Vor 40 Jahren putschte in Argentinien das Militär. Es war der Beginn einer Schreckensherrschaft - von den Generälen euphemistisch "Prozess der Nationalen Erneuerung" genannt. Zwischen 1976 und 1983 ließ die Diktatur bis zu 30 000 Andersdenkende verschwinden. Mindestens 500 Babys ermordeter Feinde des Regimes wuchsen bei Freunden des Regimes auf. Manche ihrer Mütter waren vor ihrer Ermordung in Folterkammern niedergekommen. Viele dieser Kinder wissen bis heute nicht, wann und unter welchen Umständen sie geboren wurden. Die meisten von ihnen haben keine Ahnung, wer sie in Wirklichkeit sind. Die Organisation der "Großmütter von der Plaza de Mayo" hat sich zum Ziel gesetzt, Kinder, die während der Militärdiktatur geboren und zur Zwangsadoption freigegeben wurden, aufzufinden und zu ihren Ursprungsfamilien zurückzubringen. In mehr als hundert Fällen war die Suche der "Großmütter" bisher erfolgreich. Die Auseinandersetzung mit der wahren Identität ist für die Kinder von damals, aber auch für die Angehörigen, ein schmerzhafter und mühevoller Prozess.