© Cody Black / unsplash.com
Kennen Sie Ehewitze? Da fragt der Scheidungsrichter zum Beispiel den Ehemann, ob er tatsächlich zehn Jahre lang nicht mit seiner Frau gesprochen habe. Seine Antwort: Ich wollte sie nicht unterbrechen. Oder dieser: Während des Werbespots für Blumen sagt ein Sprecher: „Kaufen Sie noch heute einen Strauß Rosen für die Frau, die Sie lieben!“ „Typisch“, kommentiert Frau Lehmann, „an die Verheirateten denkt keiner!“ Humorvoll werden die Unterschiede zwischen Mann und Frau auf die Schippe genommen – und die Komplikationen, die dadurch entstehen können. Oder kämen Sie als Mann auf die Idee, beleidigt zu sein, weil Ihre Frau Ihnen niemals Blumen mitbringt?
Ich weiß nicht, ob man sich in der Antike auch schon Ehewitze erzählt hat und ob Paulus welche kannte. Auf alle Fälle wusste er, dass Gott Mann und Frau unterschiedlich geschaffen hat und dass es für ein harmonisches Zusammenleben eine Menge Verständnis und Wertschätzung braucht. Da ihm etwas an glücklichen Ehen lag, hat er in seinen Briefen immer wieder Ratschläge für Verheiratete eingestreut. Den Frauen rät er zum Beispiel, ihren Männern mit Respekt und Achtung zu begegnen. Eine Herausforderung, nicht nur für die Frauen, die ihren Mann gerne mal über den Haufen reden. Doch auch sein Rat für die Männer hat es in sich. Er schreibt: „Ihr Ehemänner, liebt eure Frauen mit derselben Liebe, mit der auch Christus die Gemeinde geliebt hat. Er gab sein Leben für sie.“ Oder etwas weiter im Text: „Deshalb sage ich noch einmal, dass jeder Ehemann seine Frau so lieben soll, wie er sich selbst liebt.“ (aus Epheser 5)
Gegen eine solche Aussage ist ein wöchentlich mitgebrachter Blumenstrauß ein Kinderspiel. Trotzdem lohnt es sich, diese Ratschläge zu Herzen zu nehmen – zumindest dann, wenn Sie mit ihrer Frau glücklich werden und bleiben möchten.
Bibelstellen zum Nachlesen: Epheser 5,21-33
Der Super-Lieb-Haber
Was meint Paulus damit, dass ein Mann seine Frau so lieben soll, wie Jesus seine Gemeinde liebt? Es bedeutet, dass diese Liebe ganze Hingabe erfordert. Die Gemeinde konnte überhaupt erst entstehen, weil Jesus bereit war, Mensch zu werden und für die Schuld der Menschen zu sterben. Das ging nicht eben mal schnell nach Feierabend, es brauchte seinen ganzen Einsatz. Manchmal bedeutete es, für die Jünger die Arbeit eines Dieners zu übernehmen. Ein anderes Mal musste er sich gegen ihre Manipulationsversuche wehren. Auch nach seiner Himmelfahrt kümmerte sich Jesus weiter um seine Nachfolger: Er schickte ihnen den Heiligen Geist als Stellvertreter oder ermutigte und ermahnte sie durch die sieben Sendschreiben in der Offenbarung. Bis heute identifiziert Jesus sich so sehr mit der Gemeinde, dass er sich angegriffen fühlt, wenn sie verfolgt wird.1
Wenn Sie Jesu Vorbild auf die Beziehung zu Ihrer Frau übertragen, dann bedeutet das, dass Sie bereit sind, alles für sie zu geben. Die Autorin P. B. Wilson beschreibt, wie das praktisch aussehen kann: „Ein Mann sollte ebenso um die Zukunft seiner Frau besorgt sein, wie um seine eigene. Wie geht es ihr gesundheitlich? Körperlich, geistig und geistlich? Welche Gaben hat sie? Wie kommen diese zur Entfaltung? Welches sind ihre Träume? Worauf freut sie sich? […] Die meisten Frauen wären zutiefst dankbar, wenn sie wüssten, dass sich ihre Männer aufrichtig, liebevoll, und ohne manipulieren zu wollen, für diese Dinge interessieren würden.“2
Bevor Sie angesichts dieser Herausforderungen kalte Füße bekommen oder vielleicht doch lieber die Blumenvariante probieren, lassen Sie uns einige Episoden im Leben eines ziemlich bekannten …