Reportage von Irena Brežná über die Rückkehr der Krimtataren auf die Krim im Jahr 1993
Die slowakisch-schweizerische Autorin und Journalistin Irena Brežná, die in Basel lebt, reist vor einunddreissig Jahren für eine Reportage auf die Krim, um über die aus der Verbannung zurückkehrenden Krimtataren zu berichten, die Stalin 1944 nach Zentralasien deportieren liess.
Der ebenfalls in Basel lebende ukrainische Musiker Viktor Pantiouchenko begleitet den Bericht mit seinen Improvisationen auf dem Akkordeon.
Die Krimtataren lebten seit Jahrhunderten auf der Krim, bis Stalin 1944 dieses kleine muslimische Turkvolk in Viehwaggons nach Zentralasien deportieren liess. Die Rückkehr in die Heimat wurde ihnen bis 1989 verwehrt. Die krimtatarischen Aktivisten, die von Chruschtschow, Breschnew und Gorbatschow ihre Nationalrechte einforderten, wurden nach politischen Paragraphen wie «Antisowjetische Agitation und Propaganda» zu langen Haftstrafen verurteilt.
Irena Brežná besuchte 1993 die Rückkehrer auf der Krim, die sich in Zelten und Wellblechprovisorien auf Feldern einrichteten, denn ihre Häuser bekamen sie nicht zurück und die Legalisierung der besetzten Landparzellen mussten sie sich hart erkämpfen. Sie beklagten die äusserst schwierigen Bedingungen sowie das Misstrauen der slawischen Bevölkerung ihnen gegenüber, aber sie waren entschlossen, zu bleiben. Die mythische Krim war in den Verbannungsorten ein halbes Jahrhundert lebendig gehalten worden. «Gute Heimat, schlechte Heimat, aber Heimat», fasste das Lebensgefühl ein krimtatarischer Siedler zusammen. Die Reportage erschien im Tages-Anzeiger.
Foto: Die krimtatarische Historikerin Aische Seitmuratowa (links) 1993 mit der Autorin Irena Brežná
Fotograf: Stefano Dei
Moderation und Redaktion: Viktoriia Sergiienko
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