Bildstörungen

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By Evangelische Akademie zu BerlinSociety & CultureReligion & SpiritualityEducation
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Bildstörungen episodes

  • Luther lehren

    In einer Sonderfolge zum Geburtstag Martin Luthers (10. November) sprechen wir mit dem tansanischen lutherischen Pfarrer Lusungu Mbilinyi über Anstößiges und bleibend Wichtiges in den Lehren Martin Luthers. In seinem Vikariat in Schmalkalden, einem der Brennpunkte der lutherischen Reformation im 16. Jahrhundert, stieß Mbilinyi auf die vehement antitürkischen und antisemitischen Schriften des Reformators. Inzwischen arbeitet er beim Lutherischen Weltbund in Genf. Im Gespräch erklärt Mbilinyi, warum er sich trotz der rassistischen, kolonialistischen, antisemitischen und sexistischen Aussagen Luthers auf dessen Theologie beruft.

    Shownotes:

    Zum Weiterlesen: Materialien des Lutherjubiläums 2017 zu Luthers Judenfeindschaft.

    Zum Herunterladen: Broschüre der Evangelischen Akademien in Deutschland zum Verhältnis von Antisemitismus und Protestantismus mit Impulsen zur Selbstreflexion.

    44 min
  • Der barmherzige Samariter

    Das Bild vom barmherzigen Samariter ist weit über den Religionsunterricht hinaus geläufig – und beinhaltet als Gegenpol zwingend den hartherzigen jüdischen Priester. Das Erstaunliche ist, wie tief eine so schöne Geschichte über die Nächstenliebe in Antijudaismus verstrickt sein kann. In dieser – der vorerst letzten – Folge unseres Podcasts sprechen wir über die theologischen Gegenüberstellungen die in dieser biblischen Geschichte über die Hilfe für das Opfer eines Raubüberfalls anklingen: barmherzig und hartherzig, Gnade und Gesetz, Versöhnung und Vergeltung. Wie kann man diese Geschichte ohne antijüdische Projektionen lesen?

    Shownotes:

    • Das besprochene Foto und die Schulbuchseite können wir hier aus rechtlichen Gründen leider nicht zugänglich machen.
    • Zitierte Bibelstelle: Lukas 10,25-37
    • Über die Pharisäer und ihre Darstellung in Bibel und christlicher Tradition hat Milena Hasselmann in unserer Online-Veranstaltungsreihe Antisemitismuskritische Bibelauslegungen vertiefend gesprochen.
    • Arbeitshilfe zum Thema: „Viel besser als ihr Ruf: Schriftgelehrte und Pharisäer“ von Volker Menke, herausgeben von der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers.
    • 23 min
    • Jesus und die Ehebrecherin

      Ausgehend von einer oft zitierten Darstellung der biblischen Geschichte von Jesus und der Ehebrecherin, sprechen wir in dieser Folge über sexuelle Doppelmoral und die Unterdrückung von Frauen. Welche Funktion erfüllen „die Juden“ beim christlichen Versuch, sich als Frauenfreund*innen zu brüsten? Und wo kommt diese Projektion auch in gegenwärtigen Diskursen um Frauenrechte und Sexualmoral vor?

      Shownotes:

      • Ausgangsbild der Folge: „Christus und die Ehebrecherin“ von Lucas Cranach d. J.
      • Zitierte Bibelstelle: Johannes 8,1-11
      • Vertiefende Informationen zu Femiziden im Online-Dossier „Gewalt gegen Frauen“ der Bundeszentrale für politische Bildung.
      • 31 min
      • Das Sabbatgebot

        Eine biblische Geschichte von Jesus, der mit Pharisäern über das Sabbatgebot diskutiert, wird gerne genutzt, um christliche gegenüber jüdischer Ethik als vermeintlich überlegen zu profilieren. Jesus erscheint dabei als Vertreter einer Moral, die freiheitlich, situativ flexibel und nur dem Liebesgebot verpflichtet ist. Den Pharisäern wird dagegen blinde Autoritätshörigkeit zugeschrieben. Wie sieht eine Freiheit aus, die sich nicht aus der vermeintlichen Unfreiheit und Unflexibilität anderer speist? Welche Perspektiven eröffnen sich, wenn man ohne Herabsetzung über die Wichtigkeit von Ritualen, Geboten und Regeln diskutiert und über den Sabbat als „Vorgeschmack auf das Paradies“?

        Shownotes:

        • Das besprochene Foto und die Schulbuchseite können wir hier aus rechtlichen Gründen leider nicht zugänglich machen.
        • Zitierte Bibelstelle: Markus 3,1-6
        • Um das Sabbatgebot ging es auch in einer Folge unserer Online-Veranstaltungsreihe Antisemitismuskritische Bibelauslegungen mit dem Theologen Andreas Pangritz.
        • 32 min
        • Die Tempelreinigung

          Die biblische Geschichte von Jesus, der die Händler mit einer Peitsche aus dem Tempel treibt, bringt Juden in einer Weise mit Handel, Geld und Macht in Verbindung, die auch im aktuellen Antisemitismus ein allgegenwärtiger Topos ist. In dieser Folge unseres Podcasts sprechen wir über den Tempel in Jerusalem zu der Zeit, in der die Evangelien entstanden, aber auch über christliches Unbehagen am Umgang mit Geld und Macht. Und wir überlegen, warum es so attraktiv ist, Befreiung und Erlösung als eine „Reinigung“ oder „Austreibung“ zu verstehen, bei der das Böse auf „die da oben“ begrenzt bleibt. Wie viel schwieriger ist es, eigene Ambivalenzen und Gebrochenheit einzugestehen.

          Shownotes:

          • Ausgangsbild der Folge: „Jesus expels the bankers“ (Reddit-Post)
          • Zitierte Bibelstelle: Markus 11,12-26
          • Mehr zur Dekonstruktion (säkularer) antisemitischer Codes z.B. in Bezug auf Geld gibt es bei der Amadeu Antonio Stiftung.
          • Hintergrund zum Jerusalemer Tempel (Jüdisches Museum Berlin).
          • 31 min
          • Hassfigur Judas

            „Du Judas“ ist ein Schimpfwort, und auf diesen Namen kann man in Deutschland kein Kind taufen lassen. Was macht die biblische Judasfigur so schaurig spannend? Warum wird Judas auf so vielen kirchlichen Bildern eindeutig „jüdisch“ dargestellt? Lassen sich die geballten Negativbilder von Verrat, Geldgier, teuflischer Besessenheit, Falschheit und Verdammung überhaupt noch aufbrechen, die in dieser Figur zusammenlaufen? Wie können wir uns der Geschichte des Jüngers Judas neu annähern, von dem in allen Evangelien immer wieder betont wird, dass er „einer der Zwölfe“ und damit einer von „uns“ war?

            Shownotes:

            • • Weiterführendes zum „Kinderfenster“ am Kölner Dom.
            • • Hintergrund zur römisch-katholischen Konzilserklärung „Nostra Aetate“.
            • • Über die biblische Judasfigur hat Rainer Kampling in unserer Online-Veranstaltungsreihe Antisemitismuskritische Bibelauslegungen gesprochen. Sein Vortrag ist als Mitschnitt abrufbar.
            • • Als Material für die religionspädagogische Praxis bietet das Projekt DisKursLab der Evangelischen Akademie zu Berlin ein Unterrichtsmodul „Judas anders erzählen“ an.
            • 27 min
            • Christliche Stammbäume

              Das Bild vom Judentum als Wurzel des Christentums mag wohlwollend gemeint sein. Aber wird damit nicht das Judentum in die Vergangenheit verbannt als eine altertümliche und archaische Religion, die verbessert und erneuert werden musste? Ausgehend vom Bild eines „Stammbaums“ der christlichen Kirchen in einem Schulbuch, suchen wir nach treffenderen Metaphern, um die vielförmigen Beziehungen zwischen jüdischen und christlichen Religionsgemeinschaften zu beschreiben. Wie könnten Bilder eines organischen Wachstums aussehen, die religiöse Vielfalt und die Unterschiede der jüdischen und christlichen Traditionen wertschätzen?

              Shownotes:

              • Das besprochene Bild und die Schulbuchseite können wir hier aus rechtlichen Gründen leider nicht zugänglich machen. Aber per Internetsuche z.B. nach „Christentum“ und „Stammbaum“ sind ähnliche Darstellungen leicht auffindbar.
              • Weitere Informationen und Materialien zur engen Verbundenheit jüdischer und christlicher Traditionen gibt es zum Beispiel von der ökumenischen Kampagne #beziehungsweise.
              • Pädagogisches Praxismaterial zum Thema bietet die Ausgabe 1/2022 der Zeitschrift Religion unterrichten (Open Access).
              • 22 min
              • Synagoga und Ecclesia

                An vielen Kirchen sind Darstellungen des allegorischen Figurenpaars „Synagoga und Ecclesia“ (Synagoge und Kirche) als sinnbildliche Verkörperungen von Judentum und Christentum zu finden. Die Symbolfigur für die Kirche ist dabei als Siegerin über die Synagoge dargestellt. Darin steckt viel Grundlegendes der antijüdischen Bildsprache des Christentums. Speziell die verbundenen Augen der Synagoga-Figur klingen auch in heutiger Bildsprache an und werfen die Frage auf, wie das Motiv der Blindheit metaphorisch und theologisch verwendet wird.

                Shownotes:

                • Bild der Figuren „Synagoga und Ecclesia“ am Straßburger Münster und Anregungen für den Unterricht in der Ausgabe 3/2017 der Zeitschrift für jüdisch-christliche Begegnung.
                • Die erwähnte Karikatur aus der New York Times.
                • Zitierte Bibelstelle: Matthäus 23,17
                • Mehr zur erwähnten Skulptur von Joshua Koffmann, „Synagoga and Ecclesia in our time“.
                • Zum Vortrag von Marie Hecke in unserer Veranstaltungsreihe und zu ihrem „Auto-Korrektur-Programm“ für Predigt und Unterricht.
                • 24 min
                • Warum Bildstörungen?

                  Moderne antisemitische Stereotype wurzeln oft in antijüdischen Auslegungen biblischer Texte und Motive, die jahrhundertelang von der christlichen Theologie tradiert wurden. Selbst in heutigem Judenhass und Verschwörungsglaube wirken diese christlich grundierten Zerrbilder unbewusst weiter. In ihrem Podcast gehen die Theologinnen Karoline Ritter und Katharina von Kellenbach vom Projekt "Bildstörungen" der Evangelischen Akademie zu Berlin diesen Traditionslinien nach.

                  3 min

                About Bildstörungen

                From the publisher's feed

                Die Theologinnen Karoline Ritter und Katharina von Kellenbach gehen den christlichen Traditionslinien hinter modernen antisemitischen Stereotypen nach.