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Eine sehr ehrliche Betrachtung von Authentizität und Über den Mut, im falschen System „Nein“ zu sagen.
Herzlich willkommen zu dieser Folge.
Heute möchte ich eine Frage mit dir teilen, die mich selbst lange beschäftigt hat – und vielleicht auch dich berührt: Wie echt darf ich in diesem System sein?
Damit meine ich nicht nur die Arbeitswelt, sondern das große Ganze – unsere Gesellschaft, unsere Familien, Freundeskreise, unsere Kultur.
Immer wieder habe ich mich gefragt: Muss ich eigentlich eine bestimmte Rolle spielen, um dazuzugehören? Oder darf ich wirklich so sein, wie ich bin – auch wenn ich anders bin?
Von klein auf lernen wir, wie wir uns „richtig“ verhalten sollen. Richtig für andere. Es geht dabei nämlich selten darum was für uns selbst richtig ist. Und das ist der Punkt, an dem wir verlernen wir selbst zu sein. Verlernen unsere eigenen Grenzen zu spüren und damit zwangsläufig auch sie einzuhalten. Wir sind gut für andere.
In der Schule: sei fleißig, sei brav, falle nicht zu sehr auf.
Im Job: funktioniere, passe dich an, mach keine Fehler. Und hier kommt ja auch noch der Faktor Gehalt hinzu, der die Hürde authentisch zu sein vielleicht noch etwas höher aussehen lässt.
In Beziehungen: sei lieb, sei unkompliziert, sei bitte so, dass du niemandem zur Last fällst. Hier kommt die Verlustangst vielleicht hinzu, die die Hürde authentisch zu sein noch etwas höher aussehen lässt.
Das System, in dem wir leben, liebt Anpassung. Es belohnt Menschen, die reibungslos funktionieren.
Doch was passiert dabei? Wir legen Masken an. Wir zeigen oft nur die Teile von uns, die akzeptiert werden. Der Rest – unsere Unsicherheiten, unsere Widersprüche, unsere wahren Sehnsüchte – bleibt verborgen.
Ein kleiner Schwenk in die Theorie:
In der humanistischen Psychologie, z.B. laut Carl Rogers entsteht Authentizität, wenn das „Selbstkonzept“ (wie man sich selbst sieht) und die „Erfahrungen“ (was man tatsächlich erlebt) übereinstimmen. Je größer die Diskrepanz, desto weniger authentisch fühlt man sich, desto weniger kongruent ist man.
Kongruent wäre also: Jemand spürt, dass er traurig ist, erlaubt sich diese Traurigkeit, zeigt sie vielleicht auch im Kontakt mit anderen. → Sein Selbstbild („ich darf Gefühle haben“) passt zu seiner inneren Erfahrung.
Inkongruent wäre also: Jemand ist traurig, aber sein Selbstbild lautet „ich darf keine Schwäche zeigen“. → Er blendet die Traurigkeit aus oder überspielt sie, was zu innerem Konflikt führt.
Mit anderen Worten:
Authentische Menschen sind sich ihrer eigenen Bedürfnisse, Motive und Gefühle bewusst – und können sie akzeptieren, auch wenn sie unangenehm sind.
Auch wenn ich kein Zahlenmensch bin aber hier würde mich wirklich mal interessieren.. Wie viel Prozent aller Menschen haben das Gefühl selbstkongruent zu sein? Ich stelle immer wieder fest, dass es da auch viele kulturelle Unterschiede gibt.
Aber zurück zum Thema:
Was kostet es uns eigentlich, wenn wir uns zu sehr anpassen? Was ist schlimm daran?
Vielleicht kennst du dieses Gefühl: du bist umgeben von Menschen, aber du fühlst dich einsam.
Du lächelst, aber innerlich bist du erschöpft.
Du wirst anerkannt – aber nicht für das, was du bist, sondern für die Rolle, die du spielst.
In meinem Fall hat mir mein Körper öfter deutliche Signale gegeben, wenn ich mich mit Menschen treffen wollte, auf die ich eigentlich gar keine Lust hatte: Ich hab Migräne bekommen.
Der Preis der Anpassung ist hoch: Wir verlieren Stück für Stück die Verbindung zu uns selbst. Und irgendwann wissen wir gar nicht mehr: Wer bin ich eigentlich, wenn ich alle Masken abnehme? In meinem Fall war es auch: Mit wem möchte ich mich eigentlich WIRKLICH umgeben? Wer tut mir wirklich gut?
Hier kommt die große Preisfrage: Darf man in diesem System überhaupt noch authentisch sein?
Oder ist Echtheit zu gefährlich, zu unbequem? Darf ich sagen, wenn ich keine Lust hab mich zu treffen?
Ehrlich gesagt: Ja, es kann unbequem sein. Echtheit eckt an.
Wenn du sagst, was du wirklich denkst, stößt du vielleicht Menschen vor den Kopf.
Wenn du zeigst, wie es dir wirklich geht, überforderst du vielleicht andere.
Wenn du Grenzen setzt, enttäuschst du Erwartungen.
Aber die Alternative – immer angepasst zu sein – ist noch gefährlicher. Denn dann verlierst du dich.
Was wir brauchen, sind Räume, in denen Echtheit möglich ist.
Psychologische Sicherheit bedeutet: Ich darf mich zeigen, ohne Angst vor Abwertung.
Das kann ein Team sein, ein Freundeskreis, eine Familie, eine Partnerschaft – oder auch der Raum, den du dir selbst gibst.
Und wenn wir solche Räume erleben, sind sie heilend.
Denn plötzlich spüren wir: Ich muss nicht perfekt sein, um dazuzugehören. Ich darf Fehler machen, ich darf zweifeln, ich darf anders sein und vor allem: Ich darf ich selbst sein.
Das sind die Momente, in denen wir wirklich aufatmen.
Und natürlich dürfen wir auch selbst sichere Räume schaffen, in denen andere Menschen aufatmen können. Du kannst ja für dich auch mal reflektieren: Wie sehr können andere in meiner Nähe sie selbst sein? Wenn du Kinder hast zum Beispiel: In welchem Maß dürfen meine Kinder auch einfach sie selbst sein?
Natürlich braucht es Mut, sich echt zu zeigen. Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben – sondern trotz der Angst ein kleines Stück mehr du selbst zu sein.
Und nein, du musst nicht von heute auf morgen radikal alles aufdecken. Es reicht, in kleinen Schritten mutiger zu werden:
Mut zur Echtheit heißt auch: nicht überall gefallen zu wollen. Und genau da liegt Freiheit.
Vielleicht ist Echtheit im System manchmal unbequem. Vielleicht stößt du an Grenzen, vielleicht eckst du an.
Aber noch gefährlicher ist es, dich selbst zu verlieren.
Die Frage ist also nicht nur: Wie echt darf ich in diesem System sein? Sondern auch: Wie echt darf und sollte ich mir selbst gegenüber sein?
Danke, dass du heute dabei warst.
Nimm diese Frage ruhig mit in deinen Alltag – und vielleicht findest du diese Woche einen Moment, in dem du ein Stück authentischer sein kannst.
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Willkommen zu einer neuen Folge Chill With Jil! Heute darf ich meinen ersten Podcast-Gast begrüßen. Es handelt sich um meinen ehemaligen Dozenten für Organisationsentwicklung aus dem Studium, der als Unternehmensberater und Männer Coach unterwegs ist. Wir hatten eigentlich geplant die Themen die uns jeweils beschäftigen zusammenzubringen. Und ich muss sagen, ich glaube das ist uns ganz gut gelungen
Worüber wir dann letztlich wirklich gesprochen haben: Männliche und weibliche Energie im Unternehmen, Was es bedeutet sich im Unternehmen wirklich gesehen zu fühlen, was Männer wirklich brauchen und wonach sie sich sehnen, wie sie sich mit Süchten aus der Leere versuchen zu befreien und so weiter.
Chill on, Jil
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Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge meines Podcasts!
Heute wird’s ein bisschen provokant – oder sagen wir: unbequem ehrlich.
Denn wir sprechen über ein Thema, das mich seit meinem Berufseintritt begleitet –
in den Medien, in Unternehmen, bei politischen Diskussionen – der Fachkräftemangel.
Ich weiß nicht, wie es dir geht… aber ich kann’s nicht mehr hören.
Nicht, weil es kein Thema ist – sondern, weil ich denke:
Wir sprechen über das falsche Problem.
Die These heute:
Es gibt keinen Fachkräftemangel – es gibt ein Exklusionsproblem.
Oder sagen wir: Der Mangel ist hausgemacht.
Denn während wir überall vom leeren Arbeitsmarkt reden,
schließen wir gleichzeitig systematisch Menschen aus –
durch starre Anforderungen, durch klassische Bewerbungsprozesse, durch Denkblockaden in Unternehmen.
Und das ist kein Hirngespinst. Ich höre das nicht nur von einer Person.
Wenn ich mich in meinem Netzwerk umhöre – HR, Psychologie, Diversity –
höre ich immer öfter: „Die Leute sind da. Aber die Strukturen lassen sie nicht rein.“
Wir reden von New Work – Flexibilität, Purpose, Diversität.
Aber was erlebe ich im Recruiting?
Immer gleiche Muster.
Immer gleiche Tools.
Immer gleiche Vorstellungen davon, wer „gut“ ist.
Und wenn mal jemand nicht zu 100 % ins Raster passt,
dann heißt es: „Nicht geeignet.“
Ehrlich: Wer ist denn wirklich zu 100 % geeignet?
Was mich besonders stört:
Wir machen die Bewerber*innen verantwortlich.
„Die Qualität der Bewerbungen ist gesunken…“ – ja, vielleicht.
Aber was heißt das eigentlich?
Vielleicht bedeutet es auch einfach nur:
Menschen passen nicht mehr in die alten Strukturen.
Dann ist doch nicht die Lösung, weiter zu jammern,
sondern endlich anzufangen, Menschen weiterzubilden.
Mit dem zu arbeiten, was da ist.
„Hire for attitude, train for skills“ –
dieser Satz ist so alt, dass er schon eingerahmt im Museum hängt.
Aber leben tun ihn die wenigsten.
Was fehlt, ist Mut.
Mut, Recruiting neu zu denken.
Nicht nur mit KI-gestützten Tools und automatisierten Lebensläufen,
sondern mit einer echten Haltung dahinter.
Warum werden Recruiter nicht geschult,
wie man Potenzial erkennt, statt nur Passgenauigkeit?
Warum schulen wir nicht unsere Führungskräfte,
wie sie Barrieren abbauen, statt neue zu schaffen?
Weil: Recruiter wissen genau,
welche Bewerbung intern ein Kopfnicken bekommt –
und welche für ein Augenrollen sorgt.
Wer Vielfalt will, muss den Blick weiten.
Nicht bei den Bewerber*innen –
sondern auf Unternehmensseite.
Und das muss von oben getragen werden.
Stelleninhalte überdenken. Kriterien überdenken. Haltung überdenken.
Und zum Schluss ein Gedanke zum Mitnehmen:
Der Arbeitsmarkt ist nicht leer. Er ist eng.
Und das ist ein Unterschied.
Wir haben keinen Mangel an Menschen.
Wir haben einen Mangel an offenem Denken.
Und an mutigem Handeln.
Fachkräftemangel ist keine Naturkatastrophe.
Er ist das Ergebnis jahrzehntelanger Versäumnisse.
Aber – und das ist das Gute –
was hausgemacht ist, lässt sich auch ändern.
Also:
Lasst uns anfangen. Strukturen aufbrechen. Räume schaffen. Und endlich die Menschen reinlassen, die schon längst vor der Tür stehen.
Cheerio und bis zur nächsten Folge!
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Herzlich willkommen zurück zu meinem Podcast. Schön, dass du wieder eingeschaltet hast! In der letzten Folge haben wir über das Thema „Mindset matters“ gesprochen – darüber, wie unsere innere Haltung darüber entscheidet, wie wir Herausforderungen begegnen, wie wir lernen und wie wir wachsen können.
Heute möchte ich daran anknüpfen. Denn Mindset allein reicht nicht – es braucht auch emotionale Kompetenz.
Wir brauchen Führungspersönlichkeiten, die mit Emotionen umgehen können – mit den eigenen und mit denen anderer.
Vielleicht hast du auch schon mal gehört: „Emotionen haben im Job nichts zu suchen.“ oder „Bleib mal sachlich.“
Aber das ist ein Trugschluss. Wir sind keine Maschinen – und auch keine reinen „Rationalitäts-Wesen“.
Führung heißt nicht nur Ziele setzen, Aufgaben delegieren oder Entscheidungen treffen. Das könnte etwas überspitzt gesagt auch eine KI leisten
Führung heißt auch und vor allem immer mehr:
Gerade in Zeiten von Veränderung, Unsicherheit und Krisen – also eigentlich immer – brauchen wir Führungskräfte, die nicht nur wissen, sondern fühlen.
Emotionale Kompetenz in der Führung heißt:
Emotionale Führung bedeutet nicht: „Ich bin immer nett“ oder „Ich lasse alles durchgehen“.
Es heißt: Ich bin klar, ich bin menschlich, ich bin präsent.
Hier schließt sich der Kreis zur letzten Folge.
Denn ein gesundes, entwicklungsorientiertes Mindset – das sogenannte Growth Mindset – braucht emotionale Reife.
Ohne emotionale Kompetenz wird jedes gute Mindset bei der ersten echten Krise überrollt.
Und umgekehrt: Wer mit Emotionen umgehen kann, öffnet sich für neue Perspektiven, kann Kritik annehmen, bleibt flexibel – und inspiriert andere dazu, sich selbst zu zeigen.
Deshalb mein Appell heute:
Lasst uns emotionale Kompetenz nicht länger als „weiche Fähigkeit“ abtun.
Sie ist in Wahrheit eine der härtesten, aber wertvollsten Skills, die wir entwickeln können – gerade in Führung. Nur leider werden Führungskräfte auf alles geprüft wenn sie eingestellt werden – auf bisherige Erfolge, auf Kompatibilität im Team und was weiß ich – aber nicht darauf wie gut sie tatsächlich führen können.
Und wenn du Führung übernimmst – egal ob offiziell mit Titel oder inoffiziell im Team, im Ehrenamt, in der Familie –
dann frag dich:
Wenn du magst, reflektiere diese Fragen für dich – oder sprich mit jemandem darüber.
Und wenn dich das Thema interessiert, dann solltest du die nächste Podcastfolge nicht verpassen.
Danke, dass du heute wieder dabei warst. Wenn dir diese Folge gefallen hat, teile sie gern mit anderen.
Bis zum nächsten Mal – und denk dran: Emotionen sind keine Schwäche. Sie sind dein Kompass.
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Herzlich willkommen zu einer neuen Podcast-Folge! Ich freue mich riesig, dass du heute dabei bist, denn heute geht es um DAS Thema schlechthin für mich.. Ich versuche einen Überbegriff zu finden und es ist gar nicht so einfach aber ich nenne es einfach mal: „Mindset im Business“.
Aber erst mal.. Falls du mich noch nicht kennst: Mein Name ist Jil, ich teile in diesem Podcast meine Gedanken als Wirtschaftspsychologin, vor allem aber auch allen Gedanken, die ich so zum Thema Mindset in mir habe.
Wer mich kennt, der weiß, dass ich stundenlang darüber sprechen könnte, wie wir Arbeit neu denken können – menschlicher, produktiver und wirkungsvoller. Ich finde es schade, dass wir so vieles an Zahlen messen und uns dann wundern, dass die Burn Out und Depressionsraten so hoch sind. Naja..
In einer Zeit, in der Burnout und Depressionen alarmierend hohe Zahlen aufweisen, ist es an der Zeit, Erfolg neu zu definieren – weg von reinem Leistungsdenken, hin zu nachhaltigem Wachstum, Kreativität und echter Innovation.
Wir leben in einer Welt, in der „höher, schneller, weiter“ lange als Erfolgsrezept galt. Leistung wurde oft gleichgesetzt mit langen Arbeitszeiten, Durchhaltevermögen und der Fähigkeit, unter Druck Ergebnisse zu liefern. Doch die Realität sieht anders aus: Stressbedingte Erkrankungen, Burnout und psychische Belastungen nehmen drastisch zu. Laut aktuellen Studien fühlen sich viele Mitarbeitende ausgebrannt, überfordert und in einem Hamsterrad gefangen.
Der Grund? Ein festgefahrenes Mindset, das Produktivität mit Quantität statt Qualität gleichsetzt. Doch wenn wir auf lange Sicht leistungsfähig bleiben wollen, brauchen wir ein neues Verständnis von Erfolg – eines, das auf Wachstum, Kreativität und Wohlbefinden basiert. Ich weiß, der ein oder andere bekommt Schnappatmung, wenn ich das ausspreche. Aber ich habe schon oft darüber berichtet, dass es so nicht weitergehen kann und es eine absolute Illusion ist zu denken, dass das der richtige Weg wäre. Das ist er nicht. Spätestens an jüngeren Generationen sehen wir, dass andere Werte an Relevanz gewinnen – aus meiner Sicht können sich da viele eine Scheibe von abschneiden.. Deshalb bin ich total gespannt, was die Führungskräfte von Morgen angeht. Gerade den Tech Bereich beobachte ich genau und kann es kaum abwarten! Aber zurück zum Thema.
Vielleicht kennst du die Unterscheidung zwischen einem Fixed und einem Growth Mindset:
In der modernen Arbeitswelt ist ein Growth Mindset essenziell – nicht nur für persönliche Entwicklung, sondern auch für Unternehmen. Organisationen, die ihren Mitarbeitenden erlauben, zu lernen, Fehler zu machen und sich weiterzuentwickeln, schaffen eine Kultur der Innovation und Resilienz. Ich weiß nicht wie Ichs sagen soll aber ich habe schon viele Menschen und Unternehmer getroffen, die von sich behaupten würden ein Growth Mindset zu haben, es aber in ihrem Unternehmen nicht umsetzen. Und da kommt wieder die Angst ins Spiel. Es ist was anderes ob ich für mich als Person ein Growth Mindset habe oder ob ich meine Mitarbeitenden inspirieren kann und auch ihnen erlaube, ein Growth Mindset zu haben. Das bedeutet nämlich, dass ich Erfolg eben nicht ausschließlich an Zahlen messe – nur als Beispiel.
Wenn wir Arbeit neu denken wollen, müssen wir auch Leistung und Produktivität neu definieren. Statt nur Output und KPI-Zahlen zu messen, sollten wir uns fragen:
In Zeiten von ChatGPT bzw. KI muss der Leistungsgedanke dringend angepasst werden. Viele Tätigkeiten fallen weg. Der menschliche Faktor aber bleibt. KIs, jedenfalls so wie wir sie aktuell kennen, haben kein Mindset. Sie können nicht authentisch sein. Wir aber schon. Und ich bin sicher, dass genau unser Mindset es ist, das uns abhebt von einer KI. Unsere Intuition, unsere Fähigkeit emphatisch zu sein. Aber ich weiche schon wieder vom Thema ab.
Nicht mehr die Anzahl der Überstunden oder Projekte sollte im Fokus stehen, sondern der Impact der Arbeit. Qualität vor Quantität bedeutet, dass Mitarbeitende sich auf das konzentrieren können, was wirklich wichtig ist – ohne unnötigen Stress und Druck.
In Unternehmen mit Growth Mindset sind Fehler kein Tabu, sondern ein wichtiger Teil des Lernprozesses. Statt Perfektionismus und Angst vor Versagen brauchen wir psychologische Sicherheit – ein Umfeld, in dem Innovation durch Experimente und Reflexion entsteht.
Burnout und Depressionen sind keine individuellen „Schwächen“, sondern das Ergebnis eines ungesunden Systems. Unternehmen, die Achtsamkeit, Pausen und Work-Life-Balance fördern, investieren langfristig in die Leistungsfähigkeit ihrer Mitarbeitenden.
Die besten Führungskräfte der Zukunft sind nicht diejenigen, die nur Leistung einfordern, sondern diejenigen, die ihr Team befähigen. Sie unterstützen individuelles Wachstum, fördern Kreativität und sorgen für ein Umfeld, in dem sich Talente entfalten können.
Wenn wir über die Zukunft der Arbeit sprechen, dürfen wir den menschlichen Faktor nicht vergessen. Ein Growth Mindset hilft uns, Leistung neu zu denken – nicht als Druck, sondern als stetige Entwicklung. Unternehmen, die nachhaltige, gesunde und inspirierende Arbeitsweisen fördern, werden langfristig erfolgreicher sein als diejenigen, die an veralteten Leistungsparadigmen festhalten, da bin ich ganz fest von überzeugt.
Wir müssen Führung und Leadership neu denken und uns erlauben, aus alten Mustern auszusteigen.
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Herzlich willkommen zu einer neuen Podcast-Folge! Ich freue mich riesig, dass du heute dabei bist, denn heute geht es um ein Thema, das mir sehr am Herzen liegt: Selbstfürsorge und warum es so schwer fällt, sich selbst an erste Stelle zu setzen.
Falls du mich noch nicht kennst: Mein Name ist Jil, ich bin Wirtschaftspsychologin, Mindset und Energy Healing Coach. Ich teile in diesem Podcast meine Erfahrungen mit dir, als Coach aber ich berichte auch über alles, was ich selbst für mich auf meinem eigenen Weg gelernt habe, damit du die Abkürzung nehmen kannst
Ich bin ganz sicher, dass Glück und Erfolg immer in dir selbst beginnen und möchte dich mit diesem Podcast deshalb inspirieren du selbst zu sein.
Das ist doch eigentlich ein Thema, das die meisten von uns betrifft. Wie eine neue Fähigkeit, die wir alle zusammen lernen dürfen.
Warum fällt uns Selbstfürsorge so schwer?
Lasst uns mal ehrlich sein: Die meisten von uns wurden mit Glaubenssätzen geprägt, die uns suggerieren, dass Selbstfürsorge egoistisch ist.
Vielleicht kommt dir das auch bekannt vor. Mir jedenfalls sehr Diese Sätze haben sich oft so tief in unser Unterbewusstsein eingebrannt, dass wir uns schuldig fühlen, wenn wir einfach mal nichts tun – oder noch schlimmer: Wenn wir uns aktiv für uns selbst entscheiden und etwas absagen.
Aber hier ist die Wahrheit: Du kannst nicht aus einem leeren Glas einschenken. Wenn du immer nur gibst, für andere da bist und dich selbst hinten anstellst, wirst du irgendwann erschöpft sein – mental, emotional, körperlich.
Die große Frage ist also: Warum glauben wir, dass wir erst „genug leisten“ müssen, bevor wir uns eine Pause gönnen? Warum fällt es uns so schwer, uns selbst als Priorität zu sehen?
Wir alle tragen bestimmte unbewusste Glaubenssätze in uns, die unser Verhalten steuern – und oft gar nicht wirklich zu uns passen.
Vielleicht hast du einen dieser Glaubenssätze in dir:
Lass das mal kurz sacken. Hast du dich in einem dieser Gedanken wiedergefunden?
Die gute Nachricht ist: Glaubenssätze sind nicht in Stein gemeißelt. Sie sind wie Software, die in deinem Gehirn läuft – und du kannst sie umprogrammieren.
Frage dich mal:
Und genau hier kommt die Pizza ins Spiel.
Viele Menschen denken, Selbstfürsorge bedeutet, sich zurückzuziehen, alles andere zu ignorieren und nur noch an sich zu denken. Aber das ist nicht der Punkt.
Selbstfürsorge bedeutet nicht „Ich zuerst und alle anderen sind mir egal.“
Es bedeutet: „Ich auch.“ Denn Pizza im Bett zu essen und eine Einladung nicht anzunehmen ist nicht nur ein lustiger Moment – es ist ein Symbol für etwas viel Größeres: die Erlaubnis, dich selbst an erste Stelle zu setzen. Ein JA zu dir selbst.
Meine Eltern denken oft an eine Anekdote, als ich noch ein Kind war. Wir saßen im Flugzeug und ich war sehr empört über die Sicherheitsanweisungen im Flugzeug: „Setzen Sie zuerst Ihre eigene Sauerstoffmaske auf, bevor Sie Ihren Kindern und anderen helfen.“ Ich konnte das überhaupt nicht begreifen.
Inzwischen ist mir dann auch klar: Du kannst anderen nicht helfen, wenn du selbst keine Luft mehr bekommst.
Das Gleiche gilt für dein Leben. Du kannst für andere da sein – aber erst, wenn du auch für dich selbst da bist.
Und wenn ich „Leben“ sage, dann meine ich natürlich auch deine Beziehung und deinen Beruf!
Selbstfürsorge im Job zum Beispiel bedeutet eben nicht nur, regelmäßig Pausen zu machen oder genug Wasser zu trinken – es geht um viel mehr. Es geht darum, gesunde Grenzen zu setzen, dich nicht von Perfektionismus oder überhöhten Erwartungen antreiben zu lassen und zu erkennen, dass unsere mentale und emotionale Gesundheit genauso wichtig ist wie unsere Produktivität. Aus meiner Sicht, und das belegen auch viele Studien, bedingt das eine sogar das andere. Sprich, wem es nicht gut geht, der ist auch nicht so produktiv unterwegs – eigentlich logisch.
Ein wichtiger Schritt zur Selbstfürsorge im Berufsleben ist, die eigenen Bedürfnisse bewusst wahrzunehmen. Wann fühlst du dich gestresst? Welche Aufgaben rauben dir Energie, und welche geben dir Kraft? Indem du lernst, deine Belastungsgrenzen zu respektieren, kannst du langfristig verhindern, dass du in einen Zustand der Erschöpfung oder des Burnouts gerätst.
Ich habe in meinem Leben ein paar Menschen kennengelernt, von denen ich sagen würde: Die können ihre Grenzen genau spüren und kommunizieren. Für mich ist das total wohltuend, weil ich dadurch genau weiß wo ich dran bin. Bei diesen Menschen kann ich mich fallen lassen, weil ich genau weiß: Sie werden mir mitteilen, wenn ich versehentlich eine Grenze überschreite.
In meinem Leben war es eigentlich so, dass ich meine Grenzen grundsätzlich übergangen habe. Auch meine Intuition, aber das würde jetzt hier zu weit führen. Ich habe über die Jahre, Schritt für Schritt gelernt dass ich auch zähle. Dass meine Gedanken, Emotionen, Grenzen und eben alles, was mich ausmacht, genau so ok ist wie die Gedanken, Emotionen, Grenzen und so anderer Menschen. Es ist ein stetiger Prozess.
Aber wie lernt man das jetzt? Und dann wäre da auch noch die Frage: Wie wird man dieses bescheuerte Gefühl los, wenn man sich selbst priorisieren möchte.. Denn mal ganz ehrlich. Wir wissen ja alle, wie das grundsätzlich geht. Es ist ja, rational betrachtet nicht schwer, eine Einladung nicht anzunehmen oder mal einen Samstag für sich selbst einzuplanen. Aber wenn man es nicht gelernt hat, fühlt es sich nicht gut an. Ich kann dich beruhigen: Es fühlt sich ERST MAL nicht gut an.
Wie so oft ist vor allem eines wichtig: Jeder noch so kleine Schritt zählt.
Ich hoffe, dir hat die 10. Podcastfolge gefallen
Vielleicht hast du ja Lust mir deine Gedanken zum Thema mitzuteilen. Ich würde mich sehr freuen
The post Selbstfürsorge braucht kein schlechtes Gewissen appeared first on Chill With Jil / Energetische Psychologie / Coaching / Energiearbeit / Reiki in Alzey, Worms, Mainz.
Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Podcastfolge von chillwithjil
Ich wünsche dir ein wunderschönes neues Jahr. Das letzte Jahr war für viele Menschen in meinem Umfeld eher so ein.. „KANN WEG“-Jahr. Und deshalb wünsche ich dir von Herzen ein wunderbares und glückliches neues Jahr.
Falls du mich noch nicht kennst: Mein Name ist Jil, ich arbeite seit vielen Jahren als Wirtschaftspsychologin, unter anderem im Recruiting aber auch in leitenden und eher strategischen HR-Positionen. Ich begleite Menschen in verschiedenen Situationen als Mentorin. Und ich bin Künstlerin.
Und ich habe eine Frage mitgebracht:
Wann haben wir eigentlich angefangen oder erlernt, unsere eigenen Werte so zu sabotieren? Warum ist das so normal?
Und warum ist vor allem erfolgreich, wer viel Geld verdient?
Vielleicht ist ein Problem, dass wir unsere Werte gar nicht so genau kennen. Ich selbst muss mich zum Beispiel immer wieder an meine eigenen Werte erinnern.
Gerade in beruflichen Situationen erlebe ich häufig, dass Menschen in Jobs “feststecken”. Das Gegenteil von in Flow sein. Und irgendwie ist das der Standard. Manchmal hab ich das Gefühl Menschen denken, das muss so sein. Arbeit muss hart sein. Geld muss man sich HART erarbeiten.
Vermutlich wäre das anders, wenn unser Einkommen nicht an unsere Arbeit gekoppelt wäre. Ich bin mir sogar sicher, dass es uns dann leichter fallen würde etwas zu tun, mit dem wir uns gut fühlen, das unseren Werten entspricht und das wir wirklich gerne tun. Aber das liebe Geld treibt uns an. Es treibt uns in Jobs, in denen wir feststecken. Und wir versklaven uns des Geldes wegen.
Ohne Zweifel ist Geld ein sehr mächtiges und darüber hinaus sehr sehr emotionales Thema. Ich kenne fast kein emotional aufgeladeneres Thema als Geld. Vielleicht auch, weil wir total den Blick fürs Wesentliche, für uns selbst verloren haben auf der Suche nach möglichst viel Geld. Immer noch gibt es den weitverbreiteten Glauben, dass man mit viel Geld glücklicher ist. Ist man aber nicht. In meinem Kurs zur positiven Psychologie an der Yale University wurde immer wieder betont, dass Geld ab einem bestimmten Wert nicht weiter glücklich macht. Die Grenze war bei 70k EUR pro Jahr. Geld mag eine beruhigende Wirkung haben, es hilft uns nicht so hustlen zu müssen. Dann sitzen wir eben morgens um Acht auf unserem Boot statt am Schreibtisch um unseren Kaffee zu trinken. Das klingt alles schön. Aber Geld füllt nicht unsere innere Leere. Die meisten Menschen denken das vielleicht, weil sie eben noch nie morgens um acht auf ihrer Yacht saßen um gemütlich Kaffee zu trinken. Aber man gewöhnt sich eben an alles, auch an viel Geld. Glücklich ist man deshalb nicht unbedingt. Aus meiner eigenen Erfahrung kann ich das nur bestätigen. Die Menschen, die ich kenne, die viel Geld haben, sind nicht zwangsläufig glücklich. Die, die Geld nutzen um Dinge zu tun, die ihren Werten entsprechen, sie inspirieren, die ihnen von Herzen Spaß machen, das sind glückliche Menschen.
Aber jetzt zum eigentlichen Titel der heutigen Folge: Selbstermächtigung. Die große Frage dahinter ist für mich: Was erlauben wir uns eigentlich?
Wenn ich mich so umschaue nämlich echt verdammt wenig. Aber wir wundern uns, dass unser Leben nur so mittelmäßig vor sich hin plätschert statt zu fließen. Weil wir uns selbst davor verschließen. Da KANN gar nichts im Flow sein.
Wie wäre es, wenn du dir mal erlaubst zu sein wer du bist? Wenn du dir erlaubst die Emotionen zu haben, die du hast? Wenn du dir erlaubst die Gedanken zu haben, die du hast? Wenn du dir erlaubst das zu tun, was du gerne tust? Wie sähe dein Leben denn dann aus?
Das Blöde ist, dass dir für dein Leben bei deiner Geburt kein Blueprint mitgegeben wurde. Das bedeutet, es ist deine Verantwortung und deine Aufgabe herauszufinden warum du eigentlich hier bist, was deine Augen zum Strahlen bringt, was dir besonders viel Freude bereitet. Deine Werte unterscheiden sich von den Werten anderer Menschen. Was dich mit Freude erfüllt, findet jemand anders langweilig.
Uns selbst zu ermächtigen, uns zu erlauben wir selbst zu sein, das sind wir nicht gewohnt. Und es gibt im Alltag vermutlich sehr wenig Vorbilder, an denen wir uns orientieren können.
Ich stelle mir immer wieder vor, wie mein Umfeld aussähe, wenn jeder seine Berufung leben würde. Wie viel Freude da wäre.
Aber zu dem Zeitpunkt, wo die Frage der Berufung ganz besonders wichtig wäre, nämlich mit dem Abschluss der Schule und dem Übergang in den Beruf, stellt niemand diese Frage. Immer noch geht es viel darum, in welchem Job man möglichst viel Geld verdienen kann. Ob ein Job den eigenen Werten entspricht? Ob ein Job den eigenen Stärken entspricht? Das kommt aus meiner Sicht viel zu kurz. Dabei sind unsere Stärken oft ein Indiz dafür, warum wir hier sind. Wir bringen alles mit, was wir brauchen um unsere Berufung zu leben.
Den Weg, unseren Weg, müssen wir allerdings selbst gehen. Und das stellt sich bei unserem westlichen Mindset oft gar nicht so leicht dar. Aber eigentlich wissen wir doch alle, dass uns diese Mittelmäßigkeit ankotzt. Alle wollen reich sein, stecken aber in Jobs fest, die sie nie reich sondern nur frustriert machen. Alle wollen glücklich sein, gucken aber den ganzen Tag auf Social Media anderen Leuten beim Leben zu und vergleichen sich mit unrealistischen Bildern. Wir sind abgelenkt von unserem eigenen Leben und verschwenden unsere ganze Energie. Das klingt jetzt vielleicht etwas zu hart.
Aber für das, was wir wollen, tun wir die falschen Dinge. Oder besser:
Die Dinge, die wir tun, stehen im Widerspruch zu dem, was wir erreichen möchten.
Wir dürfen uns trauen wir selbst zu sein.
Bis bald,
Jil
The post Selbstermächtigung appeared first on Chill With Jil / Energetische Psychologie / Coaching / Energiearbeit / Reiki in Alzey, Worms, Mainz.
Willkommen zur heutigen Podcastfolge!
Heute möchte ich ein grundlegendes HR-Mantra mit dir teilen: „Stell die richtigen Leute ein, bezahle sie gut und lass sie ihre Arbeit machen.“ Klingt einfach, oder? Doch in der Praxis fehlt in vielen Unternehmen mindestens eine dieser drei Komponenten.
Lass uns das genauer beleuchten:
Zum Schluss möchte ich noch einmal betonen: Wenn wir bereit sind, die richtigen Leute einzustellen, sie gut zu bezahlen und ihnen zu vertrauen, gibt es keinen Fachkräftemangel. Oder besser: Fachkräftemangel ist, was du draus machst.
Viele sind dazu aber einfach nicht bereit. Was denkst du darüber? Ich freue mich sehr auf dein Feedback.
Danke fürs Zuhören
The post Fachkräftemangel my a** appeared first on Chill With Jil / Energetische Psychologie / Coaching / Energiearbeit / Reiki in Alzey, Worms, Mainz.
Hallo und Herzlich willkommen zur heutigen Podcastfolge.
Für alle, die es noch nicht wissen:
Mein Name ist Jil und ich habe gar keine Lust mehr darauf hier meine Titel aufzulisten. Aber es hilft natürlich zu verstehen in welche Richtung das Ganze hier geht
Ich bin Wirtschaftspsychologin und habe unter anderem viele Jahre im HR gearbeitet, im Recruiting und in leitenden Positionen als CHRO. Ich begleite aber auch Menschen in beruflichen und privaten Kontext als Coach und als Trainerin. Und ich bin Künstlerin.
Hier geht es um meine Einblicke, Erfahrungen und Ideen zu allem, was mich beschäftigt. Also alles, was mir so in meinem Kopf rumschwirrt. Und das sind oft Gedanken zum Human Resources und was sich da alles so aus meiner Sicht ändern darf. Deshalb nenne ich es an dieser Stelle einfach mal „HR 3.0“, aber auch um meinen Alltag als Coach und so weiter und so fort.
Jetzt aber mal zur Sache:
Wenn ich Recruiter* frage, dann hat auf den Job eigentlich niemand mehr so richtig Lust. Viele Recruiter sind ausgebrannt, weil der Druck enorm groß ist. Auf der einen Seite gibt es kaum Bewerber – jedenfalls keine, die sich aktiv bewerben und auf der anderen Seite soll man als Recruiter liefern. Da beißt sich die Katze in den Schwanz und man kann das Rad schlichtweg nicht jeden Tag neu erfinden. Dazu kommt dann auch noch, dass sich der Job des Recruiters inhaltlich sehr gewandelt hat. Überspitzt gesagt ging es früher weitaus mehr um eignungsdiagnostische Fähigkeiten der Recruiter, also die Fähigkeit, auch dank bestimmter Methoden, den besten der besten Bewerber herauszufiltern, wohingegen es heute eher um Vertriebs-Fertigkeiten geht, also eher darum überhaupt Bewerber an Land zu ziehen. Über Eignungsdiagnostik wollen wir da mal gar nicht reden.. Aber das ist ein anderes Thema.
Zurück zur Sache: Hat man dann also mal endlich mal einen geeigneten Kandidaten für eine Position gefunden, ist die Chance verdammt groß, dass unterwegs, also innerhalb des Bewerbungsprozesses doch noch etwas schief geht. Bewerber werden ja von mehreren Unternehmen umworben. Darauf sind viele Prozesse nicht ausgelegt. Lange Antwortzeiten, keine Klarheit wo man im Prozess steht oder unangemessen aufwändige Case Studies die zu bearbeiten sind, sind Killer..
Fakt ist, im Recruiting wird um jeden um jeden Bewerbungsprozess gekämpft. Gewonnen hat man, wenn der Bewerbungsprozess zu einer Einstellung führt. Es ist tatsächlich ein War Of Talents. Vor 10 Jahren hat man den Kampf kommen sehen aber nicht wirklich etwas dagegen getan. Heute ist er da. Tada!
In vielen Unternehmen kämpft man auf Nebenkriegsschauplätzen statt sich gut aufzustellen. Zum Beispiel, in dem man den Druck im HR erhöht, zum Beispiel durch KPIs. Recruiter sollen mehr Active Sourcing betreiben, mehr Vorstellungsgespräche führen, etc.
Ich gebe zu.. Wenn ich mich so umsehe, gibt es an vielerlei Stelle im Recruiting Potenzial sich den aktuellen Marktgegebenheiten anzupassen.
Auf mich wirkt es oft, als stünde man hilflos mit dem Rücken zur Wand, versucht mit ein paar Benefits und einem schnelleren Bewerbungsprozess gegen die Situation anzukämpfen. Und natürlich damit Kandidaten aktiv anzuschreiben.
Aber all das tun alle. Das sieht man nicht zuletzt daran, dass der Markt auch für Personalvermittler aktuell nicht leicht ist. Alle fischen im gleichen Teich. Je nach Branche antworten Bewerber auf Nachrichten schon gar nicht mehr, weil sie maximalst genervt sind.
Auch wenn ich Aufholpotenzial im Recruiting selbst sehe, wird mit falschen Mitteln versucht sich am Markt zu positionieren. KPIs helfen hier aus meiner Sicht einfach überhaupt nicht. Außer, dass man irgendwie versucht sichtbar zu machen was sowieso nicht da ist.
Ahhh.. es werden zu wenig Leute eingestellt? Dann lasst uns doch mal einen Blick in die Zahlen werfen. Was ein Quatsch. Wenn ich Blumen pflanzen will, dann geh ich ja auch nicht ständig mit der Lupe hin und gucke, ob aus der Erde jetzt endlich mal Pflänzchen kommen. Nein. Ich kaufe Samen und pflanze neu. Und dann hab ich auch Gebrauch für die Lupe.
Durch KPIs ohne wirkliche Veränderungen präsentiert hält man dem Recruiting doch permanent nur selbst das eigene Versagen vor. Das Versagen kannst du dir in Anführungszeichen vorstellen..
Denn ehrlich gesagt denke ich, das Versagen wird hier nur Einfacherweise zugeschrieben. Das Problem liegt mitunter woanders..
Ende 2022, als ich ein für mich wirklich grandioses Jahr in Sachen Beruf hinter mir hatte, habe ich mich entschieden noch mal in die Festanstellung zu gehen. Ich erinnere mich an mehrere Gespräche für leitende Positionen im Human Resources. Immer wieder war das Kernthema das Recruiting und wie ich zukünftig dafür sorgen würde, dass das Unternehmen als Arbeitgeber gut dasteht. Meine Antwort lautete immer: Authentisch sein. Vertrauen zu Bewerbern aufbauen. Netzwerken. Kontakt halten.
Bei einigen Positionen habe ich in verwirrte Recruiter-Gesichter gesehen und bin ich schon in der ersten Runde mit dem HR-Team rausgeflogen. Krass, dachte ich.
Ich hatte den Eindruck alle jammern aber keiner will neue Wege ausprobieren.
Und ich kam mit einem ganz anderen Mindset um die Ecke, weil ich 2022 durch meine internationale Arbeit erleben durfte, wie es anders gehen kann. Durch das Weiten meines Blickfeldes und durch authentisches Netzwerken hatten sich in vielerlei Hinsicht tolle Möglichkeiten geboten. Meine Vision war es, genau das nach Deutschland zu bringen. Und das habe ich im Kleinen auch getan.
Ich habe Kontakt zu Bewerbern aufgebaut, die über einzelne Gespräche hinausgehen. Ich baue langfristige Verbindungen auf. Wir alle wissen: Wem man vertraut, von dem kauft man.
Die Vorstellungsgespräche, die ich mit Kandidaten führe sind anders. So sagen es viele meiner Gesprächspartner hinterher. In den meisten Fällen gibt es einen sicheren Rahmen für authentischen Austausch und Begegnung. Und genau darum geht es doch: Wir wollen doch wirklich verstehen, wer der Mensch ist, der uns gegenüber sitzt. Was ihn motiviert, was ihn demotiviert. Und ob das zur Kultur passt, die das Unternehmen lebt. Ob dieser Mensch auf dieser Position aufblühen und damit einhergehend einen guten Job machen kann.
Unter Zeitdruck und in Eile führt man solche Gespräche nicht. Und was helfen dann 10 statt 5 Gespräche, wenn sie nicht gut vorbereitet sind und Bewerber sich für einen anderen Job entscheiden.. Die Frage ist deshalb eben nicht: Wie viele Gespräche wurden geführt? Die Frage ist: Wie viele gute Gespräche wurden geführt?
Es braucht im Recruiting inspirierende und authentische Menschen, die ein Gespür für ihr Gegenüber haben und gleichzeitig verkaufen können. Und es braucht Unternehmen, die dem Recruiting den kreativen Rahmen und die Authentizität ermöglichen, die es benötigt.
Und das startet mit Umdenken im Gesamten
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Es gelingt mir einfach nicht Life Coaching und Business nicht miteinander zu vermischen. Vielleicht sollte ich es einfach lassen
In dieser Podcastfolge spreche ich darüber, warum Geld nie das Ziel sein kann, warum es stattdessen wichtig ist aufzublühen und die eigenen Talente und Stärken zu erkennen. Denn: Geld als Ziel macht uns leer. Aufzublühen und unsere Stärken zu entdecken erfordert hinzusehen, den Mut aufzubringen loszugehen.
Außerdem berichte ich davon, warum KPIs mich einfach wahnsinnig nerven und warum die Gen Z es verdammt schwer hat ihre eigenen Stärken zu entdecken.
Chill On, Jil
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