BITTE NICHT ANFASSEN! - Museum mal anders

BITTE NICHT ANFASSEN! - Museum mal anders

By Ralph Würschinger und Lukas FleischmannSociety & CultureScienceEducation
Download on the App Store

BITTE NICHT ANFASSEN! - Museum mal anders episodes

  • High-Voltage 2024 – zwischen Pisspott auf dem Nacken und Science-Fiction – das Drahtmuseum Altena

      BITTE NICHT ANFASSEN! #25 – High-Voltage 2024 – zwischen Pisspott auf dem Nacken und Science-Fiction – das Drahtmuseum Altena

      Show Notes

      Was hat ein Ort, der früher recht stark gerochen hat, mit einer der revolutionärsten Entwicklungen der Physik zu tun?

      Genau. Draht.

      Daher dreht sich die heutige Folge um die Geschichte des Drahtes. Wie dünn Draht wird, warum man früher dafür eine volle Blase gebraucht hat und wie wir in Zukunft damit nicht nur Kraftwerke optimieren können, sondern sogar unser Hirn neu vermessen.

      Dazu waren wir im Sauerland im Drahtmuseum in Altena, wo uns Christa Möntmann durch die Ausstellungen geführt hat. Außerdem haben wir mit Dr. Marc Uhlarz vom Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf über Supraleiter gesprochen.

      ~~~~~~~

      Hilfreiche Links:

      Der Erdumfang beträgt 40.000 km. Das heißt, der Draht der Golden Gate Bridge reicht fast fünfmal um die Erde herum.

      Das ist ein Bild von Christa Möntmann aus dem Drahtmuseum:

      https://www.escucha.de/wp-content/uploads/christa-moentmann-scaled.jpeg

      So sieht das Drahtmuseum von außen aus:

      https://www.escucha.de/wp-content/uploads/Drahtmuseum-aussen-scaled.jpeg

      Und eine Impression von innen:

      https://www.escucha.de/wp-content/uploads/drahtmuseum-innen-scaled.jpeg

      ~~~~~~~

      Infos zum Museum:

      Deutsches Drahtmuseum
      Fritz-Thomée-Str. 12
      58762 Altena

      https://www.burg-altena.de/museum/deutsches-drahtmuseum/

      ~~~~~~~

      über BITTE NICHT ANFASSEN!:

      Woran denkst du beim Wort Museum? An weltberühmte Ausstellungsstücke wie Sarkophage ägyptischer Pharaonen, an Gemälde von Picasso oder an technische Erfindungen wie das Automobil? Denkst du an das Deutsche Museum in München, das Pergamon-Museum in Berlin oder an das Städel in Frankfurt? Wir – das sind Ralph Würschinger und Lukas Fleischmann – denken beim Wort Museum an etwas Anderes: an Milbenkäse, Mausefallen, an Flipper-Automaten, Nummernschilder oder auch an Gartenzwerge. Denn die schätzungsweise 7.000 Museen in Deutschland haben so viel mehr zu bieten als das Angebot der großen Häuser.

      Mit „BITTE NICHT ANFASSEN – Museum mal anders“ begeben wir uns an kleine Orte, in Seitengassen großer Städte, um die kleinen und alternativen Ausstellungen zu finden, von denen du vermutlich noch nie gehört hast.

      Pro Monat erscheint eine Folge, für die einer von uns beiden ein besonderes Museum besucht und sich mit dem jeweils anderen darüber austauscht. Dabei kommen Museumsbetreiberinnen und -betreiber zu Wort, aber auch die Exponate an sich werden hörbar gemacht.

      Dieser Podcast ist für Museumsliebhaber, für Mitarbeiter aus dem Museumsbereich und für alle, die sich für Kunst, Kultur und Technik-Geschichte interessieren und skurrile Stories mögen.

      BITTE NICHT ANFASSEN! ist eine Produktion von Escucha – Kultur für's Ohr.

      Mehr Infos auf https://www.escucha.de/bitte-nicht-anfassen/


       ~~~~~~~


      Kontakt:
      Instagram: https://www.instagram.com/bittenichtanfassen_podcast/
      E-Mail: info[at]escucha.de

      ~~~~~~~

      Wollt ihr uns unterstützen?

      Dann schaut doch auf unserer Steady-Seite vorbei: https://steadyhq.com/en/bitte-nicht-anfassen

      ~~~~~~~

      Podcast-Credits:
       

      Sprecher: Lukas Fleischmann, Ralph Würschinger
      Produktion: Escucha GbR
      Podcast-Grafik: Tobias Trauth
      Intro/Outro: Patrizia Nath (Sprecherin) https://www.patrizianath.com/, Lukas Fleischmann (Musik)

      Wenn euch der Podcast gefällt, dann abonniert uns und empfehlt uns weiter. Welches Museum sollen wir unbedingt vorstellen? Schreibt uns eure Vorschläge.

      ~~~~~~~

      Transkript:

      folgt…

      Der Beitrag Das Draht-Museum Altena und die Supraleitung erschien zuerst auf Escucha.

      Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.

      39 min
    • Till Eulenspiegel: 500 Jahre Punk, Schalk und Seiltänzer

        BITTE NICHT ANFASSEN! #24 – Till Eulenspiegel: 500 Jahre Punk, Schalk und Seiltänzer  

        Show Notes 

        Er ist der Punk des Mittelalters: Till Eulenspiegel. Seit hunderten von Jahren faszinieren die Geschichten über den Narren/Schalk/Streichemacher/Held?!? Ja, welche Bezeichnung trifft auf die Romanfigur eigentlich zu?   

        Zum Ende des Jahres nimmt uns die selbstständige Museumsberaterin Annalena Knors mit ins Eulenspiegelmuseum nach Schöppenstedt in Niedersachsen. Sie zeigt uns, wie sich die Figur Till im Laufe der Zeit verändert hat, welche Parallelen sie zu türkischer Literatur aufweist und warum der Name Eulenspiegel gar nicht so unschuldig ist, wie er klingt. Unterstützung erhält sie dabei von Museumsleiter Benedikt Einert.  

        ~~~~~~~ 

        Hilfreiche Links: 

        Hier geht’s zum Interview mit Luc Bernard, dem Betreiber des Digital Holocaust Museums: https://www.escucha.de/interview-luc-bernard/ 

        Offizielle Homepage von Annalena Knors: https://www.corporate-inclusion.de/annalena-knors/ 

        Foto zur Außenansicht des Museums: https://www.escucha.de/wp-content/uploads/Bild_1-1-scaled.jpg

        Foto zu einem Ausschnitt des Ausstellungsbereichs im Museum: https://www.escucha.de/wp-content/uploads/Bild_2-1-scaled.jpg

        Wikipedia-Artikel zu Nasreddin Hodscha: https://de.wikipedia.org/wiki/Nasreddin 

        Infos zum Roman “Tyll” von Daniel Kehlmann: https://www.rowohlt.de/buch/daniel-kehlmann-tyll-9783499268083 

        ~~~~~~~ 

        Infos zum Museum:  

        Till-Eulenspiegel-Museum Schöppenstedt 

        Nordstraße 4 

        38170 Schöppenstedt 

        https://www.eulenspiegel-museum.de/

        ~~~~~~~ 

        über BITTE NICHT ANFASSEN!:  

        Woran denkst du beim Wort Museum? An weltberühmte Ausstellungsstücke wie Sarkophage ägyptischer Pharaonen, an Gemälde von Picasso oder an technische Erfindungen wie das Automobil? Denkst du an das Deutsche Museum in München, das Pergamon-Museum in Berlin oder an das Städel in Frankfurt? Wir – das sind Ralph Würschinger und Lukas Fleischmann – denken beim Wort Museum an etwas Anderes: an Milbenkäse, Mausefallen, an Flipper-Automaten, Nummernschilder oder auch an Gartenzwerge. Denn die schätzungsweise 7.000 Museen in Deutschland haben so viel mehr zu bieten als das Angebot der großen Häuser. 

        Mit „BITTE NICHT ANFASSEN – Museum mal anders“ begeben wir uns an kleine Orte, in Seitengassen großer Städte, um die kleinen und alternativen Ausstellungen zu finden, von denen du vermutlich noch nie gehört hast. 

        Pro Monat erscheint eine Folge, für die einer von uns beiden ein besonderes Museum besucht und sich mit dem jeweils anderen darüber austauscht. Dabei kommen Museumsbetreiberinnen und -betreiber zu Wort, aber auch die Exponate an sich werden hörbar gemacht. 

        Dieser Podcast ist für Museumsliebhaber, für Mitarbeiter aus dem Museumsbereich und für alle, die sich für Kunst, Kultur und Technik-Geschichte interessieren und skurrile Stories mögen. 

        BITTE NICHT ANFASSEN! ist eine Produktion von Escucha – Kultur für's Ohr. 

        Mehr Infos auf https://www.escucha.de/bitte-nicht-anfassen/ 

         
        ~~~~~~~ 

         
        Kontakt: 
        Instagram: https://www.instagram.com/bittenichtanfassen_podcast/  
        E-Mail: info[at]escucha.de  

        ~~~~~~~ 

        Wollt ihr uns unterstützen?  

        Dann schaut doch auf unserer Steady-Seite vorbei: https://steadyhq.com/en/bitte-nicht-anfassen  

        ~~~~~~~ 

        Podcast-Credits:  
          

        Sprecher: Lukas Fleischmann, Ralph Würschinger  
        Produktion: Escucha GbR  
        Podcast-Grafik: Tobias Trauth; Till-Illustration mittels KI von Canva.com https://www.instagram.com/don_t_obey/  
        Intro/Outro: Patrizia Nath (Sprecherin) https://www.patrizianath.com/, Lukas Fleischmann (Musik)  

        Wenn euch der Podcast gefällt, dann abonniert uns und empfehlt uns weiter. Welches Museum sollen wir unbedingt vorstellen? Schreibt uns eure Vorschläge! 

        ~~~~~~~ 

        Transkript 

        Benedikt Einert 

        Das ist etwas, was dieses Bild zeigt, finde ich, wie ich das noch nirgendwo gesehen habe. Also Till ist im Prinzip eine Randfigur auf dem Bild, schwebt und tanzt über den Dingen und unter ihm bricht das Chaos aus. 

        INTRO 

        Lukas 

        Ein wunderschönen guten Tag und herzlich willkommen zu einer neuen Folge einer fantastischen Folge von Bitte nicht anfassen Museum mal anders. Für alle, die uns noch nicht kennen Unser Prinzip ist relativ einfach erklärt Wir gehen einmal im Monat zu einem Museum, das sich auszeichnet, weil es ein bisschen kleiner ist, alternativer, skurriler, aber vor allem liebenswert. Wir gehen da hin und stellen euch die Museen, die Macherinnen und vielleicht auch einzelne verrückte Objekte vor. 

        Ralph 

        Ja, wir, das bist du, Lukas und ich, Ralph. Und in der vergangenen Folge, da habe ich ja das Digital Holocaust Museum im Spiel Fortnite besucht, woraufhin du einiges an Kritik geäußert hattest.  

        Lukas Oh ja.  

        Gleichzeitig hast du vorgeschlagen, wir sollten vielleicht mit Luc das Ganze noch mal besprechen und das nicht einfach so stehen zu lassen, sodass er sich auch noch mal erklären kann und auf die Kritikpunkte eingehen kann. 

        Und das haben wir natürlich gemacht. Ja, das Interview mit Luc, das findet ihr auch, wenn ihr jetzt zum Beispiel auf die Shownotes geht, da verlinken wir das. 

        Lukas 

        Er hört einfach noch mal rein. Ich glaube, dass er total interessante Sachen, die noch mal gesagt hat, ist, auch noch mal so ein bisschen eingeordnet hat. Ich glaube trotzdem, dass man da noch einiges machen müsste in dem Museum. Aber ich habe mal einen Kontakt, ein paar Leute hier in Deutschland weitergeleitet, die sich mit politisch historischer Bildung auseinandersetzen. Von daher gucken wir mal, ob wir da ein bisschen mehr Kontextualisierung und Multiperspektivität reinbekommen. 

        Ralph 

        Und heute wäre es ja eigentlich so, dass du dran wärst. Lukas Aber ja, wenn die große Ehre, eine Gästin begrüßen zu dürfen, nämlich Annalena Knors. Sie ist freie Museums-Beraterin und wir haben sie nach dem DIGAMUS-Award kennengelernt. Also der Transparenz halber muss ich sagen, Annalena Knors war in der Jury, aber wir haben sie vorher nicht kennengelernt, sondern eben danach erst. 

        Wir hatten da vorher keinen Kontakt, das heißt, wir konnten auch keinen Einfluss darauf nehmen, ob wir jetzt diesen Award gewinnen oder nicht. Ist mir ganz wichtig zu sagen Ja, Annalena, herzlich willkommen! 

        Annalena 

        Ja, vielen Dank! Hallo ihr beiden! Ja, das war wirklich super spannend, euch in diesem Rahmen auch kennenzulernen. Ich kannte euch vorher nicht und war ziemlich begeistert. Und ja, beim Podcast auch abonniert seitdem. Und ja, es ist auch mir eine große Ehre, mit euch heute hier diese Folge ja miterleben zu dürfen. 

        Lukas 

        Ja nicht nur miterleben zu dürfen, weil du musst diese Folge ja für uns quasi übernehmen. Und das ist natürlich praktisch, weil das letzte Mal habe ich mich schon zurückgelehnt und jetzt lehne ich mich wieder zurück. Ich könnte mich dran gewöhnen. 

        Ralph 

        Aber bevor wir jetzt zu dem Museum kommen, kannst du dich kurz vorstellen? Was machst du denn so in der Museumswelt? 

        Annalena 

        Beratung im weitesten Sinne, dass Museen etwas zugänglicher werden für Leute, die es besuchen möchten, die die Inhalte spannend finden und für Leute, die dort arbeiten können und möchten, dass das möglich ist. Das klingt jetzt super abstrakt, um es vielleicht ein bisschen anschaulicher zu machen Wenn wir ans Publikum denken, gibt es vielleicht Personen, die auf eine Fremdsprache angewiesen sind, um die super spannenden Inhalte auch zu offen wahrnehmen zu können, nutzen zu können. Dass diese Fremdsprache in dem gesamten Museum das Erlebnis eine Rolle spielt, also auf der Website beispielsweise Social Media. Also wie werde ich überhaupt aufmerksam dann auch vor Ort? Sind Ausstellungs Texte auch in einer anderen Sprache als beispielsweise in Englisch verfügbar und das schauen wir uns näher an und kombinieren es aber auch mit anderen Zugangs Faktoren, also beispielsweise Kontrast, reiche Gestaltung, Schriftgrößen, Sitzgelegenheiten, Raum, viele, viele Aspekte. 

        Und da wird auch deutlich, dass es, dass es relativ komplex ist. 

        Ralph 

        Und welchen Eindruck hast du denn so? Wie zugänglich sind dann die Museen in Deutschland? Schwierige Frage.  

        Annalena 

        Ja, ja, sehr. Weil das ist ein unglaubliches Spektrum. Tatsächlich. In der Tendenz habe ich das Gefühl, dass sich da gerade sehr viel bewegt und auch bewegen muss. Also bei mir gehen ja in der Regel, wenn wir jetzt diese Publikums Seite betrachten, freiwillig ins Museum, mal abgesehen vom Klassenausflug. Das heißt, es muss attraktiv sein. Und Museen konkurrieren natürlich auch mit anderen attraktiven Freizeitangeboten. 

        Annalena 

        Und auch im Personalbereich betrifft auch mittlerweile in Museen der Fachkräftemangel. 

        Lukas 

        Annalena, Was mich jetzt noch interessieren würde Gibt es so Museumsbesuche, die dir dann ganz besonders im Gedächtnis geblieben sind oder wo du dir gedacht hast Wow, das ist was, was mich irgendwie so positiv beeindruckt hat. 

        Annalena 

        Mir fallen einige Museen ein in Großbritannien. Ich war 2015 einmal länger dort unterwegs und habe mir, ich glaube, es waren so etwa acht, neun Museen angeschaut. Und wenn es so etwas gäbe wie die Top Ten, die mir gefallen würden, dann wären die, glaube ich, alle darunter. Weil so was werde ich natürlich sehr, sehr neugierig. Wie machen die das? Was werden da für Strukturen gelegt im Hintergrund, damit das möglich wird? Für mich ganz persönlich in diesem Moment und es war oft eine Mischung aus sehr, sehr angenehmem, lockeren Service. Sehr gut und klar strukturierten Inhalten mit viel Möglichkeit, mich zu vertiefen. Ich wurde ganz oft neugierig gemacht. Also eine schöne Mischung aus Ich war orientiert und total neugierig. 

        Lukas 

        So, und dann würde ich sagen, das ist schon mal ein perfekter Übergang eigentlich für das Museum. Dass du für uns in dieser Folge besucht hast. Ich hoffe einfach, dass es auch sehr viele dieser Kriterien erfüllt, die ein Museumsbesuch bei dem Gedächtnis bleiben lassen. 

        Annalena 

        Ich habe mich für ein Museum entschieden, was sich in einer Kleinstadt befindet. Bei Braunschweig. 

        Ralph 

        Kommt ja oft vor. 

        Annalena 

        Ein ein Museum, was sich mit einer literarischen Figur beschäftigt. Und da würde ich echt gerne einmal einen Eindruck zeigen. Es ist eine Aufnahme, die entstanden ist auf dem Marktplatz dieser kleinen Stadt. Und das muss ich vielleicht auch noch offenlegen an dieser Stelle. Also ich selbst bin fast ganz blind und wenn ich in Museen unterwegs bin, dann in der Regel in Begleitung. 

        Annalena 

        Und dabei unterstützen mich zwei verschiedene Personen und in diesem Fall war ich mit Peter Kampinski unterwegs und den hört er jetzt auch in dieser Aufnahme. 

        Peter Kampinski 

        Der eine sprach Dieser Schuss, mein, der andere sprach Du lügst, der ist mein und vielen, also einander in das Haar und bekunden sich, einander zu schlagen. Der eine lag unten, der andere oben. Der eine schrie. Der andere weint. Der dritte lacht. 

        Lukas 

        Also, was mir aufgefallen ist Dein Begleiter. Ich glaube, Peter hieß er Genau. Peter hat auf jeden Fall eine gute Vorleser Stimme. 

        Ralph 

        Auf jeden Fall. Der Text ist schon ein bisschen älter, zumindest so, wie es klingt. 

        Annalena 

        Ja, das stimmt. 

        Ralph 

        Aber ich persönlich hab noch gar keine Ahnung, ob sie gehen könnte. Keine Ahnung. 

        Lukas 

        Also, es ist eine Kleinstadt in der Nähe von Braunschweig, das heißt, es ist Niedersachsen. So, es geht um was Literarisches, Das heißt, es muss ja um irgend möglicherweise um das Museum von irgendeinem Dichter, eine Dichterin. 

        Ralph 

        Ja, oder eine Figur, dachte ich gerade. Vielleicht ist auch ne literarische Figur irgendwie diese Es ist. 

        Lukas 

        Ist es denn nicht? Ist denn nicht Hameln auch da in der Nähe? Ist es nicht irgendwie mit dem Rattenfänger? Das ist doch da auch Niedersachsen, oder bin ich jetzt bescheuert? 

        Annalena 

        Ihr seid. 

        Ralph 

        Ich weiß es. 

        Annalena 

        Ich glaube nicht. Tatsächlich in Niedersachsen aber ich kann tatsächlich schon verraten es ist. Es ist nicht der Rattenfänger. Das Museum hängt auch nicht mit dem Autor oder der Autorin zusammen, sondern ganz arg mit der Figur, um die es geht, die, wenn sie gelebt hat, im Mittelalter gelebt hat. 

        Ralph 

        Ja, es gibt doch da den. Den aber ist es in Niedersachsen der Till Eulenspiegel. An dem denke ich gerade Ist es nicht auch aus dem Mittelalter Jackpot? 

        Annalena 

        Ja, es ist Till Eulenspiegel. 

        Ralph 

        Aber ich weiß halt total wenig über den. Deswegen freue ich mich umso mehr, da jetzt was zu erfahren. 

        Annalena 

        Schön, denn spontan Gefühl zu Till Eulenspiegel Also wie findet ihr ihn? Also auch wenn er nicht allzu viel über ihn wisst, sympathisch? Ist es für euch eine positive Figur, oder? Ja. 

        Lukas 

        Also für mich ist es ein Hofnarr, also das Paradebeispiel eines Narren. Und das löst bei mir eigentlich immer sehr viel Positives aus, weil ich mir immer dann so denk, Keine Ahnung, einfach eine sehr lustige, eloquente, aber auch vielleicht so ein bisschen so eine bauernschlaue Person, die trotzdem immer auch so recht smart ist. Irgendwie. 

        Ralph 

        Ja, ist bei mir ähnlich. Ich denke auch, dass es eher eine positive Figur ist. Habe ich den in Erinnerung, dass der auch mit seinen Streichen so den den Leuten den Spiegel vorhält? Irgendwie. 

        Annalena 

        Sehr, sehr spannend. Ja, aber was man einfach für ein Gefühl auch zu ihm hat und und so ging es mir auch, dass ich dachte, das ist bestimmten ja ein sehr witziger Typ auch. Also für mich war er auch einfach jung, jung und witzig und ich war wirklich sehr, sehr begeistert, immer mehr einzutauchen, habe sogar ein Buch angefangen, was sich mit Eulenspiegel beschäftigt. 

        Annalena 

        Und das passiert mir wirklich selten, dass ich da noch mal so tief eintauche. 

        Lukas 

        Hast du das mit von Daniel Kehlmann? Glaube ich, dass Tyll. Ja, das habe ich gelesen, dass er hier. 

        Annalena 

        Na ja, und spiegelt auch eigentlich das große Museums Thema wieder. Also wie wird Till Eulenspiegel im Laufe der Jahrhunderte, seitdem das Buch zu Till Eulenspiegel und so 1515 veröffentlicht wurde? Wie wird er im Spiegel der Zeit betrachtet? Durch die laufenden Jahrhunderte, Sich das näher anzuschauen, das ist im Wesentlichen auch Inhalt, das muss ich haben. Es also verschiedenste Perspektiven auf diese literarische Figur und das macht das finde ich auch so enorm, ja multiperspektivisch. 

        Lukas 

        Wie hast du das Museum denn so wahrgenommen? Das war dann so ein erster Eindruck, als du da reingegangen bist. 

        Annalena 

        Wir haben uns dem Museum Stück für Stück genähert oder auch ich ganz stark aus der Ferne durch Recherche und hatte dort einen Eindruck. Auch natürlich gewisse Erwartungen. Also besonders der Ort, wo das Museum liegt, dass ist Schöppenstedt. Bei Braunschweig etwa 5000 Einwohner in Leben dort und die Stadt. Also es ist wirklich eine Stadt, ist auch schon super alt. 

        Ich glaub es ist im elften Jahrhundert erwähnt worden. Der Grund, warum das Museum dort liegt, ist, dass der Geburtsort von der Figur Till Eulenspiegel ganz nah bei Schöffenstett liegt in dem Ort Kneitlingen, so etwa drei Kilometer entfernt. Und es gibt ein zweites Museum in Deutschland, in Mölln. Das soll der Ort sein, wo Till Eulenspiegel, wenn er gelebt hat, so um 1350 gestorben ist. 

        Im Buch hat er, wenn diese Zeitspanne, also der Geburt, ihn und seinen Tod in Wellen extrem viel Zeit in ganz Europa verbracht, war ihn in Polen unterwegs, in Rom, beim König von Dänemark, in Braunschweig, bei Marburg. Und dort spielen all diese Geschichten. Das sind 96 Geschichten und also diese Szene, die wir, die wir gehört haben, die Peter eingesprochen hat, das ist eine der wahrscheinlich bekanntesten Szenen, die Seiltänzer Szene. 

        Annalena 

        Da steigt Till Eulenspiegel auf ein Seil ist er sehr, sehr tänzerisch unterwegs und beeindruckt auch seine Zuschauenden. Und dann hat er die Idee, dass die Bürger ich glaube, es spielt in Magdeburg tatsächlich, da bin ich mir jetzt aber auch nicht ganz hundertprozentig sicher, ihm ihre Schuhe geben ihren rechten Schuh und er sammelt diese Schuhe und ist dann mit diesen Schuhen auf dem Seil unterwegs und schüttet sie dann auch wieder aus. 

        Annalena 

        Und dann sind alle in der Verlegenheit, ihren Schuh wieder zu finden. Und das führt dazu, dass das ein großes Chaos ausbricht und in der Geschichte auch zu Prügeleien sogar führt, zu großen Unmut, bis alle wieder ihren rechten Schuh haben. Und das ist diese, diese erste Szene, die wir uns angeschaut haben. Und insgesamt 96 fand dann auch ganz spannend, noch mal noch mal mehr zu hören, wie das sich vielleicht im Laufe der Jahrhunderte verändert hat. 

        Annalena 

        Also da hat auch der Museumsleiter Benedikt Einert etwas zu erzählt. Es könnte man es vielleicht einmal kurz gemeinsam anhören. 

        Benedikt Einert 

        Also es gibt ein paar Episoden, also wir sprechen da von Historien. 96 gibt es in diesem Volksbuch, davon gibt es ein paar, die sind so populär, dass sie bis heute erzählt werden und bis heute auch funktionieren. Also hier in der Region wäre das zum Beispiel die Geschichte, wie Eulen und Meerkatzen bäckt, schiebt also Eulen und Meerkatzen in den Ofen. 

        Und das ist etwas, was bei unseren Gästen immer sofort den Blick auf sich zieht, weil sie in der Regel, wenn sie hier aus der Region kommen, das schon mal gehört haben. Und dann gibt es welche, die auch überregional bekannt sind. Die haben sich schon gesagt, die Seiltänzer Episode zum Beispiel ist das, oder wie er behauptet, er könnte einem Esel das Lesen beibringen. 

        Die, die, die kennt man üblicherweise. Und dann gibt es aber auch ganz viele mehr, die in Vergessenheit geraten sind, weil wahrscheinlich die Art und Weise, wie die Pointe funktioniert, wie Humor funktioniert, die tatsächlich in der überwiegenden Zahl auch gar nicht lustig sind und deshalb überhaupt kein Humor da drinsteckt, einfach nicht mehr funktionieren. Die möglicherweise deshalb, vielleicht auch aus anderen Gründen, weil zum Beispiel sich Moralvorstellungen ändern, einfach nicht mehr erzählt werden oder auch nicht mehr bekannt sind. 

        Lukas 

        Ich habe jetzt aber trotzdem noch mal eine Verständnis-Rückfrage. Gerade wenn wir über Till Eulenspiegel reden, dann reden wir jetzt nicht über den Autor der Geschichten, sondern über den Protagonisten der Geschichten. Das heißt, diese Geschichten muss ja irgendjemand geschrieben haben. 

        Annalena 

        Das stimmt. 

        Lukas 

        Weiß man denn, wer das geschrieben hat? 

        Annalena 

        Jein. Soweit ich das ablesen und rekonstruieren kann, die Ausgabe, die dann wirklich auch ganz schnell zum Bestseller geworden ist, auch so ein bisschen durch den Buchdruck beflügelt. Im 15. Jahrhundert diese diese Ausgabe von 1515 ist eine Ausgabe, in der es kein kein Autor gibt. Das wird oft so formuliert Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit war es der Stadtschreiber Hermann Bothe aus Braunschweig also, der diese Geschichten zusammengefasst hat. 

        Annalena 

        Und es wurde dann in Straßburg gedruckt und auch ganz schnell schon in viele Fremdsprachen übersetzt. Aber auch dieses wahrscheinlich zeigt schlicht auch ganz deutlich, dass es was Größeres vielleicht geht, um auch ein Bedürfnis nach Geschichten, aber auch nach Geschichten, die nicht mehr Moralvorstellungen oder so was hinterfragen. Und da fand ich auch ganz spannend, dass eine solche Figur in ganz vielen Sprachen und Kulturkreisen es ist, die dort gibt, also in Ostafrika beispielsweise oder auf Sri Lanka, in der Mongolei vielleicht am bekanntesten oder uns am vertrautesten, weil so geografisch relativ nah ist die Figur Nasreddin Hodscha. 

        Lukas 

        Nasreddin Hodscha, wenn ich das richtig verstanden habe. Ich habe diesen Namen noch nie gehört. 

        Annalena 

        Ging mir auch, so muss ich gestehen. 

        Ralph 

        Ich auch nicht. 

        Annalena 

        Und aber gleichzeitig war ich dann überrascht, auch bei der Recherche zu lesen, dass er zum Beispiel in der Türkei eine große Rolle spielt. Also ich glaube auch als Figur direkt vor dem Hauptbahnhof steht, ich meine in Istanbul und dort auch vielen Leuten bekannt ist. Und das fand ich auch sehr, sehr interessant, dass es diese Art von von literarischer Figur zu einer ähnlichen Zeit an vielen Orten der Erde gab und gibt. 

        Das fand ich ganz, ganz spannend. 

        Ralph 

        Aber es sind die Geschichten dann sehr ähnlich, Weißt du das? 

        Annalena 

        Ja, das ist eine gute Frage, wer da vielleicht wen auch beeinflusst hat. Aber das hier ist glaube ich schon recht ähnlich. Also ich habe mir von Nasreddin Hodscha auch nur so zwei, drei Geschichten angehört. Es geht tatsächlich auch gerade in diesen originalen, beispielsweise den Text von von Hermann Bote um 1515 auch ziemlich derb zu. Es gibt dann eine Facette, die sehr unbekannt ist, dass nämlich Till Eulenspiegel in dem Volksbuch, das von ihm erzählt, ein Schalk ist. Also nicht zwangsläufig das, was man heute einen Narren nennen würde, wie wir ihn uns heute vorstellen würden, sondern er ist ein Schalk. Und dass das meint er in der Zeit der Zeitgenossen dieses Buches, dass eine Person die Böse ist, die auch gegen die Moralvorstellungen seiner Zeit schon verstoßen hat, die möglicherweise mit dem Teufel im Bunde ist. 

        Und genau dafür gibt es eben einen Raum, der diese Geschichte erzählt, der auch erzählt, warum dieses Buch aufgrund eben dieser Zeichnung des Charakters auf diese Art und Weise immer mal auch der Zensur unterlag oder verboten wurde oder jedenfalls von den Autoritäten kritisiert worden ist. 

        Lukas 

        Also quasi der Punk des Hochmittelalters oder des Spätmittelalters, sozusagen derjenige, der sich auch da so ein bisschen auf die Gesellschaft scheißt. So hätte ich das verstanden. 

        Ralph 

        Punk ist total negativ für den Punk. 

        Annalena 

        Und auch positiv für den Schalk. 

        Gutes Stichwort. Lukas. Das fand ich auch interessant bei dem Wort Till Eulenspiegel oder wie es im Mittelhochdeutschen heißt Dull Ulenspiegel. Also ist es in Kurzform, wenn ich das richtig verstanden habe, von Dietrich oder Ägidius. 

        Annalena 

        Eulenspiegel oder Eulenspiegel hat mehrere Bedeutungen. Also Uhle ist ein Wort für Eule, tatsächlich. Und Spiegel auch für Spiegel. Und also diese Komponente, die ja auch so ein bisschen schon schon beide erwähnt hat und dieses Spiegel vorhalten, das spielt damit ist und soll Zustand auch abzugleichen. Und die Eule als ein ein Tier, dem auch viele verschiedene Eigenschaften zugeschrieben werden. 

        Annalena 

        Also einmal im Sinne von Weisheit, dass man einen Blick hat. Überblick. Aber auch ein etwas unheimliches Tier, was eher so die mittelalterliche Lesart war und was ich auch echt. 

        Annalena 

        Auch witzig fand, war, dass Eulen im Niederdeutschen so viel heißt, wie Wissen und Spiegel heißt so viel wie Gesäß oder Hinterteil auch jetzt in der Sprache, die die Jäger sprachen und kennen. Also es geht tatsächlich in vielen dieser Geschichten auch super derb noch mal zu. Es gibt viele sexuelle Andeutungen, auch bei Nasreddin Hodscha und auch in anderen Geschichten weltweit. Das ist schon auch Thema. 

        Was ich ganz interessant finde bei dem Museum ist auch, was Benedikt Einert erwähnt, dass es wirklich so verschiedene Perspektiven gibt, die angeboten werden. Also hier spricht er diese diese Lesart eines bösartigen Scheichs an, aber es gab auch viele andere Perspektiven, die ziemlich gleichwertig dargestellt waren und das hat mir super gut gefallen. 

        Lukas 

        Hast du noch eine? 

        Annalena 

        Zum Beispiel zum Beispiel den Eulenspiegel als Held oder in Spiegel als Narr? Und das war dann oft auch mit dem Fragezeichen verbunden. Die Ausstellung selbst, also die Dauerausstellung, die jetzt seit 2017 besteht, also relativ neu ist, war da auch ganz, ganz angenehm gestaltet, mit verschiedensten Farben, sodass man von Raum zu Raum ganz gut auch mal wieder eintauchen konnte oder auch überspringen konnte, wenn einem so eine Überschrift nicht so ganz angelacht hat auf den ersten Blick. 

        Ralph 

        Till Eulenspiegel als Held. Wie darf er sich denn dann vorstellen? Also der geht dann auf Abenteuer und weiß sie nicht, Rettet keine Prinzessin, besiegt die Drachen, oder Ich weiß nicht. Ja. 

        Annalena 

        Ich muss gestehen, dass ich da zu diesem Raum jetzt kein konkretes Beispiel habe. Aber es gibt. Es gibt schon Geschichten, wo er so ein bisschen diesen, diesen Punk auch darstellt. Also wirklich jemand, der der cool ist, den man bewundert, der auch natürlich auch bewusst so die die Finger in die Wunden legt, aber der das auch vielleicht darf, dem ich das zugestehe. 

        Annalena 

        Es gibt so eine Passage in dem Buch von Daniel Kehlmann Was ich, was ich auch begonnen habe, die mir da total aufgefallen ist, die in so eine Richtung geht in der Lesart. Also in dem Buch spielt Till Eulenspiegel ja, im 17. Jahrhundert, also zurzeit des 30-jährigen Krieges. Aber das war so eine Szene, die mir noch mal sehr deutlich gemacht hat. 

        Annalena 

        Das ist eine Projektion. Eine Fläche ist diese literarische Figur, und wenn er mögt, kann ich euch die Passage auch noch mal kurz in Anführungszeichen vorlesen. 

        Lukas 

        Klar. 

        Ralph 

        Ja, gerne. 

        Annalena 

        Till Eulenspiegel über uns drehte sich langsam und nachlässig. Nicht wie jemand, der in Gefahr ist, sondern wie jemand, der sich neugierig umsieht. Der rechte Fuß stand links auf dem Seil, der linke quer, die Knie waren ein wenig gebeugt und die Fäuste in die Seiten gestemmt. Und alle, die wir hochsahen, begriffen mit einem Mal, was Leichtigkeit war. Wir begriffen, wie ein Leben sein kann für einen, der wirklich tut, was er will, an nichts glaubt und keinem gehorcht. Wie es wäre, so ein Mensch zu sein. Begriffen wir und wir begriffen, dass wir nie solche Menschen sein würden. 

        Lukas 

        Ich muss gestehen, ich habe das Buch hier in einem Bücherschrank gleich um die Ecke. Ich weiß gar nicht, wann ich das gelesen habe, aber es ist auch noch gar nicht so alt, gell? Ist es, glaube ich, das aktuellste von Kehlmann? Glaube ich sogar. Aber ich weiß gar nicht, warum ich mich da gar nicht mehr dran erinnern kann. Ich weiß, ich habe das wohl gemocht. 

        Ralph 

        Tja, so ist das. 

        Annalena 

        Manchmal ist auch die Seiltänzer Szene und ich, ich habe irgendwie auch gemerkt, dass ich auch so berührt war. Gerade durch diese Passage an nichts glaubt und keinem gehorcht. Ich kann mir gut vorstellen, dass das auch über die Jahrhunderte vielleicht uns Menschen bewegt hat. Dieses Ja, man muss sich manchmal irgendwie einordnen, auch in Gesellschaft. Man ist nicht so unabhängig, wie man vielleicht manchmal gerne wäre, aber man wäre es vielleicht doch gerne. 

        Lukas 

        Oder man bewundert halt die Menschen, von denen man den Eindruck hat, dass sie das besser hinbekommen als man selbst. Besser also, dass die halt so keine Ahnung. Ich glaube, Menschen, die so ein ganz starkes diesen Autonomie Drang haben und den so auch selbstbewusst irgendwie durchziehen und dabei authentisch sind. Ich glaube, dass so was schon immer bewundert wurde und wahrscheinlich auch immer bewundernswert bleibt. 

        Lukas 

        Könnte ich. Also ich zumindest finde sowas immer recht bewundernswert. 

        Annalena 

        Hm. 

        Ralph 

        Ja, ja, ich auch. Aber in der Passage. Also ich meine, Eulenspiegel kommt halt sehr wie ein Held rüber. Ich weiß gar nicht, wie das dann ein Buch ist, wie das sich dann durchzieht. Aber er ist schon eine Figur also, zu der man jetzt auch metaphorisch aufblickt, weil er eben dann sich nicht unterordnet. Dann zieht sich das durchs ganze Buch durch, oder wie ist das dann? 

        Annalena 

        Oh, da könntest du vielleicht noch mehr zu sagen. Ich muss gestehen, ich bin erst bei Seite so etwa fünf, was. 

        Ralph 

        Du hast es es ja vergessen. 

        Lukas 

        Ich finde es total krass, weil ich habe dieses ich weiß ja gar nicht, das hat noch. Es hat einen Einband mit einem mit einem Gemälde drauf und ich glaube, dieses Schriftstück L ist Giftgrün. 

        Ralph 

        Ich habe das auch schon mal gesehen. 

        Lukas 

        Also das. Und ich habe das richtig gerne gelesen, weil ich sowieso ein Kehlmann Fan bin. 

        Ralph 

        Ist das dann so bei dem Kehlmann Roman, dass der diese 96 Geschichten als Grundlage nimmt, die ein bisschen umformuliert und, wie du sagst, ins 17. Jahrhundert überträgt? Oder ist das komplett was anderes? 

        Annalena 

        Ich habe den Eindruck, dass es tatsächlich eine Mischung ist, also eine eigene Interpretation und einige Szenen auch auch dort stattfinden. Oder auch einige Orte, die die, die dann besucht werden, einfach zu einer anderen Zeit. 

        Ralph 

        So wie diese Steiltanzszene jetzt gerade oder. 

        Annalena 

        Ich glaube, es ist nicht nicht, nicht ganz, ganz angelehnt an diese 96 Geschichten. Ich war total überrascht, wer, wer alles, auch seine eigene Interpretation von Till Eulenspiegel, ja dazu inspiriert war, also zum Beispiel Christa Wolf oder Richard Strauß hat eine Oper geschrieben oder Erich Kästner hat zwölf von diesen Historien ganz gut verpackt. Ich glaube, die anderen waren auch ein bisschen zu anzüglich. 

        Hat er eine Auswahl getroffen. Das zeigt das Museum auch ganz schön bin ich. Da gibt es super viele Beispiele an an Ausgaben, die zu sehen sind oder an Filmausschnitten oder Plakate von von Ausstellungen. 

        Ralph 

        Gab es irgendwas, was dich besonders überrascht oder beeindruckt hat? 

        Annalena 

        Tatsächlich fällt mir die Auswahl ein bisschen schwer, aber was mir sehr in Erinnerung geblieben ist, ist ein Objekt, was einen im ersten Raum empfängt, auch ziemlich zentral arrangiert. Das ist ein Buch, das ist eine Ausgabe von Till Eulenspiegel von 1555. Und das ist wirklich sehr, sehr früh und sie haben es in einer Vitrine dargestellt und dann aber auch eine Möglichkeit, um Seite für Seite mal blättern zu können, weil man es natürlich auch auch nicht nicht berühren darf aus konservatorischen Gründen. 

        Annalena 

        Und an einem Bildschirm hinter dieser Vitrine, in dem das Buch liegt, wird dann in Anführungszeichen immer umgeblättert und man sieht dann jede einzelne sogenannte Historie auch mit Zeichnungen versehen. Und das ist echt ganz spannend, da noch mal einzutauchen und in diesem allerersten Raum geht es vor allem auch um das Buch und auch, wie es ins Museum gekommen ist. 

        Annalena 

        Also die Geschichten von Till Eulenspiegel spielen in der Region. Aber das ist natürlich die spannende Frage, warum ausgerechnet dann auch in Schöppenstedt dieses Museum entstand. Und da gab es einen ein Herrn im 29 Jahrhundert, Erich Lehmkuhl, Schöppenstedter, der dann aber eine Zeit lang auch in Essen verbracht hat. Und der hat aus Interesse, aus eigenem Interesse eine Privatsammlung angelegt zu Till Eulenspiegel, und diese dann 1947 der Stadt übergeben. 

        Annalena 

        Und dann zog diese Sammlung erst einmal ins alte Feuerwehrhaus ein. Da ist jetzt auch noch heute zu sehen die Dauerausstellung und wurde dann aber ergänzt durch einen entspannenden Neubau 1996. Der sieht auch ein bisschen aus wie so eine stilisierte Narrenkappe, wurde mir beschrieben. Und so kam das Till Eulenspiegel Museum nach Schöppenstedt. 

        Ralph 

        Ich habe es noch nicht ganz verstanden. Vielleicht war es auch zu viel Information für mich. Also wie ist das Museum jetzt noch mal aufgebaut? Kannst du noch mal kurz wiedergeben? Also es gibt ja Till Eulenspiegel, verstanden als Held und als Narr und Schalk. Und dann hat man alte Ausgaben drin, weil es ja aus dieser Privatsammlung entstanden ist. Gibt es dann auch was zur Forschung an sich? 

        Annalena 

        Ganz guter Punkt. Also es ist so, dass das das Museum, ich sage mal relativ klein ist, also etwa 450 Quadratmeter Ausstellungsfläche und man betritt den Neubau zunächst, und das ist auch ein Bereich, wo man sich Kassenbereich befindet und aber auch Veranstaltungen stattfinden können und auch schon so erste Exponate stehen, die so ein bisschen neugierig machen auf den Eulenspiegel. 

        Annalena 

        Als Figur. Und dann gibt es die Möglichkeit, in den ersten Stock zu gelangen und dort betritt man dann das Nachbargebäude. Dieses ehemalige Feuerwehrhaus und dort befindet sich die Dauerausstellung. Und hier geht es ganz stark darum, um diese. Man spricht dann ja immer von Rezeptionsgeschichte. Nicht immer sehr abstrakter Begriff, aber wie wird die Figur Till Eulenspiegel, also wie ist entstanden und wie wird sie interpretiert? Im Laufe der Jahrhunderte? Und ja, vielleicht auch die Frage, wie sie uns heute inspiriert. Und das wird in dieser Dauerausstellung dargestellt. Forschung spielt, glaube ich, insoweit auch auch eine Rolle, das dass diese diese Lesarten auch immer wieder unterfüttert sind mit wissenschaftlichen Perspektiven. Es gibt auch viele künstlerische Aspekte in der Ausstellung zum Beispiel gibt es Bronze Skulpturen, also jeweils zu einer Historie, die sind auch verteilt innerhalb des gesamten Gebäudes und der Ausstellung nur mit Nummern versehen. 

        Annalena 

        Und dann kann man in einem Katalog auch noch mal nachschauen, welche Figur es genau ist. Aber das ist auch so ein ganz starker künstlerischer Ansatz, der hier ergänzt wird. Also das hat mir wirklich auch richtig gut gefallen. Also diese Mischung aus so übergeordneten Themen und dann die Möglichkeit, noch mal tiefer einzutauchen, also zu verstehen, dass es zum Beispiel diese Bronze Skulpturen gibt. 

        Annalena 

        Und wenn ich Interesse habe, dann kann ich noch mal nachschauen und weiß wo. Aber ich ich kann selbst entscheiden, was mich an Till Eulenspiegel noch mal packt oder was ich gerne überspringen Mag. 

        Ralph 

        Also es funktioniert quasi losgelöst. Man muss nicht in einer bestimmten Reihenfolge da durch dieses Gebäude gehen. 

        Annalena 

        Ja, das ist wirklich ganz angenehm. 

        Ralph 

        Apropos durch dieses Gebäude gehen, weil wir hatten ja am Anfang davon gesprochen, dass ja auch immer sehr auf Zugänglichkeit achtest. Wie war es denn dann in diesem Museum? 

        Annalena 

        Auffällig zugänglich. 

        Annalena 

        Ja, da war ich auch auch einfach sehr, sehr positiv überrascht. Ich habe mir das Museum auch nicht in Hinblick auf die Zugänglichkeit ausgesucht und habe dann auf der Webseite auch schon viele Informationen gefunden, die ich auch total angenehm aufbereitet fand. Das ist ein ganz wesentlicher Punkt. Also wie weit kann ich einen Museumsbesuch planen? Also wenn ich jetzt zum Beispiel ein kleines Kind habe, finde ich da die Informationen in Bezug auf einen Raum oder ob ich vielleicht ins Nachbar Kaffee gehen kann oder so? 

        Annalena 

        Oder finde ich da die Informationen, ob ich mir einen Rollstuhl borgen kann, wenn ich nicht gerade ein Bänderriss habe oder so? Oder was es vielleicht auch für Personen gibt, die die nicht sehen können oder so, das war da sehr, sehr gut vermittelt. Das hat mich echt, echt sehr angesprochen und auch vor Ort war es sehr überzeugend. Also die Zugänglichkeit fußt tatsächlich ganz wesentlich darauf, dass die Inhalte sehr klar definiert sind, also dass man quasi so etwas Zugang schaffen kann, was vorher benannt wurde, also dass das möglichst die gleichen Inhalte für möglichst viele auch verfügbar sind. 

        Annalena 

        Das fand ich da sehr, sehr überzeugend, auch durch diese Aufteilung der Räume. Dadurch ist es leichter, auch die Zugänglichkeit dann mit einzubinden. 

        Lukas 

        Ist es dann und ein statisches Museum oder geht es dann auch so ein bisschen mit der Zeit? Also hat es auch Projekte, Entwicklungsmöglichkeiten für die Zukunft, was dann noch mal so ein bisschen verändert wird, oder bleibt es dann immer relativ in dieser Dauerausstellung? 

        Annalena 

        Was ich echt ganz interessant finde ist, dass das so touristisch auch viel verknüpft ist mit dem Museum. Also es gibt zum Beispiel eine Fahrtroute oder eine Wanderrouten, sogar eine Auto Route. 

        Die sich mit diesen Orten beschäftigt, die mit Till Eulenspiegel zusammenhängen. So, so in der Region. Darauf verweist auch das Museum. Das gibt es. Es gibt auch einen Themen Spielplatz zu Till Eulenspiegel in Meppen steht und es gibt eine Art Outdoor Museum. Und zu diesen einzelnen Historien, und die finden sich immer wieder im Stadtbild wieder. Und das war auch eine der Stationen, wo Peter zu Beginn auch die Szene vorgelesen hat. 

        Annalena 

        Die Seiltänzer sind diese Stationen steht direkt vor dem Rathaus und stellt und so wird aktuell so ein bisschen kombiniert auch die Region mit dem Museum. Was ich auch ganz interessant fand, dass es auch so wissenschaftliche Kooperation gibt und Veranstaltungen. Benedikt Einert hat von einer Veranstaltung jetzt im September erzählt, wo Kolleginnen aus der Türkei zu Besuch waren und wo es ganz konkret um Nasreddin Hodscha und Till Eulenspiegel so im Vergleich ging. 

        Annalena 

        Und gleichzeitig habe ich so auch herausgehört, dass er sich da noch ein bisschen mehr wünscht. Also im Moment ist er auch dort weitestgehend alleine tätig und hat vor einem Jahr diese Stelle übernommen von von seiner Vorgängerin, die ja gut 30 Jahre auch dieses Museum weiterentwickelt hat und auch die die Dauerausstellung mit auf die Beine gestellt hat. 

        Ralph 

        Es ist auf jeden Fall faszinierend, wie lange sich das hält. Wenn es überlegst, dass Daniel Kehlmann erst vor ein paar Jahren ein Buch über den Eulenspiegel rausgebracht hat, dass es immer noch im Museum gibt und das halt nach 500 Jahren, wo es jetzt Eulenspiegel gibt. 

        Lukas 

        Das ist halt eine Figur, die halt einfach größer ist als die Geschichte, die da geschrieben wurde. Ich habe immer den Eindruck, es so Geschichten, die so ein bisschen Kultur bildend auch sind oder ganz wichtig für eine Kultur sind. Es sind ja selten die Geschichten und man sagen kann Ja, das ist diese eine Hälfte, die für diese eine Geschichte steht. 

        Lukas 

        Wenn du jetzt überlegst, bei der Odyssee oder bei der Ilias, weiß man ja auch nicht, ob es Homer jemals gegeben hat, ob es diese ganzen historischen Figuren jemals gegeben hat. Aber jeder kennt diese Geschichte, und diese Geschichte ist irgendwie auch schon 1000 Mal umfunktioniert, adaptiert, an den Zeitgeist angepasst worden. Keine Ahnung, oder? König Artus und die Ritter der Tafelrunde hat jeder schon mal gehört. 

        Lukas 

        Man weiß nicht, ob sie es jemals gegeben hat. Keine Ahnung, ja. Und ich könnte mir vorstellen, dass das halt bei Till Eulenspiegel auch so was ist. Nur dass da halt vielleicht weniger politische Tragweite und weniger Macht drin ist, sondern halt mehr Alltagsgeschichte, mehr Alltags Mythen. 

        Ralph 

        Keine Ahnung. Die Frage ist ja was macht so eine Geschichte so über dauernd? Das ist ja eigentlich die große Frage dahinter, weil es gibt ja sicherlich unzählige Geschichten, die dann quasi im Laufe der Geschichte ja hinten runtergefallen sind. Aber der Eulenspiegel hat sich halt dann als ein Beispiel jetzt gehalten. 

        Annalena 

        Das stimmt. Ja, offen gestanden glaube ich tatsächlich auch, dass es hier um Macht geht. Till Eulenspiegel ist zum Beispiel auch bei bei dem König von Dänemark und und ist dann dort Hofnarr und hält ihm den Spiegel vor. Das ist dann so eine Position, die ist dann auch sehr festgelegt, eine Rolle, die man dann hat. Aber ich kann mir gut vorstellen, dadurch, dass es diese Geschichten gibt, auch so manche Verhältnisse infrage stellt und so ein bisschen rüttelt an der gesellschaftlichen Ordnung voll. 

        Lukas 

        Aber Till Eulenspiegel zieht jetzt nicht mit einem Heer in den Krieg, weiß, was ich meine. Das meinte ich jetzt mit so alltäglichen Protest. Also wenn der zum Beispiel keine Ahnung die Odyssee anguckt, da geht es ja die ganze Zeit letztlich nur darum, da wird erobert, da wird sich gegenseitig umgebracht. Er gibt Heldentaten in der Schlacht. Keine Ahnung, was er blutrünstiges und ich habe den Eindruck, nachdem was du erzählt hast, geht es ja bei Till Eulenspiegel, der ja trotzdem auch diesen mythischen Charakter hat. 

        Lukas 

        Diesen epischen Charakter hat aus meiner Sicht natürlich auch um Spiegel vorhalten, um Machtverhältnisse infrage stellen. Aber da geht es jetzt nicht darum. Till Eulenspiegel möchte jetzt das Königreich Dänemark erobern. Wer weiß, was ich mein. So. So meinte ich. 

        Ralph 

        Das ja, dass. 

        Annalena 

        Das stimmt. Es hat mich ja nicht nicht was sehr gewaltvoll ist oder was was was ganz großes subtiler darstellt, weil ich dem total, weil ich glaube, manche dieser dieser Ebene, die du angesprochen hast, die haben auch so was, was vielleicht national Stärkendes oder Identitätsstiftendes. Und Till Eulenspiegel ist. 

        Ralph 

        Gleich ein. 

        Annalena 

        Wichtiges Stück, ein bisschen auf der Ja, stimmt schon, auf so einer kleineren Ebene. Wir waren insgesamt etwa anderthalb Stunden zu Besuch im Till Eulenspiegel Museum, und am Ende sind wir noch mal gemeinsam in die Ausstellung gegangen. Und es gibt einen ein Gemälde, eine Tuschezeichnungen, die Benedict Einheit gezeigt hat, die ihn besonders bewegt von Josef Hegen Part von 1942. 

        Annalena 

        Und das fand ich noch mal ganz spannend. Auch hier die Seiltänzer Szene und ja, dort ist auch noch mal zu hören, welche Leidenschaft auch dahintersteckt. Und ich freue mich einfach total, dass man sie haben auch weiter im Blick zu behalten und vielleicht noch mal in einigen Jahren zu besuchen. Auf jeden Fall werde ich weiter lesen und wir können uns gemeinsam noch mal diesen letzten Ton anhören, wo Benedikt Einert in der Ausstellung vor diesem Bild steht. 

        Benedikt Einert 

        Das ist etwas, was dieses Bild zeigt, finde ich, wie ich das noch nirgendwo gesehen habe. Also Till ist im Prinzip eine Randfigur auf dem Bild. Er schwebt und tanzt über den Dingen und unter ihm bricht das Chaos aus. Und das ist etwas, was diese Figur, finde ich, für mich fast ausmacht. Dass er also jemand ist, der über den Dingen schwebt, der vielleicht auch außerhalb von Gesellschaft ist, der seine Späße macht und der es schafft, damit alles, was man für fest gefügt und für selbstverständlich hält, durcheinanderwirbeln. 

        Lukas 

        Das finde ich eine schöne Zusammenfassung dessen, was ich von dieser Folge so ein bisschen mitgenommen habe, glaube ich. So ein guter Rundumschlag. 

        Ralph 

        Ja, ich fand es sehr, sehr spannend und ich werde jetzt euch nach der Folge trotzdem noch ein bisschen weiter drüber nachdenken. Über die Figur von Till Eulenspiegel weiß ja, weil es einfach interessant fand, dass sich das so lange gehalten hat, wie es, wie wir gerade vorhin ja schon kurz diskutiert hatten und ich das ein bisschen rausfinden möchte, woran das liegt. 

        Lukas 

        Ja, es ist die Zeitlosigkeit. Ich glaube, es ist wahnsinnig schwer, etwas Zeitloses zu schaffen. Egal was es ist, egal, ob das eine zeitlose Geschichte ist, egal, ob das ein zeitloses Accessoire ist. Zeitlose Musik. Keine Ahnung, was das ist unglaublich schwer. Und ich glaube, das ist die Kunst dahinter. Und ich könnte mir vorstellen, dass die Figur Till Eulenspiegel zeitlos ist. 

        Lukas 

        Und deswegen überdauert sie. Und deswegen wird sie so sehr mystifiziert. 

        Ralph 

        Wahrscheinlich, weil weil wir nach wie vor in einer Gesellschaft mit Regeln und Normen leben, in der es dann so was wie Till Eulenspiegel gibt, der sich halt drüber hinwegsetzt und der halt mal ausbricht. Vielleicht. 

        Annalena 

        Vielleicht ja. Und vielleicht gehen wir alle auch noch einmal wieder auf ein Seil steigen oder zumindest auf die Slackline und was wagen. 

        Lukas 

        Und Schuhe auf andere Leute werfen. Liebe Anna Lena, vielen lieben Dank, dass du uns mitgenommen hast. Zum Till Eulenspiegel Museum nach Schöppenstedt in Niedersachsen. Ich habe auf jeden Fall Lust, einmal vorbeizuschauen. Und vielleicht, wenn ich mal wieder mit dem Outfit unterwegs bin in der Gegend halte ich dann mal. 

        Ralph 

        Danke dir und ich werde auf jeden Fall mal das Buch lesen von Daniel Kehlmann. Das reizt mich sowieso schon länger und hat mich jetzt noch mal bestärkt darin. 

        Annalena 

        Ja, ich wollte auch unbedingt Danke sagen. Also es hat mir großen Spaß gemacht, mit euch einfach zu plaudern auch und diesen Besuch Revue passieren zu lassen. Das hat einfach großen Spaß gemacht. 

        Lukas 

        Schön, jederzeit. Ja, und wenn ich euch jetzt bitte nicht anfassen gefällt, dann könnt ihr uns unterstützen. Wir betreiben dieses Format komplett ehrenamtlich und es gibt zum Beispiel die Möglichkeit, dass ihr uns bei Steady abonniert und dann zum Beispiel unser Sprit Geld subventionieren könnt. Außerdem gilt natürlich wie immer Empfehlt uns weiter, gebt uns fünf Sterne Bewertungen, empfehlt uns all eure Verwandtschaft der kompletten Familie, all eure Bekanntschaft, dem Ralph. 

        Ralph 

        Ja, wem noch? Allen Social Media Kontakten? Vielleicht Den Nachbarn? Nachbarinnen? Ja, der Gemeinde. 

        Lukas 

        Oder natürlich auch euren lokalen Museen. Wir freuen uns natürlich immer über Feedback und über Kritik. Ach ja, genau. Wir müssen ja kurz überlegen. Ralph, machen wir die im nächsten Folge. 

        Ralph 

        Also weil du bist ja du dran. Deswegen musst du das jetzt entscheiden. 

        Lukas 

        Ja, in der nächsten Folge wird es um ein einen Alltagsgegenstand gehen, der in so ziemlich allem, was wir heute benutzen, drin ist, der total unscheinbar ist, aber der verrückt ist. Das kann ich schon mal sagen. Und vor allem auch, der wahrscheinlich auch in einer veränderten Form unsere Zukunft maßgeblich beeinflussen wird, wie vielleicht wenige andere Erfindungen. Und dazwischen ein Museum. 

        Lukas 

        Schon ein bisschen länger her, aber das ist jetzt die perfekte Folge dafür. 

        Ralph 

        Okay. Na, das wird ja dann die Folge im neuen Jahr. Ui, da stimmt. 

        Ralph 

        Neues Jahr, neue Folge, neuer Gegenstand. Ja, genau. Jawohl. Aber dann vielen Dank für alle Leute, die uns zugehört haben. Und bis zum nächsten Mal. 

        Der Beitrag Das Till-Eulenspiegel-Museum erschien zuerst auf Escucha.

        Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.

        43 min
      • SPEZIALFOLGE - Interview mit Luc Bernard vom Digital Holocaust Museum

          BITTE NICHT ANFASSEN! SPEZIALFOLGE – Interview mit Luc Bernard, Betreiber des Digital Holocaust Museums

          Show Notes 

          In der vergangenen Folge (Nr. 23 Das Metaverse, der Holocaust und ganz viel Kritik) haben wir das Digital Holocaust Museum im Spiel Fortnite besucht. Daran hatten wir ziemlich viel Kritik geübt. Lukas als studierter Historiker mit dem Schwerpunkt auf Politisch-historische Studien war es ein Anliegen, seine professionelle Sicht auf die Dinge einzubringen.

          Und weil wir die Kritik nicht einfach so im Raum stehenlassen wollten, haben wir uns nochmal mit Luc Bernard in Verbindung gesetzt. Er ist der Betreiber des Museums und war bereit, sich mit uns darüber auszutauschen. Das Ganze gibt es hier als englischsprachiges Interview.

          Falls ihr Folge Nr. 23 noch nicht gehört habt, dann beginnt am besten da. Dann könnt ihr unsere Kritik besser nachvollziehen.

          ~~~~~~~ 

          Infos zum Museum:  

          Voices of the Forgotten – Digital Holocaust Museum 

          https://www.voicesoftheforgotten.com/digitalholocaustmuseum

          Inselcode: 1511-8598-6202 

          ~~~~~~~ 

          über BITTE NICHT ANFASSEN!:  

          Woran denkst du beim Wort Museum? An weltberühmte Ausstellungsstücke wie Sarkophage ägyptischer Pharaonen, an Gemälde von Picasso oder an technische Erfindungen wie das Automobil? Denkst du an das Deutsche Museum in München, das Pergamon-Museum in Berlin oder an das Städel in Frankfurt? Wir – das sind Ralph Würschinger und Lukas Fleischmann – denken beim Wort Museum an etwas Anderes: an Milbenkäse, Mausefallen, an Flipper-Automaten, Nummernschilder oder auch an Gartenzwerge. Denn die schätzungsweise 7.000 Museen in Deutschland haben so viel mehr zu bieten als das Angebot der großen Häuser. 

          Mit „BITTE NICHT ANFASSEN – Museum mal anders“ begeben wir uns an kleine Orte, in Seitengassen großer Städte, um die kleinen und alternativen Ausstellungen zu finden, von denen du vermutlich noch nie gehört hast. 

          Pro Monat erscheint eine Folge, für die einer von uns beiden ein besonderes Museum besucht und sich mit dem jeweils anderen darüber austauscht. Dabei kommen Museumsbetreiberinnen und -betreiber zu Wort, aber auch die Exponate an sich werden hörbar gemacht. 

          Dieser Podcast ist für Museumsliebhaber, für Mitarbeiter aus dem Museumsbereich und für alle, die sich für Kunst, Kultur und Technik-Geschichte interessieren und skurrile Stories mögen. 

          BITTE NICHT ANFASSEN! ist eine Produktion von Escucha – Kultur für's Ohr. 

          Mehr Infos auf https://www.escucha.de/bitte-nicht-anfassen/ 

           
          ~~~~~~~ 

           
          Kontakt: 
          Instagram: https://www.instagram.com/bittenichtanfassen_podcast/  
          E-Mail: info[at]escucha.de  

          ~~~~~~~ 

          Wollt ihr uns unterstützen?  

          Dann schaut doch auf unserer Steady-Seite vorbei: https://steadyhq.com/en/bitte-nicht-anfassen  

          ~~~~~~~ 

          Podcast-Credits:  
            

          Sprecher: Lukas Fleischmann, Ralph Würschinger  
          Produktion: Escucha GbR  
          Podcast-Grafik: Tobias Trauth https://www.instagram.com/don_t_obey/  
          Intro/Outro: Patrizia Nath (Sprecherin) https://www.patrizianath.com/, Lukas Fleischmann (Musik)  

          Wenn euch der Podcast gefällt, dann abonniert uns und empfehlt uns weiter. Welches Museum sollen wir unbedingt vorstellen? Schreibt uns eure Vorschläge! 

          Der Beitrag Interview mit Luc Bernard erschien zuerst auf Escucha.

          Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.

          33 min
        • Das Metaverse, der Holocaust und ganz viel Kritik

            BITTE NICHT ANFASSEN! #23 – Das Metaverse, der Holocaust und ganz viel Kritik 

            Show Notes 

            Wir verlassen Deutschland, lassen Europa – ja, den Planeten Erde hinter uns – und begeben uns in eine Welt, die nur digital existiert: Fortnite.  

            Als eines der weltweit meistgespielten Games treffen hier hunderte Millionen Spieler:innen pro Monat aufeinander. Es wird gebaut, gekämpft und neuerdings ins Museum gegangen! Wir waren in Voices of the Forgotten, dem Digital Holocaust Museum, von Game Designer Luc Bernard und – oh boy! – sind wir uns uneinig, was wir von dem Projekt halten sollen. Es geht um die Frage nach Verantwortung und Entscheidungsgewalt, um das Zeitzeugen-Problem und als Cameo taucht auch noch Lukas’ kleiner Bruder auf.  

            Im Nachklapp haben wir übrigens mit Luc Bernard gesprochen. Das Interview findet ihr hier: https://www.escucha.de/interview-luc-bernard/

            ~~~~~~~ 

            Hilfreiche Links: 

            Worum es im Roman Snow Crash von Neal Stephenson geht: https://de.wikipedia.org/wiki/Snow_Crash 

            Wikipedia-Artikel zu Second Life: https://en.wikipedia.org/wiki/Second_Life  

            Hier gibt es Fortnite zum Download: https://store.epicgames.com/en-US/p/fortnite 

            Falls ihr euch für das Pyramidenprojekt in Fortnite interessiert: https://preloaded.com/work/wonders-pyramids-of-giza/ 

            Hier könnt ihr euch das Ariana Grande Konzert in Fortnite ansehen: https://youtu.be/CLAINFcwuIw?feature=shared&t=308 https://www.youtube.com/watch?v=RiM0moNk74o&ab_channel=ArianaGrande 

            Die Bundeszentrale für politische Bildung über die Reichspogromnacht: https://www.bpb.de/shop/materialien/themen-und-materialien/37143/die-inszenierte-empoerung-der-9-november-1938/  

            Über die Kindertransporte: https://www.jmberlin.de/thema-kindertransport 

            Offizielle Homepage des Zeitzeugen Gideon Lev: https://www.thetrueadventures.com/documentary 

            Artikel über das Martin Luther King Event auf Fortnite: https://www.okayplayer.com/news/fortnite-mlk-i-have-a-dream-speech.html 

            ~~~~~~~ 

            Infos zum Museum:  

            Voices of the Forgotten – Digital Holocaust Museum 

            https://www.voicesoftheforgotten.com/digitalholocaustmuseum

            Inselcode: 1511-8598-6202 

            ~~~~~~~ 

            über BITTE NICHT ANFASSEN!:  

            Woran denkst du beim Wort Museum? An weltberühmte Ausstellungsstücke wie Sarkophage ägyptischer Pharaonen, an Gemälde von Picasso oder an technische Erfindungen wie das Automobil? Denkst du an das Deutsche Museum in München, das Pergamon-Museum in Berlin oder an das Städel in Frankfurt? Wir – das sind Ralph Würschinger und Lukas Fleischmann – denken beim Wort Museum an etwas Anderes: an Milbenkäse, Mausefallen, an Flipper-Automaten, Nummernschilder oder auch an Gartenzwerge. Denn die schätzungsweise 7.000 Museen in Deutschland haben so viel mehr zu bieten als das Angebot der großen Häuser. 

            Mit „BITTE NICHT ANFASSEN – Museum mal anders“ begeben wir uns an kleine Orte, in Seitengassen großer Städte, um die kleinen und alternativen Ausstellungen zu finden, von denen du vermutlich noch nie gehört hast. 

            Pro Monat erscheint eine Folge, für die einer von uns beiden ein besonderes Museum besucht und sich mit dem jeweils anderen darüber austauscht. Dabei kommen Museumsbetreiberinnen und -betreiber zu Wort, aber auch die Exponate an sich werden hörbar gemacht. 

            Dieser Podcast ist für Museumsliebhaber, für Mitarbeiter aus dem Museumsbereich und für alle, die sich für Kunst, Kultur und Technik-Geschichte interessieren und skurrile Stories mögen. 

            BITTE NICHT ANFASSEN! ist eine Produktion von Escucha – Kultur für's Ohr. 

            Mehr Infos auf https://www.escucha.de/bitte-nicht-anfassen/ 

             
            ~~~~~~~ 

             
            Kontakt: 
            Instagram: https://www.instagram.com/bittenichtanfassen_podcast/  
            E-Mail: info[at]escucha.de  

            ~~~~~~~ 

            Wollt ihr uns unterstützen?  

            Dann schaut doch auf unserer Steady-Seite vorbei: https://steadyhq.com/en/bitte-nicht-anfassen  

            ~~~~~~~ 

            Podcast-Credits:  
              

            Sprecher: Lukas Fleischmann, Ralph Würschinger  
            Produktion: Escucha GbR  
            Podcast-Grafik: Tobias Trauth https://www.instagram.com/don_t_obey/  
            Intro/Outro: Patrizia Nath (Sprecherin) https://www.patrizianath.com/, Lukas Fleischmann (Musik)  

            Wenn euch der Podcast gefällt, dann abonniert uns und empfehlt uns weiter. Welches Museum sollen wir unbedingt vorstellen? Schreibt uns eure Vorschläge! 

            ~~~~~~~ 

            Transkript 

            folgt… 

            Der Beitrag Voices of the Forgotten erschien zuerst auf Escucha.

            Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.

            56 min
          • Killer-Karpfen, Mönche im Teich und die nachhaltigste Fischzucht der Welt – das Karpfenmuseum Neustadt Aisch im Podcast

              BITTE NICHT ANFASSEN! #22 – Killer-Karpfen, Mönche im Teich und die nachhaltigste Fischzucht der Welt – das Karpfenmuseum Neustadt Aisch.

              Karpfen sind krasse Fische: Seit über 60 Millionen Jahren haben sie sich kaum verändert, sie können die widrigsten Umstände in einem Weiher aushalten und sind auch noch richtig gesund. Seit mehr als 1.250 Jahren ist der Aischgrund im Norden Bayerns einer der Hotspots der Karpfenzucht in Deutschland. Da ist es klar, dass genau dort, nämlich in Neustadt an der Aisch das Karpfenmuseum seine Pforten geöffnet hat. Eine Geschichte über Überlebenskünstler, uralte Traditionen und über das ultimative Rezept.

              ~~~~~~~ 

              Hilfreiche Links: 

              Das ist das Nicky’s Gasthof:

              https://www.gasthof-schuetzengarten.de/

              Eine Doku des BR über den Karpfen:

              Alles, was ihr über den Aischgründer Karpfen wissen müsst:

              http://aischgruender-karpfen.com/

              So sieht das Museum von Innen aus:

              https://www.escucha.de/wp-content/uploads/PHOTO-2023-09-17-09-40-02.jpg

              ~~~~~~~ 

              Infos zum Museum: 

              Museen im Alten Schloss

              Karpfenmuseum
              Untere Schlossgasse 8
              91413 Neustadt/Aisch
              Telefon 09161 / 66 20 905

              https://museen-im-alten-schloss.de/

              ~~~~~~~ 

              über BITTE NICHT ANFASSEN!:  

              Woran denkst du beim Wort Museum? An weltberühmte Ausstellungsstücke wie Sarkophage ägyptischer Pharaonen, an Gemälde von Picasso oder an technische Erfindungen wie das Automobil? Denkst du an das Deutsche Museum in München, das Pergamon-Museum in Berlin oder an das Städel in Frankfurt? Wir – das sind Ralph Würschinger und Lukas Fleischmann – denken beim Wort Museum an etwas Anderes: an Milbenkäse, Mausefallen, an Flipper-Automaten, Nummernschilder oder auch an Gartenzwerge. Denn die schätzungsweise 7.000 Museen in Deutschland haben so viel mehr zu bieten als das Angebot der großen Häuser. 

              Mit „BITTE NICHT ANFASSEN – Museum mal anders“ begeben wir uns an kleine Orte, in Seitengassen großer Städte, um die kleinen und alternativen Ausstellungen zu finden, von denen du vermutlich noch nie gehört hast. 

              Pro Monat erscheint eine Folge, für die einer von uns beiden ein besonderes Museum besucht und sich mit dem jeweils anderen darüber austauscht. Dabei kommen Museumsbetreiberinnen und -betreiber zu Wort, aber auch die Exponate an sich werden hörbar gemacht. 

              Dieser Podcast ist für Museumsliebhaber, für Mitarbeiter aus dem Museumsbereich und für alle, die sich für Kunst, Kultur und Technik-Geschichte interessieren und skurrile Stories mögen. 

              BITTE NICHT ANFASSEN! ist eine Produktion von Escucha – Kultur für's Ohr. 

              Mehr Infos auf https://www.escucha.de/bitte-nicht-anfassen/ 

               
              ~~~~~~~ 

               
              Kontakt: 
              Instagram: https://www.instagram.com/bittenichtanfassen_podcast/  
              E-Mail: info[at]escucha.de  

              ~~~~~~~ 

              Wollt ihr uns unterstützen?  

              Dann schaut doch auf unserer Steady-Seite vorbei: https://steadyhq.com/en/bitte-nicht-anfassen  

              ~~~~~~~ 

              Podcast-Credits:  
                

              Sprecher: Lukas Fleischmann, Ralph Würschinger  
              Produktion: Escucha GbR  
              Podcast-Grafik: Tobias Trauth https://www.instagram.com/don_t_obey/  
              Intro/Outro: Patrizia Nath (Sprecherin) https://www.patrizianath.com/, Lukas Fleischmann (Musik)  

              Wenn euch der Podcast gefällt, dann abonniert uns und empfehlt uns weiter. Welches Museum sollen wir unbedingt vorstellen? Schreibt uns eure Vorschläge! 

              ~~~~~~~ 

              Transkript 

              Nicky

              Maximal eine Minute. Echt? Ja.

              Lukas

              Um wie viel? Wie viel machst du da pro Jahr vor?

              Nicky

              Es ist, boa. Kann ich so nicht sagen. Es gibt natürlich Karpfen HeiligabendEs wird viel Karpfen verkauft an Karfreitag. Aber so übers Jahr hinweg kann ich jetzt nicht sagen. Aber mehrere 1000.

              INTRO

              Bitte nicht anfassen. Museum mal anders. Ein Podcast von ist gut.

              Lukas

              Einen wunderschönen guten Tag, ihr Lieben da draußen und herzlich willkommen zu dieser neuen Folge von. Bitte nicht anfassen aus dem Oktober 2023.

              Ralph

              Ja, hallo, Auch von meiner Seite. Schön, dass Sie wieder dabei seid. Bei. Bitte nicht anfassen dem Podcast. Wenn es um kleine, skurrile, ungewöhnliche und vor allem liebenswerte Museen geht.

              Lukas

              Einmal im Monat besucht einer von uns ein Museum oder eine Initiative. Ich beziehe mich da ein bisschen auf die letzte Folge, denn die war ein bisschen anders als sonst und wir stellen uns dann gegenseitig dieses Museum vor, wobei der andere nie weiß, wo wir genau waren.

              Ralph

              Und in der letzten Folge waren das ja Anke und Daniel vom Zeitreise Bus. Den habe ich besucht und war mit denen auf einer Tour durch durch NRW und waren wir da auf einem Acker. Und wir haben dann mittels eines Metalldetektor, alte Artefakte gesucht und auch gefunden und die dann von einer Archäologin bestimmen lassen. Also war auf jeden Fall für mich zumindest eine ganz interessante Folge.

              Lukas

              Ja, absolut und vor allem ja auch ein bisschen anders produzierte Folge, denn es waren sehr viele Reportage Teile. Das muss echt viel Arbeit für dich gewesen sein. Und da ich mir weniger Arbeit machen wollte und ich ja jetzt in dieser Folge dran bin, habe ich wieder sozusagen eine klassische Folge ohne irgendwelche Spezial Sachen. Wobei aber vielleicht doch mal gucken.

              Lukas

              Mal gucken. Lieber Ralph, ich würde sagen, wie der Lateiner sagt, wir gehen in medias res und ich werde dir das Museum vorstellen und die Geschichte vorstellen, die ich vorbereitet habe. Und zwar eins vorweg Ich habe letztes Mal ja die Folge angekündigt und diese Folge Dichte angekündigt habe. Um die wird es nicht gehen, denn es gab nämlich einen kleinen, einen kleinen Tausch in der folgenden Produktion.

              Lukas

              Und deswegen wird es heute um etwas ganz anderes gehen. Ralph vielleicht kannst du dich erinnern, dass ich im Jahr 2022 für ein Projekt an der Mecklenburgischen Seenplatte war, genauer gesagt in Welzin, in diesem kleinen Kaff in Mecklenburg, wo wir auf dieser Initiative Kultur Sommer 2022 Hörbücher mit Kindern produziert haben. Und wie du vielleicht weißt, habe ich ja gesagt, dass ich da weil der Tag ja echt immer sehr anstrengend war, war ich ja häufig am Abend an verschiedenen Seen.

              Lukas

              Und da ist es passiert, dass ich an einem Abend Zeuge von den Überbleibseln eines gescheiterten DDR Experiments wurde und dieses gescheiterte DDR Experiment ist in Deutschland gescheitert, aber nicht so schlimm wie woanders auf der Welt.

              Ralph

              Also es ist woanders auf der Welt auch gescheitert, aber da waren die Folgen dann schlimmer oder was ähnliches Prozedere.

              Lukas

              Aber da waren die Folgen viel viel schlimmer. Und zwar trug es sich zu, dass ich an einem Abend, nachdem ich den ganzen Tag mit diesen Kindern auf diesen Kultursommer Töne aufgenommen habe, mein Stand up Paddelboot eingepackt habe. Und ich bin zu dem sogenannten Passauer See gefahren. Der ist bei Passow, also ist ein kleiner See in der Nähe von von Lütz, also in Mecklenburg.

              Lukas

              Und während ich da so schön auf dem See rumtucker und die Natur genieße, es ist malerische, da wunderschön, fängt es auf einmal neben mir zu blubbern an und ich schau nach links und ich falle fast von dem Board runter, weil ich einen halben Herzinfarkt gekriegt hab, weil auf einmal links neben mir ein monströser grüner Fisch im Wasser schwimmt.

              Lukas

              Ein riesengroßes, ein fettes, grünes, großes, schleimiges grünes Viech. Ja, und bei genauerem Hinsehen habe ich gemerkt okay, das ist ein riesengroßer Karpfen. Ach, aber mit riesengroß meine ich jetzt nicht irgendwie. Kein Ahnung. Einen echten, fettes Teil so zu verwenden. Nie gesehen. Ich kenne die, weil mein Onkel war Angler. Und du bist ja auch Angler und hast deinen dein Angelschein gemacht.

              Lukas

              Karpfen sind ja harmlose Tiere, aber allein von der Größe war ich auf jeden Fall ja fast gekentert.

              Lukas

              Ich geh also raus. Ich fahr mit dem Paddle-Board wieder zurück zum Ufer und merke, dass es nicht nur ein Karpfen war, sondern dass da keine Ahnung 30 40 drin waren. Und die sind alle so groß. Also wollte ich wissen, was hat es damit auf sich? Und ich gehe zu dem Bademeister vor Ort, der sich in der Region da gut auskennt.

              Lukas

              Und der hat mir gesagt, dass diese Karpfen in der DDR in diese Seen eingesetzt wurden. Und zwar sind es Graskarpfen, die gemeinsam mit Marmor Karpfen aus China oder Ostasien importiert worden sind, in diesen Szenen ausgelassen wurden, in der Hoffnung, dass diese Karpfen die Seen reinigen, weil sie die ganzen Wasserpflanzen essen. Ob das funktioniert? Warum das funktioniert, da kommen wir später noch mal dazu.

              Lukas

              Jedenfalls ja. Kurzer Teaser Es hat nicht funktioniert. Die Wasserqualität ist nicht besser geworden, aber die Karpfen hat man auch im Nachhinein nicht mehr aus diesen Seen rausgeholt. Und das heißt, dass immer noch Karpfen, die mindestens aus dem Jahr 1989 sind, in diesen Seen in Mecklenburg und in Brandenburg und eigentlich überall in der ehemaligen DDR herumschwimmen. Und jetzt kannst du dir vorstellen, wenn so ein Karpfen da 30, 40 Jahre in diesem, in diesem, in diesen Seen drin ist, wie riesig sie werden, wie schleimig sie werden und wie was das für Fische sind!

              Lukas

              Und jetzt habe ich ja gesagt, dass dieses Experiment auf woanders viel schiefer gegangen ist. Denn die Karpfen, diese riesengroßen Karpfen in Ostdeutschland, können sich nicht vermehren, dafür ist es zu kalt. In den USA allerdings, im Mississippi River und in angrenzenden Seen, da können die sich vermehren. Und da spricht man sogar teilweise von Killer Karpfen, weil die so krass sind, dass sie als invasive Art die heimische Arten verdrängt haben, weil die auch so fett werden, dass sie teilweise mit Booten und mit Surfern und mit Keine Ahnung Kajakfahren zusammenstoßen.

              So, und da sind die nämlich so in der richtigen Plage gekommen. Das ist eine sehr lange und sehr persönliche Einleitung zu einem Museum. Und vielleicht, vielleicht, lieber Ralph, kannst du dir jetzt ja überlegen, worum geht es in dieser Folge? Welches Museum habe ich besucht?

              Ralph

              Na ja, ich habe tatsächlich eine Vermutung, weil es ja auch so ein gewisser Insider bei uns ist, dass es das Karpfen Museum ist, weil das schätze, ist es.

              Lukas

              Das war im Karpfenmuseum ja, am Karpfen Museum in Neustadt an der Aisch in meiner wunderschönen fränkischen Heimat Franken. Grob gesagt zwischen Nürnberg und Würzburg in der Nähe von der A drei. Und da gibt es in diesem Museum, was sich im Alten Schloss befindet, also nebst anderen Museum, Museen. In diesem alten Schloss befinden sich nämlich drei Museen und das Karpfen Museum ist eines davon.

              Lukas

              Da geht es um die Geschichte, um die natürliche Verbreitung, um die Teich Wirtschaft, um alles das, was mit dem Karpfen zu tun hat. Und ich sag dir eins es gibt echt wahnsinnig viele interessante Geschichten über Karpfen.

              Ralph

              Ja, glaube ich. Das ist ja auch ein Museum, das ich eigentlich gerne mal besuchen wollte. Ja, also ich bin super gespannt. Super, wie man sagt. Es ist echt ja eine Geschichte, die mich jetzt total interessiert. Als. Als frischen Angler jetzt sozusagen. Der einmal in seinem Leben was gefangen hat. Aber ich war auch nur einmal Angeln besitze, muss man sagen.

              Ralph

              Da war es ja ein Karpfen, den ich ganz stolz präsentiert habe. Ja, schieß los.

              Lukas

              Wenn du auf dieser drei fährst und du fährst dann eben von Würzburg nach Nürnberg oder zurück, Das ist eine sehr hoch frequentierte Autobahn. Dann fährst du durch eine Region, die von Weihern und Teichen nur so wimmelt. Man weiß nicht genau, wie viele das sind in dieser Region, dem sogenannten Aischgrund in Franken. Daher auch der Name Neustadt an der Aisch, schätzt man, dass es so um die 7 bis 8000 Weiher gibt.

              Lukas

              Und das Krasse an diesen Weihern ist oder an diesen Seen ist, dass die allermeisten davon schon seit dem Mittelalter existieren. Denn die erste Karpfen Zucht lässt sich im Eishockey und also im nördlichen Bayern in die Zeit Karls des Großen datieren. Also die erste offizielle Dokumentation von einem Königshof mit einer Teich Wirtschaft, in der Karpfen gezüchtet wurden, ist 1250 Jahre alt und seitdem gibt es diese Tradition da.

              Lukas

              Und weil das schon so eine lange Zeit da ist und weil im Aischgrund schon so lange Karpfen gezüchtet worden sind, gibt es mittlerweile eine eigene Zucht Form, die auch geschützt ist, die eine geschützte Herkunftsbezeichnung ist und das ist der sogenannte Aischgründer Karpfen und was den auszeichnet und damit immer so ein bisschen Gefühl dafür kriegst, solltest du dir mal Walter Trapper anhören.

              Er ist ehrenamtlicher Führer im Karpfen Museum.

              Walter Tropper

              Der Karpfen zeichnet sich auch durch den hohen Rücken und dass er fast keine Schuppen hat, im Gegensatz zu der wild Form, von dem der Karpfen ja da ist der Karpfen ja weg gezüchtet worden ist. Der hat viele, viele Schuppen, ganz normal.

              Lukas

              Und das heißt, man hat deswegen die Schuppen mehr gezüchtet, weil man dann weniger arbeiten.

              Walter Tropper

              Ja, beides. Schuppen sind natürlich nicht unbedingt das Beste zum Essen.

              Ralph

              Ja, Kann ich eine kleine Anekdote erzählen? Bitte. Als ich meinen ersten Fisch gefangen habe, das war ja ein Karpfen, da habe ich dann noch mal nachgelesen okay, den muss man in den Schuppen. Aber das Tolle am Karpfen ist, dass der nicht so viele Schuppen hat. Jetzt frage ich mich, ob das der Karpfen vielleicht war. Und jedenfalls habe ich dann gesagt Das ist so eine dumme Geschichte.

              Ralph

              Aber ich habe dann überlegt, ich habe ja keinen Schuppenmesser, was mache ich da? Und dann habe ich im Internet so ein Video gesehen, wie jemand aus einem Kronkorken und ein Stück Holz ein Schuppenmesser gebastelt hat. Und den habe ich dann einfach gebastelt und den benutzt und bin so drüber über den Karpfen. Was für eine Arbeit.

              Ralph

              Dann habe ich noch mal geguckt wegen Schuppen. Und so weiter, weil ich dachte, das wären so ganz kleine Schuppen, die ich einfach nicht sehe. Aber ich habe die Haut weggeraspelt, weil es insgesamt war an diesen Ding nur drei Schuppen. Die waren echt riesig, diese drei Schuppen. Und ich dachte mir, das kann es ja nicht sein. Na ja.

              Lukas

              Dann hast du wahrscheinlich einen Spiegel Karpfen gefangen, weil nämlich dieser Aischgründer Karpfen, der ist eine geschützte Bezeichnung. Der darf tatsächlich nur aus dem Aischgrund kommen.

              Ralph

              Ja. Spiegel. Karpfen. Genau. Ja, genau.

              Lukas

              Jetzt stellt sich aber die Frage Warum gibt es jetzt dieses Museum? Gerade da im sogenannten Aischgrund. Also warum gleich da? Weil es da die ganzen Weiher gibt. Aber warum gibt es sie da? Und das hat ganz viele Gründe. Also der wohl Wichtigste ist die Bodenbeschaffenheit. Da gibt es nämlich in dieser Region vor allem viel Lehmboden. Und dieser Lehmboden ist ziemlich scheiße für die Landwirtschaft, weil natürlich das ganze Wasser sich staut.

              Lukas

              Aber das ist natürlich fantastisch für die Weiher, weil das Wasser da nicht so versickert. Wenn du jetzt zum Beispiel 30 Kilometer weiterfährst, also in den Nürnberger Raum, da ist er Sandboden und da würden diese künstlichen Weiher, die da angelegt sind, die sind ja nicht besonders tief. Die würden sofort versickern. Und das ist natürlich fantastisch. Und dadurch, dass diese Weiher angelegt worden sind, die haben am Anfang dem Königshof gehört und dann irgendwann waren das vor allem Klöster, die sich darum gekümmert haben.

              Lukas

              Und da sind teilweise Klöster entstanden im Mittelalter, die bis zu 60 Weiher gleichzeitig betreut haben. Na ja, und es heißt, dass es vor allem im Mittelalter ein ein sehr, sehr lukratives Geschäft war, was dieser Region wirklich viel Einkünfte gebracht hat. Und jetzt? Vielleicht kannst du dir überlegen, warum ist es so, dass gerade Karpfen Zucht im Mittelalter eine lukrative Einkünfte ist?

              Ralph

              Moment mal, als im Mittelalter, da waren natürlich die Nahrungsmittel, die man hatte, war noch sehr beschränkt. Und Karpfen, na ja, ist auf jeden Fall eine sehr gute Eiweiß Quelle, aber hier kann ich jetzt auch nichts dazu sagen.

              Lukas

              Also das spielt natürlich auch mit rein, aber der eigentliche Grund ist, es gab im Mittelalter bis zu 150 Fastentage pro Jahr und an Fastentage darf man ja kein Fleisch essen. Aber Fisch geht immer. Aber dieser Fisch darf wiederum nicht über den Tellerrand hinausschauen. Das heißt, man darf in der Fastenzeit nur das essen, was auf den Teller passt. Und das ist, so will es die Legende, hat damals der Bamberger Bischof gesagt, dass man doch bitte einen Karpfen züchten möge, der möglichst hoch und nicht so lang sei, um die Teller Form bestmöglich auszufüllen und um quasi genug an Nahrung oder halt auch auch festliche Nahrung für diese 150 Fastentage zu haben.

              Lukas

              Und so ist eben der Spiegel Karpfen gezüchtet worden. Also das will so die Legende. Ob das jetzt stimmt? Ich finde, es ist ein bisschen schwer nachzuvollziehen, aber ich finde die Legende ganz nett.

              Ralph

              Aber du meinst vielleicht den Aischgründer Karpfen.

              Lukas

              Genau, aber der Karpfen ist ja letztlich auch eine Zucht wie der Spiegelkarpfen. Da geht es einfach nur darum. Also da ist der Karpfen, so wie er heute genannt wird, der muss noch weitere Kriterien erfüllen. Der darf zum Beispiel nur einen sehr geringen Fettanteil haben und er muss sehr naturnah aufwachsen. Aber da kommen wir auch später noch mal dazu.

              Lukas

              Im Museum geht es quasi auch um diese Tradition, also dass die sich letztlich ja bis heute hält und dass im Museum genau diese Geschichte so ein bisschen kolportiert wird, immer noch. Also es geht von den Anfängen im Mittelalter bis hin zur Karpfen Teich, Wirtschaft im 19. Jahrhundert und wie das heute ist. Und es ist auch wirklich schön aufbereitet.

              Lukas

              Es ist eine sehr neue Ausstellung, da ist viel Holz, da ist auch ein Aquarium drinnen wurde teilweise verschiedene Karpfen sehen kannst, dann sind da auch verschiedene Tafeln. Es wird auch gezeigt, wie Karpfen zubereitet werden. Also man bekommt da wirklich einen ganz fantastischen Rundumblick um die Geschichte des Karpfen um das Habitat Karpfenteich, was da noch für Arten vorkommen und so weiter und so fort.

              Lukas

              Alles würde natürlich diese, ähm, diese Folge jetzt komplett sprengen. Aber und vielleicht noch ein Ding dazu, wie die Karpfen gezüchtet werden, also wie die Karpfen letztlich in die Teiche kommen, daran hat sich bis heute eigentlich nicht wirklich viel verändert. Das sagt noch mal Walter Topper vom Karpfen Museum.

              Walter Tropper

              Wir haben ja Weiher-Ketten, die haben da 30 und mehr Jahre war Weiher hintereinander. Aber man vermeidet, dass das Wasser von dem einen war er in den anderen Weiher fließt. Nicht, dass dadurch Krankheiten ausgebreitet werden, das heißt der Bach ist oft künstlich verlagert, läuft daneben. Da war er Kette. Und dann kann ich je nach Bedarf kann ich die wieder mit Wasser befüllen.

              Ralph

              Wie war das jetzt noch mal? Also es gibt Bäche und in denen werden diese Karpfen gezüchtet, oder was?

              Lukas

              Nein, nein, nein, nein. Die Karpfen werden ausschließlich in Weihern gezüchtet. Wie genau werde ich später auch noch erklären. Es ist nämlich im Ganzen ein komplizierter Prozess. Aber diese Weiher wurden schon im Mittelalter angelegt. Habe ich ja schon erwähnt. Und diese Weiher haben eine Funktion. Und zwar haben die alle einen Stöpsel. Das heißt, man kann, wenn man den sogenannten Mönch entfernt.

              Lukas

              Der Mönch, das ist die Bezeichnung von einem Weiher-Stöpsel sozusagen. Das liegt daran, dass der im Mittelalter aus Weidenkorb Geflecht gebaut wurde. Und dann sah der von großer Entfernung aus wie ein Mönch also, der quasi in seinem in seinem Mönchs Gewand so dasteht. Daher die Bezeichnung. Heute wird es aus Beton und verschiedenen Holz Barrieren und sowas hergestellt. Jedenfalls man kann diese Weiher alle entleeren und das muss man auch machen, weil das ist ja stehendes Gewässer.

              Lukas

              Und an dieser Tatsache hat sich seit dem Mittelalter nichts verändert. Das heißt das einzige, wo quasi noch Bäche nebendran waren, ist, wenn man quasi gesagt hat, man wollte diesen war ja wieder auffüllen, dann hat man sozusagen vom Mönch die, dann hat man einen hochgehoben, dann konnte das Wasser wieder einströmen und dann konnte man den Mönch wieder zumachen. Und wenn jetzt aber zum Beispiel eine Krankheit in einem Weiher ausgebrochen ist bei den Fischen, dann wollte man ja nicht, dass diese Krankheit in den nächsten war übergeht.

              Lukas

              Und deswegen konnte man quasi jeden Weiher unabhängig voneinander immer mit dem Bach Wasser auffüllen oder nicht.

              Ralph

              Ja klar, verstehe. Ja.

              Lukas

              Das hat sich bis heute nicht verändert. Jetzt ist es natürlich so Du hast einen Karpfen geangelt. Normalerweise werden Karpfen, wenn sie gefangen werden. Da werden die Weiher ja abgefischt. Also da gehen ja riesengroße Netze rein und die fischen die dann alles so raus, dass man zu den Karpfen mangelt. Es ist ja eigentlich entweder, wenn man auf Wildkarpfen angelt oder natürlich, weil man einfach angeln möchte.

              Lukas

              Aber das ist nicht effizient. Karpfen zu angeln, die werden abgefischt. Jedenfalls ist es so, dass dadurch alleine in Deutschland pro Jahr 4600 Tonnen Speise Karpfen produziert werden.

              Lukas

              Und alleine in Franken gibt es um die 3000 Teich Wirte, in ganz Bayern sind es 8000.

              Ralph

              Wow, Wahnsinn, fast die Hälfte.

              Lukas

              Die machen es aber alle nebenbei. Also fast alle. Ich weiß nicht, ob es große gibt, aber jedenfalls die meisten machen es nebenbei. Und übrigens Funfact Ich habe natürlich mit meinem Vater darüber gesprochen, weil der ja da aus der Gegend gebürtig kommt, und der hat mir dann so erzählt Ja, ja, wir haben auch zwei Weiher gehabt, wieso weiß ich das nicht?

              Lukas

              Und dann hat er gesagt Ja, ich weiß es nur, wir haben damals immer ich war auch, ich habe die Weiher gemäht, ich habe die gedüngt, ich habe die teilweise mit ausgehoben und die gibt es jetzt immer noch. Aber die hat der Onkel hat er verpachtet und an anderen Teich wird das gemacht. Und ja, ja, wir haben die gezüchtet.

              Lukas

              Ja, alles möglich. Das heißt, mein Vater weiß, wie man Karpfen züchtet, aufwächst und ich hatte keine Ahnung

              Ralph

              Mein Opa. Der hat übrigens auch ein Teich gehabt.

              Lukas

              Aber hatte er Karpfen gezüchtet.

              Ralph

              Der war kein Züchter, der war nicht vom Fach. Also das sahen die ganz abstrus aus. Der wollte einfach einen Weiher haben und Fische drin. Und dann Es war ja so, dass mein Opa eine Baufirma gegründet hatte und dann hat er halt irgendwann immer die Bauleute kommen lassen, die Mitarbeiter, und die sollten dann die Fische raus rausholen. Aus dem war er und dann wurde gegessen.

              Lukas

              Na ja, aber jedenfalls mein Vater, als ich ihm erzählt habe, wie das alles so funktioniert. Ich dachte, ich kann dem mal was erzählen, da hat er alles gewusst. Ja, und noch ein Funfact über den Karpfen Laut WWF und Greenpeace ist der Karpfen der einzige Fisch, der uneingeschränkt vertretbar ist mit Hinblick auf den ökologischen Fußabdruck. Es gibt keinen anderen Fisch, wo Greenpeace und WWF sagt Ja, kann man, kann man verzehren, weil eigentlich 90 % der Fischbestände überfischt oder schon am Kollabieren sind.

              Lukas

              Beim Karpfen, das ist der einzige Fisch, den du problemlos essen darfst. Wenn du jetzt natürlich an das ökologische Gewissen denkst.

              Ralph

              Weil es einfach zu viele von denen gibt.

              Lukas

              Nein. Ja, und das liegt vor allem an der Zucht, denn die Zucht von Karpfen und speziell vom Eis und der Karpfen, deswegen ist er auch so berühmt, dies komplett naturnah. Und ich denke, jetzt ist es mal kurz an der Zeit, dass ich dir erkläre, wie eine Karpfen Zucht funktioniert.

              Ralph

              Na ja, klar.

              Lukas

              Hab also Schritt eins Wenn du Karpfen züchten möchtest, dann brauchst du mehrere Teiche von verschiedener Größe und von verschiedener Tiefe. Ein Charakteristikum hatten wir ja schon Das Wasser muss abgelassen werden können. Der Boden dieser Teiche, der wird gepflügt, der wird gedüngt und der wird mit Samen von verschiedenen Pflanzen besät. Weil Karpfen brauchen halt einen schlammigen, planmäßigen Untergrund und die ernähren sich ja viel, indem der Bodengrund und indem die halt viel von dem Phytoplankton fressen.

              Lukas

              Und für die erste Karpfen Zucht werden im Frühjahr circa drei Jahre alte Karpfen von zwei von beiden Geschlechtern in die sogenannten Laich Teiche reingesetzt. So, und diese Teiche sind Teiche, in denen ganz viele Wasserpflanzen sind. Es ist sozusagen der natürliche Verlauf, oder? Und das sieht man auch im Karpfen Museum. In denen sind so Plastik bürsten, weil diese Plastik dessen riesengroße Plastik bürsten so ein bisschen so aussieht bei der Autostraße, weil da der Laich einfach sehr fantastisch dran klebt.

              Lukas

              Männliche Karpfen bezeichnet man als Milchner, wahrscheinlich weil die weil der Same aussieht wie Milch und weibliche als Rogner. Vom Fisch her ja auch irgendwie logisch. Genau. Und da geben die dann 100.000 Millionen Eier ab, je nachdem, wie groß der Teich ist und die Eier werden dann befruchtet. Dann ist es so, dass die drei Jahre alten Karpfen wieder rausgenommen werden und die werden dann wieder in den anderen Teich eingesetzt und die Eier bleiben entweder im Teich oder kommen in Laich, Becken, je nachdem wie groß die Zucht ist.

              Lukas

              Und da schlüpfen die Eier dann. Das ist dann Schritt zwei wenn die geschlüpften Fisch Larven geschlüpft sind, dann werden die in größere Teiche ausgesetzt. Die nennt man Aufzucht, Teiche und da die müssen sehr seicht sein und die müssen Nahrung für reichhaltigen Pflanzenwuchs enthalten. Und da kommt ein bisschen drauf an, es gibt Weiher, da passiert das automatisch, da muss man gar nichts machen.

              Lukas

              Bei anderen gibt es halt Bauern, die müssen dann zum Beispiel noch Getreide reinschmeißen oder irgendwie so was, damit quasi die Karpfen es auch fressen und damit die das das aufnehmen können. Aber im Prinzip essen Karpfen nur naturnahe Sachen. Diese Karpfen, Larven, die da eingesetzt werden in diese Aufzucht Teiche, die sind so klein, dass 3000 Larven auf einen Teelöffel passen.

              Lukas

              Also die sind wirklich mini mini klein und innerhalb von einem Jahr wachsen diese Fisch Larven zu jung fischen heran. Und da spricht man dann vom sogenannten K1 Karpfen, also der 1-jährige Karpfen, daher K1. Und die sind dann bis zu zehn Zentimeter lang. Am Ende des ersten Jahres sozusagen.

              Lukas

              Dann kommt Schritt drei, Im Herbst kommen diese dann in sogenannte Überwinterung. Teiche, also das Frühjahr und den Sommer, verbringen die Karpfen größeren Teichen und da werden sie dann eben mit pflanzlichen Futter zusätzlich versorgt. Aber dann kommen sie in diese Überwinterung. Teiche. Warum sind die tiefer damit? Falls ein krasser Winter kommt, das Wasser nicht komplett zufriert? Aber normalerweise sind ja Karpfen so, dass sie sich in tiefere Gewässer zurückziehen, sich dann in den Schleim einbuddeln, in den Schlamm einbuddeln und dann da überwintern.

              Lukas

              Und jetzt Schritt vier Im Herbst des Jahres haben dann diese Fische eine geeignete Größe erreicht, das heißt, sie sind dann drei Jahre alt. Man spricht dann von einem K3 Karpfen. Also wenn die zwei Jahre alt sind, dann bleiben die noch ein Jahr länger in dem Teich logischerweise. Und beim Karpfen sind die dann so ungefähr 25 Zentimeter groß. Da spricht man wie gesagt vom K3 und in Deutschland ist es so Wenn du einen Karpfen ist, dann eigentlich immer den K3 Eigentlich.

              Lukas

              Also wenn ein Karpfen jünger ist, isst man da tatsächlich nur in Japan oder in Asien. Aber hier in Europa ist der Zucht Karpfen in der Regel drei Jahre alt. Und dann, wenn quasi der Karpfen abgefischt ist, dann wird das Wasser wieder rausgelassen und dann wird der der derweil gesäubert. Es wird halt wieder, als es beginnt, quasi wieder von vorne mit Schritt eins, dass dann quasi das ausgestreut wird, dass der Boden gedüngt wird.

              Lukas

              Und so weiter. Und so fort.

              Ralph

              Okay, also die haben eine Lebensspanne von drei Jahren.

              Lukas

              Genau da. Wild werden Karpfen allerdings bis zu 40 Jahre alt. Was ich super krass finde in der Beschäftigung mit dem Karpfen. Karpfen halten echt viel aus. Also vielleicht ein paar Fun Fact über den Karpfen von allen Fischen, die so gut vertragen. Karpfen, die geringsten Sauerstoffgehalt und die können steinalt werden. Also in Weihern, wo nix, wo kein anderer Fisch leben würde.

              Lukas

              Den Karpfen ist es scheißegal, die sind richtig resilient gegenüber Umwelteinflüssen, was ich krass finde. Also die kannst du wirklich das zum Beispiel so wenn du Karpfen, die kannst du mehrere Stunden lang aus dem Wasser raus rauslassen und die überleben mehrere Stunden. Also die sind wirklich echt krasse Viecher. Vielleicht auch einer der Gründe, warum Karpfen eine der ältesten Süßwasser Fisch Gattungen überhaupt sind.

              Lukas

              Fossilien lassen sich bis in die Jetztzeit nach in die Tertiär Zeit nachweisen. Und die begann vor 60 Millionen Jahren. Das heißt seit 60 Millionen Jahren hat sich der Karpfen nur noch unwesentlich weiterentwickelt. Das Grundprinzip vom Karpfen ist gleich geblieben und das sorgt dafür, dass sie natürlich auch weltweit verbreitet sind. Man kennt ja zum Beispiel auch den Koi Karpfen aus Japan.

              Lukas

              Und das heißt, dass 8 % der gezüchteten Süßwasserfische weltweit Karpfen sind. Das war zum Beispiel im Jahr 2018. Aktuellere Statistik habe ich leider nicht gefunden. Über 4 Millionen Tonnen. Und wie gesagt, die Dinger können uralt werden bis zu 40 Jahre. Und davon bin ich ja Zeuge geworden. Das heißt bei meiner kurzen Karpfen Nahtoderfahrung in Passow sehe ich, konnte ich ja sehen, dass die Fische mindestens Jahrgang 1989 waren.

              Ralph

              Haben Sie Ihren Pass gezeigt?

              Lukas

              Nein, aber die sind ja zu DDR Zeiten eingesetzt worden. Das heißt, sie müssen ja mindestens 1989 eingesetzt worden sein. Das heißt, sie waren zu dem Zeitpunkt über 30 Jahre alt und ich habe den Bademeister gefragt, hat sogar über 40 Jahre alt. Ich habe noch nirgendwo gesehen, dass Karpfen älter werden können als 40 Jahre. Deswegen bin ich vorsichtig mit dieser Aussage.

              Ralph

              Aber hätte es nicht sein können, dass die sich fortgepflanzt haben und dass die Kinder gesehen hast?

              Lukas

              Nein. Das ist nämlich der Unterschied zwischen den Karpfen in der DDR und den Karpfen im Mississippi, weil im Mississippi ist es wärmer als in der DDR und deswegen haben die sich fortgepflanzt. Aber diese Gras Karpfen, die man da eingesetzt hat, kommen ursprünglich aus dem Jangtse. Chiang in China zum Beispiel oder aus Südostasien, wo es wärmer ist. Und die brauchen viel wärmere Wassertemperaturen, um sich fortzupflanzen.

              Lukas

              Das heißt, diese Dinger sind einfach ewig alt. Sind die gestorben? Sind auch nie raus geangelt worden, weil man die nicht essen kann oder weil die alle so fettig und jetzt mittlerweile sowieso viel zu groß sind. Das heißt ja, das heißt, ich bin Zeuge davon geworden, diese mindestens 33 Jahre alten Fische zu sehen.

              Ralph

              Die interessant, was wir in so einem Altenheim für Karpfen.

              Lukas

              Ja so verrückt oder.

              Ralph

              Schon verrückt auch irgendwie dann. Also klar, ich kann mich jetzt nicht in Karpfen reinversetzen, aber dass man halt weiß, okay, in diesen Gewässer befinden sich Karpfen, aber das werden die letzten Karpfen sein, weil da kommen keine neuen mehr rein.

              Lukas

              Die letzten dieser Art, die diese alten Schuppen Karpfen na ja, und weil halt dieser Karpfen überall vorkommt, weil der halt überall gründelt, weil der Halt in schlammigen Weihern überlebt. Und so weiter und so fort. Hat jetzt der Karpfen abseits? Wenn also wenn du jetzt nicht aus Karpfenregionen kommst, wie gesagt, ich komme aus dieser Karpfen Region. Aber normalerweise hat der Karpfen als Speisefisch keinen allzu guten Ruf.

              Lukas

              Der gilt als fettig, als schleimig, als modrig. Viele ekeln sich auch davor. Aber wenn der Karpfen schleimig oder oder fettig ist oder irgendwie so was, dann ist er entweder zu alt, hat viel zu fettiges Essen bekommen oder ist einfach nicht naturnah aufgewachsen. Ein Aischgründer Karpfen, der schmeckt definitiv nicht so, weil das ist wie gesagt eine geschützte Bezeichnung. Die darf einen gewissen Fettgehalt nicht überschreiten und die muss naturnahe Ernährung sein.

              Lukas

              Das ist quasi auch so wie so ein Biosiegel für den Karpfen. Und deswegen ist es für Walter der Beste und der wohlschmeckende Karpfen. Aber gut ist er normal, Der kommt ja von da.

              Ralph

              Besser als.

              Lukas

              Der Rest. Ich muss dir recht geben.

              Walter Tropper

              Andere Karpfen Gebiete haben wir zum Beispiel die Oberpfalz. Aber die Oberpfalz liegt landschaftlich etwas höher, das heißt vom Klima her ist da ein Grund mehr begünstigt. Und dann haben wir eine sehr kleinteilige War ja Landschaft in Tschechien, in Polen, da haben sie riesen Weiher und dann sind bei uns die Weiher relativ flach. Je wärmer das Wasser ist, desto besser wachsen die Karpfen, weil viel natürliches Plankton drin ist und hier mehr natürliches Plankton und drin ist, desto länger kann sich der Karpfen naturnah ernähren, wenn er sich naturnah sehr relativ lang ernähren kann, dann hat er wenig Fett.

              Ralph

              Ja, der bestätigt ja jetzt noch mal, was du gesagt hast mit diesem Fettgehalt.

              Lukas

              Und vor allem und das ist vielleicht noch ein was. Um noch mal zu diesem gescheiterten Experiment zurückzukommen Man hat ja damals versucht, diese Karpfen einzusetzen, weil man davon ausgegangen ist, dass der Karpfen die ganzen Algen wegfrisst und dass man deswegen mit dem Karpfen am sehen und weil er reinigen kann. Aber der ernährt sich eben hauptsächlich von dem Phytoplankton und deswegen hat das Experiment auch nicht funktioniert, weil die Wasserpflanzen trotzdem gewachsen sind.

              Lukas

              Und deswegen muss man ja auch trotzdem diese Weiher ausmessen. Also von daher, weil es einfach so eine so eine gescheiterte Maßnahme wird, es eben noch mal zu erklären, weil das.

              Ralph

              Phytoplankton ja wirklich nur ganz, ganz kleinteilig ist.

              Lukas

              Genau so und für all diejenigen von euch oder auch für dich, die jetzt Hunger bekommen haben jetzt ist ja Oktober 2023. Und es gibt ja eine Faustregel, und zwar alle Monate, die einen r im Namen haben, sind Karpfen, Monate, also von September bis April. Das ist die Faustregel. Die Saison die jetzige Karpfen Saison 2023 hat also 2023 erst begonnen.

              Lukas

              Und euch allen kann ich empfehlen, wenn ihr mal irgendwie da im bayerischen Raum seid. Ich muss natürlich jetzt für die fränkischen Karpfen eine Lanze brechen. Geht einfach mal in eine kleine Wirtschaft und esst einfach mal einen Karpfen. Das ist was, was ökologisch sinnvoll ist. Und es schmeckt einfach fantastisch. Und natürlich habe ich mich mit einem Koch unterhalten müssen, wie man so einen Karpfen gut zubereitet.

              Lukas

              Und wenn es einer weiß, dann.

              Ralph

              Deine Oma.

              Lukas

              Auch. Ja, die weiß es auch. Tatsächlich? Ja. Ach, ich habe mich mit Nicky unterhalten. Der kommt aus Neustadt an der Aisch, also quasi zwei Wirtschaften direkt beim Karpfen, und der betreibt mit seiner Familie den Gasthof Schützengarten im Nebenerwerb, aber betreibt den Gasthof und der hat natürlich Karpfen ohne Ende. Der kann dir mal sagen, was man also wie er seinen Karpfen so macht.

              Ralph

              Ja, gerne. Ich bin ja immer neugierig auf neue Rezepte.

              Nicky

              Wir bereiten den Karpfen so zu Salz und Pfeffer. Und dann noch eine geheime Zutat, Die möchte ich jetzt so nicht nennen. Manche machen es mit Semmelbrösel. Wir machen die Marinade aus Mehl und Grieß. Somit sage ich immer, ist es nicht ganz so aggressiv und man verletzt auch nicht so leicht den Gaumen. Beim Essen. Genau.

              Lukas

              Und das Ganze dann in die Fritöse.

              Nicky

              In die Fritöse. Genau zehn Minuten zwischen 165 und 170 Grad. Und nach fünf Minuten wendet man den Karpfen und so würde ich sagen, ist dann der perfekte Karpfen.

              Lukas

              Was hat ein perfekte Karpfen für Größe zum Essen?

              Nicky

              Ja, so ein mittlerer Karpfen. Ich würde mal sagen, zwischen von Flosse bis Gesicht 25 Zentimeter.

              Ralph

              Naja, das war auch so ungefähr.

              Lukas

              Ja, dann haste guten Karpfen erwischt.

              Ralph

              Ja, genau. Gott, ich hoffe, ich erzähle jetzt kein Schmarrn. Ich darf den ja erst ab einer bestimmten Länge entnehmen, aber ich glaube, es war schon ein so einer gewesen sein. Ja, interessant, was Nicky da erzählt hat. Auch mit dem Gries habe ich noch nie versucht, so eine Gries Panade. Hast du das mal gemacht?

              Lukas

              Nein, aber ich habe natürlich den Karpfen gegessen. Also ich bin ja Vegetarier in der Regel, aber manchmal gönne ich mir einen Fisch und Na, da habe ich einen Karpfen gegessen. Und der war wirklich gut. Also auch kaum irgendwie so Schmodder oder oder irgendwie keine Ahnung, modrig. Ich mein, mein persönlicher Favorit ist der Pfeffer Karpfen, also der gebackene Pfeffer Karpfen, falls du das kennst.

              Lukas

              Da hat man wirklich Pfeffer Körner noch mit drinnen, die man in die Panade mit rein macht und das finde ich saugeil. Also aber das ist halt wirklich sehr sehr würzig dann. Und sonst ist man da den Karpfen entweder im Filet oder blau Karpfen. Blau ist er dann in so einem Wein so gut. Das mögen viele. Ich finde es richtig grässlich.

              Für mich ist es entweder gebacken oder im Filet, aber am liebsten gebackener Pfeffer. Karpfen.

              Ralph

              Und das werde ich mal probieren. Und die geheime Zutat, die er erwähnt hat. Hast du das noch rausbekommen? Was das sein könnte?

              Lukas

              Ja, aber das darf ich nicht sagen.

              Ralph

              Ja, letztlich.

              Lukas

              Mir im Vertrauen die geheime Zutat nennen und dann kann ich das jetzt hier nicht öffentlich rausposaunen. Gar keinen Fall. Nicki, Ich hoffe, du hörst zu. Und jetzt ist es natürlich so Es gibt eigentlich keinen frischeren Fisch, den du essen kannst als Karpfen. Das liegt daran, dass die Fische eigentlich zumindest wenn du zum Eis schon in der Hafenwirtschaft gehst, dann ist es so die dürfen maximal sechs Stunden, nachdem sie geschlachtet sind, auf dem Teller landen.

              Lukas

              Und dazu ist es so, dass die Karpfen normalerweise so ins Becken in der Wirtschaft unten drin sind und dann kriegen die auch mehrere Tage nichts zu essen, damit quasi der ganze Schlamm und Modder und so was den dünste das so ein bisschen aus. Und wenn die dann noch drei, vier Tage in diesem Abklingbecken drin waren, dann sind die vom Geschmack her auch total neutral.

              Lukas

              Also da schmeckt gar nichts nach Sumpf oder oder oder. Keine Ahnung was. Und dann ist es so, dass du die Karpfen raus nimmst, schlachtet und vor Ort eigentlich machst, ob das eine Wirtschaft macht oder nicht, kannst du ganz einfach erkennen. Und es soll dir Nickynoch mal sagen.

              Nicky

              Also grundsätzlich erkennt man schon mal daran, ob der Karpfen frisch ist, indem diese diese Beugung hat, diesen, wenn die Schwanzflosse sich biegt. Das heißt der Karpfen ist ganz frisch, weil nach circa sechs Stunden die Leichenstarre eintritt und es würde bedeuten, dass der Karpfen dann einfach nur flach am Teller liegt.

              Ralph

              Ja, guter guter Hinweis auf jeden Fall.

              Lukas

              Wenn jetzt ein Karpfen zum Beispiel eingefroren hat, das kann man schon machen, aber dann ist er nimmer so geil, dann würde der sich nicht aufrollen. Dann bleibt er flach. Also ein flacher Karpfen auf dem auf dem Teller heißt dieser Karpfen war entweder eingefroren oder er ist nicht mehr, hat nicht mit den Frische gerade, die man eigentlich braucht. Wenn der sich aufrollt, dann ist er perfekt.

              Ralph

              Ja, verstehe. Egal bei welcher Zubereitung ist, egal ob Frittieren im Ofen oder in der Pfanne.

              Lukas

              Ja, beim Filet jetzt halt, weil ich mein, was soll ich da aufrollen? Aber genau. Und ich hab natürlich auch gefragt, wie lange Nicky braucht, um so ein Fisch zuzubereiten, weil die haben natürlich noch andere Speisen und das ist ja schon interessant. Also wo hast du das? Das ein Tier was du isst frisst für das geschlachtet wird? Ja dann hat er auch noch mal so ein bisschen aus dem Nähkästchen geplaudert.

              Lukas

              Das solltest du dir auch noch anhören.

              Nicky

              Maximal eine Minute. Echt? Ja.

              Lukas

              Um wie viel machst du da pro Jahr vor?

              Nicky

              Das kann ich so nicht sagen. Es gibt natürlich an Heiligabend, es gibt es wird viel Karpfen verkauft oder an Karfreitag. Aber Informationen übers Jahr hinweg kann ich jetzt so nicht sagen. Aber mehrere 1000.

              Ralph

              Also habe ich das richtig verstanden. Eine Minute braucht er, um diesen Karpfen vorzubereiten oder zu schlachten, quasi.

              Lukas

              Zu schlachten, auszunehmen. Eine weniger als eine Minute.

              Ralph

              Ja.

              Lukas

              Also er hat mir das auch en detail erklärt. Ich weiß nicht, ob das jetzt irgendwie cool ist, das in den Podcast einzubauen, weil der halt schon sehr ins Detail geht. Und vielleicht könnte das ja für einige Leute, die da zuhören, möglicherweise ein bisschen abschreckend wirken. Aber ich kann dir den Ton natürlich noch mal so sagen, aber er hat mir das erklärt und der hat auch gesagt, dass in seinem Leben schon so viele Karpfen geschlachtet hat.

              Lukas

              Ich glaube, dass du dann irgendwann irgendwann weißt, wie es geht.

              Ralph

              Ist so.

              Lukas

              Da brauchst du nimmer so lang.

              Ralph

              Die Schwierigkeit oder das heißt die Schwierigkeit darauf immer achten muss. Beim Ausnehmen ist ja die Galle gefährlich.

              Lukas

              Vielleicht jetzt noch mal ganz kurz, um noch mal zurück zum Karpfen Museum zu kommen. Und damit würde ich dann sozusagen auch die Folge beschließen. Das Karpfen Museum gibt es seit 2009 und im Jahr haben die ungefähr 6000 Besucherinnen und da kannst du hingehen, Du kannst Führungen organisieren. Ich finde, man kann ganz gut auch ohne Führung durchgehen, weil es wirklich sehr informativ ist und weil es auch sehr schön aufbereitet ist.

              Lukas

              Ne Führungen macht aber schon jeden Fall auch Sinn. Und generell macht auch ein Trip zu dem alten Schloss in Neustadt an der Aisch Sinn, weil du halt mehrere Museen hast und die sind alle cool und die gehen alles so ineinander über. Also auch dieses Markgrafen Museum ist ganz nett und dann haben die noch so ein Heimatmuseum reingemacht, was auch ganz cool ist und die haben einfach dieses ganze alte Schloss ausgebaut genutzt.

              Lukas

              Das Schloss generell ist auch einfach wirklich schön und man kann danach echt fantastisch essen gehen, weil es wirklich ein paar gute Wirtschaften in Neustadt gibt. Ja, also von daher kann ich soweit auf jeden Fall empfehlen.

              Ralph

              Du hast ja auch erwähnt, dass es Aquarien gibt in einem Museum, wo dann noch Fische drin schwimmen, wenn ich das richtig verstanden habe.

              Lukas

              Ja richtig.

              Ralph

              Und haben die dann auch einen Teich oder Weiher, wo dann auch Fische drin sind, angrenzend oder im Außenbereich?

              Lukas

              Und es ist auch wirklich nur so, dass es keine Ahnung, wie viele da drin sind. Und 300 Liter Aquarium schätze ich mal, das ist auch nicht die Welt und es sind jetzt auch keine riesen Fische drinnen. Aber man sieht ja ganz gut verschiedenen Schuppen, Karpfen drinnen, Spiegel, Karpfen drin, andere Fische, die halt noch im Fluss vorkommen und so genau, ja.

              Ralph

              Ja, cool. Also habe ich einfach viel, sehr, sehr viel gelernt darüber. Was hat dir denn am am meisten gefallen? An dem Museum? Was? Das ist wirklich im Museum So gab es da was?

              Lukas

              Das hat mir am meisten gefallen. Ich glaube so diese Vielseitigkeit, also dass du irgendwie das wieder so ein, ein einen Museums Gegenstand in Anführungszeichen hast in Karpfen, und du denkst ja, keine Ahnung, Du siehst jetzt Karpfen Zucht vor 1000 Jahren Karpfen so vor 500 Jahren. Karpfen, Zucht jetzt aber das ist einfach so vielfältig. Man geht da wirklich in die Welt des Schaffens und allem, was damit zu tun hat, rein.

              Lukas

              Und das sagt einfach so viel aus über die Kulturgeschichte dieser Region, über Landwirtschaft, Geschichte, aber auch über über Nachhaltigkeit, über Ökologie, Essen, einfach wahnsinnig viele Facetten. Und ich glaube, das hat mir gefallen. Und ich denke auch, dass ich das Museum da kannst du mit der Familie reingehen, kann es alleine reingehen. Das ist echt cool.

              Ralph

              Und es gibt dann halt auch diese Facts über Karpfen. Ist es nicht so, dass jetzt Karpfen als als Ressource gedacht, dass das Ich mehr als Objekt, das man einfach züchtet, sondern man erfährt auch, was ein Karpfen selbst genau.

              Lukas

              Na, vielleicht noch ganz kurz. Ich möchte mit einem noch mit einem kurzen Funfact schließen, und zwar ein paar Mal. In der Folge ist ja schon der Koi Karpfen angesprochen worden, also Japan und der Koi Karpfen ist ja auch so ein und Karpfen und sucht Karpfen. Der wird ja auch gezüchtet, aber nicht zum Essen, sondern um den eigenen Gartenteich irgendwie schmucker zu gestalten.

              Schätze mal, das ist eine Scherzfrage der bisher teuerste Koi der Welt, der verkauft wurde an einen Sammler. Für wie viel Geld hat dieser Karpfen den Besitzer gewechselt?

              Ralph

              1,2 Millionen?

              Lukas

              1,5 Millionen

              Lukas

              Euro 1,5 Millionen € für einen neun Jahre alten und knapp über 1 Meter großen Koi Karpfen.

              Ralph

              Der werden ja jetzt auch 40 Jahre alte.

              Lukas

              Weiß ich nicht.

              Ralph

              Nicht, dass der sich erst investiert, so viel Geld und dann zwei Jahre später stirbt er dann.

              Lukas

              Ja, keine Ahnung. Aber ich denke mal, dass ja, das war meine Folge über das Karpfen Museum Liberal. Vielen Dank, dass du zugehört hast. Vielen, vielen.

              Ralph

              Dank, dass du da warst.

              Lukas

              An euch alle, die ihr auch zugehört habt, wenn ihr Fragen habt, Feedback oder irgendwas. Ihr könnt euch natürlich jederzeit bei mir melden. Und bevor wir jetzt sozusagen in den organisatorisch bürokratischen Schlussteil gehen, wollte ich dich fragen, ob es schon einen Hint gibt für die nächste Folge.

              Ralph

              Ja, ich habe das schon befürchtet, dass das klappt und fand es interessant, dass ich schon die Folge damit begonnen hast, dass du gesagt hast Ja, übrigens, das eine Museum, das ich angekündigt habe, wird jetzt doch nicht, weil ehrlicherweise muss ich sagen, ich kann dir jetzt keinen Hund geben. Das ist noch sehr unklar, wo ich jetzt hingehe. Also das heißt, ich muss tatsächlich noch irgendwo hin, habe noch ein paar Wochen Zeit.

              Ralph

              Ja, ich würde sagen bitte, Leute, Daumendrücken, dass ich da noch was sind.

              Lukas

              Sehr gut. Dann in diesem Fall, wenn euch bitte nicht anfassen gefällt. Wir freuen uns, wenn ihr uns ein bisschen unterstützt. Wir machen bitte nichts anfassen ehrenamtlich. Wir verdienen damit kein Geld. Das heißt, wir haben natürlich trotzdem Fahrtkosten, alles Mögliche. Wenn ihr uns das subventionieren wollt, könnt ihr das tun. Über Steady. Wir haben auch eine Go Fund Me Kampagne. Die Kampagne, da sind die Links in den Shownotes.

              Lukas

              Und natürlich freuen wir uns, wenn ihr uns gut bewertet, weiter empfehlt euren Freunden und Freundinnen große Eltern und allen Angehörigen weiterleitet. Die Fans von skurrilen Geschichten, schönen Museen und allerlei liebenswerten Dingen sind.

              Ralph

              Ja, und lasst uns Feedback da. Also wie hat euch diese Folge gefallen? Was wünscht euch in Zukunft? Gibt es ein Museum, das wir unbedingt mal besuchen sollten? Lasst es uns wissen, schreibt uns eine Mail oder folgt uns auf Instagram oder schreibt uns über Instagram. Wir sind da sehr dahinter und nehmen alle Anfragen, alle Nachrichten ernst.

              Lukas

              In diesem Sinne bis zum nächsten Mal.

              Ralph

              Ciao.

              Der Beitrag Das Karpfenmuseum erschien zuerst auf Escucha.

              Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.

              45 min
            • Wenn der Metalldetektor plötzlich anders piept … Unterwegs mit dem Zeitreisebus

                BITTE NICHT ANFASSEN! #21 – Wenn der Metalldetektor plötzlich anders piept… Unterwegs mit dem Zeitreisebus 

                Show Notes 

                In dieser Folge finden wir Feuersteine aus der Steinzeit und Patronenhülsen aus dem zweiten Weltkrieg. Kein Witz! Denn der Zeitreisebus sorgt für krasse Erlebnisse. Vollgepackt mit tollen Sachen rollt das russische Kastenbrot auf vier Rädern durch das idyllische Nideggen-Embken in NRW. Das Team um Anke Leitzgen und Daniel Schöller besucht dabei Schulen, in Heimatvereine, Archive und vor allem die Natur, um Zeitpunkte in der Vergangenheit zu finden. Ralph ist live dabei, wenn der Metalldetektor die Geheimnisse des Bodens aufspürt. Also Lauscher auf und eintauchen in diese Folge, bei der wir uns mal stärker als sonst zurückgenommen haben und die Töne für sich sprechen lassen. 

                ~~~~~~~ 

                Hilfreiche Links: 

                Zur Behind Science Folge über Constantin Fahlberg, den Entdecker des Süßstoffs: https://behind-science.blogs.julephosting.de/24-constantin-fahlberg-suesses-ohne-zucker 

                Infos zum UAZ Buchanka, auch genannt UAZ-450: https://de.wikipedia.org/wiki/UAZ-450 

                Zur Website des Illustrators Hans Baltzer: https://hansbaltzer.de/ 

                Die Schmetterlingsart Spanische Flagge wird auch als Russischer Bärz bezeichnet: https://de.wikipedia.org/wiki/Russischer_B%C3%A4r 

                Informationen zur Sondengängerei in NRW gibt es beim LVR-Amt für Bodendenkmalpflege: https://bodendenkmalpflege.lvr.de/de/bodendenkmal/private_suche/sondengaengerei_und_archaeologie.html 

                Weitere Informationen zu Leitwerten eines Metalldetektors und Bodenmineralisierung: https://eifelsucher.de/metalldetektor-wissen/info-leitwerte/  

                Offizielle Homepage der Außenstelle des LVR-Amts für Bodendenkmalfplege in Wollersheim: https://bodendenkmalpflege.lvr.de/de/ueber_uns/aussenstellen/as_nideggen.html 

                Zum Steinzeug: https://de.wikipedia.org/wiki/Steinzeug 

                Das Westerwälder Steinzeug: https://de.wikipedia.org/wiki/Westerw%C3%A4lder_Steinzeug 

                Gute Erklärung des Sinterungspunkts, der zur Wasserundurchlässigkeit von Keramik führt: https://keramiko.de/lexikon/sinterungspunkt/ 

                Mehr zu Feuerstein und Abschlägen: https://www.debelemniet.nl/itemafslagenD.html 

                Wer sich dafür interessiert, welche Projekte Anke Leitzgen umgesetzt hat, wird auf der Homepage ihrer Agentur Tinkerbrain fündig: https://tinkerbrain.de/ 

                ~~~~~~~ 

                Infos zum MuseumZeitreisebus:  

                Förderverein der Katholischen Grundschule Embken 

                Ringstraße 15 

                52385 Nideggen-Embken 

                https://www.zeitreisebus.de/

                ~~~~~~~ 

                über BITTE NICHT ANFASSEN!:  

                Woran denkst du beim Wort Museum? An weltberühmte Ausstellungsstücke wie Sarkophage ägyptischer Pharaonen, an Gemälde von Picasso oder an technische Erfindungen wie das Automobil? Denkst du an das Deutsche Museum in München, das Pergamon-Museum in Berlin oder an das Städel in Frankfurt? Wir – das sind Ralph Würschinger und Lukas Fleischmann – denken beim Wort Museum an etwas Anderes: an Milbenkäse, Mausefallen, an Flipper-Automaten, Nummernschilder oder auch an Gartenzwerge. Denn die schätzungsweise 7.000 Museen in Deutschland haben so viel mehr zu bieten als das Angebot der großen Häuser. 

                Mit „BITTE NICHT ANFASSEN – Museum mal anders“ begeben wir uns an kleine Orte, in Seitengassen großer Städte, um die kleinen und alternativen Ausstellungen zu finden, von denen du vermutlich noch nie gehört hast. 

                Pro Monat erscheint eine Folge, für die einer von uns beiden ein besonderes Museum besucht und sich mit dem jeweils anderen darüber austauscht. Dabei kommen Museumsbetreiberinnen und -betreiber zu Wort, aber auch die Exponate an sich werden hörbar gemacht. 

                Dieser Podcast ist für Museumsliebhaber, für Mitarbeiter aus dem Museumsbereich und für alle, die sich für Kunst, Kultur und Technik-Geschichte interessieren und skurrile Stories mögen. 

                BITTE NICHT ANFASSEN! ist eine Produktion von Escucha – Kultur für's Ohr. 

                Mehr Infos auf https://www.escucha.de/bitte-nicht-anfassen/ 

                 
                ~~~~~~~ 

                 
                Kontakt: 
                Instagram: https://www.instagram.com/bittenichtanfassen_podcast/  
                E-Mail: info[at]escucha.de  

                ~~~~~~~ 

                Wollt ihr uns unterstützen?  

                Dann schaut doch auf unserer Steady-Seite vorbei: https://steadyhq.com/en/bitte-nicht-anfassen  

                ~~~~~~~ 

                Podcast-Credits:  
                  

                Sprecher: Lukas Fleischmann, Ralph Würschinger  
                Produktion: Escucha GbR  
                Podcast-Grafik: Tobias Trauth https://www.instagram.com/don_t_obey/  
                Intro/Outro: Patrizia Nath (Sprecherin) https://www.patrizianath.com/, Lukas Fleischmann (Musik)  

                Wenn euch der Podcast gefällt, dann abonniert uns und empfehlt uns weiter. Welches Museum sollen wir unbedingt vorstellen? Schreibt uns eure Vorschläge! 

                ~~~~~~~ 

                Transkript 

                Teaser-Ton 

                Daniel Schöller 

                Das scheint ein Stück rostiges Eisen zu sein. Wahrscheinlich ist es nicht das, was wir finden wollten. Es ist halt auch gar nicht so einfach.  

                Hier ist es. Hier ist unser Fundstück. Und es ist eine Patronenhülse. 

                INTRO 

                Ralph 

                Hallo und herzlich willkommen zu: Bitte nicht anfassen, dem Podcast, wenn es um skurrile, ausgefallene und kleine Museen in Deutschland und darüber hinaus geht. Hallo Lukas. 

                Lukas 

                Hallo Ralph, grüß dich! Ja, bei diesem Podcast geht es darum, dass wir einmal im Monat eines dieser kleinen Museen besuchen, von denen Ralph gerade schon gesprochen hat. Der Clou ist bei uns so ein bisschen, dass der eine nie weiß, wo der andere war. Das heißt immer auch so ein bisschen so ein Überraschungseffekt dabei. Und in der vergangenen Folge waren wir zum Beispiel im Flipper Museum in Neuwied und haben uns auch mit Flipper Weltmeister Johannes Ostermeyer unterhalten. 

                Ralph 

                Und wir haben ganz viel gelernt oder zumindest ich habe sehr viel gelernt über die Geschichte des Flippers, das da ja schon über 100 Jahre alt, das. 

                Lukas 

                Ach, das ist richtig. Genau. Und es gibt auch noch eine coole Nachricht. Und zwar gibt es die fantastischen Kolleginnen vom Podcast Behind Science, die eine Folge gemacht haben, in der auch unser Besuch im Zusatzstoffe Museum erwähnt wird. Also noch mal ganz liebe Grüße rüber zu den Kolleginnen von Behind Science. Wir haben natürlich die Podcastfolge und den Podcast generell auch in den Shownotes verlinkt. 

                Hört mal rein, ist ein tolles Format. 

                Ralph 

                Jetzt ist ja so weit, dass ich quasi dir wieder ein Museum vorstellen darf. Und diesmal ist alles ein bisschen anders, sage ich mal! Ich habe ja schon in der vergangenen Folge angeteasert, dass es darum gehen wird, wie ein Objekt in die Sammlung gelangt. Dass ich da live dabei war und dass ich auch sehr viel draußen war für die Folge. 

                Da hat es sich einfach angeboten, aus meinem Besuch eine Reportage zu machen. Das heißt, es wird weniger ein Gespräch zwischen uns, aber ich hoffe trotzdem, dass wir ins Gespräch kommen, sondern ich werde drei längere Reportage Töne einspielen und wir unterhalten uns dann darüber. 

                Lukas 

                Cool, freue ich mich drauf. Sehr schön. Wunderbar. 

                Ralph 

                Die Reise, die ich gemacht habe, die beginnt am Bahnhof. Ich fahr ja oft Zug, aber was ich aufgenommen habe, beginnt nicht in Aachen, von wo ich losfuhr, sondern dort, wo der Zug gehalten hat. Und das ist dann Ton eins.  

                Reportage-Teil 1 

                Ralph 

                Guten Morgen zusammen. Es ist gerade 9:17 und ich befinde mich am Bahnhof in Düren. Das liegt zwischen Aachen und Köln und hier erwartet mich der Zeitreise Bus und ich bin schon gespannt. 

                Daniel hat geschrieben Er holt mich mit dem Zeitreisebus ab und steht außerhalb des Tunnels. Jetzt bin ich mal gespannt, ob das wirklich so ist. Tatsächlich ist er da. 

                Daniel 

                Guten Morgen in Düren. 

                Ralph 

                Jetzt sehen wir uns mal zum Ersten Mal in echt. 

                Daniel 

                Ja, ich freue mich total Und dann auch noch bei gutem Wetter. 

                Ralph 

                Und der Zeitreisebus ist ja nicht zu übersehen, der ist ja wirklich sehr auffällig. Kannst du kurz was zum Fahrzeug erzählen? 

                Daniel 

                Ja, das Fahrzeug ist das älteste Serien-Fahrzeug der Welt. Das ist ein UAZ Buchanka, das ist ein russisches Fabrikat und heißt so viel wie Kasten Brot. Und das ist auch eigentlich so die Form, die es am besten beschreibt. Das Fahrzeug wird seit 1957 fast baugleich gebaut. Die meisten Leute, die den Bus sehen, denken, es ist halt ein Oldtimer. 

                Dabei ist er Baujahr 2022. Kaum glauben, er fährt sich auch so wie ein Fahrzeug von 1957. Also ist auf jeden Fall ein Abenteuer. 

                Ralph 

                Ihr habt ja sogar sehr schöne Illustrationen auf dem dran. Wer ist denn für die verantwortlich? Wer hat das gemacht? Du? 

                Daniel 

                Nein, die Illustrationen, die hat der Hans Baltzer gemacht. Das ist ein Professor für Illustration aus Berlin. Der war eine Woche zu Gast bei uns und wir haben dann in einer Auto Lackiererei den Bus dann mit so Graffiti Stiften bemalt. Also hauptsächlich der Hans hat den natürlich bemalt und ja, wir haben dann quasi einen Zeitstrahl rund um den ganzen Bus angelegt, um den und unseren Gästen oder Zeitreisenden dann halt auch mal so ein bisschen so und so einen Zeitstrahl aufzeigen zu können. 

                Wir haben dann auch immer so ein bisschen den Bezug zum Pilot Ort gewählt, also zu Nideggen und viele Motive, die auf dem Bus vorkommen, die haben auch einen direkten Bezug zu Nideggen. Zum Beispiel ist das hier eine Bahn, die damals nach Emden gefahren ist. Diese Bahnlinie, die gibt es schon ganz lange nicht mehr. Die hieß Schweine Schnauze, wie man unschwer erkennen kann. Es gibt aber auch noch andere Begriffe. Also das ist total witzig. Ganz viele Leute kommen immer zum Bus und sagen so Ja, früher hieß die Bahn so und so und so und so, wir haben hier einen Schmetterling, das ist hier die spanische Flagge heißt der, und der kommt wohl auch nur bei uns in der Region vor. 

                Ralph 

                Und du kommst ja aus der Gegend. 

                Daniel 

                Ja, genau. Ich komme aus Nideggen-Embken. Das ist ein Ort, wo meine Familie schon sehr, sehr lange wohnt. Und ja, ich habe da einen sehr engen Bezug zum Ort. 

                Ralph 

                Okay. Ja, wunderbar. Dann würde ich sagen –  Oh, ich lass schon mal die Frau hier vorbei – Und dann fahren wir mal los. 

                Daniel 

                Ja, sehr gut. Dann nimm Platz. Da haben wir so dein Sprudelwasser. 

                Ralph 

                Was für ein Service. Da muss man sich ja echt hoch wuchten. Und Anke kommt ja auch noch. 

                Daniel 

                Anke, Die kommt jetzt. Die wird um 10:00 dann zu uns stoßen. Also man kann nicht vermuten, dass es wirklich so ein modernes, modernes ist es ja nicht, aber das er erst kürzlich gebaut wurde. Der Bus, also der, der ist ja noch immer nicht ganz ganz fertig gebaut. 

                Ralph 

                Und eigentlich ist er schon voll mit allen möglichen Zeug. 

                Daniel 

                Ja, aber ich bin dann auch mal in die Kleinigkeiten total verliebt und hier und da gibt es immer noch so ein paar Sachen, die verändert werden. Also man kann eigentlich sagen, er ist jetzt fertig und er ist so ungefähr seit einem Monat oder seit zwei Monaten fertig. Also wir haben ein komplettes Büro mit Internet, Drucker, Computer, wir haben im Bus ein mobiles Fotostudio mit Beleuchtung, mit Makro Objektiv, womit man auch Fundstücke sehr groß abbilden kann. 

                Wir haben im Bus eine Küche, wir haben Kühlschrank, wir haben Waschbecken, wir haben 30 Liter Wassertank, womit man halt auch mal was weiß ich Gummistiefel reinigen kann oder Spaten nehmen. Wir haben Funkgeräte und ich mache das Fenster und ich glaube, das Geräusch. Das kann man zwar rausnehmen. So, wir fahren jetzt von unserer Kreisstadt Düren in die Stadt Nideggen und dort speziell in den Ortsteil Embken und in Embken findet ja der Pilot Zeitraum vom Zeitreise Bus statt. 

                Der wurde drei Jahre lang vom Heimatministerium NRW gefördert. Embken hat um die 800 Einwohner und das ist natürlich toll. Ich kenn mich ja da auch ein bisschen aus und ich weiß, dass schon seit der Steinzeit Menschen in Embken waren. Und das ist ja das optimale Modell Platz, um zu zeigen, wie viel Geschichte man aus so einem kleinen Kaff rausquetschen kann. 

                Ralph 

                In Nideggen bzw Emden gibt es noch gar kein Museum. Oder gibt es da schon ein Heimatmuseum oder so was? 

                Daniel 

                In Embken gibt es nichts in dieser Richtung. Das ist auch sehr schade Und genau das ist auch der Ansatz vom Zeitreise Bus. In den großen Städten gibt es ganz viele Einrichtungen, die sich darum kümmern, dass Geschichte weitertransportiert wird. Im ländlichen Bereich ist das halt leider nicht so, bei mir war es halt früher noch so meine Oma, die hat mir beim Abendbrottisch hunderte Male ihre Kriegsgeschichten erzählt. 

                Diese Familien Konstrukte, die gibt es ja schon gar nicht mehr. Und es ist ähnlich wie bei der unendlichen Geschichte Wenn die Geschichten nicht mehr erzählt werden, verschwinden die halt im Nichts. Und da wollen wir mit dem Zeitreise Bus gegenhalten. Ich habe früher schon geliebt, wenn meine Großeltern alte Geschichten erzählt haben und man setzt das ja auch immer so in Bezug zu sich selber. 

                Zum Beispiel hatte meine Oma erzählt, dass sie früher, zu Zeiten des Zweiten Weltkriegs, auch schon zum Ende des Zweiten Weltkriegs mit ihrem Bruder auf dem Feld gearbeitet hat, die dann mit den alten Ochsenkarren dann über so einen Feldweg gegangen. Und sie wurden dann angegriffen von einem alliierten Jagdflieger, der über den Wald kam und sie wurden beschossen. Und meine Oma hat sich unter einer Brücke versteckt, sonst wäre sie wahrscheinlich dann getötet worden. 

                Und dann immer wenn ich über diese Brücke gehe, so wird diese Brücke nicht existieren würde, dann hätte ich nie existiert. Und das Lustigste ist, dass ich wirklich auch in direkter Nähe Patronenhülsen von Munition gefunden habe, die aus diesem Flieger stammen könnte. Und so also steht man quasi auf einmal 80 Jahre später da und macht sich Gedanken Wie war die Welt früher? 

                ENDE Reportage Teil 1 

                Lukas 

                Wie groß ist denn dieser Bus eigentlich? Ist er dann so groß und Stadtbus oder wie muss man sich den vorstellen? 

                Ralph 

                Nein, der ist so groß wie ein VW Bus. Vielleicht sogar ein bisschen kleiner wie diese Bullis. 

                Lukas 

                Ah, da musst du mal Bilder in die Show Notes packen. 

                Ralph 

                Auf jeden Fall. Ja, das total klein. Ich habe ja schon irgendwo gesagt ja, der ist schon voll, weil das echt voll mit so viel Zeug, was die haben. 

                Lukas 

                Das habe ich ganz anders verstanden. Da dachte ich, dass es ein riesengroßes Ding ist. Ich dachte, das ist so ein flotter Doppeldecker. Was ich jetzt verstanden habe, Du hast dich mit Daniel getroffen in Düren. Und das seid ihr in diesen Bus rein gestiegen in diesem Zeit Reisebus. Und das haben die umgebaut. Das heißt, da ist jetzt ein Büro drinnen, alles mögliche und ihr fahrt von da aus weiter in diese kleine Stadt oder in dieses Dorf. Und Daniel erzählt von Geschichten aus dem Zweiten Weltkrieg, von seiner Oma. 

                Ralph 

                Ja. 

                Lukas 

                Genau so viel habe ich verstanden. 

                Ralph 

                Ja, ich kann da natürlich noch ein bisschen mehr Infos geben. Also es geht heute um diesen Zeitreise Bus und der Zeitreise Bus. Das ist so eine Art mobiles Forschungslabor, das eben die Geschichte von Nideggen erlebbar machen soll und das für Schulen, Heimat oder Geschichtsverein oder eben alle, die Bock draufhaben. Und den einen hast du ja schon kennengelernt von dem Projekt, das ist der Daniel Daniel Schöller, der ist Pädagoge und kommt eben aus dem Ort. 

                Und dann gibt es noch Anke Leitzgen, nach der habe ich ja schon gefragt im Ton. Die ist Lerndesignerin und Bildungsjournalistin. Und beide haben sich bei einem Vorgänger Projekt, wo es auch schon um Denkmäler ging, haben die sich kennengelernt und haben halt rausgefunden ja, wir könnten ganz gut harmonieren und haben dann gebremst und was können wir machen und sind dann auf dieses Projekt Zeitreise Plus gekommen. 

                Und der Zeitreise Reisebus, das ist ein Projekt des Fördervereins der Grundschule Nideggen Embken und wird auch gefördert durchs Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung. Und mit diesem Zeitreise Bus fahren die eben in der Gegend rum und fahren dann zum Beispiel zu Schulen oder anderswo hin, wo zum Beispiel jetzt Kinder sind. Und dann machen die halt ein Programm mit den Kindern, das ganz unterschiedlich sein kann. 

                Und dieses Programm oder eins dieser Programme haben die quasi mit mir gemacht. Ich habe quasi die Rolle eines Zeitreisenden gespielt und wir waren da unterwegs, um Geschichte zu erleben. 

                Lukas 

                Was ist jetzt an dieser Geschichte von Nideggen Embken so interessant, dass die damit rumfahren?  Wie ich das verstanden habe, ist es ein kleiner Ort. Warum sollten sich jetzt andere Menschen für diese Geschichte interessieren? Das ist halt ein Kaff mit acht Leuten. 

                Ralph 

                Ja, dieses Projekt richtet sich halt vornehmlich an Leute, die aus dieser Gegend sind. Und gerade Kinder haben ja oftmals nicht dieses Geschichtswissen oder diesen Bezug zum Ort oder wissen da nicht viel über die alte Geschichte. Und das Projekt soll da dazu helfen, dass die Kinder sich auch für Geschichte mehr interessieren für die eigene Geschichte? Noch eine Frage? 

                Lukas 

                Ne, erst mal nicht. 

                Ralph 

                Okay. Also es werden noch zwei längere Töne, das kann ich jetzt schonmal sagen. 

                Lukas 

                Daher werde ich auch nicht so viele Fragen stellen. Ich bin wieder so neugierig. Also ich habe natürlich noch Fragen im Kopf, aber ich möchte jetzt erst mal abwarten, ob sie vielleicht beantwortet werden. 

                Ralph 

                Dann kurz zum Kontext des nächsten Tons: Daniel und ich, wir fahren ja quasi da rum und sammeln dann auch irgendwann die Anke ein und fahren dann weiter. Zu einem sogenannten Zeitpunkt, also zu so einem Ort, wo Geschichte dann zum Leben erwachen soll. Und auf dem Weg dahin habe ich mich dann mit den beiden über ihr Projekt unterhalten, wo sie dann auch noch mal mehr Informationen darüber geben. 

                Reportage Teil 2 

                Ralph 

                Inzwischen haben wir ja Anke eingesammelt. Wie habt ihr eigentlich die Rollen unter euch verteilt? Beim Zeitreise Bus macht ihr beide genau das Gleiche, oder wie teilt ihr euch das auf? 

                Anke Leitzgen 

                Nee, wir machen auf keinen Fall das Gleiche, weil  Daniel derjenige ist, der sich zum Beispiel hier lokal total gut auskennt. Ich komm ja hier gar nicht aus der Gegend und bin da dann auch an der Stelle wirklich Mitreisende und nehme aber da diese Rolle dann auch insofern wahr, dass ich eigentlich immer gucke, wie nimmt das jemand von außen, der das jetzt zum Ersten Mal sieht. 

                Also insofern ergänze ich an der Stelle, dass das, was Daniel alles wirklich an enormem Wissen über, über Medien, über Nideggen und die ganzen Orte hier einfach mitbringt und über einen Vorvorgänger er Projekt das Denkmal Europa heißt, hatte ich die Gelegenheit, wirklich viele, viele, viele Vermittlungs-Projekte deutschlandweit kennenzulernen und hatte auch da so das Bedürfnis, dass ich dachte, das kann man moderner machen und so ergänzen wir uns, oder, Daniel, was würdest du sagen? 

                Daniel 

                Ja, also man kann es runter reduzieren, indem man sagt ich bin vielleicht derjenige, der für die Praxis zuständig ist und du bist so das Gehirn im Hintergrund. Also wir fahren jetzt hier immer die Felder ab und suchen ein Feld, auf dem wir mit dem Metalldetektor ein bisschen suchen gehen können. Da müssen wir natürlich gucken, dass da nichts eingesät ist. 

                Aber im Moment gibt es ein paar Felder, die da infrage kommen. Wir gucken uns jetzt einfach mal ein bisschen um und schauen mal, wo man mal auf Schatzsuche gehen kann. Die Suche mit dem Metalldetektor ist natürlich ein sehr, sehr eine sehr, sehr ansprechende Methode, die wir als Zeitreise Team benutzen. Das ist aber nur eine von ganz vielen. Also wir haben auch noch einige andere Methoden, mit denen wir arbeiten können. 

                Anke Leitzgen 

                Also erst einmal. Erst einmal ist das Schauen und das Gucken eigentlich so die Einstiegs Methode überhaupt. Also dass wir versuchen zu vermitteln, dass man, wenn man einfach mit offenen Sinnen unterwegs ist, dass man ganz viel wahrnimmt und dass sich ganz viele Fragen stellen. Wir sagen ja auch, man kann immer direkt vor der Haustür eigentlich auch schon direkt loslegen und Einstiege finden oder Haltepunkte Zeitpunkte finden und so ist zum Beispiel jeder Gullydeckel eigentlich schon schon eine gute, ein guter Anfang, um überhaupt ins Gespräch zu kommen. 

                Oder eine Hausnummer oder der Name einer Straße. Eigentlich kann man sich, egal wo man ist, einfach hinstellen und gucken, was gibt es, was erst mal eine Frage aufwirft und meistens kommt man mit der Frage auch zu einer spannenden Geschichte. Und das ist dann schon wieder der Einstieg in die Geschichte. 

                Ralph 

                Und genau das machen wir ja jetzt praktisch auch, dass wir jetzt rausgehen. Wir sind ja jetzt am Zielort angekommen und dass wir gucken, welche Geschichten erzählt uns dieser Ort bzw der Boden des Ortes. 

                Anke Leitzgen 

                Genau. Genau. Also hier legen wir genauso los, wie man zum Beispiel loslegen kann. 

                Ralph 

                Dann würde ich sagen, jetzt steigen wir mal aus, da legen wir los. Ja, wir befinden uns jetzt außerhalb des Ortes. Das heißt, es gibt einen Tennisplatz, ein Fußballplatz und Ecke. Ja, jetzt bin ich mal gespannt. 

                Anke Leitzgen 

                Ob es hier Geschichte gibt? 

                Ralph 

                Ob es hier Geschichte gibt. Daniel hat schon ein riesen Koffer dabei. 

                Daniel 

                Hier vorne haben wir ein Feld, das heißt am Reifenbrand. Und da habe ich in der Dorfchronik gelesen, dass es hier früher auch Funde von der Brand Bestattung von einer antiken Brand Bestattung wahrscheinlich römisch gegeben hat. Ich habe auf dem Feld selber noch nicht gesucht, aber es könnte jetzt durchaus spannend werden. Schauen wir mal nach. So, dann machen wir jetzt mal das Köfferchen auf und dann zeige ich euch mal, was hier alles drin ist. 

                Also wir haben ja schon gesagt, wir wollen mit dem Metalldetektor suchen und hier ist jetzt unser Metalldetektor. Wir haben halt eine Spule, die sendet quasi ein Magnetfeld in den Boden und spricht dann halt auch verschiedenste Metalle an und gibt Halt, um es einfach zu beschreiben, einen gewissen Leitwert als Zahl und als Ton an und dann kann man Vorher hat man schon mal so eine Vorahnung, was hat man denn da jetzt gerade so unter sich? 

                Oder bzw was könnte man so unter sich haben. Die Metalldetektoren, die kann man auch selber programmieren. Die meisten Leute, die haben die ja so programmiert, dass die dunklen Töne, dass das eigentlich eher so Eisen Sachen sind, die man jetzt als Sondengänger jetzt eher nicht so gerne finden möchte. Und die hellen Töne, das sind meistens Edelmetalle, wobei ein Kronkorken leider Gottes auch einen hellen Ton abgibt. 

                Daniel 

                Also es ist halt keine Garantie für einen Superfund, einen heller Ton. Dann haben wir hier noch so ein kleines Gerät, das sieht aus wie eine Kerze. Das ist der sogenannte Pin Pointer. Das ist dann die Schnüffel Nase. Also können wir Fläche absuchen. Und wenn wir dann unseren Fund haben, dann mache ich einen Spatenstich und hol quasi den Fund aus dem Boden raus. 

                Und in diesen Spatenstich tauche ich dann quasi mit meiner kleinen Schnüffel Nase ein und die sagen mir dann genau, wo mein Fundstück ist und dass es dann halt auch schneller finden kann. Wir suchen uns jetzt mal hier auf diesem Feld, was halt frisch gepflügt ist. Dann suchen wir uns einen Zeitpunkt und ich kann euch versprechen, dass wir hier auf jeden Fall einen Zeitpunkt entdecken werden, der ein paar Jahrzehnte alt ist. 

                Aber dieses Feld, das bietet halt auch genug Potenzial dafür, dass wir vielleicht einen Zeitpunkt finden, der weitaus mehr als 1000 Jahre alt ist und das weiß man halt nie. Ein Zeitpunkt ist halt ein Objekt oder das kann alles Mögliche sein, Es könnte auch ein Lied sein oder eine Erzählung oder ein Brauchtum. Und das transportiert uns dann quasi in die Zeit zurück, wo wir dann halt mehrere Sachen dann noch hinzufügen können und so ein umfangreiches Exponat schaffen können. 

                Aus diesem Fund, den wir gleich machen, bauen wir dann quasi ein Exponat für unser digitales Museum. Und dann gehen wir jetzt mal von Lautstärke so zurück, zurück und jetzt ist das Ding scharf, Jetzt kann es losgehen. Ich schwenke jetzt den Metalldetektor hier auf dem Feld die ganze Zeit hin und her und ihr merkt, er fängt schon anzubieten wie wild. 

                Es gibt natürlich eine gewisse Bodenmineralität, die halt auch immer wieder angezeigt wird. Man könnte jetzt noch fein justieren. Das machen wir jetzt nicht, weil wir wollen ja ein paar Töne hier haben. Wir hören immer wieder so ein Knirschen. Und das Schöne bei Metalldetektor ist also man geht halt übers Feld, man arbeitet nur mit Tönen. Also ich könnte jetzt quasi auch mit verbundenen Augen suchen. 

                Somit kann ich meine Augen dazu nutzen, um hier zum Beispiel auch Scherben auf dem Feld zu finden. Und hier haben wir schon ganz, ganz viele Scherben, wenn man sich hier so umguckt. Das ist keine. Aber du hast eine Scherbe gefunden, die gehören sogar zusammen. Die nehmen wir dann auch der Archäologin gleich mal mit, mal gucken, was sie uns darüber zu erzählen hat. 

                Also wenn man jetzt ganz frisch anfängt, da muss man sich schon tagelang mit der Materie befassen, um einigermaßen sicher suchen zu gehen, um mit der Metall Sonde suchen zu gehen, braucht man eine Genehmigung. Das ist aber von Bundesland zu Bundesland verschieden. In Nordrheinwestfalen ist es so, dass man zu erst mal eine Belehrung machen muss bei der Archäologin. Da kriegt man ungefähr einstündige Einführung in die Thematik. 

                Es geht natürlich auch um Kampfmittel und aber auch um archäologisch relevante Themen, dass man die Funde auch ordnungsgemäß meldet, so dass die Archäologen damit arbeiten können. Dann muss man sich bei der Oberen Denkmalbehörde anmelden. Dort muss man auch einen gewissen Betrag für seine Tätigkeit zahlen. Und dann muss man sich noch bei der Unteren Denkmalbehörde an die wenden. Also die müssen das dann auch registrieren. 

                Dann muss man natürlich noch den ganzen Bauern Bescheid sagen, auf deren Feldern man dann suchen geht und diese Felder, auf denen man suchen geht, die muss man halt vorher auch noch ganz genau der Archäologie mitteilen. Das wird dann in der Karte eingezeichnet und man darf dann nicht bei weitem in ganz NRW suchen gehen, sondern halt nur in den Feldern, die man halt auch angemeldet hat. 

                Ich habe jetzt hier einen Fund, aber ich gucke jetzt hier auf mein Display und wir würden Leitwert von 35 angezeigt. Das ist eigentlich ein deutliches Indiz dafür, dass es vielleicht ein Nagel oder irgendein minderwertiges Eisen Teil ist. Das würde ich jetzt eher nicht ausgraben und gucken, dass wir hier einen besseren Leitwert finden. 

                Hier habe ich jetzt einen guten Ton. Wir haben einen relativ klaren, hellen Ton. Das ist immer super und man Display zeigt mal an, dass wir hier einen Leitwert zwischen 78 und 80 haben. Da würde ich auf jeden Fall mal nachgucken, was das ist. Ich habe jetzt hier auch noch die Möglichkeit, im großen Metalldetektor eine Pin Pointer Funktion einzuschalten. 

                Die, so sagt man das so ungefähr hier graben müssen. Ein sehr angenehmes Geräusch hier. Ich mache jetzt hier mal einen Spatenstich, ich hole mir hier was raus und dann noch mal drüber. Jetzt sagt mir der Metalldetektor, dass es hier wahrscheinlich drin ist. Ich lege jetzt den großen Metalldetektor Seite, nimmt den Pin Pointer raus. Ihr erinnert euch? Das Gerät, das aussieht wie eine Kerze und stecke diesen Pin Pointer in diesen Erdhaufen rein, den ich gerade ausgegraben habe und stelle fest, dass da nicht drin ist. 

                Es ist noch im Boden. Das muss noch ein bisschen tiefer begraben. Hier ist unser Fundstück. Ich bin jetzt genau drauf. Jetzt gucken wir mal, das scheint ein Stück rostiges Eisen zu sein. Wahrscheinlich ist es nicht das, was wir finden wollten. Es ist halt auch gar nicht so einfach, diese ganze Suche für den jetzt noch mal mein Fundstück ist noch drin, ist noch drin, ist ganz anders. 

                Komisch. Ja, hier ist unser Fundstück und es ist eine Patronenhülse. Wahrscheinlich aus dem Zweiten Weltkrieg. Kaliber 7,62, ein modernes Gewehr-Kaliber wurde im Zweiten Weltkrieg verwendet, als er. Auf den Feldern findet man auch echt viele Scherben, weil man Früher hatten die noch keine Müllabfuhr. Wenn ein Krug kaputt gegangen ist, zerbrochen ist, dann hat man die Sachen halt auf den Misthaufen geworfen, so dass das war dann halt der Abfalleimer und der Mist. 

                Der wurde dann auf die Felder ausgefahren. Zum ja, zum zum Düngen.  

                So jetzt haben wir mal wieder ein 80er Signal. So, ich habe es auf jeden Fall jetzt ausgebuddelt. Ein Pointer, der schlägt Alarm und hier in diesem Erd Knödel ist unser Fund drin. Ich breche ihn dann immer in zwei Teile. Dieser Teil nicht, der piept wie wild. Sprechen wir noch mal über. 

                Hier ist nichts drin. Nächste Hälfte hier ist drin. Oh, und hier haben wir einen Fund. Das ist eine dicke Erbse aus Blei und das ist sehr sicher eine Musketenkugel. 

                Reportage Teil 2 Ende 

                Lukas 

                Ja. Da wart ihr also ganz schön auf Schatzsuche unterwegs und wart auf irgendeinem Acker in der Nähe von diesem Dorf gestanden. Und seid da mit dem Metalldetektor unterwegs gewesen. Was mir aufgefallen ist, es ist ganz schön kompliziert das zu machen. Also die, wenn man Bock hat, sich so hobbymäßig auf Schatzsuche zu begeben, da ist ja die Bürokratie, die ist ja unendlich groß. 

                Also zumindest nach der Beschreibung. 

                Ralph 

                Ja, also es ist auf jeden Fall Bürokratie dabei, das hat ja Sicherheitsgründe sozusagen. Also damit auch gewährleistet ist, dass dann die Funde, die jemand beim Gehen findet, dann auch beim Amt für Denkmalpflege zum Beispiel landen und dass das auch noch nach den Richtlinien geborgen wird. Also es ist schon mit Verantwortung verbunden, dieses Sondengehen. 

                Lukas 

                Und wenn ich das jetzt richtig verstanden habe, dann ist es folgendermaßen, dass quasi die Werkzeuge dafür in dem Bus drin sind und der Bus nicht nur ein mobiles Büro ist, sondern auch mobiles Transport Gerät für verschiedenste Werkzeuge, wie man sich der Vergangenheit wehren kann. Und ein Beispiel davon war jetzt eben, dass ihr da auf dieses Feld gegangen seid. 

                Ralph 

                So ist es. 

                Lukas 

                Wie tief habt ihr da gegraben? 

                Ralph 

                Gar nicht tief, Ich würde mal sagen, vielleicht so 20 Zentimeter. 

                Lukas 

                Jetzt mal eine blöde Frage Habt ihr das da wirklich einfach vor Ort gefunden oder war das irgendwie drapiert? 

                Ralph 

                Nein, es war nicht drapiert, es war nicht fingiert. Das habe ich nämlich denen im Vorhinein auch gesagt. Wäre cool, wenn wir das nicht machen müssen. Ja, also wir haben das wirklich gefunden. 

                Lukas 

                Also eine Musketen Kugel und eine Patronenhülse. 

                Ralph 

                Ja, wir haben noch mehr gefunden. Aber ich wollte jetzt nicht diese 20 Minuten abspielen, weil das ja doch dann ein bisschen zu viel gewesen wäre. Also wir haben mehrere Objekte aus Metall gefunden, viel Neuzeitliches tatsächlich, also auch was von der Granate. Wir haben aber auch Sachen gefunden, für die man jetzt nicht unbedingt Metalldetektor gebraucht hat, wie Scherben oder oder Plastik Sachen, aber auch einen mysteriösen Stein, der dann in dem nächsten Ton zu hören sein wird, der ganz spannend ist. 

                Lukas 

                Das musst du für dich als studierter Archäologe ne coole Sache gewesen sein, oder? 

                Ralph 

                Klar. Ich hatte großen Spaß! Durfte das Ding ja nicht bedienen, weil ich ja keinen Schein sozusagen dafür habe. Das dürfen dann die Kinder oder die Zeitreisenden auch nicht, sondern das muss dann der Daniel immer machen. Aber trotzdem war ich da total gern dabei. Also es ist ja so, dass ich auch immer wieder mal über einen Acker gehe. 

                Wenn ich zufällig spazieren gehe und an einem Acker vorbeikomme, dann gehe ich da immer noch gern drüber und gucken, ob ich nicht irgendwas find. Und wie Daniel gesagt hat, man findet immer irgendwas. Es ist halt dann meistens in Anführungsstrichen Schrott, also sehr neuzeitliches Zeug. Aber es ist trotzdem spannend, dass man das findet. Und das ist ja diesem Umpflügen Vorgang geschuldet, dass dann ja auch oft sehr alte Sachen dann wieder nach oben gelangen, weil ja diese Erdschichten umgewälzt werden. 

                Lukas 

                Ja gut, und das heißt, ihr habt dann einen mysteriösen Stein gefunden. 

                Ralph 

                Richtig. Und wir haben alles, was wir gefunden haben, haben wir eingetütet und sind dann nach Wollersheim gefahren. Das ist zwei Kilometer von Embken entfernt. Und da sitzt das Rheinische Amt für Bodendenkmalpflege, denn wir wollten ja wissen, was haben wir denn jetzt gefunden? Isses historisch relevant? Haben wir einen Schatz gefunden? Und das erfahren wir in Ton 3. 

                Reportage Teil 3 

                Petra Tutlies 

                Mein Name ist Petra Turtles, ich bin gelernte Archäologin und Leiterin der Außenstelle in Nideggen im Amt für Denkmalpflege im Rheinland. Das ist diejenige Außenstelle, die für das südwestliche Rheinland zuständig ist. 

                Ralph 

                Wie kommen jetzt Zeitreisebus und Sie zusammen? 

                Petra Tutlies 

                Also das Projekt, das hat uns ja Daniel Schöller vorgestellt. Und tatsächlich haben habe ich es so verstanden, dass die Sonde, die da auch mit verwendet wird, ein Tool ist, in dem großen Gedanken, welche Möglichkeiten und wie kann ich der Geschichte meines Heimatdorfes näherkommen? Wir sind interessiert daran, als Amt für Denkmalpflege im Rheinland, im Landschaftsverband Rheinland junge, Menschen heranzuführen an die archäologische Kulturlandschaft, die direkt an ihre Haustür ist. 

                Sie das erste Mal damit in Berührung zu bringen, dass andere Menschen hier gelebt haben, andere Kinder ihres Alters hier gewohnt haben, vielleicht arbeiten mussten, zum Lebensunterhalt beitragen mussten und welche Spuren sie hinterlassen haben. Und dass es wichtig ist, dass diese Spuren uns allen gehören und wir dafür Sorge tragen wollen, dass diese Spuren erhalten bleiben. Das ist unser Anliegen. 

                Das sollen nicht alles kleine Archäologen werden. Aber es sollen Bürgerinnen und Bürger werden, die verstehen, dass man nicht alles weg baggern kann, was einem störend beim Hausbau im Weg ist. Oder dass man es an fachkundige Stelle bringt, was man beim Spaziergang am Wegesrand findet und dass das spannend sein kann, sich darüber Gedanken zu machen. Das zu vermitteln ist unser Anliegen und alles das, was dazu hilft, die Kinder genau da abzuholen, wo sie heute stehen. Dazu hilft der Zeitreise Bus. Da können wir von profitieren und möchten das auch gerne. 

                Ralph 

                Und wie oft kommt der Daniel vorbei bei Ihnen?  

                Petra Tutlies 

                Der darf nur einmal pro Jahr kommen, weil wir derzeit jedenfalls in seiner Funktion als lizenzierter Sondengänger – davon haben wir jede Menge. Im Moment sind es glaube ich, aktuell über 270, die alle einmal jährlich kommen. Und wenn das? Sie können sich vorstellen, alle zweimal pro Jahr machen würden und dann auch vielleicht sogar noch ein drittes Mal, dann wären wir komplett überfordert. 

                Es ist ja nicht der Sondengänger an sich, der gut oder schlecht ist. Auch nicht die Methode, die gut oder schlecht ist, sondern das ist der Umgang, den wir miteinander pflegen, der gut oder schlecht sein kann. Einen guten Umgang darüber freuen wir uns, denn die archäologische Kulturlandschaft kann dadurch gewinnen durch weitergehende Informationen, die im Grunde wie eine Schwarmintelligenz gewonnen wird. 

                Und die schlechte Zusammenarbeit bestünde dann eben darin, dass sie nicht besteht, sondern dass für die eigene Tasche dann eingesammelt und letztlich unser aller archäologisches Erbe darüber geschmälert wird und da teilweise sehr fadenscheinig Argumenten, man sichere es vor dem Vergammeln im Boden oder oder oder. Was wir als fadenscheinig deshalb empfinden, weil das auf heimischen Kaminen genauso rum gammelt und nie die öffentliche Wahrnehmung erreicht. 

                Also Zahlen können wir natürlich nicht benennen, weil die natürlich nicht zu uns kommen. Insofern gibt es keine Statistik. Aber wir befürchten, dass es etwa die vierfache bis fünffache Menge derjenigen ist, die hier mit einer Lizenz arbeiten und wenn ich sage, derzeit sind es über 270 lizensierte Sondengänger, dann können Sie sich vorstellen, wie viele darauf gerechnet werden müssten, die das Ganze illegal machen, die auch grenzübergreifend tätig werden. 

                Ralph 

                Und Daniel ist einer von den lizensierten Sondengänger. Und wir haben jetzt einiges gefunden und sie gucken das jetzt für uns durch, ob da was Wertvolles ist, was interessant ist für die Archäologie. 

                Petra Tutlies 

                Aber gerne. 

                Daniel 

                Wir haben jetzt einfach mal alles eingepackt. 

                Petra Tutlies 

                Also ich sehe hier ein Potpourri von verschiedenen Funden, verschiedenen Fundaarten, solche, die man mit dem Auge finden kann und solche, die man mit dem Ohr sozusagen finden kann. Also über den das Signal, was der Metalldetektor abgibt. Und da sind es ganz unterschiedliche, zum Teil sehr moderne Sachen. Hier habe ich zum Beispiel ein leuchtend oranges Teil, was offensichtlich aus Plexiglas besteht, was so eine Noppen Oberfläche hat. 

                Da gehe ich mal davon aus, dass es ein Teil ist vom Fahrrad Blinklicht. Ich weiß gar nicht, wie man nennt, die in den Speichen sitzen und dann reflektieren, dass da ein Fahrradfahrer geradelt kommt. Also ganz sicherlich ein sehr neuzeitliches Teil, denn im Grunde dieses Plastik in der Form würde ich denken, gibt es vielleicht 50 60, Ja, dann gibt es Keramik, Bruchstücke, die ich hier sehen kann. 

                Das sind eine ganze Reihe. Habe ich die natürlich nur in ungeraden, nicht im Zustand hier vor mir. Ich kann beispielsweise steinzeitlich Bruchstücke sehen, dass es eine sehr dichte keramische Masse, die sehr hoch erhitzt, fast glasig verbrennt oder gebrannt wird. Dadurch wird die Masse Wasser undurchlässig und spätestens seit dem späten Mittelalter konnte man auch die Töpfer Öfen so heiß erhitzen, dass eben diese sogenannte Versinterung dann eintritt. 

                Diese Stücke sind allerdings jünger. Ich würde auf den ersten Blick sagen das sind Stücke, die in die frühe Neuzeit, also ins 16., 17., 18. Jahrhundert hineingehören, hier ganz hübsch mit so einer Rosette verziert, und drum herum sieht man an einigen Stellen noch eine blaue Verzierung. Das ist eine Kobalt Glasur, die aufgetragen und dann im Brand zu blau geworden ist. 

                Also eine schmückende Zutat, die auch hier auf dem anderen Stück so in den letzten Resten erhalten ist. Das sind diese ganz typischen Westerwälder Steinzeug, solche Waren, die im Grunde meine Großmutter noch im Schrank stehen hatte. Wir haben hier einmal eine kleine Blei Kugel, die hat vielleicht einen Durchmesser von zehn Millimetern, vielleicht auch ein bisschen weniger. Das müsste ich natürlich nachmessen. 

                Eine Musketen Kugel ist eine Vorderlader Kugel. Vorderlader Gewehre sind im Prinzip bis in die 1800 50er 60er Jahre hergestellt worden. Sind dann von Hinterlader Gewehren abgelöst worden, die technologisch verbessert und auch einfacher in der Handhabung sind, aber in bäuerlichen Schränken sicherlich auch noch länger waren die Vorderlader Gewehre vorhanden. Die Soldaten zum Beispiel, die haben ihre Kugeln selber hergestellt, die hatten alle so ein Blei Fähnchen mit dabei und hatten Bleistangen die dann schon den Durchmesser hatten und die wurden dann angeknipst und in den Blei Fähnchen erhitzt und dann quasi als Kugel dann vor Ort, da wo man sie brauchte dann hergestellt. 

                Das hier ist eine Patronenhülse, die aber wahrscheinlich ich sehe das jetzt nicht so direkt, also die ist ja leer im Sinne von also das Projektil fehlt. Also die ist ganz sicher abgefeuert worden und ist dann als Hülse weggekommen. Das kann aber Jagd Munition sein, wo jetzt also nicht unbedingt ein militärisches Ereignis dahintersteht, so wie das also auch diese Vorderlader Kugeln natürlich nicht nur bei Auseinandersetzungen verwendet wurden, sondern ich sage jetzt mal etwas kleinere, auch Hasenjagd und sonst irgendwas. 

                So, dann haben wir hier ein kleines Stückchen ganz anderer Art, das ist ein Stein zunächst mal, aber das ist ein ganz besonderer Stein. Das ist nämlich ein Feuerstein, und das ist ein ganz besonderer Feuerstein, das ist nämlich ein Schotter. Feuerstein Einmal ist das Besondere, das ist Schotter, die Feuerstein führend sind, hier in der unmittelbaren Umgebung gar nicht gibt. 

                Das heißt, wenn das aus geologischen Gründen gar nicht hier auftauchen kann, dann muss man sich fragen Wie kommt es denn dann hierhin? Das kann natürlich von der letzten Schotter Lieferung aus dem Kies Werk von Jülich an den Bauherrn XY gewesen sein. Das ist natürlich möglich, denn in Jülich und in dem Schottern der Ruhr gibt es so Feuersteine. 

                Aber es ist natürlich auch möglich, dass das von Menschenhand hergebracht wurde, denn man sieht noch mehr, man sieht Facetten, Schlagfacetten, die das Stück auf den ersten Blick das müsste ich natürlich noch prüfen ausweist. Als ein Abfall Stück von Menschenhand bearbeitet ein sogenannter Kernstein  also, der hat eine Länge von 25 Millimetern und eine Grundfläche von knapp 20 Millimeter und hat ganz unzählige kleine Schlagflächen. 

                Und man kann auch sehen, er ist ein bisschen verwittert, das heißt er hat so ein paar Optimierungswahn, Ansätze, die ihn so graublau erscheinen lassen. Also mit allem Vorbehalt und der Tatsache, dass ich das erst mal wirklich genau prüfen müsste, wäre das das Stück, was weitaus das älteste ist von dem, was hier auf dem Tisch liegt, nämlich Das könnte in die mittlere Steinzeit gehören, die das sogenannte Neolithikum in einer Zeit, also als Jägerische Gruppen, hier durch die sich gerade wieder Wald Landschaft gelaufen sind und hier unterwegs waren. 

                Ja, aufnehmen würde ich schon, und sei es nur als Fund Information mutmaßlich frühneuzeitliche Keramik, aber auf jeden Fall würde ich berücksichtigen, dieser kleine entzückende jesuitische, also mittel steinzeitliche Rest Kern. Wenn der Daniel Schöller mir sagen würde na ja, also das habe ich so in den letzten fünf Jahren irgendwie in der Umgebung von Nideggen gefunden, Ich weiß auch nicht mehr genau wo, dann würde ich sagen ja, dann packt man mal schön wieder ein, dann werde ich das nicht aufnehmen. 

                Will sagen, es ist ganz wichtig, dass man bei allen Stücken immer weiß, wo genau kommen sie her, denn sie sind Informationsträger aus sich selbst heraus, aber nur in Kombination mit dem Ort, wo sie gefunden wurden. 

                Reportage Teil 3 Ende 

                Lukas 

                Jawohl, da war eure Suche ja ganz schön erfolgreich, wenn ich das mal so ausdrücken darf. 

                Ralph 

                Na klar, wenn schon der Archäologe dabei ist. 

                Lukas 

                Ich habe da noch eine Frage. Petra Tutlies hatte gemeint, dass man da nur einmal im Jahr als lizenzierter Sondengänger hin darf. Wenn jetzt aber Daniel mit diesem ganzen Projekt mehrere Schulklassen hat und auch mit diesen Schulklassen immer auf Wanderungen bzw. auf Ausgrabung geht bzw. auf Sondengänger geht, müssen sie denn immer so lang warten? 

                Ralph 

                Nee, also als Sondengänger kommt man nur einmal im Jahr zum Landesamt und gibt dort die Funde ab. So, und wir waren jetzt unterm Jahr halt dort und sie hat sich dankenswerterweise diese Funde angeguckt, aber sie nimmt sie nicht an! Das heißt, der Daniel, der muss jetzt erst mal noch warten, bis dieses Jahr vergangen ist. Und dann gibt er alle Funde, die er in diesem Jahr gefunden hat, auch bei mehreren Aktionen des Busses gebündelt ab. 

                Lukas 

                Verstehe. Das heißt jetzt bei der Zeitreisebus ist jetzt dieser Sonnenaufgang Hauptbestandteil oder gibt es da dann auch noch andere Angebote? 

                Ralph 

                Es gibt noch andere Angebote, also zum Beispiel machen die dann Fluss Wanderungen, wo die dann mit dem Kescher auch rumgehen und dann Funde aus den Flüssen ziehen und dann haben sie zum Teil auch Metalldetektoren dabei. Oder sie gucken sich halt die Straßennamen an oder machen Archivarbeit. Sie haben auch eine Drohne, mit der man dann das Gebiet eben sich angucken kann, die Landschaft und vielleicht ja auch Hinweise findet auf die Vergangenheit. 

                Also es ist nur ein ansprechendes Werkzeug, mit dem die unterwegs sind. 

                Lukas 

                Und wie lange gibt es dieses Projekt denn jetzt schon? 

                Ralph 

                Das gibt es erst seit diesem Jahr. Seit Frühling dieses Jahres sind die unterwegs. Die machen das jetzt drei Jahre gut. Ich weiß, mit der Fokussierung auf Niedecken Imkern. Und dann muss man gucken, wie sich das entwickelt. Es ist ja so, dass wir diese Funde eben dort gezeigt haben der Petra Tutlies, die jetzt aber nicht an allen Funden interessiert ist und die Funde, die Daniel und Anke behalten können, aus denen Trommelwirbel machen sie ein Museum. 

                Lukas 

                Cool.  

                Ralph 

                Also der Zeit Reisebus ist ja diese mobile Forschungsstation, mit der die unterwegs sind und quasi auch diese Funde sammeln für das künftige Museum. Daniel hat es ja in einem Nebensatz mal gesagt, das ein oder andere. Ich weiß gar nicht mehr, dass es ein digitales Museum geben soll. Es soll aber auch ein reales Museum geben und aktuell suchen die nach Räumlichkeiten, wo die dieses Museum eben aufbauen können. Und das soll so ein Hands on Museum werden. Also bitte anfassen, sozusagen. Dass die Leute halt auch wirklich mit diesen Funden interagieren können und dass sie auch quasi eine Beziehung zu diesen Funden aufgebaut haben. Im besten Fall, weil es sind ja die Zeitreisenden, mit denen Daniel dann diese Funde findet und die dann sich im Museum vielleicht auch angucken oder anderen Leuten zeigen können Hey, das habe ich zusammen mit Daniel gefunden. 

                Lukas 

                Aber das wäre dann auch in Nideggen Embken. Dieses Museum. 

                Ralph 

                Ja genau, die suchen dort wie gesagt aktuell und das sollte dort sein. Ja. 

                Lukas 

                Das wäre ja schön. Das heißt, dann wird es irgendwann mal eine weitere Folge geben von bitte nicht anfassen, wenn es dieses Museum gibt. 

                Ralph 

                Vielleicht sogar schon in einem Jahr. Anke hat gemeint, im besten Fall haben sie in einem Jahr schon das Museum und dann würde ich da natürlich gerne hinfahren. Aber wir könnten auch zusammen hinfahren. Weil es ist ja keine Überraschung, dass es dahin gehen wird. 

                Lukas 

                Das ist richtig. Das würde mich auf jeden Fall interessieren. Ja, das wäre schon cool. Auf jeden Fall. Ja, ja, dann vielen Dank. Lieber Ralph, dass du mir diese Initiative vorgestellt hast. Sehr schön. Ich habe da echt lauschend zugehört und sah für mich ein bisschen so wie Kopfkino. Vor allem die Töne mit dem mit dem, das war schon cool. 

                Lukas 

                Also ich war da auch echt so ein bisschen da. Ja, das ist schon cool. Auf jeden Fall. 

                Ralph 

                Ja, freut mich. Freut mich wirklich. Genau genommen ist es ja noch kein Museum, deswegen war das so grenzwertig. Aber weil die ein Museum bauen wollen, dachte ich mir Ist ganz spannend, das mal vorzustellen und auch diesen ganzheitlichen Ansatz. 

                Lukas 

                Und wir sind hier einfach ein freies Projekt. Also von daher, warum denn nicht? Also für mich ist es bei weitem keine Themenverfehlung. Überhaupt nicht. 

                Ralph 

                Glück gehabt. 

                Lukas 

                Na ja, war ja schön. 

                Ralph 

                Dann habe ich meinen Teil wieder geleistet und das heißt, du bist nächstes Mal dran. Kannst du da schon ein bisschen was verraten? 

                Lukas 

                Ja, und zwar das nächste Museum wird nicht in Deutschland sein, sondern im Ausland. Und zwar wird es um ein Museum gehen. Was ein bisschen, ich würde mal sagen, zu der Seele des Landes passt, welches ich für dich, für euch, für uns besucht habe, welches eine Tradition eines Landes beschreibt, die früher überall war, ganz wichtig war und jetzt aber ein bisschen in Verruf gerät. 

                Und das auch vollkommen zurecht. Aber auch es wird das ein bisschen vergangen und zurecht. Also sei gespannt. Es wird auf jeden Fall interessant und aufschlussreich. Hoffe ich doch mal. 

                Ralph 

                Jetzt müsste ich ja nur noch wissen, welches Land das ist. 

                Lukas 

                Richtig, aber das verrate ich dir nicht. Wenn du weißt, was es ist, dann ist der Gag weg. 

                Ralph 

                Na dann, dann lassen wir den Gag so aufrecht. 

                Lukas 

                Gut, wenn euch dieses Format gefällt, dann gebt uns fünf Sterne Bewertungen, leitet uns weiter, macht Mundpropaganda für uns. Oder aber vielleicht habt ihr ja auch Museen für uns, die wir vielleicht oder Initiativen was auch immer, die wir für euch besuchen können. Wir würden uns sehr darüber freuen und ihr könnt uns außerdem auch finanziell unterstützen mit Steady Wir betreiben bitte nichts anfassen, Ehrenamtliche verdienen damit kein Geld und mit SETI könnt ihr uns helfen, Fahrtkosten oder Reisekosten usw ein bisschen zu drücken. 

                Lukas 

                Wir würden uns sehr freuen. 

                Ralph 

                Auf jeden Fall! Dann vielen Dank für alle, die so lange durchgehalten haben und wir hoffen, dass wir uns alle dann das nächste Mal wieder hören. Bei Bitte nicht anfassen! Ciao! 

                Der Beitrag Der Zeitreisebus erschien zuerst auf Escucha.

                Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.

                48 min
              • Kneipenmuff, Nostalgie und Star-Trek: Die Geschichte des Flipperautomaten und ein Interview mit einem Welmeister - das Flippermuseum Neuwied

                  BITTE NICHT ANFASSEN! #20 – Das Deutsche Flippermuseum Neuwied und Flipper-Weltmeister Johannes Ostermeier

                  Show Notes 

                  Flipperautomaten sind so viel mehr als Kneipenmuff und Glücksspiel. Ganz im Gegenteil: Jede Maschine erzählt eine Geschichte: über Guns’n’Roses, Star Trek oder Indiana Jones. Im Flippermuseum in Neuwied sammelt Axel Hillenbrand diese Geschichten und bewahrt die über 100-jährige Geschichte und die Freude an diesem Spiel. Außerdem reden wir in dieser Folge als Special Guest mit Johannes Ostermeier. Der 21-Jährige ist Flipper-Weltmeister und hat einige Rekorde gebrochen. Er erzählt uns, wie man beim Pinball die meisten Punkte raushaut und welche Strategie er hat, um sich auf Weltmeisterschaften vorzubereiten.

                  ~~~~~~~ 

                  Hilfreiche Links: 

                  Das Flipper-Museum bietet auch Hotel-Zimmer an. Das ist die Homepage:

                  https://www.flipperhotel.de/

                  Das ist das Finalspiel von Johannes Ostermeier aus dem Jahr 2019 mit Live-Kommentar:

                  Aktuelle Flippernews, Turniere und einen Gebrauchtmarkt gibt’s hier:

                  https://www.flippermarkt.de/community/forum/

                  Foto: Axel Hillenbrand vor seinem Lieblingsflipper:

                  https://www.escucha.de/wp-content/uploads/axel-hillenbrand-scaled.jpeg

                  Das ist ein Video, in dem Elton John im Jahr 1975 „Pinball Wizard“ singt. Das Video stammt aus dem Film Tonny und ist eine Verfilmung.

                  Danke nochmal an Bulls and Balls Fulda für die Kontaktvermittlung

                  https://www.bullsandballs.de/

                  ~~~~~~~ 

                  Infos zum Museum:  

                  Deutsches Flippermuseum Neuwied

                  Hermannstraße 9

                  56564 Neuwied

                  https://flippermuseum.eu/

                  ~~~~~~~ 

                  über BITTE NICHT ANFASSEN!:  

                  Woran denkst du beim Wort Museum? An weltberühmte Ausstellungsstücke wie Sarkophage ägyptischer Pharaonen, an Gemälde von Picasso oder an technische Erfindungen wie das Automobil? Denkst du an das Deutsche Museum in München, das Pergamon-Museum in Berlin oder an das Städel in Frankfurt? Wir – das sind Ralph Würschinger und Lukas Fleischmann – denken beim Wort Museum an etwas Anderes: an Milbenkäse, Mausefallen, an Flipper-Automaten, Nummernschilder oder auch an Gartenzwerge. Denn die schätzungsweise 7.000 Museen in Deutschland haben so viel mehr zu bieten als das Angebot der großen Häuser. 

                  Mit „BITTE NICHT ANFASSEN – Museum mal anders“ begeben wir uns an kleine Orte, in Seitengassen großer Städte, um die kleinen und alternativen Ausstellungen zu finden, von denen du vermutlich noch nie gehört hast. 

                  Pro Monat erscheint eine Folge, für die einer von uns beiden ein besonderes Museum besucht und sich mit dem jeweils anderen darüber austauscht. Dabei kommen Museumsbetreiberinnen und -betreiber zu Wort, aber auch die Exponate an sich werden hörbar gemacht. 

                  Dieser Podcast ist für Museumsliebhaber, für Mitarbeiter aus dem Museumsbereich und für alle, die sich für Kunst, Kultur und Technik-Geschichte interessieren und skurrile Stories mögen. 

                  BITTE NICHT ANFASSEN! ist eine Produktion von Escucha – Kultur für's Ohr. 

                  Mehr Infos auf https://www.escucha.de/bitte-nicht-anfassen/ 

                   
                  ~~~~~~~ 

                   
                  Kontakt: 
                  Instagram: https://www.instagram.com/bittenichtanfassen_podcast/  
                  E-Mail: info[at]escucha.de  

                  ~~~~~~~ 

                  Wollt ihr uns unterstützen?  

                  Dann schaut doch auf unserer Steady-Seite vorbei: https://steadyhq.com/en/bitte-nicht-anfassen  

                  ~~~~~~~ 

                  Podcast-Credits:  
                    

                  Sprecher: Lukas Fleischmann, Ralph Würschinger  
                  Produktion: Escucha GbR  
                  Podcast-Grafik: Tobias Trauth https://www.instagram.com/don_t_obey/  
                  Intro/Outro: Patrizia Nath (Sprecherin) https://www.patrizianath.com/, Lukas Fleischmann (Musik)  

                  Wenn euch der Podcast gefällt, dann abonniert uns und empfehlt uns weiter. Welches Museum sollen wir unbedingt vorstellen? Schreibt uns eure Vorschläge! 

                  ~~~~~~~ 

                  Transkript 

                  Johannes Ostermeier

                  Ich glaube, was in ihren Köpfen noch verankert ist, ist, dass man ganz viel Glück oder so ist. Und ich würde mich jetzt mal so positionieren und sagen, das ist nicht so einfach aufgrund der letzten 17 Jahre, aufgrund der ganzen Turniere, die ich gespielt habe.

                  INTRO

                  Bitte nicht anfassen, Museum mal anders. Ein Podcast von Esucha.

                  Lukas

                  Hallo und herzlich Willkommen, liebe Zuhörer zu dieser 20 Folge von. Bitte nicht anfassen Museum mal anders, Ralph 20 Folgen.

                  Ralph

                  Das freut mich sehr, dass wir 20 Folgen schon erreicht haben. Lukas Und es ist ja noch kein Ende in Sicht.

                  Lukas

                  Lukas

                  Nein, zum Glück, denn es gibt so viele Museen in ganz Deutschland und darüber hinaus, die in unser Format passen. Und für all diejenigen, die jetzt zum Ersten Mal zuhören. Wir erklären unser Format kurz. Bitte nicht anfassen. Museum mal anders. Da besuchen wir einmal im Monat für euch schräge alternative kleine Museen abseits der großen Häuser. Wir gehen dahin, reden mit den Museums Schaffenden und erzählen euch dann von diesem Museum.

                  Lukas

                  Und meistens geht es dann nicht nur um das Museum, sondern auch noch um eine große Geschichte. Das kann mal, es kann Geschichte sein, es kann mal Naturwissenschaften sein, alles Mögliche.

                  Ralph

                  Ja, und der Clou dabei ist ja auch der, dass wir das abwechselnd machen. Das heißt, die andere Person weiß gar nicht, in welchem Museum der eine war.

                  Lukas

                  Genau. Ja, und in der vergangenen Folge, Ralph, hast du mich mit ins Bernstein Museum genommen, an die Ostsee. Für all diejenigen, die das noch nicht gehört haben, da geht es um die Geschichte des Bernsteins. Und wir haben natürlich ein für alle Mal aufgeklärt, wo das Bernsteinzimmer ist. Das heißt, alle Leute, die sich dafür interessieren, hört einfach mal rein.

                  Ralph

                  Das heißt natürlich auch, dass du in dieser Folge dran bist und erzählen wirst, in welchem Museum du warst. Und ich bin schon sehr gespannt. Ich weiß ehrlich gesagt schon gar nicht mehr, wie du drauf hast. Ich glaube wieder über ein Objekt, das sehr klein ist. Nee, nee, das Wir waren es. Ein Objekt, das mittelgroß ist. Daran kann ich mich noch erinnern.

                  Lukas

                  Kleiner als ein Unimog größer als die Mausfalle. Also fast alles, was es gibt. Wahrscheinlich.

                  Ralph

                  Ja, ich bin gespannt.

                  Lukas

                  Ja, lieber Ralph, es wird in dieser Folge, weil es eine Jubiläums Folge ist, ein kleines Special geben. Denn wir werden nicht nur über ein Museum sprechen, sondern sogar mit einem amtierenden zweifach Weltmeister einer Sportart. Und diese Sportart hat indirekt mit dem Museum zu tun. Wir werden über eine sehr lange Tradition sprechen, die ihren Peak. Kann man so sagen. In den 70er Jahren hatte dann fast verschwunden wäre und jetzt in den letzten 20 Jahren ungefähr so ein kleines Comeback feiert. Ich bin mir auch relativ sicher, was zu 100 %, dass du auch schon mal Teil dieser Tradition warst und dass du dieses Objekt, was ich einige dieser Tage als kleiner als ein Unimog und größer aus dem als Mausefalle garantiert schon mal bedient hast.

                  Lukas

                  Und ich bin mir auch fast sicher, dass dieses Objekt bei dir sofort Bilder, Assoziationen und Erinnerungen und Gefühle auslösen wird. Aber bevor ich jetzt irgendwas weiteres sagt, bevor du dich quasi dem Ganzen annähern kannst oder vielleicht sogar noch errätst, worum es geht, möchte ich, dass sie mit einem kleinen Ton beginnen. Der Ton dauert nur fünf Sekunden und du sagst mir danach, worum es in diesem Museum geht.

                  Ralph

                  Okay.

                  Ralph

                  Ja, es ist auf jeden Fall was Mechanisches. Und ich dachte, ich hätten Münzeinwurf oder so was gehört, sondern Ist natürlich ein bisschen schwierig. Ja, wahrscheinlich. Die Münze hat halt irgendwas, hat dazu geführt, dass sich ein Automat oder irgendwas einschaltet. Aber keine Ahnung, ich musste noch mal hören. Moment, so viel Zeit muss sein, diese fünf Sekunden.

                  Lukas

                  Wir hören dir noch mal an und.

                  Ralph

                  Also anhand des Geräusches ist es wirklich sehr schwer.

                  Lukas

                  Also gut, es handelt sich um einen Flipper Automaten und heute wird es um die Tradition, die Geschichte und die Sportart des Flippers gehen. Und dazu sind wir im Flipper Museum in Neuwied gewesen. Und du hast doch bestimmt schon mal in einem Leben geflippert.

                  Ralph

                  Ganz besonders als Jugendlicher war ich der Flipper Gott von Weiden. Das stimmt nicht. Aber ich kann mich erinnern, dass in meiner Heimatstadt ein Flipper gab in im Eisstadion, also das Eisstadion von uns. Das hatte so einen Kaffee und da gab es einen Flipper Automaten mit Indiana Jones als Thema und da war ich ein paar mal.

                  Lukas

                  Und das ist das faszinierende an Flipper Automaten. Jeder hat irgendwo einen Ort wo er oder sie Flipper hat und man spricht nur über dieses Wort Flipper und sofort kommen ganz viele Assoziationen Und einer, der auch für diese Flipper Automaten brennt, das ist Axel Hillenbrand und der betreibt mit seinem Verein, also mit einem kleinen Museumsführer gemeinsam das Flipper Museum Neuwied. Neuwied, das liegt am Rhein zwischen Koblenz und Bonn, in Rheinland Pfalz und relativ im Zentrum.

                  Lukas

                  Da gibt es dann dieses Museum und das kannst du dir vorstellen, dass es in der Nähe der Innenstadt, das ist so ein Reihenhaus und auf drei Stockwerken stehen da einfach extrem viele drei Stockwerken. Es steht komplett, er steht komplett mit Flippern voll. Also ich dachte, ich komm da rein und da stehen vielleicht so zehn 20 Flipper, aber ausgestellt sind derzeit über 150.

                  Lukas

                  Das habe ich noch nie gesehen. Sowas. Und besonders kurios ist es deswegen, weil nämlich Axel Hildenbrand, der die Idee mit diesem Museum hatte, eigentlich ursprünglich überhaupt nichts mit Flipper Automaten zu tun hatte. Er ist nämlich ganz indirekt an Flipper Automaten gekommen. Aber ich würde sagen, das erklärte der am besten mal selbst.

                  Axel Hillenbrand

                  Also angefangen hat alles damit mit meiner zweiten Diplomarbeit. Die erste habe ich über die Simpsons geschrieben und die zweite über Star Trek. Und da habe ich auch erfahren, dass es da einen Flipper Automaten gibt, den Next Generation und den habe ich mir damals dann als Belohnung gekauft. Und ich habe aber kein technisches Verständnis und dabei den desolaten Zustand.

                  Axel Hillenbrand

                  Und dann kam ihm ein Freund und Mitbegründer des Museums, Harald Fleischhauer. Der hat dann gesagt als Elektro Ingenieur ich helf dir und reparieren wir ihn zusammen. Und dann hat er eingekauft, und ich hatte immer mehr. Und dann standen in meiner Wohnung sechs Stück und in meinem Keller noch mal 20, und dann hat meine Frau auch mal so gemeint, meine heutige Frau, ob man nicht was verkaufen möchte.

                  Axel Hillenbrand

                  Und da ist ein Sammler immer schwierig, sich von den Exponaten zu trennen. Und da kam die Idee, weil auch wir immer wieder angesprochen wurden Ihr habt da so eine schöne Sammlung, Könnte man die nicht mal öffentlich zugänglich machen? Da kam dann die Idee, dass wir ein Museum gründen und da haben wir uns dann auch. Wir wollten auch richtig als Museum auch gesehen werden.

                  Axel Hillenbrand

                  Also wir sind Mitglied im Deutschen Museums und Museums Verband Rheinland Pfalz und dann haben wir so langsam. 2006 haben wir dann das Museum eröffnet.

                  Ralph

                  Schöne Geschichte. Was hat denn Axel Hillenbrand studiert?

                  Lukas

                  Lieber Axel Hillenbrand, falls du das hörst, ich hoffe, ich fasse es richtig zusammen. Soziologie und seine Abschlussarbeit ging um die Wahrnehmung von Weiblichkeit und von vor allem von weiblicher Action im Star Trek Universum. Von den frühen Star Trek Staffeln bis quasi damals, als er die Arbeit abgegeben hat. Also quasi wie aus Frauen, die ursprünglich nur Deko Material waren, also.

                  Ralph

                  Die damaligen Diskurse, die dann gerettet werden musste.

                  Lukas

                  Genau und irgendwann mal handelnde Personen wurden.

                  Ralph

                  Ja, interessantes Thema und wie sich das entwickelt hat, weil Flipper Automaten nehmen wir doch ziemlich viel Platz ein. Ich könnte mir nicht vorstellen jetzt sechs Flipper Automaten in meine Wohnung zu stellen.

                  Lukas

                  Ehrlich gesagt ja, das ist ein Punkt. Und vor allem überlegt man jetzt 150. Und ja, noch etliche, die in den Depots liegen. Das heißt ja, es ist jetzt einfach eine riesengroße Tradition geworden. Bevor wir jetzt dann nochmal weiter auf das Museum eingehen, sollten wir vielleicht erst mal klären, was Flipper eigentlich sind und wie die Geschichte dieser Flipper Automaten eigentlich ist.

                  Ralph

                  Gerne.

                  Lukas

                  Was glaubst du, wie alt sind Flipper? Also wann gab es sozusagen die ersten Automaten?

                  Ralph

                  Ich würde schätzen, vielleicht Mitte Ende 60er Jahre.

                  Lukas

                  Nein, die sind tatsächlich noch viel älter. Also, die sind schon über 100 Jahre alt. Die ersten Automaten waren sogenannte Bajazzo. Da hat Axel Hildebrandt auch einen im Museum stehen. Hast du den Begriff Bajazzo schon mal gehört? Ich kannte den nicht.

                  Ralph

                  Ich kenne ihn auch nicht. Er klingt japanisch.

                  Lukas

                  Ja. Nee, Bajazzo, Das ist ein italienischer Clown. Also, das ist ein Clown, der irgendwie der Bajazzo Clown ist. Wohl dieser typisch italienische Clown. Ich wusste das auch nicht. So hieß ein Automat, ein Münz Automat, der damals im Deutschen Reich zu Beginn des 20. Jahrhunderts erfunden wurde. Und das heißt, da kann man noch so ungefähr sagen also du weißt ja, wie das mit solchen Automaten ist.

                  Lukas

                  Ab wann ist es ein Flipper? Ab wann ist es keiner blablabla. Aber die ersten das erste Prinzip, wo es darum ging Du hast einen Ball, Dieser Ball kommt auf eine schräge Ebene, da rollt er irgendwo runter und dann passiert etwas auf dieser schrägen Ebene. Dieses Grundprinzip, das stammt aus dem Beginn des 20. Jahrhunderts. Und da hat übrigens, wie gesagt, das sind noch ganz alte Formate im Flipper Museum in Neuwied.

                  Ralph

                  Und das wurde im Deutschen Reich erfunden.

                  Lukas

                  Ja, aber zu dieser ganzen Genese sagt ja auch noch mal Axel Hildebrand was.

                  Axel Hillenbrand

                  Und das ist hier zum Beispiel ein Gerät Victory Ball von 1932 und Ende der 20er. So etwa kam dieses Spielgerät sehr, sehr stark in den amerikanischen Gaststätten an, und Sie sehen hier schon mal dieses grundsätzliche Prinzip ist beigeblieben. Nur damals gab's noch keine Flipper Finger, die wurden 1947 erfunden. Aber das Prinzip wir haben eine schräge Ebene und wir haben Kugeln.

                  Axel Hillenbrand

                  Und Sie sehen hier auch diese Nagel Nester. Und das ist eben, was dem im Amerikanischen heißt. Man nennt die ja Pinball. Eben wegen diesen Pins, wegen diesen Nagelnestern daherkommt. Da kommt das genau. Und bei uns kamen die hießen die Geräte erst Bomber, wenn da schon Schlag Türme verbaut wurden. Und später dann, als die Flipper Finger kamen, hat man die dann zu Flipper Automat oder im niederländischen Flipper Knast bezeichnet.

                  Ralph

                  Aha. Also prinzipiell weiß ich ja wie so ein Flipper Automat aufgebaut ist. Trotzdem habe ich nicht ganz verstanden was diese Ball Nester sind.

                  Lukas

                  Also vorher war es quasi so, wenn der als der Ball dann hoch gestoßen wurde von dieser Feder bevor es noch diese am die Flipper Finger gab. Es ist quasi so, dass es auf dieser Ebene verschiedene Löcher gibt und unter diesen Löchern ist dann quasi ein Ball Netz. Und je nachdem wo der Ball reingefallen ist, hast du dann Punkte gekriegt.

                  Lukas

                  Das heißt damals was? Quasi ein Glücksspiel oder was das ein Glücksspiel, aber halt ein Spiel, was man jetzt nicht manipulieren konnte. Du konntest jetzt nicht sagen okay, wo fällt es rein? Es war halt zufällig oder eben Glücks bezogen. Wo der Ball reingefallen? Genau. Axel Hildenbrand hat schon einen ganz wichtigen Punkt angesprochen, denn seitdem stehen diese Dinger hauptsächlich in Gaststätten, Kneipen und eben jetzt seit kurzem in Museen.

                  Lukas

                  Und was er ja auch schon gesagt hat, ist, dass vor allem das dann in den USA stark war, also diese richtige Revolution, dass Flipper wirklich überall standen oder Pinball Machines überall in den Gaststätten und Kneipen standen. Das war dann hauptsächlich in den USA so und von da kam es dann wieder nach Europa rüber.

                  Ralph

                  Na ja, weißt du, warum ich angenommen habe, dass das vielleicht irgendwie aus Mitte Ende der 60er Jahre stammt?

                  Lukas

                  Sag?

                  Ralph

                  Na, weil ich an diesen Song dachte. Pinball Wizard und war ja, da dann irgendwie diese Flipper Automaten sehr populär waren. Deswegen dachte ich, dass es da vielleicht erst erfunden worden ist.

                  Lukas

                  Ah, cool. Ja, stimmt.

                  Ralph

                  Das ist sogar ein Film, glaube ich.

                  Lukas

                  Müsste man ja.

                  Ralph

                  Diesen blinden tauben Jungen geht der, der so gut Flipper Automat spielt.

                  Lukas

                  Krass, Den kannte ich gar nicht. Ja, würde ich sagen, verlinkt mir den Shownotes. Cool. Und ich bin ein großer Beruf Fan. Das wusste ich dann gerne. Also in den Sechzigern. Aber dazu kommen wir später noch dazu. War halt auch der Peak, dass Flipper Games da waren, halt omnipräsent. Aber um dahin zu kommen, müssen wir erst mal noch mal ein bisschen zurückgehen.

                  Lukas

                  Und das war alles interessant. Es gibt sozusagen eine Flipper Hauptstadt und das ist diese Stadt auch noch bis heute, weil bis heute die meisten Flipper da gebaut werden. Vielleicht kannst du dir raten, welche Stadt in den USA hat sehr viele Kneipen, hat so ein bisschen verruchtes Image, hat eine große Industrie und viele Einwanderer, die solche Traditionen eben aus Europa mitgebracht haben.

                  Ralph

                  Chicago?

                  Lukas

                  Genau, Chicago. Sehr gut. Also, das ist die inoffizielle Flipper Hauptstadt.

                  Ralph

                  Wusst ich nicht.

                  Lukas

                  Genau. Und wie du eben gerade schon erwähnt hast, ist es so, dass den Peak hatten die Flipper in den 60er und 70er Jahren. Das war sozusagen das goldene Flipper Zeitalter, kann man sagen. Da gab es noch die meisten Produzenten, übrigens auch in Deutschland, aber das hat sich dann ein bisschen abgekühlt in den 80er Jahren. Kannst du dir vorstellen, wieso?

                  Ralph

                  Ja, ich glaube, dass das vielleicht verdrängt wurde von diesen Arcade, wo Computerspiele aufkamen.

                  Lukas

                  Exakt. Ich sehe schon, du bist. Wir sind hier in einem Kultur Pop historischen, in einer kultur pop historischen Dimension, in der du dich gut auskennen. Ich wäre nicht auf die Idee kommen. Wahrscheinlich. Keine Ahnung. Aber gut.

                  Ralph

                  Ja, ich habe das schon auch mitbekommen, auch jetzt, wie ich aufgewachsen bin, dass früher eben Flipper Automaten präsenter waren. Und dann sind die irgendwann abgelöst worden. Gut, ich bin jetzt nicht so alt, dass ich irgendwie mitbekommen habe, wie es da diese Arcade gab. Aber ein bisschen so Computer Spielautomaten gab es tatsächlich schon auch seit, aber das wurde halt immer weniger.

                  Lukas

                  Das ist halt auch der Punkt, dass man jetzt wieder von so einer kleinen Renaissance sprechen kann. Die kommen wieder zurück, natürlich als Retro Objekt, weil es ein bisschen wie Schallplatten wahrscheinlich das ist einfach was, was irgendwie cool ist und was ein Gewissen schick hat und was ja auch irgendwie auch cool aussieht. Und wenn's um Deko Objects und eine ein Grund dafür, warum Flipper Automaten nie ganz untergegangen sind und einen sehr guten Grund aus meiner Sicht, den kann dir Axel Hillenbrand noch mal erklären.

                  Axel Hillenbrand

                  Ich finde faszinierend, einmal die Geschichte letztendlich unter diesem Glas eine Geschichte erzählt wird, die der Spieler die Spielerin mit der Kugel sozusagen entdeckt. Das Spielfeld, die Geschichte des Spieles entdeckt und natürlich dabei auch die Unterhaltung, die Geschichtlichkeit, all diese Elemente, auch diese Sache. Auf der einen Seite ein ganz einfaches Gerät, von dem jeder sofort versteht, worum es geht und auf der anderen Seite auch sehr komplex, dann später in den modernen Geräten.

                  Ralph

                  Was meinte er denn mit den modernen Geräten?

                  Lukas

                  Damit meint er, dass natürlich die Flipper auch mit der Zeit gegangen sind. Also ganz früher war es ja nur mechanisch. Irgendwann kam dann Elektronik dazu und irgendwann natürlich auch digitale Technik. Und es ist auch ganz schön im Museum, dass es quasi du siehst, wie die wie diese Flipper Automaten mit der Zeit gehen. Das Prinzip ist immer das gleiche, aber die passen sich so ein bisschen an und es gibt auch Flipper Automaten mit relativ viel Computertechnik.

                  Lukas

                  Und vielleicht reden wir mal kurz über den modernsten Flipper, den Axel Hillenbrand im Flipper Museum in Neuwied hat. Das ist nämlich der ganzen Roses Flipper ja, und da wird es jetzt philosophisch. Vielleicht kommt da der Soziologe in ihm raus, denn er sagt nämlich, dass Flipper auch immer so ein bisschen ein Spiegel der Gesellschaft ist. Aber hör am besten selbst mal rein.

                  Axel Hillenbrand

                  Das haben wir hier momentan bei uns, der Guns’n‘Roses.

                  Axel Hillenbrand

                  Weil Slash, das ist glaub ich, der Bassist. Der ist ein großer Flipper Fan und die hatten für den anderen Automaten im Vorgänger hatten sie sogar ein Musikstück komponiert. Und hier hat er sozusagen beim Design ein bisschen mitgewirkt. Und Sie sehen, das ist jetzt natürlich ganz was anderes. Wir haben ganz, ganz viele Ebenen, wir haben Licht Elemente, wir haben Displays, Sie sehen, das ist natürlich von der Spieltiefe und von der Präsentation her natürlich deutlich moderner und auch deutlich schneller.

                  Axel Hillenbrand

                  Und das finde ich auch eine interessante Geschichte. Beim Flipper Automaten. Sie können auch die Beschleunigung der Gesellschaft daran feststellen, wenn sie so die Alten haben eben den Fireball gespielt. Das geht doch alles noch ein bisschen gemächlicher vonstatten, möchte ich sagen. Und hier haben Sie ein ganz schnelles Gerät, wie auch unsere Gesellschaft immer schneller wird, von der es von 20 21.

                  Ralph

                  Ach wow, okay, so modern, krass. Hätte ich nicht gedacht, dass das das 20211 ganz großes Flipper rauskommt für die Band eigentlich kaum noch existiert.

                  Lukas

                  Ja, und man muss auch der Richtigkeit halber hinzufügen Slash ist natürlich der Gitarrist der Band, der Gitarrist der Band und nicht der Bassist. Aber sei's drum.

                  Ralph

                  Weißt du, wer der Bassist ist?

                  Lukas

                  Niemand weiß jemals, wer der Basser einer Band ist. Höchstens so Leute wie Sting oder Lemmy Kilmister von Motörhead. Ähm, das ist und das sage ich ja selbst als Spieler. Das ist eine ja die Frage Frage.

                  Ralph

                  Ja oder John Paul Jones

                  Lukas

                  Ja, stimmt, den kennt man noch von LED Zeppelin. Ja, aber das sage ich als Bassist ja selbst, dass das immer sehr tragisch ist, dass der Bass immer in der öffentlichen Rezeption sehr untergeht.

                  Ralph

                  Aber ein Spiegel, unsere Gesellschaft.

                  Lukas

                  Unsere Gesellschaft, genau.

                  Ralph

                  Dass da immer darum geht, sich in den Vordergrund zu drängen und aufzufallen.

                  Lukas

                  Genau.

                  Ralph

                  Jetzt hast du auch gesagt, dass der Axel Hillenbrand hat ja auch gesagt, dass der schneller ist als die alten Maschinen als die Automaten. Und in meiner Erinnerung waren Flipper Automaten schon immer sehr schnell. So schnell, dass ich die ja gar nicht handhaben konnte. Ja hast du das auch mal ausprobiert?

                  Lukas

                  Ich habe es natürlich auch mal ausprobiert, aber nur ganz kurz, weil mir das wichtiger war, das Museum an und für sich vorzustellen. Aber wenn du ins Museum gehst, da kannst du natürlich alle Flipper ausprobieren, also fast alle. Also Axel Hildenbrand meinte auch, dass quasi sein Museum das Gegenteil von unserem Podcast Titel eigentlich impliziert, weil unser Podcast heißt da bitte nicht anfassen und er möchte aber unbedingt, dass gespielt wird.

                  Lukas

                  Er möchte auch unbedingt, dass sich quasi, dass diese Automaten genutzt werden, auf dass verschiedene Spielerlebnis nachempfunden werden können, was total cool ist. Sonst könnte man sich ja überlegen er Museum. Vielleicht sind die Flipper ja alle auf Freispiel gestellt, damit man ja ausprobieren kann. Dem ist aber nicht so, weil wenn du ins Museum gehst, bekommst du Marken. Dadurch dass ganz viele Flipper Automaten sehr alt sind, sind die nicht mehr auf Euro umgestellt.

                  Lukas

                  Das heißt du müsstest Mark Stücke reinwerfen und da haben die halt so verschiedene Marken einfach nach pressen lassen, die dann so ein bisschen die Größe haben. Und wenn du das Museum gehst, du bekommst eine gewisse Anzahl an Marken und die kannst du dann in die Flipper reinschmeißen und dann kannst du zocken. Das hat jetzt nichts damit zu tun, dass die damit Kohle machen wollen bei dem Museum oder dass sie halt, keine Ahnung einfach Geld damit einnehmen wollen, sondern aus Sicht von Axel Hillenbrand ist das ganz wichtig, um den Wesenszug von Flippern zu verstehen.

                  Lukas

                  Aber das soll er dir auch noch mal gerade erklären.

                  Axel Hillenbrand

                  Wir wollten ganz bewusst diese Geräte nicht auf Freispiel einstellen. Das kann man auch machen, aber für uns entwertet das das Spiel und eigentlich auch das, was den Flipper ausmacht, dass man eine Münze einwirft und damit startet man das Spiel, dann spielt man. Und wenn man dann den Ball verliert, dann ärgert man sich. Und wenn man extra Ball bekommt oder Highscore, dann freut man sich.

                  Axel Hillenbrand

                  Und dieses emotionale Element, das ist natürlich mit Freispiel ist das weg. Und deshalb haben wir gesagt, wir müssen auf jeden Fall so einen Einwurf haben, um das Spiel in der Komplexität zu präsentieren.

                  Ralph

                  Verstehe ich. Wobei es ja schon, wenn es Geld kostet, schon in die Richtung geht.

                  Lukas

                  Ja, und schön, dass du das genau jetzt sagst. Ich hatte so ein bisschen gehofft, dass du das sagst, weil das ist die perfekte Überleitung. Man könnte jetzt ja sagen. Okay, Flipper steht in Kneipen. Das ist im Prinzip Glücksspiel oder einfach nur Zeitvertreib. Aber das stimmt einfach nicht, weil.

                  Johannes Ostermeier

                  Ich glaube, was in ihren Köpfen noch verankert ist, ist, dass man ganz viel Glück oder so ist. Und ich würde mich jetzt mal so positionieren und sagen, dass es nicht so einfach aufgrund der letzten 17 Jahre, aufgrund der ganzen Turniere, die ich gespielt habe und wo ich halt immer wieder auch gesehen habe. Es zeigen sich gewisse Muster und gewisse Leute, die halt auch immer wieder die Turniere gewinnen.

                  Johannes Ostermeier

                  Und es gibt halt auch zum Beispiel nur eine Handvoll von Leuten, die eine WM bisher gewonnen haben.

                  Lukas

                  Ich habe mich im Vorfeld zu dieser Folge mit Johannes Ostermaier unterhalten. Er ist aktuell der amtierende Flipper Weltmeister.

                  Ralph

                  Oh mein Gott, ja, das ist ja eine riesen Ehre.

                  Lukas

                  Ehre, Es ist eine riesen Ehre. Und im Juni 2023 hat er mit 21 Jahren zum Zweiten Mal den Titel geholt. Er hat nämlich in seiner Flipper Karriere verschiedenste Rekorde gebrochen. Erstens 2019 hat er den Titel zum Ersten Mal geholt. Damals war er 17 Jahre alt und ist zum Ersten Mal bei einer WM angetreten und hat sie gleich mal gewonnen.

                  Lukas

                  Und er ist auch gleichzeitig der erste Deutsche, der eine WM gewonnen hat. Und jetzt, 2023, hatte die WM noch mal gewonnen. Vielleicht kurz zum Hinweis Flipper WM findet fast jedes Jahr statt, aber halt immer irgendwo anders. Und da Johannes noch in München studiert, ist es so, dass es halt teilweise wann die WM in den Semesterferien wird, mitten im Semester.

                  Lukas

                  Und da ging es halt nicht irgendwie. Keine Ahnung, nach Los Angeles zu fahren, weil da grad die Flipper WM ist. Aber jedenfalls deswegen hat er dazwischen zweimal nicht an der WM teilgenommen. Aber 2023 hat er sie dann zum Zweiten Mal gewonnen.

                  Ralph

                  Ja, interessant. Ja, cool, dass du den aufgetan hat. Wie bist du denn auf den gestoßen? Hast du gegoogelt? Flipper? Weltmeister.

                  Lukas

                  Na ja, ich habe über verschiedene Kontakte nachgefragt. Also, ich wollte mich mit einem professionellen Spieler unterhalten. Und dann habe ich in Fulda angerufen, bei einem bei so einem Center, wo ganz viele Flipper drinstehen. Und dann hat mich der Chef da gesagt Ja, er könnt mir schon Leute organisieren. Aber ob ich denn nicht auch am Weltmeister einfach interessiert wäre? Und dann habe ich gesagt ja klar voll, weil der ist aus München 21, ein cooler Typ und der da bestimmt Bock drauf.

                  Lukas

                  Ja, und dann habe ich ein bisschen gewartet und dann hat mich Johannes angerufen, haben wir uns zum Interview vereinbart und das war echt super interessant. Ja.

                  Ralph

                  Ja, ich bin gespannt, was du dir gleich erzählen wirst. Ja, vielleicht war das mit dem Glücksspiel auch so ein bisschen vorschnell von mir, aber ich meinte damit mehr. Es kostet halt Geld und ich glaube schon, dass der Hintergrund früher war. Wenn das in Kneipen steht, dass die Leute da Geld einschmeißen und dann können die Kneipen Betreiber das Geld.

                  Lukas

                  Ja vor allem, weil die Flipper sind ja auch nicht gerade günstig. Heute muss man da schon so schätzen. Für neuen Flipper, den man sich dann so bestellt, muss man da schon so um die 10.000 € ausgeben. Ungefähr. Also es ist schon teuer.

                  Ralph

                  Investment, das man dann quasi wieder reinholen muss.

                  Lukas

                  Genau. Ja, ja. Aber zurück zu Johannes. Er flippert, seitdem er vier Jahre ist und wie jede Flipper Geschichte hat das auch wieder mit einer persönlichen Erfahrung zu tun.

                  Johannes Ostermeier

                  Mein Papa hat früher in seiner Jugend und also in seinen Zwanzigern war quasi selber gespielt, damals eben noch ein bisschen öffentlicher, ein bisschen mehr im öffentlichen Raum zu sehen. Und dann wurde es aber weniger, weil er irgendwie okay mehr wurde und so um seinen 40. rum hat er sich dann selber mal ein Verbot gekauft. Das war 2006 und seitdem hat die Sammlung einfach.

                  Johannes Ostermeier

                  Also sie wurde größer und seitdem habe ich auch angefangen mehr zu spielen. Und das war eigentlich von Anfang an so, dass ich Lust draufhatte und wir hatten dann teilweise im Wohnzimmer welche stehen, teilweise auch im Keller und im Keller wollte ich einfach immer nicht, weil es irgendwie auch Keller war. Und wie gesagt, 2006 war ich vier und dann habe ich im Wohnzimmer gespielt.

                  Johannes Ostermeier

                  Wenn ich also als ich in der Schule war, dann kam ich nach Hause, Mittagessen und dann habe ich halt geflippert. Irgendwie.

                  Ralph

                  Also auch ein Sammler, der Vater mit vier Jahren, das war doch total klein. Also reichen da erstens die Arme, die Armlänge und zweitens muss man sich ja wahrscheinlich auf dem Hocker stellen oder so, damit man das sieht.

                  Lukas

                  Also letzteres denke ich auch. Armlänge keine Ahnung, weil ich meine, die sind ja teilweise nicht so breit, die Flipper. Also von daher kann ich mir das schon vorstellen, dass das geht. Habe ich aber auch gar nicht extra gefragt. Ist aber ein guter Hinweis. Keine Ahnung. Ja, aber irgendwann ist es so, dass Johannes Ostermeier natürlich immer besser wird. Irgendwann spielt er Turniere.

                  Lukas

                  Es gibt da auch so eine Community hier, die kann man über die Homepage Flipper MArkt aufrufen. Da werden dann Turniere angezeigt.

                  Ralph

                  Muss ich mal gucken. Ich habe nämlich tatsächlich auch mal geguckt nach einem Flipper Automaten zu kaufen, weil es so ein Ja, das Kind habe ich mir gedacht, wenn ich mal erwachsen bin, weißt du was man sich so denkt, wenn man Kind ist und dann er hofft, dass man irgendwann viel Geld hat, dass man sich dann Flipper Automat kaufen kann.

                  Ralph

                  Und dann habe ich auch geguckt, was diese Indiana Jones Flipper Automat kostet.

                  Lukas

                  Und.

                  Ralph

                  Reicht mein Geld irgendwie nicht. Bzw ist mir dann fast zu schade, weil es echt mehrere 1.000 € sind. Ich glaube sogar im fünfstelligen Bereich.

                  Lukas

                  Ja, so um die 10.000 € muss man ausgeben für den Flipper, wenn der neu ist. Ich meine klar, ich kann ja mal mit Axel Hillenbrand kontaktieren, vielleicht hat er noch den alten Indiana Jones Flipper im Keller rumstehen und da gibt.

                  Ralph

                  Es einen alten, kaputten für mich oder so.

                  Lukas

                  Genau. Irgendwann ist er Deutscher Meister geworden und dann hat er sich für die WM qualifiziert. Das ist so Früher war es so, dass 64 Spieler weltweit an der WM teilgenommen haben, jetzt sind es 80 und insgesamt gibt es weltweit 50.000, also registrierte Turnier Spieler, die sich auf dieser Rangliste dann positionieren. Jetzt ist aber nicht so, dass diese 50000 Spieler gleichzeitig immer Turniere spielen, sondern ab dem Zeitpunkt, wo du einmal an so einem Turnier teilgenommen hast, bist du auch auf dieser Liste.

                  Lukas

                  Das heißt, die Zahl derjenigen, die wirklich Flipper spielen, ist noch mal deutlich geringer. Aber es ist auf jeden Fall weltweit mehrere 1000 Personen, die professionell, also was heißt professionell? Die verdienen damit nicht Geld, aber die halt um die Weltmeisterschaft spielen. Natürlich wollte ich wissen, wie sich Johannes vorbereitet, ob er jetzt noch trainiert, ob er da keine Ahnung, irgendwelche absurden Übungen hat, keine Ahnung.

                  Lukas

                  Den Flipper mit den Füßen bedienen, nur eine Hand benutzen, irgendwie sowas natürlich. Es kann ja sein, zum Physiotherapeuten regelmäßig zu gehen, um die Finger Muskulatur zu trainieren, whatever. Und jetzt ist natürlich die bahnbrechende Aussage Jetzt kommts, jetzt wirst du erfahren, wie sich ein Weltmeister auf Turniere vorbereitet. Aber als krasses, weil es absolut krass ist.

                  Johannes Ostermeier

                  Das einzige Turnier, wo ich mich so ein bisschen vorbereite, ist die WM. Aber da weiß man im Vorhinein, welche Flipper auch dastehen werden und dann kann man sich da auch vorbereiten. Bei vielen anderen Turnieren ist es eher so, dass man hin kommt und dann läuft man quasi durch die Reihen, wo die Flipper stehen und da sieht man da also dann, dann erst dann weiß man quasi, welche Flipper da sind und da kann man sich auch nicht wirklich vorbereiten.

                  Johannes Ostermeier

                  Und Übung in dem Sinne mache ich jetzt nicht so viel. Also ich komm da auch mal ganz gut rein. Es ist immer wieder ein bisschen wie Fahrradfahren oder wenn man meint, es sei denn, man braucht vielleicht fünf oder zehn Minuten und zwei drei Kugeln, aber dann geht es auch wieder.

                  Ralph

                  Okay, okay, also eher krass wie Fahrradfahren, aber da muss ja, dann müssen die Flipper von denen soll ich sagen, von der Art, wie sie halt auf deine Tasten, auf dein Tastendruck reagieren, müssen sie alle relativ ähnlich sein. Also sowohl vom vorn, also von der Kugel her, vom Gewicht, vielleicht auch der Kugel oder was? Oder. Ich weiß, ich kann mir gerade gar nicht so vorstellen.

                  Ralph

                  Also er muss ja genau wissen, wann er drückt, damit die Kugel da und dahin fliegt.

                  Lukas

                  Also das es gibt ein WM Spiel von Johannes Ostermeier von 2019 auf YouTube. Das werden wir auch schon uns verlinken. Da kannst du dir mal angucken, wie das dann ist. Und das ist auch kommentiert mit Kommentatoren, die drehen da voll durch, weil da siehst du auch das siehst du auch, wie das funktioniert. Aber wie gesagt, er ist jetzt halt einfach so, er macht da nicht so viel.

                  Lukas

                  Er sagt, dass er da halt als kleines Kind begonnen hat.

                  Ralph

                  Er ist der Pinball Wizard.

                  Lukas

                  Er ist. Dann finden wir genau, Johannes war da 23, hat er den Titel verteidigt bzw wieder geholt? Ich habe ja vorhin schon erklärt, dass er dazwischen nicht zu den WMs antreten konnte. Das war sogar in Deutschland die WM, also eine Heim WM in der Nähe von Frankfurt und da kann er mal ein bisschen vom Finalspiel erzählen.

                  Johannes Ostermeier

                  Ich habe immer noch das gleiche Ziel gehabt. Ich wollte wieder unter die Top acht kommen, weil das ist immer einfach schön bei der WM. Das bedeutet, dass man am Sonntag noch mal spielen darf. Und wenn man rausfliegt, ist man halt auch Samstagabend fertig und dieses am Sonntag spielen habe ich wieder geschafft. Und dann irgendwann war es Halbfinale und dann war wieder das Finale.

                  Johannes Ostermeier

                  Und tatsächlich, ich habe wieder in der Verlängerung gewonnen. Also wieder fünf zu vier, genauso wie vor vier Jahren. Also da gibt es ja auch gewisse Parallelen, Aber ich habe glaube ich trotzdem auch nicht irgendwie mehr Druck verspürt. Also nur weil es jetzt bei uns in Deutschland war.

                  Lukas

                  Wer war der Gegner im Finale.

                  Johannes Ostermeier

                  Das war ein einer aus Finnland. Markus wird da, der sich da einen Namen gemacht hat. Ich sage es mal so mit dem hätte glaube ich niemand gerechnet, so am Anfang, dass der am Ende irgendwie im Finale stehen würde. Der hat auch auf dem Weg ins Finale wirklich viele, viele Gegner jetzt rausgehauen und also den wird man jetzt nicht mehr unterschätzen, da bin ich mir sicher.

                  Ralph

                  Du musst mir jetzt erklären, wie diese Wettkämpfe funktionieren, weil ich habe das noch nicht ganz verstanden. Ich dachte eigentlich, die spielen nacheinander und der derjenige, der die höhere Punktzahl hat, gewinnt. Aber er hat ja gesagt fünf zu vier, das ist ja wie so so einen Schlagabtausch.

                  Lukas

                  Dann also wenn zwei Leute gegeneinander spielen, dann ist es so, dass es verschiedene Spiele gibt und es reicht nicht, ein Spiel zu gewinnen, sondern du musst mehrere Spiele gewinnen.

                  Ralph

                  Also mehrere verschiedene Flipper Automaten oder.

                  Lukas

                  Ne am selben Automaten. Es gibt dann einen Final Flipper und da spielen beide und die wechseln sich ab. Und wer dann die meisten Punkte am Ende einer Runde hat, der gewinnt. Du musst drei Spiele gewinnen und jetzt kann es aber sein, dass es dann am Ende drei zu drei steht. Also du musst mit einem gewissen Abstand gewinnen. Kann sein, dass am Ende drei zu drei steht und dann gibt's eine Verlängerung.

                  Lukas

                  Und diese Verlängerung ist ein Best of three. Das heißt, du musst quasi vor diesen drei Verlängerung spielen. Entweder drei oder zwei gewinnen und daher kommt dieses fünf zu vier, weil es dann quasi im Finale drei zu drei, dann ging es in die Verlängerung und dann am Ende war es dann vier zu vier, fünf zu fünf und dann irgendwann mal sechs fünf.

                  Ralph

                  Und haben die dann immer eine gewisse Anzahl an Kugeln oder ist es immer eine Kugel, ein Spiel?

                  Lukas

                  Ne, die haben ein Spiel und es gibt ja auch zehn teilweise Multi balls, das heißt je nachdem wie du halt verschiedene Sachen in einem Flipper aktiviert, da geht es eben noch mal um diese Dichte der Flipper Geschichte, also der Flipper Automaten, weil zum beispiel während einer gewissen Zeit sind ja gewisse Special bumper offen oder halt gewisse Falltüren. Und wenn du darauf gehst, dann kriegst Multi Ball.

                  Lukas

                  Also da kommen viele Bälle mit rein. Aber letztlich ist es so du hast verloren, wenn du bei einem normalen Flipper Spiel auch verloren hast, wenn du einfach keinen Ball mehr hast und je nach Flipper Automat sind die Regeln halt ein bisschen anders.

                  Ralph

                  Und zwei Fragen habe ich noch. Wenn ich darf. Zum Wettbewerb Ja bitte. Und zwar wie lange dauert so ein Wettbewerb? Weil es ging ja über mehrere Tage, habe ich jetzt gehört.

                  Lukas

                  Ja, das ist immer ganz unterschiedlich, dass mehrere Tage, weil du musst überlegen, es sind ja jetzt eben aktuell 80 Spielende, die da gegeneinander spielen und die Spiele muss erst mal organisieren. Also ich schätze mal, dass in der Vorrunde da relativ viele gleichzeitig nebeneinander spielen. Und wenn es in die Finals oder Halbfinals geht, dann kann es natürlich nicht parallel stattfinden, weil das muss am selben Automaten sein.

                  Ralph

                  Und die andere Frage ist die Geldfrage, also was gewinnt dann so ein Weltmeister an Geld oder gewinnt da nur Prestige.

                  Lukas

                  Also meistens Prestige. Dann kriegst du jedes Mal, wenn du die WM gewinnst, einen Flipper von einem Flipper Produzenten geschenkt und ein Preisgeld von 1.000 $. Also reich wirst du damit nicht. Es gibt auch niemanden der. Also ich habe ihn gefragt, ob es Leute gibt, die vom professionellen Flippern leben können. Und Janis hat gesagt ja, nur die Leute, die dann wirklich auch bei einem Flipper Hersteller arbeiten oder in irgendeinem Flipper in der Flipper Bar arbeiten und dann halt irgendwie so ihren Room da benutzen oder so, aber er ist wirklich von der Sportart leben in Form von Turnier Preisgeldern.

                  Ralph

                  Das gibt es für Leute die dann in die Bar gehen und die anderen Leute abzocken. Hey, lass mal Pinball spielen.

                  Lukas

                  Ja genau so und jetzt ist es so! Natürlich habe ich damit gerechnet, dass du dir einen Flipper sicherlich irgendwann mal zulegen wolltest.

                  Ralph

                  Ach komm doch, da habe ich das schon mal erwähnt.

                  Lukas

                  Ganz nett, aber ich habe mir einfach gedacht, du bist der Typ dafür.

                  Ralph

                  Ja, das stimmt.

                  Lukas

                  Und das heißt auch wenn du das tust, musst du ja auch irgendwann mal nicht nur Spaß an der Freude haben, sondern ich erwarte auch von dir Höchstleistung. Und von daher gibt es jetzt noch ein paar Tipps vom Profi, was du da mitbringen muss, um quasi auch mal Flipper Weltmeister werden zu können.

                  Johannes Ostermeier

                  Also was man auf jeden Fall braucht ist Reaktionsgeschwindigkeit. Also man muss einfach schnell auf Sachen reagieren können. Was man auch können sollte, ist sozusagen die Schüsse auch treffen, also eine gewisse Treffsicherheit, dann aber auch die Kontrolle behalten im Sinne von mit dem Gerät ein bisschen arbeiten. Soll heißen, dass man ja auch das Gerät bis zum gewissen Grad auch rütteln darf, bis es dann hier ist.

                  Johannes Ostermeier

                  Wenn es dann zu viel ist und ein Kurzschluss, das heißt dann Tilt. Aber man darf bis zu einem gewissen Grad auch damit arbeiten und das hilft halt, um Kontrolle über die Kugel zu behalten.

                  Ralph

                  Schnelle Reaktionsfähigkeit?

                  Lukas

                  Ja, da bist du wahrscheinlich raus.

                  Ralph

                  Da bin ich dann echt raus, ja.

                  Lukas

                  Du brauchst vor allem auch echt gutes räumliches Denken, weil du musst dich ja parallel. Gerade bei Multi Ball stell ich mir das echt krass vor. Stell dir mal vor, du hast irgendwie vier vier Bälle gleichzeitig auf dieser schrägen Ebene, dann musst du unten aufpassen, dass die nicht das ziemlich ins Loch fallen Und du musst ja aufpassen, dass du die auch noch gleichzeitig platzieren kannst.

                  Lukas

                  Also du bist auch wirklich ein Scharfschütze, weil du musst. Ja und das ist wieder so ein Punkt. Du musst ja diese Geschichte des Flippers verstehen. Also das hat ja auch Axel Hildebrand schon angedeutet, dass das so vielfältig ist, weil verschiedene Boni oder verschiedene Bumper, die halt mehr Punkte bringen oder einen Special Bonus bringen. Und nur so gewinnst du auch Weltmeisterschaften.

                  Lukas

                  Du gewinnst die Weltmeisterschaft nicht, indem du einfach drei Jahre Flippers und einfach nur verhinderst, dass dein Ball nicht ins Loch fällt, sondern du musst auch wirklich strategisch spielen.

                  Ralph

                  Auf jeden Fall glaube ich, du musst diesen Flipper tatsächlich, wie du sagst, jetzt verstehen, analysieren. Du musst erst mal, wenn du spielst, dann hast ja keine Ahnung, was bringen eigentlich, Was gibt es überhaupt für Möglichkeiten? Das fordert auch schon viel Zeit, viel Zeit und Geduld, weil du ja immer mich so ins Spiel bringst. Du ja, du bist doch der Typ fürs Flippern.

                  Ralph

                  Und so weiter. Ja, wie geht es dir denn eigentlich? Also hast du früher auch mal geflippert oder war das für dich komplett?

                  Lukas

                  Nein, ich habe auch geflippert. Ich finde es auch nach wie vor mega cool. Also ich finde es auch krass, wenn man überlegt, wie du dann also scheinbar einfache Sachen komplexes Spiel machen kannst. Und ich fand es schon immer cool. Ich habe das immer gern im Urlaub gemacht. Ich kann mich erinnern, dass wir, wenn wir früher im Urlaub waren, dass diese Flipper Automaten auch echt überall standen.

                  Lukas

                  Und da weiß ich noch, dass ich auch entweder meine Eltern oder mein Opa gefragt habe, ob es auch 1 € haben kann. Eine Mark? Ich weiß es gar nicht. Ich glaube sogar meistens. Aber wenn ich nur mit Mark da war, ein kleiner Stöpsel, na und? Ich habe da auch lebhafte Erinnerungen dran. Es ist einfach ein Ja, ich mache das gern und klar.

                  Lukas

                  Also ich meine, so ein Flipper Automaten in die Wohnung stellen finde ich auf jeden Fall auch supergeil. Aber es ist halt einfach sauteuer.

                  Ralph

                  Wenn ich ganz viel Geld übrig habe, dann vielleicht, aber ansonsten bin ich da doch zu rational.

                  Lukas

                  Ja, ich habe natürlich auch Johannes Ostermeier gefragt, was seine Lieblings Flipper sind. Vielleicht hat er ja auch eine Lieblingsgeschichte oder irgendwas, was er besonders gerne spielt. Und natürlich kannst du dir vorstellen, dass ein Weltmeister sagt Ja, ich kann jetzt nicht sagen, aber zum Parteivorsitz.

                  Ralph

                  Okay, hör mir mal rein.

                  Johannes Ostermeier

                  Was ich sehr gerne spiele, ist der ACDC Flipper. Was ich auch sehr gerne spiele, ist Iron Maiden. Ich Mag ganz gern die Musik Flipper einerseits wegen der Musik, andererseits aber auch einfach, weil die sehr tiefgehende Regeln haben und weil man da sehr viel machen kann und so und das macht einfach Spaß und ist auch eine Herausforderung. Ja, aber da gibt es echt viele.

                  Ralph

                  Cool, Ein sehr Musik begeisterter Mensch.

                  Lukas

                  Ich glaube, dass Johannes Ostermeier auch den ganzen Roses Flipper im Flipper Museum in Neuwied gerne zocken würde, weil das passt ja auch in diese Region rein. Ja und du siehst also, die Flipper Welt ist so viel mehr als einfaches Glücksspiel und Kneipen, Romantik, Flipper Welt bringt wahnsinnig viele Leute zusammen und ich finde so ein Flipper sorgt einfach immer für gute Laune und eine Form von Unbeschwertheit.

                  Lukas

                  Ich habe mir die ganze Zeit überlegt, was ist das Wort, was ich am meisten mit Flippern verbinde. Und für mich ist es Unbeschwertheit.

                  Ralph

                  Ja, schön.

                  Lukas

                  Ja, und wenn du das jetzt erleben möchtest, wenn ihr das erleben möchtet, ihr alle da draußen, die ihr dieser Folge zugehört habt. Das kann man im Flipper Museum von Axel Hildenbrand machen. Also erstens ich kann das Museum durchweg empfehlen, weil es einfach riesengroß ist, weil Axel Hildenbrand echt ein sympathischer Typ ist, der wirklich geduldig erzählt. Und die merkt einfach an, dass es mega cool finden, dass er mega Bock drauf hat, was er da tut.

                  Lukas

                  Und weil das Museum echt toll ist. Das ist immer samstags von 14 bis 18 uhr geöffnet. Samstag und Sonntag. Entschuldigung, Samstag und Sonntag von 14 bis 18 uhr geöffnet. Aber, und das ist noch ein kleines Special für all diejenigen, die jetzt zum Beispiel schon immer mal den Rhein bei Neuwied ansehen wollten oder Wanderungen von da aus machen wollten.

                  Lukas

                  Aber irgendwie so was gibt es ja so, dass Axel Hildenbrand oben im Flipper Museum Hotelzimmer eingebaut hat. Das heißt, du kannst sogar in Hotelzimmer reingehen, die natürlich auch in diesem Flipper Stil sind. Also er hat mich da hoch geführt, das ist super witzig, die sind total verrückt, dass er so für alle Leute, die auf so Flipper Design stehen, irgendwie auch so auch so ein bisschen auf erkältet sein, die mal in so völlig abgespeckten Hotelzimmern schlafen wollen.

                  Lukas

                  Denen sei auch das Flipper Museum angeraten, weil da gibt es das Flipper Hotel und da kann man dann auch einen Kurzurlaub in in Neuwied machen.

                  Ralph

                  Nicht zu verwechseln mit dem Flippers Hotel.

                  Lukas

                  Ja, ich habe auch überlegt, weil ich für diesen Gag brings oder was? Nee, ja, ich habe auch überlegt, ob ich mal, weil es muss wohl auch tatsächlich ein Flippers Museum geben, Da ein Schlager ist, wäre das natürlich mein Traum, ins Flippers Museum zu gehen. Schon mal.

                  Ralph

                  Danke.

                  Lukas

                  Lenke nicht vom Thema ab, denn hier.

                  Ralph

                  Gibt es dann auch den Flippers Flipper.

                  Lukas

                  Weiß ich nicht. Müsste ich? Keine Ahnung, wenn er auch witzig ist, immer fragen.

                  Ralph

                  Ich möchte noch ganz kurz die Brücke, weil vielleicht ja auch interessant für Axel Hildenbrand. Es gibt im Laurel und Hardy Museum einen Flipper zu Laurel und Hardy. Lustigerweise und der steht aber relativ im Eck und ist da gar nicht so präsent drin. Deswegen weiß ich nicht, wie wichtig dieser Flipper dem Sammler und ob der überhaupt noch funktioniert, ob er vielleicht auch funktionieren soll.

                  Ralph

                  Und vielleicht kann er da Axel Hildenbrand Hilfe leisten.

                  Lukas

                  Und du kannst das Flipper Museum auch für Firmenfeiern mieten. Und da gibt es so eine Bar oben. Also ich glaube, wenn du magst und bitte nicht anfassen Event machen kann ich mir das schon gut vorstellen. Ja und das war jetzt meine Folge über das Flipper Museum und was man für das professionelle Flippern alles mitbringen muss. Mit Flipper Weltmeister Johannes Ostermeier.

                  Lukas

                  Sind da noch Fragen offen?

                  Ralph

                  Nein.

                  Lukas

                  Krass, sonst.

                  Ralph

                  Doch. Stimmt ja. Ich habe jetzt doch noch eine und zwar wandernde andere Leute auch da während eines Besuchs und haben die Flipper.

                  Lukas

                  Jeweils außerhalb der Öffnungszeiten. War also hatte organisatorische Gründe.

                  Ralph

                  Ja, wäre auf jeden Fall auch Museum für mich gewesen. Das hast du schon gut geraten.

                  Lukas

                  Ich sehe dich da voll. Ich sehe dich da voll. Aber deswegen habe ich lange überlegt, ob ich es gar nicht mach. Aber dann dachte ich mir, das ist entgegen unserem Prinzip, weil ich kann dir schlecht ein Museum empfehlen, wo ich hingehe, weil dann weisste, worum es geht und dann weiß ich, wohin du gehst. Aber ich habe da sehr lange mit mir gerungen.

                  Ralph

                  Ach nein, das ist schon gut so gut. Und dann kann ich da zum Spaß hingehen, denn beleidigen Spaß und keine Schnitt dabei.

                  Lukas

                  An, dann musst du aber auch noch. Also du müsstest dir ein Auto mieten und dann müsste es ja auch noch so eine Rheinland Pfalz Best of machen, weil du musst dann ans Elvis Museum. Das würde dir auch mega.

                  Ralph

                  Ich meine Gitarre jetzt runter zum Johnny.

                  Lukas

                  Bitte unbedingt.

                  Ralph

                  Aber ich könnte mir auch vorstellen, dass es für sehr viele Hörerinnen und Hörer ganz interessant ist. Vor allem es ist ja wirklich auch mal wieder so ein bisschen anderes Museum, das du heute vorgestellt hast.

                  Lukas

                  Ja, dann bleibt eigentlich nur noch der Teaser auf die nächste Folge Reifen. Da musst du mich ja mitnehmen.

                  Ralph

                  Ja, mache ich auch sehr gerne. Für die nächste Folge war ich ich glaube so viel draußen wie noch nie zuvor in der frischen Luft. Und ich war mal live dabei, als ein Objekt, ein neues Objekt quasi in die Sammlung gekommen ist.

                  Lukas

                  Cool haben wir auch noch nicht mehr.

                  Ralph

                  Möchte ich jetzt erst mal nicht verraten.

                  Lukas

                  Ja, ist in Ordnung. Ich verrate mir zu viel, habe ich das Gefühl. Von daher alles gut.

                  Ralph

                  Ich komme sowieso nie.

                  Lukas

                  Ja, und wenn euch jetzt dieser Podcast gefallen hat, wovon wir einfach jetzt mal ausgehen, was hättet ihr nicht bis hierher gehört? Dann noch ein kleiner Hinweis Wenn ihr uns unterstützen wollt, dann geht das über unseren Steady Account. Es ist so, dass sie für Bitte nicht anfassen ja immer relativ hohe Reisekosten haben, weil wir echt viel unterwegs sind. Ihr könnt uns damit unterstützen, wenn ihr das wollt.

                  Lukas

                  Die Links sind in den Shownotes. Außerdem es so, dass wir gerne immer noch mehr Hörerinnen und Hörer hätten. Das heißt empfehlt uns weiter, ratet uns, gebt uns fünf Sterne Bewertungen, mindestens fünf Sterne Bewertungen, Empfehlt uns euren Freundinnen weiter und allen Leuten, die ihr so kennt. Genau, damit wir und ihr diese Arbeit weiterhin genießen könnt.

                  Ralph

                  Und wir sind auch sehr dankbar für Hinweise auf neue Museen, die wir besuchen können. Und falls ihr jetzt ein Museum besucht habt, das außergewöhnlich ist und ihr wollt darüber sprechen, dann schreibt uns doch. Also wir würden uns auch freuen, mal neue Leute in den Podcast hier reinzuholen.

                  Lukas

                  Ja, und es kann auch sein, dass in Zukunft immer mal wieder andere Leute auch in diesem Podcast zu hören sein werden. Also bleib gespannt und bis zum nächsten Mal bis.

                  Ralph

                  Zum nächsten Mal. Ciao.

                  Der Beitrag Das Flippermuseum Neuwied und der Flipper-Weltmeister erschien zuerst auf Escucha.

                  Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.

                  45 min
                • Jurrasic-Park, das Bernsteinzimmer und ostdeutscher Schmuck - Das Bernstein Museum an der Ostsee

                    BITTE NICHT ANFASSEN! #19 – Das Deutsche Bernsteinmuseum im Kloster Ribnitz

                    Show Notes 

                    Was ist goldfarben, schwimmt auf dem Wasser, brennt, wenn man ein Feuerzeug dranhält, und hat ein eigenes Museum? Richtig, Bernstein!  

                    In dieser Folge geht’s um Geckos, die im Bernstein die Jahrmillionen überdauern, den Ursprung dieses Materials, seine Verarbeitung und – logisch – auch um Jurassic Park. Dafür ging's an die Ostsee zum Deutschen Bernsteinmuseum in Ribnitz-Damgarten (Mecklenburg-Vorpommern), wo wir von Leiter Axel Attula erfahren, was seine Lieblingsstücke sind. Außerdem klären wir natürlich auf, was es mit dem legendären Bernsteinzimmer auf sich hat. 

                    ~~~~~~~ 

                    Hilfreiche Links: 

                    Artikel über das Klonen von Dinosauriern mittels Bernstein-DNA: https://www.swr.de/wissen/1000-antworten/kann-man-wie-in-jurassic-park-aus-versteinerter-dna-dinosaurier-zuechten-100.html 

                    Wikipedia-Artikel zur Kurischen Nehrung: https://de.wikipedia.org/wiki/Kurische_Nehrung 

                    Dieses Video vermittelt einen Eindruck davon, wie Bernsteinabbau heutzutage aussieht: Bernstein-Bergwerk: Die lukrative Bernsteingewinnung in der EU! 

                    Link zum Podcast, über den Lukas Einiges über das Bernsteinzimmer erfahren hat: https://www.geschichte.fm/archiv/gag404/ 

                    Offizielle Website des Fischlandschmucks: https://shop.ostseeschmuck.de/Ketten/Fischlandschmuck/ 

                    ~~~~~~~ 

                    Infos zum Museum:  

                    Das Deutsche Bernsteinmuseum 

                    Im Kloster 1-2 

                    18311 Ribnitz-Damgarten 

                    https://www.deutsches-bernsteinmuseum.de/

                    ~~~~~~~ 

                    über BITTE NICHT ANFASSEN!:  

                    Woran denkst du beim Wort Museum? An weltberühmte Ausstellungsstücke wie Sarkophage ägyptischer Pharaonen, an Gemälde von Picasso oder an technische Erfindungen wie das Automobil? Denkst du an das Deutsche Museum in München, das Pergamon-Museum in Berlin oder an das Städel in Frankfurt? Wir – das sind Ralph Würschinger und Lukas Fleischmann – denken beim Wort Museum an etwas Anderes: an Milbenkäse, Mausefallen, an Flipper-Automaten, Nummernschilder oder auch an Gartenzwerge. Denn die schätzungsweise 7.000 Museen in Deutschland haben so viel mehr zu bieten als das Angebot der großen Häuser. 

                    Mit „BITTE NICHT ANFASSEN – Museum mal anders“ begeben wir uns an kleine Orte, in Seitengassen großer Städte, um die kleinen und alternativen Ausstellungen zu finden, von denen du vermutlich noch nie gehört hast. 

                    Pro Monat erscheint eine Folge, für die einer von uns beiden ein besonderes Museum besucht und sich mit dem jeweils anderen darüber austauscht. Dabei kommen Museumsbetreiberinnen und -betreiber zu Wort, aber auch die Exponate an sich werden hörbar gemacht. 

                    Dieser Podcast ist für Museumsliebhaber, für Mitarbeiter aus dem Museumsbereich und für alle, die sich für Kunst, Kultur und Technik-Geschichte interessieren und skurrile Stories mögen. 

                    BITTE NICHT ANFASSEN! ist eine Produktion von Escucha – Kultur für's Ohr. 

                    Mehr Infos auf https://www.escucha.de/bitte-nicht-anfassen/ 

                     
                    ~~~~~~~ 

                     
                    Kontakt: 
                    Instagram: https://www.instagram.com/bittenichtanfassen_podcast/  
                    E-Mail: info[at]escucha.de  

                    ~~~~~~~ 

                    Wollt ihr uns unterstützen?  

                    Dann schaut doch auf unserer Steady-Seite vorbei: https://steadyhq.com/en/bitte-nicht-anfassen  

                    ~~~~~~~ 

                    Podcast-Credits:  
                      

                    Sprecher: Lukas Fleischmann, Ralph Würschinger  
                    Produktion: Escucha GbR  
                    Podcast-Grafik: Tobias Trauth https://www.instagram.com/don_t_obey/  
                    Intro/Outro: Patrizia Nath (Sprecherin) https://www.patrizianath.com/, Lukas Fleischmann (Musik)  

                    Wenn euch der Podcast gefällt, dann abonniert uns und empfehlt uns weiter. Welches Museum sollen wir unbedingt vorstellen? Schreibt uns eure Vorschläge! 

                    ~~~~~~~ 

                    Transkript 

                    Axel Attula 

                    Wahrscheinlich ist es einfach so gewesen: ein Vogel hat sich das Ding geholt, hat es gefressen und durchgebissen und die eine Hälfte ist dann zufällig in so ein Harz gefallen und dann ist es auch noch zufällig, hat es das überdauert und ist dann so ein Fossil geworden. Das ist ja wirklich mehr als ein Lottogewinn.  

                    Intro BITTE NICHT ANFASSEN! 

                    Ralph 

                    Hallo und herzlich willkommen zu „BITTE NICHT ANFASSEN!“, dem Podcast eures Vertrauens, wenn es um kleine und skurrile Museen geht. Mein Name ist Ralph. 

                    Lukas 

                    Und mein Name ist Lukas und auch in diesem Monat haben wir wieder ein fantastisches Museum für euch. Die Idee dieses Podcasts ist ja relativ schnell erklärt. Wir stellen uns gegenseitig einmal pro Monat ein skurriles, kleines, alternatives, schräges Museum vor, was ein bisschen abseits der großen Häuser ist. Und wir wollen wissen: Was bringt Menschen eigentlich dazu, diese Museen aufzumachen, diese Museen zu betreiben. 

                    Und wir haben so ein bisschen, während wir uns mit diesem Podcast beschäftigt haben, mitbekommen, dass einfach meistens total tolle Geschichten hinter scheinbar banalen Objekten stehen. 

                    Ralph 

                    So isses. Und in der vergangenen Folge warst du unterwegs und zwar im Unimog Museum. Magst du kurz was dazu erzählen in ein, zwei Sätzen? Wer es nicht gehört hat? 

                    Lukas 

                    Es war das Unimog Museum in Gaggenau. Da ging es um den, wie der Name schon sagt, Unimog. Das Universal Motor Gerät von Mercedes. Hört mal rein. Ist eine sehr actionreiche Folge für alle, die das noch nicht gemacht haben. Aber wir haben da noch Feedback bekommen und das möchten wir natürlich auch nicht unerwähnt lassen, denn es haben sich ein paar Fehler eingeschlichen und ich denke, es ist wichtig, dass wir das gerade klären. 

                    Vielleicht erst was Persönliches. In der Folge sind wir mit Andre Connewitz unterwegs. Er fährt den Unimog ehrenamtlich und er hat mir diese Tour gegeben, wo wir durch diesen Unimog Parcour da durchgefahren sind. Und ich hab gesagt, dass Andre verheiratet ist mit seiner Frau und seine Frau da auch arbeitet. Das stimmt nun nicht. Andre ist nicht verheiratet. 

                    Ich habe da zwei ehrenamtliche Fahrer durcheinandergebracht. Sorry Andre, aber das ist berichtigt. Und das zweite und das ist jetzt für mich als Historiker natürlich sehr, sehr peinlich. Und zwar, Ralph, Du hattest recht. Ich habe dich ja gefragt, in welcher Besatzungszone Gaggenau lag nach dem zweiten Weltkrieg. Und du hast richtigerweise gesagt, es lag in der französischen Besatzungszone. Ich habe behauptet, es wäre in der amerikanischen Besatzungszone gewesen. 

                    Der Unimog wurde ganz am Anfang nicht da gebaut, sondern in Schwäbisch Gmünd und Göppingen. Und die wiederum lagen in der amerikanischen Besatzungszone. Ja, sorry, auf jeden Fall noch mal hier, dass sich diese Fehler eingeschlichen haben. Das ist glaube ich, wenn viele Jahreszahlen und viele verschiedene Dinge zusammenkommen, dann kann es manchmal passieren. 

                    Aber hiermit haben wir sozusagen unsere Schuld getan und das berichtigt. 

                    Ralph 

                    Ja, und vielen Dank auch für dieses Feedback, weil wir wollen natürlich falsche Sachen auch nicht einfach so stehen lassen. Ist ja nicht unser Anspruch, sondern wir wollen den Leuten ja auch was beibringen. 

                    Lukas 

                    Richtig. Da ich ja im vergangenen Monat dran war und ein Museum besucht habe, heißt es jetzt, dass du in diesem Monat dran bist. Und ich muss jetzt eigentlich nichts machen und kann mich einfach nur von deiner hoffentlich guten Geschichte berieseln lassen. 

                    Ralph 

                    Ganz so leicht wird es nicht, weil ich, wenn er schon auf deine Partizipation angewiesen. Ich habe nämlich gleich eine Frage an dich und zwar Woran denkst du, wenn du die Kombination Dinosaurier und Film hörst? 

                    Lukas 

                    Jurassic Park. 

                    Ralph 

                    Es ist so klar, oder? Wahnsinn! Jurassic Park ist einfach Kulturgut. Und das heißt, du hast auch einen dieser Filme gesehen? 

                    Lukas 

                    Ich glaube, wahrscheinlich alle von denen mal irgendwann. Ja. 

                    Ralph 

                    Weißt du noch, was das so die Prämisse war? Magst du das vielleicht ganz kurz erzählen? 

                    Lukas 

                    Boah, also pass auf, Jurassic Park war doch Folgendes: Die haben eine ein Moskito gefunden, der in Bernstein eingeschlossen war. Und in diesem Moskito war noch Dinosaurierblut drin. Und aufgrund dieses Dinosaurierblutes konnten die quasi dann Klone herstellen von den Dinosauriern; konnten die quasi wieder zum Leben erwecken und haben diese Tiere dann auf dieser Insel ausgesetzt, die ja irgendwo am Pazifik oder irgendwas ist. Und daraus um das Ganze auch zu finanzieren, haben sie einen Abenteuer Park gegründet, der quasi interessierte Menschen dazu einlädt wie in Disneyland, nur halt mit echten Dinosauriern. 

                    Ralph 

                    So ist es. Und das war schon eine gute Hinleitung, worum es in dieser Folge geht, nämlich: Es geht um den Bernstein, in dem dieser Moskito eingeschlossen war. Ich war nämlich im Deutschen Bernstein Museum im Kloster Reudnitz, und in dieser Folge geht es darum, dass ich über den Ursprung von Bernstein erzählen möchte, aber auch das sogenannte achte Weltwunder ansprechen möchte, falls dir das, was sagt und auch ein bisschen Myth Busting betreiben möchte zum Thema Jurassic Park. 

                    Lukas 

                    Okay, geil, ich freue mich drauf. 

                    Ralph 

                    Also ich war da in diesem Museum und habe da Axel Attula getroffen, der ist Theologe und Kunstgeschichtler und außerdem der wissenschaftliche Leiter des Deutschen Bernstein Museums und das Museum selbst, das ist in einem Kloster, in einem Kloster und liegt in Ribnitz-Damgarten. Das ist rund 35 Kilometer nordöstlich von Rostock. Also wir sind jetzt endlich mal sehr, sehr weit im Norden Deutschlands. 

                    Lukas 

                    Und im Osten auch. 

                    Ralph 

                    Und ursprünglich waren Ribnitz-Damgarten, das war mal zwei Städte, die durch einen Fluss getrennt waren. Und die eine Stadt, die lag in Mecklenburg und die andere in Vorpommern und 1950 wurden die dann vereint. Und das Kloster, in dem sich das Museum befindet, das stammt aus dem 14. Jahrhundert. Es wird aber aktiv nicht mehr betrieben als Kloster, sondern dient nur noch als Museumsgebäude. 

                    Es ist so, dass die Stadt seit einigen Jahren auch Bernstein Stadt genannt wird. Warum das so ist, erzähle ich aber erst später. Ich möchte jetzt erst mal mit dem Gegenstand an sich anfangen, mit dem Bernstein. Was weißt du denn über Bernstein? 

                    Lukas 

                    Also Bernstein ist doch Baumharz, was über Millionen von Jahren sozusagen versteinert ist, oder? 

                    Ralph 

                    Ja, du hast recht. Das ist das. Zum Begriff Bernstein weiß ich nicht, ob du dir da auch mal Gedanken gemacht hast oder das mal nachgeschlagen hast. Ich finde nämlich auch ganz spannend den Begriff. Der gibt nämlich schon so Rückschlüsse auf die Eigenschaften des Bernsteins, weil das kommt vom mittelniederdeutschen bernen, was brennen heißt und ist sozusagen der Brennstein, weil Harz, hast du ganz richtig gesagt, ist das und Harz brennt ja, und im Altgriechischen, da heißt Bernstein aber Elektron. 

                    Also das bedeutet auf Altgriechisch hellgold. Und weil sich Bernstein auch elektrostatisch aufladen kann, ist darauf zurückzuführen das Wort Elektronik. Fand ich auch ganz spannend. 

                    Lukas 

                    Moment, Elektronik kommt vom Bernstein. Ja, okay. 

                    Ralph 

                    Und die germanische Bezeichnung für Bernstein lautet Nach Tacitus glesum, wo der Ursprung unseres heutigen Wortes Glases drin zu finden ist, weil er auch so glasartig daherkommt. Ja, und inzwischen bezeichnet man Bernstein auch als Succinit in der Fachsprache. Aber ich beschränke mich jetzt heute mal darauf, dass ich wirklich immer, sagt Bernstein Bernstein. Und meistens verwende ich auch den Begriff Bernstein als baltischen Bernstein, denn da gibt es auch noch mal Unterscheidungen. 

                    Also, wie du schon gesagt hast, es ist ja ein fossiles Harz, ein versteinertes Harz und entsteht eben dadurch, dass da ein Baum irgendwie verletzt wurde, sodass der dieses Harz abgesondert hat. Und dann ist dieses Harz durch verschiedene Umstände halt vom Baum abgefallen in irgendeiner Art und Weise und ist schließlich dann durch durchs Wasser ausgespült worden und muss dann auch relativ bald in Grundwasser gelandet sein bzw. in irgendwelchen Sedimenten, wo es eben luftdicht verpackt ist. 

                    Lange Zeit ging man in der Forschung davon aus, dass der Bernstein nur von einem Baum kommt, von einem bestimmten Bernstein Baum. Inzwischen glaubt man aber, dass sieben oder acht Baumarten dafür verantwortlich sind und zu der Zeit, als diese Bäume gewachsen sind, da war das Klima. Wir reden ja vom Baltischen Bernstein, also Baltikum, da war das tropisch, also noch ganz anders als heutzutage. 

                    Und neben diesen baltischen Bernstein gibt es eben zig andere Bernstein Arten. Eine Auswahl davon findet man auch in diesem Museum, das ich besucht habe. In einer Vitrine ganz dicht angeordnet verschiedene Bernstein Arten. Und Axel Attula, der gibt dir einen Überblick darüber. 

                    Axel Attula 

                    Also der dominikanische Bernstein, der im Moment sehr en vogue und viel in Gesprächen ist, da haben wir hier Beispiele, den haben wir auch für fossile Harze aus das mal so eine Afrika Vitrine, die wir hier haben. Im Moment gerade ganz beliebt und spannend ist der sogenannte Bernstein aus Äthiopien, der tatsächlich grün scheinen kann. Sehen Sie, der Borneo Bernstein und vor allen Dingen aus Sumatra der indonesische, der kann auch bei schönem Lichteinfall Sie sehen vielleicht auch blau leuchten bei dem Ukrainischen, den man ja da in der Ukraine hat Man ja viel in den Wäldern gegraben, auch viel Raubgrabungen. 

                    Da zankt man sich natürlich, wo der seinen Ursprung hat, ob der denselben Ursprung hat wie der baltische Bernstein durch Umlagerung eben da gelandet ist oder eine andere Ursache hat. Das ist immer alles gar nicht so einfach. Wenn Sie gucken auf Russisch, Rumänien, Spanien. Natürlich ist das für uns immer noch was Spannendes. Das libanesische die Zedern des Libanon, die müssen natürlich auch geharzt haben. 

                    Lukas 

                    Okay, also ich glaube, er hätte einfach aufzählen sollen, wo es keinen Bernstein.  

                    Ralph 

                    Ja genau. Die sind aber auch ganz unterschiedlich, wie du ja schon gehört hast. Manche sind grün, blau usw. Also es wurde Bernstein tatsächlich überall auf der Welt gefunden, bis auf Antarktis da halt jetzt noch nicht. Vielleicht kommt das ja noch, wer weiß. Und der älteste europäische Bernstein datiert 310 Millionen Jahre zurück. Der wurde in England gefunden. Und beim Baltischen Bernstein ist es so, dass der deutlich jünger ist. 

                    Der ist rund 35 bis maximal 60 Millionen Jahre alt. Und es ist so, dass es auch fossiles Harz gibt, das jünger als 1 Million Jahre ist. Also es braucht jetzt nicht viele Millionen Jahre, bis das versteinert und dieses nennt man jetzt nur so als als Klugscheißer wissen. Das nennt man Copal. Vielleicht hast du davon schon mal gehört. 

                    Lukas 

                    Opal. 

                    Ralph 

                    Copal mit C. 

                    Lukas 

                    Nein, noch nie gehört. 

                    Ralph 

                    Und wie wir ja aus Jurassic Park wissen, passiert es auch manchmal, dass Insekten zum Beispiel in Bernstein landen. Das können aber auch Pflanzen sein. Und das Ganze nennt man dann Inkluse. Und dafür gibt es natürlich auch ganz, ganz viele im Museum zu sehen. Und ein ganz besonderes Stück, also das Lieblingsstück von Axel Attula, das soll er dir mal vorstellen. 

                    Axel Attula 

                    Darauf sind wir ganz besonders stolz auf diesen Gecko. Das ist tatsächlich der erste Fund eines Geckos im Baltischen Bernstein. Mittlerweile kennt man, denke ich, noch zwei weitere, aber unseres ist eigentlich immer nach wie vor noch der schönste, der ist ja ganz winzig. Also wenn Sie sehen, wenn sie da richtig gucken, vielleicht 4 cm. Und das Tierchen an sich ist ja höchstens ein cm das, was da noch ist. 

                    Das original Tierchen war ja wahrscheinlich auch noch fünf. Es ist nur noch so das erste Drittel vorhanden bis zu den Beinchen. Es glotzt einen so schön an, das ist sozusagen der Ur Gecko, der von allen Geckos, die heute so da sind, der Urahne, den kann man sich so angucken. 

                    Natürlich ist was auch eine besondere Inkluse war, dieses kleine Tierchen wäre ja nicht von selbst kleben geblieben. Also das muss ja irgendwie passiv in dieses Harz gekommen sein, um überhaupt eingeschlossen zu werden.  

                    Ralph 

                    Eben, weil das Tier zu groß ist. 

                    Axel Attula 

                    Weil es zu stark wäre. Es hätte sich ja befreien können aus dieser klebrigen Falle. Und nun ist es auch abgebissen. Und wahrscheinlich ist es einfach so ein Vogel hat sich das Ding geholt, hat es gefressen und durchgebissen und die eine Hälfte ist dann zufällig in so ein Harz gefallen und dann ist es auch noch zufällig, hat es das überdauert und ist dann so ein Fossil geworden. 

                    Also das ist auch was, das ist ja wirklich mehr als ein Lottogewinn in den Zufälligkeiten, dass es so was gibt. 

                    Lukas 

                    Also das ist wirklich das ein halber Gecko in diesem Bernstein drinnen, und der hat quasi die Jahrmillionen überdauert und ist jetzt sozusagen der Urahn der meisten, wahrscheinlich heute lebenden Geckos. 

                    Ralph 

                    Na ja, das ist auch richtig schön aufbereitet im Museum, muss man sagen, das ist alles so abgedunkelt und man hat dann diese Vitrinen, die leicht beleuchtet sind. Und diese leichte Belichtung reicht ja schon aus, um den Bernstein so in Szene zu setzen, dass der richtig leuchtet. Und bei dem Gecko ist es so, dass das so eine Vitrine ist und man guckt von oben auf den Gecko runter durch ein Vergrößerungsglas, weil er eben so klein ist. 

                    Lukas 

                    Ja, krass. Also das heißt, das Museum ist auf jeden Fall auch so aufbereitet, dass da nicht irgendwelche Vitrinen rumstehen, sondern das auch echt ein gutes Konzept dahinter ist. Habe ich dich richtig verstanden? 

                    Ralph 

                    Ja, auf jeden Fall. Also was ich jetzt erwähnt habe, das erfährt man gleich am Anfang das Museumsbesucher und dann kommen da noch andere Ausstellungsräume, die halt jetzt auch zeigen. Die verschiedenen Bernsteinarten, aber auch wie Bernstein ja gefunden worden ist bzw. abgebaut worden ist, wie verarbeitet worden ist. Von den Anfängen bis in die Neuzeit hinein. Und da möchte ich dich und jetzt auch alle Hörerinnen und Hörer so ein bisschen mitnehmen. 

                    Lukas 

                    Und warum ist das Museum jetzt genau da? 

                    Ralph 

                    Du bist zu schnell, da komme ich schon noch dazu, aber das dauert noch ein bisschen. Das werde ich auf jeden Fall noch erklären. Und weil wir jetzt ja diesen Gekko hatten, der eingeschlossen ist, Es ist so, dass diese Jurassic Park Idee mit dem Moskito und dem Blut und DNA extrahieren und dann die Dinos klonen. Das wird wahrscheinlich nicht funktionieren, weil sich DNA einfach nicht so lange hält, zumal Baltischer Bernstein zu jung dafür ist. 

                    Also man müsste dann tatsächlich aus einem anderen Weltteil den Bernstein nehmen, weil die Dinos, die sind ja vor 65 Millionen Jahren ausgestorben. Und der baltische Bernstein, der ist ja jünger, also damit wird es gar nicht gehen. 

                    Lukas 

                    Also das heißt Jurassic Park. In dieser Art und Weise bleibt Fiction  

                    Ralph 

                    Leider ja. Also ich hatte jetzt gerade erklärt, es geht so los von den Anfängen, was ist eigentlich Bernstein? Und dann darüber hinaus Wann haben sich eigentlich Menschen interessiert für den Bernstein? Und das geht ja schon Ewigkeiten zurück in die Vergangenheit. Also das kann es ja schon in der Steinzeit finden, dass Leute da Bernstein bearbeitet haben und dass die, der es Schmuck in Form von Perlen oder Anhängern dann in den Gräbern gelandet ist. In der Bronzezeit wird das dann schwieriger, weil das an der Bestattungsweise liegt, weil es ja dann eine Zeit lang brand-Bestattungen gab, die dabei dann sozusagen en vogue waren und dadurch ist natürlich der Bernstein auch mit verbrannt. Und in der Antike hat sich ja dann die sogenannte Bernstein Straße entwickelt. Von der hast du vielleicht schon mal gehört. Das bezeichnet ja ein Netz aus verschiedenen Handelswegen über wirklich lange Distanzen von der Nordsee bzw. Ostsee bis in den Mittelmeerraum runter. 

                    Und dazu erzählt auch Axel Attula etwas. 

                    Axel Attula 

                    Man hat dieses Material sehr geschätzt, ähnlich wie Elfenbein auch verarbeitet, dann auch geschnitzt als er für Möbel für alles Mögliche. Es gibt ja dann auch diesen, also griechische Sagen, die den Bernstein auf nehmen. Mit den Römern sind wir im zweiten, dritten Jahrhundert, also vor allen Dingen in römischer Zeit gibt es ja ihn in Aquileia und so ganz große Bernstein Verarbeitung. 

                    Also man hat nie vor Ort in dieser frühen Zeit den Bernstein verarbeitet, sondern den immer hinaus gebracht. Das bleibt auch so letztendlich, als sich der deutsche Orden da oben etabliert, die das Monopol und das abzukürzen einfach das ist alles noch ein bisschen durcheinander und noch komplizierter. Und der Deutsche Orden hat dann das Monopol auf den Bernstein. Das muss alles abgegeben werden, das wird dann gesammelt und das wird dann tatsächlich nach Brügge oder nach Lübeck an die Bernstein Zünfte gegeben und dort verarbeitet. 

                    Nie im Land. Das ändert sich dann erst mit der Reformationszeit, dass man eben dann auch in Danzig, Elbing, Königsberg, den Bernstein selber verarbeitet. 

                    Lukas 

                    Okay, das war ein bisschen viel für mich, das heißt, ich versuche es mal zusammenzufassen. Das heißt, in der Antike, also griechische und römische Antike, war es so, dass da bereits ist, also dass es da bereits schon Handelswege gab zur Ostsee und es dann quasi da auch schon als Schmuck genutzt wurde und dann später der Deutsche Orden. Also das sollte man vielleicht noch mal erklären, der Deutsche Orden. 

                    Wenn ich mich jetzt nicht falsch äh, also wenn ich da nicht komplett falsch lieg, sonst müssen wir das in ein Feedback einbauen, war doch ein Ritterorden, der quasi so mächtig wurde, dass er in der Gegend des heutigen Nord Polens und Baltikums quasi eine eigene Staatlichkeit aufgebaut hat und dadurch auch sehr, sehr mächtig geworden ist. Und das heißt, dann hatte dieser deutsche Orden, also dieser Ritterorden, sozusagen die Macht über den Bernsteinhandel und dann später über Hansestädte wie Lübeck oder wie, keine Ahnung, Hamburg oder was auch immer. 

                    Ralph 

                    Und was Axel Attula auch noch gesagt hat, was ich ganz interessant finde, das ja sehr lange Zeit der Bernstein nicht dort, wo er abgebaut worden ist, wo er gefunden worden ist, verarbeitet worden ist, sondern der wurde quasi als Rohstoff erst dann zum Beispiel im Mittelmeerraum oder sonst wohin transportiert und das hat sich dann erst viel später, also mit Industrialisierung hat sich das dann geändert. 

                    Also zum Bernstein Abbau bzw. Bernstein finden usw. Wie würdest du da vorgehen? 

                    Lukas 

                    Äh ja. Ich muss dazu sagen, dass ich von einer Methode tatsächlich erst gestern in dem Podcast gehört habe. Und zwar bin ich ja Hörer von Geschichten aus der Geschichte und da ging es in einer Folge um Dinge, die nicht gefunden werden. Das war nämlich Folge 404 und so Error 404 Dinge, die nicht gefunden werden. Und es gibt da dieses legendäre Bernsteinzimmer. 

                    Und da reden die beiden in ihrem Podcast über das Bernsteinzimmer. Und da haben sie eben auch gesagt, wie der Bernstein in der baltischen See als in der Ostsee eben gefördert wird. Und zwar, wenn ich mich richtig entsinne, dass die auf den Meeresgrund gehen des Baltischen. Wir sind nicht besonders tief da und da also quasi den Meeresgrund entweder sprengen oder irgendwie keine Ahnung aufrauen. 

                    Und dadurch wird der Bernstein gelöst und weil der schwimmt, schwimmt er an die Oberfläche und da können die den dann einfach abkassieren. 

                    Ralph 

                    Okay, magst du vielleicht die Folge fortsetzen?  

                    Lukas 

                    Sorry, das ist echt ein Zufall jetzt. 

                    Ralph 

                    Ja, ja, genau. Also das schon sehr viel richtig gesagt, dass Bernstein eben schwimmt. Das ist ganz wichtig, das zu wissen, weil das eben Auswirkungen darauf hat, wie man den halt findet. Und dieser Bernstein kann aber auch am Strand gefunden werden, also außerhalb des Wassers, wobei es dann halt so eine Strandlese ist sozusagen. Also man kann es als normaler Typ auch einfach ein Strand entlang gehen und hat die Möglichkeit Bernstein zu finden. 

                    Man hat auch zeitweise danach getaucht und es gibt dann noch das sogenannte Bernsteinstechen. Dazu erzählt Axel Attula. 

                    Axel Attula 

                    Dann gibt es Männer, die mit Stangen den Boden aufwühlen und dann werden die hoch schwimmenden Steine mit Kescher nach oben geholt. Letztendlich ist ja dieser Stein, den sie aus der See holen, ja besonders beliebt, weil er natürlich eine Konsistenz hat, die auch für die Verarbeitung sehr beliebt ist. Weil wenn so ein Stein schon einen langen Weg durchs Meer geht, hat er ja schon viele Schläge und viel Prügel gekriegt durch den Tritt, die Umwälzung im Wasser. 

                    Und sie können eigentlich als Schnitzer oder als Bernsteinverarbeiter davon ausgehen, dass Sie da keine wackeligen Strukturen mehr drin haben. Da können sie wirklich was draus machen. Das war eben deswegen so diese großen Kapitel über bestimmte Qualitäten an Bernstein und diese großen Seesteinplatten, die waren immer was ganz, ganz besonderes und auch was teures. Und früher wurde immer dann auch danach gehandelt, je nachdem, nach Größe, nach Struktur, wo man sehr hatte, also den Bernstein in Handels Sorten einzuteilen. 

                    Also das gibt es schon im Barock und das macht man dann bis ins 19. Jahrhundert dann ganz intensiv. Und es gibt heute auch noch alles da. 

                    Lukas 

                    Genau noch mal so ein bisschen, so eine Ergänzung. Und was sich in der Folge auch gehört habe, dass Bernstein.- ich weiß, nicht ob du auch dieselbe Information hast, dass Bernstein 15 mal so teuer war wie Gold. 

                    Ralph 

                    Ach nee, das wusste ich nicht. Es ist aber ein total wertvoller Beitrag. 

                    Lukas 

                    Damit man mal wusste, wie krass teuer dieses Bernsteinzimmer eigentlich war. Weil hätte der dieses Zimmer mit Gold auskleiden lassen, wäre es um einiges günstiger gekommen.  

                    Ralph 

                    Das Bernsteinzimmer. Komme ich auch noch zu sprechen. Aber wusstest du dann auch oder kam in dem Podcast auch vor, wenn man jetzt zum Beispiel diese Strandlese betreibt, dass wenn man nach Bernstein guckt, dass man da teilweise aufpassen muss, weil da Verwechslungsgefahr zu Phosphor besteht? 

                    Lukas 

                    Nee. 

                    Ralph 

                    Nee, weil der sieht tatsächlich sehr, sehr ähnlich aus. Axel Attula hat gemeint, selbst Experten und Expertinnen wissen da manchmal gar nicht, was der Unterschied ist, nur vom Gucken. Und das ist halt über Brandbomben aus dem Zweiten Weltkrieg ist das auf dem Meer gelandet und dann noch an den Stränden. Und so weiter. Deswegen muss man da ein bisschen aufpassen, weil Phosphor entzündet sich ja sehr leicht und man sollte sich halt einfach vorher informieren, ob das damals halt irgendwie Kriegsschauplatz war oder ob dort ja Teile der Rüstung oder der Waffen versenkt worden sind im Wasser, weil das ist damals eben auch vorgekommen. 

                    Es ist aber auch so, dass das in der Gegend um Ribnitz, dass da noch nie Phosphor gefunden worden ist. 

                    Lukas 

                    Aber Bernstein schon. 

                    Ralph 

                    Ja. Bernstein sehr viel. Heute findet sehr viel Bernsteinabbau in der Kurischen Nehrung statt. Die Kurische Nehrung. Wer es nicht kennt, das liegt weiter im Osten zwischen Litauen und der russischen Exklave Kaliningrad. Und ich musste tatsächlich erst mal gucken, was ist eigentlich eine Nehrung und eine Nehrung, das ist so ein so ein langgestreckte Landstreifen, der ein Haff vom offenen Meer abtrennt. 

                    Also musste ich nachgucken, was ist ein Haff? Und ein Haff wiederum ist so ein so ein Brackwasser Bereich, wo Salzwasser und Süßwasser zusammentreffen. Ja, man könnte auch vereinfacht sagen, das ist so eine Art Halbinsel, die so vorgelagert ist vom Meer. Heutzutage ist es eben so, dass dieser Abbau natürlich ganz anders stattfindet als noch vor 200-300 Jahren. Das ist alles Hochtechnisierte mit Maschinen, das kannst du dir nicht vorstellen, wie so ein so ein Tagebau, dass da viel mit gearbeitet wird. Dieser industrielle Abbau von Bernstein, der hat im 19. Jahrhundert angefangen, wie so vieles eben im Zuge der Industrialisierung angefangen hat. 

                    Und man hat dann ganz viel Pfeifenmundstücke und Zigarettenspitzen hergestellt. Dann gab es eben bald darauf den sogenannten Press Bernstein. Da wurde quasi aus aus kleinem Bernstein oder aus Bernstein Resten unter Druck und Wärme eine Platte gepresst, mit der man dann halt arbeiten konnte, wo man dann halt Schmuckstücke daraus formen konnte. Ich möchte noch mal zurückkommen zum Museum selber und zum Museumsbesuch. 

                    Ich habe jetzt erwähnt, dass Pfeifenmundstücke daraus gemacht worden sind. Die sieht man natürlich auch im Museum. Man sieht aber auch Schmuckstücke aus dem Barock, aus der Zeit nach der Reformation. Und so weiter. Also wirklich lange Zeiträume der Geschichte werden da abgedeckt. Und da sieht man zum Beispiel so kleine Altäre, die mit Bernstein verziert worden sind, oder auch Besteck, ein Schachbrett, das angeblich Friedrich dem Ersten gehört hat. 

                    Und ich glaube, also, ich kann jetzt gar nicht so auf einzelne Stücke in dem Sinn eingehen, weil es einfach so viel gab. Ich muss jetzt dazu sagen, dass dieses Museum; ich dachte am Anfang, es wäre ein kleines Museum, weil auf der Homepage wirkt das alles sehr klein und man kriegt nicht wirklich so einen Eindruck davon, wie groß das ist. 

                    Aber als ich dort war und mir dann auch dachte, na klar ist ein Kloster, war ich auch erstaunt, dass sich das über zwei, ich glaube drei Stockwerke erstreckt hat und Dutzende von Räume hatte, sodass ich in dieser Folge jetzt gar nicht alles abdecken kann und auch nicht will, Weil ich möchte natürlich aber wer sich diese Schmuckstücke angucken möchte, der soll doch ins Museum gehen, weil ich mach jetzt hier gleich weiter mit dem vermeintlich größten Bernstein Kunstwerk. 

                    Du hast es ja schon angesprochen. 

                    Lukas 

                    Das Bernsteinzimmer. 

                    Ralph 

                    Richtig, das Bernsteinzimmer. Das wird nämlich als achtes Weltwunder oftmals bezeichnet. Und da du ja schon ein bisschen was über das Bernsteinzimmer weißt, überlege ich gerade, ob du das erzählen sollst oder ob ich das erzähle.  

                    Ralph 

                    Also, das Bernsteinzimmer. Das ist ja immer in aller Munde. Man, wenn man n-tv guckt oder so die ganzen Dokumentationen, dann kommt irgendwann immer das Bernsteinzimmer. Mythos Bernsteinzimmer und das Bernsteinzimmer, das war ja so ein sehr prunkvolles Zimmer aus Bernstein, aber nicht nur. Also Gold gab's da auch drin. Und das hat sich Friedrich I. Anfang des 18. Jahrhunderts bauen lassen in sein Berliner Schloss. 

                    Und dann hat er aber nicht lang dieses Bernsteinzimmer behalten, sondern der hat das dann ja abgegeben oder verkauft an den Zar Peter den Ersten. Und später wurde das Zimmer dann im Katharinen Palast südlich von Sankt Petersburg eingebaut, wo es dann auch zwei Jahrhunderte lang überdauert hat, bis der Zweite Weltkrieg eben kam. Und im Zweiten Weltkrieg haben dann die Nazis das Bernsteinzimmer geraubt und in das Königsberger Schloss in Kaliningrad eingebaut. 

                    Und als dann die Rote Armee in die Stadt einmarschiert ist, ja, wurde das alles zerstört. Das Schloss ist in Feuer aufgegangen und seitdem weiß man nicht, was mit dem Bernsteinzimmer eigentlich so wirklich passiert ist. Natürlich gibt es viele Leute, die sagen, das ist halt mit verbrannt, ist mit untergegangen in Brand. Es gibt aber auch viele Leute, die, die immer noch nach diesem Bernsteinzimmer suchen. 

                    Das Bernsteinzimmer selbst das gibt es natürlich auch nicht im Bernstein Museum zu sehen. Logischerweise ja auch nicht so einen so ein wirklich akkuraten Nachbau. Aber mithilfe von großflächigen Fotografien hat man das so ein bisschen nachgestellt. Also man kann dann in so einen Raum reingehen und kriegt dann auch einen Eindruck davon, wie blendend hell und prunkvoll das gewesen sein muss. 

                    Und als ich dann mit Axel Attula reingegangen bin, hat er erst mal wie soll ich sagen, hat erst mal interessant reagiert, weil er gesagt hat Ah, dieser Mythos Bernsteinzimmer, das ist für ihn vorbei, der kann es nicht mehr hören. 

                    Axel Attula 

                    Es gibt keine wissenschaftliche Arbeit über das Bernsteinzimmer vorm Zweiten Weltkrieg. Das hat eigentlich niemanden interessiert. Und es ist eigentlich wahnsinnig überhöht in seiner Nachgeschichte. Und das, glaube ich, muss man ganz nüchtern tatsächlich mal klarstellen. Dieses Thema, es ist schon ein bisschen degeneriert. Also wenn ich anfange, Material großflächig zu verarbeiten, in die Fläche zu bringen, hat es natürlich seinen Sinn, seinen Zenit, bei weitem überschritten. 

                    Sie haben deswegen, wenn Sie diese alten Rahmen und das sind ja bestimmte Dinge, die sind ja wahrscheinlich älter als der Zimmergedanke. Also man hat bestimmte Dinge auch schon eingefügt ins große Ganze, die sicherlich ganz Qualitätvoll und besonders waren. Aber es ist natürlich schon letztendlich ein riesiger Markenartikel. Es ist das, was die Götter früher Hybris genannt haben. 

                    Es ist schon zu viel des Ganzen. 

                    Lukas 

                    Es wurde sehr, sehr philosophisch und sehr auf die Metaebene gehoben. Also wenn ich versuche zu verstehen, er hat quasi gemeint, alleine das Bernsteinzimmer zeigt, dass wenn so viel aus Bernstein ist, wenn man schon ein ganzes Zimmer machen konnte, dann hat der Bernstein an sich schon quasi diesen symbolischen Wert verloren, weil er damit beliebig wurde. 

                    Ralph 

                    So habe ich das auch verstanden. Als dann aus Bernstein so flächige Zierden wurden, hatte er ja schon an seinen Charakter, sage ich jetzt mal, an seiner Äußerlichkeit irgendwie schon verloren. 

                    Lukas 

                    Gut, aber das sehe ich jetzt trotzdem ein bisschen anders, ohne Bernstein Experte zu sein, weil es spricht ja dann für jedes Material, der Wert. Was ist denn mit Diamanten? Es gibt ja auch Kronen, in denen 700 Diamanten drin sind. Heißt das jetzt, nur weil das 700 Diamanten drin sind, dass das dann keinen Wert mehr hat oder nichts Besonderes mehr ist? 

                    Und ich glaube, was so das Bernsteinzimmer betrifft, ich mein, wenn es darum geht, wenn man quasi sagt, dass Bernstein 15 Mal so teuer ist wie Gold zu dem damaligen Zeitpunkt und man macht ein ganzes Zimmer draus, dann spricht es, weiß ich nicht, dann bleibt es ja schon ein bisschen einzigartig, denke ich. 

                    Ralph 

                    Aber es ist die Frage natürlich, wofür das dann spricht. Weil man nutzt es ja quasi als Mittel, um seinen Reichtum zum Ausdruck zu bringen. 

                    Lukas 

                    Ja, und sonst nutzt man Bernstein, um zu zeigen: Hey, ich hab viel Kohle und kann mir schönen Schmuck leisten. Also ich finde, ist es nicht bei jedem, bei jedem Material, egal was keinen rein praktischen Nutzen hat so? 

                    Ralph 

                    Naja, es gibt ja auch ästhetischen Wert. Man kann sagen, dieser Bernstein, so wie der aussieht, hat der einfach für mich eine Schönheit, die, weiß ich nicht, ein Schmuck aus Silber oder eine Perlenkette eben nicht hat. 

                    Lukas 

                    Ja, und was ist dann der Unterschied zu dem Bernsteinzimmer? Wenn ich jetzt sag, ich habe ein Zimmer, das könnte ich jetzt aus – Keine Ahnung – Deckenfresko gestalten und Gold und was weiß ich. Oder ich mache es halt komplett aus Bernstein. Also ich find halt, die Logik dahinter ist doch die gleiche. 

                    Ralph 

                    Naja, Axel Attula ist natürlich jetzt nicht hier bei uns, da kann ich nicht für ihn sprechen. Aber vielleicht hat er damit gemeint, dass durch so ein übergroßes Angebot durch so eine Vielzahl an Bernstein oder vielleicht auch bei anderen Materialien wäre das dann so, dass dann im Endeffekt so diese Besonderheit des Einzelnen dahinter zurückstecken muss, dass dann gar nicht mehr gesehen wird. Oder dass dieses eine Stück jetzt besonders herausragt, sondern es ist im Endeffekt dann diese Gesamtheit. 

                    Lukas 

                    Ja, aber ich kann es nicht so ganz nachvollziehen, weil dann frage ich mich halt, bei welchem Material gilt das nicht? Also verstehst? 

                    Ralph 

                    Bei welchem Material gilt das nicht, wo es nicht auf das Praktische ankommt, sondern auf… 

                    Lukas 

                    Nee, auch generell auf die Verfügbarkeit. Nehmen wir mal ein Material, was noch seltener ist oder dann eben noch teurer ist als Bernstein. Keine Ahnung. Mir fallen jetzt halt nur irgendwelche Edelmetalle oder Diamanten oder irgendwas ein, zum Beispiel noch Elfenbein. Das wäre auch noch so ein Material, was ich mir vorstellen könnte, was auch noch vielleicht so einen ähnlichen Wert hat. 

                    Ab dem Zeitpunkt wo ich eine Elfenbein Zimmer hab, hab ich dann vielleicht genau denselben ästhetischen Wert wie ein Bernsteinzimmer. Aber vielleicht führt es jetzt auch zu weit. 

                    Ralph 

                    Vielleicht ist es was generelles. Weißt du? Also was jetzt Axel Adler gar nicht meint? Also ein Zimmer aus Bernstein ist für ihn schon überhöht, das wäre dann das Gleiche bei Elfenbein oder bei anderen Materialien. Das ist vielleicht so ein bisschen wie bei – Hmmm, ja, weiß ich nicht – bei einem schönen Stein, den du halt einfach hast. Es macht einen Unterschied, ob du einen schönen Stein hast oder ob du 500 dieser schönen Steine hast. 

                    Lukas 

                    Also es ist die Hybris, was er auch schon gesagt hat bzw. diese Dekadenz. 

                    Ralph 

                    Ja genau.  

                    Also das Bernsteinzimmer, das bietet schon fast den Abschluss dieser Ausstellung sozusagen. Das kommt relativ spät, weil es ja auch chronologisch aufgebaut ist. Danach folgen noch Sachen, die mit der Herstellung zu tun haben bis in die Moderne. Und bevor wir jetzt dazu kommen, glaube ich, passt es, wenn ich jetzt auf die Lage des Museums in Ribnitz-Damgarten eingehe, weil das eben mit der Herstellung zu tun hat. 

                    Ausschlaggebend für die Lage des Bernstein Museums ist Walter Kramer. Die Familie Kramer, das waren Goldschmiede Meister, die in Ribnitz Anfang des 20. Jahrhunderts gelebt haben. Und sein Vater war auch schon Goldschmied und Walter hat dann das Familienunternehmen weitergeführt, in fünfter Generation. Und dann kam im 20. Jahrhundert die Wirtschaftskrise, die dann auch die Familie und Walter eben getroffen hat. 

                    Und dann musste er sich irgendwie eine Lösung überlegen, wie er wieder zu Geld kommt. 

                    Axel Attula 

                    Dann versucht der Walter Kramer irgendwie mit den Touristen Geschäfte zu machen und dann kommt man eben darauf, silberne Fische und die Sterne und maritime Motive wie Leuchttürme und Sonnen und so dann eben aus Silber mit einem Bernsteinchen in der Mitte, so als Schmuck zu verkaufen. Das hat dann auch, weil es anfänglich auch von sehr, sehr guter Qualität ist, auch recht viel Erfolg, obgleich es tatsächlich erst 1939 letztendlich so marktreif ist, dass er das auch in weitem Sinne produzieren konnte. 

                    Er produziert es dann hier, ist ganz erfolgreich. Auch während des Krieges. 1947 flieht er dann eben aus der sowjetischen Besatzungszone nach Lübeck, Travemünde. Und dann macht er es da dann weiter. 

                    Ralph 

                    Die Firma, die vorher in Ribnitz war, die ist da auch geblieben, weil die war unter Zwangsverwaltung gestellt von den Sowjets und dort wurde dann halt weiter Fischland Schmuck wie es heißt produziert Fischland. Schmuck heißt deswegen, weil Fischland, das ist so eine, so eine Landbrücke nordwestlich von Metz gelegen. Daher kommt der Name und dieses Zwangsverstaatlichte Unternehmen, das diesen Schmuck hergestellt hat, das wurde dann auch zum größten Schmuck Unternehmen der DDR in den 50er und 60er Jahren. Und weil dieses Unternehmen eben in Ribnitz sitzt, ist dort auch dieses Museum angesiedelt. Und das Museum, das hat dann auch viele Stücke von dem Unternehmen bekommen. Und die Bernstein Industrie, die hatte es im 20. Jahrhundert auch wirklich schwer, muss man sagen. Mit dem Aufkommen der Kunststoffe gab es eben günstigere Alternativen, die auch leicht zu zu verarbeiten waren. 

                    Und es ist zum Beispiel so, dass Bernstein Reste früher auch für Lack verwendet worden sind. Das haben dann auch Kunststoffe übernommen und so ist halt ein großer Absatzmarkt weggebrochen im Laufe der Jahrzehnte. Das heißt aber nicht, dass das Bernstein Handwerk tot ist, im Gegenteil. Das Museum selbst hat nämlich eine Werkstatt und man kann aus dieser Werkstatt auch Produkte kaufen, die dann natürlich dem Museum auch wieder zugutekommen.Und ein Lehrling wird ausgebildet. Und das ist dem Museum ganz wichtig, dass es halt nicht nur alte Gegenstände aus Bernstein bewahrt, sondern dass es diese Tradition und das Handwerk der Bernstein Verarbeitung fortführt. 

                    Axel Attula 

                    Ich habe einen Kollegen der ist Bernsteindrechslermeister, der einzige Drechsler Meister hier in Deutschland, der diese Tradition auch fortführen soll, der hier besteht, dass wir eben auch sagen, wir sind nicht nur Museum, sondern wir leben auch diese Bernstein Verarbeitungstradition. Letztendlich ist diese Tradition tatsächlich mit den Heimatvertriebenen aus Danzig und aus Königsberg gekommen, hier nach Ribnitz eben weil viele hierher kamen, eben weil es diese Industrie in Ansätzen schon gehabt hat, dass man die Leute dann auch irgendwo beschäftigen konnte mit dem, was sie eigentlich auch konnten. Das ist auch so ein bisschen so eine, so eine Sukzession, so eine apostolische, die wir haben, aus Ostpreußen, die hier so weitergeht, dass die alten Meister den Neuen so die Hand aufgelegt haben. Das ist eigentlich auch eine schöne Sache, da sind wir auch ganz stolz drauf. 

                    Ralph 

                    Dann gibt es noch einen ganz kleinen Abschnitt im Museum nämlich verleiht die Stadt Ribnitz-Damgarten bzw. das Museum einen Kunstpreis seit 1993 den Kunstpreis der Stadt. Und damit möchten die eben diese Bernsteinverarbeitung fördern, was so moderne Bernstein Kunst ausmacht. Und das passiert in relativ unregelmäßigen Abständen muss man sagen. Zuletzt wurde der Preis nämlich vor zehn Jahren verliehen 2013, weil aktuell suchen Axel Attula und seine Kollegen und Kolleginnen nach Sponsoren, die das ganze finanziell begleiten können. 

                    Lukas 

                    All diejenigen, die hier zuhören und sich denken: Hey, sie würden gerne was sponsern in dem Bereich, das wär doch ein tolles Projekt, um eine Tradition in die Zukunft zu bringen. Mittels eines kleinen Museums. Schön. 

                    Ralph 

                    Ja. Also ein mittelkleines Museum. 

                    Lukas 

                    Vielleicht hier mittels eines mittelkleinen Museums. 

                    Ralph 

                    So klein ist es ja nicht. Aber trotzdem hat auch das Museum wie viele andere Häuser mit Finanzierung zu kämpfen, obwohl jedes Jahr 50.000 – 60.000 Besucher kommen. 

                    Lukas 

                    Das also auch wieder in der BITTE NICHT ANFASSEN!-Museums Kategorie was Besucherzahlen betrifft sehr weit oben. 

                    Ralph 

                    Also hätten wir ein Quartett, dann wäre das relativ weit oben. Genau. Und das, lieber Lukas, Llebe Hörerinnen und Hörer, war mein Besuch im Bernstein Museum. 

                    Lukas 

                    Ja, vielen lieben Dank. Also erstens coole Lage, dass wir da mal auch da oben in dieser Gegend Deutschlands waren. Coole Geschichte, super vielfältig, vor allem Bernstein. Da kannst du zehn Folgen drüber machen. Nur über Bernstein. Alles was damit zu tun hat, ohne dass es langweilig wird. Also ja, vielen Dank. 

                    Ralph 

                    Also ich hoffe, du hast auch ein bisschen was gelernt. Trotzdem. 

                    Lukas 

                    Ja, ja, voll. Unbedingt. Ich habe noch eine Frage. Du hast gesagt, Axel Attula ist Theologe und Kunstgeschichtler. Wie ist er denn dazu gekommen? In dieses Museum? Weißt du? 

                    Ralph 

                    Der ist da schon einige Jahre. Aber am Anfang war der mit der Restaurierung der Klosterkirche betraut. Also das passt dann wieder ganz gut, diese Kombination zwischen Theologie und Kunstgeschichte und er hat dann von seinem Vorgänger die Leitung für das Bernstein Museum übernommen. 

                    Lukas 

                    Ah, okay, verstehe. Und wie viele Leute arbeiten für das Bernstein Museum?  

                    Ralph 

                    Die genaue Anzahl weiß ich nicht, aber ich würde sagen, eine Handvoll. 

                    Lukas 

                    Also wahrscheinlich auch wieder ganz viele Ehrenamtliche, die da möglicherweise dabei sind. 

                    Ralph 

                    Nee, die sind dann schon richtig angestellt. 

                    Lukas 

                    Alles klar. Ja, vielen Dank, Ralph. Cool. 

                    Ralph 

                    Gerne doch. Vielen Dank fürs Zuhören.  

                    Jetzt bin ich aus dem Schneider. Ich habe jetzt mal mein Soll erfüllt. Das heißt, du bist ja in der nächsten Folge wieder dran. Hmmm. Magst du schon irgendwas dazu sagen? Worum geht's in der nächsten Folge? 

                    Lukas 

                    Ja, also in der nächsten Folge geht's mal wieder bei mir um ein Objekt, und zwar ist es ein Objekt, was ganz vielen Menschen Freude bereitet hat, immer noch Freude bereitet und was meistens schon ganz große Augen machen lässt und mit ganz viel Spaß verbunden ist. Es wird eine schöne Folge, glaube ich. Ein schönes Museum, ein sehr witziges Museum und ja, man kann sich darauf freuen. 

                    Ralph 

                    Ja, mache ich. Auch wenn ich überhaupt keine Ahnung habe, worum es geht. 

                    Lukas 

                    Also ich sage es mal so also es von denen, von denen von der Objekt Größe ist es kleiner als der Unimog, aber deutlich größer als die Mausefalle. 

                    Ralph 

                    Vielleicht so Menschen groß oder Haustier groß? 

                    Lukas 

                    Siehste dann. 

                    Ralph 

                    Ich bin gespannt. 

                    Lukas 

                    Wenn ihr jetzt wollt, dass wir weiterhin diesen Podcast machen, könnt ihr uns unterstützen. Das geht auf ganz unterschiedliche Art und Weise. Erstmal Ihr könnt uns gerne eine fünf Sterne Bewertung hinterlassen, uns weiterempfehlen, uns euren Freunden, Freundinnen und sonstigen Menschen vorstellen. Oder aber ihr unterstützt uns auf Steady. Denn wir betreiben BITTE NICHT ANFASSEN! komplett ehrenamtlich und da könnt ihr uns ein bisschen Reisekosten Zuschuss geben. 

                    Das wäre natürlich super. 

                    Ralph 

                    Dem habe ich nichts hinzuzufügen. Ich kann nur sagen Tschüss, bis zum nächsten Mal. Schaltet wieder ein, wenn es heißt…BITTE NICHT ANFASSEN! 

                    Lukas 

                    Ciao! 

                    Der Beitrag Das Deutsche Bernsteinmuseum  erschien zuerst auf Escucha.

                    Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.

                    43 min
                  • Dieses Auto bezwingt den höchsten Vulkan der Welt - das Unimog-Museum Gaggenau

                      BITTE NICHT ANFASSEN! #18 – Das Unimog-Museum Gaggenau 

                      Show Notes 

                      An alle Outdoorfreaks und Off-Road-Enthusiasten: Diese Folge ist für euch. Es geht um eine Maschine, die seit mehr als 70 Jahren gebaut wird, und der kein Berg zu hoch ist. Eigentlich mal als kleiner Traktor konzipiert, erstürmt der Unimog (Universal Motor Gerät) von Mercedes-Benz nun Gipfel in den Anden, zieht Züge durch die Gegend oder macht allerlei anderes beeindruckendes Zeugs. Dahinter steht eine Community, die diese Maschine liebt. Sie betreibt das Unimog-Museum Gaggenau, die hauseigene Werkstatt und einen Parcours, der es in sich hat.

                      ~~~~~~~ 

                      Hilfreiche Links: 

                      Das Video über die Expedition zum Ojos de Salado: https://www.youtube.com/watch?v=qO1q7K5F9fY

                      Und so steht der Rekord-Unimog nun im Museum: https://www.escucha.de/img_0034/

                      Das ist einer der frühen Unimogs aus den 1950ern. https://www.escucha.de/img_0011/

                      Das ist André bei der Arbeit: https://www.escucha.de/img_0020/

                      Und das ist das Video, in dem wir durch den Parcours fahren und André meine Fragen beantwortet: https://www.youtube.com/watch?v=dP5wdGj6zPM

                      Hier werden die Unimogs heute gebaut https://www.mercedes-benz-trucks.com/de_DE/brand/plants.html

                      Das ist die Seite des Unimog-Clubs Gaggenau e.V.: https://unimog-club-gaggenau.de/

                      Die Gewinner-Seite des DIGAMUS-Awards 2023: https://digamus-award.de/gewinner-digamus-award-2023/

                      ~~~~~~~ 

                      Infos zum Museum:  

                      Unimog-Museum

                      An der B462

                      76571 Gaggenau

                      Startseite

                      ~~~~~~~ 

                      über BITTE NICHT ANFASSEN!:  

                      Woran denkst du beim Wort Museum? An weltberühmte Ausstellungsstücke wie Sarkophage ägyptischer Pharaonen, an Gemälde von Picasso oder an technische Erfindungen wie das Automobil? Denkst du an das Deutsche Museum in München, das Pergamon-Museum in Berlin oder an das Städel in Frankfurt? Wir – das sind Ralph Würschinger und Lukas Fleischmann – denken beim Wort Museum an etwas Anderes: an Milbenkäse, Mausefallen, an Flipper-Automaten, Nummernschilder oder auch an Gartenzwerge. Denn die schätzungsweise 7.000 Museen in Deutschland haben so viel mehr zu bieten als das Angebot der großen Häuser. 

                      Mit „BITTE NICHT ANFASSEN – Museum mal anders“ begeben wir uns an kleine Orte, in Seitengassen großer Städte, um die kleinen und alternativen Ausstellungen zu finden, von denen du vermutlich noch nie gehört hast. 

                      Pro Monat erscheint eine Folge, für die einer von uns beiden ein besonderes Museum besucht und sich mit dem jeweils anderen darüber austauscht. Dabei kommen Museumsbetreiberinnen und -betreiber zu Wort, aber auch die Exponate an sich werden hörbar gemacht. 

                      Dieser Podcast ist für Museumsliebhaber, für Mitarbeiter aus dem Museumsbereich und für alle, die sich für Kunst, Kultur und Technik-Geschichte interessieren und skurrile Stories mögen. 

                      BITTE NICHT ANFASSEN! ist eine Produktion von Escucha – Kultur für's Ohr. 

                      Mehr Infos auf https://www.escucha.de/bitte-nicht-anfassen/ 

                      Wenn ihr als Museum darüber nachdenkt, ob Podcasting etwas für euch ist – hier sind 10 gute Gründe dafür: https://www.escucha.de/gruende-fuer-museumspodcasts/

                       
                      ~~~~~~~ 

                       
                      Kontakt: 
                      Instagram: https://www.instagram.com/bittenichtanfassen_podcast/  
                      E-Mail: info[at]escucha.de  

                      ~~~~~~~ 

                      Wollt ihr uns unterstützen?  

                      Dann schaut doch auf unserer Steady-Seite vorbei: https://steadyhq.com/en/bitte-nicht-anfassen  

                      ~~~~~~~ 

                      Podcast-Credits:  
                        

                      Sprecher: Lukas Fleischmann, Ralph Würschinger  
                      Produktion: Escucha GbR  
                      Podcast-Grafik: Tobias Trauth https://www.instagram.com/don_t_obey/  
                      Intro/Outro: Patrizia Nath (Sprecherin) https://www.patrizianath.com/, Lukas Fleischmann (Musik)  

                      Wenn euch der Podcast gefällt, dann abonniert uns und empfehlt uns weiter. Welches Museum sollen wir unbedingt vorstellen? Schreibt uns eure Vorschläge! 

                      ~~~~~~~ 

                      Transkript 

                      Hildegard Knoop

                      Unimog Fans sind wirklich Hardcore Fans. Wir haben zum Beispiel ein Beispiel eines buddhistischen Mönchs aus Japan. Ich glaube, der hat 17 Unimog und der kommt so alle fünf Jahre. Zu irgendwelchen Jubiläum kommt der hier angereist mit einer Dolmetscherin und dann kauft er sich hier rundrum kauft er dann unseren Shop leer.

                      INTRO

                      Bitte nicht anfassen, Museum mal anders. Ein Podcast von Escucha

                      Lukas

                      Ja, hallo und herzlich willkommen an alle da draußen! Herzlich willkommen zu dieser Folge. Bitte nicht anfassen! Schönen guten Tag, lieber Ralf.

                      Ralph

                      Schönen guten Tag, lieber Lukas.

                      Lukas

                      Und es gibt fantastische Neuigkeiten. An alle, die bitte nicht anfassen mögen hören und für die Bitte nicht anfassen. Ein ständiger Podcast begleitet uns. Wir haben tatsächlich den DIGAMUS Award bekommen. Wir haben in der letzten Folge schon darauf hingewiesen, dass wir auf die Shortlist gekommen sind. Das war für uns schon super krass. Und jetzt ist es wirklich so, dass wir den DIGAMUS Award in der Kategorie Podcast bekommen haben.

                      Lukas

                      Also ihr lieben Dank an alle, die da für uns entschieden haben, für uns gevotet haben. Wir sind wirklich sprachlos und das ist natürlich die Motivation für uns, noch viel krassere Sachen zu machen.

                      Ralph

                      So ist es. Vielen Dank an das Team von DIGAMUS und auch an die Jury. Danke auch an alle, die für uns gestimmt haben. Tatsächlich haben wir den Publikumspreis ja nicht gewonnen. Aber trotzdem schön.

                      Lukas

                      Ja, ja, einen Preis der Fachjury gewonnen. Genau das sollte vielleicht der Transparenz halber noch gesagt werden. Ja, wir werden auch die Preisverleihung noch mal in den Shownotes verlinken. Das heißt, wenn ihr mal wissen wollt, was da sonst noch für Projekte nominiert waren oder einfach keine Ahnung mal wissen wollt, wie so was abläuft. Der Link ist nochmal in den Shownotes drinnen.

                      Lukas

                      Das war jetzt genug des Lobes für uns und unseren Preis, den wir gewonnen haben. Denn wir haben ja auch diese Folge ein Museum vorbereitet.

                      Ralph

                      Bitte nicht anfassen bedeutet ja, wir schauen uns in jeder Folge ein neues Museum an, das der andere nicht kennt. Und das sind dann oft sehr kleine, aber auch skurrile Museen. Und in der vergangenen Folge war das ja das Museum, dass ich allen gezeigt habe und das war eine Folge, wo es natürlich um Säcke ging. Aber es ging um so viel mehr.

                      Ralph

                      Es ging um die Heimat, oder die Nieheimer Flechhecke zum Beispiel, wer es gehört hat. Und es ging auch darum, wie man Heimatverein und Heimatmuseum neu denken kann. Also wer es noch nicht gehört hat, schaut doch da gerne mal vorbei.

                      Lukas

                      Ja, war auf jeden Fall superspannend und auch vor allem aus meiner Sicht sehr innovativ, weil es wirklich gezeigt hat, was aus dem kleinen Heimatverein alles entstehen kann und vor allem, wie viele Leute man damit mobilisieren kann. Und das ist im Prinzip auch schon ein kleiner Übergang zu meiner jetzigen Folge. Denn auch in meiner heutigen Folge, wird es um ein Museum gehen, das unglaublich viele Menschen mobilisiert.

                      Ralph

                      Ja, ich bin schon sehr gespannt, weil du hast ja in der letzten Folge auch angekündigt, dass es eine sehr actionreiche Folge wird und dass das Museum dich an deinen Opa erinnert.

                      Lukas

                      Genau. Bzw an meine Familie generell. Dazu kommen wir später noch. Jetzt erfolgt erst mal der erste actionreiche Einstieg. So, und jetzt für dich als Hinweis. Da müssen wir dann beim Schnitt Action, Musik reinschneiden.

                      Lukas

                      Das weißt, diese Folge beginnt mit einem Rekord, der im Jahr 2019 aufgestellt wurde und bis heute gültig ist. Und zwar reisen wir dazu nach Chile. Im Dezember 2019 versucht der Extremsportler Matthias Jeschke, den Gipfel des Berges Ojos de Salado zu erreichen. Den Namen hast du vielleicht noch nicht gehört, oder? Sagen dir die Namen was?

                      Ralph

                      All diese Namen? Nichts.

                      Lukas

                      Also dieser Berg, der Ojos de Salado ist mit fast 7000 Metern der höchste Vulkan der Erde. Und diese Truppe will aber nicht zu Fuß hoch, also nicht einfach nur hoch kraxeln, sondern das sollen Fahrzeuge hochfahren? Ja, und für diese Expedition hat diese Truppe eineinhalb Jahre Vorbereitung gebraucht. Und die beiden Fahrzeuge wurden eigens für die Expedition konfiguriert und ausgestattet. Da kamen spezial Reifen hin, da kamen Seil Winden hin, Sonde Aufbauten, damit man den Schwerpunkt aus und angleichen kann.

                      Lukas

                      Satellitentechnik, Essens, Vorräte für fünf Wochen, 1800 Liter Frischwasser, 1500 Liter Dieselkraftstoff und 600 Liter Benzin. Und tatsächlich im Dezember 2019 schafft es das Team auf 6694 Metern Höhe, also nur wenige Meter unter dem Gipfel. Und noch nie ist ein Fahrzeug auf Rädern so hoch gekommen oder noch höher. Du kannst dir vorstellen, wie so ein Vulkan aus 7000 Metern aussieht.

                      Lukas

                      Schnee, Eis, Gletscher, alles mögliche. Die Motoren geben auch irgendwann mal nach, weil da oben ja sehr wenig Sauerstoff ist und damit funktioniert die Verbrennung im Motor. Also die Kraft erzeugen viel weniger. Das Fahrzeug, das diesen Rekord aufstellt, ist kein Geländewagen, ist kein Traktor, ist kein Panzer. Es ist eine modifizierte Version eines Kleinlaster aus dem Prinzip seit 75 Jahren so in Deutschland gebaut wird und der sich in seine Wesen ausprägen kaum verändert hat.

                      Lukas

                      Es geht um den Unimog. Jetzt wollte ich dich fragen Hast du den Begriff Unimog schon mal gehört?

                      Ralph

                      Ich habe ihn gehört. Ja, aber so ganz weiß ich nicht, was das ist.

                      Lukas

                      Also Unimog steht für universales Motor Gerät und wie du bereits ja in der Einführung schon angekündigt hast, ist es so, dass der Unimog in meiner Familie total bekannt ist. Ich weiß gar nicht wieso. Ich glaube einfach, weil bei mir in der Familie noch relativ viel Landwirtschaft dabei war und der Unimog ein Gerät ist, das aus der Landwirtschaft gar nicht wegzudenken ist.

                      Lukas

                      Es ist nämlich letztlich eine Mischung aus Kleinlaster, Traktor und Allzweckwaffe für die verschiedensten Aufgaben, die da, die da anfallen. Genau.

                      Ralph

                      Das heißt, in deiner Familie haben Leute auch einen Unimog oder haben einen gehabt.

                      Lukas

                      Oder zumindest nicht seitdem. Ich wüsste. Vorher vielleicht keine Ahnung. Ähm. Also das spielt irgendwie eine Rolle. Also ich weiß, dass mein Vater zum Beispiel Unimog fahren kann, weil der halt auch einen LKW Führerschein hat. Und ich hatte als Kind auch immer so kleine Unimog Spielzeugautos, mit denen ich immer rumgefahren bin. Das heißt, ich wusste sofort, wie das ausschaut und dazu geht es eben heute nach Gaggenau.

                      Lukas

                      Das liegt im Schwarzwald, in der Nähe von Baden Baden paar Kilometer und da geht es ins Unimog Museum.

                      Ralph

                      Da okay. Das heißt, es ist wahrscheinlich ein sehr sehr großes Museum.

                      Lukas

                      Es ist relativ groß. Ja, vor allem seitdem es auch einen neuen Anbau gibt, der erst im vergangenen Jahr dahin gebaut wurde. Das hat noch mal die Ausstellungsfläche fast vergrößert. Aber die brauchst du auch, weil da so viele verschiedene Unimog rumstehen aus der aus ganz unterschiedlichen Zeiten mit ganz unterschiedlichen Konfigurationen. Und übrigens auch der Unimog, der den Orestes erklommen hat, also der Unimog, der diesen Höhen Rekord geknackt hat bis heute.

                      Lukas

                      Der steht da jetzt ausgestellt und den kann man sich zum Beispiel auch angucken, wie riesig diese Reifen sind, wie Schneeketten auf knapp 7000 Metern aussehen. Und so weiter und so fort. Für all diejenigen, die jetzt im Begriff Unimog noch gar nicht gehört haben wir haben natürlich auch ein paar Bilder in den Shownotes drinnen und ihr googelt einfach mal ganz kurz Unimog, dann seht ihr die ganz charakteristische Form und ich bin mir ziemlich sicher, dass jeder von euch einen Unimog schon mal gesehen hat, weil die ganze Form sehr einprägsam ist.

                      Ralph

                      Ja, toll. Ich freue mich auf jeden Fall sehr drauf, weil ich da wirklich keine Ahnung habe, keine Berührungspunkte aus meiner Familie und ja, einfach neugierig drauf bin, was ich heute lernen wird.

                      Lukas

                      Fangen wir mal kurz an mit der Geschichte dieses Ortes Gaggenau. Beziehungsweise mit der Industriegeschichte, denn die ist nämlich nicht ganz ohne. Bereits seit 1895 werden in diesem Ort Kraftfahrzeuge produziert. Seit 1895. Das ist echt eine krasse Zahl. Und seit 1907 hat Benz also quasi ein Teil des heutigen Mercedes Benz oder Daimler Benz schon dort produziert. Das ist auch schon über 100 Jahre ist der Benz aktiv.

                      Lukas

                      Und heute ist es so, dass der Unimog ein Teil von Mercedes Benz ist. Das war aber nicht immer so, aber dazu kommen wir später noch, denn die Geschichte unseres Unimog beginnt also. Beziehungsweise die Geschichte des Unternehmens als Fahrzeug generell. Die beginnt in den späten 1900 40er Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg. Ich habe es schon in der Einleitung angekündigt, dass der Unimog seit 75 Jahren ungefähr dieselben Aufgaben zu erfüllen hat.

                      Lukas

                      Das heißt, diese Geschichte beginnt da die Konstruktion Geschichte. Und jetzt frage ich dich, Ralf, wie sehr du dich mit Geschichte auskennst. Wir sind im Jahr 1947. Wir sind in Deutschland, in Baden Württemberg. Wer hatten da das sagen.

                      Ralph

                      Wer, wer könnten das sein. Aber das Baden Württemberg ist vielleicht die Franzosen.

                      Lukas

                      Also in dem Teil in dem Gaggenau heute liegt waren es die US Amerikaner. Das heißt Deutschland war ja aufgeteilt in die vier Besatzungszonen aus der englischen Besatzungszone. Der Franzose von der US amerikanischen und der sowjetischen Besatzungszone. Und Gaggenau liegt in der US Besatzungszone. Das ist insofern wichtig, als das ja noch während des Krieges die meiste Produktion von Maschinen von.

                      Lukas

                      Ja, von Geräten generell ja letztlich noch Kriegsproduktion war. Denn man befand sich ja noch am Ende des zweiten Weltkrieges, das heißt war ja hauptsächlich Waffen, Panzer oder halt kriegswichtige Produktion. Das heißt, es ist so, dass eigentlich man jetzt gucken muss, dass man irgendwie Deutschland bzw dann irgendwann später die junge Bundesrepublik irgendwie wieder auf industriell auf Trab bekommt. Und diese Idee hat auch Albert Friedrich.

                      Lukas

                      Albert Friedrich gilt als der Vater des Unimog und zu dieser Person sagt dir Hildegard Knoop was Hildegard Knoop ist die Leiterin des Unimog Museums in Gaggenau Ton eins.

                      Hildegard Knoop

                      Albert Friedrich war Leiter der Flugzeugmotoren Entwicklung bei Daimler und sie hatten alle Berufsverbot und sie hatten alle schon mal was vom Morgenthau Plan gehört, nämlich dieser Idee, die Industrie in Deutschland nicht wieder groß werden zu lassen, aus Angst davor, dass es wieder für Waffenentwicklung und so weiter missbraucht werden kann, sondern dass Deutschland ein reines Agrarland zu machen. Diese Ideen, die von einem Herrn Morgenthau entwickelt worden sind, nie realisiert worden wurden, noch nicht mal planen.

                      Hildegard Knoop

                      Aber man hatte davon gehört. Und das heißt, alle dachten Also wenn wir uns auf die Landwirtschaft spezialisieren, das wird auf jeden Fall gebraucht, sozusagen um auch das war ja auch eine Realität, die hungernde Bevölkerung einfach besser ernähren zu können.

                      Ralph

                      Ja, spannend. So, Veränderungen bei Autofirmen gab es öfter, oder wenn ich irgendwie dran denke, zum Beispiel BMW hat doch glaube ich auch mit Schiffsmotoren angefangen und Porsche mit Traktoren, oder?

                      Lukas

                      Ich glaube es war Lamborghini, die mit Traktoren angefangen haben oder Ferrari. Da bin ich mir ehrlich gesagt nicht ganz sicher. In dem Fall ist es nur so, das Mercedes hat ja auch schon vor Kriegsende Autos gebaut. Aber ich glaube einfach und das ist vielleicht was, was man noch mal gesondert recherchieren musste, diese Geschichte mit Albert Friedrich, während er der Konstrukteur für diese Flugzeug Triebwerke war.

                      Lukas

                      Ich habe den Eindruck, dass das noch nicht so gut erforscht ist, was er da gemacht hat. Also einfach nur so ein bisschen, man weiß nicht wie oder? Ich habe jetzt nicht rausfinden können auf die Kürze der Zeit, wie braun seine Vergangenheit ist. Jedenfalls ist es halt so und das ist ja das, was Hildegard Knoop gesagt hat, dass er einfach offensichtlich ein sehr begabter Konstrukteur war und sich eben auf diese landwirtschaftliche Richtung eben spezialisiert hat.

                      Lukas

                      Und deswegen hat er dann die Pläne für dieses Universal Motor Gerät an die US Besatzungs Regierung weitergeleitet und diese Pläne sind dann auch tatsächlich genehmigt worden.

                      Hildegard Knoop

                      Wir haben hier einen kleinst LKW um es mal so zu sagen, oder ich sag immer sag mal einem Kind es soll ein Auto malen, dann kommt genau der Unimog dabei raus, sozusagen. Das ist die Urform eines Automobils. Der hat aber immerhin zwei geschützte Sitzbereich vorne. Also er hat ein Dach überm Kopf, er hat eine Pritsche, hat er ja alles nicht.

                      Hildegard Knoop

                      Er hat vier gleichgroße Reifen, die ihn unglaubliche 50 Stundenkilometer schnell machten, während man mit so einem Traktor gerade mal 20, maximal 25 Stundenkilometer fahren konnten. Und er hat halt Dinge, die man nicht sieht. Er hat also einen Allradantrieb, er hat einen zu zusätzlich zuschalten, Fahrer Arbeitsgänge zuschalten.

                      Ralph

                      Arbeitsgänge sind damit gemeint.

                      Lukas

                      Also das heißt, dass die Gangschaltung, also ich versuch's runterzubrechen und ich hoffe das jetzt auch keinen Schmarrn erzählt, weil das ist glaube ich recht kompliziert. Also es geht darum, dass du quasi die Energie und die Kraft dieses Geräts immer in verschiedene Richtungen und in verschiedenen Proportionen verteilen kannst. Das heißt, du kannst zum Beispiel sagen, du gibst jetzt mehr auf Kraft oder mehr auf Geschwindigkeit.

                      Lukas

                      Oder du gibst jetzt diese Arbeitsgänge zusätzlich an die Maschinen, die du an dieses Gerät angeschlossen hast, um die besser zu betreiben. Es gibt zum Beispiel im Unimog Museum ein Bild, da siehst du wie so ein Mini kleiner Unimog, weil die Unimog damals aus den Fünfzigern oder späten 40er die waren echt klein. Also die sind so groß wie heute ein SUV schon so aus den LKW, aber es ist so groß wie ein SUV.

                      Lukas

                      Vielleicht nicht so wie ein LKW heute. Da siehst du wie so ein mini kleines Ding einen elendig langen Güterzug ziehen kann. Zwar nur mit zwei kmh oder mit drei Kilometer, aber der zieht den und es halt komplett absurd aus, dass du dieses kleine Ding siehst. Und er zieht diesen diesen Güterzug entlang. Also diese Wandelbarkeit, dass du mit dieser einen Maschine einfach irgendwie alles machen kannst, das ist das, was diesen Unimog so Revolution gemacht hat.

                      Ralph

                      Und der sollte dann für die Landwirtschaft eingesetzt werden.

                      Lukas

                      Genau. Also für die Landwirtschaft und vor allem halt auch für die flexible Landwirtschaft. Das heißt auch zum Beispiel für die Forstwirtschaft. Der hat ja auch eine Pritsche drauf gehabt und mit dem Allradantrieb ist er überall hingekommen. Der konnte auch durch diese Pritsche zur Auslieferung Zwecken verwendet werden. Im Unimog Museum sieht man das, dass da zum Beispiel Milchkannen hinten auf dieser Pritsche draufgemacht sind.

                      Lukas

                      Das konnte ein Traktor auch nicht. Bzw ein Traktor konnte das ja nur, wenn der entweder einen Anhänger hinten dran hatte oder irgendwie den Aufbau und bei dem kannst du das quasi alles da draufmachen. Und das ist sozusagen das krasse. Und bei der Konstruktion war es jetzt so, dass der Vater des Unimog, also Albert Friedrich, der kam dann zu Daimler Benz, die haben aber abgewunken, weil die gesagt haben, das ist so ein landwirtschaftliches Gerät, es ist nichts für sie.

                      Lukas

                      Und dann hat er sich mit ein paar anderen Konstrukteuren zusammengetan und hat diese ersten Typen, die ersten Prototypen 1948 bei der Firma Erhard und Söhne in Schwäbisch Gmünd gebaut. Und dann irgendwann kam die Maschinenfabrik Böhringer. Die haben eben zu dieser Zeit, zu dieser Zeit auch nach neuen Betätigungsfeld gesucht, nach neuen Produkten, die sie bauen können. Und da haben die dann Unimog gebaut und dann ist der Unimog auf einmal verdammt erfolgreich geworden.

                      Ralph

                      Weil irgendwas ganz Bestimmtes passiert ist.

                      Hildegard Knoop

                      Schon drei Der Unimog war ja inzwischen erfolgs mäßig durch die Decke gegangen. Also das Schweizer Militär hatte einen Auftrag von 600 Unimog gestellt. Bei den landwirtschaftlichen Messen waren die Auftragsbücher voll und da war das natürlich für Daimler Benz auf einmal sehr attraktiv, dieses Produkt zu kaufen. Wenn man dann mit einem Auftragsbuch von 1500 Stück die Produktion übernimmt, dann ist das ja schon sehr komfortabel.

                      Hildegard Knoop

                      Das heißt, der Unimog ist erst seit 1951 ein der Daimler Benz Produkt. Und er bekam dann, ich glaube 1953 dann auch den Stern.

                      Ralph

                      Okay, du hattest ja vorher gesagt, dass Traktoren damals ja so state of the art waren und dass total wenig Leute sich nur leisten können oder nur benutzt. Und beim Unimog, also da hat sich dann in dieser kurzen Zeit so viel gewandelt, dass auch der Unimog dann plötzlich so populär geworden ist.

                      Lukas

                      Ja, ich glaube halt, weil er hauptsächlich auch viel von öffentlichen Einrichtungen verwendet wurde, wie eben zum Beispiel dem Militär oder Stadtverwaltungen oder Gemeindeverwaltungen. Und ich glaube, das ist auch das, wo der Unimog auch heute noch am meisten genutzt wird, dass du bei den Stadtwerken einen Unimog hast, weil du keine Ahnung zu irgendein Kanal reinigen musst. Und da brauchst du einen LKW, der da gut hinkommt und der wendig genug ist und der die richtigen Aufbauten hintendran hat.

                      Lukas

                      Oder du hast zum Beispiel eine Gemeinde, die viel Forst Gebiet hat oder viel beiges Gebiet hat und brauchst den hoch Gelände gängigen Wagen oder eben wie das Militär.

                      Ralph

                      Ist ja nicht so Feuerwehrautos, auch zum Teil Unimog.

                      Lukas

                      Ja, Feuerwehren haben auch zum Teil Unimog, die haben ja auch die anderen Mercedes LKWs. Da gibt es ja dann noch verschiedene Bezeichnungen, dass nicht immer die Unimog, aber jedenfalls dieses universale Ding, was du quasi für alles gebrauchen kannst, das ist, dass es der Unimog. Genau. Also ab dem Zeitpunkt, wo dieser Mercedes dann draufgeklebt wurde, ist der Unimog eben auch in Gaggenau gebaut worden.

                      Lukas

                      Also das heißt, dieses Werk, wo jetzt auch das Museum steht, da ist er gebaut worden, und zwar für ganz lange Zeit. Wir kommen später noch mal darauf zurück, wann es dann aufgehört hat. Aber jedenfalls ist jetzt in den 50er Jahren und seitdem wird eben der Unimog da gebaut und bis heute gibt es unzählige verschiedene Baureihen, Ausstattungen, Versionen. Also ich glaube, die die Art und Weise, was du einem Unimog alles für dich anpassen kannst für seine Zwecke ist genauso reichhaltig wie der Unimog selbst, also genauso vielschichtig wie der Unimog selbst.

                      Lukas

                      Also das kann man gar nicht so sagen, was es alles für verschiedene Modellreihen gibt. Es gibt natürlich eine Überarbeitung. Auch heute wird der Unimog noch hergestellt.

                      Ralph

                      Aber nicht mehr von Mercedes. Oder doch?

                      Lukas

                      Aber nicht mehr in Gaggenau.

                      Ralph

                      Okay.

                      Lukas

                      Insgesamt sind bis heute 400.000 Exemplare gebaut und verkauft worden. Ja, was diese Dinger seit Anfang an auszeichnet, also egal aus welcher Baureihe, das haben die irgendwie alle relativ relativ gleich. Die gehen nicht kaputt, also die kriegste nicht kaputt. Die sind unglaublich langlebig. Das siehst du zum Beispiel auch ganz schön im Museum in der Eingangshalle. Das also das Museum generell.

                      Lukas

                      Vielleicht sollte ich da mal kurz drauf eingehen. Es besteht aus zwei relativ großen Hallen und du kommst dann rein und siehst einfach ganz viele verschiedene Unimog Versionen aufgebaut. Also aus den aus den verschiedensten Zeiten mit den verschiedensten Anbauten, von den ersten Prototypen bis hin zu diesem ultra modernen Unimog, der jetzt eben diesen schönen Rekord geschafft hat. Also von Freiwilligen Feuerwehr über Forstwirtschaft, über alles Mögliche.

                      Lukas

                      Das ist einfach wahnsinnig viele Fahrzeuge. Das zu beschreiben, da muss man vor Ort sein. Ich glaube, das muss man sehen. Dann gibt es noch den zweiten Teil des Museums, der ein bisschen Action lastige ist. Da kommen wir aber auch später noch mal drauf zu, weil da wird es dann auch nämlich noch einen kleinen Nach außen Service geben. Soweit soweit.

                      Lukas

                      Schon mal vorweg.

                      Ralph

                      Darf ich dann fragen wer ist denn eigentlich verantwortlich dafür, dass es das Unimog Museum gibt? Das ist ja dann wahrscheinlich keine Privatperson.

                      Lukas

                      Da komme ich auch noch später dazu. Du musst ja noch ein bisschen gedulden. Ich will quasi erst mal demonstrieren, was diesen Unimog auszeichnet und dann wie aus diesem Unimog eine Bewegung wurde. Jedenfalls wie kommen wir zurück in das Museum? Du, wir sind in dieser ersten Eingangshalle und da siehst du was, was ich super cool finde. Und zwar ein Unimog, der aus den Sechzigern stammt, der in Italien jahrzehntelang genutzt wurde als Fahrzeug.

                      Lukas

                      Gerade das ist aus dem Ganzen noch relativ klein, das heißt, die kommen durch alle italienischen Gassen super easy durch und auch durch das italienische Terrain. Das ist natürlich fantastisch. Dieser Unimog ist links komplett restauriert und rechts im Originalzustand. Das war quasi so ein Projekt, das man zeigen konnte, wie so ein Unimog nach 60 Jahren Arbeit aussieht und wie so ein Unimog restauriert aussieht.

                      Lukas

                      Also quasi so wie er früher verkauft wurde. Und es war total krass, weil man einfach gesehen hat, wie 60 Jahre an dieser Maschine lagen, aber trotzdem diese Maschine nicht kaputt macht. Das war wie Patina. Also das Ding fährt immer noch ohne Probleme.

                      Ralph

                      Die Karosserie hat man da gesehen oder auch das Innenleben, Motor und.

                      Lukas

                      Innenleben, die Fahrerkabine natürlich war dann auf der rechten Seite waren dann die, die Sitzflächen waren abgewetzt und die Metall Verkleidung hat ein bisschen gekostet und so was. Also du hast gesehen, das Ding hat gelebt und gearbeitet und rechts hast du dann gesehen, wie quasi der Originalzustand war und dann hast du so diesen Übergang der Zeit verfolgen können. Das fand ich total spannend.

                      Lukas

                      Aber generell ist es so Unimog gehen eigentlich nicht kaputt tun ihr.

                      Hildegard Knoop

                      Die aller allerwenigsten Unimog werden verschrottet. Ein Unimog, so sagt man, hat drei Leben. Das erste ist das professionelle. Da wird also angeschafft von Kommunen, vom Militär oder sonst wie. Dann wird er irgendwann außer Dienst gestellt. Dann kauft ihn vielleicht jemand, der Angestellter bei der Stadt ist und der ihn noch braucht, um Holz zu machen oder in den Weinberg zu fahren oder so was.

                      Hildegard Knoop

                      Und dann fristet er irgendwann dann nur noch sein Leben in der Scheune und dann wird er vom Liebhaber entdeckt, sei es die Söhne des ursprünglichen Besitzers oder irgendwelche anderen. Und die restaurieren ihn dann liebevoll und da muss er gar nichts mehr machen, außer gut aussehen und ab und zuzutreffen zu fahren.

                      Ralph

                      Okay. Ja, ja, klar. Stimmt, so ein Unimog kann ja auch ein Oldtimer sein.

                      Lukas

                      Ja, ja, weil diese Dinge einfach nicht kaputt gehen, sind die halt einfach sauteuer.

                      Ralph

                      Aber das ist ein Zweisitzer oder so ein Unimog.

                      Lukas

                      Da gibt es verschiedenste Ausprägungen.

                      Ralph

                      Ach auch noch.

                      Lukas

                      Da gibt es ganz verschiedene. Also die ganz alten sind Zweisitzer, aber da gibt es ganz viele verschiedene Formen. Ja, aber die sind echt teuer. Also ich sage mal, so ein vernünftiger Unimog, der nicht zu alt ist, nicht zu jung ist oder halt schon ein H Kennzeichen hat. Also ich sage mal so 50.000 € sollte man schon locker haben und die neuen Kosten teilweise so 280 300.000 € und da ist noch nicht das krasseste Schnickschnack Zeugs dabei, sondern das ist dann solide, solide, brauchbar.

                      Lukas

                      Also die sind die sind wirklich teuer, weil die halt auch einfach ein Versprechen für jahrzehntelange Qualität sind.

                      Ralph

                      Und das wird dann von Unternehmen oder öffentlichen Einrichtungen oder was weiß ich was gekauft und genutzt auch wirklich als Nutzfahrzeug. Die neuen schätze ich mal und weniger Liebhaber, die Liebhaber Unimog, Das sind dann eher die alten.

                      Lukas

                      Na ja, aber egal, werden Unimog benutzt, egal wer ihn fährt. Das Absurde ist irgendwie geht jede Person eine totale Liebesbeziehung mit diesem, mit diesem Gerät ein. Das ist vollkommen absurd. Und das ist jetzt der zweite Teil meiner Vorstellung über dieses Museum, denn bislang ging es ja erst mal nur so über Was ein Unimog, was zeichnet die aus? Und so weiter und so fort.

                      Lukas

                      Und jetzt geht es darum, warum der Unimog nicht nur ein Fahrzeug ist, sondern ein Symbol. Und zwar ein Symbol, was echt viele Menschen zusammenbringt. Das soll die Hildegard Knop noch mal erklären.

                      Hildegard Knoop

                      Der Unimog Club Gaggenau ist der größte Marken Club von Mercedes Benz. Muss man sich mal reintun. Der hat über 8000 Mitglieder weltweit und es kommen jetzt jeden Tag noch welche dazu. Und Unimog Fans sind wirklich Hardcore Fans. Wir haben zum Beispiel ein Beispiel eines buddhistischen Mönchs aus Japan. Ich glaube der hat 17 Unimog und der kommt so alle fünf Jahre.

                      Hildegard Knoop

                      Zu irgendwelchen Jubiläum kommt der hier angereist ist mit einer Dolmetscherin und dann kauft er sich hier. Rundrum kauft er dann unseren Shop leer und deckt sich wieder ein. Und so weiter. Und dann fährt der. Ich habe keine Ahnung.

                      Lukas

                      Haben Sie nie gefragt?

                      Hildegard Knoop

                      Nein, ich habe ihn nicht gefragt. Meistens hat er da auch seine Entourage, dass man sowieso nicht so an ihn rankommt. Und ich weiß es nicht.

                      Ralph

                      Na ja, okay. Es bleibt ein großes Mysterium, was dieser buddhistische Mönch mit diesen ganzen Unimog macht. 17 Unimog und jetzt kommt der Oberhammer. Du hast ihn gefunden und hast sie gefragt.

                      Lukas

                      Da. Das wäre natürlich eine coole Idee, aber ich glaube das in Japan ist natürlich Unimog auch krass, weil ich meine, Japan ist ja fast nur Berge und ich glaube in Japan ist so ein Unimog echt gut aufgehoben. Aber wie so ein besitzlose buddhistischer Mönch 17 Unimog rum bringen? Keine Ahnung.

                      Ralph

                      Na ja, ich könnte mir vorstellen, dass es ja auch Leute sind, die halt gerne dann den Unimog irgendwie einsetzen. In extremen Sachen, wie du am Anfang ja beschrieben hast. Wie Vulkan hochfahren ist jetzt natürlich extrem extrem, aber halt vielleicht mal irgendwie dann längere Touren machen durch die Wüste oder keine Ahnung was für Gelände usw oder.

                      Lukas

                      Also ich glaube, dass die Community von den Unimog genauso vielschichtig ist wie das Gerät. Und ich glaube, das was die Community auszeichnet ist, dass sie ganz schön dickköpfig ist und eine riesen Mobilisierungsfähigkeit hat. Ich gebe dir noch mal ein Beispiel dafür Mercedes hat damals Unimog aus Gaggenau weg verlagern wollen. Nach wird. Da werden auch die ganzen LKWs gebaut zum Beispiel.

                      Lukas

                      Und die Belegschaft und der Betriebsrat haben damals natürlich extrem protestiert, weil die gesagt haben Unimog ist Gaggenau. Also wir sind dieses, wir sind dieses Produkt. Die hatten zwar keinen Erfolg, weil der Unimog tatsächlich dann verlagert wurde, die Produktion aber dafür haben die andere Teile von Mercedes bekommen, die, die als Gaggenau produziert werden. Und letztlich hat das sogar den Standort gestärkt, weil es gab noch mehr Arbeitsplätze dann in Gaggenau geschaffen hat.

                      Lukas

                      Also verstehst du so was wie der Unimog, dass die sich so mobilisiert haben, dafür gesorgt, dass letztlich der Standort davon sogar profitiert hat. Und man hat aber gesagt okay, wir können den Unimog nicht aus Gaggenau wegziehen lassen, wenn wir ihm nicht ein Denkmal setzen. Und dieses Denkmal ist dieses Museum, das ist aus der Community entstanden. Das ist quasi ein Museum, was einem Verein gehört und der Verein betreibt dieses Museum.

                      Lukas

                      Und alleine die Tatsache, wie viele Menschen das sind und mit wie viel Pathos die da dabei sind, macht ein Museum in dieser Größenordnung und mit diesen ganzen Exponaten und in der ganzen Haltung überhaupt erst möglich. Und da ist natürlich auch Museums Betreiberin Hildegard Knop extrem dankbar dafür.

                      Hildegard Knoop

                      Also dass wir hier als Vereins Museum mit einer täglichen Öffnungszeit mit einem absolut professionellen Museumsbetrieb schwarze Zahlen schreiben. Das haben wir vor allen Dingen 15.000 ehrenamtlichen Arbeitsstunden pro Jahr zu verdanken. Das ist wirklich Ehrenamt. Die kriegen nix dafür außer einer Tasse Kaffee. Oder wenn sie ganzen Tag da sind, ein Mittagessen. Und die kommen zum Teil aus der Schweiz hergefahren am Wochenende.

                      Hildegard Knoop

                      Die kriegen nicht mal Spritkosten. Also ich finde es unglaublich.

                      Ralph

                      Ja, wirklich bewundernswert. Wow, was die Leute da leisten. Ja, manchmal ist es dann auch so, weil die ja eigentlich gar nicht weiß, dass so viel ehrenamtlich da funktioniert. Ist es dann auch so, dass diese Unimog, die Ausstellungsstücke, dass das alles Leihgaben sind von Enthusiasten aus der Szene?

                      Lukas

                      Nee, also viele gehört auch dem Museum.

                      Ralph

                      Ach, tatsächlich?

                      Lukas

                      Okay. Ja, ja, also ich glaube, die wenigsten sind Leihgaben. Ich habe jetzt keine, kein Verhältnis, aber ich glaube, die wenigsten sind Leihgaben.

                      Ralph

                      Ah, okay, Das heißt, immer wieder kaufen die sich dann was für die Ausstellung dazu?

                      Lukas

                      Ja, bzw. Oder erweitern Genau. Genau. Und von diesen tausenden Menschen, die da ehrenamtlich irgendwie ihren Beitrag leisten, war an dem Wochenende, als ich da war, war Andre Wirtz mit seiner Frau da ist eine Frau, arbeitet so ein bisschen als Ansprechperson innerhalb des Museums ehrenamtlich. Andre Connewitz hingegen ist beruflich LKW Fahrer und genauso wie seine Frau ein riesiger Unimog Fan.

                      Lukas

                      So was macht er jetzt ehrenamtlich. Ich habe angekündigt, dass es im Museum nicht nur den Ausstellungsbereich gibt, sondern es gibt nämlich gleich nebendran noch einen Unimog Parcour. Da stehen zwei Unimog, die den ganzen Tag Gäste in der Gegend rumfahren. Und zwar auf einem Parcours, den kein kein Auto schaffen würde. Niemals. Das liegt zum Beispiel daran, dass der Unimog hat eine hat einen, hat einen Abstand zum Boden von 50 Zentimetern.

                      Lukas

                      Das ist riesengroß. Kannst du dir das vorstellen, was ich damit meine?

                      Ralph

                      Also die Karosserie von den vom Boden weg?

                      Lukas

                      Oder war's genau richtig?

                      Ralph

                      Ja, das ist riesengroß. 50 Zentimeter. Das ist.

                      Lukas

                      Immens. Das hat niemand sonst. Weil. Weil. Damit kommt er halt auch überall drüber. Andre hat mich mit in den Außenbereich genommen. Und dann sind wir auf einen sehr großen Unimog, Baujahr 2002, zugelaufen. Und den soll er uns mal kurz beschreiben.

                      Andre

                      Also schon mal sehr groß, sehr große Räder. Es ist silbern, hat vier Türen, dass wir auch mehr Leute mitnehmen können, eine schöne kleine Ladefläche und es hoch Gelände gängig, das heißt hoch Gelände. Wir sind sehr weit vom Boden weg. Wir haben 50 Zentimeter Bodenfreiheit bei dem Fahrzeug, den kommt man mit dem kommt man fast überall hin. Also probieren wir es mal aus.

                      Ralph

                      Andres Beschreibung nach ist ein sehr großer Unimog. Mit vier Türen hat er dann auch eine Pritsche dran oder nicht mehr oder wie ich wir den vorstellen. Das ganz verstanden hab ich nicht.

                      Lukas

                      Also der Unimog ist sehr hoch. Wie hoch genau weiß ich nicht, aber ich würde mal sagen so schon über 4 Meter in der Höhe, also schon doppelt so groß wie ich. Dann fünf Plätze vorne, zwei hinten drei von der Fläche her. Kannst du dir vorstellen, wie so eine Kabine von einem großen Traktor, Aber halt irgendwie auch wie ein Auto.

                      Ralph

                      Nicht wie ein Traktor.

                      Lukas

                      Dass das so ist, du bist doch aus der Oberpfalz und bist noch nie in einem Traktor gesessen?

                      Ralph

                      Ist, das ist das Klischee.

                      Lukas

                      Jetzt Traktor gesessen sein ist tatsächlich der Pritsche, aber die ist halt auch so ummantelt. Also weißte wie? Wie bei einem LKW halt auch ummantelt. Ja, da ist eine Pritsche hinten drauf, aber mit Plane, also das sieht dann quasi aus wie so ein Mini LKW auf der Pritsche. Also wie so ein Mini LKW Anhänger auf der Pritsche hinten drauf.

                      Lukas

                      Was ich mein Rahmenplan halt außenrum. Ja und wenn du da rein gehst, du kannst nicht gleich losfahren, sondern du startest den Motor und dann musst du erst ein paar Minuten warten, bis sich die Druckluft bremsen aufladen. Die genauen technischen Rahmenbedingungen, weil sie auch nicht mehr mit der wird jedenfalls mit Druckluft gebremst. Und das da muss erst ein bisschen warten, bis das bis es auflädt.

                      Lukas

                      Und auch zum Beispiel die Gangschaltung ist ganz, ganz sonderbar, weil das ist weder manuell noch Automatik. Das ist so ein Mittelding. Du hast eine Kupplung, hast aber automatische Gang Wechsel und es liegt unter anderem daran, weil du quasi mit der Kupplung ganz viel regulieren kannst. Also du musst um Unimog fahren zu können. Musste echt eine spezielle Ausbildung bekommen, weil du kommst mit dem Ding wie gesagt überall hoch.

                      Lukas

                      Du kommst auf 7000 Metern chilenischen Vulkan hoch, aber du musst halt wissen wie oder du musst halt wissen, wann kannst du Gas geben, in welchem Gang, wann blockieren die Reifen? Und so weiter und so fort. Jedenfalls hat sich Andre 15 Minuten Zeit genommen, das heißt Wissen doppelt so lang gefahren wie normal. Wir sind diesen Parcour durchgefahren. Er hat mir alle Fragen beantwortet.

                      Lukas

                      Ich habe davon. Die ganze Fahrt gibt's als Video. Die werden wir online stellen. Dann könnte ich das mal angucken, wie in diesem Parcour, wie wir da rumgefahren sind. Wir sind zum Beispiel auf eine. Auf eine Brücke, oder? Ja, es ist halt wie es hat aus wie eine Brücke. Aber es ist keine Brücke, wo du einfach so drüber gehst, weil der eine Teil dieser Brücke ist einfach eine Treppe und zwar eine Treppe mit Stufen, die so keine Ahnung 40 50 Zentimeter hoch sind.

                      Lukas

                      Also wenn du mit einem Auto dahin kommst, da kannst du so schnell fahren wie du willst, Du knallst gegen die Wand, die wissen so drauf drauf los gefahren. Ich dachte ja okay, keine Ahnung, Jetzt fahren wir da vielleicht außen rum. Ich dachte nicht, dass das zum Parkour gehört und dann sagt Andre Ja, wir der hoch. Na ja, und ich denke, das will ich dir auditiv nicht vorenthalten.

                      Lukas

                      Wie es mir dabei gegangen ist.

                      Ralph

                      Ich wollte nämlich schon fragen.

                      Lukas

                      Dass wir es einfach mit 60 % Steigung Treppe hoch sind. Dann sieht er gar nicht mehr, das immer zu wissen.

                      Andre

                      Wir wissen ja, da muss das Fahrzeug auch vorher ausrichten. Und natürlich habe ich auch die Möglichkeit Links raus zu gucken, um mich zu orientieren.

                      Lukas

                      So, und jetzt geht es dann auf der anderen Seite runter mit 70 % Gefälle Gefälle.

                      Andre

                      Steigung haben wir gerade gemacht.

                      Lukas

                      Als sind.

                      Andre

                      Mal 70 % Gefälle dafür nehmen wir jetzt auch runter. Und da den dritten.

                      Lukas

                      Ich bin gespannt, wie oft wir diese Strecke den Sonntag.

                      Andre

                      Den ganzen Tag zwischen 60 und 60 mal.

                      Lukas

                      Also du kennst. Könntest du wahrscheinlich auf jeden.

                      Andre

                      Fall mittlerweile schon.

                      Lukas

                      Ach du Schande wie wir fast senkrecht damals. Boah, oh.

                      Andre

                      Wahnsinn. Aber das gleiche können wir auch rückwärts auch wieder hoch.

                      Ralph

                      Oh mein Gott! Also ich habe. Also ich habe ja versucht, mir das jetzt so visuell vorzustellen und jetzt ohne Witz, also da haben sich bei mir echt die Haare aufgestellt an den Armen. Ich habe da wirklich Gänsehaut gekriegt, weil ich da echt Schiss hätte. Ich ich weiß nicht. Ging es dir dann auch so, dass du Schiss hattest? Hattest du da wirklich vollstes Vertrauen in andere und vor allem auch in den Unimog?

                      Lukas

                      In Andrea hatte ich vollstes Vertrauen, weil alleine schon wie er den Unimog ausgepackt hat, wusste ich, das macht er zum Millionsten Mal. Das erste Mal, als sie dieses Gefälle runtergefahren sind, hätte ich da keinen Gurt angehabt.

                      Ralph

                      Da ist die Windschutzscheibe ja voll.

                      Lukas

                      Und was von krass ist, Du fährst da dieses Gefälle runter und du denkst also, du, du knallst jetzt voll auf den Boden und dann auf wundersame Weise durch diese hohle hohe Bodenfreiheit fest Einfach weiter. Warum diese Fahrt aber jetzt nicht so krass ist wie wie man vielleicht denkt, Weil dieser Unimog halt so langsam ist. Das heißt du fährst mit zehn Kilometer hoch, du fährst mit zwei oder drei runter.

                      Lukas

                      Aber was dann auch krass ist, der kann nicht nur vorwärts hochfahren, sondern ja auch rückwärts wieder hoch. Das heißt, sie sind rückwärts diese Treppe mit 60 % Steigung hochgefahren und das ist dann schon absurd, weil dieses Gewicht, das sind ja mehrere Tonnen, die da über diese Brücke rüber kommen. Also was den Unimog auch auszeichnet, das können auch die meisten Fahrzeuge nicht, weswegen der Unimog eben so hoch Gelände gängig ist.

                      Lukas

                      Der kann seine Achsen verschränken. Das musst du dir folgendermaßen vorstellen Wenn du jetzt in einem Auto sitzt, hat er oder einem LKW das sind ja meistens zwei Achsen bzw dann bei einem LKW sechs Achsen, weil häufig sind die hinten ja doppelt bereift. Und dann ist es so, dass sich die Achsen ja ein bisschen bewegen können, aber immer nur in eine Richtung.

                      Lukas

                      Die können sich immer nur entweder nach links neigen oder nach rechts neigen. Logischerweise. Und beim Unimog ist es so die können sich die Achsen unabhängig voneinander x förmig neigen. Also das heißt, beim Unimog ist es so, dass selten ein Reifen in der Luft ist, weil sich die Achsen so dem Gelände anpassen können, dass das, dass der da durchkommt.

                      Lukas

                      Das ist zum Beispiel so was oder aber auch eine seitliche Steigen. Also es gibt dann auch einen Abstand, diesen Parcour, da bist du dann, da fährst du dann quasi schräg. Ich weiß auch nicht mehr die genaue Anzahl, aber das war auch absurd, weil da habe ich dann andere gesagt, wenn ich jetzt meinen Gurt lösen würde, ich würde voll mit dir, ich würde voll auf dich draufhalten, mit dir kuscheln.

                      Lukas

                      Und da hat er gesagt Ja, deswegen ist es auch wichtig, dass du so einen guten Anschnallen Gurt da drinnen hast, Weil wenn du diesen paar Kurfürst, du liegst da wirklich ein paar Mal drin, aber es ist ein Riesenspaß. Das macht unglaublich Bock. Und das ist, wie das ganze Museum unglaublich Bock macht. Ja, und das war so, jetzt erst mal meine kurze Vorstellung zu diesem Unimog Museum und ich möchte diesen Teil, bevor du noch Fragen stellen kannst, noch mit einem kurzen Rückbezug auf den auf den Anfang schließen.

                      Lukas

                      Ich möchte mal auf diesen hohen Rekord zurückkommen, mit diesen knapp 6700 Metern, den das Team mit den beiden Unimog da geschafft hat. Diese beiden Unimog sind übrigens in der hauseigenen Werkstatt vom Unimog Museum umgebaut worden. Das heißt, dass da immer noch Techniker, Ingenieure und das nötige Know how ist, um diese Unimog umzubauen. Und das finde ich total cool, dass der quasi nicht nur ausgestellt wird, sondern auch noch technisches Know how da ist.

                      Lukas

                      Außerdem ist es so, dass jeder von uns so ein Training buchen kann, das heißt dann sitzt und so jemand wie Andre mit dir im im Unimog und du lernst selber das Ding zu fahren und du lernst dann am Ende selber diesen Parcour zu fahren. Und du brauchst ja kein LKW Führerschein, weil das ist auf diesen Testgelände, das kann man buchen, was ich super cool finde, auch als Firma, die wenn zum Beispiel was ganz geil ist.

                      Lukas

                      Und in dem Museum ist es außerdem so, dass du das Museum auch für Firmen Events mieten kannst und dass das halt auch nochmal für das spezielle Ambiente dafür halt schon irgendwie witzig ist, wenn es um Firmen Events außenrum. Insgesamt hat es dieses Museum geschafft, 40.000 Menschen pro Jahr in das Museum zu holen. Im Schnitt also schon von den Museen, die wir bei Bitte nicht anfassen besuchen.

                      Lukas

                      Schon eines der würde ich mal sagen sehr sehr großen.

                      Ralph

                      Und wem würdest das Museum empfehlen.

                      Lukas

                      Wenn du jetzt Autos oder Maschinen komplett schnurzpiepegal sind, dann ist es vielleicht nichts, aber ich glaube jede Person hat da Spaß dran, egal ob die mitfährt oder nicht. Das ist einfach total interessant. Diese Entwicklung nachzuvollziehen. Von diesen alten Unimog bis hin zu diesen so modernen Teilen, wo die Reifen was weiß ich alleine schon eine Tonne wiegen oder was und zu sehen der alles kann.

                      Lukas

                      Und wie auch diese Geschichte dieses Fahrzeugs mit der Nachkriegsgeschichte Deutschlands, aber auch mit der Geschichte von Gaggenau verbunden ist.

                      Ralph

                      Wie lang braucht man denn da ungefähr oder wie viel Zeit kann man da verbringen? Weil ich kann es jetzt gar nicht einschätzen, weil da stehen ja so viele Unimog angeblich rum und da kannst du noch so mit andere rumfahren. Also was? Wie viel Zeit sollte man denn da einplanen?

                      Lukas

                      Also ich denke mal mindestens zwei Stunden.

                      Ralph

                      Naja, war dann die Fahrt für dich auch das Highlight des Museums oder was fandest du besonders gut daran?

                      Lukas

                      Ich fand beides gleich interessant. Also die Fahrt war schon noch mal cool, weil es halt schon geil ist. Du liest auf diesen Schildern erst mal, was sie alles können und warum die so krassen Und du denkst ja, okay, cool. Also verstehst du, das ist so ein bisschen. Wenn ich in anderen Technik Museen drin bin, dann ist es häufig so, dass da irgendwie krasse Sachen stehen.

                      Lukas

                      Der die Rakete fliegt so und so schnell, das Flugzeug kann zu so hoch fliegen, aber in den seltensten Fällen kannst du das miterleben. Und da ist es halt so, dass du dann halt alles das mit erlebst, was die vorher sagen. Du fährst über Berge, du fährst über Treppen, du machst quasi Dinge, die ein Militär machen würde, wenn es zum Beispiel keine Ahnung zerstört, das Gebiet irgendwo rein muss, dann machst Dinge, die ein Holzfäller machen würde, wenn er halt irgendwie durch den Wald durch müssen über Bäume drüber fährt, die auf der Straße liegen.

                      Lukas

                      Lauter so Geschichten. Das ist halt einfach das, was so cool ist, finde ich, dass du das beides so hast.

                      Ralph

                      Dass es so plastisch macht, dann du lernst zu theoretisch. Kann aber ist dann auch in der Praxis. Genau so ist.

                      Lukas

                      Ja.

                      Ralph

                      Mehr spannend.

                      Lukas

                      Und wie gesagt, für mich war das irgendwie so ein bisschen. Ich habe mich dann wieder gefühlt wie so ein wie so ein kleiner Junge, der zum Ersten Mal mit so ganz großen Augen vor so einem Riesending steht und sich dann freut wie Bolle, dass er mitfahren darf. Das war irgendwie so, für mich hat das so was ganz Weisen, hat so ein kindliches Woah Gefühl ausgelöst.

                      Lukas

                      Und das war sehr cool, weil ich weiß nicht, wie oft du das hast, aber so, so dass man sich so fühlt wie so ein kleiner, neugieriger Junge, der einfach dann und boah, krass. Und das kannte es und war und das kann es auch, war cool für mich.

                      Ralph

                      Ich glaube, ich bin ein bisschen neidisch.

                      Lukas

                      Da denke ich.

                      Ralph

                      War so die Museum, wo ich da jetzt so drauf gestoßen wäre. Aber es klingt auf jeden Fall sehr, sehr spannend. Na schön.

                      Lukas

                      Dann würde ich sagen, lassen wir es mit diesem Teil dabei bewenden.

                      Ralph

                      Danke, dass du mir das Unimog Museum vorgestellt hast.

                      Lukas

                      Jederzeit und gerne. Vielleicht kannst du schon sagen, wo das nächste Mal gehen wird. Oder halt Tipp geben. Du, das ist ja nicht verraten.

                      Ralph

                      Ich darf es nicht verraten. Ja, aber es wird nach Norddeutschland gehen und. Zwar in ein Museum, bei dem es um ein Objekt aus der Natur geht, das wie beschreibe ich das jetzt, das sehr viele Jahre überdauert und im Endeffekt das auch in gewisser Weise eine Zeitkapsel ist. Das habe ich auch zu viel verraten. Na ja, kann ich, jetzt kann ich Nicht mehr zu sagen Nee, jetzt belassen wir es dabei, belassen es jetzt aber.Aber ich kann jetzt nicht verraten, was es sein wird, sonst.

                      Lukas

                      Ist unser Konzept ein bisschen untergraben. Es ist richtig. Ja, dann viel lieben Dank euch allen draußen, die ihr zugehört habt. Wir würden uns auch sehr drüber freuen, wenn ihr uns weiter empfehlt. Macht Mundpropaganda für uns. Das würde uns sehr helfen. Auch gerade weil es für kleinere Formate, weil da diese Mundpropaganda ist. Und er tut er das nicht nur für uns, Er tut das ja auch und unterstützt damit eigentlich ganz viele kleine alternative Museen in Deutschland, um da ein bisschen Öffentlichkeit zu bekommen.

                      Ralph

                      Ja, wir würden uns sehr darüber freuen. Von daher jetzt gleich nach der Folge teilen, teilen, teilen.

                      Lukas

                      Dann bis zum nächsten Mal.

                      Ralph

                      Mach's gut.

                      Der Beitrag Das Unimog-Museum Gaggenau erschien zuerst auf Escucha.

                      Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.

                      44 min
                    • Vom Hodensack zum Totensack - Das Sackmuseum Nieheim

                        BITTE NICHT ANFASSEN! #17 – Das Sackmuseum Nieheim 

                        Show Notes 

                        Mit dem Slogan “Vom Hodensack bis zum Totensack” hat das heutige Museum nicht nur unser Herz gewonnen. Böhmermann-Fans kennen es vielleicht: Das Sackmuseum Nieheim. Es geht um nicht weniger als die Neuerfindung eines Heimatvereins und des dazugehörigen Heimatmuseums, es geht um ehrenamtliches Engagement, Tom Hanks und um einen Sack auf Reisen. 

                        ~~~~~~~ 

                        Hilfreiche Links: 

                        Link zum Digamus-Award: https://digamus-award.de/ 

                        Hier der Link zur Shortlist: https://digamus-award.de/shortlist/  

                        Informationen zum immateriellen Kulturerbe Nieheimer Flechthecke:  

                        https://www.unesco.de/kultur-und-natur/immaterielles-kulturerbe/immaterielles-kulturerbe-deutschland/flechthecken

                        ~~~~~~~ 

                        Infos zum Museum:  

                        Sackmuseum Nieheim 

                        Wasserstraße 6 
                        33039 Nieheim 

                        https://www.sackmuseum.de/

                        ~~~~~~~ 

                        über BITTE NICHT ANFASSEN!:  

                        Woran denkst du beim Wort Museum? An weltberühmte Ausstellungsstücke wie Sarkophage ägyptischer Pharaonen, an Gemälde von Picasso oder an technische Erfindungen wie das Automobil? Denkst du an das Deutsche Museum in München, das Pergamon-Museum in Berlin oder an das Städel in Frankfurt? Wir – das sind Ralph Würschinger und Lukas Fleischmann – denken beim Wort Museum an etwas Anderes: an Milbenkäse, Mausefallen, an Flipper-Automaten, Nummernschilder oder auch an Gartenzwerge. Denn die schätzungsweise 7.000 Museen in Deutschland haben so viel mehr zu bieten als das Angebot der großen Häuser. 

                        Mit „BITTE NICHT ANFASSEN – Museum mal anders“ begeben wir uns an kleine Orte, in Seitengassen großer Städte, um die kleinen und alternativen Ausstellungen zu finden, von denen du vermutlich noch nie gehört hast. 

                        Pro Monat erscheint eine Folge, für die einer von uns beiden ein besonderes Museum besucht und sich mit dem jeweils anderen darüber austauscht. Dabei kommen Museumsbetreiberinnen und -betreiber zu Wort, aber auch die Exponate an sich werden hörbar gemacht. 

                        Dieser Podcast ist für Museumsliebhaber, für Mitarbeiter aus dem Museumsbereich und für alle, die sich für Kunst, Kultur und Technik-Geschichte interessieren und skurrile Stories mögen. 

                        BITTE NICHT ANFASSEN! ist eine Produktion von Escucha – Kultur für's Ohr. 

                        Mehr Infos auf https://www.escucha.de/bitte-nicht-anfassen/ 

                         Wenn ihr als Museum darüber nachdenkt, ob Podcasting etwas für euch ist – hier sind 10 gute Gründe dafür: https://www.escucha.de/gruende-fuer-museumspodcasts/
                        ~~~~~~~ 

                         
                        Kontakt: 
                        Instagram: https://www.instagram.com/bittenichtanfassen_podcast/  
                        E-Mail: info[at]escucha.de  

                        ~~~~~~~ 

                        Wollt ihr uns unterstützen?  

                        Dann schaut doch auf unserer Steady-Seite vorbei: https://steadyhq.com/en/bitte-nicht-anfassen  

                        ~~~~~~~ 

                        Podcast-Credits:  
                          

                        Sprecher: Lukas Fleischmann, Ralph Würschinger  
                        Produktion: Escucha GbR  
                        Podcast-Grafik: Tobias Trauth https://www.instagram.com/don_t_obey/  
                        Intro/Outro: Patrizia Nath (Sprecherin) https://www.patrizianath.com/, Lukas Fleischmann (Musik)  

                        Wenn euch der Podcast gefällt, dann abonniert uns und empfehlt uns weiter. Welches Museum sollen wir unbedingt vorstellen? Schreibt uns eure Vorschläge! 

                        ~~~~~~~ 

                        Transkript 

                        Jana Reineke 

                        Wir sagen immer vom Hodensack bis zum Totensack ist der Sack irgendwie überall mit dabei im Leben. 

                        INTRO Bitte nicht anfassen! Museum mal anders 

                        Ralph 

                        Hallo und herzlich willkommen zu Bitte nicht anfassen! Dem Podcast eures Vertrauens, wenn's um Museen geht. Hallo, lieber Lukas. Hallo alle da draußen. 

                        Lukas 

                        Ja. Hallo, lieber Ralph. Das Prinzip von Bitte nicht anfassen ist einfach erklärt. Und zwar ist es so, dass einmal im Monat sich entweder Ralph oder ich, wir machen uns auf die Suche nach einem kleinen, skurrilen, alternativen Museum abseits dieser ganz großen Häuser. Und die Idee ist, dass wir euch und uns gegenseitig diese kleinen Museen vorstellen und vor allem aber auch die Menschen zu Wort kommen lassen, die diese Museen betreiben. 

                        Und uns ist dabei aufgefallen, dass das Faszinierende an dieser ganzen Geschichte ist, dass meistens total verrückte Geschichten innerhalb dieser kleinen Museen schlummern. 

                        Ralph 

                        Ich bin auch gespannt, was das heute von der Folge denken wirst. Bevor wir in die Folge einsteigen. Vielleicht ein paar tolle Neuigkeiten. Dieser Podcast ist nicht ungehört geblieben und wir sind bei einem Award nominiert oder bzw in die engere Auswahl gekommen, nämlich beim Digamus-Award. Das sind wir in der Shortlist gelandet in der Kategorie Podcast. 

                        Lukas 

                        Ja, das freut uns ungemein und zeigt ja auch, dass irgendwie das Format so ein bisschen zumindest Relevanz hat. Also für uns ist es natürlich super cool. Transparenz halber ist es so, wenn diese Folge veröffentlicht wird, dann wird dieser Preis wohl schon verliehen worden sein. Das heißt, wir wissen jetzt gerade aktuell noch nicht, ob wir den vielleicht sogar bekommen haben oder nicht. 

                        Lukas 

                        Aber immerhin, und das können wir mit Sicherheit sagen wir sind auf die Shortlist gekommen und das ist schon für uns Freude genug. Also vielen Dank an alle. Und auch vielen Dank an alle, die für uns gevotet haben für den Publikumspreis. Dankeschön! 

                        Ralph 

                        Danke auch von meiner Seite. Kurz zum Digamus-Award Wer denn nicht kennt: Das ist ein Online Preis, der für digitale Projekte im Museums Bereich vergeben wird. Und wir waren da eben mit ganz vielen anderen Podcasts aus verschiedenen großen, mittelgroßen und kleinen Museen aufgelistet und sind jetzt in der Shortlist mit vier anderen tollen Podcasts abgebildet. Und wer sich dafür interessiert wir verlinken auch mal zur Shortlist. 

                        Lukas 

                        Genau. Ja, Ralph, in der vergangenen Folge war es auch so, dass ich unterwegs war. Da ging es um die Geschichte des Korkenziehers, des Korkens und wir haben auch einen Einblick bekommen, was eigentlich einen guten Wein auszeichnet und wie das Metier eines Mastersommeliers funktioniert, von dem es weniger gibt als Menschen, die im Weltall waren. 

                        Lukas 

                        Ein kleiner Teaser für alle, die die Folge noch nicht gehört haben. Das bedeutet ja zwangsläufig, dass in dieser Folge wirst du mich in ein Museum mitnehmen. 

                        Ralph 

                        So ist es. Gleich eine Frage vorneweg. Warst du mal im Heimatverein aktiv? 

                        Lukas 

                        Nein. 

                        Ralph 

                        Irgendwelche Bezugspunkte dazu? 

                        Lukas 

                        Gar nix. Nee. 

                        Ralph 

                        Woran denkst du, wenn du jetzt das Wort Heimatverein hörst?  

                        Lukas 

                        Boah. Heimatverein. Hmm. Ja, gut. Ich bin natürlich ein bisschen biased wegen bitte nicht anfassen, weil ja viele Museen vom Heimatverein getragen werden. Zum Beispiel das Peitschen-Museum. Das war ja auch vom Heimatverein Killer. Ähm, ich denke wahrscheinlich beim Wort Heimatverein so ein bisschen voreingenommen. Ein paar Leute, die wahrscheinlich alle recht alt sind und irgendwie so das Erbe und die Kultur ihrer jeweiligen Region einfach so ein bisschen promoten wollen. 

                        Aber ja, keine Ahnung. Ich habe jetzt keinen tieferen Bezug dazu, glaube ich. 

                        Ralph 

                        Ja, okay, das werde ich auf jeden Fall in dieser Folge mal auflösen. Aber bevor ich jetzt dazu komm, Zeit fürs Kreuzverhör. Lukas, wo warst du am Abend des 3. November 2012 gegen 20:15? Was hast du da gemacht? Das war ein Samstag. 

                        Lukas 

                        2012. Da hab ich noch in Bamberg gewohnt. Es ist ein Samstag. Ich gehe mal stark davon aus, dass ich bei irgendwelchen Kumpels abends zu Hause war und Bier getrunken habe. 

                        Ralph 

                        Ah, okay, dann gehörst du also nicht zu den Millionen Deutschen, die sich vor den Fernseher gesetzt haben, um eine ganz besondere Sendung im ZDF zu sehen? 

                        Lukas 

                        Lass mich raten Wetten, dass? 

                        Ralph 

                        Richtig. Wetten, dass? Und zwar ist es die zweite Sendung mit Markus Lanz als Moderator live aus Bremen und auf der Couch sitzen unter anderem Halle Berry, Barbara Schöneberger, zeitweise auch Robbie Williams, der so ein Dauergast war bei bei Wetten, dass. Und auch Tom Hanks. Und nach etwa 75 Minuten passiert etwas, das für unser heutiges Thema wichtig ist, nämlich der Komiker Atze Schröder, der in dieser Sendung die Assistenz von Markus Lanz ist, fährt auf einem motorisierten Bierkasten auf die Bühne. 

                        Der trägt einen schwarzen Smoking, schwarze Fliege und kündigt dann an: So, jetzt ist die Lanz Challenge. Und das heißt, Markus Lanz tritt jetzt gegen jemanden aus dem Publikum an, und die Wahl fällt auf Niklas. Niklas. Der sitzt mit seiner Familie im Publikum, ist so ein sportlicher Typ, vielleicht so Ende 30, Anfang 40, und sobald Niklas auf der Bühne ankommt, zaubert Atze Schröder aus dem Bierkasten was hervor, nämlich zwei Säcke. 

                        Die Challenge besteht nämlich aus Sackhüpfen. 

                        Lukas 

                        Ach du Scheiße, da gibt es doch auch diese Ah ja, ja, das hat doch sogar so ein Skandal ausgelöst, oder? Weil Tom Henk sich im Nachhinein darüber beschwert hat, dass es die bescheuerte Sendung war, in dem man es im Leben jemals war. Kann es sein? 

                        Ralph 

                        Ja, ja, absolut richtig. Aber für die Leute, die das nicht kennen, erkläre ich das ganz, wie das war. Also, das ist dann so gewesen. Auf der Bühne wurde ein Parcours aufgebaut, der aus menschlichen Pylonen bestanden hat, vertreten durch Oliver Welke, der zu Gast ist. Bruno Maccallini. Wer den jetzt nicht kennt, das ist der Typ aus einer damals sehr bekannten Cappuccino Werbung, der sagt „Ich habe gar kein Auto“, Kennst du den noch? 

                        Lukas 

                        Noch nie gehört. 

                        Ralph 

                        Ach ja, ich bin mit dem aufgewachsen. Ja, dann eben David Garrett und Tom Hanks, wie du schon angesprochen hast. Und um diese Pylonen sollen die beiden Athleten herumhüpfen, drei Runden lang. Als wäre das nicht schon genug, bekommen die prominenten Gäste noch Kopfbedeckungen aufgesetzt, die den Bremer Stadtmusikanten nachempfunden sind, also Esel, Hund, Katze und Hahn. Und Markus Lanz. Der sagt dann noch zu Tom Hanks: Tom, Sie müssen das nicht machen. 

                        Worauf dann Tom Hanks antwortet: I have not dignity left. Auf Deutsch: Ich habe sowieso keine Würde mehr. Das Publikum lacht. Später wird sicher Tom Hanks dann irgendwo anders drüber auskotzen über diese Sendung. Na ja, wie dem auch sei, der Anreiz zu gewinnen ist für Niklas hoch, weil es geht um eine Reise nach Las Vegas. Und es ist so, dass beide nacheinander antreten. 

                        Die hüpfen halt diese drei Runden lang um die Bremer Stadtmusikanten herum und Niklas macht den Anfang. Er startet mit kleinen Sprüngen, hüpft und hüpft und hüpft unter dem Klatschen des Publikums. Nach Runde zwei gerät er ins Straucheln. Er fällt sogar kurz mal hin, rappelt sich auf, fällt dann wieder hin, verliert also Zeit und kommt bei genau 60 Sekunden im Ziel an das Publikum ist begeistert, johlt und klatscht und dann ist natürlich der Druck für Markus Lanz extrem hoch. 

                        Markus Lanz fängt aber gleich mit großen Sprüngen an und nach 14 Sekunden hat er schon die erste Runde hinter sich. Seine Technik ist auch wirklich gut. Er verliert zwar ab Runde drei deutlich an Geschwindigkeit, hüpft aber letztendlich nach 52 Sekunden über die Ziellinie. Das heißt. 

                        Lukas 

                        Er hat gewonnen. 

                        Ralph 

                        Er hat gewonnen. 

                        Lukas 

                        Kein Urlaub nach Las Vegas. 

                        Ralph 

                        Kein Urlaub nach Las Vegas, nicht mal ein Trostpreis für Niklas. Der geht komplett leer aus. Total traurig. Wer aber nicht leer ausgeht, ist das Museum, das ich heute vorstelle. Ton 1. 

                        Jana Reineke 

                        Das ist nämlich der berühmte Wetten sack. Und diesen Sack hat Markus Lanz dann hinterher dem Museum übergeben. Das heißt, es ist auch ein Sack mit berühmter Geschichte dahinter. 

                        Lukas 

                        Ich weiß, in welchem Museum du warst, ohne es zu wissen. Du warst im Sack Museum, richtig? 

                        Ralph 

                        So viele Sack Museen gibt es ja auch gar nicht. 

                        Lukas 

                        Das berühmte Museum ist was ja auch zum Beispiel schon durch Jan Böhmermann gefeatured wurde. Ja, cool, schön, endlich. Wir haben den Klassiker. Jetzt will ich wirklich gespannt. 

                        Ralph 

                        Also heute geht es ums Sack Museum Nieheim. Es geht um verschiedene Säcke, die ich dir vorstellen werde. Aber es geht auch darum, wie sich ein Museum neu erfinden kann und welche Rolle dabei die örtliche Gemeinschaft spielt. 

                        Lukas 

                        Super. 

                        Ralph 

                        Also Nieheim hast du ja schon erwähnt. Wer das nicht kennt, das ist eine Kleinstadt im Nordosten von Nordrhein-Westfalen und die nächstgrößere Stadt ist Paderborn, liegt rund 30 Kilometer westlich davon. Die Kernstadt von Nieheim macht so 2500 Einwohner aus. Dann gibt es noch im Umkreis ein paar 1000, also insgesamt unter 10.000 Einwohner. Und abgesehen davon, dass Nieheim jetzt bekannt ist für das Museum durch durch Böhmermann beispielsweise ist es noch für was anderes bekannt, und zwar für die Nieheimer Flechthecke. 

                        Hast du von der schon mal gehört?  

                        Lukas 

                        Nein. 

                        Ralph 

                        Weil sie gehört zum immateriellen Kulturerbe und ist ein bisschen aus wie so ein natürlicher Zaun. Ich werde da auch in die Shownotes reinpacken, dass man sich das noch mal bildlich vorstellen kann. Also es sieht ein bisschen aus wie so ein natürlicher Zaun aus Weiden, Haselnuss, Sträuchern, aber auch wilde Rosen sind da verflochten und das ist eine Hecke, die ganz nützlich ist, weil die liefert einerseits Brennholz, aber auch Nahrung für Mensch. Durch diese Nüsschen zum Beispiel, aber auch für Tiere. Und vor allem ist es halt ein wichtiger Lebensraum für die Tiere. Also eine sehr große Brutstätte für Vögel ist das zum Beispiel. Ja, das ist jetzt das bekannteste, abgesehen vom Museum. Und das Museum selbst. Das ist ein Gebäude, das jetzt nicht ein fancy Museum ist, sondern das ist ein Backsteinbau aus dem frühen 20. Jahrhundert und hat früher als Landhandel gedient. 

                        Also da wurden halt Waren verkauft. Und dann musst du das so vorstellen, dass du das über so eine Außentreppe betrittst. Vielleicht so acht Stufen oder so geht man da hoch und dann ist es ein mehrstöckiger Bau, den man betritt mit alten dicken Holzboden. Es gibt auch noch den Dachstuhl in alter Form. Und das Museum, Das beginnt im ersten Obergeschoss. Wo wir schon beim Beginn sind, 

                        das Sack Museum, das ist aus einem anderen Museum heraus entstanden. Das soll dir aber Jana Reineke erzählen. Die hast du gerade vorhin schon gehört. In dem ersten Ton Jana Reineke ist im Vorstand des Heimatvereins Heim und im Arbeitskreis Sack Museum. Und die hat sich ja Zeit genommen, mich da durchzuführen. 

                        Jana Reineke 

                        Es gab dann erst dieses Heimat Museum, wo man sich dann aber irgendwann gedacht hat Ah, erst mal haben wir zu wenig Platz. Und das war hier in der alten Schule, das ist auch ein Gebäude in Nieheim, zum anderen möchten wir irgendwie auch mehr Menschen nach nebenan locken, die nicht das 25. Heimatmuseum sich angucken wollen, sondern die was Besonderes sehen wollen. 

                        Und wir sagen immer vom Hodensack bis zum TotenSack ist der Sack irgendwie überall mit dabei im Leben. 

                        Lukas 

                        Bester Slogan was ich jeweils gehört habe: Vom Hodensack zum Hosensack. 

                        Ralph 

                        Zum Totensack. 

                        Lukas 

                        Vom Hodensack zum Totensack. Und was man ja nicht vergessen darf den Hoosesagg. 

                        Ralph 

                        Hä, was ist denn der Hoosesagg? 

                        Lukas 

                        Da war nen Museum. Da waren wir drin. 

                        Ralph 

                        Ach ja! Na ja, ich war nicht im Museum. 

                        Lukas 

                        Ich war okay. Also gut. Vom Hodensack zum Totensack. Sehr schön. 

                        Ralph 

                        Ja, Also du hörst schon. Es ist nicht so bierernst wieder das Thema Sack verkauft wird, aber es soll halt sensibilisieren für Sack und zeigen, dass Säcke sich halt durchs ganze Leben ziehen. Vom Hodensack bis eben zum Totensack, in dem man dann ja verpackt wird. Und ganz wichtig auch hierbei, dass das Wort Sack hier ein bisschen frei ausgelegt wird im Museum. Also es gibt da auch Beutel, Taschen, Tüten und andere ähnliche Behälter zu sehen. Ich muss auch dazu sagen, es ist jetzt kein Museum, da gehst du rein und dann kriegst du den Abriss über die Geschichte der Säcke oder so. Wen das jetzt interessiert: Ganz kurz kann ich ja erwähnen, Säcke sind wirklich schon sehr alt. Das sind schon in der Bibel erwähnt worden, Aber es geht natürlich noch weiter zurück. Man findet auch auf Hieroglyphen, zum Beispiel Abbildungen von Säcken bzw. Beuteln oder Taschen, die die Leute getragen haben. 

                        Lukas 

                        Ich denke mal, dass Säcke so alt sind wie die Menschen. Ja, überleg dir mal so einen Steinzeitmenschen oder noch früher, wenn die irgendwelche Lebensmittel als Jäger Sammler transportieren mussten, dann hatten die halt wahrscheinlich aus Fellen Säcke gemacht. 

                        Ralph 

                        Immer, immer in die Hände rein.  

                        Lukas 

                        Was wenn die Wasser transportieren mussten?  

                        Ralph 

                        Ja, du hast recht. Natürlich. Zurück zum Museum. Jana Reineke hat ja erzählt, dass sie nicht einfach das Heimatmuseum als klassisches Heimatmuseum weiterführen wollten, sondern dass sie dann das Museum draus gemacht haben. Dafür verantwortlich ist jemand anderes aus dem Heimatverein, mit dem ich leider nicht gesprochen habe. Ulrich Pieper. Der kam tatsächlich einfach so mal auf die Idee und hat gesagt Hey, Sack ist doch irgendwie. Jetzt war es aber so, die mussten ja jetzt erst mal irgendwie anfangen, da diese ganzen Säcke ranzukarren und wie die das gemacht haben, das soll dir Jana Reineke mal selbst erzählen. 

                        Jana Reineke 

                        Diese Menschen, die hier im Verein engagiert waren, das waren wirklich sehr engagierte Menschen, die auch unter anderem dafür gesorgt haben, dass dieses Haus auch umgebaut wurde. Und die haben in der Anfangsphase dann tatsächlich diese Säcke zusammengesucht und haben geguckt, was hat man selber im Haushalt, was findet man aber hier vielleicht nie heim, auch in Haushalten? Was gibt es, was Menschen vielleicht einfach auch noch in der Ecke haben und sagen so, Ach, das passt total gut. Und irgendwann durch Ja, ich sag jetzt auch mal ja, heute würde man Marketing sagen bzw. auch Bekanntheit durch dieses Museum. Und irgendwann ist es dann auch ein Stück weit zum Selbstläufer geworden. Also es ist mittlerweile so, dass wirklich Menschen und sehr regelmäßig ich würd jetzt mal behaupten im Wochentakt wirklich Säcke zusenden, die wir uns anschauen und dann gegebenenfalls eben auch einen Platz hier im Museum finden. 

                        Lukas 

                        Ja, cool. Also Community Project und einfach aus einem Thema dann irgendwie ein Museum gemacht mit viel Gemeinschaftsarbeit. Klingt super. 

                        Ralph 

                        Ja, und so gibt es halt jetzt eine Vielzahl an Säcken zu sehen. Insgesamt 7000 Säcke. 

                        Lukas 

                        Ja okay, aber wenn ihr zum Beispiel des Mottos Vom Hodensack bis zum toten Sack, dann nehme ich mal an, dass die keine Hoden Säcke ausgestellt haben. 

                        Ralph 

                        Doch. Ach so, äh ja, nicht wortwörtlich Hodensack. Aber wenn man den Begriff ein bisschen weiter nimmt, dann ist eine Unterhose in gewisser Weise auch ein Hodensack. 

                        Lukas 

                        Weil es quasi den. 

                        Ralph 

                        Hoden. 

                        Lukas 

                        Die Metaebene in einen Sack rein. 

                        Ralph 

                        Aber du hast Recht, den Hodensack selber nicht. Den bringen ja die Besucher zum Teil mit. Und diese ganzen Säcke, dies sind nicht einfach irgendwie so reingeworfen worden in dieses Museum, sondern da ist schon ein Konzept dahinter, dass das in Themenwelten aufgebaut ist. Das heißt, es gibt gleich zu Anfang so eine Kinderabteilung, wo man zum Beispiel das Sackleinen des Sandmännchen findet oder auch den Sack vom Nikolaus oder auch was über das Märchen Knüppel aus dem Sack. 

                        Und wenn man weitergeht, dann landet man schnell in der Küche, die übrigens die Küche von Jana Reinekes Großeltern ist. Also sie ist aus den 50er Jahren eine Küche und da sieht man halt so alltägliche Säcke wie jetzt zum Beispiel. Ja, so eine Art Sack um eine Teekanne herum, die die Teekanne warmhält. Oder auch ein Teebeutel. Natürlich, logischerweise, wenn man jetzt Sack weiter fasst. Es gibt aber auch einen Sack für Brötchen, Kohlensäcke. Ganz, ganz normale Sachen eben. Eine andere Themenwelt umfasst das Schlafen, und das sieht man im Bett mit dem Strohsack, in dem man früher gelegen hat und darüber schnell eine Leine auf der Unterwäsche gehängt ist. Und da haben die auch Säcke angeordnet, nämlich den Spitz Tüten BH zum Beispiel oder auch Schinken Beutel. Sagt dir das was? 

                        Lukas 

                        Nein. 

                        Ralph 

                        Das ist ein alter Begriff für eine Unterhose, weil der den Popo; das ist der Schinken sozusagen. 

                        Lukas 

                        Okay, verstehe. 

                        Ralph 

                        Und auch gleich daneben. Ich weiß nicht, ob das Zufall ist oder so, gleich daneben finden sich Kotztüten und dann geht es aber weiter zum Apotheker Schrank mit Arznei Tüten. Und es gibt halt nicht nur diese Themenwelten, sondern es gibt auch mehr. Ich sage jetzt mal Säcke mit Eigenschaften. So habe ich das jetzt zumindest für mich verortet, nämlich prominente Säcke wie den Wetten, dass. Sack zum Beispiel. Aber es gibt auch musikalische Säcke. Wenn man jetzt überlegt Dudelsack ist ja auch ein Sack oder lustige Säcke, den lach sag beschützende Säcke, also Airbag oder Sandsäcke gegen Hochwasser. 

                        Lukas 

                        Oder den Schlafsack. 

                        Ralph 

                        Oder den Schlafsack. Genau so, du kommst endlich in die Denke rein. Es gibt auch einen Filter Beutel aus einem Atomkraftwerk, was jetzt nicht so alltäglich ist und auch sportliche Säcke wie das Lieblingsobjekt von Jana Reineke, das sie dir mal beschreiben soll. 

                        Jana Reineke 

                        Das ist nämlich unser Boxsack, den wir haben. Und das ist nicht nur, um meine Aggressionen loszuwerden, nein, so oft box sich da nicht drauf. Aber manchmal schon. Das ist tatsächlich ein Boxsack von Klitschko, den wir hier hängen haben. Der Trainer von Klitschko hat den uns tatsächlich sogar persönlich vorbeigebracht, ist auch signiert und das finde ich, ist schon ziemlich cool. 

                        Lukas 

                        Ja, das ist wirklich ziemlich cool. Also gut. Schlafsack, Boxsack, alles Mögliche. Hodensack. Was ist dein Lieblingsobjekt gewesen, als du da Museum warst? 

                        Ralph 

                        Mein Lieblingsobjekt in dem Museum war ein relativ unscheinbar aussehender Sack. Das war so ein weißer Leinensack mit Trageriemen. Der wurde nämlich genäht zu einem Rucksack und hat eine kleine Geschichte zu erzählen. 

                        Jana Reineke 

                        Rucksack genäht im März 1945 in einer Rostocker Privatwohnung von der Ehefrau eines Polizeikommissars. Die Familie bereitete sich auf ihre Flucht vor der anrückenden Roten Armee vor. Das heißt, es ist ein Rucksack, der eben im deutschen Kontext sozusagen entstanden ist. In diesen Rucksack kamen Lebensmittel, Wertsachen, die man nicht zurücklassen wollte. Und Oma Müller, steht hier so schön, nähte für jede Familienmitglied so einen Rucksack aus alten Leinen. 

                        Die zusätzliche Story, die es zu dem Sack gab, ist, dass dieses Leinen, was sie dafür genutzt hat, schon damals aus der Fabrik ihrer Herkunftsfamilie sozusagen entstanden ist. Das heißt, sie hatten eine Fabrik von 1850, genau aus dem Kreis Güstrow. Und dieses Leinen hat sie verwendet, um dann ihrer Familie etwas Gutes zu tun, um eben auf der Flucht hilfreich zu sein. 

                        Lukas 

                        Cool, Das ist wirklich eine gute Geschichte. Da könnte man ein richtig schönes Buch draus schreiben. Wie quasi in Stoff Leinen über die Jahrzehnte eine deutsche Familie begleitet hat von einer kleinen Fabrik 1850 bis hin zu Keine Ahnung, dass es dann eben zu ja einem Sack oder einem Rucksack wurde, dem improvisierten Rucksack, der dann bei der Flucht geholfen hat und keine Ahnung, was danach damit passiert ist. Keine Ahnung, aber ich finde, es ist so total spannend oder eine Geschichte aus der Perspektive von diesem Sack zu schreiben. 

                        Ralph 

                        Stimmt, die Reise des Sacks. Also ich habe da auch gefragt, woher die jetzt den Sack genau haben und die Nachkommen haben diesen Sack dann an das Museum gespendet. Das heißt ich weiß jetzt gar nicht, wie viel Wissen um die Geschichte dieses Sacks da noch vorhanden ist. 

                        Lukas 

                        Ja, aber sie haben zumindest die Geschichte rekonstruieren können. Also ich denke mal, wenn du das nicht aus Familien Überlieferungen gemacht hätten, dann wer soll das denn sonst rekonstruieren? Also ich denke schon, dass sie sich damit auseinandergesetzt haben. Also sollte diese Familie zufällig diesen Podcast hören, ganz zufällig, dann setzt sich mal mit uns in Verbindung. Das klingt nach einer guten Geschichte. 

                        Ralph 

                        Als die würden wir auf jeden Fall erzählen. Klar, das war der Oberhammer. Ja und ich fand es also schön, dass dieses kleine, unscheinbare Teil Sack, wenn man jetzt heutzutage an Sack denkt, oft an Müll. Sack, das da nichts Besonderes, Aber das war halt wirklich was Besonderes und vielleicht auch lebensrettend. Das in gewisser Weise. Und das hat mich dann auch erinnert an das Museum aus unserer letzten Episode, nämlich das Museum der unerhörten Dinge, wo es auch darum ging, dass ein alltäglicher Gegenstand durch den Kontext so wirklich an Wert gewinnt. Und das ist ja hier eindeutig der Fall. 

                        Lukas 

                        Übrigens wir waren ja vor zwei Wochen auf dem Spotify All Ears für Podcaster:innen (eine Konferenz der Podcastbranche Deutschland) und da habe ich beim Kumpel gepennt und der hat mir erzählt, dass sein Dojo direkt neben dem Museum der unerhörten Dinge ist und er da noch nie drinnen war.  

                        Und er hat gesagt, er geht und rein. Also Lukas, der heißt genauso wie ich. Ich hoffe, dass du diesen Podcast hörst und ich hoffe, dass du jetzt ins Museum der unerhörten Dinge gegangen ist. 

                        Ralph 

                        Ja, bitte, es lohnt sich. Zurück zum Museum und zurück zur Geschichte. Bei dem Rucksack hat man jetzt auch gehört, dass es da eine zusätzliche Geschichte zu gibt. Und so gibt es auch bei dem Museum eine zusätzliche Geschichte, die ich jetzt kurz noch erzählen möchte.  

                        Lukas 

                        Bitte. 

                        Ralph 

                        Du hast ja aus den Interviewtönen wahrscheinlich schon herausgehört, dass es im Hintergrund ein bisschen lauter war. 

                        Lukas 

                        Ja, ich wollte gerade fragen, wie viele Leute da eigentlich sind. 

                        Ralph 

                        Aber lustigerweise war ich der einzige in dieser Ausstellung. 

                        Lukas 

                        Häh? 

                        Ralph 

                        Ja, weil das Museum ist ja im ersten Obergeschoss. Es gibt aber noch das Erdgeschoss bzw. ein bisschen Untergeschossartig ist das und das wird vermietet. Das ist eine Event Location und da hat zu dem Zeitpunkt ein Geburtstag stattgefunden. Das Museum ist tatsächlich auch darauf angewiesen. Und das Museums Konzept, das die haben, ist durch Mieten dieses Museums so wie es ist halt aufrechtzuerhalten. 

                        Lukas 

                        Klar glaube ich. 

                        Ralph 

                        Und das ist auf jeden Fall eine starke Einnahmequelle dafür. Und jetzt habe ich ja schon ein bisschen dieses Eröffnungskonzert angesprochen, aber im Detail sollte das mal Jan Reineke vermitteln, was denen jetzt so wichtig ist und wie sie es genau haben wollen. 

                        Jana Reineke 

                        Klassischerweise ist es ja so, dass man in ein Museum kommt und entweder man hat eine Führung, das heißt, man wird begleitet durch das Museum und bekommt etwas zu erzählen. Oder zumindest ist irgendwie jemand da, der am Kassenhäuschen sitzt und den Eintritt kassiert. Und vielleicht huscht noch irgendjemand durch die Räume, um zu gucken, dass auch bloß keiner was wegnimmt oder für Fragen zur Verfügung steht. Wir haben halt gesagt, das können wir so in der Form halt einfach gar nicht leisten. Und dann haben wir gesagt okay, wir können es ja so machen, wie viele andere ehrenamtliche Museen es ja auch machen. Wir machen jetzt nur noch einmal im Monat, zum Beispiel sonntags auf. Und dann haben wir gesagt Das ist aber eigentlich schade, weil im Grunde genommen gibt es ja Menschen, die hier unterwegs sind und die wollen ja auch ein bisschen was geboten bekommen. 

                        Und deswegen wollen wir eigentlich gewährleisten, dass das Museum auch breitere Öffnungszeiten hat. Und dann hat man wirklich ausprobiert und gesagt Okay, wir machen hier die Tore auf, man kann hier reingehen, wir haben eine Spendenbox aufgestellt und bisher hat das tatsächlich auch gut funktioniert. Wir bieten auch darüber hinaus eben auch Führungen an, das heißt, wenn man sich vorher bei uns meldet, ab zehn Personen kann man das machen, bieten wir auch eine Führung durchs Haus an, wo dann eben jemand mitgeht und eben auch die Stories hier zum Museum erzählt. 

                        Und mit der Variante sind wir bisher eigentlich immer sehr gut gefahren. 

                        Ralph 

                        Es braucht dann nur noch jemanden, um das Museum in der Früh aufzusperren bzw. um 10:00, wann es öffnet, und um 17:00 halt dann zuzusperren. 

                        Lukas 

                        Man sieht auch mal wieder, es ist einfach immer so, wie viele Menschen sich da ehrenamtlich engagieren, um so ein Projekt am Laufen zu haben, das ist total faszinierend, wie Museen und Kultur einfach irgendwie so viele Menschen für irgendwas scheinbar total Banales begeistern können. Also das ist wirklich, das lerne ich immer mehr durch die Arbeit mit Bitte nicht anfassen, wie cool das ist. 

                        Ralph 

                        Hmmm ja, mir ging es beim Museum im Besonderen so, was ja wirklich zeigt, dass es ein Gemeinschaftsprojekt ist. Ist ja nicht entstanden, wie bei anderen Museen, die wir jetzt besucht haben, bei einigen anderen Museen. Dass aus einer Sammlung, die jahrzehntelang gewachsen ist von einer Einzelperson, dass das irgendwie dann ja dann Museum umfunktioniert worden ist, sondern dass sich Leute Gedanken gemacht haben, wie können wir Heimatmuseum anders gestalten und dann rumgefragt haben, so im Bekanntenkreis, im Familienkreis, für die ganzen Objekte und dann halt eben durch dieses Ehrenamt wird das auch alles gestemmt. 

                        Und das finde ich total schöner Ansatz, dass das auch funktioniert. 

                        Lukas 

                        Ich sage, wir brauchen echt ein Museums Museum, wir müssen das irgendwie, da mal was machen in allen Museen, die hier mit dabei waren, irgendwie ein Exponat. Und dann erzählen wir die Geschichte der Museen. Das wäre echt sehr auch ein richtig cooles Gemeinschaftsprojekt. 

                        Ralph 

                        Na ja, aber ehrlicherweise muss ich auch sagen, dass Jana Reineke mir gestanden hat, das gar nicht so leicht ist, das alles zu machen. Und dass gerade Nachwuchsproblem gibt mit Heimatverein, weil es halt so ein angestaubtes Image hat. Ja, das habe ich dich am Anfang gefragt, was du dir bei Heimatverein vorstellst. Und deswegen haben die so ihre Herausforderung damit, wie sie an an junge Menschen kommen. 

                        Es ist so, dass sie zum Beispiel im Stadtmuseum eine Sonderausstellung haben. Die wurde von Schülern komplett frei konzipiert und so können die halt quasi so ein bisschen verwirklichen, was sie eigentlich im Museum drin haben wollen. Und das Museum ist halt ein Arbeitskreis des Heimatvereins. Es gibt dann eben noch einen Arbeitskreis zur Nieheimer Flechthecke und dann gibt es aber auch noch für junge Menschen einen Arbeitskreis namens Jugend pro Natur, in der jüngere Menschen Naturschutzgebiete in der Umgebung errichten oder auch ins Zeltlager fahren, um die Natur intensiv zu erfahren. 

                        Und so versucht halt der Heimatverein Nieheim sich immer weiterzuentwickeln und zu gucken, Wie können wir das alles zeitgemäß machen? Und das Museum ist halt ein Weg. Und es ist ja auch gleichzeitig ein Tourismus Magnet. 

                        Lukas 

                        Was war denn dein Eindruck von der von der Ausstellung? War es dann vielleicht zu breit gefächert, dass es einfach nur irgendwelche banalen Alltagsgegenstände waren und ein paar, die eine witzige Story haben?  

                        Ralph 

                        Also es ist kein wissenschaftliches Museum in dem Sinne, dass da viel Hintergrundinformationen über Säcke vermittelt werden. Aber in der Sonderausstellung, die von Kindern konzipiert worden ist, da geht es um Umweltverschmutzung und wie Säcke, also Müll, da eine Rolle spielt und da habe ich dann schon ein bisschen was mitnehmen können. Aber ansonsten ist es, finde ich, eher so ein unterhaltendes Museum, das halt wie Jan Reineke schon gemeint hat, so für das Wort oder den Begriff Sack sensibilisieren soll. 

                        Lukas 

                        Und würdest du das jetzt empfehlen? Und wenn ja, für welche Zielgruppe? 

                        Ralph 

                        Also ich würde empfehlen, wenn man das Museum besucht und es ist durchaus einen Besuch wert, dass man aber vorab sich anmeldet für eine Führung und was auch ganz Tolles ist, es gibt sogar noch mehr Museen in diesem Ort. In diesem kleinen Ort gibt es nämlich noch ein Bier Museum zum Beispiel und man und es gibt so Kombination Führungen, dass man dann eben beide Museen besucht. 

                        So was würde ich da empfehlen. Ansonsten ist es jetzt nicht der große Zugewinn, muss ich ganz ehrlich sagen an Wissen, sondern es ist eher so ein Aha oder vielleicht auch ein bisschen Nostalgie, wenn man gerade so ältere Säcke sieht. Aber so richtig viel lernt man da nicht. 

                        Lukas 

                        Okay. 

                        Ralph 

                        So viel zu meinem Besuch im Museum und ich weiß nicht, ob das jetzt noch interessant ist, aber ich kann abschließend noch mal einen Bogen zum Anfang schlagen, nämlich zum Sackhüpfen bei Wetten dass? Weil ich ja überlegt habe, wie erzähle ich diese Geschichte heute? Wie fange ich da eigentlich an mit diesen Säcken? Da ist mir nämlich bei der Recherche aufgefallen, dass Sackhüpfen sogar mal im Rahmen der Olympischen Spiele stattgefunden hat. Wusstest du das? 

                        Lukas 

                        Nein. 

                        Ralph 

                        Das war 1904 in St. Louis in Amerika. Ganz, ganz irre Olympische Spiele übrigens, weil da hauptsächlich Amerikaner angetreten sind und auch ganz komische Disziplinen vorkamen und Sackhüpfen war Teil des Hindernislaufs. Die Athleten mussten am Anfang halt in einen Sack steigen, einige 100 Meter hüpfen und dann ging es weiter. Da mussten sie halt Hindernisse überqueren, überqueren usw. 

                        Aber komischerweise hat sich das ja nicht durchgesetzt. Es gab dann nie mehr Sackhüpfen bei den Olympischen Spielen. 

                        Lukas 

                        Wahrscheinlich, weil damals ein Sackhüpfen dafür gesorgt hat, dass die Leute die Menschenwürde angezweifelt haben. Also von daher vielleicht. Na ja, vielen, vielen Dank Ralph, für die Vorstellung des Museums und auch vielen Dank für den Aufbau der Geschichte. Weil ich hatte nämlich echt keinen Peil, dass du jetzt von Wetten, dass auf das Museum kommst. Also sehr schön. 

                        Ralph 

                        Schön. Ja, mich interessiert jetzt noch, worum geht es in der nächsten Folge? Kannst du schon irgendwas zu erzählen? 

                        Lukas 

                        Ja, Die nächste Folge wird die Actionreichste Folge, die wir bislang bei BNA hatten. Es geht um große Maschinen. Es geht um ganz viel Tradition. 

                        Ralph 

                        Aber es geht nicht ins Trecker Museum? 

                        Lukas 

                        Nein. Und es geht um etwas, wo ich auch ganz viel von meiner Kindheit wieder sehe, weil es nämlich ein Objekt ist, was ich besonders in meinem Opa verbinde. Also es ist kann ich einfach schon mal sagen, es war einfach ein tolles Erlebnis Museum und mir hat es wahnsinnig gut gefallen und ich würde auch sofort wieder hin. Aber mehr hört ihr in der nächsten Folge. Ich will da vielleicht nicht so euphorisch sein, weil dann keine Ahnung wirds Scheiße erzählt oder was weiß ich, aber es wird auf jeden Fall cool. 

                        Ralph 

                        Also ich freue mich auf jeden Fall schon mal auf die Reise in deine Kindheitserinnerungen. 

                        Lukas 

                        Wenn ihr jetzt hier bitte nicht anfassen alle Informationen über Säcke, Peitschen, Mausefallen und darüber hinaus gut findet, dann freuen wir uns natürlich, wenn ihr uns weiterhin so toll unterstützt. Wir freuen uns, wenn ihr uns weiterempfehlt, wenn ihr uns fünf Sterne Ratings gebt. Außerdem gibt es ja die Möglichkeit, dass ihr uns finanziell unterstützen könnt über Steady. Wir machen bitte nicht anfassen ehrenamtlich und uns ist es ganz wichtig, dass wir wirklich vor Ort sind und auch die Museen vor Ort besuchen und vor allem auch die Menschen vor Ort da zu Wort kommen lassen. 

                        Von daher in den Shownotes könnt ihr uns unterstützen über Steady. Wir würden uns sehr freuen. 

                        Ralph 

                        Auf jeden Fall. Bis zum nächsten Mal. 

                        Lukas 

                        Bis dann. Ciao. Tschüss. 

                        Der Beitrag Das Sackmuseum Nieheim erschien zuerst auf Escucha.

                        Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.

                        33 min

                      About BITTE NICHT ANFASSEN! - Museum mal anders

                      From the publisher's feed

                      BITTE NICHT ANFASSEN! - Museum mal anders ist der Podcast, der dich mitnimmt zu den kleinen und skurrilen Museen dieses Landes. Dabei besuchen wir – Lukas Fleischmann und Ralph Würschinger -…