Hallo und herzlich willkommen bei Blazing Deutsch, deinem täglichen Audio-Begleiter. Ich bin Lukas. Hier lernst du Deutsch ganz entspannt, und zwar mitten aus dem Leben, durch spannende Geschichten aus der deutschen Kultur und Geschichte. Diese Woche reisen wir gemeinsam durch die Geschichte Deutschlands. Heute schauen wir uns eine Epoche an, die das Land und die ganze Welt für immer geprägt und neu geformt hat. Es geht um einen einfachen Mann, der sich mit den mächtigsten Menschen seiner Zeit anlegte. Wir sprechen heute über Martin Luther und die Reformation.
Bevor wir in diese spannende Geschichte eintauchen, möchte ich dir fünf wichtige Wörter vorstellen, die du heute in dieser Folge hören wirst. Achte mal darauf, wenn sie gleich in der Geschichte vorkommen. Das erste Wort ist die These. Dann haben wir das Wort der Buchdruck. Als drittes Wort hören wir heute übersetzen. Das vierte Wort heißt die Spaltung. Und als fünftes Wort haben wir das Verb verändern. Diese Wörter helfen uns gleich, die Geschichte von Martin Luther richtig gut zu verstehen.
Stell dir vor, wir reisen über 500 Jahre zurück in die Vergangenheit, in das Jahr 1517. Es ist kalt, die Straßen sind schmutzig, und die Menschen haben große Angst vor dem Tod und vor der Hölle. Die Kirche hat damals eine enorme Macht. Sie sagt den Menschen: Wenn ihr der Kirche Geld bezahlt, vergibt Gott euch eure Sünden. Man nennt das den Ablasshandel. Die Menschen kaufen sich also Briefe aus Papier, um in den Himmel zu kommen. Das ist sehr viel Geld für die armen Bauern, aber sie haben schreckliche Angst und tun es trotzdem.
Ein junger Mönch namens Martin Luther findet das überhaupt nicht richtig. Er liest die Bibel sehr genau und stellt fest: Davon steht doch gar nichts in der Bibel! Gott liebt die Menschen einfach so, man kann sich den Himmel nicht mit Geld kaufen.
Luther ist wütend und will eine Diskussion starten. Und so schreibt er seine berühmten 95 Thesen auf. Eine These ist eine Behauptung, eine Idee, über die man diskutieren muss. Martin Luther schreibt also 95 Thesen auf Latein. Am 31. Oktober 1517 nagelt er diese Thesen an die Tür der Schlosskirche in Wittenberg. Zumindest erzählt man sich das heute so. Ob er sie wirklich mit einem Hammer an die Tür genagelt hat, wissen wir nicht ganz sicher. Aber seine Thesen verbreiten sich unglaublich schnell im ganzen Land.
Und warum verbreiten sie sich so schnell? Das liegt an einer ganz neuen Erfindung: dem Buchdruck. Vor dieser Erfindung musste man jedes Buch mühsam mit der Hand abschreiben. Das dauerte Monate, manchmal Jahre. Aber mit dem Buchdruck kann man Texte plötzlich ganz schnell, billig und in großen Mengen kopieren. Luthers Thesen werden gedruckt, überall verteilt und von vielen Menschen gelesen. Plötzlich spricht das ganze Land über die Ideen dieses mutigen Mönchs.
Die mächtige Kirche und der Kaiser sind natürlich überhaupt nicht begeistert. Sie wollen, dass Luther seine Thesen zurücknimmt. Aber Luther weigert sich. Er sagt: Ich kann das nicht tun, mein Gewissen verbietet es mir. Luther muss fliehen und sich verstecken. Ein befreundeter Fürst hilft ihm und bringt ihn heimlich auf die Wartburg, eine alte, kalte Burg im Thüringer Wald.
Dort lebt Luther unter einem falschen Namen: Junker Jörg. Er lässt sich einen langen Bart wachsen, damit ihn niemand erkennt. In seinem kleinen, einfachen Zimmer auf der Burg hat er viel Zeit. Und er nutzt diese Zeit für eine gewaltige Aufgabe. Er beschließt, das Neue Testament der Bibel aus dem Griechischen ins Deutsche zu übersetzen.
Das war damals eine absolute Revolution! Vorher war die Bibel fast nur auf Latein verfügbar. Die normalen Menschen verstanden aber kein Latein. Sie mussten einfach glauben, was die Priester ihnen erzählten. Wenn man die Bibel aber ins Deutsche übersetzt, kann sie plötzlich jeder selbst lesen und verstehen. Luther überlegt sich ganz genau, wie die Menschen auf der Straße sprechen. Er schaut dem Volk au