Kapuzinerkloster Münster 24. Sonntag im Jahreskreis, Lesejahr C
Manchmal treffen uns Fragen, die wir gern wegschieben würden. Zu schwer. Zu nah. Zu existenziell. Und doch melden sie sich wieder.
Meine Predigt erzählt von Menschen, die nicht mehr können. Von jungen Erwachsenen, die aus Erschöpfung im Bett liegen. Von Familien, die um einen letzten Weg ringen. Von der leisen Versuchung, Leid nur noch als Störung zu sehen – und das Leben dann als etwas, das man „beenden“ kann wie einen Vertrag.
Am Rand des Lebens steht Christus: nicht über dem Leid, sondern mitten darin. Mit offener Seite. Mit verletzten Händen. Mit einer Liebe, die nicht flieht.
Was heißt das für uns heute? Was heißt es für die, die pflegen? Für die, die erschöpft sind? Für die, die Angst haben vor Abhängigkeit?
Und: Wie treffen wir Entscheidungen, wenn es um Schmerz, Treue und Lebensmut geht?
Ich nehme Sie mit auf diesen Weg. Nicht mit schnellen Antworten. Sondern mit einer Frage, die trägt:
Wie kann ein Mensch leben – und sterben –, ohne sich selbst zu verlassen?
Vielleicht hören Sie hinein. Vielleicht öffnet sich dabei ein kleiner Raum, in dem Sie Ihre eigene Haltung finden. Einen Gedanken. Einen Trost. Eine Spur Glauben.
Am Ende bleibt die Einladung:
Christus ist König nicht der Starken, sondern der Verwundeten.
Und wir sind gerufen, einander nicht fallen zu lassen – gerade dort, wo das Leben schwer wird.
Mit einem herzlichen Gruß
29sagte Jesus seinen Jüngern ein Gleichnis:
Seht euch den Feigenbaum und die anderen Bäume an:
30Sobald ihr merkt, dass sie Blätter treiben,
erkennt ihr, dass der Sommer nahe ist.
31So erkennt auch ihr,
wenn ihr das geschehen seht,
dass das Reich Gottes nahe ist.
32Amen, ich sage euch:
Diese Generation wird nicht vergehen,
bis alles geschieht.
33Himmel und Erde werden vergehen,
aber meine Worte werden nicht vergehen.