiefern es sich um eine existenziellere Form der Erschöpfung, eine Erschöpfung des Seins an sich, handeln könnte.
Ausgehend von Ideen der Philosophin Marina Christodolou diskutieren wir, ob uns das erschöpfte Sein der Welt zusätzlich erschöpft. Unter einer Erschöpfung des Seins kann man unsere von Kriegen erschütterte, ausgebrannte Welt verstehen. Angesichts des Sterbens der Arten, des Zerbrechens der Berge und des Schmelzens des „ewigen“ Eises sowie des Endes eines Fortschrittsglaubens bricht unser bisheriger Bedeutungshorizont weg.
Suchen wir Bedeutung in der Vergangenheit, die aber gerade zerfällt, droht die nachfolgende Enttäuschung unsere Erschöpfung noch zu verstärken. Wagen wir es hingegen, die Krise zu akzeptieren und den Tiefpunkt des Daseins bewusst zu erleben, öffnen wir den Raum für neue Bedeutungshorizonte.
Diese Idee führt nicht zuletzt zu einer grundsätzlichen Anpassung der bisherigen psychoanalytischen Einstellung.
Website IPPK: https://ippk.de/
Behörde für Inneres – Der Podcast zur Praxis der Psychoanalyse
Staffel 3
Sprecher:innen: Lena Barth & Barbara Rüttner Götzmann
Producer: Jackson Gatlin Crawford