Das Märchen vom goldenen Zauberfisch
Es war einmal ein Fischer, der mit seiner Frau in einer winzigen Hütte am Meeresstrand lebte. Da sie eigentlich alles hatten, was sie zum Leben brauchten, war er wunschlos glücklich, aber seine Frau wäre gerne reicher gewesen.
Eines Tages fand der Fischer in seinem Netz einen goldenen Fisch, der zu seiner Verwunderung zu sprechen anfing.
Der Zauberfisch sagte: „Ach, Fischer, könntest du mich bitte wieder freilassen? Dann würde ich dir jeden Wunsch erfüllen.“
Der Fischer ließ den Zauberfisch frei und sagte: „Ich wüsste nicht, was ich mir wünschen sollte, ich habe ja alles, was ich brauche.“
Als er seiner Frau vom Zauberfisch erzählte, seufzte sie: „Du hättest den Zauberfisch um goldenen Schmuck für mich bitten sollen. Wie gerne möchte ich mich mit goldenen Ringen und Ketten schmücken!“
Da ging der Fischer an den Meeresstrand, rief den Zauberfisch herbei und sagte: „Meine Frau hätte für ihr Leben gerne goldenen Schmuck.“
Und als der Fischer in seine Hütte kam, glänzten an den Fingern seiner Frau goldene Ringe, und um den Hals trug sie prächtige goldene Ketten. Sie aber seufzte: „Ach, wenn wir statt unserer winzigen Hütte doch einen prunkvollen Palast zum Wohnen hätten!
Und der Fischer erbat vom Zauberfisch einen Palast, damit seine Frau endlich zufrieden wäre. Diese aber wollte mehr als einen Palast und sagte: „Ich wünschte, ich wäre die Herrscherin des Meeres und der Zauberfisch würde mir zu Diensten sein und müsste mir jeden Wunsch erfüllen.“
Als der Fischer schweren Herzens zum Zauberfisch ging und ihm diesen Wunsch seiner Frau nannte, tat es einen Donnerschlag und – schwupps – weg waren der Palast und der Goldschmuck.
„Ach, wäreich doch nicht so unbescheiden gewesen “, seufzte da die Fischersfrau.
Der Fischer nahm sie in seine Arme und sagte:
„Ja, wenn du das früher gewusst hättest!
Du
hättest dir Glück, Gesundheit und Zufriedenheit
wünschen sollen!“