Wir müssen über eine massive Heuchelei sprechen. Ich sitze ständig mit Leuten aus der Sozialen Arbeit, mit NGOs und wertebasierten Unternehmern am Tisch. Die reden von Inklusion, von Ethik, von lokaler Verwurzelung. Und das meinen die auch ernst.
Aber dann schaue ich auf ihre Website und sehe die Logos von Instagram, LinkedIn und X. Ich sehe Profile mit 368 Followern, die um 5 Likes betteln. Und wenn das nicht reicht, wird Geld in die Maschine geworfen, um sich 10.000 Views zu kaufen.
Das erinnert mich an meinen letzten Besuch im Legoland: 99% der Leute stehen in der Schlange, während die Kids mit den reichen Eltern auf der "Fast-Lane" an allen vorbeiziehen. Kein Rollstuhlfahrer, kein Mädchen an Krücken. Nur die Botschaft: "Wir kaufen uns die Welt."
Das ist die Fast-Lane des kalifornischen Aufmerksamkeits-Casinos. Und es ist das absolute Gegenteil von allem, wofür diese Organisationen eigentlich stehen.
Aber ich verstehe auch, warum wir das tun. Es ist das Gefühl, seit 50 Jahren unsichtbar zu sein. In der Schule, im Job, im Alltag. Diese Angst treibt uns in die Arme des Mainstreams.
In dieser Episode zerlegen wir diese Dissonanz. Wir sprechen darüber, warum der Abschied vom Mainstream wie ein Entzug ist ("Was mache ich jetzt in dieser leisen Welt?"). Und wir zeigen den einzigen logischen Ausweg: Den Aufbau einer eigenen Basis und den konsequenten Wechsel ins Fediverse (Mastodon, Pixelfed, PeerTube). Keine gekaufte Reichweite, sondern echte Beziehungsarbeit.