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Frauen sind oft stärker von den Folgen der Klimakrise betroffen als Männer - und zu einem geringeren Teil für sie verantwortlich. Sie stellen beispielsweise einen größeren Teil der älteren und armutsgefährdeten Bevölkerung dar, die in Hitzeperioden besonders leidet und haben weniger Zugang zu politischer Entscheidungsmacht. Feministische Perspektiven, wie der Ökofeminismus oder Cyberfeminismus, rücken den Zusammenhang zwischen sozialen Hierarchien und ökologischer Betroffenheit schon seit den 1970er Jahren in den Fokus ihrer Analysen. Sie nehmen in der Folge nicht nur geschlechterspezifische Verhältnisse, sondern auch Fragestellungen nach der Beziehung von Mensch, Natur und sogar Maschine in den Blick. Gestaltung: Kaspar Arens. - Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 06. 08. 2025.
In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts hat der Mensch den Wolf in Nord- und Mitteleuropa ausgerottet. Seit den 1970er Jahren wurde der Wolf weltweit zunehmend unter Schutz gestellt, seither sind die Bestände stabil oder nehmen sogar zu. So flammte vor allem in Österreich eine heftige Debatte auf, ob Wölfe in unserer Kulturlandschaft einen Platz haben und mit der Weidehaltung vereinbar sind. Sollen Wölfe wieder gejagt werden dürfen? Oder gibt es Möglichkeiten, Wölfe als Teil einer natürlichen Biodiversität agieren zu lassen und gleichzeitig Weidehaltung zu betreiben? In Österreich wurden sogenannte Herdenschutzmaßnahmen vielfach als nicht praktikabel oder zu teuer abgelehnt, in anderen Ländern werden sie seit längerem (wieder) mit Erfolg praktiziert. Gestaltung: Sonja Bettel. - Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 05. 08. 2025.
Immer weniger Spermien, immer mehr ungewollte Kinderlosigkeit. Dafür machen manche Forscherinnen Weichmacher, Mikroplastik, Feinstaub und Umweltgifte verantwortlich. Andere sind vorsichtiger und bestreiten, dass hinter der Fruchtbarkeitskrise hauptsächlich die durch Chemikalien verminderte Spermienqualität steckt. Welche Resultate zeigen Rattenversuche - und sind sie auf den Menschen übertragbar? Fakt ist: In der industrialisierten EU liegt die Geburtenrate seit vielen Jahren unterhalb der Sterberate. (Übernahme: Deutschlandfunk 2025) Gestaltung: Christine Westerhaus. Dieser Beitrag wurde am 04. 08. 2025 in Ö1 ausgestrahlt.
Jennifer Doudna, Chemie-Nobelpreisträgerin des Jahres 2020, arbeitet seit über 20 Jahren an der University of California, Berkely. Dort verrichteten sie und ihr Team auch den Großteil der Arbeiten an der Genschere CRISPR, für die sie die Hälfte des Chemie-Nobelpreises erhielt. Heuer war die Biochemikerin Festrednerin bei der Jubiläumsveranstaltung zum 25-jährigen Bestehen des Gregor Mendel Instituts. Unmittelbar davor lud sie zu einem Pressegespräch. Themen waren die erste CRISPR-Therapie bei der Sichelzellanämie, mögliche weitere Anwendungen der Genschere in der Medizin, bei Pflanzen und für die Milderung des Klimawandels, und die Verbindung von Genschere und Künstlicher Intelligenz.
Gestaltung: Birgit Dalheimer
Auch in vielen afrikanischen Ländern sind Wetten auf Fußballspiele und anderes Glücksspiel populär - und die Industrie trifft dort auf einen oft wenig regulierten und kontrollierten Markt. So ist etwa in Malawi im Südosten Afrikas Glücksspielwerbung allgegenwärtig. Vor allem Männer treibt es in die Wettbüros, aber auch am Handy lässt es sich im Online-Casino zocken. Selbst Kinder und Jugendliche haben leichten Zugang. Immer dabei: die Hoffnung auf den großen Gewinn. Was sind die gesundheitlichen Folgen des leichten Zugangs? Und was würde helfen? Ein Bericht aus dem südlichen Afrika. (Wh. v. 2024) Gestaltung: Benjamin Breitegger. - Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 30. 07. 2025.
Westeuropäische Unternehmen wollen im bosnischen Lopare Lithium abbauen. Insbesondere für die Elektromobilität ist der Rohstoff heiß begehrt. Doch vor Ort hagelt es Kritik: Geltende Gesetze seien umgangen, die lokale Bevölkerung ignoriert worden. Die Abbauregion liegt in der Republika Srpska, deren serbisch-nationalistischer Premierminister Milorad Dodik mit Korruptionsverfahren belastet ist und unter US-Sanktionen steht. Aber auch der hohe Repräsentant der Vereinten Nationen in Bosnien - der CSU-Politiker Christian Schmidt - spielt eine Rolle: Er hat in der heiklen Landfrage ein gesetzliches Schlupfloch für internationale Bergbaukonzerne geöffnet. Was bedeutet der Konflikt um Rohstoffe für die fragile Nachkriegsordnung in Bosnien? Gestaltung: Lucia Steinwender, Sasa Dragojlo, Bartholomäus Laffert, Lorenz Naegeli, Balz Oertlit. - Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 29. 07. 2025.
Im Dezember 2023 wurde Paul Pogba, Fußballprofi bei Juventus Turin und französischer Nationalspieler, des Dopings mit Testosteron überführt und für vier Jahre gesperrt. Im März hat der Oberste Sportgerichtshof die Sperre auf 18 Monate reduziert. Der heute 32-Jährige setzt nun seine Karriere bei AS Monaco fort. Es war der letzte prominente Dopingfall in der über 100-jährigen Geschichte des modernen Fußballs. - Nein, auch in dieser Sportart geht es nicht ohne Amphetamine, Epo oder Blutdoping ab. Dass Doping in einer kreativen Ballsportart wenig bringt, ist inzwischen eine Minderheitenmeinung in der Leistungsdiagnostik. Alle verdienen an diesem Weltspektakel besser, wenn der Fußball sauberer erscheint, als er tatsächlich ist: Spieler, Trainer, Vereinsdirektoren, Sportfunktionäre, Wirtschaftssponsoren und die Medien. (Wh. v. 2024) Gestaltung: Daphne Hruby. - Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 28. 07. 2025.
Heute spricht man vom "globalen Norden" und dem "globalen Süden", wenn es um Ungleichheit und Ungerechtigkeit in der Welt geht. Und dieses Wohlstandsgefälle zwischen den reichen Industrieländern und den armen "Entwicklungsländer" hielt das Nobelpreis-Komitee für eines der aktuell größten Probleme. Die drei US-Ökonomen, die gezeigt hatten, wie es zustande kommt und möglicherweise auch gelöst werden kann, erhielten 2024 den Wirtschaftsnobelpreis: Daron Acemoglu, Simon Johnson und James A. Robinson. Nicht die geografische Lage, Klima oder Kultur seien dafür verantwortlich, dass die eine Region arm sei oder der andere Staat reich, sondern schwache Rechtsstaatlichkeit, korrupte Eliten und das Versagen politischer Institutionen. Ursachen, die in den meisten Wirtschaftsmodellen eher ignoriert wurden. (Wh. v. 2024) Gestaltung: Marlene Nowotny. - Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 24. 07. 2025.
Erst auf eine ganz bestimmte Art gefaltet können Proteine, die chemischen Werkzeuge des Lebens, ihre Aufgabe im Körper erfüllen. Diese Faltung vorherzusagen, war ein lange unerfüllt gebliebener Traum der Biochemie. Ebenso, wie ein funktionsfähiges Protein "am Reißbrett" zu entwerfen und dann die zugrundeliegende genetische Information rückzurechnen. Für beides haben die drei Nobelpreisträger Programme entwickelt: "AlphaFold" von Demis Hassabis und John Jumper sagt die 3D-Struktur von Proteinen voraus. Mit "Rosetta" von David Baker lassen sich Proteine designen. Ihre preisgekrönten Arbeiten revolutionieren nicht nur die Grundlagenforschung, auch die Anwendungsmöglichkeiten scheinen grenzenlos zu sein: von Enzymen, die Plastik abbauen, über die Untersuchung von Antibiotikaresistenzen bis hin zur Impfstoffentwicklung. (Wh. v. 2024.) Gestaltung: Birgit Dalheimer. - Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 23. 07. 2025.
Der Physik-Nobelpreis 2024 ging an zwei Pioniere der Künstliche Intelligenz-Forschung: an den Amerikaner John Hopfield und den Kanadier Geoffrey Hinton. Die beiden haben die Grundlagen für das maschinelle Lernen gelegt, auf dem heutige KI-Systeme basieren, von der Gesichter-Erkennung bis zu Sprachmodellen wie ChatGPT. Unübersehbar ist, wie KI unseren Alltag und das Verhältnis zwischen Mensch und Maschine für immer verändert. Stellt sich die Frage, in welche Richtung? Hilton und Hopfield haben mit ihren prämierten Arbeiten auch potenzielle Risiken heraufbeschworen. Die Menschheit habe die Verantwortung, diese Technologie auf eine "sichere und ethische Weise" zu verwenden, sagte das Nobelpreis-Komitee bei der Bekanntgabe. (Wh. v. 2024.) Gestaltung: Robert Czepel. - Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 22. 07. 2025.
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