DER DHW-PODCAST

Die EU-Zollreform 2026 – was sich für E-Commerce-Händler ändert


Listen Later

3 Euro Zoll klingen nach nichts. Bis dein Paket mit drei verschiedenen Artikeln plötzlich 9 Euro auslöst – pro Zolltarifzeile, nicht pro Paket. Bei kleinteiligen Sortimenten mit niedrigem Bestellwert ist genau da deine Marge weg.

2026 ist das Jahr, in dem die Spielregeln für Kleinsendungen aus Drittländern gekippt werden. Zwei Termine, der 1. Juli und der 1. November, gehören zum selben Reformblock – der großen EU-Zollreform für den E-Commerce. Bei uns in der Kanzlei ist das gerade Dauerthema, weil es fast jeden trifft, der direkt importiert oder dropshippt – und die wenigsten haben's auf dem Schirm. Markus und ich (beide DHW) haben uns die Verordnung angeschaut und übersetzen dir, was das konkret für deine Kalkulation heißt.

Worüber wir in der Folge reden:

Die 150-Euro-Zollfreigrenze fällt weg. Ab 01.07.2026 kommt stattdessen eine 3-Euro-Pauschale – pro Artikel bzw. Zolltarifzeile, nicht pro Paket. Drei Warenarten im Paket, 9 Euro Zoll. So einfach, so teuer.

Das gilt für B2C-Fernabsatz bis 150 Euro, egal ob IOSS, Sonderregelung oder Standard, egal welche Anmeldeart. Auch Alkohol, Parfüm und Tabak, die früher außen vor waren, sind jetzt dabei.
Der Klassiker, den viele immer noch nicht kennen: die 22-Euro-Freigrenze bei der Einfuhrumsatzsteuer ist seit Juli 2021 weg. EUSt fällt ab dem ersten Cent an. Wer das verpennt hat, hat ein Nacherhebungsproblem – nicht erst 2026.
Ab 01.11.2026 wird der Produktidentifikator (PID) in jeder Fernabsatz-Zollanmeldung Pflicht. Vier neue TARIC-Codes, C127 bis C129 plus Y081. Freiwillig geht das schon ab 1. Juli – ideal, um deine Systeme zu testen, bevor's ernst wird.
Obendrauf geplant: eine Handling-Fee von rund 2 Euro pro Sendung. Einzelne Länder – Rumänien, Italien, Frankreich – haben eigene nationale Gebühren schon jetzt eingeführt.
Und warum die GTIN plötzlich doppelt zählt: dieselbe Kennung, die du für den Zoll sauber pflegst, brauchst du später auch für den Digitalen Produktpass.
Unsere Haltung dazu, ganz offen: Die 3 Euro klingen harmlos, sind es aber nicht. Wer viele kleine Bestellwerte fährt, muss seine Landed Cost und den Checkout jetzt neu rechnen – nicht im Oktober 2026, wenn die Deadline schon im Nacken sitzt. Und wart nicht auf den Pflichttermin. Die freiwillige Phase ab 1. Juli ist genau dafür da, dass deine Schnittstelle die PID sauber mitgibt, bevor sie muss. Wer GTIN/EAN je SKU nicht im Griff hat, steht im November mit hängenden Anmeldungen da. Klingt nach Kleinkram – ist aber genau der Kram, an dem deine Sendungen an der Grenze hängenbleiben.

Hör rein, bevor du deine Preise für 2026 kalkulierst. Und wenn du direkt importierst oder dropshippst und nicht sicher bist, ob deine Kalkulation noch stimmt: schreib uns oder ab in die Kommentare. Wir schauen, welche Frage am häufigsten kommt, und machen bei Bedarf eine Folge nur dazu.

Kapitel:

00:00 Intro – worum's geht
00:01 Die zwei Termine 2026: 1. Juli und 1. November
00:01:55 Weg mit der 150-Euro-Zollfreigrenze – die 3-Euro-Pauschale erklärt
00:02:11 Rechenbeispiel: Warum aus 3 Euro schnell 9 werden
00:03:09 Der 22-Euro-Klassiker bei der Einfuhrumsatzsteuer
00:03:46 Handling-Fee und nationale Gebühren
00:04:35 PID-Pflicht ab November: C127 bis C129 und Y081
00:12:22 Brücke zum digitalen Produktpass: die GTIN doppelt nutzen
00:12:55 Was du jetzt tun solltest in der passenden zeitlichen Reihenfolge

Hier findet man uns

📺 YouTube-Kanäle • Wie besteuert ist das denn? – Steuertipps vom Profi • DigitalFutter – Technik & Tools für Steuerberater

🎙 Podcasts • DHW Podcast (Apple) • DigitalFutter (Apple)

📘 Unser Buch für E-Commerce: „Skalieren? Aber bitte richtig! Sonst wird's teuer…" ➡️ Jetzt bei Amazon ansehen

📰 Medienberichte & Fachartikel: ➡️ n-tv, stern, FOCUS Online, Handelsblatt & mehr

🌐 www.dhw-stb.de

📰 Newsletter abonnieren

...more
View all episodesView all episodes
Download on the App Store

DER DHW-PODCASTBy Christian Deák