Wie können wir den Kampf gegen den Klimawandel gewinnen? Vor fünf Jahren sorgte eine Studie der Lund-Universität in Schweden für Aufruhr. Sie soll belegen, dass der Verzicht auf das Kinderkriegen der effektivste Weg sei, das Klima zu schonen. Effektiver sogar als vegane Ernährung oder der Verzicht auf die Flugreise im Sommer.
Aber mal im Ernst: Wollen wir wirklich noch Kinder in eine Welt setzen, in der wir mehr denn je mit Besorgnis hinterfragen, wie unsere Welt, unser Planet am Ende des Jahrhunderts aussieht?
Klimaangst, die Sorge vor Krieg, die Folgen einer andauernden Inflation: Viele möchten die Augen davor nicht mehr verschließen und die großen Sorgen, die sie tagtäglich mit sich tragen, nicht an kommende Generationen weitergeben. In Großbritannien etablierte sich vor vielen Jahren eine Antinatalismus-Bewegung, getragen von jungen Klimaschutz -Aktivist:innen von Extinction Rebellion. Mittlerweile haben sich Antinatalist:innen auch in Deutschland organisiert. Sie fordern nicht weniger als ein radikales Umdenken in der Kinderfrage, manche von ihnen wollen sogar Prämien vom Staat für diejenigen, die sich gegen das Kinderkriegen entscheiden.
10,87 Milliarden Menschen werden laut UN-Prognosen bis zum Ende des Jahrhunderts auf dem Planeten leben und gleichzeitig immer mehr Ressourcen benötigen. Müssen wir die Kinder-Frage also wirklich neu denken?
Wir diskutieren in dieser Folge mit Raphaela Heinzl und Dominic Roser. Raphaela ist Journalistin, hat lange einen der erfolgreichsten Klima-Podcasts in Deutschland gehostet und sie ist Mutter, und das seit zwei Monaten. Mit der Frage, ob wir noch Kinder in die Welt setzen können, hat sie sich vor der Geburt intensiv auseinandergesetzt. . Dominic ist Ökonom und Philosoph, beschäftigt sich tagtäglich in seinem Wirken mit ethischen Fragen des Klimawandels und wenn es um die Frage nach globaler und intergenerationeller Gerechtigkeit geht, dann ist er mit Sicherheit einer der klügsten Gesprächspartner im deutschsprachigen Raum.