
Sign up to save your podcasts
Or


Title: #147 - Die besten KI-Modelle der Welt — und ihr dürft sie nicht haben (Teil 1)
Stell dir vor, du kaufst das beste Werkzeug der Welt, du hast es drei Tage in der Hand, es funktioniert, es ist genial — und dann kommt ein Brief. Nicht vom Baumarkt. Von einer Regierung, die du nicht mal gewählt hast. Und der Brief sagt: Du darfst es ab jetzt nicht mehr nutzen. Du nicht, und der Rest der Welt auch nicht. Genau das ist im Juni 2026 mit zwei der leistungsfähigsten KI-Modelle aller Zeiten passiert — und genau das passiert jetzt nochmal.
📍 Worum es heute geht: Am 9. Juni hat Anthropic Claude Fable 5 und Claude Mythos 5 veröffentlicht — wahrscheinlich die besten Modelle der Welt. Drei Tage später, am 12. Juni, hat das US-Handelsministerium sie weltweit abgezogen, mit einem Gesetz, das ursprünglich für Waffenexporte geschrieben wurde. Und am 27. Juni dasselbe Spiel mit GPT-5.6. Model Access ist jetzt wie Chip-Export. Und wer steht auf der Warteliste? Wir Europäer. Teil 1 ist die Timeline und die Geopolitik — was es heißt, wenn DACH-Firmen die neuesten Modelle nicht mehr kriegen dürfen.
⚙️ Markus und die drei Stunden. Markus, CTO bei einem Münchner Maschinenbauer, 400–500 Leute, Präzisionsteile für die Auto-Industrie. Er hat über Monate seinen Dokumenten-Workflow mit KI aufgebaut — technische Zeichnungen prüfen, Kundenspecs schreiben, Lieferantenanfragen vorfertigen. Dann kam Fable 5 am 9. Juni und arbeitete nicht drei Minuten durch, sondern drei Stunden. Agent-Loops, voll lange durchgezogen, endgeile Qualität. Am Montag dachte er: Das zeige ich am Freitag dem Team. Am Freitag, dem 12. Juni, öffnet er den Laptop — und Fable 5 ist weg. Für ihn und für den Rest der Welt.
📜 Der Brief um 17:21 Uhr. Anthropic gab Mythos 5 zuerst nur an rund 200 Firmen weltweit. Dann schrieb Howard Lutnick vom US-Handelsministerium eine E-Mail an Anthropic: Fable 5 und Mythos 5 dürfen an keinen ausländischen Staatsbürger irgendwo auf der Welt mehr zugänglich gemacht werden. Frist: eine Stunde. Die Rechtsgrundlage: der Export Control Reform Act — ein Gesetz, das es erlaubt, zivile Technologien mit militärischem Potenzial zu klassifizieren und zu beschränken. Weil Anthropic Nationalitäten gar nicht verifizieren kann (kein Reisepass beim Claude-Account), mussten beide Modelle weltweit abgeschaltet werden — auch für US-Kunden.
🔓 Amazon, der Jailbreak und Andy Jassy. Wer hat herausgefunden, dass man die Modelle knacken kann? Amazon-Ingenieure — per „Defense Oriented Prompting", einer Methode, um die Sicherheitsfilter zu umgehen (das klassische „ich dreh einen Tarantino-Film mit einer Bomben-Szene"-Prinzip). CEO Andy Jassy ging direkt zur Regierung. Das Verrückte: Amazon baut keine eigenen Modelle und hält rund 10–15 % an Anthropic. Es ist, als würdest du dir eine Wohnung im Haus kaufen — und dann Baustopp für alle rufen. Danach wurde die NSA konsultiert, das Modell zu militärischem Gut erklärt, exportkontrolliert.
🌍 Trump, G7 und der größte Vorstands-Albtraum. Jahrelang habe ich CEOs gesagt: Deine Konkurrenten bei JP Morgan nutzen Claude, Santander nutzt Claude — du musst auch. Und immer kam dieser eine clevere CEO: „Ja, aber eines Tages schalten sie es ab." Ich sagte: Nein, KI ist demokratisch. Genau dieser Albtraum ist jetzt eingetreten. Beim Axios-Interview am 19. Juni gefragt, wann die Modelle zurückkommen, sagte Trump: „Jetzt nicht — vielleicht in einer Woche, vielleicht auch nicht." Beim G7-Technologiegipfel in Frankreich (Macron, Merz, Trump) machten Verbündete Druck: Wie könnt ihr einfach ein Large Language Model abschalten? Schaltet ihr nächstes Mal Copilot in Europa ab? Das ist nicht die 24-Stunden-Kehrtwende — das könnte der neue Status quo sein.
🪨 Indium, GLM 5.2 und warum Software-Exportkontrollen scheitern. China kriegt die neuesten US-Modelle auch nicht — und hat seine Exportquoten für Indium verschärft. Indium steckt in Indium-Phosphid-Chips, den optischen Verbindungskomponenten in KI-Rechenzentren — und China kontrolliert 70 % der globalen Indium-Produktion. Aber: Exportkontrollen funktionieren bei physischen Gütern (H100-Karten). Bei Software kaum. In der Zwischenzeit kam GLM 5.2 raus — ein chinesisches Coding-Modell, teils besser als das GPT-5.5, das ihr habt. Wenn die Amerikaner zumachen, fluten andere den Markt.
🇪🇺 Souveränität, Reisepass neben der KI — und TechCrunch. Was platzen lässt: Anthropic hat eine E-Mail verschickt — Claude-Nutzer müssen sich jetzt identifizieren. Bisher war es du und deine KI. Jetzt steht dein Reisepass daneben, und wir Europäer sind zu Recht datenkonservativer. Aleph Alpha und das Schweizer Apertus? Grottenschlecht. Mistral ist nicht auf US-Niveau, und die Forschung sitzt in den USA. Realität: Europa ist zu 99 % von USA und China abhängig. TechCrunch schrieb am 26. Juni: Es geht nicht mehr um Anthropic vs. OpenAI — ihr kriegt beide eh nicht. Die Frage ist: Wer kontrolliert den Zugang? Antwort: der amerikanische Staat. Manche wehren sich — Harvey AI hat Claude durch DeepSeek ersetzt: Kosten um zwei Drittel gefallen, lokal, unabhängig. „It's a matter of survival."
📌 Take-aways
⏱️ Timestamps
🎙️ Über den Host
Malcolm Werchota leitet KI-Adoptionsprogramme für Unternehmen in ganz Europa. Studium: Physik / Werkstoffwissenschaft an der Montanuniversität Leoben. 10 Jahre Erdöl & Erdgas, 3 Jahre Novartis (Head of Strategy einer 2-Mrd-USD Business Unit). Am 30. November 2022 kam ChatGPT raus. Einen Monat später hat er gekündigt. Heute Co-Founder werchota.ai und coatingAI. Lebt in Lochau am Bodensee mit Masha, Camila, Sophia und Alex.
🚀 Ressourcen für Führungskräfte
Title: #146 - Wir haben unserem Vertrieb einen Kopf gebaut: Das Commercial Brain (Teil 2)
Teil 1 war euch feedbacktechnisch ein bisschen zu theoretisch — fair. Heute wird's praktisch. Stellt euch euren Vertriebler vor: 40, 50, 60 Calls in zwei Wochen, jedem Kunden ein anderes Versprechen gegeben, nirgendwo sauber aufgeschrieben. Genau da stirbt euer Deal. „Halb erinnern oder halb aufschreiben bringt nicht mehr Verkauf." Also bauen wir heute die Maschine, die das löst — und ihr bekommt das ganze Rezept, um sie euch selber zu bauen.
📍 Worum es heute geht: Wir bauen ein Commercial Brain. Kein Second Brain, das alles weiß — sondern ein Second Brain mit Armen und Beinen, das euch mehr Umsatz bringen soll. Ihr habt schon ein CRM, E-Mails, Teams, Microsoft 365. Was fehlt, ist das Tool, in dem all diese Systeme zusammenkommen und das dann auch handelt. Masha hat unseres in Copilot Studio gebaut, auf dem Microsoft-365-Stack, den ihr sowieso habt — kein neues Stück Software.
🧠 Kein Werkzeugproblem — ein Nahtstellen-Problem. Ihr habt die einzelnen Werkzeuge ja längst: CRM, Outlook, Teams. Der Kern ist, dass sie nicht miteinander reden. Frag deinen Vertriebler „Was ist in den letzten 6 bis 8 Wochen mit dem Kunden passiert?" — und er geht auf eine archäologische, ägyptische Ausgrabung: durch Postfächer wühlen, mit zwei, drei Kollegen reden, die am selben Kunden hängen. Ein Commercial Brain hat das Wissen nicht verstreut wie ein Mensch. Drin sind nur Firmenstrategie, Produkte, Vertriebler-E-Mails und aufgenommene Calls — mehr nicht. Und genau deshalb funktioniert es so gut.
🎛️ Ein Direktor, kein Dashboard. Du tippst rein: „Wo stehen wir mit dem Kunden? Gib mir ein Dashboard mit 4 bis 5 Tabs." Was rauskommt: Tab 1 — was läuft. Tab 2 — die letzten 60 Calls und E-Mails. Tab 3 — die Top 5 Dinge, die der Kunde will. Tab 4 — was wir ihm verkaufen müssen (weil er's vier, fünf Mal gesagt hat). Tab 5 — fünf To-Dos, schon in Planner angelegt und auf den Kunden zugeschnitten. Das kann kein Vertriebler. Aber jeder Vertriebler kann vor dem Commercial Brain stehen und das reintippen. Dahinter steckt nicht das neueste Modell — ein ChatGPT 5.2 reicht. Wie ein Dirigent, der ein ganzes Orchester führt: delegieren, dirigieren.
🖐️ Die fünf Spezialisten. Das Gedächtnis (euer CRM plus Vektordatenbank — einzige Quelle der Wahrheit). Die Hand, die schreibt (Angebote — nicht das ganze, aber Kernleistungen, Preislogik, Spezifikationen; mit euren letzten 1.000 oder 10.000 Angeboten gefüttert kennt sie das besser als jeder Mensch). Das Ohr (Gesprächsaufzeichnung — oder einfach 10 Minuten in Teams reinreden, bitte nicht tippen). Der Wille (Aufgaben — die Mail schon schreiben, in den Outlook-Folder legen, aber nicht senden; den Rückruf in zwei Wochen als Kalendereintrag anlegen). Der Hüter des Tages (Postfach + Kalender). Und bitte versteckt euch nicht hinter dem Datenschutz-Dinosaurier oder dem „wir haben SAP" — ein Data-Dump aus SAP, und die KI liest das.
🏭 Bald will es jeder nutzen. Nicht nur Vertrieb. Im Lager: „Mit wie vielen Kunden wird gerade über Pumpe A gesprochen?" — 17? Dann bestelle ich besser zwei, drei extra. Als CEO: „Was waren die Probleme, was will der Kunde, das ich noch nicht weiß?" Salesforce-KI kann das nicht — die fragt nur Salesforce ab, nicht die E-Mails, nicht die Sales-Strategie. Und das Beste: Das ist ein institutionelles Gedächtnis. Springen dir zwei, drei Vertriebler zur Konkurrenz ab — irgendwann ist es dir wurscht. Das Wissen bleibt im Brain. Jeden Morgen schreibt es dem Marc drei Dinge, die heute mehr Umsatz bringen — Tagesplan aus dem ganzen Firmenwissen, nicht ein Plan von vor einem halben Jahr, der längst obsolet ist.
🛠️ So baut ihr es — und das ist kein Halbjahrespilot. Strategie ohne Pipeline ist Meinung; Pipeline ohne Strategie ist nur eine Liste — ihr braucht beides verdrahtet. Nehmt eure fünf Tools (Gedächtnis, schreibende Hand, Ohr, Wille, Hüter des Tages), legt eine Vektordatenbank auf Azure und Copilot-Studio-Agenten drüber. Wir setzen das bei Firmen in zwei bis drei Wochen um — intern baut ihr das in zwei bis drei Tagen. Und keine Angst vor den Dashboards: Meine Achtjährige baut bessere als die meisten in eurer Firma. Wenn sie das kann, kann es euer IT-Team auch. Go and do it.
📌 Take-aways
⏱️ Timestamps
🎙️ Über den Host
Malcolm Werchota leitet KI-Adoptionsprogramme für Unternehmen in ganz Europa. Studium: Physik / Werkstoffwissenschaft an der Montanuniversität Leoben. 10 Jahre Erdöl & Erdgas, 3 Jahre Novartis (Head of Strategy einer 2-Mrd-USD Business Unit). Am 30. November 2022 kam ChatGPT raus. Einen Monat später hat er gekündigt. Heute Co-Founder werchota.ai und coatingAI. Lebt in Lochau am Bodensee mit Masha, Camila, Sophia und Alex.
🚀 Ressourcen für Führungskräfte
📬 Kontakt
📰 Quellen + Referenzen
Title: #145 - Ihr nutzt KI fürs Falsche: Warum nur 2% damit mehr verkaufen (Commercial Playbook, Teil 1)
Ich war ein paar Wochen unterwegs — Keynotes bei einer Bank, vor einer Gruppe Galabauern, bei einer Private-Equity-Firma. Und alle sind in dieselbe Richtung gegangen: Ihr nutzt KI fürs Falsche. Eure ganzen KI-Projekte stecken in Content, Marketing-Texten, Social-Media-Posts — also genau dort, wo ihr nie zeigen könnt, dass ihr damit mehr Geld macht. Heute ändern wir, wie ihr eure KI-Projekte aussucht.
📍 Worum es heute geht: Die berühmte „95 Prozent aller KI-Projekte liefern keinen messbaren ROI"-Zahl macht ständig die Runde — und sie ist als Studie Bullshit (das waren Interviews, keine Studie). Aber der Kern stimmt: Firmen können den ROI ihrer KI nicht messen, weil das Budget in Low-ROI-Bereiche fließt. Es gibt einen Ausweg: alle Projekte auf Pause, und nur noch dort investieren, wo ihr mehr Umsatz macht — in Commercial und Sales. Laut Studie machen das in Deutschland nur 2 Prozent. Genau diese Lücke ist eure Chance.
🍽️ Das Restaurant, das die falsche Speisekarte poliert. Stell dir ein Restaurant vor, das die ganze Zeit in eine schönere, größere, personalisierte Speisekarte investiert. Nobody gives a shit — denn in der Küche läuft alles schlecht: Bestellungen kommen falsch raus, To-Dos werden vergessen, Offerten brauchen Wochen statt Minuten, die Reservierung ist Chaos. Genau das machen Firmen mit KI: Sie optimieren die Speisekarte (ein paar Texte, ein paar Bilder), während das operative Herzstück — der Sales — komplett unangetastet bleibt.
👨💼 Markus, Head of Sales. Mittelgroßer deutscher Maschinenbauer, 300 Mitarbeiter, 80–100 Mio. Umsatz. Der Vorstand hat „wir brauchen KI" beschlossen, Markus hat ein Budget — und keine Ahnung was er damit soll. Ich frage ihn: Wie war deine Forecast-Genauigkeit? Schweigen. Wie lange dauert ein typisches Angebot? Drei Wochen. Und die 20 anderen Angebotstypen? Schweigen. Wie viele Deals hast du verloren, weil das Angebot zu spät oder falsch konfiguriert war? Schweigen. Das ist nicht Markus' Schuld — das ist das System. Mein Prinzip: Ihr könnt keine Commercial AI fahren auf einem Prozess, der unauditiert ist. Deine CNC-Maschine kennst du aufs Hundertstel — deinen Sales-Schlamassel nicht.
📈 Die drei Zahlen für deinen Vorstand. Erstens: 2,6× höhere Wahrscheinlichkeit auf kommerzielles Wachstum (nicht Produktivität — nobody gives a shit about Produktivität) bei KI-gestützten Handlungsempfehlungen (Gartner, 250+ CSOs). Zweitens: 83 % der KI-nutzenden Vertriebsteams haben mehr Umsatz gemacht vs. 66 % ohne — fast 20 Punkte Lücke. Bei 100 Mio. Umsatz sind 17 Prozentpunkte = 17 Mio. Euro. Wollt ihr das auf dem Tisch liegen lassen? Drittens: 79 % statt 51 % Forecast-Genauigkeit. Der Vorstand fährt heute im Nebel — KI ist der Scheinwerfer, der bessere Kapitalallokation erlaubt.
🎯 Die fünf Bereiche, wo KI heute Geld macht. Das Modell ist egal — Copilot, Azure, Gemini, wurscht. Der Moat ist nicht das LLM, sondern eure Commercial Engine: (1) Forecast Intelligence, (2) Install-Base Mining — verdienst du bei ähnlichen Kunden gleich viel?, (3) CPQ / Angebotserstellung von Wochen auf Stunden (60–80 % weniger Bearbeitungszeit, höhere Win-Rate), (4) Deal Desk, (5) Rep Ramp. Alle 10 Säulen des Commercial Playbooks arbeiten zusammen — ein schnelles Angebot allein reicht nicht.
🙅 Die drei Ausreden — und warum sie nicht zählen. „Die KI halluziniert" — eure Vertriebler halluzinieren nonstop (falsche Preise, Lieferzeiten), nur sind KI-Halluzinationen nachvollziehbar und korrigierbar. „Unsere Daten sind ein Chaos" — du arbeitest schon im Chaos; fang mit den Kunden von morgen an, nicht mit 20 Jahren Altlast. KI ist der Forcing Factor, der eure Datenhygiene endlich bereinigt. „Meine Vertriebler nutzen das nie" — falsch: Vertriebler HASSEN Protokolle und CRM-Tipperei. Nimm ihnen das weg, und sie lieben es. Wer es trotzdem nicht macht, dessen Firma wird es bald nicht mehr geben.
🏎️ Hört auf, dem Modell-Krieg zuzuschauen. Fable 5 ist da, dann wieder weg, ChatGPT 5.6 kam heute raus — der Modell-Krieg ist für euch vorbei. Was zählt: eure Sales- und Revenue-Strategie mit der KI verbessern, die ihr heute schon habt. Ihr habt eine Commercial Engine, die nicht funktioniert — und euer Konkurrent hat seine aus der Garage geholt und fährt 200 km/h damit.
📌 Take-aways
⏱️ Timestamps
👉 Teil 2 (#146 — das Commercial Brain) kommt: Wie ihr aus den 10 Säulen einen echten Motor baut — den Beweis aus echten Engagements und ein klares „Hier fängt ihr an", ohne Buzzwords.
🎙️ Über den Host
Malcolm Werchota leitet KI-Adoptionsprogramme für Unternehmen in ganz Europa. Studium: Physik / Werkstoffwissenschaft an der Montanuniversität Leoben. 10 Jahre Erdöl & Erdgas, 3 Jahre Novartis (Head of Strategy einer 2-Mrd-USD Business Unit). Am 30. November 2022 kam ChatGPT raus. Einen Monat später hat er gekündigt. Heute Co-Founder werchota.ai und coatingAI. Lebt in Lochau am Bodensee mit Masha, Camila, Sophia und Alex.
🚀 Ressourcen für Führungskräfte
📬 Kontakt
📰 Quellen + Referenzen
Title: #144 - Wie ich 94 Slides gebaut habe ohne zu prompten (Teil 2/2)
Teil 1 vom Montag war Theorie: Was ist ein Loop? Wie unterscheidet sich das von Agents und Workflows? Heute der konkrete Teil. Wir nehmen einen echten Use Case — meinen Workshop-Closeout bei Gärtner von Eden mit 94 Slides — und bauen ihn Schritt für Schritt mit Loops. Ihr seht, wie man konkret prompted, was die Done-Conditions sind, und warum dieselbe Logik bei Sales-Calls, F&E-Reports und Procurement-Audits funktioniert.
📍 Worum es heute geht: Loops am echten Workshop-Closeout — von 20 Workshop-Transkripten zum verifizierten 94-Slide-Deck. Mit konkreten Prompt-Mustern, der "linken Felge" und einer Einladung nach Wien.
🪙 Der Goldwäscher (Content-Extraction Loop). 20 Aufnahmen, Interviews, Toothbrush-Tests, Breakout-Rooms. Wie zieht ihr da raus, was wirklich drin ist? Ihr sagt der KI: "Extrahiere die Use Cases. Jeder Use Case braucht mindestens DREI Belege aus dem Transkript. Wenn nicht — raus. Wenn ja — drinnen." Und dann lasst ihr es laufen. Drei, vier Mal. Mit immer feinerem Sieb. Bis das Gold übrig bleibt. Das ist Loop Nummer eins.
🛠️ Die linke Felge (Personal Verify Loop). Mein Mechaniker weiß, wenn der Malcolm kommt — die linke Felge ist zerkratzt. Jedes Mal. Er muss nicht jeden Aspekt prüfen. Er prüft DAS eine, was bei mir IMMER schiefgeht. Genau das macht ein Verify Loop: er prüft NICHT alles, er prüft eure typischen Fehler. Wenn die KI bei euch immer Use Cases erfindet, die nie im Interview vorkamen — Verify Loop prüft genau das. Drei Mal. Vier Mal. Bis sicher.
📋 Memory Loop als Audit-Log. Ihr braucht keinen perfekten Mega-Prompt. Ihr braucht einen Memory Loop, der mitschreibt was passiert. Eine Zeile pro Schritt. Was wurde gebaut? Was wurde geprüft? Was war rot, was wurde gefixt? Wenn die KI in drei Stunden Arbeit vergisst, was sie gemacht hat — der Memory Loop weiß es noch. Audit-Log mit zwei Funktionen: erstens, lückenlos prüfbar. Zweitens, die KI selbst kann reinschauen und sich erinnern.
🏗️ Die 5 Templates aus der Nacht (im Detail im Listener Artifact unten):
⚡ Der 03:42-Moment. Die Build ist durch. Mechanical Verify grün. Espresso #3. Ich starte den QA-Subagent (frischer Kontext, kennt den Build nicht). 4 Minuten später schreibt er mir: "Die Rubric sagt Modul 03 unangetastet. Aber Slide 27 hat eine neue Bildreferenz. Welche Version stimmt?" — und ich dachte: f*ck. Ich hatte beides geschrieben. In meiner EIGENEN Rubric. Eine andere KI hat MICH gefunden.
📌 Drei Take-aways für drei Rollen:
💼 Wo das in eurer Firma als Pattern auftaucht — die 10-Säulen Commercial Maturity bei werchota. Säule 9 Sales Ops & Performance Management = im Kern T4 + T5: eure Pipeline-Daten validieren sich selbst gegen die Pipeline-Regeln, ohne dass jemand wöchentlich im Forecast-Call alles abfragt. Wer wissen will, wo in der eigenen Commercial Engine Loops ansetzen können — Link unten.
🎒 Bonus: Ich bin diese Woche in Wien. Donnerstag bei der RBI. Wenn ihr in Wien seid und euch treffen wollt — pingt mich auf WhatsApp 0043 676 6144 904. Oder wenn ihr mit eurer KI an einer Stelle hängt und nicht weiterkommt — ping. Manchmal bauen wir gemeinsam einen Loop für euren Case.
⏱️ Timestamps
🎙️ Über den Host
Malcolm Werchota leitet KI-Adoptionsprogramme für Unternehmen in ganz Europa. Studium: Physik / Werkstoffwissenschaft an der Montanuniversität Leoben. 10 Jahre Erdöl & Erdgas, 3 Jahre Novartis (Head of Strategy einer 2-Mrd-USD Business Unit). Am 30. November 2022 kam ChatGPT raus. Einen Monat später hat er gekündigt. Heute Co-Founder werchota.ai und coatingAI. Lebt in Lochau am Bodensee mit Masha, Camila, Sophia und Alex.
🚀 Ressourcen für Führungskräfte
📬 Kontakt
📰 Quellen + Referenzen
Tags: #LoopTemplates #ContentExtraction #SourcePinning #MechanicalVerify #SelfCatchLoop #AuditLog #MemoryLoop #Workshop #CommercialPlaybook #Mittelstand #DACH #werchota #DasKIKochbuch #Bregenz #Wien
Need to diagnose your commercial engine? [email protected]
Take care for now. Malcolm out.
Title: #143 - Loops statt Prompts: Was sich gestern Nacht verändert hat (Teil 1/2)
Codewort: Fable 5. Am 9. Juni 2026 hat Anthropic zwei neue Modelle rausgebracht — Fable 5 und das Schwestermodell Mythos 5. Wir hatten drei bis vier Tage Zugang. Dann hat Amazon-CEO Andy Jassy das US-Handelsministerium kontaktiert, ein Notfall-Export-Kontroll-Order wurde erlassen, und die Modelle wurden weltweit abgeschaltet. Zum ersten Mal in der Geschichte hat die USA ein KI-Modell als so gefährlich eingestuft wie Waffen oder NVIDIA-Grafikkarten.
Aber diese drei Tage haben mir etwas gezeigt: Fable 5 war nicht schlauer. Es arbeitete anders. Wo wir uns früher 4-5 Stunden wundgepromptet haben, drückst du bei Fable 5 nach einer halben Stunde auf "Go" — und das Ding läuft 5 Stunden autonom durch. Diese Art zu prompten heißt: Loops. Und das Beste: sie funktioniert auch mit den alten Modellen. Opus 4.7. Sogar Codex Legacy. Schockierend gut.
📍 Worum es heute geht: Wie man Prompting neu erlernt. Loops vs. Agents vs. Workflows. Wie Malcolm den Close-out seines Düsseldorfer Gärtner-von-Eden-Workshops (11h Tag) in einer Nacht gebaut hat — mit der Möglichkeit, zwischendurch Pause zu machen.
🌡️ Die Heizungs-Analogie. Ihr stellt eurer Heizung 21 Grad ein. Ihr sagt ihr nicht jede Minute "jetzt heizen, jetzt stoppen". Die Heizung regelt sich selbst. Mit Feuer im Kamin. Mit geöffneten Fenstern. Mit allem was sie hat. Ihr seid weg. Das ist ein Loop.
🤖 Loops vs. Agents vs. Workflows. Ein Agent ist wie ein selbstfahrendes Auto — Tesla, ID Buzz — eine konkrete Aufgabe, ihr drückt, das Ding fährt. Ein Workflow ist eine feste Abfolge (E-Mail kommt → Agent läuft → wird abgespeichert). Loops sind die Mitte: das Beste aus beiden Welten. Eine Zielsetzung, dazwischen 4-7 Helfer-Agenten, die ständig prüfen ob die Arbeit richtig gemacht wird.
📋 Die 4 Komponenten eines Loops:
🏎️ Die Formel-1-Analogie. Boxenstopp. Vorne steht jemand. Reifen montiert? Tank voll? Visier sauber? Sobald alle grün — der Mann geht weg, das Auto darf fahren. Das ist Build-Loop + Verify-Loop in einem Bild.
🏗️ Die Baustellen-Analogie. Der Polier (Build-Agent) muss nicht jede Minute da sein. Er kann eine Woche weg sein. Maurer, Elektriker, Installateur arbeiten. Der Prüfstatiker (Verify-Agent) kommt mit frischen Augen — "die Wand steht schief". Der Vermesser (Memory-Loop) schreibt alles auf. Ihr seid der Bauherr. Ihr habt den Plan unterschrieben. Ihr wartet auf den Schlüssel.
⚙️ Wie man einen Loop konkret baut — 4 Markdown-Dateien:
🏭 Die SPS-Analogie für Werkleiter. Eine speicherprogrammierbare Steuerung in einer Produktionslinie läuft total alleine. Warum? Weil drinnen Loops sind. Selbstkorrigierende, in-sich-geschlossene Systeme. Genau das macht ihr jetzt mit eurer KI.
💼 Loops im Sales. Der Verkäufer hat ein Kundenmeeting. Statt 2 Stunden CRM-Eingabe + Lead-Qualifizierung + Angebot-Schreiben: Meeting machen → Computer ausschalten → 2 Stunden Pause → zurückkommen → fertige Offerte in der Outbox, nur noch durchlesen + abschicken.
🚀 Was das praktisch bedeutet: 30-45 Minuten Setup. Dann drückt ihr "Go" — und ihr könnt 2 Stunden weggehen. Hausaufgaben mit den Kindern. Mittagessen kochen. Einen Film schauen. Das erste Mal können wir KI wirklich konzentriert lang laufen lassen, ohne alle 10 Minuten reinzuschauen.
🎯 Drei Montag-Aktionen:
📺 Cliffhanger zu Teil 2: Donnerstag schauen wir uns Loop-Templates konkreter an. Wie ihr eigene Loop-Templates baut. Mit konkretem Walk-Through.
🔗 Bonus: Hört euch die Folge ein zweites Mal an. Beim ersten Mal ist es technisch. Beim zweiten Mal versteht ihr alle Hebel.
🎙️ Folge mir auf LinkedIn für tägliche KI-Insights aus der DACH-Realität.
⏱️ Timestamps
🎙️ Über den Host
Malcolm Werchota leitet KI-Adoptionsprogramme für Unternehmen in ganz Europa. Studium: Physik / Werkstoffwissenschaft an der Montanuniversität Leoben. 10 Jahre Erdöl & Erdgas, 3 Jahre Novartis (Head of Strategy einer 2-Mrd-USD Business Unit, dann Head of Business Unit Health). Am 30. November 2022 kam ChatGPT raus. Einen Monat später hat er gekündigt. Heute Co-Founder werchota.ai und coatingAI. Lebt in Lochau am Bodensee mit Masha, Camila, Sophia und Alex.
🚀 Ressourcen für Führungskräfte
📬 Kontakt
Stellt euch Dr. Katharina Hess vor. Sie leitet die Computational Chemistry Group bei einer der großen Pharmafirmen im Novartis-Korridor. 11 Postdocs und Data Scientists unter sich. Nicht drei Projekte — 30 offene Projekte. Forschungszyklen von 5, 10, 20 Jahren.
Vor fünf Tagen schlägt sie Nature auf. Die Headline springt sie an:
"AI cracks an 80-year-old mathematical challenge."Sie liest. Liest nochmal. Beim dritten Mal versteht sie: ihre F&E-Abteilung läuft bald auf Steroiden. Nicht weil das Mathe-Problem so spektakulär ist — sondern weil die Methode, wie es geknackt wurde, alles ändert.
Und der eigentliche Schock: die KI, die das gelöst hat, war kein superduper Spezial-Mathe-Modell. Es war ChatGPT. Ja, euer ChatGPT.
🧮 Wer war Paul Erdős?
Ungarischer Mathematiker, 1913 geboren. Einer der produktivsten Mathematiker des 20. Jahrhunderts — über 1.500 Fachartikel. Restless. Keine Wohnung. Kein fixes Büro. Heute würde man "digitaler Nomade" sagen — damals war er einfach von Universität zu Universität gewandert.
Seine Leidenschaft war nicht das Lösen — sondern das Formulieren. Er hat über 1.000 offene mathematische Fragen gestellt. Und er hat Geldprämien gesetzt: 25 Dollar bis 10.000 Dollar für die Lösung.
📐 Das Problem: Planar Unit Distance
Stellt euch einen großen Platz vor. Ihr nehmt 1.000 Reißnägel. Wie viele Nagel-Paare könnt ihr gleichzeitig genau gleich weit voneinander aufstellen — sagen wir 1 Zentimeter?
Klingt einfach. Ist es nicht.
1984 hat eine Gruppe unter Spencer und Trotter die obere Grenze auf n hoch 4/3 ausgerechnet. Diese Grenze hat sich 40 Jahre lang nicht bewegt. Noga Alon, der in Princeton lehrt: "It was one of Erdős' favorite problems."
💸 Wie ChatGPT es gelöst hat — für ~1.000 Euro
Erstmal: welches ChatGPT? Nicht das, das eure E-Mails halb durcheinander schreibt. Das Reasoning-Modell — GPT-5.4 oder das Pro-Modell. Ihr müsst draufdrücken und das richtige Modell wählen.
Der Prompt war fast unscheinbar: "Could Erdős be wrong? Could the way he reasoned about this answer be flawed?"
Und dann hat das Modell gearbeitet. Komplett autonom. 125 Seiten geschrieben. Circa 100.000 Tokens. Kosten: zwischen 100 und 1.000 Euro.
Vergleich: Ich fliege morgen zu einer Erdöl-Erdgas-Firma nach Hannover. Der Flug Zürich-Hannover: 800 Euro. Die Tokenkosten, um ein mathematisches 80-Jahre-Problem zu lösen, sind in der Größenordnung eines einzigen Business-Trips.
🔧 Der Trick: nicht der bessere Schraubenzieher, sondern ein ganz anderer Schlüssel
Mathematiker haben 40 Jahre lang die Werkzeuge der Geometrie benutzt: Inzidenzgeometrie, Trotter-Theorem, Kreuzungsanzahl-Methode. Diese Werkzeuge kommen zu einer natürlichen Decke — die n^(4/3)-Grenze.
Die KI hat etwas ganz anderes gemacht. Sie hat aus dem Werkzeugkasten einen anderen Schlüssel rausgeholt: algebraische Zahlentheorie. CM-Körper. Komplex-Multiplikations-Felder. Unendliche Galois-Türme.
Sie hat das Problem nicht gelöst. Sie hat es umformuliert — von einem geometrischen zu einem zahlentheoretischen Problem. Und plötzlich war die Antwort viel besser und konkreter.
👨🏫 Die Verifizierung — neun Fields-Medaillen-Träger
OpenAI hat das nicht einfach verkündet. Sie haben gewusst: das hat ein LLM geschrieben — da muss ein Mensch drüber schauen. Also haben sie das Paper an eine Gruppe von 9 Mathematikern und Physikern gegeben:
Manche davon sind Fields-Medaillen-Träger — der "Nobelpreis für Mathematik". Sie haben gemeinsam ein Paper geschrieben, um zu prüfen: ist das richtig oder Vollscheiß?
"There is no question — it is incredible that the AI managed this. It shows us that AI is more than just an assistant for mathematicians. It looks as if AI itself can have ingenious ideas."🎯 Demis Hassabis bremst — und gleichzeitig nicht
Der DeepMind-CEO (der KI-Arm von Google) hat sich gemeldet: "Für eine KI war das eigentlich gar nicht so schwierig."
Warum? Weil das Problem zwar extrem schwer zu lösen ist — aber begrenzt. Es ist nicht, dass die KI jetzt 1.000 andere schwierige Sachen machen kann.
Aber acht andere Experten sagen das Gegenteil: das wirklich Clevere war nicht die Lösung. Das Cleverste war die Umformulierung — die Cross-Domain-Synthese. Und genau dorthin kommen wir jetzt.
🧬 Eure F&E-Abteilung — die Silo-Forschung muss sterben
Was machen Pharmaforscher? Sie arbeiten in Silos. Drug Discovery ist ein Paradebeispiel:
Aber die arbeiten in ihren Silos. Sie reden nicht miteinander auf der Ebene, wo Durchbrüche passieren.
Leonardo da Vinci konnte das. Mathematik + Chemie + Physik + Anatomie — alles in einem Kopf, alles verknüpft. Heute ist das wegen der Informationsflut unmöglich für einen Menschen.
Aber eine KI? Eine KI hat genau diese Cross-Domain-Synthese.
Side note: Google DeepMind hat schon vor zehn Jahren mit AlphaFold den Nobelpreis gewonnen — für das Lösen des Protein-Folding-Problems. Das war auch Cross-Domain. Wenn Pharmafirmen das verstanden hätten, wären sie heute ein Jahrzehnt weiter.
🦴 Die unbequeme Wahrheit für eure Senior-Forscher
Wer sind in einer F&E-Abteilung die teuersten Leute? Nicht die Junioren. Es sind die 30-Jahre-Senioren, die eine Dreiviertelmillion Euro pro Jahr verdienen.
Und das sind die schlimmsten KI-Nutzer. Weil sie fundamental sagen: "Die letzten 40 Jahre habe ich so geforscht — ich brauche kein ChatGPT."
Wenn ihr in eurer Firma einen Doktoranden einstellt, ist die Frage 2026 nicht mehr nur "ist er gut in seinem Thema?" Es ist:
⚖️ Die Rechtsabteilung wird euch auf die Finger hauen
Stellt euch vor: ihr habt etwas Geniales mit ChatGPT entdeckt. Ihr wollt es patentieren. Wer ist der Erste, der euch stoppt?
Die Rechtsabteilung. Weil:
Und die Antworten sind noch nicht geklärt. Eure Entdeckungen können 2 Jahre in der Legal-Abteilung liegen bleiben. Plant das ein.
🎯 Drei Montag-Aktionen für jede F&E-Abteilung
Vor circa einem Jahr, irgendwo in Russland, zur gleichen Zeit: fünf verschiedene Luftwaffenstützpunkte. Die Ukrainer treffen sie. Tu-95-Bomber. Tu-22M3. A-50 AWACS-Aufklärer.
Keine Sirenen. Keine Abfangjäger. Weil der Angriff nicht vom Himmel kam.
Er kam aus Lastwagen. Ganz normalen Transportern. Die LKW-Fahrer wurden ausgetrickst — bring den Container dahin, jemand holt ihn ab. Niemand kam je. Drinnen: 117 FPV-Drohnen. Beladen mit Sprengstoff. Aus dem Nichts öffnet sich der Container und eine Drohne nach der anderen fliegt los.
Operation Spider's Web. In einer Nacht: rund 41 Flugzeuge zerstört. Geschätzter Schaden: 7 Milliarden Dollar. Gesamtkosten der Operation: 2-3 Millionen Dollar.
ROI: 3.500 zu 1. Wenn das ein Aktienkurs wäre, würden Investoren ausrasten. Es ist aber kein Aktienkurs.
Manche nennen es Russlands Pearl Harbor. Aber nicht von einer Marine geliefert. Nicht von Kampfjets. Sondern von Drohnen in einem Lastwagen. Heute kein normaler Deep Dive — heute ein AI Drama in 5 Akten.
🎮 Mykola, 19, Gaming-Streamer wird Drohnenpilot
Vor drei Jahren war Mykola 16. Counter-Strike-Streamer in Charkiw. Ein paar tausend Twitch-Follower. Heute ist er in der Armee. Nicht weil er wollte — die Ukraine hat ein Programm gestartet: nur Soldaten zwischen 18 und 24 dürfen Drohnen bedienen. Warum 24? Weil danach ist dein Gehirn zu langsam.
Seine "Front" ist ein ausgebombter Keller. Vier Laptops. Drei FPV-Brillen. Ein Controller wie eine PlayStation. Über ihm eine LED auf Batterie, die in 2-3 Stunden ausgeht.
Er fliegt einen 300-Dollar-Quadrocopter, 8-10 km weit, 150 km/h. Tippt links, tippt rechts. Russischer Soldat sieht die Drohne, hat Millisekunden zum Reagieren. Aufprall in 4 Sekunden. Live-Feed weg. Mykola tippt zwei Buchstaben: "Ok." Greift zur nächsten.
Es ist 14 Uhr. Das ist sein zwölfter Einsatz heute.
🏭 Die Zahlen, die NATO terrorisieren sollten
Die Ukraine hat eine eigene Unmanned Systems Forces gegründet — die erste Teilstreitkraft weltweit, die ausschließlich Drohnenkriegsführung macht. Kein anderes Land der Welt hat sowas.
⚠️ Aurora 26 — als die NATO es hart gelernt hat
April-Mai 2026, Gotland, Schweden. NATO-Übung Aurora 26. 18.000 Soldaten aus 13 NATO-Ländern. Ukraine eingeladen als Angreiferkraft.
Die Übung musste DREI MAL gestoppt werden. Jedes Mal wären die NATO-Truppen vernichtet worden. Der ukrainische Pilot: "Wenn das echtes Leben gewesen wäre — wären sie alle tot."
Schwedens Verteidigungsminister Claesson: "Der schnellste Weg, etwas über Drohnen- und Anti-Drohnen-Kriegsführung zu lernen, ist, den Ukrainern zuzuhören."
🤖 Die 700-Dollar-Tötungsmaschine
Eine FPV-Drohne kostet 300-3.000 Dollar. Drinnen sitzt ein Chip von einer unserer Lieblingsfirmen: NVIDIA Jetson Nano. Etwa wie eine Streichholzschachtel. 100-300 Dollar. Auf Amazon erhältlich.
Der Chip ist nicht für den Krieg gebaut. Er ist für Saugroboter gebaut. DIY-Bastler. KI-Studenten. NVIDIA hat sich nicht hingesetzt und gesagt "Lasst uns Chips für Drohnen bauen, die Menschen töten." Es ist halt passiert.
Die ukrainische Firma The Fourth Law verkauft das TFL-1-Modul (100 Dollar). Der Operateur fliegt bis 400-500 m ans Ziel, dann übernimmt der Jetson per Computer Vision.
Trefferquote ohne KI: 30-50 %. Mit Jetson + Computer Vision: über 80 %. Über 20 ukrainische Brigaden nutzen das. Microsoft Copilot — aber zum Töten. Gegeben einem 19-Jährigen.
Gesamtkosten: ~700 Dollar. Selbst bei 10.000 Dollar (was sie nicht kosten):
🇪🇺 Warum das EUER Problem ist (ja, auch im DACH)
Stellt euch Werner vor: Sicherheitschef bei einem Automobilzulieferer in BW. 1.500-2.000 Mitarbeiter. Drei Werke. Just-in-time-Lieferung an Mercedes, BMW, Audi. Sein BCP-Plan deckt Feuer, Hochwasser, Cyberangriffe, Lieferantenausfall. Er deckt keine Glasfaserdrohne ab, die auf die Laderampe zufliegt.
"Aber Malcolm, die Drohne kann nicht bis Bayern fliegen!" — Hast du verstanden? 700 Dollar. Du baust sie in einer Garage. Du startest aus einem Container. Das wurde schon vor einem Jahr gemacht. Und du schickst nicht eine — du schickst Schwärme.
Beweis? Russland am 30. Mai 2026 — über 800 Drohnen in einer einzigen Nacht. Die Bundeswehr hat heute geschätzt 500-600 Drohnen. Russland könnte den gesamten deutschen Drohnenbestand in einer Nacht auslöschen und hätte noch 200 übrig.
🏢 Die deutschen Player, die das leise bauen
🎯 Fünf Montag-Aktionen für jeden europäischen Entscheider
🌐 Das Wilde: das meiste davon ist OPEN SOURCE
Geht jetzt auf Google oder Perplexity. Tippt: "GitHub repo drones". Ihr findet:
Jeder kann das jetzt bauen. Nicht staatliche Akteure. Nicht kriminelle Organisati...
Dienstagabend, 13. Mai 2026, kurz vor sieben. Zwei Stunden Live-Session sind grad zu Ende. Dreißig fremde Menschen aus elf Ländern, Zoom-Kacheln auf dem Bildschirm. Letzte Runde: was hat euch heute am meisten umgehauen?
Anastasia, Beraterin aus Genf: "Es ist zu viel. Aber ich sehe, wie es alles verändert." Indira: "Mind-blowing." Rodolfo: "Ich liebe es." Und dann William. Zwanzig Jahre Beratung. Die Academy aus eigener Tasche bezahlt. Sagt ein Wort. Auf Englisch:
"Miracle."Eine Minute Stille im Chat. Dreißig Webcams. Niemand schreibt.
Heute drei Insights aus der ersten Session von Cohort 3 der Chief AI Academy — plus der Moment, in dem mich meine eigene KI vor allen blossgestellt hat.
💥 Insight 1 — Das Software-Armageddon
Folie zwölf in die Session. Bei einigen wird die Magen-Gegend angespannt:
Warum? Nicht weil sie KI nicht integrieren. Weil ihre Kunden ihre eigentliche Funktion mit KI selber nachbauen. Schneller. Billiger. Näher am Bedarf.
Anastasias Frage: "Aber Malcolm, jede Firma kauft doch trotzdem Software. Wie kann das stimmen?"
Meine Antwort, im Chat 20 Reaktionen in Sekunden:
"Hört auf, euren Mitarbeitern Software zu geben. Gebt ihnen APIs."Statt SAP zu öffnen und durch 5 Menüs zu klicken, sagt der Mitarbeiter zur KI "buch das auf Konto 4200". Die KI ruft die SAP-API auf. Software wird headless. Kopflos.
Mittelstand zahlt heute 300-800 Euro pro Kopf pro Monat für Software. In 18 Monaten merkt ihr: 70% davon war durch einen KI-Workflow ersetzbar.
Zwei Live-Beispiele aus der Session:
🔄 Insight 2 — Reverse Prompting
Minute 45. Teilnehmerin aus Mailand: "Malcolm, wie kriegst du diese schönen Dashboards so schnell hin?"
Hier die Technik, gestern getauft — Reverse Prompting. Die wertvollste eine Minute der ganzen Folge:
Statt der KI Fragen zu stellen, lasst ihr die KI EUCH Fragen stellen.
Konkret: ihr formuliert eine ungenaue Anforderung ("mach das hier besser") und sagt dann:
"Stell mir zehn Fragen mit jeweils vier Multiple-Choice-Antworten. Nicht alle auf einmal. Fünf, dann fünf."
Die KI fragt euch. Ihr antwortet. Und während ihr antwortet, klärt sich in eurem Kopf, was ihr eigentlich wollt. Die KI ist nicht das Tool — die KI ist die Therapeutin, die euch zwingt, klar zu werden.
Beispiel-Fragen, die Claude live zurückgeschickt hat:
Nach 10 Minuten + 2 Fragenrunden: Dashboard, das mir die Socken auszieht. Im Chat von Cohort 3 explodiert es.
🪞 Insight 3 — Der Moment, in dem mich meine eigene KI blossgestellt hat
Bei werchota.ai haben wir vor 6 Monaten was gebaut: Second Brain. Ein internes KI-System, das alle Meeting-Aufzeichnungen, Transkripte, E-Mails, Slack-Channels, Strategie-Dokumente einliest. Jeder im Team kann anonym fragen.
Minute 75 der Session. Ich tippe vor allen 30 Teilnehmern:
"Wie gut oder schlecht ist Malcolm im Verkaufen? Sei ehrlich. Beleg mit konkreten Momenten aus den Meetings."Was zurückkam, wortwörtlich:
"Malcolm ist hervorragend in Live-Demos, Dashboards, Vision-Pitches. Er ist die schwächste Persona im gesamten Verkaufs-Team, wenn es um klassische Sales-Disziplin geht. Selten eine Agenda. Geht im Gespräch überall hin. Schlecht bei Budget-Timelines, Stakeholder-Mapping, Follow-up-Disziplin. Erzeugt Information Overload. Er gewinnt Deals durch Begeisterung, nicht durch Methodik."Eine Minute Stille im Chat. Dann William: "Malcolm. Kannst du mir den Report schicken? Ich will dir sagen, dass du wahrscheinlich der schlechteste Verkäufer der Welt bist."
Rodolfo fragt: "Wenn jeder sieht, wie schlecht der CEO bei XY ist, wird er noch ernst genommen?"
Meine Antwort:
Wenn ein Vorstand sich nicht traut, seine Schwächen in einem System zu haben, das sein Team einsehen kann — dann ist diese Person wahrscheinlich nicht die Person, die in der KI-Zeit eine Firma führen sollte.In der KI-Zeit liegen Schwächen offen. Nicht weil jemand sie sucht. Sondern weil Daten an Stellen sammeln, an denen sie früher nicht waren. Wer transparent ist, gewinnt. Wer verbergen will, verliert.
🧓 Insight 4 — "Eure letzten zehn Hires sind KI-Neandertaler"
Minute 62. Der Satz, der nochmal Stille erzeugt hat:
"Schaut euch eure letzten zehn Einstellungen an. Sind das Menschen, die in einer Stunde Claude beibringen können, einen Prozess aus ihrem Kopf zu übernehmen? Oder habt ihr in 2010er-Logik eingestellt — drei Jahre Audit, BWL-Abschluss, Praxis im Steuerrecht? Wenn Zweiteres: eure letzten zehn Hires sind KI-Neandertaler."Johnnys (Teilnehmer, neu eingestellt vor 2 Monaten) Stellenbeschrieb ist eine Zeile:
"Johnny, deine Aufgabe ist, alles in deiner Abteilung zu automatisieren. Wenn du fertig bist — ich befördere dich und triple dein Gehalt, und du fängst mit drei weiteren Abteilungen an."
Das ist der neue Hiring-Standard. Die Frage an euch — und die teuerste Stille der ganzen Session:
"Wenn euer eigener Job morgen ausgeschrieben würde — mit der Anforderung, dass jeder Prozess automatisierbar an einen KI-Agenten weitergegeben werden muss — würdet ihr euch selber einstellen?"
Reale Konsequenzen aus der Session:
🎯 Drei Sachen Montag früh
🔮 Die Prophezeiung
Jeder Cohort gebe ich am Ende der ersten Session dieselbe...
Stellt euch vor, euer Firmenwagen ist ein Lamborghini. Oder ein Ferrari. Egal. Ihr fahrt jeden Tag damit zur Arbeit, ihr seid produktiv, ihr seid glücklich. Und dann kommt euer CEO und sagt: "Wir geben dir ab nächsten Monat einen Skoda Octavia."
Genau das ist gerade bei Microsoft passiert. Und es betrifft euch direkt — auch wenn ihr noch nie eine Zeile Code geschrieben habt.
Letzte Woche, 14. Mai 2026, landete ein internes Memo bei Microsofts Experiences and Devices Division. Windows, Microsoft 365, Outlook, Teams. Zehntausende Ingenieure. Das Memo kommt von Rajesh Jha, Executive Vice President. Inhalt in einem Satz: Wir schalten Claude Code ab. Stichtag: 30. Juni 2026.
Die Absurdität: vor sechs Monaten — Dezember 2025 — hat Microsoft Claude Code aggressiv an dieselben Ingenieure verteilt. Tausende Lizenzen. Sogar Designer und Projektmanager bekamen Zugang. Die Ansage damals: installiert das, experimentiert, baut Prototypen.
Warum jetzt der Rückzieher? Nicht weil Claude Code schlecht ist. Weil es zu gut ist. Es war besser als Microsofts eigenes Tool — GitHub Copilot — bei genau den Aufgaben, die zählen: Multi-File-Refactoring, Architektur-Arbeit, Rapid Prototyping. Microsoft verkauft der Welt GitHub Copilot als KI-Entwickler-Flagschiff. Microsoft hat 13 Milliarden Dollar in OpenAI investiert. Und sechs Monate lang haben Microsofts eigene Ingenieure heimlich ein Konkurrenzprodukt von Anthropic bevorzugt. Das ist nicht peinlich — das ist eine strategische Bombe.
📊 Was Claude Code von GitHub Copilot unterscheidet
💸 Die Preisfrage
Claude Code Enterprise: 150 Dollar pro Sitz pro Monat. GitHub Copilot: 10 bis 30 Dollar. Microsofts Ingenieure haben das 10× teurere Tool genutzt — und wenn sie tokens aufgebraucht hatten, haben sie aus eigener Tasche nachgekauft. Wie in einem Free-to-Play-Spiel, nur dass die Tokens hier Code produzieren.
⚠️ Der Amazon-Präzedenzfall
Microsoft ist nicht der erste, der diesen Fehler macht. Ende 2025 hat Amazon Claude Code und Codex intern verboten und das hauseigene Tool "Kiro" vorgeschrieben. Was ist prompt passiert? Ein 13-stündiger AWS-Ausfall in China. Die Ingenieure standen mit dem Skoda Octavia vor einem Ferrari-Problem. Im April 2026 hat Amazon zurückgerudert und Claude Code wieder freigeschaltet. Google macht es ähnlich: Claude Code ist standardmäßig gesperrt — außer bei DeepMind, der eigenen Top-KI-Abteilung. SpaceX hat gerade 60 Milliarden Dollar für eine Option auf Cursor (ein Claude-Code-Konkurrent) bezahlt.
🇪🇺 Die DACH-Lektion
Wenn ihr CTO, VP Engineering oder Gründer in einem typischen DACH-Tech-Unternehmen seid: eure Entwickler nutzen diese Tools schon. Als Shadow AI. Auf privaten Abos. Heimlich am Abend. Wie ihr das herausfindet, ohne irgendeine Umfrage:
Schaut euch nur den Output an. Das ist euer Audit.
🇪🇺 Die souveräne Alternative
Wenn Daten-Souveränität ein Thema ist: Mistral Codestral — 22 Mrd. Parameter Code-Modell, 80+ Sprachen, EU-Infrastruktur, DSGVO-nativ. Mistral hat fast 1 Milliarde Dollar von europäischen Banken bekommen, um genau das zu bauen. Plus die kommende Cohere-Aleph Alpha-Fusion (Schwarz-Gruppe, 500 Mio. €), die explizit für DACH-Konzerne gebaut wird. Ihr habt keine Ausrede mehr.
🏭 Der Hackathon-Moment
Vor drei Tagen haben wir bei einer großen deutschen Manufacturing-Firma einen Hackathon mitgestaltet. 20 Top-Entwickler im Raum mit den absolut besten Tools — OpenCode, Open Terminal, Claude Code. Großartig. Aber dann die Frage: 20 Leute am Tisch, 6.000 im Konzern. Wann kriegen die anderen 5.980 dieselben Werkzeuge?
🚀 Wie wir bei werchota.ai arbeiten
Bei uns nutzt jede einzelne Person Claude Code. 85% unserer gesamten Arbeit wird von Claude Code und KI-Agenten erledigt. Porni (Journalistin) — Claude Code. Alex (Finance) — Claude Code. Nicht weil sie programmieren. Sondern weil das Tool universell geworden ist.
📌 Drei Montag-Aktionen
🎬 Die größere Frage
Microsoft wird das in 2-3 Monaten zurücknehmen. Genau wie Amazon. Aber ihr habt ein wichtigeres Problem: nehmt ihr euren Ingenieuren weiter den Ferrari weg — oder gebt ihr ihn endlich allen?
⏱️ Timestamps
🎙️ Über den Host
Malcolm Werchota leitet KI-Adoptionsprogramme für Unternehmen in ganz Europa. Nach über 15 Jahren bei Novartis und Schlumberger heute Fokus: KI ohne Bullshit. Letzte Woche live in London am AIM Summit — nach Lord Melvin (ehem. Chief der Bank of England) und vor Eric Trump, vor 150 Investoren. Dozent an ESADE und HSLU. Studiert ...
Du bist klonbar. Auch du. Jede Person, die diesen Podcast hört, ist heute mit dem Audio klonbar — und auch im Video. Die Software ist so gut, dass eineinhalb bis zwei Minuten Video reichen. Mit Audio noch weniger: 30 bis 40 Sekunden von einem Anruf.
Wenn du denkst, das ist übertrieben — geh auf TikTok, tipp Patrycek ein. P-A-T-R-Y-C-Z-E-K. Ein 13-14-jähriger Junge, ein bisschen übergewichtig. Er drückt einen Knopf und schaut aus wie Brad Pitt. Bewegt sich wie Brad Pitt. Vor einem Monat gab es ihn nicht. Heute: 104 Millionen Views.
Auf der einen Seite cool. Auf der anderen Seite — Leute — das ist eine Hacking-Anleitung für 30 bis 50 Cent.
Erinnert ihr euch an die Arup-Story aus Hongkong, Januar 2024? Eine Mitarbeiterin bekommt einen Teams-Call. Der CFO. Der ganze Vorstand sitzt mit am Tisch. Sie macht über 15 Transaktionen 25 Millionen Dollar Überweisungen. Jede Person in dem Call war fake. Damals: hunderttausende Dollar Investment. Heute, zwei Jahre später: 30 Cent.
🔧 Drei Technologien, die heute gestapelt werden
📱 Wo das Zeug verkauft wird: Telegram
Nicht auf einer Website namens deepfake-store.com. Auf Telegram-Kanälen mit tausenden Mitgliedern. Du trittst bei, fragst "ich möchte X machen" — Minuten später bietet jemand dir einen Demo-Call an. Same Playbook wie legitimer Enterprise-Software-Verkauf.
Eine genannte Software: Haotian AI. Chinesisches Real-Time-FaceSwap. Mit Kundensupport. Update-Protokollen. Tutorials. Direkt integriert in WhatsApp, Teams und Zoom. Ehrlich gesagt — SAP und die großen Software-Häuser sollten sich das anschauen. Besser integriert als die meiste legitime Software 2026.
Preise im SaaS-Stil: 100 Dollar/Monat Einstieg, mehrere tausend für High-Quality-Modelle mit niedriger Latenz. Fraud-as-a-Service hat SaaS-Reife erreicht.
🐷 Pig Butchering 2.0 — alte Scams, neue Gesichter
Das ist kein neuer Scam. Junge Männer in Nigeria und Ghana machen das seit Jahrzehnten. Fake-romantische Personas. Frauen ab 40-50, oft geschieden. Über Monate aufwärmen. "Ich liebe dich, schickst du mir Geld für mein Flugticket?" Slow extraction. Hat sogar einen Namen: Pig Butchering — du nimmst ein Schwein und schneidest es langsam.
Vor heute: detektierbar. Falscher Akzent, falsches Foto, falscher Rhythmus. Heute: 25-jähriger aus Wien. Oder 25-jährige aus Hannover. Mit dem richtigen Gesicht. Der richtigen Stimme. Dem richtigen Akzent. Decades-alte Scam-Playbooks plötzlich enhanced.
US-Betrugsverluste in dieser Kategorie: 12 Milliarden Dollar in 2023 → 40 Milliarden bis 2027. 30% Wachstum pro Jahr.
🇩🇪 Warum DACH-Mittelstand das perfekte Ziel ist
"Malcolm, ich bin glücklich verheiratet, mich betrifft das nicht." Stopp. Hör zu.
Österreichischer Mittelstand. Schweizer Family Offices. GmbH-Inhaber. Firmen zwischen 200 und 2.000 Leuten, dritte oder vierte Generation. Wenn der CFO anruft und "dringend" sagt — die Leute machen schnell. Hierarchie ist real. Genau diesen Kultur-Reflex zielen die neuen Scammer an.
Family Office Zürich — Teams-Call, dringende Immobilien-Überweisung, deal schließt heute. Die Assistentin kennt das Gesicht, die Stimme, den Reiseplan. Was nicht existiert: ein formales Rückruf-Protokoll. Trust ist das Betriebssystem. Dieses Trust kann heute auf Telegram für 500 Euro/Monat gemietet werden.
IT-Passwort-Reset — Werksleiter ruft IT auf Teams an, "ich stecke beim Kunden, mein Passwort ist blockiert." Der IT-Mitarbeiter sieht das Gesicht, hört die Stimme, gibt den Reset frei. Perfekter Eingang für Ransomware. Nicht dein Passwort. Die Schlüssel zur ganzen Firma. (Die Nordkoreaner sind darin top — andere Episode.)
🔍 Detection ist ein verlorenes Spiel. Protokoll nicht.
"Können wir Software kaufen, die Deepfakes erkennt?" — Kind of yes, mostly no. Detection-Software existiert, wird besser. Aber strukturell: sobald ein Detektor gut wird, testen die Angreifer dagegen und routen drumherum. Antivirus 1990 Arms-Race, nur schneller.
🖐️ Ein kostenloser Trick: Wenn du im Call jemandem nicht traust — sag "kannst du einen Stift nehmen und vor der Kamera drehen?" Heutige Face-Swap-Modelle sind schlecht bei kleinen motorischen Bewegungen, die das Gesicht überlappen. Die Finger werden glitchen.
🎯 Fünf Montag-Aktionen
1. High-Risk-Action-Liste. Eine Seite, 5 Items. Was kann NICHT per Telefon/Teams genehmigt werden. Überweisungen >10.000 EUR. IT-Admin-Passwort-Resets. Vendor-Bankdaten-Änderungen. Document-Signing unter Zeitdruck. Payroll-Routing-Änderungen.
2. Codewort-System. Ein Wort. Wechselt alle 90 Tage. Wird in Person ausgemacht, nie aufgeschrieben. Bei sensiblen Aktionen: "Was ist unser Codewort dieses Quartals?" Kann er nicht antworten — Call vorbei. Mache ich in meiner Familie.
3. Multi-Factor auf Zahlungen. Du hast MFA auf deinem Microsoft-Login. Jetzt auf finanzielle Aktionen ausweiten. Über 10K: zweite Person muss via App auf separatem Gerät bestätigen. Video-Call kann das nicht überschreiben.
4. Drill. Externer Berater simuliert Deepfake-Angriff. Impersoniert den CFO, den Werksleiter. Heute: vielleicht 2 von 10 Versuche erfolgreich. In 9 Monaten: 9 von 10. Jährlich machen wie eine Brandschutzübung.
5. Team trainieren — zeig ihnen Patrycek. 10 Minuten beim nächsten All-Hands. Deepfake-Software auf den Screen. In 10 Sekunden 3 verschiedene Personen sein. "Das hat 3 Euro gekostet und 10 Minuten gedauert." Der Schock ist das Training.
🧠 Die tiefere Lektion: Psychological Safety
Bei einer HSLU-CAS-Session war die Head of Strategy vom Schweizer Fernsehen dabei. Am Ende sagte sie etwas, das mich nicht mehr loslässt: "Was bei deinen Protokollen fehlt, ist Psychological Safety."
Das ist die Erlaubnis, mitten im Call zu deinem Chef zu sagen "ich glaube dir gerade nicht." Die Erlaubnis für die Assistentin, den CFO zu unterbrechen mit "schickst du mir auch noch eine schriftliche Bestätigung?" — ohne bestraft zu werden, ohne als schwierig zu gelten, ohne den Job zu verlieren.
Im DACH-Raum ein riesiges Problem. Unsere Hierarchien sind real. Unsere Kultur belohnt Ausführung über Hinterfragen. Genau das zählen die Kriminellen auf Telegram.
Die Arup-Mitarbeiterin damals war nicht dumm. Sie sah den CFO. Sah zehn Leute, die sie kannte. Was ihr fehlte: ...
From the publisher's feed
Malcolm Werchotas KI-Kochbuch ist der Ort, wo künstliche Intelligenz auf authentische Business-Transformation trifft. Bekannt für seinen direkten Stil und seine Bereitschaft, KI live in Aktion zu…