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Streiten will gelernt sein. Das haben auch Frauke und Tobias Teichen gemerkt. Sie sind Leiter und Gemeindegründer der ICF Kirche München. Als die beiden heirateten, mussten sie zunächst lernen, mit ihren unterschiedlichen Konflikttypen umzugehen. Was es bedeutet, wenn ein Dynamitbündel und ein Staatsanwalt im Streit aufeinandertreffen, davon berichten sie in Ihrem Buch „Bäm! Keine Angst vor Konflikten“. Im Interview mit Stefan Loß haben sie von Ihrer eigenen Streitgeschichte erzählt.
ERF Medien: Sie haben als Ehepaar ein Buch zum Thema „Konflikte“ geschrieben. Wie sieht es in Ihrem Alltag aus? Haben sie selbst noch Konflikte im Alltag?
Frauke Teichen: Konflikte kennen wir gut. Wir können uns auch gut auseinandersetzen.
Tobias Teichen: Unsere Unterschiedlichkeit hilft uns dabei, noch einige Streits zu finden.
ERF Medien: Sie können Ihr Buch also noch nicht auswendig und wenden direkt die richtigen Techniken im Streit an?
Tobias Teichen: Wir können die Techniken vielleicht schneller anwenden als jemand anders, weil wir sie vielleicht mehr geübt haben; aber Streit an sich bleibt nicht aus. Das Gute ist, dass unser Buch viele lustige und authentische Beispiele enthält, sodass nicht das Bild entsteht, wir wären perfekt. Es ist eher so, dass der Leser sich darin wiederfindet, schmunzelt und denkt: „Solche Streits kenne ich auch.“
Frauke Teichen: Manchmal denke auch ich mir im Streit: „Tobi, lies doch nochmal unser Buch!“ Der Weg vom Kopf ins Herz ist halt oft ein bisschen weiter. Man weiß manchmal viele Dinge, aber man hat sie noch nicht verinnerlicht und im Herzen begriffen.
ERF Medien: Sie sind jetzt fast 20 Jahre verheiratet und haben zum ersten Mal ein Buch zusammen geschrieben. Warum haben Sie ausgerechnet ein Buch über Konflikte geschrieben?
Tobias Teichen: Bei uns persönlich, aber auch im familiären Umfeld oder der Kirche merken wir: Umgang mit Konflikten läuft unterm Strich nicht immer konstruktiv. Da herrscht oft Hilflosigkeit. Oft haben Menschen zu Hause nicht gelernt, wie man sich wirklich vergibt oder was das bedeutet. Wir merken, dass das bei Ehen und Familien, aber auch in allen anderen Beziehungen ein großes Thema ist, auch in der Gemeinde.
Bei uns persönlich, aber auch im familiären Umfeld oder der Kirche merken wir: Umgang mit Konflikten läuft unterm Strich nicht immer konstruktiv. Da herrscht oft Hilflosigkeit. – Tobias Teichen
Frauke Teichen: Wir beide haben eine recht unterschiedliche Streitkultur mit in unsere Ehe gebracht und einen langen Weg hinter uns. Ich bin sehr konfliktfreudig und daher hat es auch viel geknallt. Das kannte Tobi nicht. Deswegen haben wir viel selbst ausprobiert, selbst gelernt und viele Seminare besucht, um uns da fortzubilden. Dann haben wir irgendwann gemerkt: Wir haben dazu etwas zu sagen. So ist das Buch entstanden.
Heiratsantrag im Streit
ERF Medien: Konflikte waren Ihnen in Ihrer Beziehung also von Anfang an nicht fremd. Sie, Herr Teichen, haben Ihrer Frau sogar in einem heftigen Streit einen Heiratsantrag gemacht. Wie kann ich mir das vorstellen?
Tobias Teichen: Wir hatten einen sehr großen Konflikt und wir steckten darin fest. Man hat ja oft so Sackgassen-Momente in Konflikten. Das kennt wahrscheinlich jeder. Diese Momente, in denen man denkt: „Wie sollen wir da wieder rauskommen?“ In denen jeder meint, er habe recht und der andere unrecht, und man nicht weiß, wie man da als Paar wieder rauskommt. Das war so ein Moment für mich. Und da hatte ich einfach den Blitzeinfall: „Diesen Konflikt zu klären wird anstrengend und aufwändig. Wenn ich jetzt diese Investition mache, …