Bonhoeffers »Nachfolge« spiegelt die Erfahrungen des Predigerseminars Finkenwalde und damit des Kirchenkampfes zwischen Deutschen Christen, die sich im so genannten 3. Reich hatten gleichschalten lassen, und der Bekennenden Kirche, die Widerstand leistete, nicht aus Prinzip, sondern um des Evangeliums willen, für die Bonhoeffer das Seminar leitete, an dem angehende Pastoren ausgebildet wurden. Das erste Kapitel macht den Unterschied deutlich zwischen Luther, der als Mönch versucht hatte, sündlos zu leben, und so zur Erkenntnis gelangt war, dass das nicht geht, dass er der Vergebung bedarf. Seine Nachfolger, die lutherische Orthodoxie hatten die Gnade zum Prinzip gemacht – und somit zur Schleuderware, zur billigen Gnade.