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  • CactusPodcast 043 – Im Gewächshaus und drumherum

    CactusPodcast 043 – Im Gewächshaus und drumherum

    18. Juli 2025 · CactusPodcast

    Eine Sammelfolge aus dem Gewächshaus: neue Kakteen-Podcasts, Pflanzenethik, Dornenhilfe, Doppelfolie, Welwitschia – und sieben gestohlene Schildkröten, die wieder nach Hause fanden.

    Nach einer längeren Pause hat sich einiges angestaut. Deshalb geht diese Episode nicht nur ins Gewächshaus, sondern auch ein gutes Stück drumherum: Ulrich entdeckt einen zweiten deutschsprachigen Kakteen-Podcast, denkt über Ethik und Artenschutz nach und erzählt von einem Screenshot, der überraschend teuer wurde.

    Dazu kommen praktische Fragen aus der Gärtnerei: Wie bekommt man feine Dornen aus dem Finger? Warum liegen auf manchen Gewächshausdächern zwei Folien? Was macht Welwitschia mirabilis so außergewöhnlich? Und wie endete die Geschichte der sieben verschwundenen Schildkröten?

    Im Gewächshaus und drumherum

    von Ulrich Haage | CactusPodcast

    https://cactusblog.de/wp-content/uploads/2025/07/CP43-im-gewaechshaus-v2.mp3
    Direkt zu:
    Kapitel
    Geschichten
    Frag den Kaktusgärtner
    Transkript
    Shownotes

    Host und erwähnte Stimmen

    Die Menschen in dieser Folge

    Host

    Ulrich Haage

    Kaktusgärtner, Blogger und Podcaster bei Kakteen-Haage in Erfurt. In dieser Sammelfolge verbindet Ulrich Beobachtungen aus der Podcastwelt mit Technik, Pflanzenwissen und einer ziemlich persönlichen Geschichte aus der Gärtnerei.

    Podcastkollegen

    Lucas und Tobias

    Die Stimmen hinter Im Gewächshaus, einem deutschsprachigen Podcast über Kakteen und andere Sukkulenten. Themen wie Pflanzenethik, Artenschutz und verantwortungsvoller Handel geben Ulrich den Anstoß für diese Folge.

    Kapitel der Episode

    Die Zeitmarken der Audiofassung.

    • 00:00 Da isser wieder – eine Sammelfolge
    • 02:08 „Im Gewächshaus“ – der neue Kakteen-Podcast
    • 05:10 Podcast-Umschau
    • 08:17 Ethik bei Pflanzen
    • 11:53 Verbotene Gewächshausfotos und Abmahnung
    • 14:06 Frag den Kaktusgärtner: Dorn im Finger
    • 16:57 Frage an die Schwarmintelligenz: Pitahaya
    • 18:57 Doppelfolie auf dem Gewächshausdach
    • 27:27 Welwitschia mirabilis
    • 32:43 Die gestohlenen Schildkröten
    • 35:39 Nachtrag: Alle sieben sind wieder da
    • 37:07 Der wilde Ritt im Rückblick
    • 38:31 Ausblick auf Folge 044
    • Kakteen für die Ohren

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      Kakteengeschichten · Begleitartikel

      Vom Podcastteich bis zum Gewächshausdach

      Nach längerer Pause ist aus einer einzelnen Idee eine Sammelfolge geworden. Das verbindende Motiv ist das Gewächshaus: als Podcastname, als Ort für Pflanzen und Technik, als Bildmotiv – und als Schauplatz einer Geschichte, die weit über Kakteen hinausführt.

      Ein zweiter deutschsprachiger Kakteen-Podcast

      Mit Im Gewächshaus bekommt der CactusPodcast Gesellschaft. Lucas und Tobias sprechen über Kakteenerde, Bestäubung, Aloe-Hybriden, Baumarktpflanzen und illegale Wildentnahmen. Besonders hängen bleibt ihr Blick auf Nachhaltigkeit, Pflanzenethik und verantwortungsvollen Handel.

      „Mit zwei Podcasts haben wir immerhin eine Verdoppelung geschafft.“
      — Ulrich Haage

      Das ist keine bezahlte Empfehlung. Es ist Freude darüber, dass ein Thema größer wird, sobald mehrere Stimmen darüber sprechen.

      Artenschutz und Pflanzenethik sind nicht dasselbe

      Artenschutz hat klare Regeln und internationale Abkommen. Pflanzenethik beginnt oft früher: bei der Frage, woher eine Pflanze stammt, wie sie vermehrt wurde, warum Seltenheit Preise treibt und welche Folgen das eigene Sammeln haben kann.

      Die jüngere Perspektive von Lucas und Tobias bringt Ulrich dazu, die eigene Haltung neu zu prüfen. Das Ergebnis ist keine fertige Lehrmeinung, sondern eine offene Frage an die Community: Wo beginnt für uns ein fairer Umgang mit Pflanzen?

      „Artenschutz ist nicht gleich Ethik.“
      — Ulrich Haage

      Verbotene Gewächshausfotos

      Ein Screenshot aus dem eigenen Pinterest-Account enthielt ein fremdes Foto eines alten viktorianischen Gewächshauses. Der Screenshot war selbst angefertigt – das darin sichtbare Bild aber nicht. Daraus wurde eine Abmahnung über knapp 400 Euro und eine auf ein Jahr begrenzte Nutzungslizenz.

      Das ursprünglich verwendete Foto kann nach Ablauf dieser Lizenz nicht mehr gezeigt werden. An seiner Stelle steht nun eine eigens für diese Folge geschaffene Gewächshausszene. Die Geschichte bleibt – als ziemlich teure Erinnerung daran, dass auch ein selbst angefertigter Screenshot fremde Bildrechte nicht aushebelt.

      Warum zwei Folien auf dem Gewächshausdach?

      Bei einem Foliengewächshaus liegen die beiden Häute nicht einfach lose übereinander. Ein kleines Gebläse hält zwischen ihnen ein Luftpolster. Diese ruhende Luftschicht verbessert die Wärmedämmung und stabilisiert die Folie gegen Wind.

      Entscheidend sind saubere Befestigung, ein gleichmäßiger niedriger Druck und möglichst dichte Übergänge. Zu wenig Luft lässt die Folien aufeinanderliegen; zu viel Druck belastet Material und Konstruktion. Kondenswasser, Lichtverlust und die spätere Reparierbarkeit gehören ebenfalls zur Planung.

      Das Prinzip ist einfach, die Details sind es nicht: Dachform, Folienqualität, Windlage und vorhandene Lüftungen bestimmen, wie gut die Lösung funktioniert.

      Welwitschia mirabilis – zwei Blätter für ein langes Leben

      Welwitschia mirabilis gehört zu einer sehr alten Entwicklungslinie der Nacktsamer und ist heute die einzige lebende Art ihrer Familie. Nach dem Jugendstadium bildet sie nur zwei dauerhafte Laubblätter. Diese wachsen an ihrer Basis kontinuierlich weiter, während Wind, Sand und Alter die Enden in lange Streifen zerfasern.

      Ihre Heimat ist die Namib. Feuchte Küstenluft und Nebel spielen dort eine wichtige Rolle: Wasser kondensiert an Pflanze und Boden und kann so den Wurzelraum erreichen. Die häufig erzählte Vorstellung, die Pflanze nehme den Nebel hauptsächlich direkt über ihre Blätter auf, gilt dagegen nicht als gut belegt.

      In Kultur ist Welwitschia keine klassische Sukkulente und braucht während des Wachstums regelmäßig Wasser. Gleichzeitig verträgt ihr empfindliches Wurzelsystem grobe Eingriffe schlecht. Das macht sie weniger zu einer Anfängerpflanze als zu einem langfristigen Kulturprojekt.

      Sieben gestohlene Schildkröten

      Anfang Juni 2025 verschwanden sieben Griechische Landschildkröten aus dem Gelände bei Kakteen-Haage. Für ihren über 90-jährigen Halter und früheren Gärtnermeister waren sie langjährige Weggefährten. Die Anteilnahme war entsprechend groß: Menschen aus der Nachbarschaft, Social Media, Polizei und Medien halfen bei der Suche.

      Vier Tiere wurden zunächst kurz vor Mitternacht in einer Einkaufstüte vor dem Tor abgestellt. Drei blieben verschwunden – bis die Polizei auch sie zurückbrachte. Nach dem bekannten Stand waren die Tiere online zum Verkauf angeboten und anhand ihrer markanten Zeichnungen identifiziert worden.

      Nachtrag: Zum Zeitpunkt der Aufnahme waren zunächst vier Schildkröten zurück. Wenig später kamen auch die drei übrigen Tiere wohlbehalten nach Hause. Alle sieben sind wieder vereint.
      Was von dieser Sammelfolge bleibt
      • Gute Podcastnachbarschaft macht ein Nischenthema größer.
      • Artenschutz und Pflanzenethik gehören zusammen, sind aber nicht dasselbe.
      • Ein Screenshot beseitigt keine fremden Bildrechte.
      • Gewächshaustechnik funktioniert nur, wenn Details und Standort mitgedacht werden.
      • Welwitschia zeigt, wie ungewöhnlich ein Pflanzenleben werden kann.
      • Und manchmal endet eine schlimme Geschichte doch noch gut.
      • Wiederkehrende Rubrik

        Frag den Kaktusgärtner

        Zwei Fragen aus dieser Folge – eine praktische Antwort und eine offene Spur für die Schwarmintelligenz.

        Dorn im Finger – was hilft?

        Ein gut sichtbarer Dorn lässt sich meist mit einer sauberen Pinzette greifen. Bei vielen sehr feinen Glochiden kann vorsichtig angedrücktes Klebeband helfen. Ulrich nutzt außerdem einen Bimsstein, um oberflächlich sitzende feine Dornen behutsam abzureiben. Nicht tief schneiden oder in der Haut herumstochern. Bei starker Entzündung, tief sitzenden Fremdkörpern oder Beschwerden am Auge gehört die Sache in medizinische Hände.

        Warum kann Pitahaya den Urin rötlich färben?

        Die kräftigen Betalaine roter Pitahayas können Ausscheidungen vorübergehend rosa oder rot färben. Das ist eine mögliche Erklärung für die überlieferte Geschichte von Soldaten, die nach dem Essen der Früchte glaubten, Blut auszuscheiden. Die genaue historische Quelle der Episode ist jedoch weiterhin offen.

        Frage an die Schwarmintelligenz: Kennst du die Geschichte aus der Zeit um Kolumbus – oder eine belastbare Quelle dafür? Schreib an [email protected].

        Fast-Transkript · redaktionell gekürzt
        Da isser wieder

        Nach längerer Pause meldet sich Ulrich mit einer Sammelfolge zurück. In der Gärtnerei und im Alltag war so viel los, dass der Podcast immer wieder nach hinten rutschte. Inzwischen haben sich mehrere Geschichten angesammelt, die alle mit dem Gewächshaus zu tun haben – manchmal als Ort, manchmal als Bild und manchmal nur als gedanklicher Ausgangspunkt.

        „Im Gewächshaus“ – der Podcast

        Ulrich freut sich über einen weiteren deutschsprachigen Podcast zu Kakteen und anderen Sukkulenten. Lucas und Tobias sprechen über Erde, Bestäubung, Hybriden, Baumarktpflanzen und Pflanzen-Poaching. Die Empfehlung ist keine Werbung, sondern Ausdruck der Freude über eine wachsende Community.

        Podcast-Umschau

        Neben den beiden spezialisierten Formaten gibt es einzelne Podcastfolgen über Kakteen: eine Einschlaffolge auf Grundlage von Wikipedia, Beiträge aus Wissenschafts- und Pflanzenpodcasts und zahlreiche englischsprachige Episoden. Ulrich lädt dazu ein, weitere Funde an das Studio zu schicken.

        Ethik bei Pflanzen

        Der Blick der jüngeren Podcaster auf Nachhaltigkeit, Wildentnahmen und hochpreisige Trendpflanzen beschäftigt Ulrich. Artenschutz kennt rechtliche Kategorien. Ethik fragt zusätzlich nach Verantwortung, Herkunft und den Folgen des eigenen Handelns. Eine fertige Antwort gibt es nicht – aber einen Anlass, die eigene Perspektive zu prüfen.

        Abmahnung für einen Screenshot

        Ein auf Pinterest häufig angeklicktes Foto wurde in einem selbst erstellten Screenshot gezeigt. Weil das darin enthaltene Gewächshausbild von jemand anderem stammte, folgte eine Abmahnung. Nach einigem Schriftwechsel zahlte Ulrich knapp 400 Euro und erhielt eine zeitlich begrenzte Nutzungslizenz. Das Originalbild ist inzwischen entfernt und durch eine eigens geschaffene Szene ersetzt.

        Dorn im Finger

        Für einzelne Dornen liegt die Pinzette nahe. Feine, oberflächliche Glochiden lassen sich manchmal mit Klebeband abnehmen; Ulrich nennt aus seiner Praxis außerdem den Bimsstein. Wichtig ist, die Haut nicht durch unkontrolliertes Stochern zusätzlich zu verletzen.

        Pitahaya und die Schwarmintelligenz

        Ulrich sucht den Ursprung einer Geschichte aus der Zeit um Kolumbus: Soldaten essen Pitahayas und halten die spätere Rotfärbung ihres Urins für ein göttliches Urteil. Der biologische Effekt ist plausibel, die konkrete historische Quelle bleibt jedoch ungeklärt. Hinweise sind ausdrücklich willkommen.

        Zwei Folien und ein Luftpolster

        Auf einem Foliengewächshaus kann eine zweite Dachhaut die Wärmedämmung verbessern. Zwischen den Folien erzeugt ein kleines Gebläse ein gleichmäßiges Luftpolster. Es stabilisiert die Außenhaut und verringert Wärmeverluste – vorausgesetzt, Befestigung, Druck und Anschlüsse passen zur Konstruktion.

        Welwitschia – zwei Blätter

        Welwitschia mirabilis wächst in der Namib und bildet nach ihrer Jugend nur zwei dauerhafte Blätter. Sie wachsen lebenslang an der Basis weiter und fransen unter den Bedingungen der Wüste auf. Sehr alte Exemplare können viele Jahrhunderte überdauern. In Kultur braucht die Pflanze Erfahrung, einen schonenden Umgang mit den Wurzeln und während des Wachstums verlässlich Wasser.

        Die verschwundenen Schildkröten

        Sieben Landschildkröten verschwinden vom Gelände. Die Sorge gilt nicht nur den Tieren, sondern besonders ihrem hochbetagten Halter, für den sie seit vielen Jahren zum Alltag gehören. Nach öffentlicher Suche stehen zunächst vier Tiere in einer Einkaufstüte vor dem Tor.

        Alle sieben wieder da

        Nach der Aufnahme folgt die gute Nachricht: Auch die drei übrigen Schildkröten werden gefunden und von der Polizei zurückgebracht. Nach dem bekannten Stand sollten sie online verkauft werden und konnten anhand ihrer Zeichnungen erkannt werden. Damit endet die Geschichte glücklicher, als es während der Aufnahme zu hoffen war.

        Ausblick auf Folge 044

        Die nächste Episode führt nach Hamburg. Für das Interview hat sich Ulrich Unterstützung von Moderator und Interviewtrainer Markus Tirok geholt. Nach der sehr breit angelegten Sammelfolge soll das nächste Gespräch bewusst anders werden.

        Shownotes:

        CactusPodcast 043 – Im Gewächshaus und drumherum

        Im Gewächshaus – der Podcast
        • Im Gewächshaus – Podcastseite von Lucas und Tobias
        • Im Gewächshaus bei Spotify
        • Copiapoa aus Kultur oder illegale Wildentnahme?
        • Weitere Kakteen im Podcast-Äther
          • Einschlafen mit Wikipedia: Kakteengewächse – die richtige Adresse zur erwähnten Einschlaffolge
          • Samenernte bei der Königin der Nacht – Video aus dem Gewächshaus
          • Spektrum: Nerds at Work – Kaktus trifft Hirn
          • Jane Perrone und der Pflanzenpodcast On The Ledge
          • Welwitschia mirabilis
            • Welwitschia bei Kakteen-Haage – Pflanzenporträt
            • Kew Gardens: Welwitschia mirabilis
            • South African National Biodiversity Institute: Welwitschia mirabilis
            • Die sieben Schildkröten
              • MDR Thüringen: Suche nach den sieben Schildkröten – erhaltener offizieller Beitrag
              • Thüringer Allgemeine: Alle sieben Schildkröten sind zurück
              • Rund um den CactusPodcast
                • Markus Tirok – Unterstützung bei der Vorbereitung von Folge 044
                • Alle Folgen des CactusPodcast
                • CactusPodcast-Community bei Facebook
                • Fragen, Ergänzungen und eigene Kakteengeschichten erreichen das CactusPodcast-Studio unter [email protected].

                  Der Beitrag CactusPodcast 043 – Im Gewächshaus und drumherum erschien zuerst auf Cactusblog.

                  41 min
                • CactusPodcast 042 CactusEvents – Gärtnerweihnacht – der Weihnachtsmarkt auf Gärtnerart
                  CactusPodcast 042 CactusEvents – Erste Gärtnerweihnacht
                  Weihnachtsmarkt nach Gärtnerart
                  Heute ganz flink zusammengeschraubt: Ulrich Haage und Dirk Büttner erzählen von der bevorstehenden Gärtnerweihnacht. Wenn Gärtner sich zusammentun und gemeinsam Weihnachten feiern – und was dabei herauskommt. Schon die Vorbereitung ist eine spannende Kiste – doch hört selbst …
                  CP042 Die erste Thüringer Gärtnerweihnacht - eine Vorbereitung mit Dirk Büttner und Ulrich Haage

                  von Ulrich Haage | CactusPodcast - CactusEvents

                  https://cactusblog.de/wp-content/uploads/2024/12/CP42-Gartnerweihnacht-und-blattgold-fm-1.mp3
                  Bevor ich hier den Sack auch zu mache sage ich
                  Danke fürs zuhören und:
                  ganz herzliche Einladung zur ersten deutschen Gärtnerweihnacht – in Erfurt, bei Kakteen-Haage!
                  Wenn du im Vorfeld noch Fragen zu Veranstaltung hast dann schick mir eine Mail an [email protected], oder in der CactusPodcast-Gruppe.
                  Auch wenn du einen Themenwunsch hast für die nächste Folge.
                  Ich hab zwar auch schon eine Idee, aber ich freu mich noch mehr, von dir zu hören!
                   
                   
                  Und was kommt als nächstes?
                  Sei gespannt!
                  Der Cactuspodcast kommt wieder mit der Episode 043 zum Thema – hast du Wünsche? – wie wäre es mit einer Fragem-Episode – da hat sich schon einiges angesammelt – aber ich freue mich auch über weitere Anregungen von dir!
                   
                  Also – deine Fragen – oder deine Antworten auf meine Fragen – einfach rüberschicken! Und wenn du deine eigene Kakteengeschichte erzählen möchtest – melde dich einfach.
                  • Schick mir eine Mail an [email protected] oder
                  • schreib mir in unserer Facebook-Community https://www.facebook.com/groups/4080401532000332/
                    Wenn du mehr wissen willst – du findest die Shownotes, Fotos und viel mehr ganz einfach unter www.cactuspodcast.de/041
                    Bis zur nächsten Episode – wo wir weiter in der Geschichte schauen.
                    Bleib gesund und mach’s gut!
                     
                    Shownotes:

                    Darüber habe ich erzählt:

                    • Gärtnerweihnacht – www.gaertnerweihnacht.de 
                    • Deutsches Gartenbaumuseum – https://www.gartenbaumuseum.de/
                    • Gartenbau in Thüringen  https://www.gartenbau-in-thueringen.de/ | facebook | instagram
                    • Kräutergärtnerei Valeriana https://valeriana-kraeuter.de/
                    • Erfurter Brunnenkresse https://www.erfurter-brunnenkresse.de/
                    • Thüringer Tannenhof https://thueringer-tannenhof.de/
                    • und da kommt noch mehr …
                    •  
                      Schöne Grüße aus der schon ganz weihnachtlichen Blumenstadt Erfurt
                      Ulrich Haage
                       
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                      Ich freue mich auf dein Feedback.

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                        Welche Themen soll ich mir in den kommenden Episoden vornehmen?
                         
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                        Sogar automatisch: jetzt gleich den CactusPodcast auf iTunes – nein Apple Podcast abonnieren. 
                        Auch diesmal habe ich mir wieder viel Mühe gegeben, die Shownotes mit noch mehr Informationen zu ergänzen.
                         
                        Du willst noch mehr wissen / haben / hören?
                        Service-Links – ich bin Überzeugungstäter!
                        Keine Afilliate Links – ich erhalte keine Provision. 
                         

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                        31 min
                      • CactusPodcast 041 – Espostoa lanata: Dynamit und Gartenbaumuseum
                        Espostoa lanata – und was hat das mit Dynamit oder Löwenzahn zu tun​ – Episode 041
                        Ulrike Richter vom Deutschen Gartenbaumuseum schafft die Verbindung beim Jubiläum bei Kakteen-Haage – Teil 3
                        Hey, ich bin Ulrich Haage, ich bin Kaktusgärtner und heute geht es gleich mehrfach um Geschichte, nochmal um Löwenzahn, Sprengstoff und wieder um einen Kaktus. 
                        In Teil drei der Jubiläumsserie geht es um Dynamit, Espostoa lanata und Ulrike Richter vom Deutschen Gartenbaumuseum. Und letzteres ist nicht ganz zufällig in Erfurt beheimatet.
                        Nachtrag zur letzten Episode
                        Stichwort Löwenzahn – ich hab meine Hausaufgaben aus der letzten Episode gemacht – vielleicht erinnerst du dich – ich habe beim Besuch des mexikanischen Botschafters hier bei Kakteen-Haage über eine Löwenzahngärtnerei in Vietnam philosophiert – und wann ich zum letzten Mal selbst Löwenzahn gegessen habe.
                        Update: letzte Woche – ich war im Wald und habe eine Handvoll Bärlauchblätter und -Knospen und Löwenzahnknospen mitgebracht und in einem scharfen Gewürzsud eingelegt. Löwenzahnkapern – lecker, bitter, geiler Stoff – wenn du mal selbst probieren willst: Link ist in den Shownotes.
                        Und: wo bleibt die nächste Episode im CactusPodcast?
                        Wenn du dich in den vergangenen 10 Monaten gefragt hast: wo ist denn nun die nächste Folge vom CactusPodcast? Kommt der Haage nochmal wieder?
                        • Ja, der ist immer noch da, der war auch nie weg, aber der hatte in der Gärtnerei zu tun, gefühlt ohne Unterlass.
                        • Und dann gibt es da noch ein anderes Podcast-Projekt, dass eine ganze Menge Energie und Kraft gefressen hat – darüber kann ich hoffentlich in Kürze mehr erzählen.
                        • Der letzte Grund: der eine oder andere wird mitbekommen haben, dass mich das Leben Anfang 2022 etwas aus der Bahn geworfen hat. Ich stehe heute zwar wieder auf beiden Füßen, trotzdem hab ich manchmal das Gefühl ich laufe wie im Teer durch meine Tage. Und da fällt zeitweise manches vom Tisch, was mir sehr am Herzen liegt – unter anderem auch mein geliebter CactusPodcast.
                        • Da ist so manche Geschichte unerzählt geblieben – und damit das so nicht bleibt, geht’s jetzt hier weiter – und als Entschädigung wird die Folge heute wohl etwas länger.

                          Disclaimer:
                          ich gebe mir Mühe, dranzubleiben. Falls es doch mal wieder eine längere Pause geben sollte, dann könnten die Gründe dafür ggf. dort liegen. Danke an alle, die nachgefragt haben, oder kommentiert oder mir anderweitig eine Nachricht zukommen ließen. Der letzte Anstoß kam gestern auf dem 24er Forumtreffen, es war für mich überraschend zu hören, bei welcher Gelegenheit Ihr dem CactusPodcast zuhört, deswegen special Thanks to Henry & Jan für eure Geschichten.
                          Und bei der Gelegenheit auch einen Gruß an Ralf im Harz, der wenn ich richtig informiert bin, heute Geburtstag hat – und wenn das nicht stimmt – auch nicht wild, dann einfach welcome home von deiner weiten schönen Reise.
                          Apropos Geschichten:
                          CactusPodcast 041 Kakteengeschichte - Espostoa lanata - Dynamit und Deutsches Gartenbaumuseum

                          von Ulrich Haage | CactusPodcast - Kakteengeschichte

                          https://cactusblog.de/wp-content/uploads/2024/04/cactuspodcast-041-espostoa-lanata-dynamit-und-deutsches-gartenbaumuseum.mp3
                          Dynamit, Kakteenerde und Durchschlagkraft?
                          Was hat Alfred Nobel mit Kakteenerde zu tun?
                          Ist Ulrike Richter explosiv?
                          Nein, die neue Vorständin des Deutschen Gartenbaumuseum will bewegen, über sprengen hat sie bislang noch nichts erzählt.
                          Um die Bedeutung des Dynamit kurz und bündig zu klären: wir befinden uns im Jahr 1866. Der schwedische Chemiker Alfred Nobel sucht nach einem sicheren Sprengstoff, denn Jahre zuvor werden vier Menschen getötet, als bei seinen Versuchen mit dem empfindlichen Nitroglycerin sein Haus in die Luft gejagt wird. Einer der Menschen ist sein Bruder.
                          Ob dieser Verlust ihn beflügelt, ob Zufall oder emsige Forschung – der Durchbruch gelingt Nobel jedenfalls mit einem für uns alten Bekannten aus der Kakteenwelt: Kieselgur! Als er das bis dahin schwer zu kontrollierende „Sprengöl“ oder Nitroglycerin in Kieselgur mischt, hat er die Lösung: Dynamit. Und zugleich die Quelle seines späteren unglaublichen Reichtums. Dass seine Erfindung, das „Sicherheitssprengpulver“ von den Menschen nicht nur für die großen Bauwerke seiner Zeit wie Gotthard-Tunnel oder Panama-Kanal, sondern auch für Waffen im Krieg verwenden, macht Nobel nicht glücklich.
                          Er engagiert sich immer mehr als Friedensstifter und bringt einen großen Teil seines Vermögens in die Friedensarbeit ein – der Friedensnobelpreis ist sicher der heute bekannteste, nicht jeder weiß: das Geld dafür stammt aus den Kriegen seit 1870.
                          Das Kieselgur stammte damals aus der Lüneburger Heide, unser Kieselgur heute kommt aus Dänemark.
                           
                          Und um das klar zu sagen: wir machen damit Kakteenerde, keinen Sprengstoff.
                          Wie ist das mit dem Deutschen Gartenbaumuseum?

                          Das deutsche Gartenbaumuseum ist in Erfurt zuhause. Wie kam das?

                          Erfurt, Blumenstadt und Ursprung des kommerziellen Gartenbaus

                          Erfurt gilt als der Ursprung des deutschen Gartenbaus. Sicher hat es zu der Zeit auch in anderen Regionen der deutschen Landen schon Erwerbsgartenbau gegeben. Die Art und Weise mit der die Professionalisierung vonstatten ging war aber in Erfurt einzigartig.
                          Die Gründe lagen in meinen Augen in der Vorgeschichte. Der Gartenbau hat die Grundlage für den Reichtum der Erfurter Patrizier gesorgt. Ein Reichtum und eine wirtschaftliche Bedeutung wie sie später vielleicht noch mit den großen Hansestädten vergleichbar würden. Die Gärtner selbst waren dabei nicht die die Rahm abschöpften. Daran hat sich bis heute nicht viel geändert, der Verdienst landete in erster Linie bei den Händlern. Aber die sorgten für den Erhalt ihrer Wohlstandquelle.
                          Nicht ohne Grund bezeichnete schon Luther die Erfurter als „des Heiligen Römischen Reiches Gärtner“. In Erfurt waren Gärtner ansässig, die über lange Zeiträume die Gartenbaugeschichte schrieben. Dazu gehören große Namen wie Benary, J. C. Schmidt, Platz, Franz Anton Haage, Fischer, Heinemann, Pabst, Czeckalla, Haage & Schmidt, Chrestensen, Jühlke – und auch Friedrich Adolph Haage.

                          Gartenbau in der DDR und Gründung des Deutschen Gartenbaumuseum 1961

                          Als 1961 in Erfurt die erste Internationale Gartenausstellung nach dem Krieg stattfindet wird zeitgleich auf das Deutsche Gartenbaumuseum eingeweiht. (die erste Allgemeine Deutsche Gartenbauausstellung mit internationaler Beteiligung findet übrigens im Jahr 1865 in Erfurt statt. Die Ausstellungstradition reicht aber noch weiter in der Geschichte zurück)
                          Das Museum trägt bis 1989 eine eindrucksvolle Sammlung zusammen und erfreut sich auf der iga alljährlich zahlreicher Besucher. Mit der Wende bleiben die gewohnten Besuchermassen aus und auch die Zukunft des Museums ist nicht mehr sicher. Auch wenn der Erfolg immer viele Väter hat, ist mir ein Name in Erinnerung, den ich immer wieder höre, wenn es damals darum ging „bleibt das deutsche Gartenbaumuseum in Erfurt?“. Der damalige Präsident des Zentralverband Gartenbau Karl Zwermann hat gemeinsam mit dem langjährigen Thüringer Landwirtschaftsminister Volker Sklenar die Weichen gestellt, dass das Museum in Erfurt bleibt.
                          Und dort ist es bis heute.

                          Jetzt Bühne frei für Ulrike Richter vom Deutschen Gartenbaumuseum, die zu Beginn über ein Bild spricht, dass eben die Inhalte dieser Episode umfasst: Dynamit und Espostoa lanata:

                          Espostoa lanata – entdeckt 1802 durch Humboldt
                          Wir haben von Ulrike Richter schon gehört, dass die Pflanze von Humboldt entdeckt wurde, hier die Geschichte wie das passiert ist:
                          August 1802, Alexander von Humboldt war unterwegs im Huancabamba-Tal, wo das liegt ist heute Peru. Es war anstrengend und beschwerlich, diese Reise. Humboldt und seine Gefährten mussten allein „27mal den Río Huancacabamba mit vieler Gefahr überqueren“. Was Humboldt aber beeindruckte, das waren „ganze Cactuswälder“. Er notierte in seinen Aufzeichnungen einen „kandelaberartig verzweigter Säulenkaktus, der auch ohne Blüten durch seine schneeweiße, dichte Behaarung sehr auffällig ist.“
                          Beat Leuenberger, von dem die meisten diese Hintergrundinformationen stammen, hat hier etwas tiefer geschürft und Informationen zusammengetragen, die weder auf Wikipedia, aber auch nicht in „Kakteen von A bis Z“ von meinem Großvater Walther Haage zu finden sind – und das hat mich etwas überrascht.
                          Nochmal der Reihe nach:
                          Die Geschichte einer Entdeckung
                          1802 wird die wollige Espostoa von Humboldt und Bonpland gefunden. Beide identifizieren die Pflanze als neue Art. Im Feldbuch gibt es eine kurze Beschreibung unter dem Namen Cactus lanatus in Humboldts Handschrift, dazu eine schematische Skizze eines Querschnitts eines blühfähigen Triebs. Was fehlt ist Herbarmaterial und eine Zeichnung die Karl Sigismund Kunth erwähnt ist anscheinend auch verschollen. Die Notizen und die Zeichnung waren damit die alleinige Grundlage für die von Kunth bearbeitete Beschreibung
                          1823 erscheint dann die formelle Publikation, also die Erstbeschreibung von Cactus lanatus durch Humboldt, Bonpland und Kunth im großem Werk „Nova genera et species plantarum“. Humboldt erwähnt dort auch die pflaumengroßen, roten essbaren Beerenfrüchte und bezeichnet sie als „piscol colorado“.
                          1828 Cereus lanatus (Kunth) DC. – (Augustin-Pyrame de Candolle)
                          1870 kommt Haage ins Spiel So lange braucht es, bis die Pflanzen nach Europa in Kultur kommt. Benedikt Roezl stammt aus Prag und sammelt in Lateinamerika Pflanzen. Und die schickt er an die Kakteengärtnerei Friedrich Adolph Haage jun. in Erfurt. Noch bis zur Jahrhundertwende wurde sie als vermeintlich neue Art unter dem Namen Pilocereus dautwitzii geführt, benannt nach dem K. K. Hofbauverwalter und Architekt Dautwitz, der ein eifriger Kakteensammler ist und auf Schloß Schönbrunn bei Wien lebt.
                          1898 Pilocereus lanatus (Kunth) F.A.C.Weber (Frédéric Albert Constantin Weber)
                          1904 Cleistocactus lanatus (Kunth) F.A.C.Weber
                          1916 Oreocereus lanatus (Kunth) Britton & Rose
                          1920 Nathaniel Lord Britton und Joseph Nelson Rose stellten die Art in die Gattung Espostoa
                          Beschreibung Espostoa lanata
                          Wuchsform, Habitus
                          Espostoa lanata wächst baumförmig mit in den oberen Teilen verzweigten Trieben und erreicht Wuchshöhen von 1,5 bis 7 Metern. Der Stamm kann bis zu 1 Meter hoch werden und bis 20 Zentimeter Durchmesser erreichen. Die ausgebreiteten oder aufsteigenden Triebe werden mehrere Meter lang und weisen Durchmesser von 6 bis 10 Zentimeter auf. Es sind 18 bis 25 gerundete Rippen vorhanden, die 5 bis 8 Millimeter hoch sind und durch gerade Furchen voneinander getrennt sind. Die darauf befindlichen elliptischen, 7 bis 10 Millimeter voneinander entfernten Areolen sind trotz der zahlreichen Haare und Dornen erkennbar.
                          Dornen und Wolle
                          Der einzelne Mitteldorn, der auch fehlen kann, ist 2 bis 5 Zentimeter lang. Die 30 bis 40 ausgebreiteten, rötlichen oder gelblich braunen Randdornen vergrauen im Alter und weisen eine Länge von 3 bis 8 Millimeter auf. Das vier bis fünf Rippen umfassende Cephalium ist bis zu 1 Meter lang und besteht aus hellbrauner bis grauer, bis zu 3 Zentimeter langer Wolle.
                          Hübsche Blüten
                          Die trichterförmigen purpur- bis hellpurpurfarbenen Blüten sind 4,5 bis 5,5 Zentimeter lang und erreichen einen Durchmesser von 3 bis 3,5 Zentimeter. Die kreiselförmigen, mehr oder weniger purpurroten Früchte besitzen eine Länge von bis zu 2,5 Zentimeter und Durchmesser.
                          Die Wollige Espostoa blüht im Sommer und nur nachts. Nach und nach erscheinen die Blüten aus der schmalen ganz dicht wolligen Blühzone (Cephalium) seitlich an den Säulen. Sie sind frühmorgens schon wieder verwelkt. Die sich dunkel verfärbenden Blütenreste fallen nicht ab sondern bleiben, noch monatelang an der Pflanze.
                          Espostoas wachsen langsam, benötigen viel Sonne und ihrer tropischen Herkunft entsprechend einen nicht zu kühlen Standort.
                          Verbreitung, Gefährdung und Nutzung der wolligen Espostoa
                          Espostoa lanata ist in Ecuador in der Provinz Loja sowie in Peru in den Regionen Piura, Amazonas, Cajamarca und Lambayeque in Höhenlagen von 500 bis 2000 Metern verbreitet.
                          Die Art wird als nicht gefährdet eingestuft.
                          Aus dem Cephalium gewonnene Wollhaare wurden in Peru früher als Füllung für Kissen verwendet. Oder vielleicht auch für Mützen?
                          Bevor ich hier den Sack auch zu mache sage ich
                          Danke fürs zuhören und:
                          weil die Folge heute sowieso schon länger ist als geplant, gibt es heute auch noch einen anderen musikalischen Abspann als gewohnt. Wir haben gestern beim Forumtreffen über die Basis dazu sinniert – wenn du eine Idee hast, woher die Melodie stammen könnte, dann schick mir eine Mail an [email protected], oder in der CactusPodcast-Gruppe.
                          Auch wenn du einen Themenwunsch hast für die nächste Folge.
                          Ich hab zwar auch schon eine Idee aber ich freu mich noch mehr, von dir zu hören!
                           
                           
                          Und was kommt als nächstes?
                          Sei gespannt!
                          Der Cactuspodcast kommt wieder mit der Episode 042 zum Thema – hast du Wünsche?
                           
                          Und wenn du jetzt Fragen hast – oder deine Antworten auf meine Fragen schicken willst – oder vielleicht deine eigene Kakteengeschichte erzählen möchtest – melde dich einfach.
                          • Schick mir eine Mail an [email protected] oder
                          • schreib mir in unserer Facebook-Community https://www.facebook.com/groups/4080401532000332/
                            Wenn du mehr wissen willst – du findest die Shownotes, Fotos und viel mehr ganz einfach unter www.cactuspodcast.de/041
                            Bis zur nächsten Episode – wo wir weiter in der Geschichte schauen.
                            Bleib gesund und mach’s gut!
                             
                            Shownotes:

                            Darüber habe ich erzählt:

                            • Rezept für Löwenzahnkapern – https://indigo-blau.de/loewenzahnkapern-rezept 
                            • Kakteenforum – https://kakteenforum.de 
                            • Espostoa lanata – https://de.wikipedia.org/wiki/Espostoa_lanata 
                            • Kieselgur – https://de.m.wikipedia.org/wiki/Kieselgur
                            • Deutsches Gartenbaumuseum – https://www.gartenbaumuseum.de/
                               
                              Schöne Grüße aus der Blumenstadt Erfurt
                              Ulrich Haage mit schicken Grüßen aus der Kakteengärtnerei.
                               
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                                Der Beitrag CactusPodcast 041 – Espostoa lanata: Dynamit und Gartenbaumuseum erschien zuerst auf Cactusblog.

                                36 min
                              • CactusPodcast 040 – Kakteengeschichte: Begegnung der Kulturen – Mexikanischer Botschafter in der Kakteengärtnerei
                                Hoher Besuch: Mexikanischer Botschafter in der Kakteengärtnerei zu Gast​ – Episode 040
                                Botschafter Francisco Jose Quiroga Fernandes besucht Kakteen-Haage
                                Ich bin Ulrich Haage und ich bin immer noch ein bisschen aufgeregt.
                                Warum?
                                Wir hatten vor zwei Tagen (wieder) hohen Besuch in der Gärtnerei und zwar aus Mexiko.
                                Ich erzähle dir heute, wer uns besucht hat und warum das etwas besonderes ist für uns, was ich neues erfahren habe über den Umgang mit Kakteen in Mexiko.
                                Und jetzt geht’s los, viel Spaß bei Episode 40 im CactusPodcast!
                                Alles VIP bei den Kakteen
                                Ganz schön viele VIP in letzter Zeit hier!

                                In der der letzten Episode war der Thüringer Ministerpräsident bei uns zu Gast und nun schon wieder so eine große Nummer!

                                Aber der Reihe nach. Seit Donnerstag, 25.5. haben wir, also Kakteen-Haage, diplomatischen Kontakt nach Mexiko.
                                S.E. (Seine Excellenz) Herr Botschafter Francisco Jose Quiroga Fernandes erwies unser Gärtnerei die Ehre seines Besuches.
                                (Wer uns besucht, das habe ich allerdings erst beim Abschied mitbekommen.)

                                Und das kam so:
                                Am vorigen Freitag klingelte das Telefon, eine Dame stellte sich vor als Mitarbeiterin der Botschaft Mexikos in Berlin und erkundigte sich, ob es möglich wäre, dass der Gesandte in der folgenden Woche Kakteen-Haage einen Besuch abstattet.
                                Natürlich ist das möglich!
                                Es war nur nicht so einfach, mich mit meiner Freude einigermaßen angemessen zu verhalten.
                                Ich meine, noch nie war ein Mitglied unserer Familie in Mexiko – und dann kommt das Land hochoffiziell zu uns – was für eine Story!
                                Mein Verhältnis zu Mexiko ist nicht so ganz einfach. Einerseits – dort sind die meisten Kakteen zu Hause – es ist schon so, wie das Land meiner Träume. Nicht nur meiner Träume, auch der Rest der Familie hat vermutlich ein bisschen sowas wie Sehnsuchtsgefühle.
                                Und trotzdem war noch niemand von der Haage-Familie dort drüben – auch wenn das mir oft nicht geglaubt wird. Ich treffe häufiger auf Menschen, die sogar ganz konkret wissen, welches Familienmitglied wann in Mexiko gewesen ist und wann. Meist wird mein Großvater Walther Haage dabei zuerst erwähnt. Mein Großvater wäre sehr gern nach Mexiko gereist – aber das war ihm nie vergönnt.
                                Ich war der erste Haage aus unserer Familie, der es bis nach Amerika geschafft hat. Und für mich hat sich Guatemala nach 20 Jahren DDR schon sehr mexikanisch angefühlt und ich habe dort viele Menschen aus Mexiko getroffen, die Urlaub gemacht haben.
                                Einige Jahre später war ich mit meiner Schwester Amrey in den USA. In Californien und Arizona sind wir auf den Süd-Highways unterwegs gewesen und haben mehr als einmal einen Blick in Richtung Mexiko geworfen. Aber auch da haben mich die Grenzsicherungsanlagen an die deutsch-deutsche Grenze erinnert und ich hab keinen Gedanken daran verschwendet, diese Grenze mal zu überschreiten.
                                Auch aus diesem Grund war diese politisch hochoffizielle Kontaktaufnahme für mich etwas ganz Besonderes und ein bisschen unvorstellbar!
                                 
                                Und dann ist am Donnerstagnachmittag eine große schwarze Limousine mit einem Null-Kennzeichen auf unseren Parkplatz gerollt. Ohne ein Hoheitskennzeichen und ohne Polizei – damit hatte ich aber auch nicht gerechnet.
                                Ich begrüßte eine Frau und vier Männer in gediegenen schwarzen Anzügen.
                                Aus der Staatskanzlei hatte ich erfahren: am Vormittag hatte sich die Delegation mit Bodo Ramelow und mit der IHK getroffen und meine Schwester hatte auf den Berliner Kakteentagen eine Einladung ausgesprochen. Dennoch war mir nicht klar, wie wir zu diesem hochkarätigen Besuch gekommen sind. Also hab ich ganz platt nach dem Grund für den Besuch gefragt. Und ich erfuhr: in der Botschaft gibt es ein großes Kakteen-Display, in denen viele verschiedene Kakteen gezeigt werden. Es soll Sinnbild sein für die Vielfalt Mexikos. Ein Teil der Kakteen stammt aus dem Botanischen Garten Berlin und vermutlich wurden einige von den Berliner Kakteenfreunden gestiftet. Das wollte uns der Botschafter zeigen. Und auch das Interesse an einer deutschen Kakteengärtnerei. Im Laufe des Besuchs kam im Nebensatz sehr freundlich und dezent – also diplomatisch – die Frage, ob wir vielleicht auch ein paar Pflanzen stiften würden. Klar machen wir das! Ehrensache!
                                Und schon waren wir mitten im Gespräch.
                                CactusPodcast - 040 Kakteengeschichte - Begegnung der Kulturen: Mexikanischer Botschafter in der Kakteengärtnerei

                                von Ulrich Haage | CactusPodcast - Kakteengeschichte

                                https://cactusblog.de/wp-content/uploads/2023/06/cactuspodcast-040-kakteengeschichte-mexikanischer-botschafter-besucht-kakteen-haage.mp3
                                Wieder schwarze Limousine

                                Und dann ist am Donnerstagnachmittag eine große schwarze Limousine mit einem Null-Kennzeichen auf unseren Parkplatz gerollt. Ohne ein besonderes Hoheitskennzeichen und ohne Polizei.
                                Damit hatte ich aber auch nicht gerechnet. Ich begrüßte eine Frau und vier Männer in gediegenen schwarzen Anzügen.
                                Aus der Thüringer Staatskanzlei hatte ich erfahren: am Vormittag hatte sich die Delegation mit Bodo Ramelow und mit der IHK getroffen.
                                Und meine Schwester hatte auf den Berliner Kakteentagen eine Einladung ausgesprochen. Ich bin mir sicher, es gab außerdem noch einen Freund bei den Berliner Kakteenfreunden, der in Berlin ein wenig Fäden gezogen hatte.

                                Dennoch war mir nicht klar, wie wir zu diesem hochkarätigen Besuch gekommen sind. Also hab ich ganz platt nach dem Grund für den Besuch gefragt.
                                Und ich erfuhr: in der Botschaft gibt es ein großes Kakteen-Display, in denen viele verschiedene Kakteen gezeigt werden. Es soll Sinnbild sein für die Vielfalt Mexikos. Ein Teil der Kakteen stammt aus dem Botanischen Garten Berlin und vermutlich wurden einige von den Berliner Kakteenfreunden gestiftet. Das wollte uns der Botschafter zeigen. Und auch das Interesse an einer deutschen Kakteengärtnerei.
                                Im Laufe des Besuchs kam im Nebensatz sehr freundlich und dezent – also diplomatisch – die Frage, ob wir vielleicht auch ein paar Pflanzen stiften würden.
                                Klar machen wir das! Ehrensache!
                                Und schon waren wir mitten im Gespräch.

                                Diplomdeutsch – oder Diplomatendeutsch?

                                An der Stelle ein Einschub mit etwas Nachhilfe in Sachen Diplomsprache? Diplomatie, also Botschaftsbegriffe.
                                Ich brauchte die jedenfalls, denn ich hab mich im Kaktusgärtneralltag nicht mit der Frage auseinandergesetzt, was ein Gesandter ist und was der Unterschied zum Botschafter.
                                Hier kommt der Service-Block, falls du das auch nicht wusstest:

                                Was ist eigentlich ein Botschafter?

                                Ein Botschafter ist ein Diplomat und der beamtete oberste Beauftragte eines Staates in einem anderen Land oder bei einer internationalen Organisation. Er wird vom Außenministerium entsandt und ist der persönliche Repräsentant des Staatsoberhauptes seines Landes. (sagt Wikipedia)

                                Der Botschafter ist der Chef der Botschaft, der Gesandte sein Vertreter. In großen Botschaften gibt es manchmal auch einen ersten und einen zweiten Gesandten. Ganz praktisch: die Anrede für den Botschafter lautet „Excellenz“, der Gesandte hat keine zusätzliche Anrede. Blöd für mich: ich hab mich an den angekündigten Gesandten gehalten und war mir der Sache auch weiter sicher, denn wenn es der Botschafter gewesen wäre, dann hätten ihn seine Mitarbeiter auch mit seinem Titel oder seiner Anrede bedacht. Das kenne ich aus den Ministerien, da erscheint mir die Wortwahl selbst in der dritten Person manchmal sehr historisch: „Herr Minister hat gesagt…“, oder „Frau Ministerin wird am Dienstag um 11 Uhr hier sein …“

                                In Mexiko sind diese Förmlichkeiten offenbar nicht so wichtig, oder die Menschen in der Delegation waren einfach so klassisch entspannt und locker miteinander unterwegs.
                                Ich hab mal wieder was gelernt: Sei dir nie zu sicher, mit nichts!

                                Kakteenessen, Tradition und Löwenzahn im Alltag

                                Zurück ins Gewächshaus:
                                Wir sind inzwischen bei den Mutterpflanzen angekommen.
                                Opuntien! Nopales – in Mexiko werden die gern als Gemüse gegessen – erzählt ein Delegierten und alle nicken eifrig mit besonderem Gesichtsausdruck.
                                Ja, ich weiß – und erzähle vom Kakteenessen in unserem Gewächshaus – und dass es im Moment schwierig ist Nopalitos als Salat im Glas zu importieren.
                                Ich überlege, wie ich das einsortiere, welches Gewicht hat der Kaktus als Nahrungsmittel im Alltag in Mexiko? Ich hab Kaktusblätter auf den Märkten im Süden der USA gesehen, auch in den großen Supermärkten in der Gemüseabteilung.
                                Im Nachgang mache ich mir darüber nochmal Gedanken, wie würde das erzählen? Mir kommt unser heimischer Löwenzahn in den Sinn. Würde ich in Vietnam überraschend über eine Pflanze stolpern, dann könnte ich auch erzählen: „esse ich, schmeckt, wird in Deutschland gern im Salat gegessen.“ Und es wäre wahr. Konkret ist es aber mindestens 30 Jahre her, dass ich meinen letzten Löwenzahnsalat genossen habe. Gut, „Löwenzahnhonig“ haben wir mit den Kindern im Kindergartenalter gemacht, aber auch das ist 10-15 Jahre her.
                                Ich sammle mich und meine Gedanken mal – auch Löwenzahn wird gegessen und es gibt einige Landwirte, die professionell Löwenzahn anbauen. Ich glaube aber, dass Kakteen in Mexiko und auf der Welt wirtschaftlich eine größere Bedeutung haben, als Löwenzahn. Wie groß die wirtschaftliche Bedeutung für Mexiko ist, das kann ich ja bei meinem ersten Besuch in der Botschaft mal erfragen …

                                Ich warne vor den feinen, weißen Dornen, den Glochiden an den Opuntien – aber schon hat der schwarze Anzug einen dünnen weißen Streifen auf dem Rücken.
                                Au weh!
                                Ich denke an die Ledersitze in der Limousine auf der Rückfahrt nach Berlin. Das wird bestimmt unangenehm.
                                Manchmal verstehen sie mich vermutlich nicht und sie sind einfach zu höflich, das zu zeigen.
                                Ich bemühe mich, Geschichten zu erzählen, die auch für Nicht-Kakteen-Spezialisten unterhaltsam sind.

                                Die nächste Frage hat mich deswegen kurz überrascht:
                                „Gibt es bei Ihnen auch Peotl?“ – wir schauen gerade die großen Astrophytum Mutterpflanzen an.
                                Moment – noch ein paar Schritte, dann sind wir bei den Lophophora.

                                Ja, Peotl haben wir – und ich höre Geschichten vom Heiligen Kaktus aus dem alten Mexiko.
                                Damals hatten die Kakteen eine ganz besondere Bedeutung – der Kaktus auf dem der Adler mit der Schlange sitzt – das war der Ursprung, dort ist das heutige Mexiko gegründet worden. Das war die Opuntie, die auch heute noch Wappenpflanze Mexikos ist.
                                Aber auch sonst seien Kakteen heute wieder mehr im Bewusstsein der Bevölkerung in Mexiko.
                                An der Nationalen Universität und dem zugehörigen Botanischen Garten sind die Kakteen gut vertreten, es gibt verschiedene Forschungsprojekte in denen es auch um die Erhaltung der Kakteenpopulation geht.

                                Frag den Kaktusgärtner – nein – heute: Frag den Botschafter!

                                Und das war das Stichwort – damit sind wir von ganz allein in die Rubrik FdK gekommen – heute besser FdB: frag den Botschafter – denn wir haben im Vorfeld ein paar Hörerfragen eingesammelt, die ich jetzt dem Botschafter stellen konnte.

                                roman (Insta)
                                Mich würde interessieren welchen Stellenwert Kakteen dort haben, wir hier hegen und pflegen das sie überleben, dort ist es eventuell manchmal so etwas wie Unkraut… 😍🌵🌵🌵

                                Kakteen sind für die Mexikaner wichtig. Die Pflanzen sind ziemlich tief in die Kultur und Traditionen des Landes eingebettet. Sie sind ein Teil des kulturellen Erbes sind auch Symbol für die Vielfalt von Mexiko.

                                Das war mir so nicht klar – aber es erklärt die Sache mit dem Kaktus-Display in der Botschaft und den Fakt, das eine so hochkarätige Delegation sich auf den Weg macht, um Kakteen zu besorgen – und das erstaunt mich ziemlich!
                                Dann ist da noch der Punkt mit den Kakteen in der mexikanischen Küche.

                                Opuntia zählt in manchen Regionen zu den Grundnahrungsmitteln, die Kakteenblätter oder Nopales oder Tunas (Opuntienfrüchte) oder Pitahaya (Früchte von Selenicereus oder Hylocereus).
                                Außerdem werden Kakteen in der Volksmedizin für alle möglichen Heilanwendungen eingesetzt.
                                Übrigens auch Lophophora.

                                Aure Lia (FB)
                                Was wird getan, damit die Lophophora in freier Wildbahn erhalten bleibt und wie läuft es bisher?
                                … und:

                                philippheidelweizel (insta)
                                Was für eine tolle Gelegenheit! Vielleicht könnt ihr mal nach Auswilderungsprogrammen bei Kakteen fragen.
                                Die Fragen passen gut zusammen – deswegen die Antwort im Paket:

                                Ja. Es gibt verschiedene Renaturierungsprogramme, die von der Regierung angeschoben werden und es gibt Programme aus Privatinitiative.
                                Und nicht zuletzt zielen verschiedene Forschungsprojekte der Nationalen unabhängigen Universität Mexiko (UNAM) auf die Erforschung und Erhaltung von Kakteen und anderen sukkulenten Pflanzen in verschiedenen Regionen von Mexiko.

                                Außerdem – und das war eine meiner Fragen: „gibt es viele Gärtner in Mexiko, die die Versorgung mit Kakteen im eigenen Land sichern.“
                                Die Mitarbeiterin hat diese Aussage etwas relativiert, sie sagte: „zumindest in Mexico D. C. gibt es genügend Kakteen zu kaufen.“

                                Thomas Paul (FB)
                                Ich würde mal fragen ob er den Chefgärtner zum Gegenbesuch nach Mexiko einlädt.

                                Ich war nicht so keck, nach einer Einladung zu fragen – aber ich habe sie bekommen.
                                Zwar kein Gegenbesuch in Mexiko, aber nach Berlin wurde ich eingeladen – und das finde ich schon abgefahren!

                                Jetzt ist dir sicher auch aufgefallen: einige der Antworten sind in erster Linie diplomatischer Natur „politisch pauschal positiv“.
                                Ich habe auch nicht damit gerechnet, dass in der Botschaft in Deutschland Detail-Informationen über Artenschutz-Projekte vorliegen, das wäre definitiv zu viel erwartet, auch wenn der Besuch in der Gärtnerei einige Tage Vorlauf für die Vorbereitung gehabt hätte.

                                Deswegen möchte ich gern noch eine andere Seite dazu hören.
                                Mich interessiert: bist du selbst schon mal in Mexiko gewesen, oder kennst jemanden der vor Ort war und etwas zu konkreten Erhaltungsmaßnahmen von Kakteen in Mexiko erzählen kann?
                                Wie siehst du das?

                                Vom Sämling zum Kaktus und die Zukunft der Kakteen

                                Im Gewächshaus sind wir nach den Samenträgern bis zur Aussaat gekommen. Ich glaube die schiere Masse der winzigen Kakteensämlinge waren sehr beeindruckend, denn es kam vom Herrn Wirtschaftsgesandten die erste „technische Frage“.
                                Wie viele Mitarbeiter arbeiten hier? Die Sämlinge pikiert nur eine Kollegin – aber insgesamt sind wir zwölf, die die gesamte Gärtnerei am Laufen halten.
                                Ich bin manchmal selbst unsicher, ob das jetzt viel oder wenig ist – für eine normale Gärtnerei wäre es ganz schön viel – und auch die Qualifikation unserer Mitarbeiter macht mich immer wieder stolz!

                                Bei den Chamaecereus unterhalten wir uns über die Kakteengärtnereien und die momentanen Veränderungen auf dem Markt. Ich erzählen vom selten gewordenen Generationenwechsel bei den Kaktusgärtnern, denn meist ist es einfach Schwund. Das erlebe ich hier in Deutschland, aber auch in anderen Ländern der Erde.
                                Ich frage, ob wir in Zukunft Kakteen direkt aus mexikanischen Gärtnereien kaufen können. Der Botschafter strahlt und erzählt vom neuen Handelsabkommen und dass das vielleicht auch den Markt für den Handel mit Kakteen erleichtern könnte. Wie das konkret aussehen kann, das weiß ich noch nicht – aber ich bin zuversichtlich.

                                Wir haben die letzte Etappe unserer kurzen Rundreise durch die Kakteengärtnerei erreicht und stehen jetzt im Museum.
                                Ich erzähle von den verschiedenen Standorte, an denen die Gärtnerei in Erfurt ansässig gewesen ist, ich erzähle vom Kakteenjäger Fric der im Mexiko Kakteen gesammelt hat und offenbar ist die Sammlung mit Kakteenbriefmarken aus der ganzen Welt ein interessantes Feld.

                                Den Abschluss des Besuchs ist der Fototermin an der Friedrich Adolph Haage Gedenkplatte.
                                Daneben gibt es noch den obligatorischen Eintrag ins Gästebuch – und erst dann wird mir bewusst, wer uns besucht hat:
                                Es steht nämlich unter der Unterschrift:
                                Francisco Jose Quiroga Fernandes
                                Botschafter

                                Bevor ich hier den Sack auch zu mache sage ich Danke fürs zuhören und:
                                 
                                meine Fragen:
                                Ich möchte gern deine Sicht hören.
                                Bist du selbst schon mal in Mexiko gewesen, oder kennst jemanden der vor Ort war.
                                Kannst du etwas zu konkreten Erhaltungsmaßnahmen von Kakteen in Mexiko erzählen?
                                Und wie siehst du das, ist die Erhaltung der Kakteen in Mexiko für dich wichtig? 
                                 
                                 
                                Und was kommt als nächstes?
                                Der Cactuspodcast kommt wieder mit der Episode 041 zum Thema 200 Jahre Kakteen-Haage.
                                In der Episode wird es um Dynamit und das Deutsche Gartenbaumuseum gehen. Es wird explosiv mit einem weiteren Kaktus und einem Gast. Ich bekomme eine Mütze – und du darfst auf die Geschichte echt gespannt sein!
                                 
                                Und wenn du jetzt Fragen hast – oder deine Antworten auf meine Fragen schicken willst – oder vielleicht deine eigene Kakteengeschichte erzählen möchtest – melde dich einfach.
                                • Schick mir eine Mail an [email protected] oder
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                                  Wenn du mehr wissen willst – du findest die Shownotes, Fotos und viel mehr ganz einfach unter www.cactuspodcast.de/040
                                  Bis zur nächsten Episode – wo wir weiter in der Geschichte schauen.
                                  Bleib gesund und mach’s gut!
                                   
                                  Shownotes:

                                  Darüber habe ich erzählt:

                                  • Mexikanische Botschaft: https://embamex.sre.gob.mx/alemania
                                  • Botschafter (Wikipedia): https://de.wikipedia.org/wiki/Botschafter 
                                  • UNAM – Nationale Autonome Universität von Mexiko: https://de.wikipedia.org/wiki/Nationale_Autonome_Universit%C3%A4t_von_Mexiko
                                  • Deutsches Gartenbaumuseum – https://www.gartenbaumuseum.de/
                                     
                                    Schöne Grüße aus der Blumenstadt Erfurt
                                    Ulrich Haage mit schicken Grüßen aus der Kakteengärtnerei.
                                     
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                                      Der Beitrag CactusPodcast 040 – Kakteengeschichte: Begegnung der Kulturen – Mexikanischer Botschafter in der Kakteengärtnerei erschien zuerst auf Cactusblog.

                                      28 min
                                    • CactusPodcast 039 – Kakteengeschichte: Jubiläum – Bodo Ramelow und Goethe
                                      200 Jahre Kakteen-Haage – Jubiläum Teil 2​ – Episode 039
                                      Goethe, Kaktus und Bodo Ramelow
                                      Hey, ich bin Ulrich Haage, ich bin Kaktusgärtner und bin ziemlich aufgeregt wegen der heutigen Episode – aber das halte ich noch eine Weile aus.
                                      Wir machen heute zweierlei – wir machen Geräusche:
                                      erstens: / Dornengeräusche
                                      zweitens: / Autogeräusche
                                      Nachtrag zur Königin der Nacht aus Episode 038
                                      Eine Geschichte aus dem Botanischen Garten Dresden

                                      Vor den Geräuschen gibt es noch einen Nachtrag zur letzten Episode: die Geschichte vom letzten sächsischen Kaiser und der Königin der Nacht:

                                      Ich war vor einigen Wochen in Dresden. Dort wurde im Botanischen Garten eine zauberhafte Geschichte zur Königin der Nacht erzählt – und die erzählt euch heute kein anderer als René Burkhardt, der mich heute im CactusPodcastStudio besucht:

                                      In den 1960er Jahren kündigten im Sommer die Zeitungen die zu erwartende Blüte der Königin der Nacht an. Am Abend versammelten sich Tausende Besucher vor dem Botanischen Garten, weit mehr, als ins Gewächshaus passen würden.

                                      Um der Situation überhaupt wieder Herr zu werden wurde die Polizei gerufen, die dann „den Verkehr im Garten regelte“. So konnten alle Besucher die seltenen Blüten bewundern.

                                      Und damit herzlich willkommen im CactusPodcast bei Teil zwei der Serie zum Thema 200 Jahre Kakteen-Haage.

                                      Am liebsten würde ich jetzt stoppen und schauen, ob du da draußen tatsächlich heraushören konntest, was sich hinter den Aufnahmen verbirgt – denn das ist ja nicht so einfach, diese Sounds einzufangen.
                                      Aber – die Zeit haben wir nicht, deswegen löse ich das erste Geräusch gleich auf.
                                      Gleich.

                                      CactusPodcast - 03 Kakteengeschichte - Jubiläum - Goethe, Kaktus und Bodo Ramelow

                                      von Ulrich Haage | CactusPodcast - Kakteengeschichte

                                      https://cactusblog.de/wp-content/uploads/2023/04/cactuspodcast-039-kakteengeschichte-jubilaeum-goethe-kaktus-und-bodo-ramelow.mp3
                                      Der Großvater – fast 200 Jahre dabei

                                      Vorher steigen wir aber erstmal ein: uns erwartet heute eine ziemliche Promi-Dichte.
                                      Wir beginnen gleich mal mit dem ältesten noch lebenden Promi: >>ping
                                      DAS ist der GROSSVATER
                                      Damit ist nicht mein Großvater gemeint, also nicht Walther Haage.
                                      Und auch nicht dieser hier:
                                      >> Fagott
                                      Das ist der Fagott-Großvater aus Peter und der Wolf.
                                      DER GROSSVATER ist unser alter schöner Echinocactus grusonii, vielleicht ist er dir ja schon mal in oder vor unserem Gewächshaus begegnet.
                                      Und wenn nicht – auf www.cactuspodcast.de/39 findest du mindestens ein Foto von ihm. Da kannst du ihn in seiner ganzen Pracht anschauen – sogar mit Schärpe!

                                      Warum Schärpe?

                                      Na weil Jubiläum!
                                      Kakteen-Haage feiert 2022 Jubiläum 200 Jahre – und dieser Echinocactus grusonii – heute korrekt übrigens Kroenleinia grusonii – gehört zu dem wenigen, das uns schon über die Jahrhunderte begleitet. Konkret: diese Pflanze ist zum Beispiel schon länger da, als beispielsweise unser altehrwürdiges Geschäftshaus. Das steht erst seit den 1890er Jahren. Und 1890 – damals war die Gärtnerei auch noch am anderen Ende der Stadt – im späteren Neu-Daberstedt angesiedelt.
                                      Wir gehen aber noch weiter zurück in der Geschichte – in die 1820/30er Jahre und wir wechseln auch noch mal den Standort. Zu der Zeit befindet sich die Gärtnerei in der Schmidtstedter Straße – unweit des heutigen Erfurter Hauptbahnhofes.
                                      Wir haben eine recht gute Dokumentation, die zeigt, dass diese Pflanze unsere Gärtnerei schon seit sehr langer Zeit begleitet. Neben dem Foto mit der Schärpe gibt es Fotos, auf denen ich als Kind mit diesem grusonii zu sehen bin, mit meinem Vater in jungen Jahren und auch mit meinem Großvater, mit dem Großvater sozusagen. In welchem Jahr die Pflanze aber nun ganz genau zu uns gekommen ist – das kann ich nicht mit Gewissheit sagen – aber dazu gibt es gleich von meinem prominenten Gast eine spannende Erklärung. Der muß aber erst noch ankommen.

                                      Cactus Sounds und Geräusche raten

                                      Echinocactus grusonii – ich bleibe erstmal bei diesem Namen – zählt ohne Zweifel zu den bekanntesten Kakteen überhaupt. Da mag man denken – darüber ist längst alles Spannende erzählt. Bei der Vorbereitung sind mir so viele Aspekte in die Finger gekommen, dass ich mich entschieden habe: dafür gibt es eine eigene Episode. Wenn du sofort mehr wissen möchtest: der Wikipedia-Artikel ist schon extrem informativ.
                                      Die Deutsche Kakteengesellschaft hat die Pflanze 2008 zum Kaktus des Jahres gewählt – eben auch weil sie so bekannt ist.
                                      Die kleine Kaktusmusik, die du in der Episode hören kannst, hat übrigens mein Spontangast Rene Burkhardt eigenhändig auf den Dornen des Großvaters gespielt.
                                      Limousinen-Sound

                                      Hier kommt das zweite Geräusch: Reifen einer Limousine auf Schotter.

                                      Ich hab extra nachgeschaut: meine betagte Daimler B-Klasse ist auch eine Limousine. Und da du die Farbe ohnehin nicht zweifelsfrei raushören konntest, kannst du dir anhand des Abrollgeräusches vermutlich auch beim Hersteller nicht ganz sicher sein, was wir aufgenommen haben. Zum Jubiläum im September 2022 rollten jedenfalls zwei BMW 750 ld xdrive gecleant, mit Blaulicht, Sonderschutz (im Volksmund sagt man gepanzert) und ohne Standarte – und so ein Bolide kommt mit 6 Litern Diesel über die Runden.

                                      Weil ich mich so mit den Autos beschäftigt habe: Bodo Ramelow fährt aber nicht nur den sparsamen 6-Liter-BMW-Boliden. Bei der Recherche zu dieser Episode habe ich ein Video aus seinem ersten Jahr als Thüringer Ministerpräsident gefunden, da ist er als Egon Olsen im Volvo von Erich Honecker unterwegs.
                                      Ramelow im Honecker-Volvo – in der Autobild-Zeitung
                                      … und der ganze Bodo – Egon Olsen Spot als Filmchen auf Facebook

                                      Worüber ich mich etwas gewundert habe: es gibt fast keine Fotos von diesen Dienstfahrzeugen. Ich habe aber in meinem Fundus ein paar Bilder gefunden. 

                                      … so Sorry für so viel Aufmerksamkeit für schnöde Autos – aber es hat einfach Spaß gemacht, all diese Details noch herauszufinden …

                                      und wie steht es denn mit Bodo Ramelow und den Kakteen?

                                      Bodo Ramelow ist im Februar 1956 in Osterholz-Scharmbeck geboren und aufgewachsen. Und hier gibt es eine – weit entfernte  – Verbindung zu den Kakteen: In Osterholz-Scharmbeck war auch Kurt Petersen zu Hause. Er war der 13. Präsident der Deutschen Kakteengesellschaft und ein hervorragender Epi-Kenner. Kurt Petersen war Initiator der EPIG (Interessengemeinschaft Epiphytische Kakteen – www.epig.org ) 

                                      Mit den Kakteen – sagt Bodo Ramelow über sich selbst, hat er kein glückliches Händchen – das überlasse er lieber den Kakteengärtnern.

                                      Das ist uns ganz recht! 

                                       

                                      200 Jahre und Ramelow – ist das normal?

                                      Wenn ich das hier so locker erzähle und es vielleicht so rüberkommt, als würde ich sowas alle Tage machen können – der Schein trügt.
                                      Über die zweihundert Jahre hab ich in der letzten Episode schon erzählt.

                                      Und ja, wir haben in 200 Jahren einige Gäste bei uns begrüßen dürfen. Und wir haben uns auf den Tag und die Gäste vorbereitet. Trotzdem war ich aufgeregt. Aber es gab einen, der war das nicht – und diese kleine Geschichte möchte ich gern vor dem Vergessen bewahren.
                                      Das kam so:
                                      Der MP kam vom Parkplatz und ich begrüßte ihn „am Großvater“. Mein Vater, Hans-Friedrich Haage war derweil neben uns ins Gespräch vertieft und hatte unseren Gast nicht gleich mitbekommen. Und da sein Personengedächtnis nur wenig besser ist als meines, habe ich versucht, ihm bei der Vorstellung eine Brücke zu schlagen.
                                      Ich also:
                                      „Mein Vater.“ >
                                      „Unser Landesvater.“ <
                                      Offensichtlich durchschauten beide mein Ansinnen, es gab jedenfalls ein schallendes Gelächter.
                                      Und meine Schwester hat den Moment für unser Gästebuch festgehalten.

                                      Und was erzählt er denn nun?

                                      Bodo Ramelow spricht über die Begegnung zwischen Friedrich Adolph Haage, dem Großherzog Ernst August von Sachsen Weimar, dem Freiherr Johann Wolfgang von Goethe und der Verbindung zu seinen eigenen Vorfahren, der Familie Fresenius.
                                      Er spricht von Höhen und Tiefen, von der Bundesgartenschau und von dem, was Gärtner durch alle Zeiten hindurch geschaffen haben und heute noch bewegen.

                                      Ich muss das nicht verbergen: Ich schätze unseren Ministerpräsidenten sehr, nicht wegen seiner lobenden Worte für uns – und es ist auch keine parteipolitische Ansicht.
                                      Ich schätze Menschen, die weiter blicken wollen, die aufrecht sind, die Fehler machen können und die auch eingestehen können.
                                      Das ist bei Wolfgang Tiefensee oder bei Bernhard Vogel so, ich denke an Hans-Dietrich Genscher oder Helmut Kohl. Und das ist bei ganz „normalen Menschen“ auch so und ich bin froh, viele solcher „normaler Menschen“ zu meinen Freunden zählen zu dürfen.
                                      Das Bild des Großherzogs, der sich die Jacke auszieht und dem Gärtner zugesellt, daran habe ich mich erinnert, als ich mit eben diesem Bodo Ramelow im letzten Sommer im Harz in der Nähe vom Dreiherrenstein auf einer Borkenkäferfläche Bäume aufgepflanzt habe. Der Fototermin war vorüber, die Kameras eingepackt und die offiziellen Reden gehalten und wir haben zu zweit Bäume gesetzt und dabei geschwitzt – schweigend und ohne Jacke. Das muß ein MP nicht machen.
                                      Aber er kann es tun. Und diese Nahbarkeit – das hat mich bei der Geste von Ernst August auch beeindruckt.
                                      Die da oben – sind auch Menschen.
                                      Der Job ist ein anderer und ich beneide sie nicht darum.

                                      Auf bald – und bleib happy!

                                       
                                      Und was kommt als nächstes?
                                      Das war der zweite Teil zum Kakteen-Haage-Jubiläum, diesmal mit Ministerpräsident Bodo Ramelow und Rene Burkhardt als Gast im Studio.
                                      In der Episode 40 wird es explosiv mit einem weiteren Kaktus und einem Gast. Ich bekomme eine Mütze – und du darfst auf die Geschichte echt gespannt sein!
                                       
                                      Und wenn du jetzt Fragen hast – oder vielleicht deine eigene Kakteengeschichte erzählen möchtest – melde dich einfach.
                                      • Schick mir eine Mail an [email protected] oder
                                      • schreib mir in unserer Facebook-Community https://www.facebook.com/groups/4080401532000332/
                                        Wenn du mehr wissen willst – du findest die Shownotes, Fotos und viel mehr ganz einfach unter www.cactuspodcast.de/038
                                        Bis zur nächsten Episode – wo wir weiter in der Geschichte schauen.
                                        Bleib gesund und mach’s gut!
                                        Shownotes:

                                        Darüber habe ich erzählt:

                                        • Echinocactus grusonii – heute – https://de.wikipedia.org/wiki/Kroenleinia_grusonii
                                        • EPIG – Interessengemeinschaft Epiphytische Kakteen – https://epig.org/ueber-die-epig/
                                        • Deutsche Kakteengesellschaft – https://de.wikipedia.org/wiki/Deutsche_Kakteen-Gesellschaft
                                        • Thüringer Staatskanzlei über den Besuch von Bodo Ramelow bei Kakteen-Haage – https://www.staatskanzlei-thueringen.de/medienservice/veranstaltungsberichte/detailseite/default-03e2b3e90f
                                        • Ramelow im Volvo – https://www.autobild.de/klassik/artikel/volvo-264-te-kurioses-video-mit-sed-karosse-14708023.html
                                        • und das Egon Olsen Volvo-Video dazu – https://www.facebook.com/watch/?v=337172750270030
                                        • Deutsches Gartenbaumuseum – https://www.gartenbaumuseum.de/
                                           
                                          Stay tuned! 
                                          Schöne Grüße aus der Blumenstadt Erfurt
                                          Ulrich Haage mit schicken Grüßen aus der Kakteengärtnerei.
                                           
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                                            Mehr gibt es wie immer in der Facebook CactusPodcast Community. 
                                            Welche Themen soll ich mir in den kommenden Episoden vornehmen?
                                             
                                            Du willst mehr vom CactusPodcast? Das geht ganz einfach:
                                            Sogar automatisch: jetzt gleich den CactusPodcast auf iTunes – nein Apple Podcast abonnieren. 
                                            Auch diesmal habe ich mir wieder viel Mühe gegeben, die Shownotes mit noch mehr Informationen zu ergänzen.
                                             
                                            Du willst noch mehr wissen / haben / hören?
                                            Service-Links – ich bin Überzeugungstäter!
                                            Keine Afilliate Links – ich erhalte keine Provision. 
                                             
                                            … und hier kannst du das Video der Episode direkt anschauen …

                                            Der Beitrag CactusPodcast 039 – Kakteengeschichte: Jubiläum – Bodo Ramelow und Goethe erschien zuerst auf Cactusblog.

                                            20 min
                                          • CactusPodcast 038 – Kakteengeschichte: Jubiläum – Haage am Sächsischen Hof
                                            200 Jahre Kakteen-Haage – Jubiläum Teil 1​ – Episode 038
                                            Seid Ihr wirklich die älteste Kakteengärtnerei der Welt?
                                            „Seid ihr wirklich die älteste Kakteengärtnerei der Welt?“
                                            Das ist eine der häufigsten Frage, die ich beantworte.
                                            Es geht heute um 200 Jahre Kakteengeschichte – nämlich die von Kakteen-Haage.
                                            Wie und warum – und was nicht, das gibt’s heute und in den nächsten Episoden im CactusPodcast.
                                            Wie lassen sich 200 Jahre Kakteen-Geschichte erzählen?
                                            … mit viel Respekt!

                                            Wir starten heute eine Serie mit einem Blick in die Geschichte von Kakteen-Haage – und zum Teil ist das ja auch die Geschichte der Kakteen – mehr als mir das im Alltag bewusst ist.
                                            Ganz ehrlich – genau davor habe ich einen ziemlichen Respekt, denn ich hatte keine Ahnung, wie ich das in eine Episode gepresst bekomme – deswegen wird es jetzt eine kleine Serie. Klar, auch die kann keine 200 Jahre abbilden, aber so bekommst du entspannt ein Gefühl für ein paar Dinge, die in den letzten zwei Jahrhunderten in der Kakteenwelt passiert sind.

                                            Mein ganz persönliches:

                                            Ich sitze allein mit mir und ein paar tausend Kakteen im Gewächshaus und versuche endlich die nächste Episode auf den Weg zu bringen – und es fällt mir nicht so leicht. Und DAS ist mir in letzten zwei Jahren häufiger passiert, als es mir lieb ist – und es gefällt mir nicht. Es ist ein bisschen wie meine Versprechen nicht halten und das ist blöd.
                                            Mein Plan, die Episode 38 rechtzeitig den Weihnachtskakteen zu widmen, ist nicht aufgegangen. Auch die angekündigte Folge 39 ist noch nicht vorbereitet. Es gibt für dieses und für jenes auch plausible Gründe – allein, ich tue mich schwer, das einfach so hinzunehmen. Sowohl Schlumbergera und vielleicht auch die Hintergrundgeschichten aus dem ZDF Fernsehgarten kommen halt eben später. Sorry dafür! Mal wieder alles etwas anders.

                                            Jump

                                            Aber jetzt – wir springen jetzt zurück in der Geschichte. Erstmal nur ein paar Wochen – in den warmen Spätsommer 2022:

                                            CactusPodcast - 038 Kakteengeschichte - Jubiläum - Haage am Sächsischen Hof

                                            von Ulrich Haage | CactusPodcast - Kakteengeschichten

                                            https://cactusblog.de/wp-content/uploads/2023/01/cactuspodcast-038-kakteengeschichte-jubilaeum-haage-am-saechsischen-hof.mp3
                                            200 Jahre Kakteen-Haage
                                            Wir haben am 24. September 2022 gefeiert.
                                            Es war viel weniger pompös als mancher erwartet hat – und zugleich viel größer und schöner, als ich dachte.
                                            Der 24. September war ein ganz normaler Samstag – und trotzdem waren wir alle ziemlich aufgescheucht.
                                            Wir haben uns lange im Vorfeld Gedanken gemacht, wie wir die Feier begehen werden, Ideen haben wir schon Jahre vorher gesammelt – und wie es so ist – dann war es 2021, Corona und in Erfurt verwandelte sich. Es war BUGA in Erfurt – Bundesgartenschau und wir Gärtner hatte mehr als alle Hände voll zu tun. Und plötzlich war schon das Jubiläumsjahr angebrochen – und wir hatten immer noch zu tun.
                                            In unserer Familie kursiert ein Spruch, „Es ist traurig, sich allein zu freuen. Freu dich mit mir!“ Ich hab eben erst gelernt, dass dieser Text von Lessing stammt. Jedenfalls haben wir uns Gäste eingeladen, damit wir nicht allein feiern müssen.
                                            Unsere Gäste waren Wegbegleiter aus nah und fern. Ziemlich aufwändig war es, die Kollegen aus früheren Jahren zu kontaktieren – da sollte man doch in Zeiten von Social Media denken, wir sind alle vernetzt – Pustekuchen! Das war in manchen Fällen eine ziemliche Sucherei – und da bin ich froh, dass meine Mutter immer noch ihr altes Adressbuch führt! Ein echter Schatz!
                                            Aus der langen Gästeliste haben wir neun Redner ausgesucht – die – jeder aus seiner Sicht einen kleinen Blick auf eine ausgewählte Geschichte aus den 200 Jahren werfen wird. Klein – weil jeder Redner hat fünf Minuten Zeit – sonst bleibt ja keine Zeit zum Feiern mehr!
                                            Am Vormittag trudelten frühzeitig die Gäste ein. Unser erster Redner war übrigens der erste Gast, der morgens mit einem riesigen Dahlienstrauß auf dem Parkplatz stand.
                                            Gärtnerei im Jubiläums-Modus
                                            Seit dem letzten Sommer war am Haus die frisch sanierte Gedenktafel für Friedrich Adolph Haage angebracht. Meine Mutter und meine Tochter Maria haben zusätzlich einen Kranz aus Aloe darüber angebracht.
                                            Vor dem Gewächshaus stand festlich geschmückt „Der Großvater“ – unser ältester Echinocactus grusonii. Und im Gewächshaus haben sich die Gäste versammelt.
                                            Und wir springen 200 Jahre zurück in die 1820er Jahre. Das machen wir mit der Hilfe eines leibhaftigen Sachsens. Denn die Kakteengeschichte der Haages begann in Sachsen. Und da beginnt auch die Geschichte der kommerziellen Kakteengärtnerei.
                                            Auf diese Reise begleitet uns Winfried Kaiser, er ist der letzte amtierende Präsident der sächsischen Gärtner gewesen – und nun seit einigen Jahren schon im Ruhestand. Aber so richtig Ruhestand geht bei Gärtnern ja nicht – er ist oft noch in der Familiengärtnerei Kaiser Gartenbau in Weinböhla fleißig – und er hat ein heimliches Faible für Kakteen – das merkt man auch in seiner Rede.
                                            Wir sind jetzt in Sachsen:
                                            Winfried Kaiser: Friedrich Adolph Haages Ausbildung bei Sächsischen Hofgärtner Seidel

                                            Winfried Kaiser ist für mich immer ein besonderer Gärtner – nicht nur, weil er sich als „normaler Gärtner“ für Kakteen interessiert hat. Wann immer wir uns trafen, dann hat er sich intensiv nach den Kakteen erkundigt und immer auch eine eigene kleine Geschichte zu erzählen gehabt – das ist unter den Profigärtnern eher selten. ZVG – der Zentralverband Gartenbau, unsere berufsständische Organisation, dort haben wir uns regelmäßig getroffen, um zu schauen, wie wir gemeinsam das Leben der Gärtner in Deutschland etwas besser machen können.
                                            Seine Heimat Weinböhla ist übrigens auch ein bedeutender gartenbaulicher Standort – auch eine Kakteengärtnerei gab es dort, vielleicht sagt dir der Name Treuheit im Zusammenhang mit winterharten Kakteen etwas.
                                            Und die Familie – oder treffender – die Gärtnerdynastie der Seidels – von denen hast du sicher schon gehört – Kamelien, Schlossgarten Pillnitz – auch hier gibt es eine unheimlich spannende Familiengeschichte zu entdecken.
                                            Gab es zu der Zeit auch schon andere Kakteengärtnerei ?
                                            Ja, auch vor der Gründung von Kakteen-Haage im Jahr 1822 gab es einen Gärtner, der Kakteen zum Verkauf angeboten hat. Ich gehe davon aus, dass es nicht der einzige war. Ich hab in unserem Katalogarchiv auf den ersten Blick acht Kakteen im Schellhase-Katalog aus dem Jahr 1808 gefunden.

                                            Der erste Kakteen-Haage Katalog
                                            Bis der erste Katalog von Friedrich Adolph Haage erscheint, soll es noch einen Moment dauern – und auch da gibt es eine Überraschung: mein Großvater hat mir immer mal ein Dia von einer Kopie von der ersten Haage-Ausgabe mit einer englischen Signatur gezeigt – und so bin ich mein Leben lang davon ausgegangen, wir haben nur ein Bild von einer Kopie in unserem Archiv.
                                            Und dann habe ich bei den Vorbereitungen für das Haage-Buch „Kaktus, Kresse, Kohl“ in einer Kiste mit Unterlagen von meiner Großmutter das Original zutage gefördert. Das ist in dem Kasten wohl unter die Räder gekommen. Und vor wenigen Wochen habe ich sogar den zugehörigen Schutzumschlag entdeckt. Mein Großvater vermerkt darauf den unersetzlichen Wert des Dokuments, das aber für viele Jahrzehnte nicht mehr in seinem Umschlag ruht und beziffert ihn mit 20.000 Reichsmark, das entspricht heute grob 100.000 €. Spannend, was Geschichte für Werte bewegt!
                                             
                                            Und was kommt als nächstes?
                                            Das soll es für den ersten Teil gewesen sein. In der Episode 39 treffen wir auf weitere hochrangige Persönlichkeiten und einen weiteren Kaktus der bei uns – und überhaupt Geschichte schreibt – du darfst gespannt sein.
                                            Wenn du Fragen hast – oder vielleicht deine eigene Kakteengeschichte erzählen möchtest – melde dich einfach.
                                            • Schick mir eine Mail an [email protected] oder
                                            • schreib mir in unserer Facebook-Community https://www.facebook.com/groups/4080401532000332/
                                              Wenn du mehr wissen willst – du findest die Shownotes, Fotos und viel mehr ganz einfach unter www.cactuspodcast.de/038
                                              Bis zur nächsten Episode – wo wir weiter in der Geschichte schauen.
                                              Bleib gesund und mach’s gut!
                                              Shownotes:

                                              Darüber habe ich erzählt:

                                              • ZVG – https://www.derdeutschegartenbau.de/
                                              • Deutsches Gartenbaumuseum – https://www.gartenbaumuseum.de/
                                              • KaktusKochbuch – https://www.kakteen-haage.de/Literatur/Kakteenliteratur/Literatur/KochbuchKaktus-Ulrich-Haage-Ulrich-Manck.html
                                              • Hofgärtner Seidel – https://de.wikipedia.org/wiki/Johann_Heinrich_Seidel
                                                 
                                                Stay tuned! 
                                                Schöne Grüße aus der Blumenstadt Erfurt
                                                Ulrich Haage mit schicken Grüßen aus der Kakteengärtnerei.
                                                 
                                                Wie gefällt dir diese Episode?

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                                                  Mehr gibt es wie immer in der Facebook CactusPodcast Community. 
                                                  Welche Themen soll ich mir in den kommenden Episoden vornehmen?
                                                   
                                                  Du willst mehr vom CactusPodcast? Das geht ganz einfach:
                                                  Sogar automatisch: jetzt gleich den CactusPodcast auf iTunes – nein Apple Podcast abonnieren. 
                                                  Auch diesmal habe ich mir wieder viel Mühe gegeben, die Shownotes mit noch mehr Informationen zu ergänzen.
                                                   
                                                  Du willst noch mehr wissen / haben / hören?
                                                  Service-Links – ich bin Überzeugungstäter!
                                                  Keine Afilliate Links – ich erhalte keine Provision. 
                                                   
                                                  … und hier kannst du das Video der Episode direkt anschauen …

                                                  Der Beitrag CactusPodcast 038 – Kakteengeschichte: Jubiläum – Haage am Sächsischen Hof erschien zuerst auf Cactusblog.

                                                  23 min
                                                • CactusPodcast 037 – Pflanzenpflege: Gratis-Überwinterung für Kakteen und MDR Garten
                                                  Gratis Überwinterung für Kakteen und MDR Garten​ – Episode 037
                                                  Wie bringe ich meine Kakteen ohne extra Heizkosten durch den Winter? Ulrich Haage hat etwas ausgegraben.
                                                  Herzlich willkommen zum CactusPodcast Episode 037
                                                  Ich bin Ulrich Haage – und heute geht es um eine Idee, die schon ein paar Jahre auf dem Buckel. Trotzdem mit Blick auf die aktuellen Energiepreise vielleicht eine Möglichkeit für den einen oder anderen Kakteensammler, seine Pflanzensammlungen kostengünstig, also ohne Mehrkosten durch den Winter zu bringen.
                                                  Kakteen im Winter – drin und draußen und auch die Aufnahme ist so
                                                  Diese Episode hat mal wieder ein paar Besonderheiten – zum einen: Der Hauptteil ist als Videocast und zum Teil draußen entstanden – deswegen ist der Ton nicht voll optimal, es gibt ein paar Windgeräusche – und ich zeige ein paar Sachen, die du dir vielleicht im Video nochmal anschauen willst – deswegen gibt es das Video in den Shownotes – oder direkt auf der Seite zur Episode 037 – und die findest du ganz einfach, indem du auf www.cactuspodcast.de/037 gehst.
                                                   
                                                  Die zweite Besonderheit:
                                                  Das gleiche Thema behandeln wir auch in der Sendung vom MDR Garten vom 6. November 2022. Dort kannst du dir das nochmal in professionell gefilmt anschauen – dazu aber nachher noch mehr – jetzt erstmal zum Thema Gratis Überwinterung für Kakteen.
                                                  Bitte nicht wundern – gleich kommt noch eine Begrüßung und ich brauche ein wenig Anlauf, um nochmal ins Thema zu kommen.
                                                  CP037 Pflanzenpflege - Gratis Überwinterung für Kakteen

                                                  von Ulrich Haage | CactusPodcast - Pflanzenpflege

                                                  https://cactusblog.de/wp-content/uploads/2022/11/cactuspodcast-037-pflanzenpflege-gratis-ueberwinterung-und-mdr-garten.mp3
                                                  Noch Fragen zur gratis Schuhkartonüberwinterung?
                                                  Ich schon, jedenfalls gibt es von mir noch ein paar Ergänzungen dazu – und eine Erkenntnis.
                                                  Und mit der fange ich gleich mal an:
                                                  wenn ich solche Geschichten erzähle – vor allem, wenn das im Fernsehen passiert – dann sind das immer extrem vereinfachte und verallgemeinerte Geschichten.
                                                   
                                                  Warum ist das so?
                                                  Beim Fernsehen geht es immer um Zeit.
                                                  Wer schon mal aufmerksam auf dem Set hinter den Kulissen beim Dreh zuschauen konnte, der ist vielleicht schon mal über den „Zeitnehmer“ gestolpert. Die Person hat die Aufgabe, im Gesichtsfeld des Moderators hinter der Kamera zu stehen, auf die Stoppuhr zu drücken, wenn ein Take startet, wild mit den Armen zu fuchteln, wenn die geplante Zeit zu Ende geht, damit hier in unserem Fall Moderatorin Diana Fritzsche-Grimmig – oder der Gast – also ich – zum Ende kommen.
                                                  Wenn die Kameras wieder auf Standby sind, dann ruft der Zeitnehmer die real gedrehte Zeit in den Raum. Wenn er 2:30 ruft, aber nur 1:30 Minuten geplant sind, dann geht’s entweder von vorn los, mit einem neuen und kürzeren Take, oder ein geplantes Thema muss sterben. Das hatten wir diesmal auch.
                                                  Dass in 90 Sekunden die meisten Themen nur an der Oberfläche angekratzt werden können und oft mehr Fragen entstehen, als geklärt werden, dass muss ich sicher nicht erklären.
                                                  Jetzt noch ein paar Fragen im Detail
                                                  • geht das wirklich?
                                                    ja, das geht, aber ich muss ein paar Dinge korrekt machen – und es gibt natürlich keine Garantie:
                                                    Zum Verständnis – diese Methode ist keine ideale Lösung und ich laufe Gefahr, dass es Verluste dabei gibt. Pflanzen, die ich so überwintern will, müssen gesund und gut abgetrocknet sein, damit sie diese Form der Winterruhe gut überstehen. Konkret: ich habe keine Schädlinge oder Krankheiten an den Pflanzen und habe in den letzten vier Wochen nicht mehr gedüngt und mindestens 14 Tage nicht mehr gegossen.
                                                  • geht das bei allen Pflanzen?
                                                    Nein!
                                                    Wie immer lautet meine Empfehlung wie bei der Reinigung: erstmal an einer ungefährlichen Ecke ausprobieren und Erfahrungen sammeln. Wenn ich bisher noch nicht so viel Erfahrung mit meinen Pflanzen habe, dann würde ich nicht gleich alle Pflanzen so behandeln, sondern die robustesten und am leichtesten ersetzbaren zum Lernen nehmen. Sehr weiche Pflanzen wie Blattkakteen oder Sukkulenten wie beispielsweise Echeveria scheiden aus, die würden den Winter nicht überstehen. Für meine besonders wertvollen Schätze und ganz junge Pflanzen wie die Aussaaten brauche ich auch weiter einen Platz auf dem Fensterbrett. Wenn ich dagegen eine Caudexpflanze wie Dioscorea oder Stephania habe, die ohnehin gerade alle Blätter abgeworfen hat – dann kann ich die getrost einpacken und wegräumen.
                                                  • ist trotzdem Pflege nötig?
                                                    Ja! Ich sollte alle zwei bis drei Wochen ein paar Pflanzen auswickeln und schauen, ob alles noch fit ist. Wenn die Pflanzen durchtreiben, also hellgrüne oder gelbe Austriebe zeigen, dann hat es nicht geklappt, die Pflanze war noch im Wachstum und sollte dann im Hellen weiterkultiviert werden. Auch bei Schädlingsbefall muss ich die Pflanze wieder auspacken, behandeln und unter Kontrolle behalten.
                                                    Ich weiß – auch jetzt bleiben sicher noch viele Fragen offen – wenn du mehr wissen möchtest – schick mir einfach eine Nachricht.
                                                    Frag den Kaktusgärtner
                                                    Heute hab ich noch ein Bonbon in der Rubrik Frag den Kaktusgärtner:
                                                    Ich hab eine Nachricht von Steffi bekommen. Sie schreibt:
                                                    … leider habe ich Ihren Cactuspodcast erst jetzt entdeckt, ab sofort bin ich fleißige Hörerin.
                                                    Ich finde den Podcast spannend, sehr informativ und die Geschichten aus der Kaktusfarm sind einfach schön und für mich sehr interessant.  Auch die Offenheit bei bestimmten Themen macht Sie einfach nur sehr sympathisch, Hut ab vor solch einem Chef, meinen Respekt.
                                                    Ein dickes Dankeschön, für solch ein Lob – läuft runter wie Öl und es tut gut, solch ein Feedback zu bekommen.
                                                    ❤️
                                                    … das  wollte ich einfach mal loswerden, habe aber auch noch eine Frage:
                                                    Ich habe einen Echinocactus grusonii geschenkt bekommen, eine ältere Pflanze mit ca. 30 cm Durchmesser. Leider steht die Pflanze in reiner Torferde, keine Kakteenerde. Sollte ich die Pflanze so kurz vor dem Winter noch in Kakteenerde umtopfen?
                                                    Die Sache mit der Torferde kurz vor dem Winter: eigentlich ist jetzt keine gute Zeit mehr zum Umtopfen, denn meist bekommt man den Torf nicht so einfach von der Wurzel.
                                                    ABER – egal welcher Kaktus – im Winter steigen die Chancen für Schädlingsbefall, wenn Kakteen in reinem Torf, oder Torf-Sand Gemisch kultiviert werden. Speziell Wollläuse freuen sich dann und wetzen die Messer. Man kann jetzt abwägen, welches Problem größer ist.
                                                    Meine Empfehlung ist an der Stelle fast immer: den Wurzelballen in lauwarmen Wasser einweichen und vorsichtig entfernen, die Pflanze einige Tage trocknen lassen und dann in eine Kakteenerde mit ausreichend mineralischen Anteilen umtopfen. Über den Winter die Pflanze möglichst trocken halten, weil vor dem Frühjahr im Allgemeinen keine neuen Wurzeln gebildet werden.
                                                    Und jetzt frage ich:
                                                    Mich interessiert – wie überwinterst du deine Kakteen?
                                                    Ist bei dir alles im grünen Bereich? Heizung safe?
                                                    Pflanzen schon komplett eingeräumt?
                                                    Willst du die Schuhkarton-Überwinterung mal probieren?
                                                    Ich freu mich auf deine Nachricht an [email protected], als Kommentar auf www.cactusblog.de oder in unserer kleinen Community auf Facebook: https://www.facebook.com/groups/4080401532000332/ 
                                                     
                                                    Und was kommt als nächstes?
                                                    Der Cactuspodcast kommt wieder mit der Episode 038 und da geht es unter anderem um Weihnachtskakteen, denn am 15. November bin ich zu Gast im Podcast bei den Grünstadtmenschen von Mein schöner Garten >> schau mal bei https://gruenstadtmenschen.blogs.julephosting.de/ vorbei.
                                                    Ich hab mich mit Karina über Schlumbergera unterhalten – und sie hat sich echt knifflige Fragen für mich ausgedacht. Am Ende ist das Thema aber so groß, dass ich entschieden habe, dass ich noch eine Ergänzung dazu mache.
                                                     
                                                    Außerdem:
                                                    Wenn ich es schaffe, dann ist auch das Garten-Fernsehen auch nochmal Thema. Ich war im Oktober mit unseren Kakteen im ZDF-Fernsehgarten auf dem Erfurter Petersberg zu Besuch. Was ich dort erlebt habe – und drumherum, davon erzähle ich vielleicht auch noch ein paar intime und investigative Geschichten.
                                                     
                                                    In diesem Sinne – das wars für heute.
                                                    Bleib gesund, schau in die Shownotes und schreib mir mal, wie dir der CactusPodcast gefällt.
                                                     
                                                    Stay tuned! 
                                                    Schöne Grüße aus der Blumenstadt Erfurt
                                                    Ulrich Haage mit schicken Grüßen aus der Kakteengärtnerei.
                                                     
                                                    Shownotes:

                                                    Darüber habe ich erzählt:

                                                    • Das Herzstück dieser Episode als Video: https://www.youtube.com/watch?v=BuYZ_AOFftk&t=184s
                                                    • Der MDR Garten aus den Gewächshäusern bei Kakteen-Haage: https://www.ardmediathek.de/video/mdr-garten/mdr-garten/mdr-fernsehen/Y3JpZDovL21kci5kZS9iZWl0cmFnL2Ntcy9iMzM1NzNlMi1hYmY0LTRlYjAtOTBhNC1mZGYwNGRiYzc2MDc
                                                    • coming up next: Weihnachtskakteen in CactusPodcast Episode 038 – und zu diesem Thema bin ich am 15.11. zu Gast bei Karina von den Grünstadtmenschen – https://gruenstadtmenschen.blogs.julephosting.de
                                                      Wie gefällt dir diese Episode?

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                                                        Mehr gibt es wie immer in der Facebook CactusPodcast Community. 
                                                        Welche Themen soll ich mir in den kommenden Episoden vornehmen?
                                                         
                                                        Du willst mehr vom CactusPodcast? Das geht ganz einfach:
                                                        Sogar automatisch: jetzt gleich den CactusPodcast auf iTunes – nein Apple Podcast abonnieren. 
                                                        Auch diesmal habe ich mir wieder viel Mühe gegeben, die Shownotes mit noch mehr Informationen zu ergänzen.
                                                         
                                                        Du willst noch mehr wissen / haben / hören?
                                                        Service-Links – ich bin Überzeugungstäter!
                                                        Keine Afilliate Links – ich erhalte keine Provision. 
                                                         
                                                        … und hier kannst du das Video der Episode direkt anschauen …

                                                        Der Beitrag CactusPodcast 037 – Pflanzenpflege: Gratis-Überwinterung für Kakteen und MDR Garten erschien zuerst auf Cactusblog.

                                                        30 min
                                                      • CactusPodcast 032 – Kakteenpflege: Epicactus – Blattkakteen-Pflege im Herbst auf der BUGA Erfurt 2021

                                                        Epicactus Pflege – was Blattkakteen im Herbst brauchen – Episode 032
                                                        Blattkakteen Pflege ganz leicht. Hier kommen die wichtigsten Arbeiten im Herbst, damit die Epis gut auf den Winter vorbereitet sind
                                                        Nach einem schönen, langen Sommer sind die Blattkakteen gewachsen und vielleicht ein bisschen aus der Form geraten. Was jetzt im Herbst dran ist, darum geht’s in dieser Episode im CactusPodcast.
                                                         
                                                         
                                                        Epicactus pflegen – eine ganze Sammlung
                                                        Ich war in den allerletzten BUGA-Tagen im EGAPark. Mit einer ganzen Epi-Sammlung und einem Mikrofon. Dort habe ich mich darum gekümmert, dass die Pflanzen nach einem Sommer im Freien gut für den Winter vorbereitet sind.
                                                        Eigentlich war diese „Mobil-Episode“ ganz „roh“ geplant, so wie ich sie aufgenommen habe – und so ursprünglich sollte sie auch bleiben.
                                                        Aber dann wurde mir klar – falls du genau jetzt Lust hast, deinen Pflanzen noch eine Wellness-Kur zu spendieren, dann hilft es dir, noch ein paar wichtige Punkte zur Vorbereitung zu haben – denn Fragen sind an den zwei Tagen im EGAPark wirklich reichlich gestellt worden. Die wichtigsten will ich hier gleich mit beantworten.
                                                        CP032 Kakteenpflege - Blattkakteen Epicactus-Pflege im Herbst

                                                        von Ulrich Haage | CactusPodcast - Kakteenpflege

                                                        https://cactusblog.de/wp-content/uploads/2021/10/CactusPodcast-032-Epicactuspflege-im-Herbst.mp3
                                                        Blattkakteen – Epiphyllum – Epicactus – was ist das eigentlich?

                                                        „Wie heißen diese Pflanzen eigentlich?“

                                                        Mit Blattkakteen sind nicht Opuntien gemeint und Schlumbergera – jein mit e – das ist ein bisschen kompliziert.
                                                        „Blattkakteen“ ist für mich ein nicht wissenschaftlicher Sammelbegriff für alle epiphytischen – also auf Bäumen wachsenden – Kakteen.

                                                        Wer gehört alles zu den Blattkakteen?

                                                        • am bekanntesten ist die Königin der Nacht – Selenicereus grandiflorus
                                                        • die Pitahaya oder Drachenfrucht
                                                        • Epiphyllum blühen nachts im Regenwald
                                                        • Gliederkakteen, wie Oster- oder Weihnachtskaktus (Rhipsalidopsis, Schlumbergera)
                                                        • Epicactus – sind Hybriden, die inzwischen nicht mehr weiß blühen, wie ihre Vorfahren, sondern Blüten in fast allen denkbaren Farben und Farbkombinationen bringen – Und um die geht es heute
                                                        • Epicactus-Pflege – die Vorbereitung
                                                          Werkzeug und Arbeitsmaterial bereitlegen (lernt man als Gärtner):
                                                          • mobiler Topftisch
                                                          • frische Epi-Erde
                                                          • Alternativ dazu das Epi-Erde-Notfallrezept – danach bin ich auch an den zwei Tagen auf der BUGA häufig gefragt worden. Das geht ganz einfach: nimm gute handelsübliche Orchideenerde (75 %) plus Blumenerde (25 %).
                                                          • Schaufel für die Erde (ich hab immer welche in verschiedenen Größen dabei)
                                                          • Töpfe in passendem Format
                                                          • eine solide und scharfe Gartenschere (gute Qualität – bitte immer nachschleifen und regelmäßig ölen – lernt man als Gärtner automatisch), notfalls hilft ein scharfes Messer
                                                          • Bambusstäbe in passender Länge und Stärke
                                                          • Blumendraht

                                                            Und was benutzt du zur Epi-Pflege? Fällt dir noch was ein, das fehlt? Lass es mich wissen! 

                                                            Schreib deinen Kommentar hier oder schick mir eine Nachricht an [email protected].

                                                            Epicactus-Pflege im Herbst
                                                            Hier kommen die wichtigsten Punkte aus der Episode kurz zusammengefasst:
                                                            1. Pflanze checken
                                                              • Schädlinge?
                                                              • Topf okay? Passt die Pflanze noch zum Topf?
                                                              • Erde in Ordnung – gibt es Unkraut?
                                                              • Krankheiten / Fäulnis / Schadstellen
                                                              • Schädlinge entfernen
                                                                • Schnecken, Käfer, Raupen absammeln
                                                                • Gelege entfernen
                                                                • wichtig: auch an der Topfunterseite nachsehen!
                                                                • Topf prüfen
                                                                  • ist der Topf beschädigt und passt er noch zur Größe der Pflanze?
                                                                  • wenn nötig Topf entsprechend austauschen
                                                                  • wichtig: ausreichend dimensionierte Abzugslöcher im Boden, damit das Wasser ablaufen kann
                                                                  • Erde überprüfen
                                                                    • ich habe bewusst keine Pflanze umgetopft, aber wenn die Erde sichtbar verbraucht war, oder zu viel Unkraut im Topf, dann habe ich die obere Erdschicht entfernt und frische Epi-Erde aufgebracht
                                                                    • bei der Gelegenheit ist gleich auch der Unkrautsamen für das nächste Jahr im Kompost verschwunden
                                                                    • wenn du keine richtige Epi-Erde zu Hand hast – nofalls tut es für den Übergang eine Mischung aus 3/4 Orichideenerde und 1/4 Blumenerde
                                                                    • Schadstellen an der Pflanze
                                                                      • wenn Triebe angefressen, gebrochen sind oder verfaulte Stellen haben, werden diese einfach sauber abgeschnitten
                                                                      • auch zu lange Triebe habe ich entfernt, damit die Pflanze wieder stabil stehen kann
                                                                      • ich habe keine gefährlichen Winterschädlinge wie Wollläuse mehr gefunden – in dem Fall hätte ich die Pflanze ggf. mit Seifenlauge oder mit Pflanzenschutzmittel behandelt. Die Arbeit haben mir aber die Tiere draußen schon abgenommen
                                                                      • Töpfe

                                                                        Es gibt zwar keine Antwort auf die Frage Kunststoff oder Ton? Aber die Überlegung hilft hier:
                                                                        Tontöpfe sind schwerer und sichern einen festen Stand. Magst du eher Kunststofftöpfe? Dann kannst du mit etwas Kies in der Erde den Topf standsicherer machen.

                                                                        Vermeide ein allzu wildes Sammelsurium bei den Töpfen. Verwende Töpfe möglichst aus einem Material und in einheitlichen Größenstufen. Das macht die Pflege leichter und es sieht am Ende auch besser aus.

                                                                        Nachkontrolle!

                                                                        Etwa nach 7-10 Tagen ist eine Nachkontrolle wichtig. Auch wenn ich viele Schnecken abgesammelt habe – oft kommen die kleinen Biester doch noch irgendwoher – deswegen immer nochmal nachschauen!

                                                                         

                                                                         
                                                                        Blattkakteen aufbinden
                                                                        Epicactus-Pflege: soll ich meine Pflanzen nun stäben – oder besser nicht

                                                                        Ich sehe das An- oder Aufbinden von Pflanzen immer etwas kritisch. Das ging mir auch im Danakil schon so. Ich mag es einfach nicht so gern, wenn Pflanzen stranguliert werden.

                                                                        Aber bei dieser Sammlung stand die Frage für mich schon nicht mehr – das hatte der Vorbesitzer schon gemacht – und er hat es sehr gut gemacht! Deswegen hat es mich tatsächlich ein wenig damit versöhnt.

                                                                         

                                                                        Hier meine fünf Tipps zum Aufbinden von Epicactus-Hybriden:
                                                                        1. damit die Pflanzen sicher stehen, verwende solide Bambus-Stäbe für die Halterung, die tief in der Erde stecken
                                                                        2. um Schäden an der Pflanze durch den Draht zu vermeiden, verwende hochwertige Materialien – ideal ist ein dickerer Draht mit rauer Gummibeschichtung
                                                                        3. No Go´s sind Kabelbinder, billiger Blumendraht mit Papierhülle oder Elektrokabel – in allen Fällen können die Pflanzen ziemlich Schaden nehmen
                                                                        4. Triebe nicht zu straff fixieren, sondern ausreichend Luft lassen, damit sie weiter wachsen können – Triebe nicht übereinander binden
                                                                        5. zu lange Triebe dürfen abgeschnitten werden – eine kopflastige, kippelnde Pflanze lässt sich so ganz  einfach vermeiden
                                                                        6. Bonustipp: wenn ich weiß, dass ich meine Epis aufbinden muss, dann sollte immer ausreichend Material vorrätig sein.

                                                                           
                                                                          Wie machst du das?
                                                                          • Hast du deine Blattkakteen schon winterfertig? 
                                                                          • was ist deine Pflegeroutine im Herbst?
                                                                          • sind deine Pflanzen aufgebunden – oder müssen die sich alleine gerade halten?
                                                                          • Schreib mir, was du magst! Per Mail an [email protected] 
                                                                             
                                                                            Stay tuned! 
                                                                            Schöne Grüße aus der Blumenstadt Erfurt
                                                                            Ulrich Haage mit schicken Grüßen aus der Kakteengärtnerei.
                                                                             
                                                                            Shownotes:

                                                                            Darüber habe ich erzählt:

                                                                            • Epierde – die Kakteen-Haage Erde für alle Blattkakteen – https://www.kakteen-haage.de/Zubehoer/Erde/Erde/Epiphytenerde-no-04-Erdbox-45-l.html 
                                                                            • EGAPark in Erfurt – https://www.egapark-erfurt.de/ 
                                                                            • Wie gefällt dir diese Episode?

                                                                              Ich freue mich auf dein Feedback.

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                                                                              • in der FB CactusPodcast Community https://www.facebook.com/groups/4080401532000332/
                                                                              • Kommentare direkt hier im cactusblog.de
                                                                              • deine Bewertung auf iTunes – das wäre mir ein inneres Maximal-Blümchenpflücken!
                                                                                 
                                                                                  
                                                                                Mehr gibt es wie immer in der Facebook CactusPodcast Community. 
                                                                                Welche Themen soll ich mir in den kommenden Episoden vornehmen?
                                                                                 
                                                                                Du willst mehr vom CactusPodcast? Das geht ganz einfach:
                                                                                Sogar automatisch: jetzt gleich den CactusPodcast auf iTunes – nein Apple Podcast abonnieren. 
                                                                                Auch diesmal habe ich mir wieder viel Mühe gegeben, die Shownotes mit noch mehr Informationen zu ergänzen.
                                                                                 
                                                                                Du willst noch mehr wissen / haben / hören?
                                                                                Service-Links – ich bin Überzeugungstäter!
                                                                                Keine Afilliate Links – ich erhalte keine Provision. 
                                                                                 
                                                                                Interviews im CactusPodcast:
                                                                                • CP005 – Emily Cox – Mrs Echeveria
                                                                                • CP012 – Lothar Bodingbauer über Kakteenerde – Teil 1
                                                                                • CP013 – Lothar Bodingbauer über Kakteenerde – Teil 2
                                                                                • CP021 – Georg Schwarz über Kunststofftöpfe für Kakteen
                                                                                • CP023 – Melanie Öhlenbach fragt zum Thema Aloe vera
                                                                                •  
                                                                                   

                                                                                  Der Beitrag CactusPodcast 032 – Kakteenpflege: Epicactus – Blattkakteen-Pflege im Herbst auf der BUGA Erfurt 2021 erschien zuerst auf Cactusblog.

                                                                                  28 min
                                                                                • CactusPodcast 031 – Kakteengeschichten: BUGA Erfurt 2021

                                                                                  BUGA Erfurt 2021 – die Blumenstadt blüht – Episode 031
                                                                                  Die Bundesgartenschau in der Blumenstadt Erfurt – Petersberg, EGA-Park, Nördliche Geraaue
                                                                                  Es ist ein wilder Sommer. Wenn ich nochmal einen Blick auf meinen Statusbericht in der Episode 028 werfe, dann habe ich das diffuse Gefühl: so richtig wird es der Situation nicht gerecht. Aber so ist das Leben – es geht weiter und ist jeden Tag ein wenig anders – und so geht es auch mit meinem Tagebuch immer weiteer – aber es soll ja kein Tagebuch werden, nur so ein bisschen. Und das Thema heute ist die BUGA Erfurt – und dafür wird es höchste Zeit! – Eigentlich.
                                                                                   
                                                                                   
                                                                                  BUGA – Höchste Zeit!
                                                                                  Warum eigentlich?
                                                                                  Ein Podcast ist ja wie ein Buch, das liest man auch nie an dem Tag, an dem es geschrieben wurde. Deswegen ist der Podcast ein bisschen aktuell und auch zeitlos.
                                                                                  Und so bin ich heute mit zwei Missionen unterwegs: ich erzähle dir heute von MEINER BUGA.
                                                                                  Und weil ich mir das nicht ganz alleine anschauen mag, hab ich mir heute Verstärkung mitgebracht. Es gibt gleich zwei besondere Interviewgäste und deren Blick auf das Gartenschaugeschehen in Erfurt.
                                                                                  Außerdem habe ich heute eine spezielle Frage im Gepäck für „Frag den Kaktusgärtner“. Pilze beim Kaktus? Wenn neben dem Kaktus plötzlich ein Pilz sprießt – ist das gefährlich? Klären wir.
                                                                                   
                                                                                  Die Bundesgartenschau ist in Erfurt – wieder!
                                                                                  Erfurt ist Blumenstadt, die Haages haben daran tatsächlich einen gewissen Anteil und auf diese Leistung meiner Vorfahren und ihrer Kollegen bin ich ein bisschen stolz. 
                                                                                  Diesmal soll es aber nicht um die Geschichte aus der Zeit meiner Ururururgroßeltern gehen, sondern wir springen heute nur etwa 30 bis 60 Jahre zurück.
                                                                                  Mit Anlauf – wir brauchen jetzt von da ein bisschen, bis wir ins BUGA-Zeitalter zurückkommen.
                                                                                  CP031 Kakteengeschichten - BUGA Erfurt 2021

                                                                                  von Ulrich Haage | CactusPodcast - Kakteengeschichten

                                                                                  https://cactusblog.de/wp-content/uploads/2021/09/CactusPodcast-031-buga-erfurt-2021.mp3
                                                                                  BUGA Erfurt im Überblick
                                                                                  Die Bundesgartenschau in Erfurt gibt es an zwei Standorten:
                                                                                  • auf dem Petersberg – genau in der Mitte von Erfurt – direkt gegenüber von Dom und Severikirche.
                                                                                  • und im EGAPark im Südwesten der Stadt
                                                                                  • nicht minder wichtig ist die neue Landschaft in der nördlichen Geraaue – hier ist Stadtentwicklung pur passiert – ein echtes Geschenk an die Erfurter und es kostet im Gegensatz zu den ersten Punkten nicht mal Eintritt
                                                                                  • außer den Standorten in unserer wunderschönen Blumenstadt kannst du noch sage und schreibe 25 Außenstandorte in ganz Thüringen besuchen – Gärten, Schösser, Parks und nicht zu vergessen : Das Rosarium in Sangerhausen – da wurde kurzerhand mal ein Stückchen Sachsen-Anhalt eingemeindet. Die vollständige Liste der Außenstandorte packe ich dir in die Shownotes zur Episode #031
                                                                                     
                                                                                    Das wird heute eine große Episode. Eigentlich mehr als genug Material für Zwei – aber ich wollte damit fertig werden und nehme mir deshalb heute in einem Rutsch die beiden Bereiche Petersberg und EGAPark vor.
                                                                                     
                                                                                    Der Petersberg wurde in der Vergangenheit als Un-Ort bezeichnet, für viele Erfurter war er auf dem Erfurter Stadtplan teilweise ausradiert.
                                                                                    Warum? Ganz zu Beginn der Erfurter Stadtgeschichte, Anfang des 12. Jahrhunderts, haben sich am Petersberg Mönche angesiedelt, daraus entwickelte sich ein Kloster mit der großen Kirche St. Peter und Paul. Das Kloster bekam bald auch im militärischen Sinne Bedeutung. Zuerst waren es Bürger und Bauern aus Erfurt und Umgebung, die das befestigte Klostergelände in der Zeit der Bauernkriege (um 1525) besetzten. Im Dreißigjährigen Krieg waren es die schwedische Truppen unter Gustav Adolf. Ab 1665 wurde auf dem Petersberg eine Zitadelle gebaut und seitdem war der Petersberg immer wieder Schauplatz und Spielfeld der Geschichte – und militärisch besetzt. Preußisch, französisch, dann wieder preußisch. Ob das Deutsche Heer und die Reichswehr auf dem Petersberg gesessen haben, weiß ich nicht. Die Wehrmacht, die Kasernierte Volkspolizei und die Nationale Volksarmee – Alle haben ihre Spuren und auch Toten auf und im Berg hinterlassen. Während der DDR Zeit kam auch noch die Stasi dazu.
                                                                                    In der Summe sind das Einflüsse, die keine Wohlfühlatmosphäre schaffen.
                                                                                     
                                                                                    Aber wie war das jetzt mit den gruseligen Gefühlen ob der Stasi direkt hinterm Gartenzaun? Wie habe ich das in den 1980er Jahren erlebt.
                                                                                    Zum Verständnis nochmal: Erfurt – Thüringen – das war früher DDR. 
                                                                                    Für mich war der Petersberg in der Schulzeit so etwas wie meine zweite Heimat. In der Zitadelle war das Pionierhaus. Wie erkläre ich das heute, wo es nichts Vergleichbares gibt. Vielleicht ein bisschen wie Pfadfinder, ein wenig subtile Beeinflussung gibt es dort ja auch. Aber darum ging es nicht vordergründig. Wenigstens habe ich als Kind davon nichts bemerkt. Also nicht mehr als in der Christenlehre – um einen Vergleich zu finden.
                                                                                    Ich war auf dem Petersberg und bin im Verkehrsgarten Fahrrad gefahren. Das hatte nichts mit Kakteen zu tun und mit der Stasi auch nicht. Obwohl ich mir da am Ende nicht mehr so sicher war, denn diese Arbeitsgemeinschaft wurde ja von echten Volkspolizisten geleitet. Aber die waren ganz offenbar genauso ehrlich wie ich sie empfunden habe – in meiner Akte findet sich über die Zeit nix.
                                                                                    Hatte ich Gruselgefühle, weil ich ein gefühltes Viertel meiner Schulzeit direkt vor den Toren der Stasi verbracht habe? Nein, nicht die Bohne! Möglicherweise war ich auch einfach nur abgehärtet – schließlich bin ich seit meiner Kindheit zweimal täglich an einer massiv bewachten NVA-Kaserne vorbeimarschiert. Die Männer habe ich in erster Linie bedauert. Tag und Nacht stehen und aufpassen, hart gucken. An Feiertage wie Ostern oder Weihnachten haben wir kleine Geschenke hingebracht. Das fand ich immer sehr mutig von meinen Eltern. Der Petersberg war für mich ausschließlich positiv besetzt. Und ganz früher war in der riesigen Defensionskaserne auch noch die Kinder- und Jugendbibliothek untergebracht. Da hab ich mich gewundert, das ich dort über Kakteenbücher von einem Autor gestolpert bin, der genauso hieß wie mein Großvater. Aber Kakteen haben damals für mich noch nicht so die Geige gespielt.
                                                                                    Aber runtergekommen sah es hier schon aus. So wie in vielen, weniger begangenen Ecken der DDR. Das hab ich noch in Erinnerung. Und den Zusammenhalt.
                                                                                    Für mich war es auch die Zeit, in der mein Großvater Walther Haage entweder an der Schreibmaschine klapperte oder mit seiner Lupe guckte – die seine Augen so schrecklich groß werden ließen wie die vom Wolf in Rotkäppchen. Mit der Lupe hat er stundenlang Dias begutachtet. Heute weiß ich, wie mühsam es war, diese Bilder aus der halben Welt zusammenzutragen. Das war seine Möglichkeit, einen Eindruck zu bekommen, unter welchen Umständen die Pflanzen am heimatlichen Standort wachsen – denn eine Reise in die Heimat der Kakteen – das blieb für Walther Haage zeitlebens nur ein Traum. Und trotzdem ist es ihm gelungen, so wunderbare Bücher über Kakteen zu schreiben, die noch heute gefragt sind und mit Begeisterung gelesen werden.
                                                                                     
                                                                                    Auch für meinen Großvater war Erfurt Blumenstadt und er hat diesen Fakt mit Begeisterung in die Welt getragen. Er war ein glühender Botschafter für seine Heimatstadt und er hat mir – immer nur beiläufig – spannende Geschichten über die Stadt, über Kakteen und über unsere Familie erzählt. So dezent, dass es immer faszinierend war – und rar.
                                                                                    Überhaupt nicht rar waren dafür die Besucher, die er durch unsere Gärtnerei geführt hat – selbst als sein früherer Betrieb 1972 verstaatlicht worden war. Ich treffe noch heute so viele Menschen, die mit Begeisterung von der Begegnung mit meinem Großvater erzählen … ich gehöre auch dazu!
                                                                                    Vor wenigen Tagen hat sich einer der damaligen Besucher in der Gärtnerei gemeldet und mir nicht nur die Begegnung mit meinem Großvater mit leuchtenden Augen geschildert, sondern auch, dass ihn Walther Haage nach dem Besuch „sogar in seinem Wagen“ zum Bahnhof gefahren habe. Nach über 50 Jahren kam er dann wieder nach Erfurt um zu schauen, was sich seit der Zeit von Walther Haage geändert hat und ob es in Erfurt noch Kakteen gibt. Mein Vorhaben, ihn wie mein Großvater nach seinem Besuch wieder in meinem Wagen zum Bahnhof zu fahren, ist leider gescheitert. Er war im eigenen Daimler aus München angereist. 
                                                                                    Ich weiß gar nicht, ob er sich vorher die BUGA angeschaut hat – dahin springe ich jetzt jedenfalls zurück und erzähle, wie mich der Petersberg umgehauen hat.
                                                                                     
                                                                                    Es ist ja ein bisschen gemein – wenn du eine Überraschung mit vorbereitest – dann gehörst du zu denen, die dann nicht mehr überrascht werden.
                                                                                    Ich bin als Präsident der Thüringer Gärtner aber auch einfach so, weil mir das Thema unter den Nägeln brennt, schon seit über zehn Jahren am Thema BUGA dran – Bin in die Planungen involviert und habe Besprechungen, Pressekonferenzen und Baustellenbegehungen hinter mir. Und trotzdem habe ich die ersten Eindrücke vom Petersberg wie die meisten Erfurter über Youtube gesammelt. Ich bin echt dankbar, dass das BUGA-live-Team da so aktiv war und täglich über neue und schöne Details berichtet hat. Und trotzdem, als ich Anfang Mai endlich mit meiner Familie zum ersten Mal auf das fertig gestaltete Petersbergplateau kam, da hat mich die Schönheit fast aus den Latschen gehauen. Die Bepflanzung der Beete, die einfach nur Leichtigkeit verströmten, die Menschen, die genießend auf den Wegen flanierten, quer durch das blaue Band, dass sich bis zur Kirche zog, die außen und innen sanierte Peterskirche, die ich schon in verschiedenen Stadien erlebt hatte, die Defensionskaserne, die mit minimalem Aufwand wieder nutzbar gemacht worden war. Ich hab an dem Tag kaum was gesagt, so voll war ich, mit den ganzen Eindrücken.
                                                                                    Der Petersberg war für mich an dieser Stelle geheilt.
                                                                                    BUGA im Interview: OB Andreas Bausewein
                                                                                    Damit du aber nicht nur meine Eindrücke und Geschichten hörst …
                                                                                    habe ich mich über den Petersberg mit dem obersten Erfurter unterhalten: unserem Oberbürgermeister Andreas Bausewein – und wir springen hier einfach mal in das Gespräch im Rathaus – und zu Beginn ist es etwas technisch: wie es kam, dass die Festungsanlage heute noch so gut erhalten ist. Die ersten Schritte hat sein Vorgänger, Oberbürgermeister Manfred Ruge in die Wege geleitet …
                                                                                    Andreas Bausewein erzählt über seine Kindheit auf dem Petersberg, die Beklommenheit, wo heute seine Lieblingsplätze sind, was nach der BUGA bleiben wird und was schon neues geplant ist. Er plaudert locker über das wachsen der BUGA und auch die politischen Hürden die für die BUGA Erfurt überwunden wurden.
                                                                                     
                                                                                    Worüber haben wir noch nicht gesprochen?
                                                                                    • Gartenschätze im Festungsgraben
                                                                                      • die Gärtner geben sich viel Mühe, damit alles schick aussieht
                                                                                      • hier kannst du Tee probieren, der gleich aus dem Beet zwei Schritte weiter geerntet wurde
                                                                                      • der Weg dorthin macht am meisten Spaß, wenn du die Rutschen durch die duftenden Kräuter in den Festungsgraben benutzt (die sind nur noch bis zum Ende der BUGA da!)
                                                                                      • vor der Rutsche gibt es übrigens nicht nur ganz tolle Gartenmöglichkeiten zu entdecken – im Container gibt es auch Crepes und Kuchen zum Kaffee – und die Mannschaft hat definitiv die coolsten Sprüche der BUGA drauf
                                                                                      • von den Gartenschätzen kommst du direkt in den KreativGarten
                                                                                        • dort kannst du chillen, spielen, etwas trinken und es gibt richtig leckere Burger!
                                                                                        • die Ravelins und Bastionen sind nicht immer zugänglich – aber wenn – dann entdeckt man echte Biotope, wenn man sich durch die schmalen Treppen nach oben gefunden hat – halte die Augen offen!
                                                                                        • hier und da entdeckst du diverse Dome – also Kugelbauten rund um den Festungsgraben
                                                                                        • auf der großen Wiese im Festungsgraben gibt es die große Bühne mit Konzerten und vielen anderen Veranstaltungen
                                                                                        • hinter den Wänden sind übrigens Horchgänge versteckt – man kann unterirdisch hinter der Festungsmauer fast den ganzen Petersberg unterwandern
                                                                                        • in der Nähe der Bühne ist auch das Vinarium. Dort gibt es Wein – übrigens auch alkoholfreien – und einen speziellen Weinberg, an dem die Winzer den Rebschnitt trainieren
                                                                                        • zurück aufs Plateau kommst du am besten durch die Poterne mit Pilzen – guck vorher mal nach oben, dort hängt das prunkvolle Wappen von Kaiser Wilhelm
                                                                                        • Defensionskaserne mit Hofladen mit einem wirklich genialen Sortiment von allem, was Thüringen ausmacht
                                                                                        • und Gastronomie – Blick bei einem Glas Wein auf die Stadt (Geheimtipp mit dem Feierabendticket)
                                                                                          • probieren solltest du die BUGAPerle an der Grillhütte auf dem Plateau
                                                                                          • Peterskirche inside – Stiftung Thüringer Schlösser und Burgen – aber auch einfach so toll
                                                                                          • vor der Kirche: Wasserspielplatz mit begeisterten Kindern – denen könnte ich stundenlang zuschauen
                                                                                          • Outdoorkirche (nicht Küche!) mit Andachten und Gottesdiensten verschiedener Religionen und der kleine aber feine Klostergarten
                                                                                          • Ausgrabungsstätte – eine riesige Buddelkiste – hier waren vor gar nicht langer Zeit noch die Archäologen am Start – und vermutlich haben sie das eine oder andere vergessen mitzunehmen
                                                                                          • und: wer nicht so viel Zeit hat – der Petersberg geht auch in schnell
                                                                                            Frag den Kaktusgärtner
                                                                                            Der Pilz im Topf beim Kaktus – Gefahr oder essbar?
                                                                                            Gerhard schreibt:
                                                                                            einen Besuch auf der BUGA mit Freunden haben wir selbstverständlich mit einem Besuch der Gewächshäuser von Kakteen Haage verbunden. Als wir wieder zuhause ankamen, staunte ich nicht schlecht, als ich in einem Grundbeet unseres Kakteenhauses mehrere große Pilze zwischen den Kakteen entdeckte. Das Grundbeet habe ich vor ca. 3 Jahren angelegt und ca. 25 cm tief mit Haage Kakteenerde gefüllt. Schaden diese Pilze den Pflanzen und was kann ich dagegen tun?
                                                                                            Ich war einige Tage im Urlaub – meistens im Wald und bin dort laufend über ganz viele Pilze gestolpert. Und so richtig lassen mich die Kakteen auch im Urlaub nicht los – deswegen habe ich mich zufällig mit genau dieser Frage befasst.
                                                                                            Um die wichtige Antwort vorweg zu nehmen: wenn im Beet oder auch im Topf die Pilze sprießen – keine Panik – die schaden den Kakteen nicht.
                                                                                            In der Erde – auch in unserer Kakteenerde leben unzählige Pilze. Auf Planet Wissen gibt es einen schönen Überblick, wie viele Lebewesen – darunter auch die Pilze – im Boden unterwegs sind. Dort wird die Zahl von 25 Tonnen pro Hektar Bodenfläche genannt. Dort geht es allerdings um Waldboden und nicht um Kakteenerde. Ich gehe da von weniger aus. (Link in den Shownotes)
                                                                                            sie sind aber ein guter Anzeiger für die Situation in Ihrem Kakteenbeet.
                                                                                            Pilze entwickeln sich bei Feuchtigkeit und mit Humus.
                                                                                            Feuchtigkeit: wer im Sommer für einige Tage verreist, der wird vielleicht vorher noch schnell seinen Pflanzen etwas mehr Wasser als sonst geben. Manchmal reicht das schon, um Pilzen ausreichend Feuchtigkeit zum wachsen zu geben.
                                                                                            Die Aussage „Hochwertige Blumenerde enthält wenig Torf, Pilze wachsen also hier seltener.“ halte ich für gewagt, denn der Torf wird ersetzt und der Ersatz sind oft Rinden- oder Holzschnitzel oder ähnliches organisches Material. Und auch das wird über kurz oder lang genauso gern von Pilzen zersetzt. [Zitat: Auch hochwertige Blumenerde ist vor Pilzbefall nicht sicher]
                                                                                            Auch in unserer Kakteenerde ist Torf enthalten – aber seit einiger Zeit haben wir begonnen, den Torf teilweise zu ersetzen, allerdings ist die Wahrscheinlichkeit nicht so groß, dass ein Myzel nach drei Jahren erwacht – aber nicht unmöglich!
                                                                                            Gute Chancen haben Pilze hingegen auf handelsüblichen Rindenmulch der in vielen Erden verwendet wird.
                                                                                            In beiden Fällen droht aber keine Gefahr. Du kannst die Pilze einfach entfernen. Wichtig ist, wenn Pilze gewachsen sind, dann war es feucht – also Beet oder Töpfe für einige Tage abtrocknen lassen, ggf. noch die Oberfläche etwas auflockern. Diese Pilze schaden den Kakteen nicht.
                                                                                            Aber: Menschen mit empfindlichen Atemwege und Allergiker können auf die Sporen der Pilze reagieren.
                                                                                             
                                                                                            Ich bin übrigens nicht alleine mit den Pilzen, im Urlaub habe ich unterwegs eine Episode On the ledge mit Jane Perrone gehört – und just auch da ging es um die Pilze in den Töpfen von Zimmerpflanzen – hier geht’s zur Episode: https://www.janeperrone.com/on-the-ledge/2019/11/8/episode-116-hippeastrums
                                                                                            Die Bundesgartenschau ist in Erfurt – wieder!
                                                                                            Die ersten Vorläufer der Gartenschauen hat es in Erfurt schon vor etwa 180 Jahren, die erste Deutsche Land- und Gartenbauausstellung fand 1865 statt, also vor 156 Jahren.  Und
                                                                                            eigentlich könnten wir in diesem Jahr eigentlich 60 Jahre Egapark feiern – ein bisschen ist das ja auch passiert – und wenn du es so sehen möchtest – sogar volle Kanne – die BUGA ist doch eine einzige Gartenparty.
                                                                                            Aber: die Geschichte will ich heute nicht vertiefen – das finde ich so spannend, darum kümmere ich mich nochmal genauer in einer eigenen Episode. 
                                                                                             
                                                                                             
                                                                                            Betten beziehen – das war die Antwort gleich mehrerer BUGA Mitarbeiterinnen auf die Frage: Was machen Sie eigentlich nach einer knackigen BUGA Woche?
                                                                                            Dazu solltest Du wissen:
                                                                                            So ein BUGA Jahr, das hat es echt in sich! Für mich sieht es im Grunde so aus, wie ein halbes Jahr Festival begleiten – früh raus zum vorbereiten und abends lange on und danach wieder klar Schiff machen, denn am nächsten Morgen geht’s ja weiter – und zwar ohne Wochenende. Klar sind da viele Hände im Spiel, um diese Mammut-Aufgabe zu schaffen, aber Fakt ist: vom nine-to-five Job sind BUGALeute weit entfernt. Das beginnt ganz oben bei der BUGA-Chefin Katrin Weiß.
                                                                                            Wenn ich auf der BUGA unterwegs war, dann habe ich sie fast jedes mal irgendwo getroffen. Entweder mit einer VIP Führung oder lachend im Gespräch mit Besuchern, oder mit ihrer Familie privat. Diese Frau lebt ihren Job. Und nicht nur den – sie ist ja außerdem noch die Chefin des EGA-Parks und die amtierende Direktorin des Deutschen Gartenbaumuseums. Und das ist das Stichwort – denn dort habe ich Kathrin Weiß getroffen, m Kanonenhof im Deutschen Gartenbaumuseum im Erfurter EGAPark – mitten im BUGA-Gelände:
                                                                                             
                                                                                             
                                                                                            Kathrin Weiß
                                                                                            • Kakteen – das sind bis heute Pflanzen, die viele Menschen lieber aus sicherer Entfernung anschauen…
                                                                                            • Sie haben als BUGA Chefin schon viele Führungen durch das Wüstenhaus hinter sich. Bei der ersten mit Bodo Ramelow durfte ich schon dabei sein. In der letzten Woche war Bundespräsident Steinmeier auf der BUGA, war er auch im Danakil?
                                                                                            • Einer meiner Lieblings Orte ist ja das Wadi, durch das man gehen muß, um dann die große Weite der Wüste entdecken zu können. Welche anderen großen Namen und wie viele ganz normale Menschen sind hier schon hindurchgewandert?
                                                                                            • Sie sind im Moment Hüterin von – wie viele Millionen Pflanzen gibt es eigentlich auf dem BUGA Erfurt Gelände etwa? Und wie viele Gärtner sorgen dafür, dass die Pflanzen immer Tip-Top aussehen?
                                                                                            • Zurück zu den Kakteen: im Wüstenhaus werden ja ganz viele Geschichten über die Pflanzen erzählt, welche hat Sie am meisten überrascht?
                                                                                            • Im Interview haben Sie vor einem Jahr gesagt: „Wenn wir uns im Juli 2021 wieder treffen würden, dann wäre die Buga Erfurt fast zur Hälfte vorbei. Was würden Sie mir dann gern berichten wollen?
                                                                                              „Ich würde gern erzählen, dass unsere Kooperationspartner, die mit uns die Gartenschau vorbereiten, begeistert vom Gelände sind. Und ich möchte schon in viele zufriedene Gesichter gesehen haben. Die Gäste sollen nach einem Tag auf der Buga Erfurt sagen, dass sie bald wiederkommen und Freunde sowie Familie mitbringen.“
                                                                                              Noch mehr Details über das Wachsen und Werden hat Kathrin Weiß im Interview auf mdr Kultur im Juni zum Bergfest erzählt – hör mal rein!
                                                                                               
                                                                                              BUGA – Nachtrag
                                                                                              Um die BUGA-Geschichten rund zu machen, noch ein Nachtrag zum Petersberg
                                                                                              • ich hab ja schon erzählt, ich bin im Verkehrsgarten als Schüler mit dem Fahrrad herumgefahren – was mir in Erinnerung kam: ich habe hier meinen ersten Titel in meinem Leben geholt: ich war DDR-Meister im Fahrradgeschicklichkeitsfahren 🙂 Das war echt cool!
                                                                                                Und damals wusste ich noch nix vom Titel meines Ururgroßvaters Ferdinand Haage, der ja Weltmeister auf dem Hochrad gewesen ist. Das durfte ich im vergangenen Sommer auf der Erfurter Radrennbahn auch mal probieren – echt knifflig! (hier kannst du sehen wie ich auf dem Hochrad herumfahre – MDR Mediathek)
                                                                                                Und – damals war ich zum ersten Mal in der riesigen Peterskirche, die damals in der DDR ein Papierlager war. Wir haben dort unsere Fahrräder um die Wette repariert.
                                                                                              • mein zweiter Besuch war vor etwa 15 Jahren. Damals haben wir den Zwischenboden angeschaut, den es heute nicht mehr gibt – das war damals eine Turnhalle im Obergeschoss und wir hatten überlegt, hier die Premiere vom KaktusKochbuch stattfinden zu lassen. 
                                                                                              • wer übrigens wissen möchte, wie trostlos es auf der Baustelle etwa ein Jahr vor der BUGA Erfurt auf dem Petersberg aussah, der kann das auf Google Maps noch sehen, dort sind nämlich noch die Baustellenbilder zu sehen – obwohl, trostlos ist eigentlich falsch, da war richtig fett Verkehr! Ich hatte das Glück, immer mal wieder gucken zu dürfen, wie es sich entwickelt und ich kenne das eine oder andere Problem, das gelöst werden musste, damit es heute so ein wunderbarer Platz geworden ist.
                                                                                                 
                                                                                                Und noch ein bisschen Hintergrund zum EGAPark 
                                                                                                • viele Menschen aus dem Osten kennen das Gelände noch als die iga. Der Hintergrund: im Jahr 1961 wurde in Erfurt die erste internationale Gartenschau der sozialistischen Länder eröffnet. Die Planung dafür hatte der Landschaftsarchitekt Reinhold Lingner gemacht.
                                                                                                • Die Geschichte des egaParks hat schon lange vor dem zweiten Weltkrieg begonnen, genauer hat es bereits 1885 begonnen. Der Festungskommandeur August von Hedemann, damals auch Mitbegründer des Erfurter Gartenbauvereins und des Stadtverschönerungsvereins, hatte sich dafür eingesetzt, dass die ehemalige Citadelle Cyriaksburg für die Erfurter nutzbar gemacht wird. Dazu wurden als erstes Anpflanzungen begonnen. In den 1950er Jahren entstand der Erfurter Kulturpark. In den Anfängen gab es sogar eine Park-Eisenbahn, der Blumenexpress mit dem man auf 1600 Metern Gleis durch die Beete gefahren wurde. 
                                                                                                • die Ausstellungen zogen in guten Jahren bis zu 3,5 Millionen Besucher an – und für viele Erfurter war es schon damals „ihre iga“
                                                                                                • schon vor der Wende begann der Lack zu blättern. Mit der Wende wurde die iga in EGA für Erfurter Gartenbauausstellung umbenannt und die Erhaltung des inzwischen 57 Hektar großen Geländes wurde schwieriger. Ein Teil wurde als Messe, ein anderer als Landesfunkhaus ausgegliedert.
                                                                                                • mit der Entscheidung Richtung BUGA Erfurt 2010 wurde das Gelände Schritt für Schritt saniert, aufgewertet und strahlt heute in neuem Glanz.
                                                                                                  … und heute?
                                                                                                  was bleibt eigentlich von der BUGA Erfurt? Diese Frage habe ich in letzter Zeit immer häufiger gestellt bekommen. Kathrin Weiß übrigens auch, ich hab sie gestern nochmal getroffen. 
                                                                                                   
                                                                                                  Um die Kakteen hier auch nochmal in den Fokus zu bringen – auch wenn manches nach der BUGA Erfurt ab Oktober 2021 zurückgebaut wird – die Kakteen im BUGA-Gelände bleiben uns definitiv komplett erhalten. Wer es also bis jetzt noch nicht auf die BUGA in Erfurt geschafft hat, Kakteen gibt es auch danach zu erleben. Und im Danakil Klimazonenhaus wachsen die Pflanzen und haben noch viel Platz nach oben.
                                                                                                  Wenn du dich jetzt fragst, warum ich darüber noch gar nichts erzählt habe – das Danakil Wüstenhaus bekommt seine ganz eigene Episode – ob das tatsächlich gleich die nächste wird, dass weiß ich noch nicht. In jedem Fall darfst du darauf schon gespannt sein.
                                                                                                   
                                                                                                   
                                                                                                  Und jetzt?
                                                                                                  Was mich im Moment sehr bewegt – diese Episode wird wohl selbst nach dem Schnitt mehr als die Stundenmarke knacken. Wo ist für dich das Maß des erträglichen? Ist eine Stunde zu lang, sollen es lieber nur 20 Minuten sein?
                                                                                                  Und: warst du schon auf der BUGA Erfurt? Was hat dir besonders gefallen?
                                                                                                  Schreib mir was du magst! Per Mail an [email protected] 
                                                                                                   
                                                                                                  Bis dahin alles Gute, bleibe gesund und vielleicht magst du auch mal BUGA-Luft in Erfurt schnuppern!
                                                                                                   
                                                                                                  Stay tuned! 
                                                                                                  Schöne Grüße aus der Blumenstadt Erfurt
                                                                                                  Ich bin Ulrich Haage und schicke Grüße aus der Kakteengärtnerei.
                                                                                                   
                                                                                                  Shownotes:

                                                                                                  darüber habe ich erzählt:

                                                                                                  • Wikipedia Bundesgartenschau – https://de.wikipedia.org/wiki/Bundesgartenschau
                                                                                                  • Liste der 25 Außenstandorte der BUGA 2021 – https://www.buga2021.de/pb/buga/home/gartenschau/aussenstandorte
                                                                                                  • Kathrin Weiß im Interview mit Thomas Bille mdr Kultur trifft (12. Juni 2021) – https://www.mdr.de/kultur/podcast/trifft/kathrin-weiss-buga-erfurt-gespraech-100.html
                                                                                                  • Planet Wissen – wer und was im Boden lebt – Pilze und mehr – https://www.planet-wissen.de/natur/umwelt/lebendiger_boden/bodenleben-100.html
                                                                                                  • Pilze im Topf – Mushrooms growing in the pot – Jane Perrone – https://www.janeperrone.com/on-the-ledge/2019/11/8/episode-116-hippeastrums
                                                                                                  • Deutsches Gartenbaumuseum – https://www.gartenbaumuseum.de/
                                                                                                  • Petersberg auf Google Maps
                                                                                                  • KaktusKochbuch – https://www.kakteen-haage.de/Literatur/Kakteenliteratur/Literatur/KochbuchKaktus-Ulrich-Haage-Ulrich-Manck.html
                                                                                                  • Haage auf der Erfurter Radrennbahn – https://www.mdr.de/video/mdr-videos/reportagen-dokus/video-von-der-rolle-die-legendaere-radrennbahn-andreasried-ad-100.html
                                                                                                  • Bundesgartenschau 2021 – BUGA Erfurt 2021
                                                                                                  • Veranstaltungen und Termine

                                                                                                    mdr Gartem – im Danakil Klimazonenhaus
                                                                                                    30.9.2021 – Wie topfe ich große Epicactus-Hybriden um? Live vor dem Glashaus (Nähe Danakil)
                                                                                                    10.10.2021 – fuminanter Abschluß der BUGA in Erfurt

                                                                                                     
                                                                                                    … und wie immer freu ich mich auf dein Feedback.
                                                                                                    • per Mail an [email protected]
                                                                                                    • in der FB CactusPodcast Community https://www.facebook.com/groups/4080401532000332/
                                                                                                    • Kommentare direkt hier im cactusblog.de
                                                                                                    • deine Bewertung auf iTunes – das wäre mir ein inneres Maximal-Blümchenpflücken!
                                                                                                       
                                                                                                        
                                                                                                      Mehr gibt es wie immer in der Facebook CactusPodcast Community. 
                                                                                                      Welche Themen soll ich mir in den kommenden Episoden vornehmen?
                                                                                                       
                                                                                                      Du willst mehr vom CactusPodcast? Das geht ganz einfach:
                                                                                                      Sogar automatisch: jetzt gleich den CactusPodcast auf iTunes – nein Apple Podcast abonnieren. 
                                                                                                      Auch diesmal habe ich mir wieder viel Mühe gegeben, die Shownotes mit noch mehr Informationen zu ergänzen.
                                                                                                       
                                                                                                      Du willst noch mehr wissen / haben / hören?
                                                                                                      Service-Links – ich bin Überzeugungstäter!
                                                                                                      Keine Afilliate Links – ich erhalte keine Provision. 
                                                                                                       
                                                                                                      Interviews im CactusPodcast:
                                                                                                      • CP005 – Emily Cox – Mrs Echeveria
                                                                                                      • CP012 – Lothar Bodingbauer über Kakteenerde – Teil 1
                                                                                                      • CP013 – Lothar Bodingbauer über Kakteenerde – Teil 2
                                                                                                      • CP021 – Georg Schwarz über Kunststofftöpfe für Kakteen
                                                                                                      • CP023 – Melanie Öhlenbach fragt zum Thema Aloe vera
                                                                                                      •  
                                                                                                         

                                                                                                        Der Beitrag CactusPodcast 031 – Kakteengeschichten: BUGA Erfurt 2021 erschien zuerst auf Cactusblog.

                                                                                                        1 hr 24 min
                                                                                                      • CactusPodcast 030 – Kakteenpflege: Kaktus geplatzt – was tun?

                                                                                                        Kaktus geplatzt – Notfall – was tun? – Episode 030
                                                                                                        Mein Kaktus ist runtergefallen und geplatzt – und jetzt?
                                                                                                        Kaktus abgestürzt und aufgplatzt – das ist eine Notfall-Folge, die dir hilft, in der Situation nicht den Kopf zu verlieren und dir möglich macht, herauszufinden, was jetzt die notwendigen Entscheidungen sind.
                                                                                                         
                                                                                                        Warnhinweis zu dieser Episode:
                                                                                                        Achtung – strenge Sprache – diesmal geht’s ein bisschen zur Sache, manche Passagen sind nichts für schwache Kaktusfan-Herzen!
                                                                                                         
                                                                                                         
                                                                                                        Smashing Cactus?
                                                                                                        Wenn der Kaktus fällt … Das ist uns bestimmt allen schon mal passiert: Der Kaktus fällt um, oder das Unwahrscheinliche: er rutscht uns aus der Hand und knallt auf den Boden. Was macht man jetzt?
                                                                                                        Ich weiß, ich hatte jetzt eigentlich die erste Episode über die BUGA angekündigt – aber das Leben ist nicht immer planbar – weil:
                                                                                                         
                                                                                                        Jeanette und ihrem Kaktus ist genau das Malheur passiert – oder ihrem Nachbar, aber das ist dem Kaktus letztlich Wurst. Jedenfalls  hat Jeanette auf unserem Youtube Kanal ihren Notruf abgesetzt – und wie der Zufall es will, gab es diese Woche gleich noch zwei Menschen, denen ähnliches passiert ist. Deswegen bin ich in mich gegangen und habe überlegt, was in der Situation zu tun ist.
                                                                                                        Dabei ist mir aufgegangen: ganz so trivial ist das Ganze nicht und es lohnt sich, den geplatzten Kaktus mal genauer anzuschauen.
                                                                                                        CP030 Kakteenpflege - Kaktus geplatzt - was tun?

                                                                                                        von Ulrich Haage | CactusPodcast - Kakteenpflege

                                                                                                        https://cactusblog.de/wp-content/uploads/2021/09/CactusPodcast-030-Notfall-Kaktus-geplatzt-was-tun.mp3
                                                                                                        Wenn der Kaktus geplatzt ist – was muß ich beachten?
                                                                                                        Wie immer nach einer Schrecksekunde: tief Luft holen, einen Schritt zurück gehen und schauen, was genau passiert ist.
                                                                                                        Denn wenn ich mir ein objektives Bild mache, ohne Stress, dann kann ich viel mehr wichtige Informationen sammeln. Das hilft gegen blinden Aktionismus und sorgt dafür, dass ich meine Entscheidungen hinterher nicht wieder korrigieren muss.
                                                                                                        Ich mache das bewusst so kleinteilig und genau, weil ich gemerkt habe, dass ich beim ersten nachdenken auch nur oberflächlich gedacht habe.
                                                                                                        Keine Angst – das soll hier keine große Nummer werden, trotzdem will ich mit dir einen Schritt nach dem anderen durchgehen.
                                                                                                        Geplatzten Kaktus genau untersuchen
                                                                                                        Wichtige Faktoren, damit wir die Situation richtig einschätzen können und das richtige für unseren Kaktus tun – als erstes:
                                                                                                        • was für ein Kaktus ist abgestürzt? (Säule umgekippt oder Kugelkaktus die Treppe runtergekullert)
                                                                                                        • hat der Kaktus eine offene Wunde, ist er eingedrückt, oder kann man eigentlich nichts sehen?
                                                                                                        • wie groß und schwer ist die Pflanze? – sind es eher 100 Gramm, oder 5 Kilo (es geht nur um die Größenordnung)
                                                                                                        • welche Jahreszeit? (Herbst-Winter oder Frühjahr-Sommer – Befindet sich der Kaktus also gerade in der Wachstumszeit oder in der Ruhephase)
                                                                                                        • ist die Pflanze gesund und im Wachstum, oder geht es ihr ohnehin gerade nicht gut? (ist der Kaktus eher prall und frischgrün, oder eher grau und fahl)
                                                                                                        • Und jetzt kommen wir dem geplatzten Kaktus näher
                                                                                                          … und schauen uns an, was wir mit den gesammelten Informationen machen. Ich mache das bewusst sehr plakativ und extrem.
                                                                                                          Mit der Checkliste kommst du ganz schnell zu einem greifbaren Bild:
                                                                                                          1. was für ein Kaktus ist abgestürzt?
                                                                                                            a. hat ein Säulenkaktus nur einen kleinen Detscher bekommen, oder
                                                                                                            b. ist der Kugelkaktus auf der ganzen Seite offen und ich kann ins Innere schauen?
                                                                                                          2. wie sieht der Schaden aus?
                                                                                                            a. sind ein paar Dornen verbogen, aber sonst ist kaum etwas zu sehen, oder
                                                                                                            b. hat der Kaktus eine offene Wunde, oder die Rippen sind richtig eingedrückt
                                                                                                          3. wie groß und schwer ist die Pflanze?
                                                                                                            a: ist es ein kleiner und leichter Kaktus mit langen Dornen oder viel Wolle drumherum, oder
                                                                                                            b: eine große und schwere Pflanze oder ist die Pflanze auf eine Kante gefallen
                                                                                                          4. zu welcher Jahreszeit ist das gerade passiert?
                                                                                                            a: Frühjahr-Sommer – in der Wachstumszeit, oder
                                                                                                            b. Herbst-Winter – also während der Ruhephase der Pflanze
                                                                                                          5. wie ist der Zustand der Pflanze?
                                                                                                            a: ist sie kerngesund und im Wachstum, ist der Kaktus eher prall und frischgrün – oder
                                                                                                            b: es geht ihr ohnehin gerade nicht gut, sie ist eher grau und fahl, hat ein Schädlingsproblem oder ist ohnehin schon ganz weich
                                                                                                          6. Fotoquelle: Canva

                                                                                                            Kaktus geplatzt – Lösung?
                                                                                                            Du ahnst es schon: je häufiger du jetzt im Geiste dein Kreuz bei a gemacht hast, desto weniger Sorgen musst du dir machen. Aber auch wenn jetzt bei dir alles auf b steht – wir schauen gleich weiter.
                                                                                                             
                                                                                                            Also – alle Kreuzchen bei a … dann kannst du dich entspannen, meist passiert in dem Fall nichts weiter. Du solltest die Pflanze noch zwei bis drei Wochen beobachten und erstmal nicht gießen oder düngen. Sonst musst du nichts machen.
                                                                                                             
                                                                                                            Fall b – offene Wunden und große Pflanze und das vielleicht noch in der Ruhezeit
                                                                                                            Wenn die Pflanze richtig aufgeplatzt ist, dann heißt es Notbremse ziehen! (jetzt wird’s ein wenig hässlich!)
                                                                                                            • Kein Wasser geben. Das reduziert den Zelldruck und die Spannung auf der Epidermis.
                                                                                                            • nicht auswaschen oder in der Wunde herumstochern. Das ist wie beim Menschen, wenn ein bisschen Erde drin ist, dann ist das so.
                                                                                                            • Steine oder anderes stecken in der Pflanze. Wenn die Pflanze auf Schotter gefallen ist, dann entferne die Verschmutzung.
                                                                                                            • wenn die Epidermis nicht einfach geplatzt ist, sondern die Aufschlagstelle regelrecht zermatscht ist und du siehst, das Gewebe ist in der Tiefe zerstört, dann ist es besser, das kaputte Gewebe großzügig mit einem scharfen Messer auszuschneiden.
                                                                                                            • Zum Vergleich: wenn ein Apfel eine schlechte Stelle hat, oder aufgeschlagen ist und ich den Bereich sauber ausschneide, dann habe ich gute Chancen, dass der Apfel nicht weiter fault. Genauso ist es beim Kaktus. Das Bild vom angeschlagenen Apfel ist übrigens eine gute Analogie, denn dafür haben wir ein Gefühl, wo Handlungsbedarf ist. Du kannst die ausgeschnittene Stelle mit Zimt oder Aktivkohlepulver desinfizieren. Nach meiner Beobachtung ist das aber nicht nötig, es hinterlässt in erster Linie hässliche schwarze oder braune Spuren. Wichtiger ist, dass der Schnitt wirklich das beschädigte Gewebe entfernt.
                                                                                                            • alte Kakteen – wenn dein Kaktus alt ist – und im Fall von Jeanette: mit 27 Jahren darf man auf seinen Echinocactus grusonii schon sehr stolz sein! Aber der gehört damit noch nicht in die Risikogruppe! Also wenn der Kaktus alt ist  (und das ist von Gattung zu Gattung durchaus verschieden) und nur noch sehr wenig wächst, dann braucht er jetzt mehr Aufmerksamkeit, als ein junger Hüpfer, der voll im Saft steht. Denn die Heilung ist abhängig vom Wachstum der Pflanze. Eine gesunde Pflanze im Wachstum kann zum Beispiel Pilze abwehren und schließt die Wunde viel schneller mit einer Schutzschicht.
                                                                                                              Ich konstruieren den Extremfall: eine große alte Pflanze die faulige Wurzeln und Wollläuse im Scheitel hat, hat nur noch geringe Überlebenschancen.  Und wenn die Pflanze schon matschig ist – ich habe dazu übrigens schonmal eine Geschichte gelesen, von einem Kaktus unter Selbstmordverdacht. (Link in den Shownotes In dem Fall kam der Fall sozusagen erst nach dem Tod. Ein Kaktus der innen komplett matschig ist, der ist nicht mehr zu retten. So ungefähr wie ein Grillhändl.  (brrr – makaber!)
                                                                                                               
                                                                                                              Rettungsmaßnahmen beim geplatzten Kaktus
                                                                                                              von A wie Abwarten bis Z wie mit Zimt bestreuen
                                                                                                              • abwarten – das machst du bei kleinen Schäden
                                                                                                              • Aktivkohlepuder – kannst du zum Desinfizieren nehmen. Recht ausführlich wird das in einem schon etwas älteren Thred im Kakteenforum diskutiert – aber Achtung – die Fläche bleibt danach schwarz und das sieht auch nach der Heilung doof aus. Wir nutzen das nur in ganz schweren Fällen und wenn wir Stecklinge schneiden, zum Beispiel bei den Blattkakteen. Das gleiche gilt übrigens auch für Zimt – und auch für Aluminium-Pulver (falls du das für den Notfall vorrätig haben willst).
                                                                                                              • düngen und gießen – bitte erstmal nicht, das ist wie im Krankenhaus – der genesende Kaktus braucht Ruhe und Schonung. Auch wenn ich das sonst in den meisten Fällen für vertretbar halte, besprühen fällt auch flach! Feuchtigkeit unterstützt die Pilze und die können wir gerade nicht gebrauchen! Damit solltest du warten, bis die Pflanze sich erholt hat.
                                                                                                              • Pfropfen: wenn dein Rettungsschnitt bedeutet, du musstest die Pflanze durchschneiden oder konntest nur noch den Kopf, das Unterteil oder einen Steckling retten, dann muss dieser Rest entweder auf eine passende Unterlage gepfropft werden, oder getrocknet werden, bis sich neue Wurzeln bilden.
                                                                                                              • Sekundenkleber – davon habe ich mal gehört – Dass man einen abgebrochenen Kaktus mit Sekundenkleber wieder zusammenkitten kann. Ich glaube ehrlich gesagt nicht daran. Spontan würde ich sagen, das ist Quatsch. Aber vielleicht hast du ja gute Erfahrungen damit – dann schreib mir mal.
                                                                                                              • Vernähen – ja, als Kaktusgärtner bekommt man oft die abenteuerlichsten Sachen zu hören – aber manchmal haben auch die ihre Berechtigung. Auch wenn ich bei der Geschichte mit dem zusammengenähten Kaktus eher an Frankensteins Monster gedacht habe. Wenn wir Kakteen pfropfen und mit einem Dorn fixieren, dann sind wir davon ja auch nicht so weit entfernt.
                                                                                                              • Zimt – hat aseptische Wirkung, deswegen kann man Wunden bei Pflanzen mit Zimt bestäuben, um sie zu desinfizieren. Ich finde das eine tolle Sache – aber!! Wie schon bei Aktivkohle erwähnt, das hinterlässt hässlich braune Spuren – und es geht in der Regel auch ohne!
                                                                                                              • Kaktus geplatzt – Hast du noch andere Ideen oder Erfahrungen gemacht? Schreib mir gern oder hinterlasse einen Kommentar in der CactusPodcast Community auf Facebook.
                                                                                                                 
                                                                                                                Vorschau
                                                                                                                Bevor wir uns gleich nochmal den konkreten Fall von Jeanette anschauen, kurz noch eine kleine Vorschau. Und die hat in zwei von drei Fällen etwas mit der BUGA in Erfurt zu tun.
                                                                                                                1. Am kommenden Mittwoch (8. September 2021) bin ich am Vormittag mit dem MDR Garten im Danakil Klimazonenhaus im egaPark in Erfurt. Wenn du Lust hast komm mal vorbei. Ich gehe nicht davon aus, dass das Haus wegen der Aufzeichnung gesperrt ist. Und wenn du nicht in Erfurt bist – den Sendetermin poste ich natürlich, sobald ich ihn weiß.
                                                                                                                2. Und die nächste CactusPodcast Episode Nummer 031 ist im Moment in Bearbeitung. Die dreht sich auch um die Bundesgartenschau in Erfurt. Diesmal allerdings ist der Petersberg dran und darüber habe ich letzte Woche noch ein Interview mit einem Erfurter gemacht, der mir von seinen Vorlieben erzählt hat. Lass dich überraschen!
                                                                                                                3. Die dritte Vorschau ist eine ganz kurzfristige: am kommenden Wochenende findet in Burgstädt bei Chemnitz eine Kakteenausstellung statt. Zeitgleich trifft sich die EPIG – die Interessengemeinschaft Epiphytische Kakteen. Dort kommen die Freunde von Blattkakteen zusammen und tauschen sich aus. Dieses Treffen ist allerdings nur für angemeldete Mitglieder offen. Ich bin sehr froh, dass ich mich auf den letzten  Drücker noch anmelden konnte. Es kann sein, dass, wenn du das gerade hörst, die Veranstaltung schon längst vorbei ist. Aber nächstes Jahr gibt es eine neue Chance – und vielleicht willst du die EPIG erstmal kennen lernen und erst noch Mitglied werden.
                                                                                                                4. Und Kaktus-Tipp vier von drei: eine Woche später, vom 10. bis 12. September 2021  findet die Europäische Länderkonferenz – ELK in Blankenberge, Belgien statt. Das ist die größte Kakteen- und Sukkulentenbörse in Europa und jedes Mal ein Augenschmaus!
                                                                                                                5. Und jetzt zum geplatzten Echinocactus grusonii von Jeanette.
                                                                                                                  Die Pflanze ist schwer, schon etwas älter und hat einen tief klaffenden Riss in der Epidermis. Schwerer Fall? Nein – keine Bange!
                                                                                                                  Ich habe in Spanien große Pflanzen gesehen, die wunderbar verheilt sind.
                                                                                                                  Ein bisschen Probleme kann der feuchte Sommer machen. Er sorgt auch jetzt für einen hohen Befallsdruck mit Pilzen. Deswegen ist es eine gute Idee, die Pflanze in einen Raum zu bringen, in dem die Luftfeuchte eher niedriger ist.
                                                                                                                  Die Behandlung mit Zimt dürfte die offene Wunde weitgehend desinfiziert haben.
                                                                                                                  Was ich noch einmal genau unter die Lupe nehmen würde, wären die Stellen, wo die Pflanze auf dem Boden aufgekommen ist. Wenn die Epidermis dabei zu sehr gestaucht worden ist, dann sieht man das an der leicht grauen, manchmal sogar schuppigen Verfärbung an der Oberfläche. Der Grund ist eine wachsähnliche Schutzschicht, die wie Kerzenwachs auf der Hand in feine Schuppen zerbricht. Wenn das großflächig passiert, dann ist es sinnvoll, dort noch mal genauer hinzuschauen. Deswegen: Jeanette – wenn du den Verdacht hast, wir sollten nochmal ganz genau hinschauen – komm in die CactusPodcast Facebook Community und schieb uns einfach ein paar close-up Fotos rein, oder schick sie per Mail an [email protected].
                                                                                                                  Wenn alles sonst friedlich aussieht – dann jetzt einfach A wie abwarten und D wie Daumen drücken!
                                                                                                                   
                                                                                                                   
                                                                                                                  Ein Sonderfall
                                                                                                                  Und jetzt noch zu einem gar nicht so seltenen Sonderfall beim Thema „Kaktus geplatzt“:
                                                                                                                  Ist dein geplatzter Kaktus eine gesunde Lophophora oder ein Trichocereus, steht voll im Saft, die Sonne scheint prächtig, du hast fleißig gegossen und die Pflanze ist einfach so ohne einen Unfall geplatzt – dann schon jetzt Entwarnung – das machen die genau unter diesen optimalen Umständen. Lösung: weniger gießen, das nimmt im Wortsinn den Druck raus – und gerade bei Lophophora verheilt das von allein ohne einen Schaden zu hinterlassen.
                                                                                                                   
                                                                                                                  Hast du Fragen  – hab ich noch etwas vergessen oder liege mit meinen Ideen völlig daneben? Dann schreib mir – in der Community oder an [email protected]
                                                                                                                   
                                                                                                                  Und wie geht’s weiter?
                                                                                                                  Ich hab ja schon einiges verraten: der Cactuspodcast kommt wieder mit der Episode 031 und dann geht’s um die Bundesgartenschau in Erfurt. Wir schauen auf die Stadtkrone, den Petersberg und ich glaube, ich löse mal auf, warum es die Erfurter so mit der Puffbohne haben – ich hab da so meine eigene Theorie.
                                                                                                                  Bis dahin alles Gute, bleib gesund und pass auf, dass deine Kakteen nicht runterfallen!
                                                                                                                   
                                                                                                                  Stay tuned! 
                                                                                                                  Schöne Grüße aus der Blumenstadt Erfurt
                                                                                                                  Ich bin Ulrich Haage und schicke Grüße aus der Kakteengärtnerei.
                                                                                                                   
                                                                                                                  Shownotes:

                                                                                                                  Darüber habe ich erzählt:

                                                                                                                  • Warum hat mein Kaktus Selbstmord begangen – hier ist ein Toter gestorben
                                                                                                                  • Hilfe! Kaktus geplatzt – ein Thred im Kakteenforum
                                                                                                                  • Aktivkohlepuder zur Wundheilung und zum desinfizieren (Kakteen-Haage)
                                                                                                                  • Aluminium-Pulver zum desinfizieren (Kakteen-Haage)
                                                                                                                  • Bundesgartenschau 2021 – BUGA Erfurt 2021
                                                                                                                  • Veranstaltungen und Termine

                                                                                                                    mdr Gartem – im Danakil Klimazonenhaus
                                                                                                                    Kakteenschau in Burgstädt
                                                                                                                    EPIG – Interessengemeinschaft Epiphytische Kakteen
                                                                                                                    Europäische Länderkonferenz – ELK 

                                                                                                                     
                                                                                                                    … und wie immer freu ich mich auf dein Feedback.
                                                                                                                    • per Mail an [email protected]
                                                                                                                    • in der FB CactusPodcast Community https://www.facebook.com/groups/4080401532000332/
                                                                                                                    • Kommentare direkt hier im cactusblog.de
                                                                                                                    • deine Bewertung auf iTunes – das wäre mir ein inneres Maximal-Blümchenpflücken!
                                                                                                                       
                                                                                                                        
                                                                                                                      Mehr gibt es wie immer in der Facebook CactusPodcast Community. 
                                                                                                                      Welche Themen soll ich mir in den kommenden Episoden vornehmen?
                                                                                                                       
                                                                                                                      Du willst mehr vom CactusPodcast? Das geht ganz einfach:
                                                                                                                      Sogar automatisch: jetzt gleich den CactusPodcast auf iTunes – nein Apple Podcast abonnieren. 
                                                                                                                      Auch diesmal habe ich mir wieder viel Mühe gegeben, die Shownotes mit noch mehr Informationen zu ergänzen.
                                                                                                                       
                                                                                                                      Du willst noch mehr wissen / haben / hören?
                                                                                                                      Service-Links – ich bin Überzeugungstäter!
                                                                                                                      Keine Afilliate Links – ich erhalte keine Provision. 
                                                                                                                       
                                                                                                                      Interviews im CactusPodcast:
                                                                                                                      • CP005 – Emily Cox – Mrs Echeveria
                                                                                                                      • CP012 – Lothar Bodingbauer über Kakteenerde – Teil 1
                                                                                                                      • CP013 – Lothar Bodingbauer über Kakteenerde – Teil 2
                                                                                                                      • CP021 – Georg Schwarz über Kunststofftöpfe für Kakteen
                                                                                                                      • CP023 – Melanie Öhlenbach fragt zum Thema Aloe vera
                                                                                                                      •  
                                                                                                                         

                                                                                                                        Der Beitrag CactusPodcast 030 – Kakteenpflege: Kaktus geplatzt – was tun? erschien zuerst auf Cactusblog.

                                                                                                                        35 min

                                                                                                                      About Blumenstädtisch Archive • Cactusblog

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