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Echinokokkose - Der Fuchsbandwurm


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🦠 Thema der Folge


Echinokokkose ist eine parasitäre Erkrankung durch Bandwürmer:

• Echinococcus granulosus → zystische Echinokokkose

• Echinococcus multilocularis → alveoläre Echinokokkose


Klinisch entscheidend: Beide Formen unterscheiden sich deutlich in Wachstum, Prognose und Therapie.


🧭 Merksatz


• E. granulosus: eher singuläre, gut abgrenzbare Zyste

• E. multilocularis: infiltratives, destruierendes Wachstum, tumorähnlich


🐶 Übertragung und Lebenszyklus


Der Mensch ist ein Fehlwirt und infiziert sich durch orale Aufnahme von Wurmeiern:

• direkt über Kontakt mit infiziertem Tierkot oder Fell

• indirekt über kontaminierte Erde oder Hände


Wichtig für die Aufklärung:

• Infektion nicht durch Verzehr von Zysten im Fleisch

• Leber ist am häufigsten betroffen, da Ausbreitung über die Pfortader erfolgt


🏥 Klinische Manifestation


Zystische Echinokokkose:

• meist einzelne Leberzyste

• Leberbefall in ca. 70 Prozent

• Lungenbefall in ca. 20 Prozent

• oft lange asymptomatisch

• Symptome: Oberbauchschmerz, Druckgefühl, Husten, Dyspnoe

• Ruptur kann Anaphylaxie oder akute Komplikationen auslösen


Alveoläre Echinokokkose:

• fast immer initial Leberbefall

• infiltratives Wachstum mit Gewebszerstörung

• mögliche Folgen: Cholestase, portale Hypertension, Zirrhose

• Ausbreitung in andere Organe möglich


🌍 Epidemiologie


• E. granulosus: weltweit verbreitet, in Europa v. a. Mittelmeerraum und Südosteuropa

• E. multilocularis: Nordhalbkugel, in Europa v. a. Mitteleuropa

• Deutschland: jeweils etwa 50 Fälle pro Jahr, bei E. granulosus teils auch 50 bis 100


🔎 Diagnostik


Entscheidend ist, früh an die Diagnose zu denken.


Labor:

• Eosinophilie oder erhöhtes IgE möglich

• auch Leukopenie, Thrombozytopenie, Leberwerterhöhung

• insgesamt unspezifisch


Serologie:

• ELISA, indirekte Hämagglutination, Immunfluoreszenz

• wichtig: negative Serologie schließt Echinokokkose nicht aus


Bildgebung:

• Ultraschall ist meist der erste Schritt

• zystische Form: unilokuläre Zyste, Tochterzysten, Septen, Wandverkalkungen

• alveoläre Form: unscharfe, infiltrative Läsionen, Nekrosen, irreguläre Verkalkungen

• CT/MRT zur Ausdehnungsdiagnostik und Therapieplanung


⚠️ Wichtiger Praxispunkt


Bei Verdacht auf Echinokokkose keine unüberlegte diagnostische Punktion:

• Risiko der Erregerverschleppung

• Risiko schwerer allergischer Reaktionen bis zur Anaphylaxie


Therapieplanung gehört in erfahrene Zentren.


💊 Therapie


Zystische Echinokokkose:

• häufig operative Resektion kurativ

• in ausgewählten Fällen interventionelles Vorgehen möglich

• bei Inoperabilität oder Streuung: medikamentöse Therapie


Alveoläre Echinokokkose:

• nur ein Teil der Fälle kurativ resezierbar

• nach Resektion langfristig Albendazol

• bei inoperablen Fällen: Albendazol als palliative Standardtherapie

• oft sehr langfristig, teils lebenslang


💉 Medikamente


Albendazol:

• Mittel der ersten Wahl

• 10 bis 15 mg/kgKG/Tag

• bei Erwachsenen oft 400 mg zweimal täglich

• Einnahme mit fettreicher Mahlzeit

• wirkt v. a. parasitostatisch


Mebendazol:

• zweite Wahl

• 40 bis 50 mg/kgKG/Tag


Kontrollen unter Therapie:

• Transaminasen

• Bilirubin

• Blutbild

• besonders zu Beginn engmaschig


📝 Take-home-Punkte


• Unklare Leberzyste oder infiltrative Leberläsion? Immer an Echinokokkose denken

• Tochterzysten und Verkalkungen sind wichtige Bildgebungshinweise

• Negative Serologie beruhigt nicht sicher

• Keine reflexhafte Punktion

• Albendazol ist Standard, oft als Langzeittherapie

• Die alveoläre Form ist prognostisch deutlich ernster als die zystische

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