„Hey, ich glaube, das bist nicht du – aber es gibt einen Account mit deinem Namen, deinem Gesicht und: Nacktbildern von dir”. Diese Nachricht bekam Theresia Crone im Dezember 2023 – und entdeckte Nacktbilder von sich, die sie nie aufgenommen hatte. Jemand hatte einen Account mit sogenannten „Deepnudes” von ihr angelegt, das sind gefälschte Bilder oder Videos, wo der Kopf einer Frau auf einen nackten Körper von jemand anderem montiert wird.
Auch sogenannte „Auszieh-Apps“ gibt es, bspw. den Chatbot „Grok“ von Elon Musk: User nutzen dieses KI-Werkzeug massenhaft, um vor allem Kinder, Jugendliche und junge Frauen auszuziehen. Die KI macht, was der User wünscht – und die Sprachbefehle, die gerade öffentlich gemacht wurden, lesen sich so:
„Steck sie in einen kleinen Bikini“ oder: „Mach, dass sie ihren Po zur Seite dreht“ oder: „Gib ihr ein hübsches, sexy Teenager Outfit, kaum bekleidet.“
Die Technik dafür ist unfassbarerweise frei verfügbar und leicht zu bedienen. Zwar hat „Grok“ die Auszieh-Funktion nach erheblicher Kritik eingeschränkt, dennoch bleibt die Frage nach der Verantwortung der Plattformen.
Ein weiteres Problem: Rechtlich kann man gegen Deepnudes in Deutschland bisher kaum etwas tun. Ein Gesetz fehlt bisher, es gibt keinen eigenen Straftatbestand zur Erstellung oder Verbreitung von Deepnudes. Betroffene können so kaum gegen die Täter vorgehen.
Theresia Crone, seit ihrer Jugend Aktivistin, fühlt sich vom Rechtsstaat im Stich gelassen – und das obwohl in ihrem Fall der Täter sogar ermittelt und verurteilt wurde. Sie kämpft mit Petitionen und Demonstrationen dafür, dass Deepnudes ein eigenständiger Straftatbestand im Strafrecht werden sollen. Mit dem neuen Gesetzentwurf, den Justizministerin Stefanie Hubig nach dem Fall Collien Fernandes im April vorgelegt hat, könnte das sogar klappen.
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