Ein ehrliches Gespräch über Gleichberechtigung, neue Männlichkeitsbilder und warum progressive Politik im Playboy stattfinden muss
Max öffnet erstmals die BTS-Bühne für einen Politiker: Felix Banaszak, 36, Co-Vorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen. Die Geschichte eines Mannes, der 2009 mit Lippenpiercing in die Partei eintrat und heute eine der verantwortungsvollsten Positionen innehat.
Der Feuerwehrmann aus Duisburg
Felix kommt aus dem Duisburger Norden – Wahlkreis mit geringster Wahlbeteiligung bundesweit. Als Teenager: "Was machst du in einer Partei? Da wird man doch korrumpiert." 2009 trat er trotzdem ein.
Sein Muster: Er kommt immer in Verantwortung, wenn alles am Boden liegt. 2017 lag der Kreisverband 40.000 Euro verschuldet. Mit 27 wurde er Landesvorsitzender NRW. Bei der Kandidatur: "Nimm mal das Metall aus dem Gesicht." Die Grünen von 12% auf 6,4% abgestürzt.
Mit Mona Neubaur: In viereinhalb Jahren auf 18%. Neuer Politikstil – weniger oberlehrerhaft, mehr auf Augenhöhe.
Vater oder Parteichef?
September 2024: Lang und Nouripour treten zurück. Felix' Tochter war zwei. "Ich hatte mir vorgenommen, anwesender Vater zu sein. Es kommt auf Windeln wechseln an, nicht nur Quality Time."
Er mit seiner Frau: "Ich kann das nicht wegen unserer Tochter tun." Sie: "Vielleicht musst du es für sie tun."
Mit Franziska Brantner: "Im Zweifel geht Familie vor. Wir halten einander den Rücken frei."
Politik im Playboy
Felix gab ein Playboy-Interview über Feminismus. "In der taz lesen das nur die, die zustimmen. Aber wenn ich über toxische Männlichkeit reden will, muss ich dahin, wo die Männer sind."
Später: Nachrichten von jungen Männern: "Ich dachte, die Grünen hassen mich. Das hat mich überrascht."
Gleichberechtigung ist harte Arbeit
Max erzählt von seinem Sohn nach Checker-Tobi: "Warum haben wir die Welt kaputt?" Er kämpft gegen "toxische Männlichkeitsmindsets": "Ich dachte, ich bin gleichberechtigt. Aber wir sind weit weg." Seine Frau wird gefragt, wie sie es mit Kindern schafft – er nie.
Felix: "Ich merke jede Woche, dass ich meinen Ansprüchen nicht gerecht werde." Er sagte einer Einladung ab: "Morgen bringe ich meine Tochter ins Bett." Erster Impuls: "Ich habe einen Terminkonflikt."
Beide: Millennials haben Druck von beiden Seiten. Aber sie stellen die richtigen Fragen.
Verkehrswende aus Liebe zur Freiheit
"Wir machen Verkehrswende nicht aus Hass aufs Auto, sondern aus Liebe zur Freiheit – füreinander. Als Autofahrer freue ich mich über Fahrradwege."
Er kritisiert: "Eine Familie spart für Mallorca und soll sich schämen? Während andere mit Luxusjachten rumschippern?" Forderung: "Macht Alternativen attraktiv."
Bei sich bleiben
Größtes Learning: "Bei sich selbst bleiben. Man ist am stärksten im Einklang mit seinen Werten."
Ricarda Lang: "Ich war ein Sprechroboter. Ich habe mich verloren." Felix: Das passiert mir nicht.
Key Learnings:
• Politik ist kein gradliniger Weg • Beste Lösungen entstehen in Krisen • Familie ist keine Verhandlungsmasse • Gleichberechtigung beginnt bei eigenen Mustern • Progressive Politik muss raus aus der Komfortzone • Authentisch bleiben ist alternativlos
Perfekt für: Junge Menschen mit Politikinteresse, Väter und Mütter im Gleichberechtigungskampf, alle an neuen Männlichkeitsbildern Interessierten.
Zitat der Episode:
"Ich kann das doch nicht wegen unserer Tochter tun." – "Vielleicht musst du es für sie tun."
Hör jetzt rein und erlebe einen Parteichef, der nicht nur über Veränderung spricht, sondern sie lebt – auch wenn's wehtut.
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