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Auf einen Schlag ist sie da. Die Angst. Manche haben ein mulmiges Gefühl, einige nehmen es gelassen. Bei anderen wiederum bricht kalter Schweiß aus, wenn sie aktuell ein leichtes Kratzen im Hals verspüren. Seitdem der Virus Covid-19 in Deutschland angekommen ist, überschlagen sich die Ereignisse in den Nachrichten. Und mit jeder Meldung steigt die Besorgnis: Bin ich oder meine Familie betroffen? Gibt es jemanden in meinem Umfeld, der das Virus hat, ohne es zu wissen? Wie soll ich die Kinderbetreuung stemmen und was passiert mit meinem Job, wenn eine Weltwirtschaftskrise ausgelöst wird?
Ich kann diese Reaktionen gut verstehen. Vor einiger Zeit habe ich unter einer Angststörung gelitten. Nach einem tragischen Schicksalsschlag fiel es mir zunehmend schwer, mit Leichtigkeit und Zuversicht in die Zukunft zu schauen. Stattdessen bestimmten immer mehr Sorgen meinen Alltag. Mit Hilfe einer Therapie konnte ich lernen, trotz Angst mein Leben mit mehr Gelassenheit zu gestalten. Ich habe dabei einige hilfreiche Tipps gelernt, wie man unter anderem mit Krankheitsängsten umgehen kann – ob sie nun den Corona-Virus betreffen oder eine andere Krankheit. Hier folgen die sechs Schritte, die mir persönlich am meisten geholfen haben, besser mit meinen Sorgen zurechtzukommen.
1. Ich verstehe, warum ich Angst empfinde
Manche reagieren aktuell mit Spott auf die Angst ihrer Mitmenschen. Da werden Augen verdreht, über Hamstereinkäufe gelacht und abfällige Witze gerissen. Hilfreich ist das nicht. Es führt höchstens dazu, dass ich mich schäme, wenn ich zu denen gehöre, die sich aktuell vermehrt Sorgen wegen der Corona-Epidemie machen.
Dabei ist Angst weder gut noch schlecht. Sie ist erst einmal einfach ein Gefühl. Ich persönlich glaube, dass es unser Schöpfer war, der in uns Menschen die Fähigkeit hineingelegt hat, Emotionen zu empfinden. Und zwar die ganze Bandbreite an Gefühlen, die wir im Laufe unseres Lebens erfahren: Freude, Trauer, Überraschung, Ekel, Wut und eben auch Angst.
Die hat nämlich eine sehr sinnvolle Funktion: Angst schützt uns davor, uns selbst zu gefährden! Angst kann ein echter Lebensretter sein, wenn sie mich davor bewahrt, zu nah an eine brüchige Klippe zu gehen oder übermüdet Auto zu fahren.
Wenn ich gerade eine vermehrte Besorgnis empfinde, ist das erst einmal nichts anderes als ein Signal meiner Seele: „Achtung! Mögliche Gefahr voraus!“
Das ist übrigens auch der Grund, warum Angst oft mit einer körperlichen Reaktion wie Herzklopfen oder Gänsehaut einhergeht: Wenn mein Gehirn eine Gefahrensituation registriert, kann es in Bruchteilen von Sekunden Signale an den ganzen Körper schicken, die ihn auf Alarmbereitschaft schalten. Dieser natürliche Schutzmechanismus ermöglicht uns zum Beispiel, ganz plötzlich auf die Bremse zu treten und damit einen Unfall zu verhindern.
Bei einer Epidemie – wie wir sie gerade erleben – kann meine Angst hilfreich sein, wenn sie mich daran erinnert, sinnvolle Schutzmaßnahmen vorzunehmen.
2. Ich steuere einer Verselbstständigung der Angst entgegen
Das eigentliche Problem ist, dass sich Angst verselbstständigen kann. Dann wird sie nicht nur im Falle einer realen Bedrohungssituation ausgelöst, sondern schon bei dem Gedanken daran, dass eine Gefahr bestehen könnte. Wenn ich schon beim Lesen der Tagesschau-Meldungen zum Corona-Virus Herzrasen bekomme oder sich meine Gedanken permanent darum drehen, dass ich mich anstecken könnte, dann schießt die Angst sozusagen über ihr Ziel hinaus. Sie schützt mich nicht mehr nur, sondern beginnt, mich zu kontrollieren.
In Situationen, die mir Angst …