057_ Der Umsatz-Backup Podcast - Aufbau digitaler Unternehmens-Standbeine.
Lerne "NEIN" zu sagen.
Ich hatte gestern wieder ein besonderes Erlebnis in einer, wie ich es nenne: "Datenschutzkloake".
Ein Mitarbeiter eines Unternehmens hat mich angerufen und hat mich angefragt, ob ich als externer Datenschutzbeauftragter für das Unternehmen tätig sein möchte.
Wir haben uns zu einem Gesprächstermin vor Ort verabredet.
Mir ist es wichtig, dass man sich einmal in die Augen geschaut und ich schaue auch gleichzeitig, ob man sich auf Augenhöhe begegnet oder ob man als Dienstbote abgekanzelt wird.
Jetzt mache ich im Vorfeld mehrere Dinge, die mir wichtig erscheinen.
Ich beginne vorab mit der Rechere ĂĽber des Unternehmen.
Größe, Mitarbeiteranzahl, Branche, Standorte, Webseite, Social-Media Auftritte, Rechtsform, Geschäftsführung, Bilanzen, Newsmeldungen, etc.
Also alles, was mir von außen zugänglich ist, wird angeschaut.
Daraus ergibt sich schon ein erste Bild, wie es um den Datenschutz bestellt ist.
Dann gilt die Regel:
ich spreche direkt mit der Geschäftsführung und nicht nur mit Mittelsmännern.
Ist dies vor Ort der Fall und die Geschäftsführung taucht nicht auf, dann bin ich raus aus dem Spiel,
Dann weiß ich, in diesem Unternehmen wird dem Datenschutz wenig Priorität eingeräumt und der externe Datenschutzbeauftragte wird in solchen Unternehmen meist als Sündenbock gebucht.
Ich kann mir das erlauben und ich habe letztes Jahr mehr Anfragen von Kunden abgelehnt als angenommen.
Das ist keine Boshaftigkeit von mir, aber ich bin im Bereich Datenschutz zeitlich begrenzt und nagele mir kein Unternehmen ans Bein, wo ich im Voraus schon weiĂź, dass es Schwierigkeiten gibt.
Erfahrungsgemäß sind dies auch die Unternehmen, welche im Nachgang über den Preis verhandeln möchten.
Nein Danke, ich arbeite nicht fĂĽr Sie.
Sie werden sicher anderswo fĂĽndig und vielleicht auch glĂĽcklicher sein.
Ich arbeite mit Profis zusammen, nicht mit Amateuren und auch nicht mit "Hobbymusikern".
An diesen Punkt musst Du erst mal kommen.
Am Anfang der Selbständigkeit nimmt man ab und an auch Aufträge an, von denen man im Nachhinein besser die Finger gelassen hätte.
Das trainiert - im Guten, wie im Schlechten. Jedenfalls prägt es einen.
"NEIN" sagen zu können ist mehr Wert, als ein Paar Euro, die ein "schlechter Kunde" in die Kasse spülen würde.
Wenn er ĂĽberhaupt bezahlt.
Ich hatte es an anderer Stelle schon erwähnt.
Ich habe vom Hundetrainer gelernt, dass die Bezahlung nach Möglichkeit im Voraus stattfindet, sonst rennt man dem Geld hinterher.
Und das muss nicht sein.
Ehrliche Arbeit, ehrliche Bezahlung.
Fertig.
Wenn nicht, dann wars das. Und tschĂĽss.