Es ist ein Land wie kein anderes, das du kennst – schrieb der englische Schriftsteller Rudyard Kipling über Burma. Das Land Buddhas, das Land der goldenen Pagoden, ewiges, friedliches Asien – die Heimat der Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi, die lange als eine Art Heilige verehrt wurde.
Und jetzt diese brutalen, verstörenden Bilder. Die Vertreibung eines ganzen Volkes, der Rohingyas aus Myanmar, wie Burma offiziell seit 1989 heißt. Wie konnte es dazu kommen? Ein Land, das fast zu 90 % buddhistisch ist – also eine Religion verinnerlicht hat, die oft als Synonym für Friedfertigkeit gilt -, wütet gegen Menschen, die angeblich Fremde sind. Und die Friedensnobelpreisträgerin hat bisher schweigsam zugesehen – erst in der vergangenen Woche hat sie sich in einer Rede geäußert und das Vorgehen gegen die Rohingyas immerhin verurteilt. Lothar Reichel hat Burma mehrfach bereist und weiß einiges über die Hintergründe des Konflikts.
Autor und Sprecher ist Lothar Reichel.