Politiker plötzlich ohne Bart und Showstars mit neuer Frisur haben sich nicht »ganz neu erfunden«, sondern sind charakterlich vermutlich ganz die Alten. Geschlecht, ethnische und familiäre Herkunft, Werdegang und Beruf, Lebensstil und Denkweise mögen äußere Identitätsmarker sein, beantworten aber nicht die Frage »Wer bin ich wirklich?« Eine ab- und ausgrenzende Identitätspolitik, die Verachtung und Benachteiligung aller, die anders sind als ich, verhindert die eigene Persönlichkeitsreifung. Selbstoptimierung statt Ichfindung, Identität Marke Eigenbau, übersieht die Tatsache, dass jede und jeder von Zeugung an ein unverwechselbares Original ist. Gewollt, geschaffen und geliebt als individuelles Gegenüber zu Gott. Was aber bedeutet dann der Satz des Paulus »Nun lebe nicht ich, sondern Christus lebt in mir«?