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Wir feiern ein Jubiläum: 50 Folgen Bücherpod! Anlässlich dieses kleinen Meilensteins blicken wir zurück auf die vergangenen 49 Episoden und rekapitulieren noch einmal. Wir kommen ins Gespräch darüber, wie alles angefangen hat, kommen dabei immer wieder auch auf einzelne Werke zu sprechen, die wir bereits bearbeitet haben, und diskutieren allgemein über unseren Zugang zu Literatur. Eine kleine literarische Überraschung und einen Ausblick gibt es zum Schluss auch noch. Auf hoffentlich 50 weitere Folgen!
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In dieser Folge sprechen wir über "Ein Traumspiel" von August Strindberg, ein Drama, das alle Grenzen des klassischen Theaters sprengt. Die Tochter des indischen Gottes Indra steigt auf die Erde herab, um das Leid der Menschen zu erfahren. In assoziativen, traumartigen Sequenzen springt das Theaterstück wild von Ort zu Ort und Zeit zu Zeit, in nur lose zusammenhängenden Szenen entsteht so ein Panorama der menschlichen Existenz. Strindberg nimmt in diesem Werk bereits viele Motive vorweg, die in der Literatur des 20. Jahrhunderts prägend sein werden.
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In dieser Folge sprechen wir über "Ein Volksfeind" von Henrik Ibsen, ein Drama über die Vergiftung der Gesellschaft. Der angesehene Arzt Doktor Stockmann macht eine folgenschwere Entdeckung: das Kurbad in seiner norwegischen Kleinstadt ist vergiftet. Er will sich an die Bevölkerung wenden, um die Menschen vor gesundheitlichen Schäden zu bewahren. Doch sein Bruder, der höchste Beamte, will die Verbreitung der Nachricht verhindern, weil er um die Reputation der Stadt sowie um ausbleibende Gelder aus dem Tourismus besorgt ist. Nach und nach wendet sich die Stimmung in der Gemeinschaft gegen den Arzt. Ibsens Drama verhandelt Themen wie Öffentlichkeit, Wahrheit und Freiheit auf eine Weise, die auch heute in Zeiten demokratischer Krisen noch hochaktuell ist.
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In dieser Folge sprechen wir über "Die Physiker" von Friedrich Dürrenmatt, ein groteskes Drama über die ethische Verantwortung von Wissenschaft. In einem Irrenhaus sind drei Physiker interniert, einer hält sich für Newton, der zweite für Einstein, dem dritten erscheint der Geist König Salomos. Nacheinander ermorden sie jeweils ihre Krankenschwester, doch bald stellt sich heraus: sie sind gar nicht verrückt. Einer von ihnen hat die Weltformel entdeckt, die potentiell die ganze Menschheit vernichten könnte, und hält sie absichtlich unter Verschluss. Bis die Geschichte ihre schlimmstmögliche Wendung nimmt.
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In dieser Folge sprechen wir über Gedichte von Georg Trakl, ein österreichischer Dichter, der zum Mythos wurde. Das Leben des aus Salzburg stammenden Apothekers ist von viel Leid geplagt: Drogensucht, Depressionen und ein angebliches inzestuöses Verhältnis zu seiner Schwester. Er ist ein zurückgezogener und ängstlicher Charakter, doch das literarische Werk des Künstlers findet zahlreiche Bewunderer. Bis der Erste Weltkrieg ausbricht und den jungen Trakl zugrunderichtet. Seine Eindrücke der Schlacht von Grodek hat er in seinem letzten Gedicht der Welt hinterlassen.
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In dieser Folge reden wir über die "Schachnovelle" von Stefan Zweig, eine der bekanntesten Erzählungen der deutschsprachigen Literatur. Als die Nationalsozialisten die Macht in Österreich ergreifen, verhaften sie Dr. B, um wichtige Informationen aus ihm herauszubekommen. Aber anstatt ihn zu foltern, sperren sie ihn in ein von der Außenwelt isoliertes Hotelzimmer, um ihn durch komplette Langeweile intellektuell auszuhungern. Bis er eines Tages ein Schachbuch in die Hände bekommt und er sich bis zum Wahnsinn in dieses königliche Spiel hineinsteigert.
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In dieser Folge sprechen wir über „Die Vergiftung“ von Maria Lazar, ein expressionistischer Roman über eine rebellische junge Frau. Ruth kommt aus einer wohlbehüteten, gesitteten Familie, ihre tyrannische Mutter kontrolliert im Grunde ihr gesamtes Leben. Bis sie sich auflehnt und sich von den Konventionen des Spießbürgertums lossagt. Was dieses Buch auszeichnet, ist aber weniger seine Handlung, als vielmehr die eindrucksvollen Bilder, die durch die lyrische Sprache Lazars zum Ausdruck kommen.
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In dieser Folge sprechen wir über "Fabian. Die Geschichte eines Moralisten" von Erich Kästner, ein Roman über das Berlin der späten 1920er/frühen 1930er Jahre. Ursprünglich sollte das Buch "Der Gang vor die Hunde" heißen, doch wurde der Titel vom Verlag geändert und einige als zu unmoralisch empfundene Stellen zensiert. Dabei sind die Szenen, die Kästner beschreibt, lediglich ein Zerrbild der Gesellschaft der Weimarer Republik, die Machtergreifung der Nationalsozialisten steht kurz bevor. Im Wahnsinn dieser Zeit versucht der arbeitslose Germanist Jakob Fabian sich durchs Leben zu schlagen und bewahrt trotz der Verruchtheit um ihn herum moralische Haltung.
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In dieser Folge sprechen wir über "Faserland" von Christian Kracht, einer der einflussreichsten Romane der deutschen Popliteratur. Ein reicher junger Mann befindet sich auf einer wilden Reise durch ganz Deutschland, ohne Sinn und Ziel fährt er von einer Stadt zur nächsten, Partys, Alkohol, Drogen und Zigaretten werden ihm zum Lebensinhalt. Dabei bewegt er sich in einer rein an oberflächlichen Werten orientierten Snob-Gesellschaft, für die eigene Identität entscheidend ist allein welche Markenkleidung man trägt, welche Szenenlokale man besucht und wen man dort kennt. Humorvoll und ironisch verhandelt dieses Buch die Verlorenheit einer Generation der 90er Jahre, die ihre innere Leere mit Konsumwaren und Rauscherlebnissen zu füllen versucht.
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In dieser Folge beschäftigen wir uns mit "Der Steppenwolf" von Hermann Hesse, ein Roman über einen gesellschaftlichen Außenseiter. Harry Haller ist ein gebildeter und kunstsinniger, aber auch ein zurückgezogener und einsamer Mensch. Er ist innerlich zerrissen, einerseits verachtet er das Bürgertum und die Banalität seiner Zeit, andererseits leidet er furchtbar an dem Gefühl seiner Unzugehörigkeit. Als sein Zustand beinahe unerträglich wird, trifft er auf Hermine, die ihn vor sich selbst rettet und ihm die einfachen Freuden des Lebens näherbringt. In einem magischen Rauscherlebnis lernt der Steppenwolf schließlich, dass er lernen muss, seiner Sinnkrise mit Humor zu begegnen.
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