Predigten – ERKWB Winterthur

Die Hölle auf Erden


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Die täglichen Nachrichten sind voll von Berichten von kriegerischen Auseinandersetzungen, politischen Provokationen, Seuchen, Naturkatastrophen, Lügen, Diebstahl, Mord und Totschlag. Man kann den Eindruck gewinnen, es herrsche die Hölle auf Erden. Wie soll man unter solchen Umständen auf einen Himmel hoffen? Darüber denken wir heute nach. Herzlich willkommen zur Abendandacht.Johannes berichtet in der Offenbarung, dass er sah, wie im Himmel sieben Engel bereitstanden, um in ihre Posaunen zu blasen. Sie warnen die Menschen mit ihrem Signal, dass Gott zornig über die Sünde ist und er kommen wird, um alle nach ihren Werken zu richten. Das kann gerade auch daran erkannt werden, was uns als Hölle auf Erden scheint. Davon ist im heutigen Abschnitt die Rede (Offenbarung 9,1-12).Und der fünfte Engel stiess in die Posaune; und ich sah einen Stern, der vom Himmel auf die Erde gefallen war, und es wurde ihm der Schlüssel zum Schlund des Abgrunds gegeben. Und er öffnete den Schlund des Abgrunds, und ein Rauch stieg empor aus dem Schlund, wie der Rauch eines grossen Schmelzofens, und die Sonne und die Luft wurden verfinstert von dem Rauch des Schlundes.Und aus dem Rauch kamen Heuschrecken hervor auf die Erde; und es wurde ihnen Vollmacht gegeben, wie die Skorpione der Erde Vollmacht haben. Und es wurde ihnen gesagt, dass sie dem Gras der Erde keinen Schaden zufügen sollten, auch nicht irgendetwas Grünem, noch irgendeinem Baum, sondern nur den Menschen, die das Siegel Gottes nicht an ihrer Stirn haben. Und es wurde ihnen gegeben, sie nicht zu töten, sondern sie sollten fünf Monate lang gequält werden. Und ihre Qual war wie die Qual von einem Skorpion, wenn er einen Menschen sticht. Und in jenen Tagen werden die Menschen den Tod suchen und ihn nicht finden; und sie werden begehren zu sterben, und der Tod wird von ihnen fliehen. Und die Gestalten der Heuschrecken glichen Pferden, die zum Kampf gerüstet sind, und auf ihren Köpfen [trugen sie] etwas wie Kronen, dem Gold gleich, und ihre Angesichter waren wie menschliche Angesichter. Und sie hatten Haare wie Frauenhaare, und ihre Zähne waren wie die der Löwen. Und sie hatten Panzer wie eiserne Panzer, und das Getöse ihrer Flügel war wie das Getöse vieler Wagen und Pferde, die zur Schlacht eilen. Und sie hatten Schwänze wie Skorpione, und Stacheln waren in ihren Schwänzen, und ihre Vollmacht bestand darin, den Menschen Schaden zuzufügen fünf Monate lang.Und sie haben als König über sich den Engel des Abgrunds; sein Name ist auf Hebräisch Abaddon, und im Griechischen hat er den Namen Apollyon. Das erste Wehe ist vorüber; siehe, es kommen noch zwei Wehe nach diesem!Der untergehende SternNachdem die fünfte Posaune, das fünfte Warnsignal zu hören war, sah Johannes einen Stern, der vom Himmel auf die Erde fiel. Er konnte zwar nicht beobachten, wie er stürzte, aber hatte die Auswirkungen des Untergangs vor sich.Die Ausleger sind sich uneinig, was der Stern an dieser Stelle bedeutet. Bei der dritten Posaune fiel bereits ein Himmelskörper auf die Erde. Dort erinnerte ich daran, dass in der prophetischen Literatur der Bibel Engel oft als Sterne bezeichnet werden. Jesaja berichtet vom Fall Satans und verglich ihn mit einem fallenden Gestirn. Dieser Sturz zerstörte ihn nicht, aber er verlor seine Macht. Man kann immer noch beobachten, was er auf Erden anrichtet.Andere Ausleger meinen, dass der untergegangene Stern ein Weltreich bedeutet. Nachdem es die ganze Welt beherrschte, konnte es schliesslich nicht mehr bestehen. Dieses zweite Verständnis des Bildes muss dem ersten nicht widersprechen. Die Reiche, die die Erde dominieren, gewinnen ihre Vorherrschaft mit Gewalt. Um die Macht zu erhalten, werden Gegner unterdrückt. So werden sie für einen grossen Teil der Menschheit zum leibhaftigen Teufel.Beide Sichten gehen davon aus, dass eine böse Macht auf Erden ist. Die erste legt dar, woher sie kommt, nämlich vom gefallenen Satan, und die zweite beschreibt, wo diese Bosheit in Erscheinung tritt.Die Macht des AbgrundsAls Nächstes berichtet Johannes, was die böse Macht auf Erden anrichtet. Heuschrecken kamen aus der Tiefe des Abgrunds und bedrängten die Welt. Sie erinnern an die Plage, mit der Gott einst Ägypten schlug. Diesmal allerdings frass dieses Ungeziefer nicht das Gras, sondern plagte die Menschen mit unvorstellbarer Gewalt. Der Apostel beschreibt ihre Schreckensherrschaft, vor der sich alle fürchten müssen, wie vor einem reissenden Löwen oder einem giftigen Skorpion.Allerdings war ihre Macht nicht ausschliesslich grauenhaft. Auf den ersten Blick hätte man sie sogar für lieblich und gutartig halten können. Das Gesicht dieser bösen Herrschaft, die aus dem Abgrund der Hölle auf die Erde kam, gleicht einem Menschen. Es trug Haar wie Frauenhaar und etwas wie goldene Kronen auf ihren Köpfen. Wer genau hinsah, erkannte: Krone und Haare waren weder wirklich schön noch echt. An ihr war nichts, was Gott und Menschen gefallen würde. Ihre Siegeskronen waren ein grosser Betrug. Der Gefallene und Überwundene, der aus dem Abgrund heraufkroch, gibt sich bloss als Sieger aus.Lassen sich Menschen durch den Schein täuschen? Offensichtlich ja. Es gibt immer wieder solche, die mit einer Gewalt liebäugeln, die sich offenkundig gegen die Mitmenschen richtet. Die bösartigen Fratzen verbergen sie hinter schillernden Versprechungen von einem besseren und sicheren Leben. Der Rauch, der aus dem Abgrund heraufkommt, verfinstert die Wahrheit. Er verschleiert die wahre Absicht Satans und seiner bösen Herrschern.Die Macht des Abgrunds weiss bereits, was sie sorgfältig verbirgt: Ihr Stern wird untergehen. Sie ergibt sich aber nicht ihrem Schicksal, sondern schreckt nicht zurück, Menschen zu quälen, um die Herrschaft so lange wie möglich zu behalten.SchlussWas Johannes in seiner Vision sieht, ist hundertfach passiert auf Erden. Weshalb wird den Gemeinden diese Sache offenbart? Warum braucht es dafür ein Warnsignal?Zum einen werden alle Menschen gewarnt, die unter den bösen Herrschern leiden. Wer sich von Gott abwendet, fällt in die Hand des Zerstörers, das bedeutet der Name Apollyon oder Abaddon, des Königs des Abgrunds. Er wird niemanden aufbauen, sondern will dem Schöpfer seine Geschöpfe entreissen, die er sich zu seiner Ehre gemacht hat. Lass dich warnen: Die Bosheit, unter der du leidest, ist gerade ein Zeichen dafür, wohin dich die Auflehnung gegen Gott und seine Herrschaft bringen wird.Zum anderen wird die Christenheit durch dieses Signal getröstet. Die Macht des Bösen ist nämlich begrenzt. Die Natur darf nicht zerstört werden. Wenn sie das tun könnte, könnte niemand auf Erden leben. Die Menschen dürfen aber nicht getötet werden. Jene, die versuchen, ihrem Leben unter der Qual der Bosheit ein Ende zu bereiten, können ihrem Schöpfer nicht entkommen. Sie werden ihm Antwort geben müssen, auf die Frage: Weshalb hast du dich vom Bösen nicht abgewandt, dass dich jeden Tag plagte und Heil bei Gott gesucht? All jene, die versiegelt wurden, können von der Bosheit nicht in den Abgrund gestürzt werden. Wenn du zu Christus gehörst, brauchst du dich nicht zu fürchten. Dein Herr überlässt dich nicht den bösen Mächten. Am Anfang der Offenbarung stellt er sich als der vor, der den Schlüssel des Totenreiches und des Todes besitzt. Deshalb kann selbst die Gewalt des Abgrunds dich nicht von seiner Herrschaft trennen.Schliesslich werden Gottes Kinder durch diesen Abschnitt der Offenbarung ermutigt, auch in einer Welt, die von der Bosheit beherrscht wird, sich nach dem zu richten, was dem Herrn gefällt. Lass dich nicht vom Bösen täuschen. Es kann dir niemals die Sicherheit bieten, die Christus dir schenkt. Die Bosheit bringt nichts Gutes. Wenn sie es könnte, würde sie die ganze Welt zugrunde richten. Denk daran: sie ist ein untergegangener Stern. Christus aber lebt. Er hat Sünde, Tod und Teufel überwunden. Er sitzt zur rechten Gottes, des allmächtigen Vaters. Unterstelle dich seiner Herrschaft! Vertraue dich dem Schutz des guten Hirten an, der sein Leben für dich gab! Überwinde das Böse in deinem Leben mit Gutem, indem du deinen Nächsten zum Segen dienst! Verzichte lieber darauf, deinen Willen durchzusetzen, statt dich mit Bosheit gegen deine Mitmenschen durchzusetzen. Du kannst nichts auf Erden verlieren, was dich daran hindern würde, einst die Seligkeit in Gottes Reich zu geniessen.
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Predigten – ERKWB WinterthurBy Thomas Reiner