In dieser Folge meines Podcasts „Druckreif – Das Redaktionsgespräch“ spreche ich mit Jörg Rüddenklau, dem Bürgermeister von Groß-Gerau – und es wird schnell klar: Das ist jemand, der seine Stadt nicht nur verwaltet, sondern wirklich lebt.
Mich hat besonders beeindruckt, wie früh Jörg angefangen hat, sich einzubringen. Schon als junger Mensch war er aktiv – in der Kirche, in Vereinen, später auch politisch. Der Gedanke, kommunalpolitisch etwas bewegen zu wollen, kam bei ihm Ende der 90er auf. Heute ist er SPD-Mitglied und Bürgermeister – aber vor allem jemand, der sehr klar über seine Werte spricht: Aufrichtigkeit, Loyalität und Verlässlichkeit. Wobei er selbst schmunzelnd zugibt, dass es mit der Pünktlichkeit nicht immer ganz klappt. Seine Erklärung dafür? Eine Art „Teleportations-Irrtum“ im Kopf – er denkt einfach zu oft, er könne sich noch schnell irgendwohin beamen.
Wir sprechen viel darüber, wie sich das Bürgermeisteramt im Alltag anfühlt. Und ja, es stimmt: Man wird tatsächlich beim Bäcker auf den wackelnden Kanaldeckel angesprochen. Jörg nimmt das ernst, hört zu, gibt Rückmeldung – und zeigt damit genau das, was er unter guter Verwaltung versteht: Serviceorientierung und Nähe zu den Menschen.
Ein großes Thema in unserem Gespräch ist die finanzielle Lage der Kommunen. Jörg beschreibt sehr offen, wie belastend es ist, Ideen zu haben, aber oft nicht umsetzen zu können, weil schlicht das Geld fehlt. Viele Ausgaben seien fremdbestimmt – durch Vorgaben von Bund und Land. Gleichzeitig wird vor Ort erwartet, dass alles funktioniert. Besonders spannend fand ich seinen Gedanken, dass das Streichen von freiwilligen Leistungen wie Kultur, Vereinsarbeit oder Veranstaltungen langfristig sogar die Demokratie gefährden kann. Weil genau dort Gemeinschaft entsteht – und Menschen lernen, wie Zusammenleben und Kompromisse funktionieren.
Natürlich sprechen wir auch über Politik – über die SPD, über Wahlergebnisse und darüber, wie schwierig Zusammenarbeit in der Kommunalpolitik manchmal ist. Jörg wünscht sich mehr Ehrlichkeit im Umgang mit den realen Rahmenbedingungen und weniger politisches „Show-Spiel“. Sein Ansatz ist klar: gemeinsam Lösungen finden, statt sich gegenseitig schlechtzureden.
Neben all den politischen Themen gibt es aber auch die persönlichen Seiten: seine Leidenschaft fürs Gärtnern, seine Begeisterung für Schweden und die Bedeutung von Familie und alten Freundschaften. Gerade dieser Mix macht das Gespräch für mich besonders rund – weil man merkt, wie sehr all diese Dinge auch seine Arbeit als Bürgermeister prägen.
Für mich war das ein Gespräch, das einen sehr ehrlichen Einblick gibt: in die Herausforderungen der Kommunalpolitik, aber auch in die Motivation dahinter. Und vielleicht auch in die Frage, was es heute eigentlich bedeutet, Verantwortung für eine Stadt zu übernehmen.
Ich wünsche euch viel Spaß beim Hören!
DRUCKREIF – Das Redaktionsgespräch
mit Axel Schiel | Axel S.
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Das Redaktionsgespräch für GG INSIDE | Folge: 03.05.2026
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