
Sign up to save your podcasts
Or


Wie verändert sich Politik, wenn gesellschaftliche Verhältnisse nicht als gegeben, sondern als gestaltbar erscheinen?
„Utopia“ beginnt nicht mit einer idealen Insel, sondern mit einer Kritik an den sozialen Verhältnissen Englands. Die Ausweitung der Wollproduktion vertreibt Menschen von ihrem Land, verschärft Armut und Kriminalität und lässt harte Strafen als untaugliche Antwort erscheinen.
Günter Fröhlich zeigt, wie Thomas Morus Satire, humanistische Gelehrsamkeit und politische Analyse verbindet. Die Insel Utopia entwirft gemeinsames Eigentum, geregelte Arbeit, religiöse Toleranz und eine eigene Verfassungsordnung - ohne dass eindeutig feststeht, welche Elemente Morus selbst befürwortet.
In dieser Folge:
Bezug zum Buch: Vertiefung in Band 1, Kapitel 9 „Thomas Morus über Utopia“ sowie im Exkurs „Das Denken in Möglichkeiten“.
Text, Redaktion, Sprecher und Musik: Günter Fröhlich.
Muss politische Führung moralische Regeln verletzen - oder zeigt sich Verantwortung gerade im Umgang mit Konflikten?
Kaum ein Name ist so eng mit skrupelloser Machtpolitik verbunden wie Machiavelli. Doch seine Texte sind widersprüchlicher. „Il Principe“ beschreibt Situationen, in denen Herrscher unter äußerstem Handlungsdruck stehen; die „Discorsi“ untersuchen die Voraussetzungen einer lebendigen Republik.
Günter Fröhlich erläutert die Begriffe „Virtù“ und „Fortuna“, Machiavellis Abkehr von einer göttlich vorgegebenen Geschichtsordnung und seine Konzentration auf menschliche Gestaltungskraft. Politisches Handeln folgt Zielen und Normen, kann aber in Ausnahmesituationen Mittel erfordern, die moralisch problematisch bleiben.
In dieser Folge:
Bezug zum Buch: Vertiefung in Band 1, Kapitel 8 „Machiavelli und die Realpolitik“.
Text, Redaktion, Sprecher und Musik: Günter Fröhlich.
Wer darf Gesetze geben - der Herrscher, die Kirche oder die Bürger selbst?
Im „Defensor pacis“ sucht Marsilius von Padua nach den Ursachen politischer Unordnung. Für ihn bedroht vor allem der weltliche Machtanspruch der Kirche den Frieden. Politik muss deshalb als eigenständige, innerweltliche Angelegenheit organisiert werden.
Günter Fröhlich erläutert Marsilius’ weitreichende These, dass die Gesetzgebung dem Volk oder dessen „gewichtigen Teil“ zukommt. Öffentliche Ämter gehen aus Wahlen hervor, die Regierung vollzieht die Gesetze und bleibt ihnen selbst unterworfen. Damit treten Verfahren, Zuständigkeiten und rechtliche Kontrolle in den Mittelpunkt.
Der Bürgerbegriff bleibt historisch beschränkt. Dennoch entstehen Grundgedanken von Volkssouveränität, Gewaltenteilung, Rechtspositivismus und einer politischen Ordnung, deren Legitimität nicht mehr aus kirchlicher Autorität stammt.
In dieser Folge:
Bezug zum Buch: Vertiefung in Band 1, Kapitel 7 „Marsilius von Padua und die Verteidigung des Friedens“ sowie im Exkurs zu Herrschaftsanspruch und Wirklichkeit.
Text, Redaktion, Sprecher und Musik: Günter Fröhlich.
Kann umfassende Macht Freiheit sichern, wenn sie frei von persönlichen Interessen ausgeübt wird?
Dantes politische Philosophie entsteht in einem von Kriegen und Parteiungen zerrissenen Italien. Er fordert eine universale Monarchie unter dem Kaiser und zugleich die Freiheit der Städte. Die Vernunft, nicht ein weltlicher Anspruch der Kirche, soll die politische Ordnung bestimmen.
Günter Fröhlich rekonstruiert Dantes ungewöhnliches Argument: Ein Weltmonarch, der bereits alles besitzt, müsse keine eigenen Interessen mehr verfolgen. Seine umfassende Macht könne deshalb dem Frieden und dem Wohl aller dienen. Der Monarch erscheint nicht als willkürlicher Despot, sondern als gesetzesgebundener Diener der Welt.
Die Folge zeigt die idealistischen Voraussetzungen dieses Entwurfs und Dantes Beitrag zur Trennung von geistlicher und weltlicher Macht. Politische Freiheit wird dabei an Frieden, vernünftiges Urteil und institutionelle Unabhängigkeit gebunden.
In dieser Folge:
Bezug zum Buch: Vertiefung in Band 1, Kapitel 6 „Dante und die Monarchie“.
Text, Redaktion, Sprecher und Musik: Günter Fröhlich.
Nach der radikalen Weltabwertung bei Augustinus gewinnt das Diesseits bei Thomas von Aquin neues Gewicht. Die Welt ist von Gott geschaffen und kann deshalb nicht grundsätzlich schlecht sein. Menschen tragen Verantwortung für ihr Handeln; Herrscher für die Bedingungen, unter denen ein gutes Leben möglich wird.
Günter Fröhlich erläutert die gestufte Gesetzeslehre von der „lex aeterna“ über Naturrecht und menschliches Recht bis zur Offenbarung. Positive Gesetze müssen dem Gemeinwohl dienen, von einer zuständigen Instanz erlassen werden und Belastungen verhältnismäßig verteilen.
Der Staat erhält damit konkrete Funktionen: Frieden sichern, materielles Auskommen ermöglichen und die Voraussetzungen für ein verantwortliches Leben schaffen. Obwohl Thomas an einer religiösen Gesamtordnung festhält, bereitet diese funktionale Bestimmung eine größere Eigenständigkeit der weltlichen Politik vor.
In dieser Folge
Bezug zum Buch
Text, Redaktion, Sprecher und Musik: Günter Fröhlich.
Was bleibt von Politik, wenn Gerechtigkeit nur jenseits der Welt vollkommen sein kann?
Bezug zum Buch
Text, Redaktion, Sprecher und Musik: Günter Fröhlich.
Was verbindet Bürger zu einem Gemeinwesen - gemeinsame Macht, gemeinsamer Nutzen oder gemeinsames Recht?
Cicero war Philosoph, Redner und politischer Akteur. Seine Bedeutung liegt nicht nur in der Vermittlung griechischer Gedanken, sondern in ihrer Umformung für die römische Rechts- und Handlungskultur.
Die römische Mischverfassung verbindet monarchische, aristokratische und demokratische Elemente. Zugleich entsteht eine bis heute offene Spannung: Gilt Recht, weil es vernünftig und naturgemäß ist - oder weil es in einem politischen Verfahren gesetzt wurde?
In dieser Folge
Bezug zum Buch
Text, Redaktion, Sprecher und Musik: Günter Fröhlich.
Was macht eine politische Ordnung demokratisch - und warum lässt sich diese Frage nur historisch beantworten?
Demokratische Ordnungen unterscheiden sich in ihren Institutionen, Verfahren und politischen Kulturen. Was sie dennoch als Demokratien verbindet, lässt sich nicht allein an einer Momentaufnahme der Gegenwart erklären. Dafür müssen wir nachvollziehen, wie zentrale politische Ideen entstanden sind und ihre Bedeutung verändert haben.
Günter Fröhlich führt in die Methode der politischen Ideengeschichte ein. Er fragt, aus welcher Perspektive wir Vergangenheit erzählen, welche Rolle Freiheit als heutiger Maßstab spielt und warum historische Entwicklung weder als geradliniger Fortschritt noch als bloße Folge von Ereignissen verstanden werden sollte.
In dieser Folge
Bezug zum Buch
Text, Redaktion, Sprecher und Musik: Günter Fröhlich.
© 2026, Günter Fröhlich & Felix Meiner Verlag GmbH. Alle Rechte vorbehalten.
Wie können unterschiedliche Interessen in einer politischen Gemeinschaft ausgeglichen werden?
Während Platon nach einer idealen, vernünftig geordneten Staatsform sucht, richtet Aristoteles den Blick stärker auf die Verschiedenheit realer Gemeinschaften. Eine Verfassung muss zu den Menschen, ihrer Lebensweise, ihrer Wirtschaft und ihren Konflikten passen.
Günter Fröhlich erläutert, weshalb der Mensch für Aristoteles erst in der politischen Gemeinschaft seine Fähigkeiten entfalten kann. Besonders wichtig ist die Politie: eine Ordnung freier und gleicher Bürger, in der Regieren und Regiertwerden wechseln und unterschiedliche Interessen institutionell ausgeglichen werden.
In dieser Folge
Bezug zum Buch
Text, Redaktion, Sprecher und Musik: Günter Fröhlich.
© 2026, Günter Fröhlich & Felix Meiner Verlag GmbH. Alle Rechte vorbehalten.
Soll politische Macht beim Volk, bei den Wissenden oder bei den Gesetzen liegen?
Für Platon bietet die politische Wirklichkeit keinen verlässlichen Maßstab für Gerechtigkeit. Die Athener Demokratie hatte Sokrates verurteilt; Mehrheiten können sich irren, sich von Demagogen leiten lassen und Entscheidungen treffen, die dem Gemeinwohl widersprechen.
In dieser Folge
Bezug zum Buch
Text, Redaktion, Sprecher und Musik: Günter Fröhlich.
© 2026, Günter Fröhlich & Felix Meiner Verlag GmbH. Alle Rechte vorbehalten.
From the publisher's feed