Gender, unser soziales Geschlecht, ist ein komplexes Thema. Meistens wird es für uns zu einem Thema, wenn es zu Reibungspunkten kommt, sei das wegen geschlechterspezifische Diskriminierung, Rollenbilder und Schönheitsidealen. Für trans Menschen kommt auch noch hinzu, dass sie eine schmerzhafte Inkongruenz empfinden zwischen dem, wie ihr Körper ist und von der Gesellschaft wahrgenommen wird dem wie der Körper eigentlich sein sollte und wie sie eigentlich von der Gesellschaft wahrgenommen werden möchten. Das nennt sich Gender-Dysphorie. Doch Gender hat auch das Potential zu Freude und Zufriedenheit zu führen. Gender-Euphorie, quasi das Gegenteil von Gender-Dysphorie.
Gender-Dysphorie ist ein fachlich etablierter Begriff, der auch genau definiert ist. Gender-Euphorie hingegen, als Begriff aus der trans Community, ist neuer und kommt (noch) nicht in der Fachliteratur vor. In diesem Podcast durften wir mit Dr. David Garcia Nuñez, dem Leiter des Innovations-Focus Geschlechtervarianz des Unispitals Basels, sprechen. Wie sieht er das wachsende Bedürfnis von trans Menschen, sich nicht mehr (nur) über oftmals schmerzhafte und quälende Zustände von Gender-Dysphorie zu definieren, sondern darüber, dass sie ebenso in der Lage sind, Glück und Zufriedenheit im Bezug auf ihr Gender zu empfinden? Nicht obwohl sie trans sind, sondern eben genau deswegen.