Hallo und herzlich willkommen bei Walk & Talk mit Ida. Schön, dass du wieder dabei bist. Heute sprechen wir über ein ganz zentrales Thema, das wir hier im Podcast häufig ansprechen – nämlich chronischer Stress. Und ich möchte dir das heute möglichst gut und verständlich erklären, denn es ist ein Thema, was uns in unserer modernen Gesellschaft sehr zu schaffen macht.
Das sorgt auch dafür, dass viele körperliche Probleme, aber auch seelische und psychische Probleme auftreten oder zumindest gefördert werden, die ansonsten gar nicht notwendig wären. Es gibt ja immer mehr Untersuchungen dazu, immer mehr Wissenschaft, immer mehr Beweise, was chronischer Stress alles anstellen kann.
Was chronischer Stress mit deinem Körper macht
Chronischer Stress sorgt unter anderem dafür, dass dein Gedächtnis abnimmt. Dein wunderschöner Hippocampus im Kopf kann durch chronischen Stress kleiner werden. Auch deine Konzentration und Entscheidungen sind dadurch beeinträchtigt. Du kannst dich also häufig weniger gut konzentrieren bei chronischem Stress.
Ängste nehmen zu – und darauf kommen wir nachher auch noch mal zu sprechen. Denn diese Ängste, diese Einschätzung ob etwas gefährlich ist oder nicht, die ist natürlich auch ein wichtiger Teil bei der Entstehung von Stress. Und vielleicht kannst du dir jetzt schon vorstellen: Wenn durch chronischen Stress diese Einschätzung, ob etwas angstauslösend ist, ob etwas gefährlich ist, mehr wird – also wenn man mehr mit Angst reagiert, Dinge mehr als gefährlich einschätzt – vielleicht erinnerst du dich noch an diese Wächterfunktion, diese Vigilanz, über die wir am Samstag ganz viel gesprochen haben. Auch das wird dadurch verstärkt.
Also wenn ich schon chronischen Stress habe, dann nehmen diese Faktoren noch zu. Und das nennt man dann auch eine positive Rückkopplung. Je mehr chronischen Stress ich kriege, umso eher empfinde ich etwas als Gefahr, umso eher bekomme ich Angst, und umso schneller baut sich wieder Stress auf. Gleich erkläre ich dir ja noch mal, wie das mit dem Stress genau funktioniert.
Aber auch Themen rund um das Immunsystem – die chronischen, niedriggradigen, niedrigschwelligen Entzündungen können zunehmen. Es sind diese kleinen, fiesen Entzündungen im Körper, die man erst gar nicht so merkt, die einen aber trotzdem sehr belasten können.
Und dein Herz-Kreislauf-System, dein Muskel-Skelett-System, auch im Stoffwechsel – solche Themen wie Zunahme von Bauchfett, also dem weniger guten Fett in unserem Körper, aber auch Insulinresistenz, also so etwas wie Diabetes Typ 2 und noch ganz viel mehr.
Das kann alles – oder ist häufig alles – Teil von chronischem Stress. Das heißt, ganz, ganz viele Sachen, die du vielleicht nicht möchtest: Probleme mit dem Immunsystem, Probleme mit dem Herz-Kreislauf-System, Konzentrationsschwierigkeiten und so weiter. Die können auf chronischen Stress zurückgeführt werden.
Ganz wichtig ist mir aber auch zu sagen: Das muss nicht. Das kann ganz viele andere Ursachen auch haben. Chronischer Stress ist eine davon und sollte man auf jeden Fall mit bedenken, wenn man sich überlegt, warum man mit bestimmten Dingen so viele Probleme hat. Aber bitte, bitte nicht andere Möglichkeiten dadurch ausschließen. Es kann ja noch ganz viele andere Gründe haben.
Stress ist erst mal etwas Gutes
Also, was passiert denn da überhaupt? Wie kommt man denn zu chronischem Stress?
Dazu ist es wichtig zu sagen, dass Stress erstmal etwas Richtiges, etwas Gutes und etwas unglaublich Wichtiges ist. Schon Fische sind geflüchtet und weggeschwommen. Man sieht sogar bei Bakterien und Ähnlichem, dass sie sich von Gefahrenquellen weg versuchen zu bewegen, soweit sie das können. Man sieht Reptilien flüchten oder sich verstecken, und bei den Säugetieren hat sich das noch weiterentwickelt.
Das sind also alles instinktive, ganz tief verwurzelte Mechanismen in unserem Körper. Und die sind gut, und die sind richtig, und die sind wichtig, denn die haben immer schon unser Überleben gesichert.
Du weißt ja, ich bin ein ganz großer Altsteinzeit-Fan. Und in der Altsteinzeit war diese Möglichkeit, Stress zu bekommen – also dass der Körper mit Stress reagiert – unglaublich wichtig fürs Überleben. Wenn man draußen ist und plötzlich ist da tatsächlich der Säbelzahntiger vor einem, dann – gut, das ist nicht gesagt, dass man das überlebt – aber man erhöht die Chance, das zu überleben, doch ganz eindeutig, wenn man die Möglichkeit hat zu kämpfen, zu flüchten, sich totzustellen oder Ähnliches. Das heißt, nur dadurch wahrscheinlich haben wir überhaupt überlebt.
Wie Stress im Gehirn funktioniert
Und was passiert da im Kopf? Dadurch, dass diese Stressreaktion so unglaublich alt ist, ist sie auch ganz tief in unserem Kopf verschaltet. Das ist nicht so, dass wir etwas sehen, bewusst darüber nachdenken, uns eine Meinung bilden, vielleicht noch irgendwo im Buch nachgucken und dann denken: Ach ja, das könnte ein Säbelzahntiger sein. Bis dahin ist es schon zu spät.
Es gibt ganz viele Sinneseindrücke, die unser Körper und unser Gehirn jeden Tag, jede Minute verarbeitet. Und das sind unter anderem Gerüche, das sind Bilder die wir sehen, das sind Geräusche und so weiter, auch Dinge, die wir auf der Haut spüren, und vieles mehr. Diese Eindrücke, diese Sinneseindrücke, die werden verschaltet im Kopf und laufen durch ein bestimmtes System hindurch, bei dem entschieden wird, ob das Ganze gefährlich ist oder nicht.
Das geht so schnell, dass wir Menschen da überhaupt keine bewusste Entscheidung in dem Moment haben. Danach ja. Danach können wir sagen: Okay, das ist gar nicht so, das ist doch kein Säbelzahntiger, oder das ist doch keine Schlange da in dem Gebüsch, was da raschelt. Das war vielleicht nur eine Amsel. Aber als allererstes schießt unser Stresssystem an, und es muss so schnell sein, damit wir eben so schnell erkennen, dass es ein Säbelzahntiger ist und weglaufen können – oder eine gefährliche Schlange – und weglaufen können oder uns einen Stock packen können und versuchen können, sie von uns fernzuhalten.
Das heißt, es geht nicht um dein Denkvermögen in dem Moment. Das ist eine uralte Reaktion.
Stress in der modernen Welt
Das Interessante ist aber, dass gerade bei uns Menschen diese Reaktion auch ausgelöst werden kann, wenn da keine Schlange im Gebüsch ist oder kein Säbelzahntiger. Du kennst die Geschichten bestimmt: Der Chef, der eine E-Mail schreibt, und man denkt sich: Scheiße. Dein eigener Gedanke an deinen schrecklichen Nachbarn, der dich tyrannisiert, an den du irgendwie fünfmal am Tag denken musst, und jedes Mal schießt dir die Angst oder der Stress in den Körper.
Oder was auch immer da ist – vielleicht deine Schwiegereltern, an die du denkst, von denen du vielleicht auch eine Nachricht bekommst, das Telefon, was klingelt. Wir haben in unserer heutigen Zeit unglaublich viele Dinge, die wir als bedrohlich erfahren können.
Und jetzt sage ich ganz bewusst: können. Denn jeder Mensch hat in seinem System eine andere Einstellung. Es gibt Leute, die die gleichen Dinge, die du erlebst, als überhaupt nicht gefährlich einschätzen und die tiefen entspannt bleiben und die auch keinen Stress empfinden.
Aber wenn du Stress empfindest, dann ist das erstmal okay. Das ist eine normale Reaktion. Die Frage ist nur: Bist du entweder in einer Umgebung, die dir unglaublich viel Stress bereitet? Hast du einen sehr stressigen Job? Hast du ein sehr stressiges familiäres Umfeld?
Und zweitens: Was erfährst du selber als Stress? Wie gesagt, es gibt Leute, die in genau der gleichen Situation sind und die das Gleiche nicht als stressig erfahren. Und da ist aber auch wieder ganz wichtig, dass du dich jetzt bitte nicht irgendwie dafür beschuldigst, dass du das als stressig erfährst. Denn das hat ganz viel mit dem zu tun, was wir in der Vergangenheit erlebt haben.
Warum wir unterschiedlich reagieren
Jemand, der noch nie einen Säbelzahntiger gesehen hat, wird vielleicht – naja gut, Säbelzahntiger, das ist schon sehr eindruckerweckend, die waren verdammt groß, die Viecher – aber sagen wir eine Schlange: Ein Mensch, der irgendwo aufgewachsen ist und noch niemals eine Schlange gesehen hat, noch nie von einer Schlange gehört hat, und da raschelt es im Gebüsch, der wird natürlich nicht direkt denken: Da ist eine Schlange. Der wird sich überhaupt nicht wundern, der denkt vielleicht auch: Ja, da ist ein Vogel. Und es wird keine Stressreaktion auslösen.
Jemand, der aber schon mit einer Schlange zu tun hatte, der vielleicht schon von einer Schlange gebissen wurde, der wird in ganz, ganz vielen Situationen – selbst wenn es gar nicht richtig raschelt – schon die Schlange vermuten und eine Stressreaktion haben.
Wie die Stressreaktion abläuft
Und die Stressreaktion, die läuft immer gleich ab. Erstmal, innerhalb von Millisekunden, schießt das Adrenalin in den Körper, es wird sofort freigegeben. Und daraufhin folgend können wir ganz, ganz viel Kraft haben, ganz viel tun, uns extrem schnell rennen, kämpfen, uns befreien, was auch immer.
Und die Alternative ist, dass wir, wenn wir merken, wir können gar nicht weiter, dass wir uns dann kurzfristig totstellen. Tatsächlich, man nennt das Dissoziieren, und dann kriegt man im besten Falle gar nichts mehr mit. Manche Leute fallen um. Kann passieren, ja, also das aus einer Stressreaktion heraus.
Das heißt, unser Körper ist voll gepumpt mit diesen Botenstoffen. Und kurze Zeit später, innerhalb von ein paar Minuten, springt noch ein zweites System an, und es läuft alles ohne deine aktive Kontrolle ab. Also erstmal die Botenstoffe, das Adrenalin, was freigesetzt wird, und noch ein paar andere, und dann das Cortisol, was freigesetzt wird.
Und dieses Cortisol, das wirkt dann ungefähr eine halbe Stunde lang. Also die wechseln sich ab: Erst kommt das ganz, ganz Schnelle, und danach kommt das Cortisol. Und das Cortisol hat einige verschiedene Wirkungen bei uns im Körper, auch sehr viele sehr wichtige. Zum Beispiel, damit wir morgens aufwachen – dann fängt das Cortisol auch an zu steigen.
Das ist kein gefährlicher Stoff, weder Adrenalin noch Cortisol ist irgendwas Gefährliches, irgendwas Schlechtes.
Warum chronischer Stress so schlimm ist
Aber warum ist dann jetzt chronischer Stress so schlimm? Wenn das doch eine völlig natürliche Sache ist, etwas, was uns das Überleben gesichert hat, etwas, was wir sowieso nicht in dem Moment direkt so ganz krass beeinflussen können. Ja, nach 30 Sekunden können wir anfangen darüber nachzudenken und zu denken: Das war ja doch keine Schlange und so weiter. Aber erstmal läuft das Ganze automatisch ab.
Das Problem ist nicht, dass das ab und an abläuft. Das Problem ist, dass es in unserer heutigen Welt so häufig abläuft und dass wir meistens uns dann nicht bewegen. Denn wir werden diese ganzen Botenstoffe und auch das Cortisol später wieder abgebaut, indem wir uns bewegen. Dafür wird es ja ausgeschüttet: Damit wir uns bewegen, und damit die Wunden, die wir uns dabei zuziehen, gut und schnell heilen, und unser Immunsystem auf diese stressige Situation eingestellt ist, und so weiter.
All diese Systeme, die Probleme kriegen durch den chronischen Stress, die haben alle direkt damit zu tun, wie unser Körper uns eigentlich versucht zu schützen.
Nur, was machen wir? Wir sitzen auf unserem Schreibstuhl oder wir stehen rum und sind nicht am Spazierengehen oder am Rennen oder am Kämpfen oder Ähnliches. Und ganz viel von diesem Stress kann nicht abgebaut werden.
Was Tiere anders machen
Tiere zum Beispiel – insbesondere dann, wenn sie sich totgestellt haben – die fangen an, sich zu schütteln. So richtig zu schütteln. Bei meinem Hund sehe ich das ab und an. Zum Glück nicht im Dauerstress, aber wenn der mal mit einem anderen Hund zu tun hat und das war nicht so eine schöne Begegnung, danach schüttelt der sich so richtig, und dann schüttelt der sich seinen Stress ab.
Aber wann hast du dich denn zum letzten Mal geschüttelt? Oder wann bist du denn zum letzten Mal gerannt, wenn du Stress hattest? Oder wann bist du zum letzten Mal hingegangen und hast einen Boxsack zusammengetroffen, wenn du eine E-Mail vom Chef gekriegt hast, die dir Stress gemacht hat? Vielleicht machst du es regelmäßig – herzlichen Glückwunsch – aber die meisten tun es nicht.
Die Häufigkeit macht's
Und dann ist es die Frequenz. Also wie häufig und über welchen langen Zeitraum diese Stressreaktionen immer wieder kommen. Und wenn ich so an meine Zeit im Business denke, dann war das einfach täglich. Dann kamen da täglich mehrere Sachen rein, die ich als stressig bewertet habe – also mein unterbewusstes System kurzfristig als stressig bewertet hat.
Und je gestresster ich war, umso mehr habe ich auch Dinge als Stress erfahren. Das heißt, das Ganze war wirklich so eine positive Rückkopplung. Je gestresster, umso schlimmer wurde das alles, umso mehr gestresst wurde ich.
Wann wird Stress chronisch?
Und dann ist ein ganz wichtiger Faktor beim Thema chronischer Stress: Inwieweit kann man sich noch wieder gut erholen?
Also so mal eine stressige Woche – weiß ich nicht, man plant seine Hochzeit oder man plant irgendwas anderes, vielleicht sogar was Positives, hat dabei aber unglaublich viel Stress, weil man so viel organisieren und so viel machen muss und ständig Angst hat, dass man irgendwas falsch macht oder dass was kaputtgeht oder so. Dann ist das noch gar nicht so ein Problem. Dann ist die Feier, und dann ist alles vorbei, und man hat vielleicht ausgelassen getanzt und fährt danach drei Tage in Urlaub, und dann ist alles wieder gut.
Aber bei wem ist es denn nur einmal eine Sache, die er organisieren muss, und nicht ein Projekt nach dem anderen – vielleicht noch drei gleichzeitig? Wenn das eine Projekt fertig ist, verlaufen die anderen beiden ja noch weiter und stehen vielleicht gerade in Rot. Das ist leider ganz häufig der Fall.
Und da kommen wir jetzt zu dem Dauerstress. Wenn eine simple Erholung von einem guten, entspannten Wochenende oder einem kurzen Urlaub nicht ausreicht, dass man wieder richtig ausgeruht ist. Wenn ein Projekt ins andere übergeht, ein Stress in den anderen übergeht, eine Angst in die andere übergeht – es muss ja nicht immer etwas mit der Arbeit zu tun haben.
Es kann auch sein, dass man seine Eltern pflegt oder die Schwiegereltern oder wen auch immer, und man unglaublich viel Stress hat durch all die Aufgaben, all die Verantwortungen, die man hat. Oder dass man sich an Wertekonflikten abreibt, dass man immer wieder Dinge machen muss auf der Arbeit oder zu Hause, die man eigentlich gar nicht möchte. Das kann auch die Beziehung zum Partner sein, die nicht gut läuft und bei der man immer wieder in den gleichen Stress reinkommt.
Und dann, dann entsteht chronischer Stress.
Was chronischer Stress mit dem Körper macht
Und dieser chronische Stress ist der, der die ganzen Körpersymptome macht. Und ich gehe sie gerade mit dir nochmal ganz kurz durch, weil ich finde sie unglaublich wichtig, und ich habe mir sie hier tatsächlich mal aufgeschrieben, damit es deutlich wird, was das alles tut.
Also, ich habe ja schon über Gehirn gesprochen: Das Gedächtnis wird schlechter, Konzentration und Entscheidungen werden schlechter. Man wird überaktiver in seinem Angstzentrum, auch bei der Einschätzung, ob etwas gefährlich ist oder nicht, oder worauf man seine Konzentration legen sollte. Die legt man dann eher auf etwas, was unangenehm ist, an Gedanken oder Ähnlichem.
Man wird aber auch infektanfälliger, die Entzündungswerte werden höher. Man bekommt eben mehr von diesen chronischen, kleineren Entzündungen, die sich aber immer weiter ausbreiten können.
Der Blutdruck kann hochgehen, man bekommt ein erhöhtes Herzinfarktrisiko, und auch in den kleinen Adern kann man Probleme kriegen. Das geht jetzt zu weit, das im Detail zu erklären, aber die Wände der Adern, der kleinen Arteriolen, die können schlechter werden, und dadurch kann die gesamte Blutversorgung am Ende schlechter werden.
Man bekommt chronische Verspannungen, gerade so im Nacken, im Schulter-, im Rückenbereich. Man kann psychosozialen Stress dadurch eben stärker erfahren. Und gerade so im Nackenbereich – also die Nackenschmerzen müssen nicht immer durch schlechte Ergonomie kommen. Das kann auch ein Problem sein eben mit dem chronischen Stress.
Und ansonsten so etwas wie Insulinresistenzen, also Richtung Diabetes Typ 2, aber auch Zunahme von eben diesem schlechteren Fett, was man im Bauchraum, dem viszeralen Fett, finden kann.
Ganz, ganz viele Themen, die zu Problemen führen können.
Die Frage des Tages
Und ja, ich hoffe, ich habe dir das Thema chronischen Stress ein bisschen deutlich machen können, dich damit inspirieren können, dich damit auseinanderzusetzen.
Und dann kommt natürlich die Frage des Tages, nämlich: Woran merkst du bei dir selber, dass du gerade erhöhten Stress hast, sage ich mal? Oder – wie stellst du bei dir fest, dass der Stress schon chronisch geworden ist? Das ist natürlich eine weiterführende Frage, die etwas abstrakter ist.
Einfacher ist die Frage: Woran merkst du, dass du jetzt gerade gestresst bist und dass du vielleicht auch nicht so gut entspannen kannst, dass dein Schlaf schlechter wird und so weiter?
Ausblick
Ja, wenn du Sachen gefunden hast bei dir, dann würde ich sagen, die nächsten Wochen geht es wieder um Themen, wie man dem entgegenwirken kann. Also was kann man dann da eigentlich machen? Was gibt es für Möglichkeiten?
Eine ist auf jeden Fall die Übung von gestern, nämlich die Salamander-Übung, bei der man seine Vigilanz, also seine Wächterfunktion, etwas beruhigen kann, die Nackenmuskeln etwas beruhigen kann, die auch ganz schnell und einfach geht und die auf jeden Fall einem chronisch gestressten System eine Unterstützung bieten kann. Inwieweit sie bei dir spezifisch wirkt, kann man natürlich nie sagen, aber sie ist ganz gut untersucht, und es gibt wirklich tolle positive Ergebnisse davon.
Ich wünsche dir einen wundervollen Tag. Mach's gut!
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Dieser Podcast ist ein virtueller Spaziergang und dient ausschließlich der Information und Inspiration. Die Inhalte stellen keine Psychotherapie, kein Coaching und keine professionelle Beratung dar und ersetzen diese auch nicht. Alle hier formulierten Aussagen sind wissenschaftlich recherchiert. Die entsprechenden Referenzen und Quellen findest du im Anhang der Show Notes zu dieser Folge. Ich übernehme keine Verantwortung für die Richtigkeit der wissenschaftlichen Aussagen oder deren Anwendung. Die Inhalte dieses Podcasts sind nicht als Anleitung zu verstehen, etwas Bestimmtes zu tun, sondern dienen rein der Inspiration und Anregung zum Nachdenken. Bei gesundheitlichen oder psychischen Problemen wende dich bitte an entsprechende Fachkräfte oder Beratungsstellen.