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New York City. 1950er Jahre. Nicht das New York der glitzernden Lichter – sondern ein Moloch aus Elend und Gewalt. Ganze Straßenzüge sind fest in der Hand von Jugendbanden. Kinder wachsen auf in Armut, ohne Schutz, ohne Liebe. Kinder gehen mit Messern zur Schule. Wer überleben will, muss hart sein. Brutal sein. Einer dieser Jungen ist Nicky. Vom Vater verprügelt. Von der Mutter "Kind des Teufels" genannt. Mit 15 Jahren haut er zu Hause ab. Er wird Teil einer Gang. Mit 17 ist er Boss einer gefürchteten Bande, brutal und eiskalt. Er selbst sagt es so: "Mein Herz war ein Grab."
Für einen wie Nicky gibt es keine Chancen. Keine Aufstiegsmöglichkeiten. Keinen "American Dream" vom Tellerwäscher zum Millionär. Es gibt nur die Straße. Um ihn herum sterben Freunde in den Kämpfen verfeindeter Gangs. Jeder weiß: So wird er auch enden.
Und dann begegnet ihm einer. An der Straßenecke steht ein junger Mann mit der Bibel in der Hand. Er redet von Jesus. "Jesus liebt dich, Nicky."
Nicky spuckt ihn an. Droht ihm mit dem Tod, sollte er noch einmal auftauchen. Der Fremde bleibt ruhig: "Du kannst mich schlagen," sagt er. "Du kannst mich töten. Aber Jesus wird nicht aufhören, dich zu lieben."
In Nicky bricht etwas auf. Zum ersten Mal weint er. Mit Gott neu anzufangen wird nicht einfach. Heute predigt Nicky selbst. Nicht als Star. Sondern als einer, der gefunden wurde.
Und genau darum geht es heute: Um Gnade. Um Menschen, die verloren sind--und von Gott gefunden werden. Nicky ist einer davon.
Saul auch. Seine Geschichte ist ganz anders. Und doch irgendwie ähnlich.
Jerusalem. Ein paar Jahre nach Jesu Tod. Die Stadt ist laut, voll, religiös aufgeladen. Im Tempel wird gebetet, geopfert, gelehrt. Und mittendrin ein junger Mann: Saul, aus Tarsus. Gebildet. Leidenschaftlich. Ehrgeizig. Sein Kopf: voll mit der Heiligen Schrift. Sein Herz: erfüllt vom Wunsch, Gott zu dienen – kompromisslos.
Saul ist der Stolz seiner Eltern. Benannt nach Israels erstem König. Fromm erzogen. Er hat das Zeug dazu, einer der ganz Großen zu werden: ein Lehrer des Gesetzes. Ein Verteidiger des Glaubens. Und er meint es ernst.
Dann hört er von diesen Leuten, die behaupten, Jesus von Nazareth sei der Messias -- das heißt: "der Retter, den Gott schickt". Jesus--ein Mann, der am Kreuz gestorben ist! Der als Verbrecher verurteilt und bestraft wurde. „Das ist Gotteslästerung!“, denkt Saul. Das kann nicht Gottes Wille sein. Diese Sekte muss gestoppt werden.
Saul diskutiert nicht – er handelt. Er verfolgt. Er holt sich Vollmachten. Er durchsucht Häuser. Er bringt Männer und Frauen ins Gefängnis – weil sie an diesen Jesus glauben. Er sieht, wie der erste Christ gesteinigt wird – Stephanus – und er steht dabei. Schweigend. Zustimmend. Überzeugt, das Richtige zu tun.
Saul ist kein Verbrecher wie Nicky. Er lebt sogar religiös. Aber er ist trotzdem verloren.
Verloren – in seinem Stolz. Verloren – in seiner Wut. Verloren – in seiner Überzeugung, dass man sich Gottes Liebe verdienen muss.
Verloren – und Gott findet ihn. Trotzdem.
Jahre später, in einem Brief an einen Freund, hört sich das so an:
Ich danke Jesus, dem Messias.Jesus bestimmt unser Leben.Jesus hat mir Kraft gegeben.Er hat mir vertraut.Er hat mir eine wichtige Aufgabe gegeben.Dabei war ich früher schlecht.Ich habe Gott beleidigt.Ich war voller Hass.Ich hasste Menschen, die Jesus vertrauten.Ich verfolgte sie.Ich tat ihnen Gewalt an.Aber Gott hatte Erbarmen mit mir.Denn ich wusste nicht, was ich tat.Mir fehlte ja das Vertrauen.Jesus, der Messias, war unendlich gut zu mir.Er liebt mich grenzenlos.Er hat mir Glauben geschenkt.Ich kann ihm jetzt vertrauen,durch Jesus, den Messias.Das ist ein ganz wichtiger Satz.Alle sollen ihn hören und ihm vertrauen:Jesus, der Messias, kam in die Welt,um Menschen zu retten, die ohne Gott leben.Ich war einer von ihnen –der Schlimmste sogar.Gerade deshalb hat Gott sich erbarmt:Jesus, der Messias, ist geduldig.An mir sieht man, wie geduldig.So werde ich zu einem Beispiel für alle.Alle sollen auch anfangen, auf Gott zu vertrauen.Dann gehören sie für immer zu Gott.Gott bestimmt alles – für immer.Er stirbt nie.Er vergeht nie.Niemand kann ihn sehen.Niemand kann ihn begreifen.Es gibt keinen Gott außer ihm.Er ist einzigartig.Ich kann gar nicht anders:Ich muss ihn einfach ehren.Ich muss ihm einfach danken.Ich kann damit gar nicht aufhören.Alle Ehre gehört ihm. Für immer.Amen.(1. Timotheus 1,12-17, von mir in leichte Sprache übertragen)Zwei Männer. Zwei Welten. Zwei Geschichten. Und Gott, der niemanden aufgibt. Gnade ist nicht für die Guten. Gnade ist für die Verlorenen.
In ein paar Jahrzehnten, liebe Lilli, wird vielleicht einmal jemand deine Geschichte erzählen. Heute können wir das noch nicht. Wir wissen ja noch gar nicht viel davon. Wir lernen dich gerade erst kennen.
Was wir heute haben, sind unsere guten Wünsche für dich. Wir wünschen dir Liebe – nicht nur die Liebe deiner Familie, sondern auch die Liebe Gottes, die dich immer begleitet. Auch dann, wenn du dich mal selbst nicht liebst.
Wir wünschen dir Mut – Mut, du selbst zu sein. Auch wenn andere dich anders haben wollen. Mut, Fehler zu machen. Und wieder aufzustehen.
Wir wünschen dir Hoffnung – die Art Hoffnung, die Saul, der sich selbst jetzt Paul nennt ("der Kleine"), getragen hat. Die Hoffnung, dass Gott mit dir etwas vorhat, selbst wenn du dich mal verlaufen solltest.
Und wir wünschen dir Glauben –nicht als Leistung, sondern als Geschenk. So wie heute. Heute haben nicht wir dich zu Gott gebracht – er hat dich längst gefunden. Noch bevor du ihn überhaupt kennst, sagt er schon: „Du bist mein. Du gehörst zu mir.“
Mit anderen Worten: Wir wünschen dir ein reiches, erfülltes Leben. Wir wünschen dir Segen und Erfolge und Höhepunkte. Wir wünschen dir Kraft und Frieden.
Darum beten wir ja heute auch.
Was aus diesen Wünschen werden wird, wissen wir nicht. Viele von uns hier haben schon lange Erfahrung gesammelt, mit diesem Leben. Wir wissen, dass nicht jeder Wunsch Wirklichkeit wird. Wir haben erlebt, dass gute Absichten oft nicht genügen. Wir haben erfahren, dass wir selbst oft an unseren Idealen scheitern. Dass wir Fehler machen. Dumme Entscheidungen treffen. Die falschen Dinge für wichtig halten. Die wirklich wichtigen Dinge übersehen. Unser Bild vom guten Leben hat Sprünge, Risse und Dellen bekommen. Wir haben uns selbst in manche Sackgassen manövriert. Manchmal finden wir gar nicht mehr heraus.
Wahrscheinlich wird es dir an manchen Punkten ähnlich gehen. "Irren ist menschlich", sagt man nicht ohne Grund. Du wärst die erste, die ihren Weg immer unbeirrt geht.
Aber weißt du, Lilli: Gerade dann wird das, was heute in deiner Taufe sichtbar geworden ist, umso wichtiger. Dass Gottes Liebe nicht an deine Leistung gebunden ist. Dass er dich nicht nur sieht, wenn du alles richtig machst – sondern gerade dann, wenn du dich verirrt hast. Wenn du dich selbst nicht mehr findest. Wenn du dich vielleicht sogar selbst aufgibst. Gott gibt dich nicht auf.
Von Saul, der jetzt Paul heißt -- wir kennen ihn lateinisch als "Paulus" -- gibt es etwas mitzunehmen:
Das ist ein ganz wichtiger Satz. Alle sollen ihn hören und ihm vertrauen:Jesus, der Messias, kam in die Welt, um Menschen zu retten, die sich von Gott entfernt haben.Gott gibt nicht auf. Er hat "Erbarmen" mit denen, die es selbst nicht besser können.
Er sucht, bis er findet. Er lässt nicht locker.
Wen er gefunden hat, den beschenkt er:
Mit Liebe ohne Grenzen. Die macht wieder heil, was im Leben zerbrochen ist.
Mit Vertrauen, das trägt. "Glaube" nennen wir das. Das muss man nicht selbst können. Gott ist es, der dieses Vertrauen schenkt.
Mit Leben, das besser ist: Anders als das verbeulte, verkratzte Leben, das wir selbst fabrizieren. Gott schenkt reiches, volles, heiles Leben. Und das ohne Ende.
Dieser Satz gilt dir, Lilli. Und mir. Und allen, die heute hier sind und die Dellen und Beulen schon an sich tragen:
Jesus, der Messias, kam in die Welt, um Menschen zu retten, die nicht mehr mit Gott rechnen.
Jesus, der Messias, kam in die Welt -- für uns.
Für dich und für mich.
Nicky ist ihm begegnet. Saul hat er total verändert.
Dir und mir hat er versprochen, uns nie allein zu lassen.
Das ist es, was uns trägt. Darauf kannst du dich verlassen.
Und das ist es, was wir dir wünschen:
Nicht ein perfektes Leben, sondern ein getragenes.
Nicht ein fehlerloses Leben, sondern ein gefundenes.
Mit uns gehörst du, liebe Lilli, nun zu den Getauften.
Und das heißt:
Gnade ist deine Geschichte -- von Anfang an.
Gottes Erbarmen mit dir hat kein Ende.
Seine Güte ist jeden Morgen neu für dich.
Vielleicht kannst du eines Tages mitbeten, mit Nicky und Paul, mit mir und unzähligen anderen Getauften.
Mitbeten und mitsingen. Miterzählen, deine Geschichte.
Im Grunde geht die so:
Gott bestimmt alles – für immer.Er stirbt nie.Er vergeht nie.Niemand kann ihn sehen.Niemand kann ihn begreifen.Es gibt keinen Gott außer ihm.Er ist einzigartig.Ich kann gar nicht anders:Ich muss ihn einfach ehren.Ich muss ihm einfach danken.Ich kann damit gar nicht aufhören.Alle Ehre gehört ihm. Für immer.Amen.
By Christoph FischerNew York City. 1950er Jahre. Nicht das New York der glitzernden Lichter – sondern ein Moloch aus Elend und Gewalt. Ganze Straßenzüge sind fest in der Hand von Jugendbanden. Kinder wachsen auf in Armut, ohne Schutz, ohne Liebe. Kinder gehen mit Messern zur Schule. Wer überleben will, muss hart sein. Brutal sein. Einer dieser Jungen ist Nicky. Vom Vater verprügelt. Von der Mutter "Kind des Teufels" genannt. Mit 15 Jahren haut er zu Hause ab. Er wird Teil einer Gang. Mit 17 ist er Boss einer gefürchteten Bande, brutal und eiskalt. Er selbst sagt es so: "Mein Herz war ein Grab."
Für einen wie Nicky gibt es keine Chancen. Keine Aufstiegsmöglichkeiten. Keinen "American Dream" vom Tellerwäscher zum Millionär. Es gibt nur die Straße. Um ihn herum sterben Freunde in den Kämpfen verfeindeter Gangs. Jeder weiß: So wird er auch enden.
Und dann begegnet ihm einer. An der Straßenecke steht ein junger Mann mit der Bibel in der Hand. Er redet von Jesus. "Jesus liebt dich, Nicky."
Nicky spuckt ihn an. Droht ihm mit dem Tod, sollte er noch einmal auftauchen. Der Fremde bleibt ruhig: "Du kannst mich schlagen," sagt er. "Du kannst mich töten. Aber Jesus wird nicht aufhören, dich zu lieben."
In Nicky bricht etwas auf. Zum ersten Mal weint er. Mit Gott neu anzufangen wird nicht einfach. Heute predigt Nicky selbst. Nicht als Star. Sondern als einer, der gefunden wurde.
Und genau darum geht es heute: Um Gnade. Um Menschen, die verloren sind--und von Gott gefunden werden. Nicky ist einer davon.
Saul auch. Seine Geschichte ist ganz anders. Und doch irgendwie ähnlich.
Jerusalem. Ein paar Jahre nach Jesu Tod. Die Stadt ist laut, voll, religiös aufgeladen. Im Tempel wird gebetet, geopfert, gelehrt. Und mittendrin ein junger Mann: Saul, aus Tarsus. Gebildet. Leidenschaftlich. Ehrgeizig. Sein Kopf: voll mit der Heiligen Schrift. Sein Herz: erfüllt vom Wunsch, Gott zu dienen – kompromisslos.
Saul ist der Stolz seiner Eltern. Benannt nach Israels erstem König. Fromm erzogen. Er hat das Zeug dazu, einer der ganz Großen zu werden: ein Lehrer des Gesetzes. Ein Verteidiger des Glaubens. Und er meint es ernst.
Dann hört er von diesen Leuten, die behaupten, Jesus von Nazareth sei der Messias -- das heißt: "der Retter, den Gott schickt". Jesus--ein Mann, der am Kreuz gestorben ist! Der als Verbrecher verurteilt und bestraft wurde. „Das ist Gotteslästerung!“, denkt Saul. Das kann nicht Gottes Wille sein. Diese Sekte muss gestoppt werden.
Saul diskutiert nicht – er handelt. Er verfolgt. Er holt sich Vollmachten. Er durchsucht Häuser. Er bringt Männer und Frauen ins Gefängnis – weil sie an diesen Jesus glauben. Er sieht, wie der erste Christ gesteinigt wird – Stephanus – und er steht dabei. Schweigend. Zustimmend. Überzeugt, das Richtige zu tun.
Saul ist kein Verbrecher wie Nicky. Er lebt sogar religiös. Aber er ist trotzdem verloren.
Verloren – in seinem Stolz. Verloren – in seiner Wut. Verloren – in seiner Überzeugung, dass man sich Gottes Liebe verdienen muss.
Verloren – und Gott findet ihn. Trotzdem.
Jahre später, in einem Brief an einen Freund, hört sich das so an:
Ich danke Jesus, dem Messias.Jesus bestimmt unser Leben.Jesus hat mir Kraft gegeben.Er hat mir vertraut.Er hat mir eine wichtige Aufgabe gegeben.Dabei war ich früher schlecht.Ich habe Gott beleidigt.Ich war voller Hass.Ich hasste Menschen, die Jesus vertrauten.Ich verfolgte sie.Ich tat ihnen Gewalt an.Aber Gott hatte Erbarmen mit mir.Denn ich wusste nicht, was ich tat.Mir fehlte ja das Vertrauen.Jesus, der Messias, war unendlich gut zu mir.Er liebt mich grenzenlos.Er hat mir Glauben geschenkt.Ich kann ihm jetzt vertrauen,durch Jesus, den Messias.Das ist ein ganz wichtiger Satz.Alle sollen ihn hören und ihm vertrauen:Jesus, der Messias, kam in die Welt,um Menschen zu retten, die ohne Gott leben.Ich war einer von ihnen –der Schlimmste sogar.Gerade deshalb hat Gott sich erbarmt:Jesus, der Messias, ist geduldig.An mir sieht man, wie geduldig.So werde ich zu einem Beispiel für alle.Alle sollen auch anfangen, auf Gott zu vertrauen.Dann gehören sie für immer zu Gott.Gott bestimmt alles – für immer.Er stirbt nie.Er vergeht nie.Niemand kann ihn sehen.Niemand kann ihn begreifen.Es gibt keinen Gott außer ihm.Er ist einzigartig.Ich kann gar nicht anders:Ich muss ihn einfach ehren.Ich muss ihm einfach danken.Ich kann damit gar nicht aufhören.Alle Ehre gehört ihm. Für immer.Amen.(1. Timotheus 1,12-17, von mir in leichte Sprache übertragen)Zwei Männer. Zwei Welten. Zwei Geschichten. Und Gott, der niemanden aufgibt. Gnade ist nicht für die Guten. Gnade ist für die Verlorenen.
In ein paar Jahrzehnten, liebe Lilli, wird vielleicht einmal jemand deine Geschichte erzählen. Heute können wir das noch nicht. Wir wissen ja noch gar nicht viel davon. Wir lernen dich gerade erst kennen.
Was wir heute haben, sind unsere guten Wünsche für dich. Wir wünschen dir Liebe – nicht nur die Liebe deiner Familie, sondern auch die Liebe Gottes, die dich immer begleitet. Auch dann, wenn du dich mal selbst nicht liebst.
Wir wünschen dir Mut – Mut, du selbst zu sein. Auch wenn andere dich anders haben wollen. Mut, Fehler zu machen. Und wieder aufzustehen.
Wir wünschen dir Hoffnung – die Art Hoffnung, die Saul, der sich selbst jetzt Paul nennt ("der Kleine"), getragen hat. Die Hoffnung, dass Gott mit dir etwas vorhat, selbst wenn du dich mal verlaufen solltest.
Und wir wünschen dir Glauben –nicht als Leistung, sondern als Geschenk. So wie heute. Heute haben nicht wir dich zu Gott gebracht – er hat dich längst gefunden. Noch bevor du ihn überhaupt kennst, sagt er schon: „Du bist mein. Du gehörst zu mir.“
Mit anderen Worten: Wir wünschen dir ein reiches, erfülltes Leben. Wir wünschen dir Segen und Erfolge und Höhepunkte. Wir wünschen dir Kraft und Frieden.
Darum beten wir ja heute auch.
Was aus diesen Wünschen werden wird, wissen wir nicht. Viele von uns hier haben schon lange Erfahrung gesammelt, mit diesem Leben. Wir wissen, dass nicht jeder Wunsch Wirklichkeit wird. Wir haben erlebt, dass gute Absichten oft nicht genügen. Wir haben erfahren, dass wir selbst oft an unseren Idealen scheitern. Dass wir Fehler machen. Dumme Entscheidungen treffen. Die falschen Dinge für wichtig halten. Die wirklich wichtigen Dinge übersehen. Unser Bild vom guten Leben hat Sprünge, Risse und Dellen bekommen. Wir haben uns selbst in manche Sackgassen manövriert. Manchmal finden wir gar nicht mehr heraus.
Wahrscheinlich wird es dir an manchen Punkten ähnlich gehen. "Irren ist menschlich", sagt man nicht ohne Grund. Du wärst die erste, die ihren Weg immer unbeirrt geht.
Aber weißt du, Lilli: Gerade dann wird das, was heute in deiner Taufe sichtbar geworden ist, umso wichtiger. Dass Gottes Liebe nicht an deine Leistung gebunden ist. Dass er dich nicht nur sieht, wenn du alles richtig machst – sondern gerade dann, wenn du dich verirrt hast. Wenn du dich selbst nicht mehr findest. Wenn du dich vielleicht sogar selbst aufgibst. Gott gibt dich nicht auf.
Von Saul, der jetzt Paul heißt -- wir kennen ihn lateinisch als "Paulus" -- gibt es etwas mitzunehmen:
Das ist ein ganz wichtiger Satz. Alle sollen ihn hören und ihm vertrauen:Jesus, der Messias, kam in die Welt, um Menschen zu retten, die sich von Gott entfernt haben.Gott gibt nicht auf. Er hat "Erbarmen" mit denen, die es selbst nicht besser können.
Er sucht, bis er findet. Er lässt nicht locker.
Wen er gefunden hat, den beschenkt er:
Mit Liebe ohne Grenzen. Die macht wieder heil, was im Leben zerbrochen ist.
Mit Vertrauen, das trägt. "Glaube" nennen wir das. Das muss man nicht selbst können. Gott ist es, der dieses Vertrauen schenkt.
Mit Leben, das besser ist: Anders als das verbeulte, verkratzte Leben, das wir selbst fabrizieren. Gott schenkt reiches, volles, heiles Leben. Und das ohne Ende.
Dieser Satz gilt dir, Lilli. Und mir. Und allen, die heute hier sind und die Dellen und Beulen schon an sich tragen:
Jesus, der Messias, kam in die Welt, um Menschen zu retten, die nicht mehr mit Gott rechnen.
Jesus, der Messias, kam in die Welt -- für uns.
Für dich und für mich.
Nicky ist ihm begegnet. Saul hat er total verändert.
Dir und mir hat er versprochen, uns nie allein zu lassen.
Das ist es, was uns trägt. Darauf kannst du dich verlassen.
Und das ist es, was wir dir wünschen:
Nicht ein perfektes Leben, sondern ein getragenes.
Nicht ein fehlerloses Leben, sondern ein gefundenes.
Mit uns gehörst du, liebe Lilli, nun zu den Getauften.
Und das heißt:
Gnade ist deine Geschichte -- von Anfang an.
Gottes Erbarmen mit dir hat kein Ende.
Seine Güte ist jeden Morgen neu für dich.
Vielleicht kannst du eines Tages mitbeten, mit Nicky und Paul, mit mir und unzähligen anderen Getauften.
Mitbeten und mitsingen. Miterzählen, deine Geschichte.
Im Grunde geht die so:
Gott bestimmt alles – für immer.Er stirbt nie.Er vergeht nie.Niemand kann ihn sehen.Niemand kann ihn begreifen.Es gibt keinen Gott außer ihm.Er ist einzigartig.Ich kann gar nicht anders:Ich muss ihn einfach ehren.Ich muss ihm einfach danken.Ich kann damit gar nicht aufhören.Alle Ehre gehört ihm. Für immer.Amen.
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