ENDO.team - Evidenzbasierte Endodontie & Praxiswissen

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ENDO.team - Evidenzbasierte Endodontie & Praxiswissen episodes

  • Zugangskavität: Der Schlüssel zum endodontischen Erfolg
    In dieser Folge des ENDO.team Podcasts diskutieren Prof. Dr. David Sonntag und Dr. Christoph Zirkel die entscheidende Rolle der Zugangskavität als „Türöffner“ jeder Wurzelkanalbehandlung. Sie zeigen, warum ultrakleine, minimalinvasive Zugänge häufig zu diagnostischen und therapeutischen Defiziten führen: fehlende Sicht auf den Kammerboden, nicht gefundene Kanaleingänge und zurückgelassenes infiziertes Dentin im koronalen Drittel. Statt Frakturangst zu überhöhen, priorisieren die beiden Experten Sicht, Licht und Vergrößerung (Lupenbrille/Mikroskop) sowie den geradlinigen Kanalzugang inklusive sekundärer Zugangskavität. Anhand typischer Situationen (z. B. Oberkieferfront palatinal erweitern, steilstehende Unterkieferfront ggf. vestibulär trepanieren) wird die anatomisch geführte Kavitätsgestaltung erklärt – von Umrissform über Landmarken bis zur Nutzung von Orifice Openern und Gates-Glidden.

    Das Fazit: Hartsubstanz schonen – aber nicht um den Preis verfehlter Kanalsysteme oder unzureichender Desinfektion. Wer die Zugangskavität konzeptionell plant, verbessert Reinigung, Aufbereitung und letztlich die Prognose. 

    Weitere Links:
    • 00:48 - 01:06 - Minimalinvasive Zugänge: Ursprung und Konzept
      Das Konzept der minimalinvasiven Endodontie wurde 2010 von Clark und Khademi eingeführt mit dem Ziel, perizervikuläres Dentin zu schonen, wobei die Pulpakammerdacherhaltung und der Bereich 4 mm ober- und unterhalb der Alveolarknochengrenze als entscheidend für die Frakturresistenz postuliert wurden PubMed CentralPubMed.
      Literatur: Clark D, Khademi J. "Modern molar endodontic access and directed dentin conservation." Dental Clinics of North America 2010;54(2):249-273.
    • 02:51 - 03:29 - Frakturresistenz: Kontroverse Studienlage
      Eine Meta-Analyse von 2024 ergab zwar statistisch signifikante Unterschiede zugunsten konservativer Zugänge (SMD 2.61, p<0.001), jedoch zeigten mehrere kontrollierte Studien keine signifikanten Unterschiede in der Frakturresistenz zwischen traditionellen und konservativen Zugangskavitäten bei restaurierten Zähnen PubMed CentralThieme.
      Literatur: Mrinalini M, Gupta A, et al. "Endodontic Access Cavity Design and Fracture Resistance: A Systematic Review and Meta-Analysis." Cureus 2024;16(9):e68796.
    • 02:00 - 02:51 - Kanallokalisation bei verschiedenen Zugängen
      In einer Studie an 60 Oberkiefer-Molaren lag die MB2-Detektionsrate bei ultrakonservativen Zugängen bei nur 1,6%, während konservative (53%) und traditionelle Zugänge (88%) signifikant höhere Detektionsraten zeigten (p<0.05), selbst unter Verwendung eines Operationsmikroskops PubMed CentralNCBI.
      Literatur: Saygili G, Uysal B, et al. "Evaluation of relationship between endodontic access cavity types and secondary mesiobuccal canal detection." BMC Oral Health 2018;18(1):121.
    • 02:51 und 14:52 - 15:53 - Desinfektion bei verschiedenen Zugangskavitäten
      In mikrobiologischen Studien zeigten konservative Zugänge eine signifikant schlechtere Desinfektion mit 86% bakterienpositiven Proben nach Aufbereitung gegenüber 50% bei konventionellen Zugängen (p<0.01), wobei auch größere Volumina an nicht aufbereitetem Kanalanteil und Restfüllmaterial in der Pulpakammer verblieben PubMedPubMed Central.
      Literatur: Vieira GCS, Pérez AR, et al. "Impact of Contracted Endodontic Cavities on Root Canal Disinfection and Shaping." Journal of Endodontics 2020;46(5):655-661.
    • 03:48 - 04:20 - Versani Mikro-CT Datenbank zur Anatomie
      Die Verwendung von Mikro-CT-Anatomiedatenbanken, wie sie von Professor Versani erstellt wurden, ermöglicht Klinikern das Studium verschiedener anatomischer Konfigurationen und C-förmiger Kanalsysteme vor der Behandlung, was die Planung minimalinvasiver Zugänge erleichtert PubMed Central.
      Literatur: Versiani MA, Basrani B, Sousa-Neto MD. "The Root Canal Anatomy in Permanent Dentition." Springer International Publishing 2019.
    • 05:44 - 06:15 - Bedeutung des Operationsmikroskops
      Die kombinierte Verwendung von Operationsmikroskop und Ultraschalltips erhöhte die MB2-Kanaldetektion in Oberkiefer-Molaren signifikant auf 74% gegenüber 62% ohne Mikroskop (p<0.05), wobei 82% der Zähne tatsächlich einen MB2-Kanal aufwiesen
      RdeWiley Online Library.
      Literatur: Alaçam T, Tinaz AC, et al. "Second mesiobuccal canal detection in maxillary first molars using microscopy and ultrasonics." Australian Endodontic Journal 2008;34(3):106-109.
    • 09:45 - 10:15 - Oberkiefer-Frontzähne: Palatinale Ausdehnung
      Bei Oberkiefer-Frontzähnen muss die Trepanationsöffnung aufgrund der Wurzelachse weit nach palatinal ausgedehnt werden, während die vestibuläre Erweiterung bis in die Pulphörner erfolgen sollte, um Verfärbungen durch Restgewebe zu vermeiden Nature.
      Literatur: Silva EJNL, Pinto KP, et al. "Current status on minimal access cavity preparations: a critical analysis and a proposal for a universal nomenclature." International Endodontic Journal 2020;53(12):1618-1635.
    • 14:52 - 15:53 - Sekundäre Zugangskavität und infiziertes Dentin
      Die Bedeutung einer geraden Kanalzugangs und Aufweitung im koronalen Drittel liegt in der Entfernung infizierten Dentins, da der Großteil der bakteriellen Infektion in den koronalen zwei Dritteln lokalisiert ist, wobei traditionelle Zugänge eine 96%ige bakterielle Reduktion gegenüber 92% bei Truss-Zugängen zeigten PubMedResearchGate.
      Literatur: Özen U, Özyürek T, et al. "Effect of Cavity Design on Bacterial Reduction in Root Canals and Postoperative Pain Level: A Randomised Controlled Trial." Australian Endodontic Journal 2025 (in press).
    • 16:02 - 17:32 - Gates-Glidden-Bohrer und koronale Erweiterung
      Gates-Glidden-Bohrer sind für die koronale Aufweitung indiziert, wobei insbesondere die Größe #2 (0,70 mm Durchmesser) als sicher für die zervikale Präparation mesialer Kanäle von Unterkiefer-Molaren gilt, während größere Durchmesser das Perforationsrisiko im Furkationsbereich erhöhen PubMed CentralResearchGate.
      Literatur: Duarte MA, Bernardes RA, et al. "Effects of Gates-Glidden, LA Axxess and orifice shaper burs on the cervical dentin thickness and root canal area of mandibular molars." Brazilian Dental Journal 2011;22(1):28-31.
    • 19:03 - 19:37 - Klinische Empfehlungen und Evidenzlage
      Eine systematische Literaturübersicht identifizierte 49 Studien zu elf verschiedenen Behandlungsparametern, wobei die Mehrheit keine klaren Vorteile minimalinvasiver Zugänge nachweisen konnte, während einige Bedenken hinsichtlich der adäquaten Desinfektion, Füllung und Restauration äußerten PubMed CentralPubMed Central.
      Literatur: Azim AA, Aksel H, et al. "Access Cavity Preparations: Classification and Literature Review of Traditional and Minimally Invasive Endodontic Access Cavity Designs." Journal of Endodontics 2021;47(7):1046-1062.
    21 min
  • Zahnunfall richtig managen: Trauma, Endo & Prognose
    Zahnunfall in der Praxis – was muss sofort passieren?
    In dieser Episode von Trauma, Endo & Prognose ist Prof. Dr. Gabriel Krastl zu Gast (Universität Würzburg, Mitgründer des Zahnunfallzentrums Basel). Gemeinsam klären wir die entscheidenden Schritte der Primärversorgung bei Zahntrauma: Dentinwunden abdecken, dislozierte Zähne reponieren und flexibel schienen – und warum falsches oder zu spätes Handeln die Prognose massiv verschlechtert.Wir sprechen über Avulsion und Intrusion, den optimalen Zeitpunkt für die endodontische Intervention, den Umgang mit infektionsbedingten Resorptionen und die Frage: Wann kann man bei offenem Apex auf Revaskularisation hoffen – und wann muss man handeln? Außerdem gibt Prof. Krastl praxisnahe Tipps zur Reposition, zur Nutzung von Trauma-Algorithmen (z. B. per App), zur Materialwahl (Stichwort Verfärbungen) und zu Fortbildungswegen in der Traumatologie.


    Erwähnte Personen/Begriffe und Links
    • Zahnunfallzentrum, Universitäres Zentrum für Zahnmedizin Basel UZB: Zahnunfallzentrum Basel
    • Primärversorgung nach Zahntrauma: MUSS - SOLL - KANN: Quintessenz Journals
    • Für alle Fälle: die Zahnrettungsbox: Für alle Fälle: die Zahnrettungsbox | zahn.de
    • Therapie des dentalen Traumas bleibender Zähne: leitlinie-dentales-trauma-dgzmk-2022.pdf
    • Curriculum Zahntrauma - Fit für die Praxis: Curriculum Zahntrauma - Fit für die Praxis - Curriculum - CB20240010
    • Rette deinen Zahn - Verhalten nach einem Zahnunfall: Rette deinen Zahn


    38 min
  • Wann hilft Calciumhydroxid?
    Calciumhydroxid gehört seit Jahrzehnten zu den Klassikern in der Endodontie – doch ist es heute noch unverzichtbar oder eher ein überbewertetes Relikt?
    In der ersten Folge des ENDO.team Podcasts sprechen Prof. Dr. David Sonntag und Dr. Christoph Zirkel über Chancen und Grenzen dieses Medikaments in der Wurzelkanalbehandlung.Die beiden Experten diskutieren praxisnah, ob eine medikamentöse Einlage mit Calciumhydroxid tatsächlich die Erfolgsquote steigert, welche Rolle es bei der Desinfektion spielt und wie es sich im Vergleich zu Ledermix einordnen lässt. Außerdem geht es um Themen wie Apexifikation, die Neutralisierung von Endotoxinen und die Frage, ob ein oder zwei Sitzungen den Unterschied machen.Evidenz trifft Erfahrung: Wir beleuchten aktuelle Studien, klinische Routinen und persönliche Einschätzungen.

    Das Fazit? Es gibt keine einfache Schwarz-Weiß-Antwort – aber viele wertvolle Impulse für den Praxisalltag und die Zahnerhaltung.

    Weitere Links: 
    • 00:49–01:44 - Sjögren U, Figdor D, Spångberg L, Sundqvist G. The antimicrobial effect of calcium hydroxide as a short-term intracanal dressing. Int Endod J. 1991;24(3):119-25.
    • 01:44–02:57 - Weiger R, Rosendahl R, Löst C. Influence of calcium hydroxide intracanal dressings on the prognosis of teeth with endodontically induced periapical lesions. Int Endod J. 2000;33(3):219-26.
    • 03:20–04:08 - Sathorn C, Parashos P, Messer H. Effectiveness of single- versus multiple-visit endodontic treatment: a systematic review and meta-analysis. Int Endod J. 2005;38(6):347-55.
    • 04:24–05:14 - Kim D, Kim E. Calcium hydroxide removal techniques in root canal retreatment: a review. Restor Dent Endod. 2014;39(4):241-52.
    • 06:36–06:48 - Frank AL. Therapy for the divergent pulpless tooth by continued apical formation. J Am Dent Assoc. 1966;72(1):87-93.
    • 06:48–08:28 - Andreasen JO, Farik B, Munksgaard EC. Long-term calcium hydroxide as a root canal dressing may increase risk of root fracture. Dent Traumatol. 2002;18(3):134-7. Banchs F, Trope M. Revascularization of immature permanent teeth with apical periodontitis: new treatment protocol? J Endod.
    16 min
  • Willkommen zum ENDO.team Podcast
    Willkommen zur ersten Folge des ENDO.team Podcasts!

    Mit diesem Podcast schaffen wir einen Treffpunkt für alle, die sich für moderne Endodontie begeistern. Egal ob erfahrene Spezialisten, engagierte Allgemeinzahnärzte oder Mitglieder des Praxisteams. Im Mittelpunkt stehen Fachwissen, Erfahrungsaustausch und die Menschen hinter der Endodontie. In dieser Vorstellungsfolge erklärt José, was ENDO.team ausmacht, welche Idee hinter der Plattform steckt und welchen Mehrwert die Community erwarten kann. Dabei geht es um weit mehr als einen klassischen Online-Shop: ENDO.team versteht sich als zentrale Anlaufstelle für Wissen, Fortbildung, Expertenaustausch und praxisnahe Unterstützung rund um die moderne Endodontie. Das erwartet euch in dieser Episode
    • Die Vision und Mission von ENDO.team
    • Die vier zentralen Bereiche der Plattform
    • Endodontische Konsile und Expertenunterstützung
    • Digitale und praktische Fortbildungsangebote
    • Produktberatung und Reparaturservice
    • Die Idee hinter dem ENDO.team Podcast
    • Ein Ausblick auf zukünftige Formate und Gäste
    Kommende Podcast-Formate🎙️ Endostimmen
    Gespräche mit renommierten Expertinnen und Experten über aktuelle Entwicklungen, klinische Konzepte und Erfahrungen aus dem Praxisalltag.🦸 ENDO.heroes
    Persönliche Geschichten von Menschen, die die Endodontie aktiv geprägt haben oder prägen.🏭 Blick hinter die Kulissen
    Spannende Einblicke in Unternehmen, Produkte und die Menschen hinter den Innovationen der Endodontie. 

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    8 min
  • Ledermix – Relikt oder Retter?
    Willkommen zur ersten Folge des ENDO.team Podcasts!

    Thema heute: „Ledermix – Relikt oder Retter?“Dr. Christoph Zirkel und Prof. Dr. David Sonntag diskutieren praxisnah und evidenzbasiert über:
    • Warum Ledermix in Schmerz- und Traumafällen sinnvoll sein kann
    • Welche Risiken (z. B. lokale Immunsuppression) zu beachten sind
    • Unterschiede zwischen Ledermix und Calciumhydroxid
    • Wie Studienergebnisse zu falschen Interpretationen geführt haben
    • Persönliche Erfahrungen aus Klinik und Praxis
    👉 Diese Episode ist besonders wertvoll für Zahnärzte, Endodontologen und alle, die mehr über medikamentöse Einlagen in der Wurzelkanalbehandlung erfahren wollen.

    Weitere Links:
    • 00:11–00:33 - Schroeder A. Clinical use of Ledermix paste. Oral Surg Oral Med Oral Pathol. 1961;14:955-962. Bryson EC et al. Pharmacology of glucocorticoids in endodontics. Oral Surg Oral Med Oral Pathol Oral Radiol Endod. 2002;94(1):91-97.
    • 01:44–02:19 - Heithersay GS. Treatment of inflammatory root resorption with Ledermix paste. Aust Dent J. 1975;20(4):228-233.
    • 02:19–02:56 - Ehrmann EH, Messer HH, Adams GG. The relationship of intracanal medicaments to postoperative pain in endodontics. Int Endod J. 2003;36(12):868-875.
    • 04:24–05:05 - Tepe B, et al. Comparison of Ledermix and calcium hydroxide in infected rat teeth. J Endod. 1988;14(9):482-485.
    • 05:54–06:51 - Schroeder A. Antibiotic-corticosteroid combination in endodontics: rationale and indications. Quintessenz. 1966;17:89-95.
    • 07:01–07:39 - DGET Leitlinie Endodontie (2017). GZMK Empfehlung: Kortikosteroid-Antibiotika-Kombination als Notfallmaßnahme.
    • 08:48–09:28 - Heithersay GS. Treatment of external root resorption with Ledermix. Aust Dent J. 1975;20(4):228-233. Bryson EC et al. 2002 (s. o.) – Pharmakokinetik der Steroide.
    • 09:44–10:00 - Bryson EC et al. 2002; Ehrmann EH et al. 2003.
    • 11:01–11:20 - Athanassiadis B, Abbott PV, Walsh LJ. The use of calcium hydroxide, antibiotics and Ledermix paste in endodontics. Aust Dent J. 2007;52(1 Suppl):S64-82.
    14 min

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Willkommen bei ENDO.team – deinem Podcast rund um die moderne Wurzelkanalbehandlung und spezialisierte endodontische Therapie. Der ENDO. team Podcast bringt aktuelle, kontrovers diskutierte und praxisrelevante Themen aus der Endodontie direkt auf deine Ohren.