© Max Sandelin / unsplash.com
Das Neue Testament geht davon aus, dass Christsein von der Gemeinschaft mit anderen Christen lebt. Das fällt nicht jedem leicht. Um herauszufinden, ob christliche Gemeinschaft trotz mancher Hindernisse funktionieren kann, ist es zuerst einmal wichtig zu verstehen, wie das biblische Verständnis von Gemeinde ist.
Ein heiliger Ort auf dieser Welt
Jesus ist die in diese Welt hineingeborene unendliche Liebe. Diese Liebe blieb nicht theoretisch oder philosophisch, sondern äußerte sich darin, wie Jesus mit Menschen umging. Er lebte mit ihnen, teilte seinen Alltag, schöne und traurige Erlebnisse mit ihnen. Er half, tröstete, sprach Mut zu. Er forderte die Menschen aber auch heraus und korrigierte sie, wo es nötig war. In all dem lebte Jesus Gemeinschaft. Nach seiner Himmelfahrt verband sich Jesus untrennbar mit der christlichen Gemeinde. Durch sie möchte er jetzt seine dienende Liebe weitergeben (Matthäus 28,18-20).
Die Gemeinde ist der heilige Ort auf dieser Welt und Jesus ist in ihr gegenwärtig:
„Denn wo zwei oder drei in meinem Namen zusammenkommen, da bin ich selbst in ihrer Mitte.“ (Matthäus 18,20).
Gemeinde ist da, wo sich Menschen treffen, weil sie an Jesus glauben, weil sie beten, im Glauben wachsen und ein Stück Alltag gemeinsam leben möchten. Der Heilige Geist befähigt diese Menschen zur Einheit und zur gegenseitigen vergebenden Liebe. Auch diese Liebe bleibt nicht bloß eine abstrakte Idee. Der Apostel Paulus vergleicht die Gemeinde mit einer Braut. Der Bräutigam ist Jesus (Epheser 5,25-27). Es gibt kaum ein ausdruckstärkeres Bild, um zu zeigen, wie sehr Jesus die Gemeinde liebt und wie eng die Verbindung zwischen ihr und ihm ist.
Gemeinde ist da, wo sich Menschen treffen, weil sie an Jesus glauben, weil sie beten, im Glauben wachsen und ein Stück Alltag gemeinsam leben möchten.
Eine Gemeinde ist also nicht in erster Linie eine Organisation oder eine bestimmte Struktur, sondern Ausdruck der Liebe Gottes zu seinen Kindern und zu den Menschen, die ihn suchen. Wer das begriffen hat, versteht auch eher, warum die Schreiber des Neuen Testamentes großen Wert darauf legen, dass ein Christ nicht ohne diese Gemeinschaft lebt (Hebräer 10,25).
Eine Gemeinde ist nicht in erster Linie eine Organisation oder eine bestimmte Struktur, sondern Ausdruck der Liebe Gottes zu seinen Kindern und zu den Menschen, die ihn suchen.
Soweit die Theorie. In der Praxis fällt es Christen aus unterschiedlichen Gründen jedoch immer wieder schwer, Anschluss an eine Gemeinde zu finden. Ohne Anspruch auf Vollständigkeit werden im Folgenden einige dieser Gründe aufgegriffen und Tipps gegeben, wie der Sprung ins Gemeindeleben vielleicht doch noch klappt.
„Das sind mir einfach zu viele Menschen auf einem Haufen“
Es gibt Menschen, die sofort mit scheinbar jedem Mitchristen auf einer Ebene sind und von Herz zu Herz sprechen können. Diesen Menschen fällt es nicht schwer, seelische Nähe zuzulassen, sich auf andere einzulassen. Herzlichkeit und unbekümmerte Offenheit sind Gaben, die das Beziehungsleben erleichtern. Introvertierten, vorsichtigeren Einzelgänger-Typen fällt das schwer. In der Begegnung mit extrovertierten Menschen kann für sie der Eindruck entstehen, dass sie auch so sein müssen, um dazu zu gehören. Dieser Druck – egal, ob er von außen kommt oder selbst gemacht ist -, bewirkt meist das Gegenteil, von dem, was es eigentlich bezwecken soll: Rückzug aus zwischenmenschlichen Beziehungen und das Zurückziehen in einen „Schutzraum“. Wird der Schutzraum zur dauernden Zufluchtsstätte, ist irgendwann Einsamkeit die Folge. Man …