
Sign up to save your podcasts
Or


Nach dem DSM-5 ist Wahn eine falsche Überzeugung über die äußere Realität, die auf einem fehlerhaften Schluss beruht und sich nicht durch soziale Korrekturen verändern lässt. Außerdem darf sie nicht von der Gemeinschaft geteilt werden. Bei näherem Hinsehen stellt sich jedoch heraus, dass es für jedes einzelne dieser Kriterien Gegenbeispiele gibt.
Wahn lässt sich auch nicht als Krankheitskategorie oder als epistemische Störung (Irrationalität) verstehen, denn viele wahnhafte Menschen sind nicht im eigentlichen Sinne krank und viele irrationale Menschen sind nicht wahnhaft. Also scheint es vielversprechender, die Verwendungsmöglichkeiten des Begriffs in konkreten Alltagsmöglichkeiten zu untersuchen. Was kann ich mit dem Begriff "delulu" tun?
Die Zuschreibung "Sie ist wahnhaft" ist ein Signal an die Gemeinschaft: "Diese Person ist eine schlechte Quelle von Informationen und eure Korrekturversuche werden zwecklos sein. Sie hat keine Täuschungsabsicht und an ihrer Intelligenz liegt es auch nicht. Es ist mir unverständlich, woher ihre Überzeugung kommt und es wäre besser, sie aus der Wissenskooperation zu verbannen."
Viel Spaß! 🚀🚀🚀
_________________________________
Williams et al. - The Social Roots of Delusions: global.oup.com/academic/product/the-social-roots-of-delusions-9780192874177?cc=de&lang=en&
_________________________________
Inhalt:
0:00 Einleitung
2:28 Kriterien nach DSM-5
13:18 Pathologische und epistemische Kriterien
21:51 Definition schlägt fehl
33:07 Die Funktion der Zuschreibung "wahnhaft"
48:32 Die psychiatrische Zuschreibung
1:06:51 Take Home Messages
Wieso bilden Menschen wahnhafte Überzeugungen aus wie zum Beispiel, dass die CIA sie überwachen könnte? Und was unterscheidet klinische Fälle von Wahn von Verschwörungsideologien wie QAnon, bei denen psychologisch unauffällige Menschen ohne jede Symptomatik millionenfach an eine Weltverschwörung geheimer Eliten glauben? Und sind diese Fälle wirklich so unterschiedlich?
Der Vorschlag im neuen Buch von Dan Williams et al. lautet, dass wir Wahnvorstellungen wie paranoide Verfolgungsfantasien nur verstehen können, wenn wir die zutiefst soziale und hyperkooperative Natur des Menschen berücksichtigen. Menschen sind einerseits für fast all ihr Wissen und ihren Erfolg auf die Kooperation mit anderen Menschen angewiesen.
Gleichzeitig konkurrieren Menschen um knappe Ressourcen, die sie für ihren Fortpflanzungserfolg benötigen. Entsprechend sind sie motiviert, sich gegenseitig zu täuschen und zu manipulieren. Die Gegenstrategien, die wir hierzu evolutionär entwickelt haben, können aber überempfindlich kalibriert sein, sodass wir hinter jeder Information eine Verschwörung und hinter jeder Handlung eine Schädigungsabsicht vermuten. Entsprechend sind Paranoia oft nur eine extreme Ausprägung von gesundem Misstrauen, dass uns im menschlichen Miteinander vor Manipulation schützt.
Kollektiver Wahn dagegen soll oft rechtfertigen, wieso es moralisch akzeptabel oder geboten ist, bestimmte Outgroups zu unterwerfen oder auszubeuten. In dieser Episode untersuchen wir die evolutionären Grundlagen von Kooperation, Kultur und Konkurrenz, in deren Kontext wir die Phänomene von klinischem und kollektivem Wahn sinnvoll erklären können.
________________________
Williams et al. - The Social Roots of Delusions: global.oup.com/academic/product/the-social-roots-of-delusions-9780192874177?cc=de&lang=en&
________________________
Inhalt:
0:00 Einleitung
4:02 Übersicht
21:00 Kooperation
47:30 Kultur
59:10 Konkurrenz und Konflikt
1:19:04 Take Home Messages
Prolonged Exposure ist die Expositionstherapie bei PTBS und im Vergleich zur kognitiven Therapie die, wie ich finde, etwas simplere Methode. Das belastende Erlebnis wird immer wieder erzählt, mit allen Details, bis die Belastung über die Zeit sinkt.
Gleichzeitig setzt sich die Patientin in Eigenregie Situationen aus, die sie vorher vermieden hat, und erobert sich so nach und nach ihr Leben zurück. Die Methode ist aus Patientensicht nicht belastender als andere traumafokussierte Verfahren, aber deutlich leichter zu erlernen.
Viel Erfolg! 🚀🚀🚀
____________________________
Zusammenfassung und Materialien: drive.google.com/drive/folders/1wX3TSb4lVYd5WJxh-8xTC63k6t8gp-p9?usp=sharing
Manual von Foa et al. (2019): psychologytools.com/tools/pdf-tools/prolonged-exposure-therapy-for-ptsd-therapist-guide?language=en-us
____________________________
Inhalt:
0:00 Einleitung
1:53 Emotional Processing Theory (EPT)
13:18 Das individuelle Fallkonzept
18:34 Interventionen
30:23 Grober Ablauf der Therapie
36:59 Abschluss
Die Grundidee der kognitiven Therapie lautet: Die Symptome der PTBS kommen zustande, weil wir bestimmte Überzeugungen gebildet haben, durch die wir heute noch uns selbst, unsere Symptome und die Welt interpretieren. Gleichzeitig verhalten wir uns so, dass diese Überzeugungen bestätigt oder zumindest nicht widerlegt werden.
Die Therapie zielt darauf ab, diese Überzeugungen zu identifizieren und zu verändern. Neben den kognitiven Standardmethoden, wie sie auch bei anderen Symptomen und Schwierigkeiten zum Einsatz kommen, spielt das imaginative Wiedererleben eine zentrale Rolle. Die Episode wird detailliert nacherzählt, aber nicht im Sinne einer Exposition, sondern um eben die Überzeugungen herauszuarbeiten, die verändert werden sollen.
Eine ausführlichere Darstellung der kognitiven Therapie der posttraumatischen Belastungsstörung findet ihr im kostenlosen Manual von Ehlers und Clark oder in meiner Zusammenfassung desselben.
Viel Erfolg! 🚀🚀🚀
___________________________
Gratis-Ressourcen auf oxcadatresources.com
Meine Zusammenfassung, Fragebögen in Druckversion und überarbeitetes Patienten-Handout hier: drive.google.com/drive/folders/1FTUf2-iVsw6aLrepkJmDI9nUZmR1hOV0?usp=sharing
___________________________
Inhalt:
0:00 Einleitung
4:23 Das kognitive Modell in Kürze
14:49 Die Fragebögen
19:30 Das Fallkonzept
27:46 Grober Ablauf
34:06 Die Interventionen
45:45 Nachwort
Die PTBS stellt uns vor zwei Rätsel: Wieso erleben die Betroffenen so oft Angst, wenn Angst doch zukünftige Bedrohungen anzeigt und sich das Ereignis bereits in der Vergangenheit befindet? Und wieso entwickeln manche Menschen nach einem traumatischen Ereignis eine PTBS und andere nicht?
In ihrem kognitiven Modell erklären Ehlers und Clark diese Rätsel damit, dass die Betroffenen bestimmte Interpretationen erlernen und diese auf die Zukunft und sich selbst verallgemeinern: Die Welt ist gefährlich, ich bin hilflos, meine Intrusionen zeigen, dass ich verrückt werde etc. Diese Interpretationen führen wiederum zu Vermeidungs- und Sicherheitsverhaltensweisen, welche korrigierende Erfahrungen verhindern und die Interpretationen aufrechterhalten. Das Modell ist die theoretische Grundlage der kognitiven Therapie, die ich in der nächsten Episode bespreche.
Kostenlose Ressourcen: oxcadatresources.com/
_____________________
Ehlers, A., & Clark, D. M. (2000). A cognitive model of posttraumatic stress disorder. Behaviour research and therapy, 38(4), 319-345.
_____________________
Inhalt:
0:00 Einleitung
4:10 2 Rätsel
8:53 Interpretationen
17:48 Gedächtnis
32:43 Maladaptive Strategien
41:24 Zusammenfassung
Es heißt oft, das Traumagedächtnis sei wie eine Menge von ungeordneten Puzzlestücken und in der Therapie gehe es darum, diese zu einem kohärenten Ganzen zusammenzusetzen. Aber ist es wirklich so, dass die Erinnerung an traumatische Ereignisse bei der PTBS fragmentiert sind?
Leider hat die Forschung hierauf keine eindeutige Antwort zu bieten. Manche Evidenz spricht dafür, andere dagegen, auch abhängig davon, wie man die Fragmentierung operationalisiert. Aber dies birgt mehr methodische Schwierigkeiten, als man zunächst annehmen könnte.
Viel Spaß! 🚀🚀🚀
___________________________
Quellen:
Brewin, C. R. (2016). Coherence, disorganization, and fragmentation in traumatic memory reconsidered: A response to Rubin et al. (2016). J Abnorm Psychol, 125(7), 1011–1017. doi: 10.1037/abn0000154
Brewin, C. R., & Field, A. P. (2024). Meta-analysis shows trauma memories in posttraumatic stress disorder lack coherence: A response to Taylor et al. (2022). Clin Psychol Sci, 12(5), 1027–1033. doi: 10.1177/21677026241240456
Giuliani, A., Sharp, T., Chideya, Y., Spurgin, K., Meiser-Stedman, R., Tomlinson, M., & Halligan, S. L. (2026). Cross-cultural validation of manual and automated methods for extracting trauma memory features and predicting PTSD in young populations. Res Child Adolesc Psychopathol, 54, 75. doi: 10.1007/s10802-026-01469-4
Rubin, D. C., Deffler, S. A., Ogle, C. M., Dowell, N. M., Graesser, A. C., & Beckham, J. C. (2016). Participant, rater, and computer measures of coherence in posttraumatic stress disorder. J Abnorm Psychol, 125(1), 11–25. doi: 10.1037/abn0000126
Taylor, A., Zajac, R., Takarangi, M. K. T., & Garry, M. (2022). Evidence from the trauma-film paradigm that traumatic and nontraumatic memories are statistically equivalent on coherence. Clin Psychol Sci, 10(3), 417–429. doi: 10.1177/21677026211053312
___________________________
Inhalt:
0:00 Einleitung
5:33 Rubin et al. (2016)
10:14 Brewin et al. (2016)
11:41 Giuliani et al. (2026)
20:42 Taylor et al. (2022)
23:54 Brewin & Field (2024)
Es kursieren viele Mythen über die Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS). Diese führen schlimmstenfalls dazu, dass Behandler nicht traumafokussiert arbeiten, obwohl z. B. Expositionstherapie bei der PTBS gut verträglich und sehr wirksam ist.
_______________________
Mythos 1: Vor der traumafokussierten Arbeit muss die Patientin in allen Fällen lange Zeit stabilisiert werden.
Mythos 2: Expositionstherapie kann zu einer "Retraumatisierung" führen und die Belastung langfristig verschlimmern.
Mythos 3: Dissoziationen sind in allen Fällen eine Kontraindikation gegen traumafokussiertes Arbeiten.
Mythos 4: "Was uns nicht tötet, macht uns stärker." Wer ein Trauma überlebt, wächst daran persönlich.
Mythos 5: Es ist hilfreich, direkt nach einem traumatischen Erlebnis präventiv behandelt zu werden.
_______________________
Kritik posttraumatisches Wachstum, Messproblematik: Boals, A. (2023). Clin Psychol Rev 103, 102301. https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0272735823000594
Metaanalyse Risikofaktoren PTBS Erwachsene: Brewin, C. R. et al. (2000). J Consult Clin Psychol 68(5), 748–766. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/11068961/
Deutsche S3-Leitlinie PTBS, Version 2026: DeGPT (2026). AWMF 155-001, Fassung 27.02.2026. https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/155-001
Intensive Expositionstherapie, Sicherheit, seltene Exazerbation: Hendriks, L. et al. (2018). Eur J Psychotraumatol 9. https://doi.org/10.1080/20008198.2018.1425574
Metaanalyse Dissoziation und Therapieerfolg: Hoeboer, C. M. et al. (2020). BJPsych Open 6(3), e53. https://doi.org/10.1192/bjo.2020.30
Metaanalyse Sicherheit PTBS-Psychotherapie Erwachsene: Hoppen, T. H. et al. (2022). Br J Psychiatry 221(5), 658–667. https://doi.org/10.1192/bjp.2022.111
Metaanalyse Abbruchraten PTBS-Behandlungen: Imel, Z. E. et al. (2013). J Consult Clin Psychol 81(3), 394–404.
Verschlechterung unter Exposition versus Warteliste: Jayawickreme, N. et al. (2014). Primum non nocere. Depression and anxiety, 31(5), 412-419.
Symptomexazerbation in traumafokussierter Therapie, Definition: Larsen, S. E. et al. (2016). Behav Res Ther 77, 68–77. https://doi.org/10.1016/j.brat.2015.12.009
Cochrane mehrsitzige Frühinterventionen zur PTBS-Prävention: Roberts, N. P. et al. (2019). Cochrane Database Syst Rev, CD006869. https://doi.org/10.1002/14651858.CD006869.pub3
Cochrane Debriefing unwirksam: Rose, S. et al. (2002). Cochrane Database Syst Rev, CD000560. https://doi.org/10.1002/14651858.CD000560
Die komplexe Poststraumatische Belastungsstörung (kPTBS) ist eine Traumafolgestörung, die neu ins ICD-11 aufgenommen wurde. Tatsächlich reicht die Diskussion um die kPTBS aber schon in die frühen 90er. Ich zeichne diese Entwicklung nach und beschreibe dann, was wir bei der zugegebenermaßen dünnen Evidenzlage empirisch über diese Diagnose wissen.
Wie unterscheidet sich die kPTBS von der Borderline? Was kann ich tun, wenn ich heute eine kPTBS behandeln will, die Krankenkassen aber noch das ICD-10 nutzen? Welche spezifischen Behandlungsansätze gibt es? Und bringen diese wirklich einen Mehrwert im Vergleich zu den etablierten PTBS-Behandlungsmethoden?
________________________
Diagnostische Instrumente:
International Trauma Interview (deutsch): pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC11062267/
International Trauma Questionnaire (deutsch): psychologie.uzh.ch/dam/jcr:ad66be44-4cd9-44c3-9911-488253de04cc/ITQ-Fragebogen.pdf
________________________
Quellen:
Übersicht DESNOS-Kritik: Brewin, C. R. (2020). BJPsych Advances 26(3), 145–152. https://doi.org/10.1192/bja.2019.48
Erste Latentprofilanalyse ICD-11: Cloitre, M. et al. (2013). Eur J Psychotraumatol 4, 20706. https://doi.org/10.3402/ejpt.v4i0.20706
7,8-%-Überlappung kPTBS/Borderline: Cloitre, M. et al. (2014). Eur J Psychotraumatol 5, 25097. https://doi.org/10.3402/ejpt.v5.25097
Antwort auf Achterhof-Kritik: Cloitre, M. et al. (2020). Eur J Psychotraumatol 11, 1739873. https://doi.org/10.1080/20008198.2020.1739873
Netzwerkmetaanalyse Behandlungskomponenten: Coventry, P. A. et al. (2020). PLoS Med 17(8), e1003262. https://doi.org/10.1371/journal.pmed.1003262
Kritik Stabilisierungs-Notwendigkeit: De Jongh, A. et al. (2016). Depress Anxiety 33(5), 359–369. https://doi.org/10.1002/da.22469
Deutsche S3-Leitlinie PTBS/kPTBS: DeGPT (2026). S3-Leitlinie Posttraumatische Belastungsstörung, Version 7.0, 27.02.2026. AWMF 155-001. register.awmf.org/de/leitlinien/detail/155-001
kPTBS nach Einzeltrauma selten: Elliott, R. et al. (2021). J Child Psychol Psychiatry 62(3), 270–276. doi.org/10.1111/jcpp.13240
Kommentar zu Achterhof-Kritik: Ford, J. D. (2020). Eur J Psychotraumatol 11, 1708145. https://doi.org/10.1080/20008198.2019.1708145
Ursprüngliche Komplex-PTBS-Konzeption: Herman, J. L. (1992). J Trauma Stress 5(3), 377–391. https://doi.org/10.1002/jts.2490050305
Latentklassenanalyse Symptomprofile: Jowett, S. et al. (2020). Personal Disord 11(1), 36–45. https://doi.org/10.1037/per0000346
Zentrale Behandlungsmetaanalyse: Karatzias, T. et al. (2019). Psychol Med 49(11), 1761–1775. https://doi.org/10.1017/S0033291719000436
Konzeptpapier ESTAIR-Modell: Karatzias, T. et al. (2023). Brain Sci 13(9), 1300. https://doi.org/10.3390/brainsci13091300
RESTORE-Pilotstudie ESTAIR: Karatzias, T. et al. (2024). Psychother Psychosom 93(3), 203–215. https://doi.org/10.1159/000538428
Prävalenz kPTBS Deutschland: Maercker, A. et al. (2018). J Nerv Ment Dis 206(4), 270–276. https://doi.org/10.1097/NMD.0000000000000790
Herkunft aus ICD-10-Vorläuferdiagnose: Maercker, A. & Eberle, D. J. (2022). Clin Psychol Eur. https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC9881111/
Frühe Kritik am Komplex-PTBS-Konstrukt: Resick, P. A. et al. (2012). J Trauma Stress 25(3), 241–251. https://scholars.duke.edu/publication/977700
RCT STAIR+Expo vs. Expo: van Vliet, N. I. et al. (2021). BJPsych Open 7(6), e208. https://doi.org/10.1192/bjo.2021.1057
________________________
Inhalt:
0:00 Einleitung
2:18 Geschichte
6:32 Diagnosekriterien
10:18 Diagnostik
12:31 Prävalenz und Verlauf
13:59 Borderline vs. kPTBS
16:35 Behandlung
20:31 ESTAIR
24:19 kPTBS behandeln, wenn die Kasse ICD-10 benutzt
28:05 Offene Forschungsfragen
29:31 Fazit
In dieser Episode spreche ich mit der Philosophin und Meditationslehrerin Maria Müller-Hornbach, die selbst seit Jahren mit chronischen Schmerzen lebt. Welchen Einfluss haben unsere Gedanken auf den Schmerz? Wie hängt unser Schmerzempfinden mit unserer Aufmerksamkeit zusammen? Wie kann man Meditation nutzen, um nicht an seinen Schmerzen zu leiden?
Ein zentrales Thema ist der Unterschied zwischen Schmerz und Leid: Schmerz lässt sich nicht wegmeditieren, aber das eigentlich Leidvolle am Schmerz sind die subtilen negativen Urteile, die wir über ihn fällen. Durch Meditation werden wir immer besser darin, diese Urteile zu bemerken und aufzugeben.
Viel Spaß! 🚀🚀🚀
_______________________
Marias Meditationskurs: eventbrite.com/e/anytime-anywhere-meditation-5-wochiger-meditationskurs-online-tickets-1994301427254
Marias Insta zu Aufklärungsarbeit: instagram.com/meas_mind_and_life/
Zwei Drittel aller Menschen erleben im Lauf ihres Lebens ein traumatisches Ereignis. Eine Posttraumatische Belastungsstörung entwickeln abern nur 3 - 20% der Betroffenen. Warum trifft es die einen und die anderen nicht?
In dieser Folge gehen wir die Basics der PTBS systematisch durch: Diagnosekriterien, Prävalenz und Risikofaktoren und Entstehungsmodelle von der Furchtkonditionierung über das fragmentierte Traumagedächtnis bis zur Rolle katastrophisierender Bewertungen.
Im zweiten Teil gebe ich einen Überblick über die evidenzbasierten Behandlungsansätze: Prolonged Exposure, Cognitive Processing Therapy, Kognitive Therapie nach Ehlers und Clark, Narrative Expositionstherapie und EMDR.
Podcast Feel hilft viel: open.spotify.com/show/0mkWZseHJFwOzEleNnLVv1
____________________________
Augsburger & Maercker - Posttraumatische Belastungsstörungen: https://shop.kohlhammer.de/posttraumatische-belastungsstorungen-33002.html#147=9
Ratgeber für Betroffene und Angehörige: https://www.hogrefe.com/de/shop/ratgeber-trauma-und-posttraumatische-belastungsstoerung-89329.html
____________________________
Erhebungsinstrumente PTBS:
Life Events Checklist for DSM-5 (LEC-5)
Screeningfragebogen mit 17 Items zur Erfassung potenziell traumatischer Ereignisse (persönlich erlebt, miterlebt, davon erfahren oder beruflich exponiert), Bearbeitungszeit ca. 10 Minuten. Dient meist als Vorstufe zu PCL-5 oder CAPS-5, um das A-Kriterium zu klären, liefert aber selbst keine numerische Auswertung.
https://kidtrauma.org/wp-content/uploads/ITQ-dt.-Version.pdf
Clinician-Administered PTSD Scale for DSM-5 (CAPS-5)
Strukturiertes klinisches Interview und Goldstandard der PTBS-Diagnostik, das sowohl die kategoriale DSM-5-Diagnose als auch den Schweregrad je Symptomcluster sowie den dissoziativen Subtyp erfasst.
https://istss.org/wp-content/uploads/2025/06/CAPS-5-German-Version-2021.pdf
PTSD Checklist for DSM-5 (PCL-5)
Selbstbeurteilungsfragebogen mit 20 Items entsprechend den DSM-5-Symptomkriterien.
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC5704375/
International Trauma Questionnaire (ITQ)
18-Item-Selbstbeurteilungsinstrument nach ICD-11, das getrennt PTBS-Kernsymptome und Störungen der Selbstorganisation erfasst und damit auch die komplexe PTBS (kPTBS) diagnostizieren kann.
https://kidtrauma.org/wp-content/uploads/ITQ-dt.-Version.pdf
____________________________
Sonstige Quellen (haben nicht in die Beschreibung der Episode gepasst)
https://docs.google.com/document/d/1K0ZFw_8c6BDb-1H5hf2r6sXYNxwnJqywe1iz_E8PUHA/edit?usp=sharing
____________________________
Inhalt:
0:00 Einleitung
2:04 Feel hilft viel (Laura Modler & Linda Cox)
3:17 Diagnosekriterien
16:35 Prävalenz
23:00 Verlauf
25:27 Komorbiditäten
27:18 Diagnostik
30:48 Differenzialdiagnosen
34:23 Entstehungsmodelle
52:29 Behandlungsansätze
1:03:23 Prolonged Exposure
1:09:23 Cognitive Processing Therapy (CPT)
1:16:46 Narrative Expositionstherapie (NET)
1:21:48 Eye Movement Desensitization and Reprocessing (EMDR)
1:28:14 Zusammenfassung
From the publisher's feed