Der Hollywood-Film über die Colonia Dignidad, der bundesweit am 21.Januar 2016 anläuft und in dem Emma Watson und Daniel Brühl mitspielen, dürfte einem breiteren Publikum die obskure Kolonie der Würde wieder in Erinnerung rufen. Über Jahrzehnte sorgte die Colonia Dignidad in Chile für unrühmliche Schlagzeilen. Deutsche Auswanderer lebten dort von 1961 an in einer Sekte ohne dass die chilenischen Behörden dem Treiben dort ein Ende bereiteten. Der ehemalige Wehrmachtssoldat und Prediger Paul Schäfer hatte eine perfide Schreckensherrschaft ins Leben gerufen, die auf permanenten Psychoterror gründete. Einen brutalen Überwachungs- und Folterstaat, in dem sich Schäfer die Siedler wie Sklaven hielt, er über Jahre Kinder missbrauchte. Dazu diente die Colonia Dignidad während der chilenischen Militärdiktatur 1973 bis 1990 als Folterzentrum für Diktator Augusto Pinochet, in dem auch Dutzende Regimekritiker getötet wurden. Inzwischen heißt die frühere Colonia Dignidad Villa Baviera. Sie versucht sich als bayerisches Tourismuszentrum zu etablieren. Wie geht es der früheren Colonia Dignidad rund 5 Jahre nach dem Tod des Sektengründers Paul Schäfer, und wie haben die Siedler die brutalen Übergriffe verarbeitet? Und ist es möglich, aus dem früheren Folterzentrum ein Ferienparadies zu gestalten, ohne das jahrzehntelange Grauen aufzuarbeiten?