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BERLIN. Am 10. April vor zehn Jahren hat Sarah Hallmann die Türen ihres Restaurants Hallmann & Klee am Böhmischen Platz in Neukölln zum ersten Mal geöffnet. Damals als kleines Frühstückslokal, selbstfinanziert, ohne Investoren, mit einem einfachen Vier-Flammen-Gasherd und dem Mut, es anders zu machen. Heute ist Hallmann & Klee ein mit einem Michelin-Stern und drei Gault-Millau-Hauben ausgezeichnetes Restaurant – und wurde von der tipBerlin Speisekarte 2026 zum besten Restaurant Berlins gekürt. Was bleibt, ist der Ort. Und die Haltung dahinter.
„Ich bin einfach unendlich dankbar“„Zehn Jahre – das fühlt sich an wie gestern und wie ein ganzes Leben zugleich“, sagt Sarah Hallmann. „Ich bin einfach unendlich dankbar. Für mein Team, das diesen Weg mit mir geht. Für meine Gäste, die mir von Anfang an das Vertrauen geschenkt haben, aus dem Bauch heraus zu arbeiten. Für alle, die über die Jahre Teil dieser Geschichte geworden sind – und die, die es noch werden.“
Gegründet im April 2016 als Frühstücksadresse in Neukölln, hat sich Hallmann & Klee über die Jahre organisch und eigenwillig entwickelt: von ersten Abend-Bistro-Gerichten über die Konzentration auf das Abendgeschäft bis hin zum heutigen 6-Gänge-Menü, das Gäste vier bis sechs Wochen im Voraus reservieren. Neun Jahre lang wurde auf jenem einfachen Gasherd gekocht, auf dem auch die legendäre „Kartoffel, Liebstöckel, Molke“ entstand – ein Gericht, das vom allerersten Mittagstisch bis heute auf der Karte steht.
Maximaler Minimalismus – und viel GefühlSarah Hallmanns Küche ist klar, aufs Wesentliche reduziert, mit viel Tiefe. Sie erzählt von Kindheitserinnerungen auf dem Bauernhof bei Ludwigsburg, von französischem Handwerk, von Personalessen, die zu Menü-Highlights wurden – wie dem „Toast Hawaii Quattro Formaggi“, bei dem geschmorter Apfel an die Stelle der Ananas tritt. „Essen muss berühren“, sagt sie. „Wenn ich ein Gericht nicht mehr fühle, ist es auch nicht mehr richtig auf der Karte.“
Diese emotionale Reduktion ist über die Jahre zum Markenzeichen geworden. 2023 wurde Sarah Hallmann vom Gault&Millau zur Gastronomin des Jahres gewählt, im März 2024 folgte der erste Michelin-Stern. Die Vogue beschrieb ihre Handschrift als „maximalen Minimalismus“. Und trotzdem – oder vielleicht gerade deshalb – ist Hallmann & Klee bis heute ein Ort geblieben, an dem es laut werden darf, an dem gelacht wird, und an dem man „am liebsten nochmal mit dem Finger in den Teller“ will.
Ein Ort, an dem Frauen Raum haben
Hallmann & Klee ist zu rund 80 Prozent weiblich besetzt – in der Küche wie im Service. Zwei Auszubildende gehören derzeit zum Team. Für Sarah Hallmann ist das kein Statement, sondern Selbstverständlichkeit und gleichzeitig Mission: zeigen, dass Spitzengastronomie, Familienfreundlichkeit und eine neue Führungskultur keine Gegensätze sein müssen. „Ich will dauerhaft Talente gewinnen, nicht verbrennen“, sagt sie. „Und ich will einen guten Ort schaffen, an dem sich Gäste, mein Team und ich gleichermaßen wohlfühlen – im besten Fall noch viele, viele Jahre.“
Zum zehnjährigen Jubiläum plant Sarah Hallmann keinen lauten Paukenschlag – das wäre auch nicht ihre Art. Stattdessen: weitermachen, treu bleiben, Gericht für Gericht über sich hinauswachsen. „Wir bleiben uns treu“, sagt sie. „Dafür weiterhin kompromisslose Qualität und emotionale Küche. Ich freue mich darauf, was die nächsten Jahre bringen.“
By BERLIN. Am 10. April vor zehn Jahren hat Sarah Hallmann die Türen ihres Restaurants Hallmann & Klee am Böhmischen Platz in Neukölln zum ersten Mal geöffnet. Damals als kleines Frühstückslokal, selbstfinanziert, ohne Investoren, mit einem einfachen Vier-Flammen-Gasherd und dem Mut, es anders zu machen. Heute ist Hallmann & Klee ein mit einem Michelin-Stern und drei Gault-Millau-Hauben ausgezeichnetes Restaurant – und wurde von der tipBerlin Speisekarte 2026 zum besten Restaurant Berlins gekürt. Was bleibt, ist der Ort. Und die Haltung dahinter.
„Ich bin einfach unendlich dankbar“„Zehn Jahre – das fühlt sich an wie gestern und wie ein ganzes Leben zugleich“, sagt Sarah Hallmann. „Ich bin einfach unendlich dankbar. Für mein Team, das diesen Weg mit mir geht. Für meine Gäste, die mir von Anfang an das Vertrauen geschenkt haben, aus dem Bauch heraus zu arbeiten. Für alle, die über die Jahre Teil dieser Geschichte geworden sind – und die, die es noch werden.“
Gegründet im April 2016 als Frühstücksadresse in Neukölln, hat sich Hallmann & Klee über die Jahre organisch und eigenwillig entwickelt: von ersten Abend-Bistro-Gerichten über die Konzentration auf das Abendgeschäft bis hin zum heutigen 6-Gänge-Menü, das Gäste vier bis sechs Wochen im Voraus reservieren. Neun Jahre lang wurde auf jenem einfachen Gasherd gekocht, auf dem auch die legendäre „Kartoffel, Liebstöckel, Molke“ entstand – ein Gericht, das vom allerersten Mittagstisch bis heute auf der Karte steht.
Maximaler Minimalismus – und viel GefühlSarah Hallmanns Küche ist klar, aufs Wesentliche reduziert, mit viel Tiefe. Sie erzählt von Kindheitserinnerungen auf dem Bauernhof bei Ludwigsburg, von französischem Handwerk, von Personalessen, die zu Menü-Highlights wurden – wie dem „Toast Hawaii Quattro Formaggi“, bei dem geschmorter Apfel an die Stelle der Ananas tritt. „Essen muss berühren“, sagt sie. „Wenn ich ein Gericht nicht mehr fühle, ist es auch nicht mehr richtig auf der Karte.“
Diese emotionale Reduktion ist über die Jahre zum Markenzeichen geworden. 2023 wurde Sarah Hallmann vom Gault&Millau zur Gastronomin des Jahres gewählt, im März 2024 folgte der erste Michelin-Stern. Die Vogue beschrieb ihre Handschrift als „maximalen Minimalismus“. Und trotzdem – oder vielleicht gerade deshalb – ist Hallmann & Klee bis heute ein Ort geblieben, an dem es laut werden darf, an dem gelacht wird, und an dem man „am liebsten nochmal mit dem Finger in den Teller“ will.
Ein Ort, an dem Frauen Raum haben
Hallmann & Klee ist zu rund 80 Prozent weiblich besetzt – in der Küche wie im Service. Zwei Auszubildende gehören derzeit zum Team. Für Sarah Hallmann ist das kein Statement, sondern Selbstverständlichkeit und gleichzeitig Mission: zeigen, dass Spitzengastronomie, Familienfreundlichkeit und eine neue Führungskultur keine Gegensätze sein müssen. „Ich will dauerhaft Talente gewinnen, nicht verbrennen“, sagt sie. „Und ich will einen guten Ort schaffen, an dem sich Gäste, mein Team und ich gleichermaßen wohlfühlen – im besten Fall noch viele, viele Jahre.“
Zum zehnjährigen Jubiläum plant Sarah Hallmann keinen lauten Paukenschlag – das wäre auch nicht ihre Art. Stattdessen: weitermachen, treu bleiben, Gericht für Gericht über sich hinauswachsen. „Wir bleiben uns treu“, sagt sie. „Dafür weiterhin kompromisslose Qualität und emotionale Küche. Ich freue mich darauf, was die nächsten Jahre bringen.“