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Horrende Vorstandsgehälter, Eigentumsrechte bei Firmenübernahmen, Squeeze-Outs sogar bis hin zur Verfassungsbeschwerde: Die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) versteht sich als starke Anlegerlobby in Deutschland und Hygienefaktor im Kapitalmarkt. Ob Bayer und Monsanto, die Leoni AG ("wo die Aktionäre kalt enteignet worden sind") oder VW-Dieselskandal: "Wir kämpfen für unsere Mitglieder und die Rechte der Anleger. Der nächste Fall wird kommen." So Hauptgeschäftsführer Marc Tüngler. Auch vermeintlich aussichtslose Cases beschäftigen die DSW, darunter Wirecard: "Unser Top-Thema der letzten drei Jahre. Wie kommen die Anleger an ihr Geld? Wir haben eine Stiftung gegründet. Über 17.000 Anleger haben sich bereits registriert." Doch nicht selten sind nicht die Unternehmen schuld: "Grobe Schnitzer" und die Gier der Investoren wird die DSW nicht korrigieren können. Link iS. Wirecard: https://wirecardinvestorsclaim.com/de/homepage-de/
Aktien, Anleihen, Rohstoffe oder Währungen. Blauäugig und planlos sollte man nicht handeln an der Börse. Als gut informierter Anleger schafft man es schnell, ein Gefühl zu bekommen für gute oder weniger gute Unternehmen. Christian Henke ist Marktanalyst beim Broker IG. Er hilft Anlegern, sich in der Informationsflut über Wasser halten zu können und kluge Investmententscheidungen zu treffen. Er gibt klare Handlungsanweisungen, wie ihr euer erstes Depot so breit aufstellt, dass euch kleinere und größere Bodenwellen im Parkett nicht aus der Bahn werfen. Denn das ist so sicher, wie die Schlussglocke: Bodenwellen!
Im Schatten von Warren Buffett steht oft ein weiterer großartiger Investor: Charlie Munger. Er wäre am 1. Januar 2024 100 Jahre alt geworden. Einen Monat vor diesem runden Geburtstag ist Charlie Munger am 28.11.2023 gestorben. Aus diesem Anlass wiederholen wir unseren Beitrag vom September dieses Jahres. Value Investor und Munger Fan Dr. Hendrik Leber berichtet von seiner Bekanntschaft mit dem Börsengroßmeister. "Fast alle Value-Investoren werden sehr alt …", denn ein erfüllender Beruf ist wie ein Jungbrunnen (trotz Candys und Cola auf der Hauptversammlung). "Munger hat einen erheblichen Einfluss auf den Erfolg der großen Aktiengesellschaft Berkshire Hathaway." Von Munger hat Leber das invertierte Denken und die Fehleranalyse als Leitmotive für sein eigenes Investment übernommen. Darüber hinaus berichtet er über Mungers Lollapalooza-Effekt, wonach zwei oder drei Trends aufeinandertreffen und sich exponentiell verstärken: "Wir leben gerade in einer Zeit, in der Lollapalooza passiert."
Kornelius Purps (antea) spricht im neuen Börse Berlin 4U Podcast über immer wieder auftauchende Fachbegriffe aus der Welt der Börse. Kurs-Gewinn-Verhältnis: "Die Anleger müssen dieses KGV auch historisch betrachten." Für den Anlageentscheidungsprozess ist die "Marktkapitalisierung" nicht das wichtigste Kriterium. Purps erklärt den Unterschied zwischen Performance- und Kurs-DAX. "Es gibt hier keinen richtigen und keinen falschen." Weitere Begriffe: Dividendenrendite, Stamm- und Vorzugsaktien. Immer wichtig dabei die Frage: "Welche Performance ziehe ich heran?"
"Er hat ein sehr einfaches Denken, und das kann jeder von ihm lernen", so Heiko Böhmer von Shareholder Value im neuen Börse Berlin 4U Podcast über Warren Buffet, der am 30. August 93 Jahre alt wird. Böhmer ist Jahr für Jahr bei der Hauptversammlung von Berkshire Hathaway zu Gast. Er kennt Buffett und dessen Investmentstrategien. Im Podcast spricht er über den "Nerd" Buffett und dessen bescheidenes Dasein in Omaha, die Investmentfarben, denen man beim Trocknen zusehen soll ("Price is what you pay, value is what you get") sowie die Holding von Berkshire Hathaway. Was können wir Anleger von Warren Buffett lernen?
Wenn das Aktienpaket eines CEO dem Jahresgehalt mal drei entspricht, dann "denkt er wie wir Aktionäre, denn er möchte sein Unternehmen langfristig vorantreiben", so Florian König (Aktienwelt 360) im aktuellen Börse Berlin 4U Podcast. König konzentriert sich bei seiner Aktienauswahl auf Familienunternehmen oder von Eigentümern geführte Firmen. Kapitalrenditen, die Nachvollziehbarkeit und der Lagebericht des Geschäfts sind weitere Argumente. Bewertungsportale sind auch für den Laien verständlich, Bilanzen dagegen sind komplex. Königs Ratschlag: "Auf die Verschuldung schauen." Dieser Punkt sei wichtiger als die Auszahlung einer Dividende. Bei den verschiedenen Kennzahlen sieht König "viel Manipulationsspielraum": "Die entscheidende Metrik ist der Gewinn vor Steuern. Und: Wieviel Free Cashflow ist vorhanden?"
Von der Signierstunde bis zum gemeinsamen Buchprojekt: Stefan Riße erzählt im neuen Podcast von Börse Berlin 4U von seiner "großväterlichen Freundschaft" mit Andre Kostolany und aus dessen bewegtem Leben. So floh Kostolany vor den Nazis aus Paris nach New York. Seine Börsenkarriere in Deutschland verdankt Kostolany auch einer Bamberger Hauslehrerin namens Sophie. Kostolany, so Riße, war kein Spieler, sondern ein Spekulant - und mitnichten ein Sprücheklopfer. In seinen 10 Geboten steckt eine Menge Börsen- und Lebensweisheit. "Er war ein unverbesserlicher Optimist - auch das teilt er mit Heiko Thieme." So wusste er bereits früh, dass es den Zittrigen entweder an Geld, Gedanken, Geduld oder Glück mangelt, während die Hartgesottenen zuschlagen. Kostolany: "Die Zittrigen sind die Idioten."
Die Charttechnik funktioniert wie Großmutters Strickmuster. "Man kann Tendenzen und Leitplanken festzurren, vorhersagen kann man Kurse aber nicht", so Martin Utschneider im Börse Berlin 4U Podcast. Börsenpsychologie und Charttechnik sind wie Bruder und Schwester. Utschneider bedient zahlreiche Fußball-Analogien. Widerstand oder Unterstützung? Wäre der HSV ein Chart, dann wäre er in den letzten Aufstiegsrunden immer wieder am Widerstand gescheitert. Die Tabelle lügt nicht - der Chart ebenso wenig. So entspricht das Allzeithoch des DAX der Wahrheit, auch wenn der fundamentale Wert des Leitindex unter 10.000 liegt. All das getrieben durch die Emotionen der Markteilnehmer, die auf Kauf- und Verkaufssignale reagieren. Ob Panik oder Euphorie: "Mit der technischen Analyse kommt man aus diesem Dilemma ein bisschen raus."
Das Thema im Börse Berlin 4U Podcast: Exchange Traded Fund - an der Börse gehandelte Fonds, kurz: ETFs. Gerade für Privatanleger ein tolles Instrument zur langfristigen Anlage. "Ein Fonds ist zunächst ein rechtlich streng reguliertes Sondervermögen", so Experte Thomas Timmermann. Die Finanzmärkte unterscheiden zwischen aktiv und passiv gemanagten Fonds - zu letzteren zählen die ETFs. "Hier wird passiv ein Index abgebildet." Tipp an alle Anleger: Physisch replizierende ETFs kaufen. Bei den Discount-Brokern immer auf die Konditionen und Sparplanaktionen achten. Die einfachste Asset-Allokation: "60 % MSCI World, 40 % Geldmarkt-ETF." Zudem können Satelliten Spaß machen: Themen-ETFs wie Ki oder Nachhaltigkeit.
"Das Wichtigste am Kapitalmarkt: Fehler vermeiden." Doch der Mensch ist eben kein Homo oeconomicus. "Er reagiert irrational, wenn er mit Geld umgeht." Im Börse Berlin 4U Podcast erklärt Nikolas Kreuz die 7 Kardinalfehler bei der Geldanlage: 1. Mangelhafte Diversifikation und unprofessionelle Aktienauswahl ("Wir nutzen das Potpourri der guten Laune nicht") 2. In die Home-Bias-Falle tappen 3. Hyperaktive Handelsmuster 4. Dispositionseffekt, der Herde hinterherlaufen 5. Nicht antizyklisch agieren, prozyklisch auf Trends aufspringen 6. Kostenstruktur außer Acht lassen 7. Eigene Engagements nicht beobachten. Das Fazit: "An schlechten Tagen das Ordersystem mal nicht hochfahren. Und: Ein gutes Bauchgefühl sollte den klaren Menschenverstand nicht ersetzen."
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