Therapie auf den Punkt

Diagnosen #1 - Konstruktivistisches Denken


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Liegen psychische Leiden wirklich so feinsäuberlich sortiert in der Welt vor, wie unsere Klassifikationen suggerieren? Der Realismus sagt: Ja, jeder Diagnose entspricht auch ein spezifisches reales Phänomen in der Welt.


Der Konstruktivismus dagegen behauptet: Das Phänomen, das wir durch die Diagnose bezeichnen wollen, liegt nicht einfach vor. Vielmehr verändert es sich durch die Art, wie wir es beschreiben. Unsere Auffassungen über Depression etc. beeinflussen, wie Menschen leiden und welche Symptome sie zeigen.


Dies lässt sich anhand einiger empirischer Beispiele eindrücklich darlegen. Vor hundert Jahren gab es etwa gewisse Symptome, die heute nahezu komplett verschwunden sind, etwa den Arc de cercle. Zudem gibt es in anderen Regionen der Welt Syndrome, die im Westen unbekannt sind, und umgekehrt.


Schließlich gebe ich einen kurzen Ausblick auf die Kontroversen, denen wir uns im Laufe der Serie widmen werden. Und ich stelle den Autor vor, auf dessen Essays und Paper wir uns als Textgrundlage konzentrieren: Awais Aftab.

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Portrait Awais Aftab The Lancet: https://open.substack.com/pub/awaisaftab/p/profiled-in-lancet-psychiatry?r=3zjgbe&utm_medium=ios

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Inhalt:

0:00 Einleitung

4:17 Realismus

7:46 (radikaler) Konstruktivismus

11:23 2 Beispiele

18:05 Moderater Konstruktivismus

20:18 Sägen am Stuhl des Realismus

35:01 Was passiert außerdem?

39:07 Awais Aftab <3

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Therapie auf den PunktBy Henning Lütje