Jesus erklärt Pilatus in Johannes 18,37-38 seine Berufung, der Wahrheit Zeugnis zu geben. Pilatus bevorzugte, den unschuldigen Jesus zu verurteilen, als sich Ärger mit den Juden einzuhandeln, was etwas über die Gerechtigkeit des römischen „Rechtsstaats“ aussagt. Lukas 23,26-32 beschreibt Jesu Weg zum Kreuz und drei Begegnungen: Simon von Kyrene, die Frauen und die Übeltäter begegneten nacheinander Jesus, der auf dem Weg war, das ultimative Zeugnis der Wahrheit zu geben. Jesus führt Simon von Kyrene zum Kreuz (26) und zeigt ihm, welches Leid mit (seiner) Schuld verbunden ist. Jesus weist die Frauen auf das kommende Gericht hin und fordert sie zum Umdenken auf (27-31). Jesus bereitet sich ein Zeugnis durch einen Übeltäter (32), nachdem er diesem am Kreuz die Schuld vergeben hat (Vorausschau auf Lukas 23,39-43). Wir leben in Zeiten, in denen in Bezug auf Wahrheit und Gerechtigkeit ähnliche Verwirrung herrscht wie in der Antike. Wie Jesus den Töchtern Jerusalems Gericht ankündigte, lesen wir in der Bibel von dem nahenden Tag des Herrn. Wann dieser sein wird, wissen wir nicht; aber es fühlt sich so an, als käme er bald – und wir sollen sein baldiges Kommen erwarten. Wenn in der Endzeit wieder „die Heiden toben und die Völker Nichtiges gegen Gottes Gesalbten ersinnen“, dann wird Gott – wie auf Jesu Weg zum Kreuz – auf das Zeugnis der Wahrheit hindeuten und die Gerechtigkeit Jesu demonstrieren. Die Lektionen vom Kreuzweg können uns dabei Orientierung geben: Nehmen wir unser Kreuz auf uns und folgen wir Jesus nach Golgatha, wie Simon. Werden wir im Anbetracht des kommenden Gerichts bereit zum Umdenken und Absagen von Vergänglichen, wie es Jesus den Frauen nahelegte. Freuen wir uns als Übeltäter, dass Jesus unsere Schuld vergeben hat und uns würdig erachtet, Zeugen seiner Wahrheit zu sein, wie der eine Übeltäter am Kreuz.
„Da sprach Pilatus zu ihm: Also bist du doch ein König? Jesus antwortete: Du sagst es, dass ich ein König bin. Ich bin dazu geboren und dazu in die Welt gekommen, dass ich für die Wahrheit Zeugnis gebe. Jeder, der aus der Wahrheit ist, hört meine Stimme.“ (Johannes 18,37)