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Ein Schritt nach vorn, ein Foto. Noch ein Schritt, noch ein Foto. Und dann, dreißig, vierzig, hundert Fotos später, entsteht daraus ein Fluss aus Bildern, in dem sich Kirchtürme drehen, Fassaden vorbeiwirbeln und ganze Städte in wenigen Sekunden an einem vorbeirauschen. Der Schnitt? Ist da. Man sieht ihn nur nicht.
Im Credit to the Edit Podcast geht es diesmal um genau diese Kunst des Unsichtbaren: den seamless flow, das Verstecken der Schnittkante, die Montage als reine Bewegung. Zu Gast ist Andras Ra, den seine Community im Netz auch "Hyperlapse King" nennt. Er erklärt, wie ein Hyperlapse eigentlich funktioniert (kurz: Zeitraffer auf Steroiden, bei dem sich nicht nur die Zeit, sondern auch der Raum bewegt), warum jeder einzelne Frame in der Post stabilisiert werden muss und wie er mit Google Street View seine Drehwege plant, bevor er überhaupt am Zielort ankommt.
Es geht um Musik, die immer vor dem ersten Foto feststeht, um die Frage, worauf der Blick gerade fokussiert, kurz bevor geschnitten wird, und um den kleinen, feinen Unterschied zwischen einem Hyperlapse und einem inszenierten Hyperlapse, der gesehen werden will. Nebenbei verrät Andras, warum Touristen sein größtes Problem sind, wie ihm KI heute als Ideenzulieferer für Übergänge dient und weshalb ihm der Schnitt daheim, mit heruntergelassenen Rollos, immer noch lieber ist als das Reisen selbst.
Andras Ra kommt ursprünglich aus Ungarn und lebt in München. Er hat einen Bachelor in Film und Fernsehen mit Schwerpunkt Schnitt, arbeitet als Freelancer für Marken wie Adobe, DJI, Insta360 und Beautiful Destinations und ist zertifizierter Adobe Video Editor. Was mit Call-of-Duty-Montagen auf YouTube begann, ist heute eine sehr eigene Nische zwischen Editing Suite, Gimbal und 360-Grad-Drohne.
Eine Folge über Planung, Kontrollverlust an den passenden Stellen, das Handwerk dahinter und die Frage, ob man aus der eigenen Schublade eigentlich wieder herauskommen möchte, wenn sie so gut läuft. Reinhören lohnt sich, auch wenn man dabei die Schnitte partout nicht zählen kann.
"Ich würde meinen Style als seamless flow bezeichnen."
Timeline-Shortcuts
00:00 Anmoderation 02:14 Gesprächsstart / Was ist ein Hyperlapse? 04:25 Planung und Aufnahmetechnik am Set 10:57 Schnitt, Musik und KI als Inspiration 20:46 Style, Nische und der unsichtbare Schnitt 29:23 Editor mit Leib und Seele 34:22 Kategorien 47:36 Blick in die Zukunft 50:45 Abmoderation
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Ein Motorrad, 48 Grad an der bulgarisch-türkischen Grenze, vier Kameras und die leise Frage im Hinterkopf: Was passiert eigentlich, wenn ich mich selbst zum Protagonisten meiner eigenen Geschichte mache? Und wichtiger noch: Was passiert, wenn diese Geschichte einen Sponsor hat, der Klicks sehen will?
Im Credit to the Edit Podcast ist heute Lucas Bardic zu Gast, und was als Gespräch über YouTube-Schnitt beginnt, wird schnell zu einer sehr ehrlichen Bestandsaufnahme des Creator-Daseins. Lucas erzählt, wie er als Kind mit gecrackter Schnittsoftware anfing, über Gaming- und Motorsport-Videos in die Motorrad-Nische rutschte und dort etwas machte, was vorher kaum jemand gemacht hatte: Er erzählte Geschichten.
Und es geht um die Kehrseite dieser Rechnung. Um den Punkt, an dem Social Media anfängt, immer extremere Reisen zu belohnen, an dem Sponsoren fragen, warum das letzte Video "nur" 500.000 Views hatte, und an dem man plötzlich diskutiert, ob man eine Reise abbricht oder durchzieht, weil der Filmtitel sonst nicht funktioniert.
Lucas Bardic arbeitet als Editor unter anderem für Simplicissimus in Amsterdam und unterstützt Creator wie Roofless Cat bei der Montage ihrer Formate. Er hat an Produktionen mitgewirkt, die für den Deutschen Fernsehpreis und die Rose d'Or nominiert waren, den DAfFNE Award 2025 gewannen und bei den New York Festivals TV & Film Awards 2025 mit Gold ausgezeichnet wurden. Auf seinem eigenen Kanal verbindet er Videoproduktion mit Abenteuerlust und war für Marken wie Honda unterwegs.
Eine Folge über Schnitt, Storytelling, den Preis der Reichweite und die Frage, wie man sich selbst treu bleibt, wenn der Algorithmus etwas anderes will. Reinhören lohnt.
Timeline-Shortcuts
00:00 Anmoderation 02:56 Gesprächsstart / Schneiden oder Motorradfahren? 03:38 Vita: Vom My-Video-Kid zum Motorrad-Creator 09:02 Storytelling auf Tour: Konflikt, Mission, Grenzen 21:02 Abschied vom Motorrad-Kanal und Four Tracks 30:40 Creator zwischen Kunst und Business 38:05 Kategorien 47:14 Film-Editor, Video-Editor oder egal? 53:39 Abmoderation
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Es gibt Menschen, die schneiden Filme. Und es gibt Menschen, die dafür sorgen, dass die, die Filme schneiden, dafür auch gehört und gewürdigt werden. Silke Spahr gehört zur zweiten Sorte. Und wenn man ihr eine Stunde zuhört, versteht man, warum sie einen Sendervertreter dazu bringen kann, in der Rauchpause plötzlich zu verraten, wo seine roten Linien wirklich liegen.
Der Credit to the Edit Podcast hat diesmal die Geschäftsstelle des Bundesverbands Filmschnitt (BFS) in Berlin besucht, und mit Silke Spahr darüber gesprochen, was so ein Verband eigentlich den ganzen Tag macht. Es geht um Verhandlungen mit ARD, ZDF, RTL, ProSieben, Amazon und Netflix, um jene kleinen Nachzahlungen, die plötzlich auf dem Konto landen, wenn ein Cobra-11-Format zum zwanzigsten Mal ins Ausland verkauft wird, und um die grundsätzliche Frage, wie man als einzelne Person überhaupt einem Sender gegenübertritt, ohne unterzugehen.
Es geht aber auch um globale Themen: um das Zuhören, um Supervision, um Ohnmacht in Verhandlungen und darum, wo die Energie herkommt, wenn man seit fast zehn Jahren zwischen den Fronten sitzt. Und um eine Zukunftsfrage, die im Gespräch immer lauter wird: Wo hört Filmschnitt eigentlich auf? Gehören die Leute, die Twitch-Streams schneiden, TikTok-Creator:innen, YouTube-Cutter:innen nicht längst dazu? Der Fall Papaplatte und sein Cutter Pamabu hallt hier noch nach.
zu Gast
Silke Spahr ist seit dem 1. Januar 2016 Geschäftsführerin des BFS. Als Juristin hat sie zuvor über zehn Jahre lang die ARD-Vertriebstochter german united distributors geleitet und internationale Koproduktionen mitverantwortet. Nach einer Ausbildung zur Supervisorin und Organisationsentwicklerin beriet sie Vertriebs- und Produktionsunternehmen strategisch, unter anderem als Interimsgeschäftsführerin des Progress-Filmverleihs. Heute vertritt sie den BFS im Verwaltungsrat der VG Bild-Kunst, im Beirat der Künstlersozialkasse, bei der bagsv und in der Urheber-Allianz.
Eine Folge über das, was passiert, bevor der Schnitt beginnt, und lange nachdem der Film abgenommen ist. Wer schon immer wissen wollte, warum plötzlich 200 Euro von RTL auf dem Konto liegen, oder wer sich fragt, ob ein Verband für einen selbst überhaupt der richtige Ort ist, sollte reinhören.
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00:00 Anmoderation 02:20 Gesprächsstart / Rundgang durch die Geschäftsstelle 05:29 Was macht der BFS? 07:11 Verhandlungen mit Sendern und Folgevergütungen 13:56 Silke Spahr Werdegang 18:59 Wie wir zum BFS gekommen sind 23:57 Wen erreicht der Verband? Cutter, Creator, YouTube 37:24 Energie, Ohnmacht und Supervision 46:52 Kategorien 54:35 Abmoderation
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Es gibt diesen Moment im Schneideraum, in dem man merkt: Das Material hat schon eine Meinung. Kamera, Regie, Drehbuch, tausend Menschen haben mitgedacht, bevor die erste Klappe fiel. Und dann sitzt man davor und soll den Studierenden erklären, was Montage eigentlich ist. Beatrice Babin hat für sich einen anderen Weg entschieden: nicht fertige Szenen sezieren, sondern die Studierenden selbst drehen lassen. Kleines iPhone, kleine Crew, große Frage: Wie erzählt man das eigentlich?
Zu Gast im Podcast ist Beatrice Babin, die sich mit Michael Palm die Professur für Montage an der HFF München teilt. Sie spricht über den Impuls, den ihr ein Montagekongress 2020 gegeben hat, über die Lust, Studierende ins Ausprobieren zu schubsen, und darüber, warum das "Wie" fast immer wichtiger ist als das "Was". Es geht um die Schule des Sehens, um das Wippen am Stehtisch, um Empathie als Handwerkszeug und um Humor als Überlebensstrategie im Schneideraum.
Zwischendurch bekommt man eine Anekdote geschenkt, für die dieser Podcast eigentlich gemacht wurde: wie eine junge Studentin aus einer Telefonzelle südlich von Rom monatelang bei Federico Fellini anrief, und am Ende tatsächlich ein Interview bekam.
Beatrice Babin hat in München Philosophie und Filmwissenschaft studiert und 1990 ihre Magisterarbeit über die Clownfigur bei Fellini geschrieben. Nach längeren Aufenthalten in New York, Rom, Brasilien und Afrika, wo sie als Theaterdramaturgin und Fotografin arbeitete, kam sie über die Videokunst zur Montage. Sie hat unter anderem mit Emily Atef, Volker Koepp, Wael Shawky, Wim Wenders und Markus Imhoof gearbeitet, dessen "Eldorado" 2018 als Schweizer Beitrag für den Auslandsoscar eingereicht wurde. Seit 2019 hat sie zusammen mit Michael Palm die Professur für Montage an der HFF München inne. 2027 startet dort ein neuer Studiengang Filmmontage mit Bachelor und Master.
Wer wissen will, warum sechs Studierende genau die richtige Zahl sind, warum man beim Schneiden besser mitwippt und wie man Fellini am Telefon austrickst: reinhören lohnt sich.
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00:00 Anmoderation 02:22 Gesprächsstart / Wie unterrichtet man Montage? 05:58 Selber drehen statt fertiges Material schneiden 10:34 Schule des Sehens und Arbeitsbedingungen 18:08 Wer kann Montage lernen? 21:34 Kategorien 23:12 Die Fellini-Anekdote 30:19 Was Beatrice von den Studierenden lernt 35:07 Abmoderation
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Berlin, vierter Stock, Deutsche Kinemathek. Zwischen einem Steenbeck und einer Umrolle steht eine Person, die sich beruflich mit etwas beschäftigt, das die meisten Filmschaffenden lieber verdrängen: dem Älterwerden ihrer Arbeit. Dem Verblassen der Farben, dem Essiggeruch zersetzter Acetatfilme, den fehlenden Bildern, den verlorenen Fassungen. Und der unbequemen Frage, was eigentlich das "Original" eines Films ist, wenn es nie nur eine Version gab.
In der aktuellen Folge geht es im Credit to the Edit Podcast um Filmrestaurierung als Schwesterdisziplin der Montage. Julia Wallmüller erzählt, wie ihr Team Filme von der Stummfilmzeit bis in die 2000er für die digitale Welt rettet, warum jede Restaurierung im Grunde eine zweite Schnittentscheidung ist, und wie sie aktuell an "Jenseits der Straße" (1929) arbeitet, mit zwei sehr unterschiedlichen Ausgangsmaterialien, einem italienischen Duplikatnegativ und einer russischen Kopie, die im Anfang anders aufgebaut ist.
Es geht um Vinegar Syndrome, um den Brand im brasilianischen Filmarchiv, und um die ernüchternde Erkenntnis, dass weltweit nur rund 20 Prozent der Stummfilmproduktionen überhaupt erhalten sind. Daneben: ein Plädoyer für analoge Ausbelichtung, ein kurzer Schwenk zum Nitrate Picture Show Festival im George Eastman Museum in Rochester, und die Frage, wie man eigentlich digitale Daten so archiviert, dass sie in fünfzig Jahren noch existieren.
zu Gast
Julia Wallmüller wurde in Graz geboren und ist diplomierte Filmrestauratorin, ein Beruf, zu dem sie über das Interesse an der Restaurierung selbst kam, nicht über den Film, und für den sie damals aus Österreich nach Berlin zog, weil sie hier im deutschsprachigen Raum die einzige Studienmöglichkeit fand, und zwar an der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW Berlin) den Studiengang "Konservierung/Restaurierung von Foto, Film und Datenträgern", heute "Konservierung/Restaurierung von audiovisuellem und fotografischem Kulturgut - Moderne Medien (AVF)". Seit Abschluss ihres Studiums 2006 arbeitete sie in zahlreichen praktischen, theoretischen und akademischen Projekten im Bereich der digitalen Filmrestaurierung, mit einem besonderen Schwerpunkt auf ethischen und ästhetischen Fragestellungen. Seit 2010 arbeitet sie im Filmarchiv der Deutschen Kinemathek und leitet das Restauratorenteam für das Förderprogramm Filmerbe, ein vom Bund, den Ländern und der Filmförderungsanstalt finanziertes Digitalisierungsprojekt.
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00:00 Anmoderation 00:30 Gesprächsstart / Studium der Filmrestaurierung 06:15 Was macht die Deutsche Kinemathek? 08:37 Vom Förderantrag zur Materialrecherche 13:13 Fassungsfragen und Restaurierungsethik 23:38 Digitalisierung, Nitrofilm und Bildraten 27:43 Praxisbeispiel: Jenseits der Straße 44:00 Kategorien: Tipps am Schneidetisch & Lieblingsbegriffe 49:42 Aktuelle Projekte und Festival Film Restored 53:46 Abmoderation
Weiterführende Infos Filme
Wer schon einmal eine Übertragung der Berliner Philharmoniker im Stream geguckt hat, hat wahrscheinlich gar nicht bemerkt, dass da jemand in einer Regie sitzt und im Sekundentakt entscheidet, was zu sehen ist. Erste Geige? Pauke? Dirigent? Halbtotale? Der Mann hinter diesen Entscheidungen liest dabei nicht den Spielplan, sondern die Partitur.
Heute geht es im Credit to the Edit Podcast um eine Variante des Schneidens, die in Echtzeit passiert: Live-Bildregie bei klassischen Konzerten. Zu Gast ist Sascha Etezazi, der für den WDR und andere Sender Konzerte als Streams und Filme begleitet. Sascha erzählt, wie er Wochen vor einem Konzert mit der Partitur "ins Bett" geht, wie er aus jedem Takt eine Bildidee macht und warum sein Job am Ende vor allem eines verlangt: Vertrauen. Vertrauen vom Bildmischer, der seine Anweisungen sekundengenau umsetzen kann. Vertrauen vom Orchester, das sich nicht ungerecht ins Bild gesetzt sehen will. Und Vertrauen ins eigene Bauchgefühl, wenn der Dirigent plötzlich vom Plan abweicht.
Sascha Etezazi ist Tonmeister, Klangregisseur und Komponist. Er studierte Tonmeister am Erich-Thienhaus-Institut der Hochschule für Musik Detmold bei Bernhard Güttler und Komposition an der Robert-Schumann-Hochschule Düsseldorf bei Oliver Schneller. Seine Arbeit bewegt sich zwischen CD- und Radioproduktion, Bildregie, Klangregie und eigener Komposition für Konzert und Klanginstallation. Als Video Recording Producer gestaltet er seit Jahren die Bildregie der Klangkörper des WDR und ihrer internationalen Gäste; als Klangregisseur ist er regelmäßig bei den Darmstädter Ferienkursen, den Donaueschinger Musiktagen und Podium Esslingen aktiv. Aktuell beschäftigt er sich verstärkt mit der musikalischen Erkundung virtueller Umgebungen und mit den künstlerischen Mechanismen der Digitalität.
Eine Folge über das Schneiden ohne Schnitt-Taste, über die Dramaturgie eines Konzertabends als Filmgrammatik und über den einen Konzertschnitt, der gegen die Maus verloren hat.
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00:06 Anmoderation 01:55 Gesprächsstart / Was machst du als Video Recording Producer? 06:18 Vorbereitung & Partitur: Wochen vor dem Konzert 14:20 Dramaturgie der Bilder: Mikro, Makro, Dirigent als Anker 24:30 Zeitdruck, Vertrauen & Konflikte am Bildmischer 36:00 Schnittschau & Tipps: Karajan, Sokolov, Messiaen 46:25 Kategorien: Anekdote & Liebling der Woche 52:58 Abmoderation
Weiterführende Links
Stell dir vor, du bist Regie, Kamera, Ton, Schnitt, Marketing-Abteilung und Buchhaltung in Personalunion. Während viele Editor:innen im Schneideraum auf das Material warten, das andere gedreht haben, fängt für Videograf:innen die Arbeit schon beim ersten Händeschütteln mit der Kundschaft an. Doch wie behält man den Überblick, wenn man die gesamte Pipeline allein stemmen muss?
Heute geht es im "Credit to the Edit Podcast" um die Welt der Videografie. Wir werfen einen Blick hinter die Kulissen eines Arbeitsmodells, das radikale Flexibilität verlangt: Vom Recruiting-Film über Event-Dokus bis hin zu Social-Media-Hooks, die in den ersten drei Sekunden sitzen müssen. Wir besprechen, warum es ein riesiger Vorteil sein kann, den Schnitt schon beim Dreh im Kopf zu haben, und warum Zuverlässigkeit manchmal das wichtigste Marketing-Tool überhaupt ist.
zu Gast Laura Grocholl ist eine in Köln tätige Videografin und Videoproduzentin. Sie absolvierte am SAE Institute Köln ein praxisorientiertes Studium im Bereich Digital Film (bzw. Digital Film Making) & VFX und schloss dieses 2016 mit einem Bachelor of Arts ab. Seit 2015 arbeitet Grocholl selbstständig und realisiert Videoproduktionen vor allem im B2B-Umfeld.
Lust auf einen Einblick in die Welt einer "One-Woman-Show"? Dann ist diese Folge genau richtig für dich.
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00:14 Anmoderation 02:53 Gesprächsstart / „Was ist Videografie eigentlich?" 04:14 Recruiting, Event, Social und Testimonials 11:38 One-Woman-Show 23:42 Schnittgeschwindigkeit 26:29 Sichtbarkeit: Website und der USP als Klammer 40:39 „Wir können alles schneiden" 42:47 Anekdote & Abmoderation
Weiterführende LinksManchmal reicht ein einziger Schnitt, und plötzlich wird aus dem Wirtschaftsfilm eine kleine Sketch-Comedy. In dieser Folge geht es im Credit to the Edit Podcast um genau diesen Moment: wenn ein Imagefilm mal nicht nach "Drohnenflug über das Firmengelände" klingt, sondern nach Menschen mit Geschichten.
Im Gespräch wird der Imagefilm als Genre ernst genommen und gleichzeitig entmystifiziert. Was macht einen schlecht geschnittenen Imagefilm aus? Für Fabian ist das ziemlich klar: Einer, der keine Story und keine Emotion vermittelt, sondern bloß Fakten abspult. Von dort aus geht's tief rein in die Praxis: Mal über Humor und Selbstironie, mal über Rhythmus und Musik, mal über Struktur. Und zwischendrin wird deutlich: Imagefilm-Montage ist nicht „leichter" als andere Genres, sondern nur anders. Oft sogar gnadenlos anders, weil der Witz sitzen muss, sonst fällt das ganze Konstrukt in sich zusammen.
Wer wissen will, wie man aus O-Tönen erst eine belastbare Tonspur baut (inklusive Abnahme-Schleife), warum Shortcuts kreatives Denken freiräumen und weshalb ein Satz wie „Das verspielt sich" im Schneideraum Gold wert sein kann: Dann ist diese Folge ist euer Play-Button.
Zu GastFabian Prager hat sein Handwerk klassisch gelernt: Von 2007 bis 2010 absolvierte er bei der ProSiebenSat.1 Produktion eine Ausbildung zum Mediengestalter Bild & Ton. Danach ging's Richtung Unternehmertum, bis klar wurde: Das Administrative ist nicht sein Spielfeld. Stattdessen zog es ihn in den Schneideraum: Als Video-Editor war er über mehrere Jahre bei der Bavaria Communications (heute in Bavaria Entertainment aufgegangen) tätig und merkte dabei, dass ihm der Schnitt fremden Materials mehr liegt als die ursprünglich anvisierte Regie. Nach einem kurzen Ausflug in den TV-Schnitt arbeitet er seit Dezember 2021 als festangestellter Senior Video Editor bei Al Dente Entertainment im Corporate-Film-Bereich, wo er u.a. Imagefilmen Rhythmus verleiht.
Timeline-Shortcuts 00:06 Anmoderation 02:06 Gesprächsstart 04:26 Was ist ein schlecht geschnittener Imagefilm? 10:29 Menschlichkeit, Humor, Selbstironie – und der „nackte Mann" als Konzept 22:49 Konzept schlägt Produkt: Der „Menschen-Film" & die Reaktions-Montage 34:29 Workflow im Schnitt: O-Ton-Abnahme → Musik → Bilder 42:25 Kategorien 52:44 Abmoderation Weiterführende Links Fabian PragerWas passiert, wenn eine einfache Ja-oder-Nein-Frage auf 128 Menschen, 30 Mikrofone und eine virtuelle Welt trifft? Und wie erzählt man daraus eine spannungsgeladene Show, die gleichzeitig Quiz und Reality ist?
In dieser Folge des "Credit to the Edit Podcast" geht es um genau diese Grenzfrage, erzählerisch wie montagetechnisch.
Im Mittelpunkt steht die neue Original-Show "Yes or No Games" (zu sehen ab dem 16. Januar 2026 bei Prime Video): ein Format, das klassische Quizmechaniken mit Reality-Elementen und Virtual Production verbindet. Gemeinsam mit den Gästen wird diskutiert, wie Spannung entsteht, wenn hunderte Erzählfäden gleichzeitig entstehen, und wie der Schnitt aus riesengroßen Menge an Material klare Dramaturgie formt. Es geht um Materialaneignung dutzender Tonspuren, um die Frage, wann O-Töne die Spannung erhöhen oder verhindern, und um das ständige Austarieren von Live-Gefühl und erzählerischem Flow.
Dabei wird schnell klar: Diese Show entsteht nicht erst im Schneideraum. Dramaturgische Entscheidungen werden bereits im Development getroffen: durch Musik, durch Set-Design, durch das immer wiederholte Durchgehen der Show in zahllosen Teammeetings, also eben durch die bewusste Reduktion von Möglichkeiten. Und der Schnitt wird dann zur archäologischen Arbeit: Dialoge freilegen, Figuren finden, Inseln bauen, ohne den Flow des Quiz zu brechen.
Daher sprechen wir mit zwei zentralen Stimmen der Produktion: der Senior Producerin Anna Eva Heymer und dem Head-Cutter Daniel Quack die zusammen Einblicke geben, wie eng Redaktion, Regie, Producing und Montage bei diesem Format verzahnt waren. Und warum man manchmal erst im Schnitt versteht, was man eigentlich gedreht hat.
Zu Gast
Anna Eva Heymer ist Senior Producerin bei ITV Studios Germany und verantwortet diverse Show- und Reality-Formate für Streamingplatformen und (klassisches) TV. Mit einem starken Fokus auf Dramaturgie und Formatentwicklung begleitet sie Projekte von der ersten Idee bis in die Postproduktion. Zu den Formaten, an denen sie maßgeblich beteiligt war, zählen Licht aus (2024, Prime Video), Song Clash (2023, VOX), Dance Dance Dance (2016/2017, RTL) und Let's Love – Eine Hütte voller Liebe (2021, RTL Zwei).
Daniel Quack arbeitet seit vielen Jahren als Filmeditor im Reality- und Showbereich. Seine besondere Expertise liegt in der Strukturierung extrem komplexer Produktionen. Zu den Formaten, die er geschnitten hat, zählen Licht aus (2024, Prime Video), Good Luck Guys (Staffel 1 & 2, 2023 / 2024, Joyn) und Let's Love - Eine Hütte voller Liebe (2021, RTL Zwei) sowie Der Promihof (2025, RTL/TV-Ausstrahlung).
Reinhören! Warum?
Weil diese Folge zeigt, wie moderne Unterhaltung erzählt wird, nämlich im Wechselspiel von Technik, Intuition und klaren Entscheidungen. Und weil sie eine seltene Innenansicht bietet, wie Schnitt bei großen, komplexen Showformaten wirklich entscheidend ist.
Timeline-Shortcuts
00:14 Anmoderation 03:18 Was ist „Yes or No Games"? Quiz trifft Reality 08:21 Development: Skripte schreiben für die Realität 15:15 Die Tonspur-Archäologie: Wenn man hört, aber nicht sieht 23:05 O-Töne vs. Live-Atmosphäre: Was den Fluss stört 33:04 Der Cube: Schnitt und Virtual Production 46:45 Der wichtigste Tipp: Sichten, sichten, sichten! 52:03 Kategorien: Das Schnitt-Quiz 64:18 Abmoderation
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Format
Kann man Montage unterrichten? Kann man Intuition und Kreativität in einem Seminarraum weitergeben? Oder ist der Schneideraum ein mystischer Ort, dessen Gesetze man nur durch jahrelanges, einsames Schneiden erlernt? Diese Fragen sind so alt wie die Filmschulen selbst. Doch wenn jemand vom Schauspiel vor die Kamera stolpert, um dann dahinter seine wahre Berufung zu finden, lohnt es sich, genau zuzuhören.
Heute geht es im „Credit to the Edit Podcast" um genau diesen Spagat zwischen Theorie und Praxis. Wir sprechen darüber, wie man Studierenden die Angst vor dem leeren Timeline-Fenster nimmt und warum das Drehbuch manchmal nur eine höfliche Empfehlung ist.
Zu Gast ist der Filmeditor Kaya Inan, der nicht nur preisgekrönte Filme montiert, sondern sein Wissen auch u.a. an der Filmakademie Baden-Württemberg weitergibt. Dabei geht es weniger um den erhobenen Zeigefinger, als vielmehr um das „Hosen runterlassen": Kaya berichtet entwaffnend ehrlich, warum er seinen Studierenden auch mal seine misslungenen Rohschnitt-Fassungen zeigt und weshalb ein „Safe Space" im Schneideraum wichtiger ist als jedes Tastaturkürzel.
Kaya Inans Weg zur Montage war dabei alles andere als geradlinig. Ursprünglich wollte er Schauspieler werden und landete über ein Casting in einer Gratiszeitung sogar in einem Kinofilm. Doch am Set faszinierte ihn nicht das Rampenlicht, sondern das, was danach passierte. Der Besuch im Schneideraum wurde zur Initialzündung. Heute vermittelt er genau diese Faszination in Seminaren.
Zu Gast
Kaya Inan, 1983 im schweizerischen Muri als Sohn türkischer Gastarbeiter geboren, ist ein vielfach ausgezeichneter Filmeditor, der zwischen Schweiz und Deutschland arbeitet. Über ein Streetcasting landete er als Neunzehnjähriger zunächst als Schauspieler in der Schweizer Komödie „Achtung, fertig, Charlie!", entdeckte dort aber seine Leidenschaft für den Schnitt und studierte von 2006 bis 2011 Montage an der Filmakademie Baden-Württemberg, inklusive eines Auslandsjahres an der Ryerson University in Toronto. Heute montiert Kaya Spiel- und Dokumentarfilme wie „Above and Below", „Cahier Africain", „In den Gängen", „Wanda, mein Wunder", „Papa Moll und die Entführung des fliegenden Hundes" oder die Serie „Hausen" und wurde u. a. zweimal mit dem Schweizer Filmpreis für die beste Montage sowie dem Bild-Kunst Schnitt Preis ausgezeichnet. Er ist Mitglied der Schweizer, der Deutschen und der Europäischen Filmakademie und gibt seine Erfahrung als Lehrender an Filmhochschulen wie der Filmakademie Baden-Württemberg und der Zürcher Hochschule der Künste weiter, wo er mit Seminaren zu szenischer und musikalischer Montage die nächste Generation von Filmeditor:innen begleitet.
Hört rein, wenn ihr wissen wollt, warum man Filme manchmal am besten lernt, wenn man sie komplett neu erfindet – und warum selbst erfahrene Editoren manchmal nicht weiterwissen (und das völlig okay ist).
Timeline-Shortcuts
00:00 Anmoderation 03:20 Kann man Montage lehren? 05:55 Vom Schauspieler zum Editor: Kayas Werdegang 15:34 „Entschleunigung": Die Kunst des Sichtens 18:40 Dozent oder Editor? Über Ehrlichkeit im Unterricht 28:00 In die Figur hineinversetzen: Empathie als Schnittwerkzeug 38:30 Musikalische Montage & „Above and Below" 43:10 Seminar „Reinventing the Scene": Das Drehbuch als Option 52:56 Kategorien feat. Liv, Jolle, Revan und Viola ❤️ 01:05:41 Abmoderation
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