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In der Reihe "Gespräche zur Netzpolitik"
Urbane Ballungsräume sind oft geprägt von multikultureller Vielfalt. Dieser Vielfalt gerecht zu werden und jedem Einzelnen eine Chance auf Selbstverwirklichung zu bieten, ist eine soziale, ökonomische und politische Herausforderung für alle Metropolen dieser Welt.
Viele Städte stellen sich dieser Herausforderung und haben innovative Ansätze der Inklusion entwickelt – oft unabhängig von der nationalen Politik ihres Landes. Um diese Initiativen populär zu machen, lädt die Heinrich-Böll-Stiftung mit der Maytree Foundation und der Botschaft von Kanada zu einem Dialog der Städte zwischen Berlin und Toronto ein.
Unter dem Titel „Toronto Roadshow - Good Ideas from Canada“ sollen Berlin und Toronto miteinander ins Gespräch kommen, um sich über die städtische Politik des Multikulturalismus und der Inklusion sowie deren praktische Umsetzung auszutauschen und so von den Erfahrungen der jeweils anderen Metropole zu lernen. Dabei werden ausgewählte Vertreter/innen verschiedener Politik- und Gesellschaftsbereiche (Politik, Verwaltung, Arbeit & Wirtschaft, Bildung, Medien & Kultur, Polizei) von ihrer Arbeit vor Ort berichten und erfolgreiche Projekte vorstellen.
Trotz des massiven zivilen und militärischen Engagements der internationalen Gemeinschaft bleiben die Entwicklungen in Afghanistan aus Sicht der Bürger/innen sowie des ’Westens‘ hinter den Erwartungen zurück. Der Ausbau staatlicher Institutionen verläuft schleppend, die Bürger/innen wenden sich vom Staat ab und die noch fragilen Strukturen sind immer stärkeren Herausforderungen durch Aufständische ausgesetzt. Die Taliban sind nach wie vor ein zentraler Faktor, doch wird die Frage, ob und in welchem Maße die Taliban in den politischen Prozess einbezogen werden sollten, kontrovers diskutiert. Die Beantwortung dieser Frage ist vor dem Hintergrund der Ermordung des Vorsitzenden des Hohen Friedensrats Burhanuddin Rabbani noch schwieriger geworden.
Die Zukunft Afghanistans liegt auch in den Händen der Nachbarstaaten. Sicherheitspolitische Rivalität und die Sicherung von Interessensphären scheinen einer positiven Entwicklung Afghanistans entgegenzustehen. Insbesondere die afghanisch-pakistanischen Beziehungen sind von gegenseitigem Misstrauen geprägt. Wohl wissend, dass die regionalen Mächte eine entscheidende Rolle in Afghanistan spielen, findet im Oktober 2011 eine große Regionalkonferenz in der Türkei statt. Welche Rolle können und wollen die Nachbarstaaten in der Stabilisierung des Landes spielen und wie wird dies in Afghanistan aufgenommen?
Petersberg bei Bonn ist ein historischer Ort – nicht nur in der deutschen, sondern auch in der afghanischen Ge-schichte. Vor zehn Jahren wurde dort das Petersberger Abkommen geschlossen, das den demokratischen Transitionsprozess Afghanistans beschrieb. Dort wurde das Fundament für das bis heute andauernde zivile und militärische Engagement der internationalen Gemeinschaft gelegt. Doch während sich das militärische Engage-ment bis 2014 dem Ende neigt, bleibt das zivile Engagement bestehen. Auf der Außenministerkonferenz in Bonn geht es daher auch um die Frage, was mit Afghanistan geschieht, sobald die internationalen Truppen das Land verlassen. Im Rahmen unseres Abschlusspanels widmen wir uns diesem Themenkomplex und stellen die Ab-zugs- und Zukunftsperspektiven des Landes in den Mittelpunkt. Zeit also für einen Blick zurück und in die Zukunft.
Unter den Taliban verboten, heute eine Freizeitbeschäftigung des Großteils der afghanischen Bevölkerung. 97% der Teilnehmer einer hbs-Jugendstudie in Kabul gaben an, regelmäßig fernzusehen und kennen sich in der Nach-richten- sowie der Unterhaltungsszene der Sender gut aus. Der erfolgreichste afghanische TV-Sender, Tolo-TV, erreicht landesweit bis zu 60% der Bevölkerung. Welche neuen Medienformate prägen die afghanische Gesellschaft und ihre Sicht auf die Dinge? Und welche Rolle spielen die populären Medien im afghanischen Transitionsprozess?
In Afghanistan haben sich in den vergangenen Jahren ethnisch und religiös definierte Gräben vertieft. Hierzu trägt die geringe Ausprägung des Parteiensystems bei, doch auch zivilgesellschaftliche Organisationen werden oft als Vertreter von Partikularinteressen – oder westlicher Interessen – wahrgenommen. Die unterschiedliche Entwicklung in verschiedenen Landesteilen wirft dabei die Frage auf, inwieweit überhaupt die Interessen der gesamten Bevölkerung verfolgt werden können.
Erinnerungen und Reflexionen
Wolf Biermann im Gespräch