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ERF Plus - Bibel heute Der Rat des Gamaliel


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Der Bibeltext Apostelgeschichte 5,34-42 – ausgelegt von Edgar Schwarz.

Gottes Sache geht weiter! In den Kapiteln und Versen der Apostelgeschichte vor unserem Tagestext wird davon mehrfach gesprochen. Jesus hat seinen Jüngern versprochen, nach seinem Weggehen den Tröster zu senden. Das ist an Pfingsten geschehen. Morgen werden wir wieder dieses Fest feiern.

Haben sich die Anhänger Jesu zunächst zurückhaltend verhalten, geht es nun nach dem Empfang des Heiligen Geistes spektakulär weiter. 3000 Menschen werden am Pfingsttag in die Gemeinde aufgenommen. In Gottes Auftrag vollbringen die Apostel viele erstaunliche Taten und Wunder.

Der religiösen Oberschicht gefällt dies gar nicht. Sie sind neidisch auf die ständig wachsende Gemeinde. So passiert, was passieren musste: die Apostel werden von der Tempelpolizei eingesperrt und verhört. Mutig bekennen sie Jesus als ihren Herrn und Retter. Ein Verbot, von diesem Jesus zu sprechen, verweigern sie mit dem Argument: „Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen.“ Sie begründen: „Der Gott unsrer Väter hat Jesus auferweckt, den ihr an das Holz gehängt und getötet habt. Den hat Gott durch seine rechte Hand erhöht zum Fürsten und Heiland, um Israel Buße und Vergebung der Sünden zu geben. Und wir sind Zeugen dieses Geschehens und mit uns der Heilige Geist, den Gott denen gegeben hat, die ihm gehorchen.“ Das führt zum Beschluss, die Apostel töten zu lassen.

Was nun? Wie geht es weiter? Im Hohen Rat gibt es jemanden, der einen kühlen Kopf bewahrt. Es ist Gamaliel. Er ist ein Gesetzeslehrer, den das ganze Volk verehrt. Dieser wird von Gott gebraucht, um seinen Aposteln die Freiheit zurückzugeben. Gamaliel bringt die Ankläger dazu, sich zu beruhigen. Er hat Autorität. So befiehlt er, dass „die angeklagten Menschen“ für einen Augenblick aus dem Saal hinausgebracht werden sollen. Dann hat er eine Empfehlung. Seine Empfehlung kommt nicht aus einer Erkenntnis von Gott, sondern aus menschlicher Weisheit. Gott gebraucht diesen Rat jedoch, um zu seinem Ziel zu gelangen.

Gamaliel fordert sie dringend auf, zunächst gut nachzudenken, bevor sie sich an „diesen Menschen“ vergreifen. Er weist auf zwei Personen aus der jüngeren Geschichte hin. Sie haben sich als Führer präsentiert. Nach ihrem Tod zerstreuten sich alle Anhänger, und die Bewegungen lösten sich auf. Seine Schlussfolgerung: Wenn dieser Jesus, von dem die Apostel reden, auch so ein Verführer ist, dann wird sich das Christentum schnell im Sande verlaufen. Also, lasst sie laufen. Dahinter steht auch seine Angst, dass er und der Hohe Rat sich schuldig machen. Was ist, wenn es sich bei dieser neuen Bewegung doch um ein Werk Gottes handelt? Seine Empfehlung, die Apostel nicht töten zu lassen, wird angenommen.

Für mich ergibt sich die Frage: Warum wird mir diese Einzelheit berichtet? Gamaliel setzt seinen gesunden Menschenverstand ein. Der wird von Gott benutzt, um an sein Ziel zu kommen. Ich darf und soll meinen Verstand bei Entscheidungen einsetzen. Heute habe ich oft den Eindruck, dass von mir verlangt wird, vorgegebene Lösungen nur auszuführen. Damit werde ich fremdbestimmt und meiner Freiheit beraubt.

Wenn nun Jesus sagt: „Ihr werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen“ – dann lädt er dazu ein, auf sein Wort zu achten, darüber nachzusinnen. Dazu zählt sicher auch, Berater hinzuzuziehen. Ich setze meinen Verstand ein und höre geeigneten Beratern zu.

Hinzu kommt noch ein Aber: „Aber meine Gedanken sind nicht eure Gedanken, und eure Wege sind nicht meine Wege, spricht der HERR“ (Jesaja 55,8). Der Prophet Jesaja macht mir deutlich, dass ich bei meinen Entscheidungen immer wieder Gott um Weisheit bitte, die er mir durch den Heiligen Geist geben will.

Das ist wohl auch der große Fehler des Gamaliel. Er hätte aus meiner Sicht besser daran getan, wenn er dem Hohen Rat vorgeschlagen hätte, die Sache anhand des Alten Testaments zu untersuchen. Hätte er es getan, dann hätte er vielleicht Jesus sogar als den Messias erkannt. Für mich will ich festhalten: beschäftige dich mit dem Wort Gottes, sinne darüber nach, und Neues wird möglich.…

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Autor: Edgar Schwarz

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