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„Wir schenken uns dieses Jahr nichts!“ Eventuell haben Sie diesen Satz auch schon einmal gehört, wenn es um die Weihnachtsgeschenke für die liebe Verwandtschaft ging. Eventuell waren Sie darüber erleichtert, weil Sie sowieso noch nicht wussten, was man denn hätte verschenken können. Oder Sie reagierten enttäuscht, weil Sie bereits liebevoll ein Geschenk ausgesucht und gekauft hatten. Und eventuell haben Sie dann an Heiligabend das Gleiche erlebt wie ich: Statt nichts standen da plötzlich ganz viele Geschenke und man fühlte sich mit einem Mal schuldig, weil man das mit dem „Nichts-Schenken“ tatsächlich ernstgenommen hat.
Wieso überhaupt Geschenke zu Weihnachten? Diese Frage stellt man sich dann. Oder eben in dem Augenblick, wenn man vollgepackt in einer langen Schlange an der Kasse steht und der Kunde hinter einem immer ungeduldiger wird und drei Plätze vor einem ein Kind einen Heulkrampf bekommt, weil im Einkaufswagen nicht genau der Adventskalender liegt, den es gerne hätte. Ja, in solchen Situationen neige auch ich dazu, das Schenken zu verfluchen und mich zu fragen, wieso ich nicht doch alles bei Amazon bestellt habe.
Aber eigentlich liebe ich Geschenke. Ich gebe das gern und offen zu, auch wenn man dann schnell als konsumorientiert abgestempelt wird. Ich finde, Schenken ist etwas Wunderbares. Schenken, so wie es gedacht ist, öffnet uns den Blick für Gottes Wesen. Wir können mit dem richtigen Geschenk ein Stück Himmel an jemanden weitergeben. Ein Geschenk kann sagen: „Ich liebe dich! Ich schätze dich! Du bist ein wunderbarer Mensch!“
Wir können mit dem richtigen Geschenk ein Stück Himmel an jemanden weitergeben. Ein Geschenk kann sagen: „Ich liebe dich! Ich schätze dich! Du bist ein wunderbarer Mensch!“
Was uns die Freude am Schenken nimmt
Aber gerade in der Vorweihnachtszeit ist dieser Gedanke bei der Geschenkeauswahl selten vorherrschend. Da geht es um ganz andere Fragen. Da werden Geschenke gegeneinander aufrechnet. Man sagt sich: „Wenn XY mir was für 50 Euro schenkt, muss ich ihm auch etwas für 50 Euro schenken!“ Oder man überlegt sich, dass man – wenn man der einen Schwägerin etwas schenkt – auch die andere mitbedenken muss, damit sie sich nicht ausgeschlossen fühlt. Aber leider weiß man nichts Passendes für sie, kauft einfach irgendetwas und merkt bei der Bescherung, dass man damit wohl danebengegriffen hat.
Und dann kennt jeder von uns sicherlich mindestens eine Person, die schwer zu beschenken ist. Eventuell weil diese Person sich jeden Wunsch gleich selbst erfüllt oder jedes Geschenk schon Wochen vorher errät. Oder aber sie hat gar keine Wünsche und rückt selbst auf hartnäckiges Drängen nicht mit einer Wunschliste heraus. All diese Dinge nehmen uns die Freude am Schenken – und manchmal auch an Weihnachten, dem Fest der Geschenke.
Gott ist unser Vorbild im Schenken
Dabei hatte sich Gott das mit dem Schenken mal ganz anders gedacht. Die Bibel berichtet nicht davon, dass Gott erstmal überschlägt, was die Menschen ihm im Gegenzug dafür anbieten würden, dass er ihnen seinen Sohn Jesus auf die Welt schickt. Und er überreicht den Menschen dieses Geschenk auch nicht mit viel Prunk und Tamtam. Vielmehr kommt Jesus als hilfloses Baby in einem Stall zur Welt – als Erstgeborener eines jungen Handwerkerehepaars. Trotzdem wird schnell klar: Mit diesem Kind in der Krippe hat Gott den Menschen etwas ganz Besonderes geschenkt. Er hat sich selbst verschenkt.
Das ist die Großzügigkeit, mit der Gott schenkt – ohne viel Drumherum, aber mit seinem ganzen Herzen. Auch an anderen Stellen der Bibel …