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Es gibt einige Kafka-Geschichten, in denen das Zwischenmenschliche als nicht funktionierend dargestellt wird. Dann werden Vermutungen über den jeweils anderen Menschen geäußert, mögliche Beweggründe für sein merkwürdiges, irgendwie nicht passendes Verhalten erörtert und Konsequenzen daraus für das Verhältnis und Rückwirkungen des Ganzen auf das erzählende Subjekt angeführt – kurz: Statt miteinander zu sprechen und Missverständnisse auszuräumen oder gar Beobachtungen am jeweils anderen gemeinsam und friedlich zu reflektieren, geht es in den Erzählungen meist so weit, dass all die Vermutungen über einen Menschen weitreichende neue Überlegungen provozieren.
So ist es auch in „Eine kleine Frau“. Das hier dargestellte Verhältnis wird im Laufe der Geschichte immer komplexer. Das führt dann sogar dazu, dass sich der Ich-Erzähler fragt, ob er denn wirklich so ganz zufrieden mit sich selbst ist, ob die Unbekannte vielleicht nicht doch ein bisschen recht hat und er auch mal etwas ändern sollte an sich. Misslingende, ja gar nicht stattfindende Kommunikation führt zur Selbstreflexion. Ob das auch bei der Frau der Fall ist, wissen wir nicht. Darüber schweigt der Text, der – wie so viele Franz Kafkas – ziemlich komisch wirkt und eine hochgradig unterhaltsame Mischung aus Ernsthaftigkeit und Humor in sich birgt.
Im laufenden Kafka-Jubiläumsjahr werden wir in diesem Podcast häufig Geschichten dieses Autors vorstellen und seine große Erzählkunst würdigen. „Eine kleine Frau“, erschienen in Kafkas Todesjahr 1924, liest Günther Rohkemper.
By Volker DrükeEs gibt einige Kafka-Geschichten, in denen das Zwischenmenschliche als nicht funktionierend dargestellt wird. Dann werden Vermutungen über den jeweils anderen Menschen geäußert, mögliche Beweggründe für sein merkwürdiges, irgendwie nicht passendes Verhalten erörtert und Konsequenzen daraus für das Verhältnis und Rückwirkungen des Ganzen auf das erzählende Subjekt angeführt – kurz: Statt miteinander zu sprechen und Missverständnisse auszuräumen oder gar Beobachtungen am jeweils anderen gemeinsam und friedlich zu reflektieren, geht es in den Erzählungen meist so weit, dass all die Vermutungen über einen Menschen weitreichende neue Überlegungen provozieren.
So ist es auch in „Eine kleine Frau“. Das hier dargestellte Verhältnis wird im Laufe der Geschichte immer komplexer. Das führt dann sogar dazu, dass sich der Ich-Erzähler fragt, ob er denn wirklich so ganz zufrieden mit sich selbst ist, ob die Unbekannte vielleicht nicht doch ein bisschen recht hat und er auch mal etwas ändern sollte an sich. Misslingende, ja gar nicht stattfindende Kommunikation führt zur Selbstreflexion. Ob das auch bei der Frau der Fall ist, wissen wir nicht. Darüber schweigt der Text, der – wie so viele Franz Kafkas – ziemlich komisch wirkt und eine hochgradig unterhaltsame Mischung aus Ernsthaftigkeit und Humor in sich birgt.
Im laufenden Kafka-Jubiläumsjahr werden wir in diesem Podcast häufig Geschichten dieses Autors vorstellen und seine große Erzählkunst würdigen. „Eine kleine Frau“, erschienen in Kafkas Todesjahr 1924, liest Günther Rohkemper.