Was nützen Warnhinweise, die kaum beachtet werden? Wir können heutzutage gut beobachten, dass niemand seine Gewohnheiten ändern will, ohne die Gefahr selbst zu kennen, vor der gewarnt wird. Inwiefern trifft das auf die Warnsignale zu, die Gott vom Himmel her hören lässt? Darüber denken wir heute Abend nach. Herzlich willkommen zur Abendandacht.Johannes sah, wie sieben Engel bereitstanden, um mit ihren Posaunen ein Warnsignal zu geben. Die Menschen auf Erden sollen erfahren, dass Gottes Wille vom Himmel her ausgeführt wird. Der Allmächtige wird all jene richten, die sich von ihm abwenden. Dass er seine Geschöpfe nicht ungewarnt lässt, wird auch am Signal deutlich, von dem im heutigen Abschnitt berichtet wird (Offenbarung 9,13-21).Und der sechste Engel stiess in die Posaune, und ich hörte eine Stimme aus den vier Hörnern des goldenen Altars, der vor Gott steht, die sprach zu dem sechsten Engel, der die Posaune hatte: Löse die vier Engel, die gebunden sind an dem grossen Strom Euphrat! Und die vier Engel wurden losgebunden, die auf Stunde und Tag und Monat und Jahr bereitstanden, den dritten Teil der Menschen zu töten. Und die Zahl des Reiterheeres war zweimal zehntausendmal zehntausend; und ich hörte ihre Zahl.Und so sah ich in dem Gesicht die Pferde und die darauf sassen: Sie hatten feurige und violette und schwefelgelbe Panzer, und die Köpfe der Pferde waren wie Löwenköpfe; und aus ihren Mäulern ging Feuer und Rauch und Schwefel hervor. Durch diese drei wurde der dritte Teil der Menschen getötet: von dem Feuer und von dem Rauch und von dem Schwefel, die aus ihren Mäulern hervorkamen. Denn ihre Macht liegt in ihrem Maul; und ihre Schwänze gleichen Schlangen und haben Köpfe, und auch mit diesen fügen sie Schaden zu.Und die übrigen Menschen, die durch diese Plagen nicht getötet wurden, taten nicht Busse über die Werke ihrer Hände, sodass sie nicht mehr die Dämonen und die Götzen aus Gold und Silber und Erz und Stein und Holz angebetet hätten, die weder sehen noch hören noch gehen können. Und sie taten nicht Busse, weder über ihre Mordtaten noch über ihre Zaubereien noch über ihre Unzucht noch über ihre Diebereien.Die vier Engel vom EuphratAuch bei der sechsten Posaune geschieht etwas im Himmel. Diesmal ist eine Stimme vom Altar her zu vernehmen. Es ist der Ort, wo zuvor die Gebete jener zu Gott dargebracht wurden, die auf Christus vertrauen. Nun gibt Gott noch einmal Antwort auf ihr Rufen. Er befiehlt, dass vier Engel befreit werden, die am Euphrat für diesen Zeitpunkt angebunden sind.Es sind Engel, die sich von Gottes Herrschaft abgewandt haben. Sie wurden gefesselt, weil sie es ablehnten Gott zu dienen. Dass sie am Euphrat angebunden sind, deutet darauf hin, dass sie ihr eigenes Reich Gott zum Trotz aufrichten wollten. Genauso haben die Königreiche jener Region einst gehandelt. Sie haben sich von Gott losgesagt und sein Volk ständig bedrängt. Es ist hier also nicht von einer geographischen Lage, sondern von einer Haltung die Rede.So lange Gott es nicht will, können die Mächte, die ihm entgegenstehen, auf Erden nichts anrichten. Die Menschen täuschen sich, wenn sie meinen, das Böse herrsche auf Erden ungehindert. Die Menschen täuschen sich auch, wenn sie annehmen, sie könnten der Herrschaft Gottes entkommen, indem sie sich von ihr lossagen. Der Allmächtige behält die Oberhand. Er hält jene zurück, die seine Schöpfung zunichte machen wollen; und zwar so lange, bis ihr Vorhaben seinem Plan dient.Das schreckliche ReiterheerNun wird beschrieben, was sich die vier Engel vorgenommen haben. Sie sind zu viert, weil ihr Plan die ganze Erde, alle vier Himmelsrichtungen betreffen wird. Ein riesiges Heer zieht auf. Bereits seine Erscheinung ist furchteinflössend. An ihm ist nichts mehr von der verführerischen Schönheit, mit der einst Heuschrecken die Erde überfielen. Dieses neue Heer verbreitet puren Schrecken.Von diesem Heer geht eine gewaltige Zerstörungskraft aus. Feuer, Rauch und Schwefel raubt allem das Leben, was vor ihm liegt. Nirgendwo kann diese bedrohliche Gewalt übersehen werden. Die Pferde dieses Heeres, von denen die Zerstörung ausging, schlugen die Menschen nicht nur mit dem, was aus ihrem Mund ging. Auch ihre Schwänze waren tödliche Waffen, sie glichen Schlangen. Dieses Bild erinnert an die erste Schlange, die in der Bibel erwähnt wird. Im Paradies verführte sie den Menschen und brachte damit die ganze Schöpfung zu Fall. Das Werk, das dort einst begonnen wurde, will der Teufel nun zu Ende bringen.Obwohl kein Mensch dieser Gewalt entkommen kann, ist auch diesmal die Zerstörung begrenzt. Gott erlaubt, dass ein drittel der Menschen von der Gewalt des Heeres getötet wird. Seine Schöpfung wird allerdings nicht untergehen, trotz all des Elends, das sie ertragen muss. Sie muss noch dazu dienen, dass an ihr die Macht und die Herrlichkeit des Schöpfers deutlich wird.Die ÜbriggebliebenenWie reagieren die Menschen, die unter der Zerstörungskraft des Bösen leiden? Man könnte erwarten, dass sie ein Einsehen haben. Wenn es so offensichtlich ist, dass die Gottlosigkeit bloss Schrecken und Tod mit sich bringt, müssten sie sich doch ihrem Schöpfer zuwenden und darauf hoffen, dass er ihnen im Elend hilft.Johannes beschreibt, dass die Menschen nicht bereit sind, die Werke ihrer Hände loszulassen. Sie hielten fest an ihren Götzen, von denen sie sich Hilfe versprachen. Auf die Ungerechtigkeit wollen sie auch nicht verzichten. Mitten in der Bedrohung wird weiter gemordet, sich weiter allerlei Zauberei und Unzucht hingegeben und einander weiterhin bestohlen. Statt sich dem gerechten Gott zuzuwenden, flüchten sich die Übgriggebliebenen noch tiefer in die Gottlosigkeit, die ihnen nur noch weiteren Schaden bringt.Die Menschen sind von sich aus niemals bereit, Gottes Macht anzuerkennen. Selbst wenn es offensichtlich ist, dass sie sich in der Ungerechtigkeit so verstrickt haben, dass nur noch Tod und Elend übrigbleibt, wollen sie nicht davon lassen. Sie haben sich so an die Gottlosigkeit gewöhnt, dass sie sich nicht mehr vorstellen können, ohne sie zu leben. Sie halten am Werk ihrer Hände fest, an ihrer eigenen Vorstellung von Gerechtigkeit; ihrer Selbstgerechtigkeit. Dass sie weder von der Ungerechtigkeit noch von der eingebildeten Selbstgerechtigkeit loskommen, ist ein deutliches Zeichen ihrer Verlorenheit.SchlussDieses Signal der sechsten Posaune kann bereits heute vernommen werden. An vielen Orten ist zu beobachten, dass Sünde und Gottlosigkeit grosses Leid mit sich bringen. Statt sich vom Schrecken abzuwenden, verstricken sich die Menschen immer tiefer in die Ungerechtigkeit. Obwohl sie sich dieses Leben ausgesucht haben, nehmen Gottlose das Elend, in das sie und die ganze Welt geraten sind, als Indiz, dass es keinen Gott geben kann. Wenn es ihn geben würde, so meinen sie, würde er es bestimmt nicht zulassen, dass seine Geschöpfe derart leiden. Kein Elend kann gottlose Menschen davon überzeugen, die geliebte Verlorenheit zu verlassen.Christus lässt die Gemeinden durch die Offenbarung das Warnsignal hören, damit sie erkennen, dass die Sünde den Menschen zerstört. Sie sollen sich nicht über das Wesen der Sünde täuschen. Statt sich bedenkenlos der Ungerechtigkeit und Selbstgerechtigkeit hinzugeben, ruft der Heilige die Christen auf, seiner Ehre zu dienen. Zu diesem Zweck hat sie ihr Heiland von der Herrschaft der Sünde befreit.Die Gemeinden sollen sich allerdings auch nicht darüber täuschen lassen, wer die Erde regiert. Obwohl die Bosheit schrecklich auftritt, bleibt Christus der Herr aller Herren. Statt sich von den bösen Mächten der Erde zu fürchten, vertrauen Gottes Kinder darauf, dass ihr himmlischer Vater sie beschützten wird.